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Original subtitles

Kann ich Brot haben?

Wir haben keine Butter mehr.

Es geht auch ohne Butter.

Hab keine Angst.

Flieg.

Hallo, Süße.

Du bist schön.

Ich liebe dich.

-Fährst du heute aufs Festland? -Nein, heute nicht.

Erinnerst du dich noch... an meinen Freund Olavi Kalm?

Ich habe vergessen zu erzählen, dass er mich angerufen hat. Er kommt her.

Er lebt jetzt in Paris und wollte mal 'raus aus der Stadt.

Er wusste nicht, wohin, also habe ich ihn eingeladen. Okay?

Er kann ins Gästezimmer. Wir haben genug Platz.

Der Kaffee schmeckt echt gut.

Zur gleichen Zeit. Die Welt hat sich verändert.

So ist es. Ich hatte das gleiche Gefühl bei meiner Rückkehr nach Finnland.

Komm mal vorbei in unserem Landhaus.

-Klingt beängstigend. -Whisky und Krabben?

Vielleicht komme ich ja vorbei.

Vielen Dank.

Hey.

Hallo.

Ganz schön weit, von Frankreich nach Finnland.

-Das kann man wohl sagen. -Aber es lohnt sich!

-Na klar. -Gut.

Wir gehen jagen und fischen.

Und im Handumdrehen hast du das Stadtleben vergessen.

Hier ist im Moment nicht viel los, aber hier wohnen ja auch kaum Leute.

Sommergäste hatten wir...

diesen Sommer richtig viele.

Das ist unser fünftes Jahr als ständige Bewohner.

Dienstwohnung.

Da wären wir.

Guter Junge, Usko.

Das Haus bedeutet viel Arbeit.

Jedes Mal, wenn man etwas repariert, geht woanders etwas kaputt.

-Sieht aber toll aus. -Danke.

Wir leben richtig gut hier.

-Trotz der Arbeit. Wir haben es schön. -Ja, das sehe ich. Komm hier lang.

Usko ist schon...

halb blind und fast taub, aber ein guter Wachhund.

Wirklich.

-Sind das Kirschbäume? -Nein, das sind Pflaumen.

Kirschen stehen hinter dem Haus.

Wir bauen die meisten Lebensmittel in unserem eigenen Garten an.

Eier und Milch bekommen wir von unserem Nachbarn.

Außerdem fischen und jagen wir.

Elli! Olavi ist hier.

-Schönes Wetter. -Allerdings.

Hallo. Olavi.

Hey.

-Hi. -Herzlich willkommen.

Also wir begrüßen uns trotz Covid immer noch mit Handschlag oder Umarmung.

Wenn auch vielleicht nicht immer sofort.

-Schön, dich wiederzusehen. -Ja.

Es ist bestimmt 15 Jahre her, dass ihr euch zuletzt gesehen habt, oder?

-Weißt du noch, Elli? -Kann sein.

-Mindestens 15 Jahre. -Eine gefühlte Ewigkeit.

Du hattest gerade mit dem Studium angefangen.

-Ihr habt es wirklich schön hier. -Stimmt.

Aber das Haus ist viel Arbeit.

Also, komm mal mit, wir schauen uns die Landschaft an.

Du schreibst also gerade deine Dissertation?

-Worüber eigentlich? -Über die Schönheit.

Klingt interessant. Und komplex.

-Hier lang. -Ja, schön hier.

Und bist du vergeben? Verheiratet?

Leider nicht. Habe ich nie geschafft.

Und auf was stehst du so? Männer oder Frauen?

Eigentlich eher auf Frauen.

Wir sollten einen Lockdown-Lover für dich hier finden.

-Lockdown-Lover? -Hier werden bald mehr Leute herkommen.

-Attraktive Menschen. -Ich habe jemanden kennengelernt.

Auf der Überfahrt mit der Fähre.

Wir haben uns über den Klimawandel unterhalten und über Pilze.

Eine wirklich kluge Frau. Angehende Ärztin.

-Das war bestimmt Liina. -Ja.

Es war Liina. Sie ist an mir vorbeigefahren.

Also, Ärzte, Soldaten, Polizisten und Priester...

