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(ruhige Filmmusik)
Mama?
Hallo, meine Lieblinge.
Hallo.
Bist du's, Mama? - Wie versprochen.
Du bist die schönste Mama!
Oh, danke.
(Oma) Gehst du schon? - Ich gehe aus.
(Oma) Du gehst nachts aus?
Ausschließlich nachts. Ich wollte euch einen Kuss geben.
(Violetta) Geh nicht weg!
Die Kleine hat nichts mehr zu essen. - Ich wär gern geblieben,
aber dieses Bild an der Wand macht mich fertig!
Mein Liebling!
Mama kommt wieder, Schatz.
(Chorgesang)
Mehr gibt's nicht?
Wir hätten anschreiben lassen können.
So etwas machen wir nicht!
Ob Mama wiederkommt?
Bei deiner Mutter weiß man nie.
Sie kommt bestimmt wieder.
Bei zehn kommt sie.
Eins, zwei, drei,
vier, fünf, sechs...
Warum hatte Marlene Dietrich hohle Wangen?
Weißt du, warum?
Sie ließ sich die Backen- und Weisheitszähne rausnehmen.
Ich mach's wie Marlene Dietrich.
Es gibt nur noch Marmorkuchen, in Milch getunkt.
Hör auf! - Sag schon ja!
Spinnst du, Marlene Dietrich! - Los!
(Hanna) Liebling! - Das ist Marlene.
Mama!
Hallo, Hanna.
Danke fürs Geld.
Finger weg!
Der ist wertvoll.
Das ist dein Geschenk.
Und das ist mein Geschenk.
Was ist denn?
Von wem hast du das alles?
Du bist zu alt zum Fotografieren.
Hör auf, ich hab Kopfschmerzen.
Du hast Ärger.
Sag ich nicht, hier kann man mit niemandem reden
(Hanna) Setz dich, wenn dir die Füße wehtun.
Du nervst mich.
Danke.
Mach ihr Vorwürfe, sie lässt es sich gutgehen
und trinkt Cocktails mit ihren Liebhaber-Milliardären.
Würdest du nur arbeiten!
Sich durch Bilder ausdrücken ist Arbeit.
Es ist das Schönste, das Heiligste.
Ich werde es schaffen.
Ich schaffe es!
Hör auf. - Warum nicht?
Warum soll ich nicht existieren? Ich bin kein Hund!
Das ist echt nicht nett.
Ich hab Angst zu kommen.
Ich trau mich kaum, weil du mich immer angreifst.
Ich lieg einen Tag flach, so hämmerst du auf mich ein.
Sie hat mir geschrieben.
Ich möchte nur, dass du ihr antwortest.
Warum hängst du das Bild meiner Mutter auf?
Du vergisst wohl, dass du sie rausgeworfen hast,
als sie mit 15 schwanger war.
Sag nicht, dass du das vergessen hast.
Violetta, hör mal.
Man war gemein zu Oma, als sie jung war.
Als sie wunderschön war.
Jetzt bin ich schuld.
Stimmt's, Oma?
Hab ich recht oder nicht?
Bitte halt das Kind da raus.
Ganz ruhig, alles in Ordnung.
Sie ist meine Tochter.
Warum hast du uns beide dann so lang allein gelassen?
Monatelang! Warum nur?
(betet auf rumänisch)
Hör auf, Oma. Steh auf!
Steh auf, Oma!
Mir langt's.
Dann mach ich's halt wie sie.
Ich komm nicht wieder.
Warum auch?
(Radioreportage in rumänischer Sprache)
Mama!
Mein Schatz!
Kommst du mit hoch?
Nach oben? - Ja.
(Hanna) Oh Gott, meine alten Malereien!
Damit ist Schluss. Hasta la vista.
Kommst du?
Komm rein.
Lass deinen Ranzen da.
Und zieh die Rollschuhe aus.
Komm her.
Setz dich.
Du warst lange nicht hier oben.
Wir müssen die verlorene Zeit wettmachen.
Möchtest du Halva und Wassermelone? - Gern.
Das aß ich als Kind in Constanza.
Lös deine Zöpfe.
Du solltest deine Haare zeigen, die sind so schön. Findest du nicht?
Gefällt es dir? - Sehr.
Du warst noch zu jung, darum hab ich nichts gesagt.
Aber ich mache jetzt Fotos. Mit Frauen.
Das machst du also, wenn du weg bist? - Ja.
Möchtest du für mich Modell stehen? - Ja.
Heb die Arme.
Nein, nicht lächeln!
Lächeln ist blöd, das ist für Hochzeiten.
Den Blick nach unten.
Schau mich an, als ob du die Hölle siehst.
Genau. Dreh dein Gesicht etwas.
So...
Sieh mal.
Genau so.
Leg dich hin.
Wie eine Opfergabe.
Gib dir Mühe! Keine Lust mehr?
Doch. - Na dann!
Und jetzt zurückbiegen. So.
Ganz weit zurück.
So.
Und die Hand auf die Stirn.
So. Die Finger
über der Stirn gespreizt.
Sehr gut!
Das war's.
Geh jetzt runter, Oma wartet.
Erzähl Oma nichts, versprich es mir.
Es ist ein Geheimnis zwischen uns, sie versteht sowas nicht!
Sind wir uns einig? - Ich sag nichts, Mama.
Versprochen.
Ruhe! Adele!
(Lehrerin) Violetta!
(Schulgong ertönt) - Gebt eure Arbeiten ab.
(Hanna) Violetta!
Violetta!
Wieder diese dicken Sachen!
Oma hat immer Angst vor wer weiß was.
Freust du dich nicht? - Doch.
Geh nach Hause. Ich nehm sie mit.
Gehst du zum Elternabend?
Ich bitte dich!
Die andern gehen hin.
Aus Langeweile, diese Spießer!
Wieso Spießer? - Weil sie nichts zu bieten haben.
