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“Ich gehe einkaufen heute.”
“Ich heute gehe einkaufen.”
Nein. “Ich gehe heute einkaufen.”
Der deutsche Satzbau kann manchmal ganz schön verwirrend sein.
Welche Information kommt wohin?
Um diese Frage zu klären, gibt es die
sogenannte TEKAMOLO-Regel.
“Was ist TEKAMOLO aber?”, fragst du dich vielleicht.
Ich zeige es dir.
Nehmen wir einmal diese Satzteile.
“ich / zur Schule / gehen”
Wie würde ein korrekter Satz damit lauten?
Richtig: “Ich gehe zur Schule.”
Die Schule ist dabei ein Ort und beantwortet die Frage “wo?/wohin?/woher?”-
je nach Perspektive.
Lass uns eine weitere Information hinzufügen:
“morgen”.
“Morgen ist eine Zeitangabe
und beantwortet die Frage “wann?”.
Und wo in dem Satz fügen wir “morgen” nun ein?
Richtig:
“Ich gehe morgen zur Schule.”
Fügen wir noch eine Information hinzu:
“zu Fuß”.
“Zu Fuß” beschreibt, wie man etwas macht und beantwortet damit die Frage “wie?”.
Wo fügen wir diese Information im Satz ein?
Ganz genau:
“Ich gehe morgen zu Fuß zur Schule.”
Wir haben im Satz nun drei Informationen,
die folgende Fragen beantworten: “wann?”, “wie?”, “wohin?”.
Und nun fügen wir noch eine vierte Information hinzu,
nämlich eine, die die Frage “warum?” beantwortet.
Und die Information ist: “wegen des Streiks”.
Wo müssen wir also “wegen des Streiks” einfügen?
Hier die Lösung:
“Ich gehe morgen wegen des Streiks zu Fuß zur Schule.”
Puh. Geschafft.
Wir haben eben einen Satz mit vier
Informationen gebildet, der die Fragen “wann?”, “warum?”,
“wie?” und “wohin?” beantwortet.
Und genau in dieser Reihenfolge
werden die Satzteile auch ins Mittelfeld des Satzes gepackt.
Also, zuerst der Satzteil, der die Frage “wann?” beantwortet,
dann der, der die Frage “warum?” beantwortet,
anschließend der Teil, der die Frage “wie?” beantwortet
und zum Schluss der Satzteil, der die Frage “wo?/wohin?/woher?” beantwortet.
“Wann?” beschreibt
eine temporale, also zeitliche, Angabe.
Wir können es mit “TE” für “temporal” abkürzen.
“Warum?” beschreibt eine kausale Angabe, also den Grund.
Daher kürzen wir es mit “KA”, wie “kausal” ab.
“Wie?” beschreibt eine modale Angabe, also wie etwas passiert.
Wir kürzen es mit “MO” für “modal” ab.
Und “wo?/wohin?/woher?”
beschreibt eine lokale, also örtliche, Angabe
und wird mit “LO” für “lokal” abgekürzt.
Die Regel, die die Reihenfolge der Satzteile
in einem Satz beschreibt, heißt daher “TEKAMOLO”.
Diese Regel ist eine Hilfestellung für dich.
Wenn du einmal nicht sicher bist und du zu viele Informationen in einem Satz hast.
Aber man kann die Satzteile manchmal trotzdem auch vertauschen
und der Satz ist auch dann noch richtig.
Diese Regel ist daher nicht in Stein gemeißelt.
Du kannst sie viel eher als eine Art Rettungsschirm sehen,
falls du einmal nicht richtig weißt, wie du einen Satz
mit so vielen unterschiedlichen Informationen bilden sollst
bzw. hilft er dir als Orientierung für den Satzbau.
Und die gute Nachricht ist sowieso, dass es nur in seltenen Fällen
so ist, dass wir alle vier Informationen in einem Satz finden.
Lass uns das jetzt einmal gemeinsam üben.
Ich habe hier Satzelemente und du musst sie in die richtige Reihenfolge bringen.
Nimm dir dazu ein Blatt Papier und notiere dir die Antworten.
Drücke dann gleich auf Pause und versuche die Aufgaben zu lösen.
Hier die Lösungen:
“Ich fahre am Wochenende mit dem Auto ans Meer.”
Auch möglich:
“Am Wochenende fahre ich mit dem Auto ans Meer.”
Nr. 2:
“Wir gehen heute auf den Spielplatz.”
oder: “Heute gehen wir auf den Spielplatz.”
Nr.3: “Sie springt mit Schwung in die Pfütze.”
Alternativ:
“Mit Schwung springt sie in die Pfütze.”
Das war super!
Ich bin mir sicher, du hast das ganz toll gemacht.
Ich habe dir eben Alternativen zu diesen Aufgaben und Satzkonstruktionen gegeben,
wo oft die Zeitangabe oder andere Informationen am Satzanfang stehen.
Denn es ist oft trotz der TEKAMOLO so, dass wir das, was
wir betonen wollen, an den Satzanfang schieben.