Das sind die Bewahrer. Vor allem Ärzte und Priester.

Na ja, die Priester vielleicht nicht.

Prost.

Ich bin gleich wieder da.

Wir haben nicht viel Kontakt nach draußen.

Manchmal vergesse ich einfach den Rest der Welt.

Es ist schön, Besuch aus dem Ausland zu haben.

Lebt dein Vater noch?

Nein.

Ich habe immer gerne mit ihm geredet.

Er hat nach deiner Abreise noch oft von dir gesprochen.

Er hat darauf gewartet, dass du zurückkommst.

Das wollte ich ja auch.

Aber dann kam Paris.

-Sieh mal, was ich gefunden habe. -Danke dir.

Doch nicht die Jacke, die Fotos hier.

Da hatte ich ja Pickel.

Elli, ist das Gästezimmer fertig?

-Ja, alles ist fertig. -Sehr gut.

Ich komme schon klar, danke.

Gut. Na dann, gute Nacht.

-Gute Nacht. -Bis morgen früh.

Wir sollten auch ins Bett gehen.

Ich komme gleich.

Dann bis gleich.

Gehst du immer noch angeln?

Wo soll ich denn in Paris angeln?

Oder meinst du das metaphorisch?

Eine schnelle Nummer?

Du hast dich echt kein bisschen verändert, Kalm!

Es gab da eine Frau. Aber es war zu kompliziert.

-Gib mir die Seife. -Sie war verheiratet.

Hast du abgenommen?

Weiß nicht, vielleicht ein bisschen.

Und hast du zugenommen?

Vielleicht ein bisschen. Kaltes Wasser macht dünner, oder?

Wie war das so, mit der verheirateten Frau?

Toll.

Wochenendausflüge.

Gute, ausgedehnte Abendessen.

Zur Hölle mit diesen Jetskis. Ich sollte mein Gewehr holen.

Es war nicht immer so. Am Anfang wollte Elli sich nicht binden.

Sie ist herumgereist und hat weiter studiert.

Aber sie kam zu mir zurück. Wir haben geheiratet und sind hergezogen.

Ich hatte ein Jobangebot hier auf den Inseln.

Es ist ein völlig anderes Leben hier.

Langsam und...

schön.

Mitten im Nationalpark.

Dieser Vinyl-Sound ist unverkennbar.

-Also analog und Selbstversorger. -Hier gibt's kein Internet.

Deshalb streame ich Musik nur auf der Arbeit.

Zu Hause haben wir nur das. Cooler Sound.

Hör hin! Dieser Sound funktioniert immer und überall. Das ist...

ein Kunstwerk, ein echter Klassiker.

Na los, schöne Frau.

Tanz, tanz für mich!

Tanz, tanz! Schwing die Hüften, Baby!

-Der Hammer. -Ja.

Super Musik. Wir leben hinter dem Mond, aber wir rocken!

Als Nächstes kommen die Beatles mit diesem Meisterstück.

Okay.

Mach dir keine Gedanken. Ihm wird bestimmt bald langweilig.

Bis später.

Ich liebe dich.

Verdammt noch mal!

Entschuldige.

-Habe ich dich bei deiner Arbeit gestört? -Nein, hast du nicht.

Kommst du voran?

Na ja, es geht so.

Aber das ist normal.

-Spielst du noch Cello? -Ganz selten.

Willst du spazieren gehen?

Mikko hat mir von deiner Doktorarbeit erzählt. Worüber schreibst du?

Über Frauen.

Aha.

Über die Frauen in den Filmen von François Truffaut.

Du interessierst dich also sehr für Frauen.

Ich interessiere mich für Frauen und Männer.

Für die Komplexität ihrer Beziehungen.

Zwischen Menschen im Allgemeinen.

Und trotzdem hast du keine Beziehung.

Doch, bis vor kurzem hatte ich eine.

Wir wollten unterschiedliche Dinge im Leben.

Wenn Liebe das Wichtigste im Leben ist, was ist sie wirklich?

Ist es noch Liebe, wenn man jemanden verlässt?

Und hat Liebe immer mit einem selbst zu tun?

Bleibt man dabei immer ehrlich zu sich selbst?

