Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Polish
Portuguese (Brazil)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
(Finn:) Was ist heute für ein Tag?
Ich hab keinen Schimmer.
Früher verging die Zeit irgendwie anders.
Als Kind hat man die Sachen anders gefühlt.
Da dauerte alles wunderbar lang!
Aber jetzt...
Ich schlaf nicht mehr viel.
Kaum sacke ich weg in 'nen Traum, schrecke ich gleich wieder auf.
Als ob jeder Schlaf ein "kleiner Tod" wär.
(laute Musik: Grinderman, "Dream")
(Die Musik wird noch lauter.)
(Vogelgezwitscher)
(Karla:) Du schaffst das.
Nicht denken, einfach machen!
Noch mal tief Luft holen...
Und dann springen! Komm.
Eins...
zwei...
und drei!
Letztes Mal ging's doch.
(Finn:) Seien Sie froh, wenn Sie als Kind schwimmen lernten.
Das erspart Ihnen einige Peinlichkeiten.
Lag an meiner Mutter.
Hatte Angst vorm Wasser.
Ich dann auch, klar...
War nie ein Thema, als ich klein war. Jetzt schon.
(laute Musik: Get Well Soon, "Busy Hope")
Wie sieht's aus, Jungs? - Gut.
Mit dem sind wir vorangekommen.
Hier vorne haben wir links und rechts
'n paar Bürogebäude hingestellt,
um das etwas zu verdichten.
Hier hinten, die haben wir ein paar Stockwerke hochgezogen.
So, dieses auch.
Und der ganze Horizont ist jetzt viel weiter
und vielschichtiger geworden. Wir haben auch einige Himmel ausgesucht.
Nee, mit dem Himmel hab ich was anderes vor.
Da muss irgendwie...
die Zeit mit ins Spiel kommen.
Wir setzen den Sonnenaufgang aus der ersten Serie hier links ein.
Die Arizona-Wolken in die Mitte,
und rechts den Sunset, den wir uns damals aufbewahrt haben.
Den aus West-Australien?
Ja, den. Genau.
Dann aber die ganzen Details nachvollziehen, ja?
An der Balkonverglasung muss sich die Morgensonne spiegeln.
Und im Swimmingpool auf dem Dach der Wolkenhimmel.
Alles easy.
Aber jetzt kommt's:
Ab hier, nach unten hin, bis in die Stadt rein,
soll alles langsam in Nacht übergehen.
(Harry:) Ich sprach mit dem Museum in Sao Paulo.
Die wollen etwa 12 deiner Bilder in der City auf Reklametafeln zeigen.
An den belebtesten Plätzen. Sie haben schon was zusammengestellt.
Mit der Auswahl habe ich Probleme, aber die Idee ist nicht übel.
(Finn:) Ja.
Gute Idee.
Ich überlass dir die Auswahl.
Wie du meinst. Ich zeig dir mal das Museum.
Und den Ausstellungsraum. Kommst du bitte mal?
Sie überlassen uns das gesamte 1. Stockwerk.
Ich hab's gesehen, und ich denke,
wir haben dort die Möglichkeit 20 Arbeiten von dir aufzuhängen.
Die wollen natürlich mehr, aber ich finde, dann überladen wir den Raum.
(Finn:) Ich könnte viel mehr zeigen.
Du kannst erst mal in dem Haus bleiben, Frances,
aber nicht ewig. Das war nicht der Deal.
Wir hatten uns geeinigt, dass... Was?
(Frances:) Dass ich hier draußen wohne, der Vorschlag kam von dir!
Du kannst mich nicht vor die Tür setzen!
Ich hab genauso ein Recht darauf wie du!
(Finn:) Das ist nicht mehr mein Problem, Frances!
(laute Musik: The Long Winters, "Departure")
(Finn:) Dafür haben wir die Anwälte. Also, gute Nacht.
Frances macht mich wahnsinnig.
Lass dich da nicht so reinziehen!