Wir haben Besseres vor.
Du ziehst sie nicht mehr an.
(Kinder kichern und lachen)
Zieh das an.
Ist das für mich? - Ja.
Soll sie etwa diese Verkleidung tragen?
Wieso? Das ist doch keine Verkleidung.
Das ist ein hübsches Spitzenkleid.
Handgenäht.
Alle gucken sie an.
So ist es gedacht, dass sie alle angucken.
Warum auch nicht?
Die lästern. - Na und?
Wir haben nur Spaß, stimmt's?
Ja.
Schau, sie ist sehr glücklich, sehr hübsch in ihrem Kleid.
Stimmt's? - Ja.
Oma glaubt, lachen ist tödlich. Guck, wie ich lache!
(lacht affektiert)
Los, komm!
Du bist das hübscheste Mädchen der Welt.
(Filmmusik)
(Hanna) Meine Tochter ist schön, was?
Ich hab von euch beiden geträumt.
Du warst viel älter, Violetta.
Wenn ich dich so gesehen hätte, wäre mein Traum interessanter gewesen.
Wann geht dein Flug? - Um 9. Nach Oslo.
Ich komm mit. - Nicht mit ihr.
Lass sie bei deiner Großmutter.
Ernie, warum ist es so kompliziert?
Immer diese Angst, furchtbar!
Entspann dich, du bist hysterisch.
Das ist wegen Oma, die macht mich verrückt.
Willst du nicht mal aufhören, an Oma zu denken?
Doch. Ich zeig dir meine Arbeiten.
Was für Arbeiten?
Ich mache Fotos.
Zeig her.
Ich habe sie mit dem Apparat von dir gemacht.
(ruhige Filmmusik)
Wie findest du sie?
Viel besser als deine Pinselei.
Bravo, Hanna.
Bravo.
Für dich, deine Tochter und Oma. - Danke!
Und für ein paar anständige Abzüge bei Hermann.
Siehst du, wie betörend und berauschend meine Frauen sind?
Mit schweren Brüsten...
und Haaren wie arabische Vorhänge.
(Hanna) Und ihre Hüften
majestätisch!
Ja.
Es ist unglaublich, Hanna. Du musst weitermachen.
(Hanna) Hör auf!
Hör auf!
(Hanna hustet stark)
(Hanna) Hör auf! Du siehst doch, dass ich ersticke.
(Ernie) Guck mal, was deine Tochter getan hat!
Warum hast du das getan? - Was?
Violetta! Violetta!
Warum hast du sein Bild verschmiert?
War keine Absicht.
Erzähl mir nichts!
Ist Ernie dein Freund?
Nein, eigentlich nicht.
Deine Mutter ist physiophobisch, das ist alles.
Physiophobie ist die Klaustrophobie des Fleisches.
Als wärst du in einem Lift,
der immer höher fährt. Er ist voller Leute,
und du kannst nicht raus.
Du hältst es nicht mehr aus.
Und Papa?
Hör mal, Schatz.
Du musst wissen, dass Väter ein großes Handicap der Natur sind.
(Oma betet leise) Lieber Gott, bitte beschütze
meine Mädchen, vor allem Violetta.
Hüte ihr Herz und ihre Seele.
(rumänisch) Halte Böses von ihr fern.
(rumänisch) Mein Gott, ich flehe dich an!
(betet auf rumänisch)
(ruhige Filmmusik)
Das ist mein eigenes Fernsehen. (beide lachen)
(Hanna) Mach dich fertig, ich überprüfe die Belichtung.
Gut so, Mama? Ist die Stellung gut?
Ja, ist interessant.
Weißt du, wie du aussiehst? Ist verrückt.
Wie Shirley Temple.
Die kennst du sicher nicht.
Wer ist Shirley Temple?
Das war ein kleines Mädchen, das sang und tanzte wie du.
Sie sah dir sehr ähnlich.
Ein kleines Mädchen aus Hollywood!
Willst du... Hier.
Mehr Lippenstift.
Blutrot.
Der kleine Mund.
Du bist Shirley, Veilchenverkäuferin in den Sternen, ja?
Ja, gut.
Zieh das hier an.
Nein, keine Lust.
Willst du keine Primadonna sein?
Nein.
Ich will das hier.
(düstere Filmmusik)
Spiel die Verführerin.
Sieh mich an. Wie machen die Stars das?
Sehr gut.
Genau so.
Du kannst das. Weiß nicht wie,
aber du kannst es.
Sehr hübsch, die gesenkten Lider!
So, jetzt stell ich dir...
einen Freund vor.
Den kahlen Erzähler. - Wie scheußlich!
Aber das ist das Erschütternde! Es ist ergreifend!
Nimm ihn.
Ekelt er dich an?
So ist es gut.
Igitt, mag ich nicht!
Es ist weiß. - Es ist schön.
Es ist weich. - Wer hat dich frisiert?
Ist wie Zuckerwatte!
Mama und ich machen Fotos.
Wie bei einem Engel! - Nein, wie eine Fee
(düstere Filmmusik)
(Oma erschrickt): Heiliger Himmel!
Mein Gott! Was ist das?
(erschrickt laut)
Die Tochter des Teufels!
Sie ist seine Tochter. Ich verjage dich, Satan!
Oma?
Oma!
Oma, was ist los?
(TV) 1968 erklärt Baader einen erbitterten Krieg gegen den Staat.
Nach dem Scheitern der außerparlamentarischen Opposition
beschließt er, in die direkte Aktion überzugehen.
Verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt,
bricht er mit Hilfe eines Kommandos aus.
Nach einer Ausbildung in einem palästinensischen Camp
gründet er mit Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe
die Rote Armee Fraktion.