Ihr wärt sicher nicht glücklich geworden, wenn du sie nicht geliebt hast.

Vielleicht bin ich auf der Suche nach etwas Besserem.

Sieh mal, wer zurück ist.

Hallo!

Grüß Gott.

-Und, wie geht's euch? -Sehr gut. Elli hat mir die Insel gezeigt.

-Warst du noch einkaufen? -Ja.

-Hast du alles bekommen? -Alles.

Ich habe Liina getroffen. Ich soll Olavi von ihr grüßen.

-Okay. -Ich glaube, sie steht auf dich.

-Sie hat uns zu sich eingeladen. -Oh, ja.

Soll ich euch mitnehmen?

Wir gehen zu Fuß. Ich meine, ich werde laufen.

-Schäl schon mal die Kartoffeln. -Okay.

Ich laufe auch, aber du musst nichts machen, ich koche heute.

Sehr geehrte Damen und Herren, es kann losgehen.

Wir beginnen den Abend mit einem Kartoffel-Koriander...

...Blauschimmelkäse-Püree.

Eine Weltpremiere, also... es handelt sich...

um eine Kreation aus der experimentellen Küche.

-Danke schön. -Bitte sehr.

Eine harmonische Geschmackskollage...

mit Komponenten aus dem Garten...

und der Küche der Gastgeber.

-Großartig, Olavi. Sehr französisch. -Nein, Mikko.

Nein.

Ganz spezielle Inselküche.

Prost.

Oh, jetzt habe ich mich glatt selbst vergessen.

Bitte fangt an, bevor es kalt wird.

Ja.

Also, ich muss sagen...

die Präsentation ist dir wirklich gelungen.

Aber ich hoffe doch sehr,

dass das Hauptgericht besser schmeckt als dieses Schimmelkäse-Püree.

Ja. Es schmeckt furchtbar.

Absolut furchtbar.

Hast du dafür all unser Salz verbraucht?

Und viel zu viel Knoblauch ist da auch drin.

Wir sollten essen. Kein Volltreffer dieses Mal.

Kann es sein, dass du all die Jahre

nicht in Frankreich, sondern in einer Gefängnisküche verbracht hast?

Vielleicht, aber... es wird alles aufgegessen.

-Keine Reste. -Hey.

Es ist schön, dich hier zu haben, mein Freund.

Ich hoffe, ihr schmeißt mich jetzt deswegen nicht raus.

So leicht kommst du uns nicht davon!

Und jetzt, Michael Jackson, nimm deine Handschuhe und ab in die Küche.

Ich könnte euch ein Fingerpuppentheater vorspielen.

Ich werde euch auffressen.

Ich werde euch auffressen.

Guten Morgen!

-Guten Morgen. -Mikko ist schon weg.

-Es ist so wundervoll ruhig hier. -Ja, das stimmt.

Wirklich eine gottverlassene Gegend. Na komm!

-Wie kommst du voran? -Na ja...

Gut. Sollen wir Mikko bei seiner Arbeit bewundern?

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete,

und hätte die Liebe nicht,

so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Die Liebe ist langmütig und freundlich.

Die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen,

sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig.

Sie klagt nicht an, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit,

sie freut sich aber an der Wahrheit.

Sie erträgt alles, sie glaubt alles,

die Liebe hofft alles, sie duldet alles.

-Fährst du noch mal nach Hause? -Klar.

-Nimmst du die mit? Wir laufen. -Mache ich.

Ich sollte übermorgen wieder zurück sein.

-Tschüss. -Ich lege die noch ins Auto.

Na dann, Elli, frohen Mittsommer!

Liina würde doch gut zu dir passen.

-Glaubst du? -Ja, wirklich.

Nach was für einem Wunderwesen suchst du denn?

Nach einer unabhängigen Frau.

Ich habe so eine, such Dir Deine eigene.

Also, mein Freund.

Halt die Stellung für mich. Bis dann.

Der Tod wartet auf niemanden.

Liina, welches Spezialfach hattest du noch mal belegt?

Psychologie. Ich will mich um diese Verrückten und Geisteskranken kümmern.

Davon gibt es heutzutage so viele.