Du musst nicht immer nett sein, Finn.
Damit läufst du bei ihr auf.
Schmeiß sie aus dem Haus, stell die Zahlungen ein. Die Alte nervt!
(Finn:) Das macht die Sache nicht besser.
(Sylvie:) Hi, ich bin's! - (Finn:) Hallo, Süße.
Fährst du gleich los?
Sylvie, ich kann heute Abend nicht. Wir müssen das verschieben.
Ich muss die ganze Nacht arbeiten.
Ich hab mich so auf den Abend gefreut und Prosecco kaltgestellt!
Ich weiß.
Es tut mir voll leid.
Ich hab mich auch so auf dich gefreut.
Das war neulich auch schon so! Ich komme mir echt verarscht vor!
Wir machen uns bald ein schönes Wochenende.
Und wann, bitteschön? - Versprochen. Sei nicht sauer.
Ich denk an dich. Tschüs!
Wer war das?
Duisburg. - Ach, Duisburg...
Komm, Bad in der Menge! - Okay.
Wir müssen über mögliche Mieter im "Cube" reden. - Wieso?
Wieso? Das darf nicht so lange leer stehen!
Drei Galerien haben sich bei mir gemeldet.
Übrigens, hier...
Der Code ab heute Abend ist 4712. (Er lacht theatralisch.)
Du Idiot.
Falls du das Büro noch mal brauchst.
(Julian:) Dass du jetzt selber in dem Ding wohnst, ist nicht so cool.
(Finn:) Ist nicht auf Dauer. Schlafen kann ich sowieso nicht.
(Julian:) Probier's mal.
(Finn:) Kommt mir vor wie verlorene Zeit.
(laute Musik)
(Finn:) Wie oft steh ich hier und guck auf den Fluss runter?
Gestern, vorgestern, heute, morgen.
Alles wie ein und derselbe, endlose Tag!
Geld wächst wieder auf den Bäumen.
Fotografie boomt wie nie zuvor. Aber du musst aufpassen.
Mit den Mode-Shoots versaust du dir dein Standing bei den Museen.
Hat Harry das erzählt? - Nein, das sage ich.
(Frau:) Julian, du bist aber früh dran heute!
(Julian:) Ja, Milla begrüßen.
(Stimmengewirr)
(Es klopft an der Tür.)
Milla, Finn ist hier.
(Finn:) Hey! (Milla lacht.)
(Milla:) Wie geht's dir? - Was ist denn mit dir passiert?
Ich weiß! Ich weiß!
(Finn:) Arm hoch, Arm hoch!
Mehr Wind! Macht mehr Wind!
Ja, wunderbar! Sehr schön!
Weiter so!
UFOs mehr nach links!
So ist gut. Bleib so!
Mehr nach vorne, Marsmensch!
Hans, sag mal Bescheid!
Du stehst da immer nur rum!
Das Boot!
(Finn:) Raus da, Mann!
Noch ein paar, Milla, dann machen wir Schluss!
(Milla:) Kann ich das selbst machen?
(Maskenbildnerin:) Okay, Milla.
Du weißt ja, was du tust.
(Finn:) Micha, halt die Models am Set! Keine weglassen jetzt.
Kann ich noch eine Nadel haben?
(Finn:) Wasser, Wasser!
Und weiter geht's.
(Finn:) Wunderschön! Sehr gut, sehr gut.
Schön.
Reflektor hoch! Gut!
Sehr schön. Dreh mir den Bauch zu.
So ist gut.
(Julian:) Wann wollen wir das machen?
Nee, heute ist schlecht.
(Finn:) Hand da runter von der Stütze, bitte!
Muss reichen!
Sehr gut.
Denkt dran, ich hab euch immer im Hintergrund.
Hier, Stahlwerker, bisschen näher ran da.
Noch mal Ruhe, bitte!
Ihr seid nicht die einzigen, die hier nach Hause wollen, ja?
(Milla:) Echt irre.
(Sie lacht.)
Du bist verrückt!