1972 häufen sich die Anschläge. Der Mai ist ein blutiger Monat,
er wird erneut verhaftet. (schaltet um, Popmusik läuft)
(Wohnungstür wird geöffnet)
Stellt das ab, ist ja unerträglich! (schaltet TV ab)
Wie haltet ihr es bloß vor dieser Scheißkiste aus?
Lüfte mal, es stinkt!
Die Buletten müssen noch braten.
Ich fühl mich nicht gut.
Ich hab nur eine Frage an dich.
Ich möchte in Ruhe essen.
Ich bleib nicht lang.
Geh nicht nach oben! Ist das klar?
Ist das klar, Oma? Geh nicht nach oben!
Dieses Zimmer...
mit den Spiegeln... und den verhängten Fenstern.
Alles verdorben im Kühlschrank.
Was machst du die ganze Nacht mit dem Kind?
Was machst du? - Vielleicht ist alles verdorben,
aber ich bin eine Künstlerin, du nicht.
Wir müssen nicht alle gleich leben.
Das hast du vergessen, weil du im Mittelalter lebst.
Du siehst nichts, du bist rückständig.
Ich hab dich sehr lieb, aber du bist rückständig!
Schrei nicht rum, wenn ich mit Oma esse.
Dann esse ich nicht mehr hier.
"Entweder die Tapete geht oder ich." Das trifft's genau.
Ich glaub, ich gehe. Ich kratz gleich ab.
Was sagt sie? Ich versteh kein Wort.
Zugrunde gerichtet!
Gib mir meinen Schlüssel wieder.
Du kommst nicht wieder. Schluss!
Keine Fragen mehr über was verdorben ist und was nicht.
Du kannst dich waschen, wenn ich da bin.
Ich wasche mich im Stehen. - Die Schlüssel!
Hier. - Danke.
(Popmusik im TV)
(Popmusik)
(Hanna) Ernst!
Schön, dich zu sehen.
Guten Abend. - Wir kennen uns aus meiner Galerie.
Antoine, mein Galerist.
Arnaud, mein Verleger, Tina. Hanna Giurgiu.
Violetta, meine Tochter. Meine Modelle, Nadia und Fifi.
Die verrückten Jungfrauen.
Darf ich?
Natürlich.
Bitte! - Danke.
Ich bin Fotografin.
Darf ich, Ernie?
Aber natürlich.
Die Karte, bitte.
Sie mögen Fotografie?
Allerdings. - Schauen Sie mal.
Sagen Sie mir Ihre Meinung.
Sehr interessant.
(Ernst) Was tun Sie beruflich?
Ich mache Kokoschniks. - Was ist das?
Kronen, die beim russischen Ballett getragen werden.
Und machen Sie gern Nacktbilder?
Das stört mich nicht.
Warum? Nacktheit ist doch schön. Oder, Fifi?
Und was machen Sie?
Ich lehre Chinesisch an der Uni.
Chinesisch, sehr schön.
Sehr erotisch, die Kleine. Gefällt mir.
Würden Sie mich verlegen?
Faszinierend, was?
Sehr interessant.
Sehr neu. Nicht, Ernst?
Ja, sehr...
Ich ermutige sie sehr.
Trink, das beruhigt.
Warum ist der Tod so präsent? - Der Tod ist ein Fest.
Nein, eine Hure.
Violetta!
Hör auf, red keinen Unsinn!
Sie ist reizend.
Kommen Sie mal zur Galerie, dann reden wir.
(düstere Filmmusik)
"Niemand ist dem Unendlichen verpflichtet"- Ernst
Ich hab Hunger, ich bin kaputt.
Später, jetzt wird gearbeitet.
Du siehst schön aus!
Weißt du noch, Marlene Dietrich?
Im Nachtlokal...
Ja.
Stell dich in die Dekoration.
Also...
Streck das Kinn mehr vor.
Den Kopf weiter zurück.
Marlene.
Den Kopf weiter zurück.
Marlene, weißt du...
Einen schmachtenden Blick. Trauriger!
Ganz traurig. Ja, ganz traurig.
Etwas weiter auseinander, die...
die Schenkel.
Das ist sehr hübsch so.
Gut, nicht schlecht.
Das erinnert an Balthus.
(düstere Filmmusik)
Weiter auseinander!
Deine Beine, noch mehr. Nimm die Hand weg.
Nimm sie weg!
Lass sie gespreizt, gut so!
Du bist zu verklemmt.
Ich hab keine Haare. Man sieht, dass ich jung bin.
Das ist ja das Herrliche, das Besondere.
Wie eine giftige Blume. Das ist das Schöne.
Zeig's mir!
Zeig's mir! Mein Gott, bist du verklemmt!
Noch ein Stück. Wirst sehen, das wird wunderschön.
Wart mal kurz.
Beeil dich, es ist spät.
Das wär's.
Es ist fertig.
Hilf mir, Violetta.
Ich frag dich gar nicht erst, du findest so was ja grässlich.
Bis später.
Wiedersehen.
Ich hab Ernsts neues Bild gesehen, wunderbar!
Ruhe, bitte!
Hören Sie bitte mal kurz her.
Sie fragen sich bestimmt, wer Hanna Giurgiu ist.
Ich auch.
Sie kommt offensichtlich von einem anderen Planeten.
Sie lebt in ihrer eigenen Welt,
und bringt uns einige Bilder, die sie mir anvertraut hat.
Danke, von ganzem Herzen. Auch Violetta,
der kleinen Prinzessin dieser einmaligen Welt.
Also, vielen Dank, Hanna.
Sie haben mit ihren Fotos auf Anhieb einen Spitzenplatz erobert.
Violetta.
Was hältst du von den Bildern deiner Mutter?
Fragen Sie sie.
Mich interessiert deine Meinung.
Ich bin nur ein Modell.
Woran denkst du, wenn du Modell stehst?
An das, was sie sagt.
Und was sagt sie?
Ich soll an traurige Dinge denken und...
sehr glamourös sein.
Was heißt das, "sehr glamourös"?