Was ist mit dir, Olavi?

-Verrückt oder geisteskrank? -Ja.

Geisteskrank.

Jetzt, wo Mikko weg ist, musst du wohl das Wochenende mit mir verbringen.

Haben Liina und dieser Typ etwas miteinander?

Liina steht nicht so auf ihn.

Ist er langweilig?

Das sind nämlich die Allerschlimmsten.

Liina wartet darauf, dass jemand Besseres vorbeikommt.

Sie hat ja noch genug Zeit, die Glückliche.

Liebe ist nicht unbedingt ausschlaggebend für die Partnerwahl.

Es gibt noch viel mehr Gründe.

Evolutionsbiologie vom Feinsten.

-Das klingt irgendwie traurig. -Ja, schon.

Und es rächt sich immer.

Im Idealfall findet man beides. Ratio und Liebe in derselben Person.

Und wenn die Persönlichkeiten nicht zusammenpassen und die Liebe fehlt,

wie sollen zwei Menschen dann ohne Leid leben?

Dann müssen sie eben leiden.

Dann leiden wir wohl, ja.

Noch Wasser?

Wir haben eine eigene Quelle.

Prost.

Auf unsere Vorväter und alte Flammen.

Danke.

Schlaf gut.

-Darf ich auch einmal rudern? -Nein.

Kommt Mikko sonst mit zum Angeln?

Nein, ich gehe lieber allein.

Los geht's.

Bist du glücklich, Elli?

Ja.

Ich glaube schon.

Manchmal träume ich davon, dass jemand kommt

und mich von hier wegbringt.

An einen ganz anderen Ort. Mich einfach mitnimmt.

Aber bisher ist niemand gekommen.

Ich weiß, dass ich jederzeit gehen könnte, wenn ich wollte.

Aber ich habe mich entschieden, zu bleiben.

Menschen fantasieren von allem Möglichen.

Vor allem von Dingen, die nicht Realität werden sollen.

Wir sind uns sehr ähnlich.

Du bist aufrichtig.

Das gefällt mir.

Führst du ein zufriedenes Leben?

Bist du wirklich glücklich mit deinem Leben?

Das bin ich.

Es gibt Tage, an denen ich mich verloren fühle

und nichts mehr spüre.

Aber man hat immer die Wahl, glücklich zu sein.

Man muss sich nur dafür entscheiden.

Darf ich reinkommen?

Klar.

Hast du gar keine Angst?

Allein hier, wenn Mikko weg ist?

Manchmal schlafe ich sogar oben, selbst wenn Mikko zu Hause ist.

Ab und zu brauche ich Zeit für mich allein.

Bin ich dir jetzt zu nah?

Ist in Ordnung.

Dein Schlafzimmer...

ist direkt...

unter meinem.

Das stimmt, ja.

Stört es dich...

hörst du mich...

wenn ich...

mich oben...

bewege?

Ja, ich höre dich.

Solange ich wach bin.

Hallo?

-Es kann losgehen. -Hallo?

Jemand zu Hause?

Huhu! Oh, hey.

-Stören wir euch bei irgendetwas? -Nein.

-Kommt rein. -Spielt Olavi jetzt hier den Mann im Haus?

Hier wird kein "Mann im Haus" gebraucht.

Mikko ist auf dem Festland bei einer Beerdigung.

-Prost. -Prost.

-Auf den Sommer. -Prost.

Auf Whisky und Krabben.

Hey, lass mich mal, ich kümmere mich um christliche Musik.

Ich möchte etwas sagen.

Auf das Feuer, das Licht, den Schatten,

auf die furchtlose Liebe.

Halleluja!

Der nicht. Der auch nicht. Der auch nicht.

Dieser Nerd kriegt jetzt ein "Superlike".

-Mal sehen, wer gewinnt. -Der Gewinner kriegt eine Flasche Whisky.

Elli.

Wir würden echt gerne in die Sauna gehen.

Ja, klar, kein Problem.

Du bist die Beste.

Geht das nicht alles ein wenig zu schnell?

-Olavi. -Was?

Ich will ihn auch sehen! Jetzt sei nicht so verklemmt.

Was sagst du da, ich bin nicht verklemmt.