Ich meine... Du bist zufrieden damit, oder?
Klar, du warst toll. Wie immer.
Wie immer? Find' ich nicht.
Mir wär's lieber, wenn mein Bauch mehr wär als bloß 'n Schaustück.
Was hast du erwartet?
(Milla:) So was wie'n Wunder!
Da ist ein neues Leben, das in mir wächst!
Die Fotos sind toll, ich mag sie, aber...
Sollen wir's noch mal versuchen?
Ja, sehr gerne.
Aber ohne das ganze Brimborium.
Nur du und ich.
An einem Ort, der nicht so ausgefallen ist. Authentischer!
Authentisch?
Ich bin noch einen Tag hier, vielleicht sogar zwei.
Ruf mich auf dem Handy an. Oder über Chris.
Hi! (Sie lacht.)
Ja, es macht Spaß.
Ich bin eine schwangere Superheldin.
Es ist echt toll.
Du weißt schon, typisch Finn.
(Studentin:) Ich soll das Bild mehr nachbearbeiten?
(Finn:) Genau. Dann könnte es ein Bild werden.
Okay...
Wir redeten lange über unsere Fotos und hörten, was Sie darüber denken.
Jetzt bin ich dran.
Ich will Ihnen sagen, was mich an Ihrer Arbeit stört. - Gut.
Schießen Sie los.
Da Sie mein Bild so leer fanden,
wüsste ich gern, was für Sie hier "unter der Oberfläche" steckt.
(Finn:) Nichts. Die Dinge sind nur Oberfläche.
Ist doch nicht so schwer zu verstehen.
Wenn nichts hinter den Dingen hervor- tritt, muss man nichts fotografieren.
Dann müssen wir gar nichts tun.
Dann können wir uns in Ruhe besaufen und auf unsere Rente warten.
Oder vorher abkratzen.
Das ist mir einfach noch zu scharf.
Sao Paolo ist dunstiger, Mensch!
(Hans:) An dem Kontrast haben wir noch nichts gemacht.
(Finn:) Dann gib Gas!
Kann ich ein Foto von uns machen? - Ja.
Krieg ich ein Autogramm?
Wie heißt du? - Julia. - Okay. - Danke.
(laute Musik: Grinderman, "Song for Frank")
(Finn:) Hey!
(Finn:) Ich könnte jetzt tot sein.
Bin ich aber nicht.
Ich könnte mich doppelt so lebendig fühlen.
Tue ich aber nicht.
(Musik: The Velvet Underground, "Some Kinda Love")
(Finn singt den englischen Text mit:) Zwischen Denken und Aussprechen
liegt ein ganzes Leben.
Situationen ergeben sich
schon wegen des Wetters.
Und keinerlei Liebe
ist besser als andere.
(Lou Reed:) Und manche Art von Liebe
wird für Vision gehalten.
Leg dir 'n Lolly auf die Schulter,
tu das, wovor du am meisten Angst hast!
Wovor du zurückschreckst...
Finn,
wovor hast du am meisten Angst? Was lässt dich zurückschrecken?
Der Tod?
(Finn:) Ich hab so eine Sehnsucht, dass sich was verändert!
Am besten alles.
(Musik: Bonnie Prince Billy, "Death to Everyone")
(Die Frau flüstert:) Weine nicht, Finn.
Ist doch alles gut.
Keine Angst...
(Ein Hund bellt.)
(Finn:) Wie merkt man, dass man tot ist?
Wenn man nicht mehr träumt?
Oder wenn man nur noch träumt?
(Die Schafe blöken.)
(Banker:) Schön, nicht?
Was?
Der Rhein.
Die Auen.
Der Morgen.
Sind das Ihre Schafe?
Die hier? Oh, nein. Ich bin nur ein Hüter auf Zeit.
Und der Alte? Hat der aufgehört?
Der gönnt sich ein längeres Schäfer-Schläfchen.
Wofür ich ihn gut bezahle.