Das heißt schön.
Mysteriös.
Unerreichbar.
Unnahbar.
Deine Fragen sind blöd, Jean. Ich hab's satt!
Ich mag den Kontrast zwischen der Unreife
und dem perversen Blick.
Ganz wie bei Bellmer, nicht?
Hanna.
Man nennt dich die Päpstin der Erotik.
Ja, aber...
nicht irgendeine Erotik. Es ist literarische Erotik.
Deine Wohnung soll ein "heiliger Ort" sein.
Ich arbeite nachts in meinem Zimmer.
Deine Welt ist dunkel, deine Geschöpfe sind üppig.
Wo kommt das her?
Von den Märchen meiner Kindheit.
Wo bist du aufgewachsen?
In Rumänien.
Darf ich Ihnen
einen erotischen Text schreiben?
Aber gern!
Hast du Ernst gesehen?
Ich suche ihn.
10.000.
Eine Million.
Nein, 10.000 Franc.
Ernie kriegt sein Geld. Wir sind keine Bettlerinnen.
Hier, Oma. 1000 Franc.
Danke.
Waren wir verabredet? - Nein.
Aber du solltest meine neuesten Werke sehen,
da du nicht in der Galerie warst.
Hier. Ich hab wenigstens Klasse.
Ich beweg mich hierher.
Fragst du nicht, wie's mir geht? - Wie geht's, Schatz?
Gut.
Ich verwandle dahergelaufene Mädchen in Göttinnen.
Das ist Nadia.
Von der Tanzschule. Du kennst sie.
Hast du ihr Geschlecht gesehen?
Mit einer Fledermaus!
Gefällt's dir?
Warte, erst die Hände abwischen.
Ich mag Frauen, die ein Geschlecht haben wie ne Fledermaus.
Ja, ein Geschlecht wie im Traum,
magisch und surrealistisch.
Ja, fantastisch.
Welche gefallen dir?
Das Nacktbild von Violetta und das von Nadia.
Sie kosten zwei Millionen.
Du gehst aber ran.
Aber du bist ein Freund und hast viel für mich getan.
Du kriegst sie für...
10.000, Mama.
Immerhin die Hälfte.
Gut, dass ich dir den Apparat geschenkt habe.
Du kannst mir alles zurückzahlen.
Du bist Hellseher, das war meine Absicht.
Das ist irre, ehrlich.
Also dann...
5000.
Danke.
Hier. Danke.
Wo willst du hin?
Aufs Klo.
Das ist kaputt.
Macht nichts.
Ich brauchte Geld, deshalb.
Du hast immer von ihm geredet.
Du sagtest, er wäre nett. Ich war ratlos...
Es tut mir leid.
Seine Nummer stand in deinem Adressbuch.
Ich kam her und...
Er nahm mich auf...
Wir werden heiraten.
Das ist ja wunderbar!
Sie kocht für dich.
Das ist doch wunderbar!
Mama, lass das! - Ich kann nicht.
Dieser Geruch... mir ist übel.
Halt die Schnauze!
Du kannst ja richtig gemein sein.
Du bist nichts für ihn.
Du bist nicht mal seine Frau.
Du schläfst nicht mal mit ihm.
Es dreht sich alles um mich!
Das hat mir noch niemand angetan. Nicht so!
Was schreist du so?
Tu ich nicht! So rede ich nun mal.
Du nervst mich!
Darf ich nicht sagen, was ich denke?
Und wenn ich sterbe?
Das könnte mir passieren.
Könnte durchaus passieren.
Mir ist schlecht.
Mir ist schlecht. (würgt)
Meine Güte, Ihr Teppich ist völlig abgewetzt!
Könnten Sie mein Fenster öffnen?
Wir könnten hier verrecken!
Was würden Sie sagen, wenn ich auf Ihrem Teppich verrecke?
Halten Sie an, ich muss mal. Soll ich hier pissen?
(Fahrer) Was soll der Quatsch? Steigen Sie aus!
Du machst Nacktbilder?
Total "insextuöses" Zeug.
Lag im Buchladen rum.
Das ist Kunst, blöde Kuh!
Lass sie in Ruhe!
Selber blöde Kuh!
Hau ab!
Wach auf, wir machen eine tolle Reise.
Was ist los?
Wir verreisen. - Nein.
Sie bleibt hier.
Nein, ich bleib hier.
Kein Sid Vicious, kein Shopping!
Wo wollt ihr hin? - Nach England.
(treibende Filmmusik)
Guten Tag! Mister Updike erwartet Sie schon.
Liebste Hanna,
ich freu mich, sie hier zu begrüßen!
Ich freue mich, Ihr Porträt zu machen
und sehr froh über diesen speziellen Auftrag.
Updike! How do you do?
So ein hübsches kleines Mädchen!
Mein Gott,
Sie sind noch schöner als auf den Fotos.
Und noch viel sexier.
Ich bin wirklich sehr glücklich, dass du meine Einladung angenommen hast.
Und ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus, morgen Fotos zu machen!
Gut.
Ich bin so aufgeregt, euch beide hier zu haben!
Cauliflower bringt euch in euer Zimmer!
Ich hoffe, es geht alles gut
und der Apparat funktioniert.
Und wir gehen morgen bei Biba einkaufen?
Morgen machen wir die Fotos!
Ich will einkaufen.
Erst machen wir die Fotos, dann wird eingekauft!
Violetta. Komm.
Setz dich.
Hier, versuch mal.
Dann schläfst du gut.
Einfach einatmen. Ganz langsam.
Ganz langsam.
Bist du immer bei deiner Mutter?
Nein.
Dann bist du wohl eine kleine Frau, was?
Natürlich.
So ein hübsches kleines Mädchen!
Komm, sieh dir den Mond an.
Als Kind schon war ich nicht wie andre sind,
konnte nicht schaun, wie andre schauen.