Hören wir einmal genauer hin.
“Ich fahre morgen mit dem Bus zur Uni.”
“Morgen fahre ich mit dem Bus zur Uni.”
“Zur Uni fahre ich morgen mit dem Bus.”
Du siehst also, in jedem Satz lege ich den Fokus auf eine andere Information,
deshalb packe ich diese an den Satzanfang.
Daher sage ich ja auch, dass die TEKAMOLO-Regel nicht in Stein gemeißelt ist,
also nicht die einzige Möglichkeit ist, einen Satz zu bilden.
Es ist aber die Regel, die immer funktioniert.
Und sie bietet dir daher eine Hilfestellung im Alltag,
wenn du Sätze formulierst.
Okay, wir haben bis jetzt einfache Sätze ohne Objekte benutzt.
Was passiert aber nun, wenn wir dem Satz noch ein Objekt hinzufügen möchten?
Zum Beispiel: “ich / meine Tante / besuchen / morgen / kurz / zu Hause”.
In diesen Satzteilen ist nämlich ein Objekt zu finden.
“Meine Tante” ist das Objekt.
Schauen wir uns nun zunächst die Satzteile an. “Ich” ist das Subjekt,
“meine Tante” das Akkusativobjekt. “Besuchen” ist das Verb.
“Morgen” ist eine temporal Angabe, also “TE”.
“Kurz” ist eine modale Angabe und beantwortet die Frage “wie?”, also “MO”.
Und “zu Hause” ist eine lokale Angabe
und beantwortet die Frage, “wo?”, also “LO” für lokal.
Wir fangen im Satz mit dem Subjekt an, also “ich”.
Dann folgt das Verb auf Position 2 natürlich, und zwar “besuchen”.
Anschließend folgt das Akkusativobjekt “meine Tante” und dann die TEMOLO-Informationen.
Also: “Ich besuche meine Tante morgen kurz zu Hause.”.
Als Grundregel können wir festhalten, dass ein bestimmtes Akkusativbbjekt vor
TEKAMOLO kommt und ein unbestimmtes Akkusativobjekt
meist nach TEKAMOLO.
Also, ein Beispiel für ein bestimmtes Akkusativobjekt -
Wir haben einen Satz mit dem Akkusativobjekt “der Tisch” und dieser lautet:
“Ich kaufe den Tisch morgen ganz schnell bei Ikea.”
Unbestimmtes Akkusativobjekt:
“Ich kaufe morgen ganz schnell einen Tisch bei Ikea.”
Möglich ist aber in einigen Fällen auch,
das unbestimmte Akkusativobjekt auch ganz ans
Ende zu schieben, also nach TEKAMOLO.
Also: “Ich kaufe morgen ganz schnell bei Ikea einen Tisch.”
Die gleiche Regel gilt auch für das Dativobjekt.
Der bestimmte Dativ steht vor TEKAMOLO
und der Unbestimmte nach TEKAMO oder manchmal auch LO.
Bestimmt: “Ich bin dem Professor gestern zufällig in der Bibliothek begegnet.”
Unbestimmt:
“Ich bin gestern zufällig einem Professor in der Bibliothek begegnet.”
Theorie ist zwar schön und gut, aber um das Ganze wirklich zu verstehen, muss man es selber probieren.
Daher habe ich wieder ein paar Aufgaben für dich.
Versuche diese zu lösen. Drücke dazu, wie immer, auf Pause.
Und hier kommen die Lösungen.
“Sie ist gestern kurz einem Kollegen auf dem Flur begegnet.”
Oder: “Sie ist gestern kurz auf dem Flur einem Kollegen begegnet.”
“Wir haben vor ein paar Wochen ein Planschbecken bei Amazon bestellt.”
“Wir haben vor ein paar Wochen bei Amazon ein Planschbecken bestellt.”
“Sie hat den Ring gestern dummerweise im Schwimmbad verloren.”
Zum Schluss noch eine kleine Ergänzung: Wenn du im Satz Pronomen hast,
also “sie, ihr, ihm, ihn” etc.,
dann gilt folgende Regel: Haben wir
ein Pronomen im Akkusativ und ein Pronomen im Dativ,
steht der Akkusativ immer vor dem Dativ,
und beide Pronomen stehen zusammen vor TEKAMOLO. Zum Beispiel:
“Sie sagt es ihm morgen nach der Arbeit.”
Haben wir ein Akkusativobjekt und ein Dativpronomen
oder umgekehrt - ein Dativobjekt und ein Akkusativpronomen -
so steht der Dativ immer vor dem Akkusativ, also genau umgekehrt.
Zum Beispiel: “Ich schenke ihm das Buch morgen zum Geburtstag.”
Und das war's auch schon.
Ich hoffe sehr, dass ich dir mit diesem Video ein bisschen helfen
konnte, den deutschen Satzbau besser zu verstehen.
Danke dir auch, dass du das Video bis zum Schluss geschaut hast.
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Ich freue mich! Bis zum nächsten Mal. :)
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