Sie zahlen dafür, dass Sie ihm die Arbeit abnehmen? - Natürlich.
Ich bin eh schon früh auf den Beinen.
Die Börsenkurse in Tokio.
Die ganze Arbeit macht sowieso der Hund. Ich laufe praktisch nur mit.
Warum tun Sie das?
Schafe hüten...
(Finn:) Seelenfrieden, oder was?
Ich genieße es, wie die Zeit dabei vergeht.
Und wie vergeht die?
Langsam!
Ganz langsam...
Es kommt nur darauf an, wie viel Zeit man sich gönnt, die Zeit zu spüren.
Ich sage Ihnen, wir können die Zeit verlangsamen.
Die Zeit schert sich 'nen Dreck um uns.
Schauen Sie sich meinen Baum an.
Den kenn ich, seitdem ich fünf bin.
Wie wollen Sie den verlangsamen?
(Banker:) Stellen Sie sich niemals etwas vor,
von dem Sie zu wissen glauben, dass es wieder passieren wird?
Ich will Ihnen nicht zu nahe treten,
aber haben Sie jemals jemanden verloren, der Ihnen nahe stand?
Meine Mutter.
Das tut mir leid.
Ja, die Mutter...
(Finn:) "Palermo."
(Banker:) Das kommt aus dem Griechischen.
Die Stadt hieß ursprünglich "Panormos."
Was so viel heißt wie "Allhafen".
(Banker:) Haben Sie sich je vor- gestellt, wie es für Ihre Mutter war,
ihre Wohnung zum letzten Mal zu sehen?
Zum letzten Mal zum Friseur zu gehen?
Wir alle machen diese Dinge irgendwann zum letzten Mal.
Bloß merken wir's meistens nicht.
Also muss man alles tun, als sei es zum letzten Mal.
Jetzt mein letzter Morgen mit den Schafen.
Der letzte Fremde, dem ich in die Augen blicke.
Ihre Träne eben, die letzte, die ich gesehen haben werde.
Man muss alles todernst nehmen.
Nur sich selber nicht. (Er lacht.)
(Banker:) Alles Gute!
(Finn:) Natürlich macht Milla mit. Das war ihr Wunsch.
Du musst ihr sofort Bescheid sagen.
(Julian:) Wie organisieren wir das? Willst du das ganze Team mitnehmen?
(Finn:) Nein, nur einen Assi, Make-up, Stylistin.
(Julian:) Mit welchem Flugzeug? - (Finn:) Mit Harrys Maschine.
Frag ihn, ob er sie uns leiht. - (Julian:) Da bin ich nicht sicher.
Die Maschine gehört nicht Harry allein. Muss das sofort sein?
Ja, heute Nachmittag. Nach Palermo.
(Julian:) Palermo?
Giovanni hat da alle Connections. Der soll das organisieren.
Weißt du, wo du das Shooting machen willst?
Nein, ich war da noch nie. Aber ich guck mir gerade schöne Bilder an.
(Musik: Iron & Wine, "Freedom Hangs Like Heaven")
Ich bin mitgekommen, um ungestört mit dir zu reden.
Was gibt's?
Hör mit diesem Mode-Scheiß auf. Du gefährdest damit
deine Glaubwürdigkeit in der Kunstszene.
Du hast dich mit Julian verbündet, ja?
Ganz ehrlich: Ich hab auch keine große Lust mehr.
Das sagst du immer. Aber du machst trotzdem weiter.
Diesmal wegen Milla.
Diese Shootings... Komplett sinnlos, bis zur Verzweiflung.
Aber für mich ist es 'ne Form von...
absurder Freiheit.
Ich soll doch meinen Gefühlen folgen, oder?
(Finn:) Was mir fehlt?
Was mir fehlt, ist...
Was fehlt mir eigentlich?
(Das Telefon klingelt.)
Hallo?
(Portier:) Guten Morgen, Mr. Gilbert. Dies ist Ihr Weckruf.
Danke.