Meine Leidenschaft schöpfte aus andrer Quelle ihre Kraft.
Aus gleicher Ursache war ich nie gesonnen
zur Trauer, und mein Herz hat nie gewonnen.
Mehr Kraft in deinen Armen, ja, gut so.
Sehr schön. - Wow!
Viel zu schön!
Viel zu viel.
Komm, wirf dich in meine Arme.
Ja...
Ja...
Halten Sie sie fest! Ja, das ist...
Küssen Sie sie auf den Mund! Nase an Nase!
Küss ihn auf den Mund, Violetta.
Einen Kuss auf den Mund.
Violetta, sehr gut!
So bleiben!
Zieh dein Kleid aus.
Das wäre noch schöner.
Du wirst schön aussehen, nackt in meinen Armen.
Nein, lieber so.
Halt sie fest, die Arme um ihre Taille.
Zieh dich aus.
Na bitte!
Mal sehen, was du mit dem Schwert machen kannst.
Leg dich auf den Boden, als ob sie dich tötet.
Tu, als ob du ihn tötest.
Ganz stark!
Die Hand an ihre Taille und halte sie...
Ganz gestreckt.
Beug dich ganz weit zurück.
Mehr Druck auf die Taille und die Brust.
Spreiz die Beine. - Nein.
Nur etwas die Schenkel.
Spreiz sie ein bisschen. - Nein!
Lass ihn dich anfassen.
Das muss runter.
Es reicht! - Zieh dich aus!
Ich will nicht. Hör auf!
Ich will nicht mehr. Das ist widerlich! Blöde Kuh!
Meine kleine Prinzessin!
Fick dich!
Das wird nichts mit den Fotos.
Ich hab ein paar gute Sachen.
Die kommt wieder.
Warum machst du alles kaputt?
Das Prinzessinnenleben reicht dir nicht.
Sei still! Wir fahren nach Hause.
Ich entscheide.
Das Leben hört auf, weil Miss nach Hause will.
Und wenn ich nicht will?
Updike wartet, wir gehen aus.
Darf ich nicht leben?
Niemand will dich! - Von wegen!
Alle liegen mir zu Füßen.
Sieh dich an! Du bist zu alt.
Updike will mich.
Du benutzt mich, um beachtet zu werden.
Als meine Tochter hattest du Priorität. Das war nur dir zuliebe.
Ich hätte jede andere nehmen können.
Glaub ich nicht.
Eine Kleine ist viel interessanter.
Stimmt's, Mama? - Was soll das heißen?
Ich will nicht mit Männern posieren!
Halt den Mund!
Hast du das Buch gelesen?
Dein Bataille kann mich mal!
Du solltest es lesen und mit mir reden.
Ich will keine Nacktfotos mit Männern machen!
Und Lewis Carroll? Suggestion ist nicht kriminell.
Darin liegt die Kunst.
Ich dachte, du verstehst den Unterschied.
Irrtum!
Du sitzt im Mittelmaß fest.
Mach keine Szene!
Updike mag Kunst, er hilft Künstlern.
Ich will mich nicht mit ihm zerstreiten.
Willst du unsern Tod? Wovon willst du leben?
Weißt du, was er zahlt?
5.000 £. Find die erst mal!
Alles okay!
Ich liebe dich nicht.
Ich will dich nicht mehr als Mutter.
Ich hab gezögert, dich mitzubringen.
Ich dachte, du wärst klüger, aber leider nicht.
Mach keine Szene!
Ich sollte nicht mein Leben mit dir teilen.
Und dabei
liebe ich dich so sehr.
Wenige Mütter lieben ihre Töchter wie ich dich.
Das weiß jeder.
Liebling! - Halt die Schnauze!
Das ist mir scheißegal!
Ich will nach Hause.
Hör schon auf mit dem Protest!
Was ist Inzest?
Inzest ist, wenn man mit seinen Eltern schläft.
Das machst du mit mir.
Nein, was ich mit dir mache, ist Kunst.
Was völlig anderes.
Willst du meine Fanpost lesen?
Ich hab dich nie angefasst, du spinnst!
Wir haben Spaß.
Ich nicht. Ich will keine Fotos mehr machen.
Schade, wenn du nicht mehr willst.
Aber wer meine Fotos gesehen hat, wird sie nie wieder vergessen.
Pech gehabt!
Nur das zählt.
Alles andere ist unwichtig.
Komm ich in einen Sexshop?
Du spinnst!
Ich bin eine intellektuelle Künstlerin.
Ein Kunstmagazin hat meine Bilder gedruckt.
Ja, ich weiß, Brassaï, Doisneau, Avedon... Kunst!
Dort veröffentlichen die besten Fotografen, Mensch!
Hat man dir das in der Schule eingebläut?
Die Welt ist voller Idioten. Traurig, aber wahr.
Wenn du dich ausdrücken und vorankommen willst,
musst du eine Wahl treffen.
So was Blödes, wegen drei neidischen Gänsen!
Wehr dich lieber!
Hör auf dich zu wiederholen. Antworte mir!
Du hast dein ganzes Leben vor dir.
Du kotzt mich an mit deinen blöden Fragen.
Inzest...
Verdammte Spießer!
Los, komm.
Mann!
Nicht auf dem Klo!
War nur zum Spaß.
Gib her! - So was von humorlos!
Zerstör nicht alles wegen eines Bildes!
Das darfst du nicht! - Lass los!
Blöde Kuh! - Violetta, komm zurück!
Komm zurück!
Ein Brief von deiner Mutter. Sie ist besorgt.
Das sind wir alle.
Kommst du Sonntag? Wir gehen spazieren.
Weiß nicht. Ich versuch's.
Lass mich jetzt in Ruhe.
(Hanna) Wir dürfen uns nicht streiten.
Ich schlafe nicht, weil ich an Dich denke.