-Sicher? -Das ist ja nicht zu übersehen.

Ich will sehen, was unter den Klamotten ist.

Die Sauna ist fertig.

-Wo sind die anderen? -Wir sind allein.

-Kommst du mit rein? -Ich komme später nach.

-Nein, du kommst jetzt mit. -Komm jetzt.

-Ich komme gleich nach. -Komm jetzt!

Man hört dich ja über die ganze Bucht schreien: Ich will deinen Schwanz sehen!

Ich will deinen Schwanz sehen!

Elli, jetzt machen wir das Beste aus dem Leben und dem Abend!

Jetzt wird getrunken, getrunken und getanzt.

Guten Morgen.

Seit wann hackst du denn schon Holz?

Seit heute Morgen.

Beeindruckend.

-Ist alles in Ordnung? -Klar.

Was war gestern Abend los?

Nichts, ich war müde und wollte früh ins Bett.

Sonst nichts?

Liina und du, ihr hattet ja eine Menge Spaß.

Hatten wir auch.

Aber ich musste die ganze Zeit an dich denken.

Wer zuerst im Wasser ist.

Willst du da einfach nur rumstehen?

Hey!

Ich bin früher zurückgekommen.

Wir können gleich essen, ich habe einen großen Fisch mitgebracht.

Die Leute haben so viele Fragen gestellt.

So viele wichtige Fragen über das Leben.

Fragen führen zu Angst.

Und diese Angst erzeugt in uns

den Wunsch,

an etwas Größeres zu glauben,

an etwas Beständigeres, Unvergängliches.

Ich mache mir dauernd Sorgen um Mikko.

Er opfert sich immer so selbstlos für alle auf.

Um ehrlich zu sein, habe ich darüber nachgedacht,

mein Amt aufzugeben.

Ich habe mich...

bei meiner Arbeit so unbedeutend und nutzlos gefühlt.

Ich hatte das Gefühl, niemandem helfen zu können.

Und wie war es dieses Mal?

Gut.

Ich habe etwas über Trauer gelernt.

Nach dem ersten Schock haben wir das Bedürfnis, in Erinnerungen zu schwelgen.

Wir verwenden all unsere Energie und Zeit darauf,

in der Vergangenheit zu leben.

Wir tun alles, um unsere Erinnerungen wieder aufleben zu lassen.

Wir suchen nach dem Sinn und natürlich auch nach Trost.

Ich habe nie ganz verstanden, wie nostalgisch wir Menschen sind.

Ja, da hast du recht.

Dein Besuch ist ein gutes Beispiel dafür.

Als ich dich gesehen habe, bin ich wieder richtig aufgelebt.

Geht mir genauso.

Abgesehen von Social Media hatten wir ja kaum Kontakt.

Ich meine, ich habe dich ganze 15 Jahre nicht gesehen.

15 Jahre...

Aber kaum warst du hier,

war die Erinnerung wieder da.

Ich fühle mich wieder jung und lebendig. Ich fühle meine Existenz.

Ich fühle mich wieder menschlicher, stärker.

Aber was bedeutet das?

Ich weiß es nicht.

Aber ich mache weiter und glaube und will mehr.

Amen.

-Guten Morgen. -Morgen.

Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?

-Nicht wirklich. -Wieso das?

Zu viel Licht im Zimmer.

-Möchtest du Milch? -Nein, danke.

Was hast du heute so vor? Geht die Party weiter?

Du weißt schon, Whisky und Krabben.

Ich werde mich wieder an die Arbeit machen.

Ich muss dringend weiterschreiben.

Kommst du mit in die Kirche?

Heute ist mir nicht danach.

Schade, meine Predigt würde dir bestimmt gefallen.

Gehst du mit mir spazieren?

Ich muss wirklich dringend weiterschreiben.

Okay.

Na dann,

viel Erfolg.

Ich dachte schon, dir wäre etwas passiert.

-Hast du mich gesucht? -Ja.

Mikko ist wieder auf dem Festland.

Und jetzt musst du hier auf ihn warten. Wie eine verbitterte Strohwitwe.

Ist sicher nicht einfach.

Was ist los?