Das Foto wird auf seine Weise umwerfend.
Das wirst Du selbst merken. Du bist die Königin auf dem Klo.
Deine liebevolle Mutter. Brennende Küsse.
PS: Ich habe ein wunderbares Geschenk für Dich.
Die bring ich um!
Was soll das? Jetzt reicht's!
Du bist undiszipliniert, faul.
Du fehlst ständig.
Deine Mutter soll kommen.
Raus!
Raus mit dir!
Und zieh dir was Anständiges an!
Warum kommt deine Mutter nicht?
Bleib hier.
Zur Strafe.
(Mädchen) Sie hält sich für was Besonderes. Ich hasse sie!
Stimmt, das blöde Luder spielt sich auf.
Lass mich in Ruhe!
Bläst du Trübsal? - Tu nicht so!
Dein Geschenk? Ein herrliches Saint Laurent-Kleid.
Ich will nichts mehr.
Hau ab!
Mouss, zwei heiße Schokoladen.
Warum bist du böse zu deiner Mutter?
Diese Schlampe ist böse.
Diese Schlampe!
Du redest Unsinn.
Mütter sind nie böse zu ihren Töchtern.
Warum ist das Unsinn, Herr Besserwisser?
Weil Mütter ihre Töchter immer lieben.
Ach ja?
Das muss sie, oder wie?
Sie kann nicht anders.
Sie liebt dich
auf ihre Weise.
Was hältst du von Pornographie?
Deine Mutter...
ist eine Pionierin.
Du bist ihr Kunstwerk.
Auf ihren Fotos bist du jemand anders.
Wer ist es dann?
Ich will sie nicht mehr sehen.
Ich bin alt.
Ich bin alt und müde.
Ich kann nichts mehr tun.
Macht die Tür auf!
Ich will Frieden schließen.
Nein! - Hau ab!
Du bist ein Ungeheuer.
Macht nichts, ehrgeizige Mädchen gibt's genug.
Violetta!
Mach auf!
Ich hab dein Geschenk.
Nein!
Sie dürfte nicht die vielen Spiegel haben.
Wenn sie aufsteht,
schneiden sie ihr den Kopf ab.
Das macht sie krank.
Violetta!
Lieber Gott, bitte beschütze
meine Mädchen, vor allem Violetta.
Hüte
ihr Herz und ihre Seele.
Halte Böses von ihr fern.
Mein Gott, ich flehe dich an!
Komm, Oma. Ich will, dass sie meine Noten sieht, wenn du dabei bist.
Die Direktorin hat sie in die Schule bestellt.
Nein. Sie hat es mir verboten!
Ich will nicht, ich geh nicht weiter!
Beug den Kopf weiter zurück!
So.
Die todbringende Geliebte!
Steh auf.
Nimm die Perlen.
Die Schenkel zusammen, ganz fest.
Einen schmachtenden Blick.
Beug dich weit zurück.
Zieh das Saint Laurent-Kleid an. - Danke.
Violetta!
Dein neues Modell?
Genau. - Lass mich dann in Ruhe!
Du bist hier reingeplatzt.
Weil ich meine Hausaufgaben nicht schaffe.
Weil du nicht willst. Du bist faul.
Du machst nichts aus deinem Talent.
Ich will wie alle anderen sein.
Das will niemand!
Niemand will im Mittelmaß versinken.
Diese Rose, die hier war, hat nur einen Wunsch: Dass man sie ansieht!
Ihre Mutter bezahlt mich. Ein Bild fürs Wohnzimmer.
Du hast ihr mein Kleid gegeben.
Zieh es an, wenn du willst.
Sonntag will ich zu Apolline.
Apolline? Glaub ich kaum.
Da hältst du's nicht aus. - Kann sie kommen?
Bitte!
Wir spielen Forscherin!
Da gibt's nichts zu erforschen.
Du spielst nie mit mir Puppen!
Nur, wenn du das Kleid anziehst!
(Filmmusik)
Zieh dich aus.
(Kinderstimme) Violetta.
Wer ist da?
Niemand. Erwachsene haben sich über deine Nacktfotos beschwert.
Wer ist das? Adèle?
Wo ist Violetta?
Mein Gott, mein Gott... Was ist los?
Wo ist Violetta?
Ich weiß nicht, wo sie ist. Sie ist fort.
Sag mir, was ist los?
Violetta hat Kuchen mitgebracht.
Da ist ja unser Star.
Wir haben die Zeitschrift gekauft mit Hannas Bildern von dir.
Die sind echt super.
Der Artikel ist von Rémaudière.
"Kind, Frau, Engel oder Tier?
Giurgius Hybride spiegelt die Unsicherheit unserer Zeit wider."
Entschuldigung.
Violetta!
Ich ruf jemandem an. Du brauchst Hilfe.
Du drehst langsam durch.
Ich bin nicht verrückt!
Beruhig dich!
Du bist die Verrückte. Und dieses Magazin?
Alle nennen mich Nutte! - Du spinnst!
Warum?
Ich will, dass du stirbst!
Du liebst mich nicht! - Doch!
Ich liebe dich, Violetta!
Violetta, ich liebe dich!
Dann würdest du das nicht machen!
Du bist berühmt, du solltest mir danken.
Zum Glück denken nicht alle wie du.
Du darfst nicht auf ihrer Seite sein.
Keine Nacktbilder mehr!
Und die Filmstars? Und die Statuen im Garten?
Und die Bilder im Museum?
Frauen zeigen sich.
Du bleibst kein Schulkind.
Die vergessen das und haben andere Sorgen.
Du kapierst es nicht: keine Fotos mehr!
Dazu hast du kein Recht.
Du nimmst mich nie in die Arme.
Weil du nicht willst!
Ich will sterben!
Ich will mit dir sterben.
Ich will mit dir sterben.
Mein Töchterchen.
Oma!
Wir müssen das Zimmer räumen und sauber machen.
Guck nicht so, irgendwer muss es tun.
Jetzt wo Oma tot ist, sind wir allein auf der Welt.
Meinst du, sie kommt in den Himmel?
Sicher.
Was hast du mit ihren Ikonen gemacht?
Hab ich weggeworfen.
Ich hab nie an den Kitsch geglaubt.
Du bist echt gemein.
(zitiert) Als Kain mit seinen in Felle gehüllten Kindern,
zerzaust, bleich inmitten der Unwetter
vor Jehova geflohen war,
traf mit Einbruch der Nacht der düstere Mann
am Fuß eines Berges in einem tiefen Tal ein.
Seine müde Frau und atemlosen Söhne sprachen:
Legen wir uns hin und schlafen.
Kain träumte wach am Fuß des Berges,
den Kopf erhoben zum düsteren Himmel,
und sah ein offenes Auge in der Finsternis,
das ihn im Schatten anstarrte. Victor Hugo.
Gut, gut.
Ihr dürft heute früher gehen.
Aber wartet, halt!
Der Unterricht ist noch nicht vorbei.
Beobachtet bitte alles auf dem Nachhauseweg.
Stoffe, Bäume, Farben, Menschen. Alles, was euch berührt,
bis ihr nach Hause kommt.
Dann setzt ihr euch hin
und schreibt auf, was ihr empfunden habt.
Habt ihr verstanden? - Ja.
Noch Fragen?
Ja.
Auch was wir nicht mögen? - Ja. Erzählt eine Geschichte.
Alles, was ich will ist, dass Ihr eine Geschichte erzählt.
(Schulglocke ertönt) Ihr könnt gehen.
(Filmmusik)
Hey, was machst du denn da?
Hausaufgaben.
Man will mir das Sorgerecht für Violetta entziehen.
Wer?
Ein Richter. Ein Staatsanwalt.
Sie wollen mich einsperren.
Das wird niemand tun.
Wer kann mir das antun, Ernst?
Es wurde Anzeige erstattet.
Es gibt zwanzig Anzeigen gegen mich.
Meine Fotos wurden denunziert.
Findest du das normal?
Ja.
Du Scheusal!
Du bist zu weit gegangen mit deiner Tochter.
Wir haben dich gewarnt.
Du hast nicht gehört.
Ich stehe zu dir.
Ich bezahle den Anwalt.
Das wird furchtbar für sie.
Denkst du, sie stirbt vielleicht daran? - Ach was!
Aber du musst ihr die Wahrheit sagen.
Und der Realität ins Gesicht sehen.
Du weißt, dass ich sie liebe.
Zu sehr.
Ob die mir die Fotos wegnehmen können?
Glaubst du das?
Sie verstehen deine Bilder nicht.
Aber versteck die Negative.
Warte, bis alles vorbei ist.
Es ist etwas Schlimmes passiert.
Sie wollen dich mir wegnehmen.
Sie sagen: "Mit den Fotos sind Sie zu weit gegangen."
Wer ist "sie"?
Die Justiz.
Werden wir getrennt?
Sie können uns nicht ganz trennen.
Wer entscheidet dann?
Ein Jugendrichter...
mit Entscheidungsbefugnis.
So funktioniert die Gesellschaft.
Violetta.
Kommst du nicht zur Schule?
Das sind also "die heiligen Hallen"?
Haben Sie mit ihr geredet?
Nein, ich konnte nicht.
Hallo, Violetta.
Ich bin Sozialarbeiterin.
Ich bin mit der Untersuchung beauftragt.
Der Richter wird entscheiden. Ich will nur helfen.
Sie guckt, ob alles in Ordnung ist, ob ich dich schlage oder so.
Normalerweise wäre Ihre Tochter gleich in ein Heim gekommen.
Ich persönlich habe mich beim Richter
für eine Untersuchung eingesetzt.
Nutzen Sie diese Chance und kämpfen Sie.
Zeigen Sie, dass Sie sie aufziehen können.
Ich will nicht eingesperrt werden!
Manchmal ist das besser.
Ich muss nichts beweisen.
Sie dürfen sie nicht mehr fotografieren.
Ja, vorläufig. - Nein, bis sie volljährig ist.
Violetta muss wieder wie ein kleines Mädchen leben.
Sie müssen ihr helfen.
Was meinst du, Violetta? Schafft deine Mutter das?
Weiß nicht.
Na gut.
Darf ich den Rest sehen?
Bis jetzt hat unsere Großmutter sie aufgezogen.
Sie ist vor kurzem verstorben.
Ich weiß. Mein Beileid.
Das ist wohl auch eine Kunst, Frau Giurgiu.
Die tägliche Erziehung eines Kindes.
Ich tue mein Bestes, versprochen.
Violetta braucht ein normales Leben.
Ein normales Umfeld wie alle.
Zeigst du mir, wo du schläfst?
Da.
Falls Sie Geldprobleme haben, kann ich Hilfe beantragen.
Rufen Sie an. - Seien Sie stark.
Du gehst zur Schule. Und Sie...
Nehmen Sie den schwarzen Satin weg,
die Totenköpfe, die Grabkränze.
Das ist wirklich morbide.
(Hanna) Du wirst eine Frau.
Du bist kein kleines Mädchen mehr, schade.
Selbst wenn ich dürfte, die Fotos wären anders.
Zum Glück haben wir viel geschafft.
Ich kümmere mich um dich, ich koche für dich.
Ich arbeite allein, da ich dich nicht mehr fotografieren darf.
Man hat es mir ja verboten. - Du darfst auch nicht darüber reden!
Ich muss gehen. - Und das Essen?
Wir sind pleite!
Du hast doch Geld von der Sozialarbeiterin für uns bekommen?
Ich bin nicht so bettelarm, ich bin noch nicht tot!
Für wen hältst du mich denn?