Ich verstehe dich nicht.

Genau das ist wohl das Problem.

Wir verstehen uns überhaupt nicht.

Häufig, wenn sich zwei Menschen begegnen,

glauben sie, dass sie ähnlich denken.

Dass ihre Gedanken und Vorstellungen zusammenpassen

und alles leicht, spontan und wunderbar ist.

Dann passiert plötzlich etwas,

und sie merken, dass sie sich die ganze Zeit geirrt haben.

Glaubst du das wirklich?

Ich spreche von Dingen, die ich gesehen habe... und gehört.

Was hast du gesehen und gehört?

Wie ihr miteinander schlaft.

Und wie sehr du es genießt.

Du weißt doch überhaupt nicht, was mir gefällt.

Oder nicht gefällt. Wonach ich mich wirklich sehne.

Du liebst Mikko und willst glücklich mit ihm sein.

Du bist damals einfach verschwunden.

Ich habe auf dich gewartet.

Als ich begriffen habe, dass du nicht zurückkommst,

habe ich beschlossen, dich zu vergessen.

Ich habe studiert

und bin herumgereist.

Ich habe viele wunderbare Männer kennengelernt.

Ich hatte...

einige ziemlich wilde Beziehungen.

Alle Arten von Beziehungen.

Ich hatte One-Night-Stands,

aber auch längere Affären.

Dann kam Mikko.

Er hat mich geliebt.

Und wir haben geheiratet.

Es fühlte sich richtig an.

Und dann, nach so vielen Jahren, tauchst du einfach hier auf.

Ich habe lange auf dich gewartet.

Ich liebe dich.

Guten Morgen.

Guten Morgen.

Lust auf einen Ausflug?

Ich will, dass du mich anfasst.

Nimm deine Finger.

Steck sie tief in mich hinein.

Noch tiefer. Fester.

Nein.

Noch nicht.

Mach weiter.

Noch tiefer.

Und fester.

Noch schneller.

Ja, genau so.

Noch schneller.

Lass uns gehen.

Hey!

Habt ihr einen Ausflug gemacht?

-Ja. -Schön.

Wenn ihr gewartet hättet, wäre ich mitgekommen.

Heute ist unser Jahrestag.

Oder der Tag, an dem ich das erste Mal bei Ellis Eltern zu Besuch war.

-Warst du nicht auch da? -Ja.

Ich dachte, das ist so etwas wie ein Hochzeitstag.

Das feiern wir.

Das Wetter ist so schön, wir sollten den Grill anmachen.

Wir sollten darauf anstoßen.

Kommt raus, ich mache die Drinks.

Es ist wirklich schön,

mit jemandem zusammen zu sein,

in den man sich jeden Tag neu verlieben kann.

Es ist selten, so jemanden an seiner Seite zu finden.

Ich bin nur traurig, dass wir keine Kinder haben.

Und warum nicht?

Elli will keine.

Erinnerst du dich noch an meine letzte Freundin?

Im Gymnasium?

Es ist wirklich schrecklich. Sie hatte eine Abtreibung.

Weißt du noch?

Es fällt mir immer noch schwer, darüber zu sprechen.

Ich könnte jetzt Vater sein.

Ich könnte jetzt ein Kind haben.

Wenigstens...

habt ihr einander.

Elli! Ich habe dich schon vermisst.

Du bist wundervoll.

Komm her.

Also...

Auf uns. Auf unseren Jahrestag.

Ich gehe mehr Holz holen und mache dem Grill Feuer unterm Hintern.

Das war ein schlechter Witz.

Den Grill anheizen...

Bist du wütend auf mich?

Nein.

Ich kann nicht verhindern, dass Mikko mir nahekommt.

Kannst du schon.

Du willst es nur nicht.

Sieht so weit ganz gut aus.

Der Grill ist heiß, wir können gleich essen.

Na komm her.

Liina könnte mich morgen mit aufs Festland nehmen.

-Dann fahre ich nach Helsinki. -Kein Wort mehr davon.

Du fährst nirgendwo hin.

Hey.

Der Grill steht in Flammen.

Die Wälder sind voller Heidelbeeren.