(treibende Filmmusik)
Sind Sie Herr Léger?
Ich habe die Bilder dabei.
Meine neue Zeitschrift ist toll.
Violetta kommt auf die Titelseite.
Hier ist das Geld. - Danke.
Dann bis bald. - Bis bald.
Was machst du?
Ich versuche, ein Selbstporträt zu machen.
Was hast du vor mit den Fotos von mir?
Den erotischen Fotos?
Die gehören mir.
Irgendwann verbrenne ich sie!
Die kriegst du nie.
Können die sie dir wegnehmen?
Was meinst du?
Sie zerreißen?
Sie wurden veröffentlicht. Sie können kopiert werden.
Nicht alle wurden veröffentlicht.
Wo sind sie?
Dazu hast du kein Recht!
Doch, ich mach, was ich will.
Gute Nacht, Schatz.
Für mich bist du tot!
Du bist nicht mehr meine Mutter! Du bist tot!
Ja, ja.
Je weniger man erzählt, desto weniger Probleme.
Darf ich dich was fragen?
Führen wir bald wieder ein normales Leben?
Wenn es dir besser geht?
Machen wir wieder Fotos?
(brüllt wie ein Tier)
Spinnst du?
Ich will in den Zoo. Ich will überall Haare haben!
Du spinnst ja!
Violetta, beruhig dich! Du bist verrückt!
Hör auf!
Jetzt beruhig dich wieder!
Das nimmt ein schlimmes Ende.
Das ist nicht von mir. Das sind Männergene.
Aggressive Degenerierte!
(brüllt)
(schreit vor Entsetzen) Violetta!
(erschrickt laut)
Kannst du mir jetzt ein Erdbeer-Joghurt bringen?
Was willst du haben?
Ich will nur einen Erdbeer-Joghurt haben, klar?
Ja.
Hier.
(ruhige Filmmusik)
Du musst die Schnur ganz stramm ziehen!
Hallo, hörst du mich?
Ja, ich höre dich.
Ich sitz im Flur, und du kannst mich mal!
(treibende Filmmusik)
Warum gehst du nicht zur Schule?
Du musst hingehen. Das ist Gesetz, das weißt du.
Ja, ich weiß.
Bemüh dich, sonst kann ich dir nicht helfen.
Du wolltest mich sprechen. Warum?
Dass ich jetzt schon eine Frau bin...
und dass ich keine Lust mehr hab, in die Schule zu gehen.
Und...
Und?
Warum zerreißt du nicht die Bilder meiner Mutter?
Anstatt mich zu nerven.
Dazu bin ich nicht befugt. Das darf nur der Richter.
Möchtest du das denn gern?
Es geht ihr wohl nicht so gut.
Ich hab Ihnen die Papiere für die Sozialversicherung mitgebracht.
Violetta geht nicht zur Schule.
Das ist sehr ernst. Es ist Ihre Verantwortung.
Sie fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut. Sie kommt langsam in die Pubertät.
Ist für mich auch nicht leicht.
Ich lebe allein.
Eine Frage: Was machen Sie mit den Fotos von ihr?
Das sind meine Fotos.
Sie gehören der Künstlerin.
Sie wurden verkauft, reproduziert, veröffentlicht.
Sie gehören allen.
Wollen Sie nicht aufhören, sie zu verkaufen?
Ich bin Fotografin, ich bin für künstlerische Freiheit.
Kann ich gehen?
Sie denken bitte unbedingt an den Termin beim Psychiater, ja?
Wiedersehen.
Wiedersehen.
(düstere Filmmusik)
Ich erwarte ein neues Modell.
Ich muss weitermachen, das ist mein Beruf.
Verstehst du?
Was ist das?
Das ist meins. Für eine Arbeit über mich selbst.
Ich rede mit der Psychiaterin. Deine Mama ist hilflos.
(Hanna auf Tonband) Meine Mutter wurde von ihrem Vater vergewaltigt.
Als ich geboren wurde, wollte mich niemand haben.
Nicht mal Oma. Ein Wunder, dass ich überlebt habe.
Das sind alles nur Hirngespinste, weißt du?!
Martha ist also deine Schwester?
(Hanna auf Tonband) Meine Mutter fehlt mir.
Sie fehlt mir.
Sie fehlt mir so sehr.
Sie fehlt mir. (schluchtzt)
Dein Großvater ist...
also auch dein Vater?
Wer ist Oma?
Das ist nicht die Wahrheit.
Sonst würde ich es dir sagen.
Ich hab keinen Grund, dir irgendwas zu verheimlichen!
Los, gib mir die Kohle.
Ich will dich nie wiedersehen, du alte Nutte!
(Tür wird zugeschlagen)
(treibende Filmmusik)
"SKANDALÖSE FRAUEN - IN DEN USA NENNT MAN DAS BABYPORNOS"
Kann ich mit dir beten wie mit meiner Oma?
Willst du meine Oma sein?
Das geht nicht.
Bitte!
Du hast doch sicher schon eine Oma.
Sie ist tot.
Das kann ich deiner toten Oma nicht antun.
Eine Oma kann man nicht ersetzen.
Das wäre unserm Herrn nicht recht.
Los, geh jetzt.
Gott schütze dich!
Schlampe!
Meine Tasche!
(ruhige Filmmusik)
Ich bin Violettas Mutter.
(Erzieher) Ja, kommen Sie.
Gut so?
Komm her.
Warte, das linke Auge ist anders.
Hast du die gemacht? - Ja.
Wahnsinn!
Gefällt's dir? - Total.
Du musst nicht.
Ich hab noch Bier.
Quatsch, beweg deinen Arsch!
Ach du Scheiße! - Was?
War das dein Alter? - Nein.
Meine Alte. Mein Alter war ganz okay.
(Erzieher) Violetta, deine Mutter wartet im Sprechzimmer!
Liebling!
Violetta!
Ich liebe dich!
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