Wenn ein Mann Beeren pflücken geht und eine gute Stelle findet,

ist er glücklich und pflückt sie leer. Kiloweise Beeren.

Er geht zufrieden nach Hause.

Aber eine Frau findet eine gute Stelle,

pflückt, sieht plötzlich eine bessere und wechselt dorthin.

Sie kann sich nicht entscheiden und sucht deshalb immer nach einem besseren Busch.

Und so geht es weiter.

Am Ende des Tages war das nicht schlauer. Es bleiben unfassbar viele Beeren übrig.

Welche Art von Blaubeeren hast du in Frankreich gegessen? Hm?

Nur Kulturblaubeeren.

Ah, die. Die sind zwar größer, aber nicht so süß.

Wie wär's mit einem Spaziergang? Oder wir gehen rudern?

-Ich möchte lieber hierbleiben. -Und du? Oder wir gehen einfach ins Bett.

Bitte lass mich in Ruhe.

-Gehen wir ins Bett. -Mir ist nicht danach.

Wir machen es uns gemütlich, kuscheln und knutschen rum...

Fass mich nicht an!

Du erdrückst mich!

Ich ersticke! Lass mich in Ruhe!

Es tut mir leid.

So, ja.

Verzeih mir.

Ich verstehe dich.

Auch wenn ich das nicht will.

Ich verstehe dich.

Nur wer ehrlich ist, kann sich wirklich frei fühlen.

Wie geht es dir, mein Freund?

Ich reise heute ab.

Bist du sicher, dass du gehen willst?

Ja.

Bleib doch noch ein bisschen.

Vielleicht komme ich im nächsten Sommer wieder.

Dann hoffen wir mal,

dass das Wetter nächstes Jahr genauso gut sein wird.

Verzeih mir.

Was meinst du?

Erinnerst du dich noch an die Zugfahrt von Valencia nach Barcelona?

Ja.

Bis ich eingeschlafen bin.

Und an den...

den Trip nach Riga?

Als wir von der Party an der Universität zurück zum Hotel gelaufen sind?

Dieser Morgen war einfach himmlisch schön.

Schnee wie in den Wintern meiner Kindheit, die Luft war so frisch und klar.

Diese Reisen waren so intensiv, weißt du noch?

Ja.

Solche Winter wird es nicht mehr geben.

Nicht einmal Schnee.

Wir können nicht mehr Ski fahren.

Ich werde wieder mehr auf die Jagd gehen.

Und reisen. Sobald es wieder möglich ist.

Neue Orte schenken uns neue Erinnerungen, falls wir mal wieder welche brauchen.

Wer nichts gibt, hat nichts. Nicht geliebt zu werden ist nur ein Missgeschick.

Nicht zu lieben aber...

ist ein Unglück.

Ich könnte dich jetzt erschießen.

Wir sollten mal zusammen auf Entenjagd gehen.

Das wäre doch lustig, oder?

Das wäre doch lustig.

Komm mit mir.

Hast du das Gefühl, dass du bei mir du selbst sein kannst?

Schon. Aber ich habe Angst, offen mit dir zu reden.

Ich habe Angst, ehrlich zu sein.

Wieso das?

Ich habe Angst, dass du...

zu emotional reagierst, wenn ich ehrlich bin.

Hast du Angst vor mir?

Ich habe Angst, dass du mich verlässt.

Ich liebe dich.

So wie du bist.

Du kannst frei sein.

Ich will nur, dass du glücklich bist.

Manchmal bin ich so verdammt wütend.

Manchmal sehr traurig.

Und manchmal leer...

und fühle gar nichts.

Verdammt, ich hasse dich so sehr.

Aber ich bin auch erleichtert. Es kann nur Gutes dabei herauskommen.

Für was auch immer du dich entscheidest,

ich akzeptiere es.

Und ich bin dankbar dafür, dass du dein Leben mit mir geteilt hast.

Ich bin dankbar, dass du ehrlich bist.

Ich liebe dich so sehr.

Ich will nur, dass du glücklich bist.

Mit mir oder ohne mich.

Gehst du angeln?

Ja.

Gut.

MITTSOMMERLUST

Untertitel: J. Freyer-Lindner, R. Drahota

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