(Finn:) Zieh den Vorhang ein bisschen beiseite.
Sehr schön.
Wunderbar.
Du bist so stolz auf deinen Bauch.
Großartig.
Dein Bauch sieht toll aus.
Wunderbar.
Das war's.
Danke, Milla. Ich glaub, ich bin fertig.
Du solltest so schnell wie möglich zurückfliegen, Millotschka.
Du musst nach Hause.
Versprich mir, dass du jetzt aufhörst zu arbeiten.
Abgemacht. Und du? Kommst du nicht mit?
Ich bleib hier.
Aber ich besuch dich und fotografiere das Baby.
(Milla:) Ich lass dich nicht ins Haus,
wenn du 'ne Kamera dabeihast!
Bis bald! Alles Liebe!
Vielen, vielen Dank!
Pass auf dich auf, ja? Tschüs.
(Finn:) Bau alles ab und fliegt los, sobald ihr könnt, ja?
(Musik: Portishead, "The Rip")
(Finn:) "23 Anrufe in Abwesenheit."
Wann war ich zuletzt anwesend?
So richtig da?
(Gelächter)
(Stimmengewirr und Straßenlärm)
(Polizeisirene)
Schau doch, da oben!
(Musik: Bonnie Prince Billy & Matt Sweeney: "Torn & Brayed")
(Finn:) Eins können Sie mir glauben:
Das ist ein Scheiß-Gefühl, wenn alles plötzlich aus dem Leim geht.
(Das Handy summt.)
(Musik: Beirut, "Postcards from Italy")
(Ein Mann schreit.)
(Ein Mann spricht Italienisch.)
Nicht bewegen!
Macht es dir was aus,
wenn ich mein Bild zu Ende zeichne?
Sprichst du Englisch?
Ist das deine Muttersprache?
Deutsch?
Schon besser.
Wie ging das noch...?
"Hänschen klein ging allein..."
Bist du 'ne Künstlerin?
Frag mich was Besseres. - Okay...
Ich versuch's.
Bist du hier aufgewachsen?
Nicht gerade eine bessere Frage, aber: Nein.
Woher kommst du dann?
Aus dem Norden.
Genau wie ich.
Nicht!
Entschuldigung. Von mir hast du doch auch eins.
Das ist was anderes.
Kann ich es sehen?
Nein?
Das ist unfair.
Du zeigst mir ja auch nicht dein Foto.
Wie heißt du?
Flavia.
Wiedersehen.
Hast du noch etwas Zeit
für einen Kaffee mit deinem Modell?
Du musst aufpassen.
Auf dich und deine schöne Kamera.
Du wirst sie verlieren, wenn du weiter auf öffentlichen Plätzen schläfst.
(Musik:) Fabrizio De André: "Quello che non ho")
(Das Handy summt.)
Hey, Julian. Na, wie sieht's aus?
(Julian:) Gut. Machst du Ferien? - Genau.
(Julian:) Die neuen Bilder mit Milla sind toll.
Sind gekauft. Aber dafür hättet ihr nicht nach Palermo fliegen müssen.
Vielleicht doch.
(Julian:) Wann kommst du zurück?
Weiß noch nicht.
Ist gerade der richtige Ort für mich hier.
Weißt du, was das heißt, "Palermo"?
(Julian:) Keine Ahnung.
Hauptstadt der Mafia? - Spaßvogel.
Das heißt "großer Hafen". Mutter aller Häfen.
(Julian:) Meld dich, wenn du was brauchst.
Bis bald. Ciao.
"Hof des Todes."
Was für eine schöne Kamera.
Stimmt.
Die hab ich schon seit 20 Jahren.
Diese hab ich schon 40 Jahre. Ich arbeite seit 40 Jahren damit.
Ich habe auch eine Leica.
Bist du Fotografin?
Ich fotografiere Palermo.
Das Leben, den Tod...
Du fotografierst den Tod? - Ja.
Es gibt viele Tote in Palermo.
Warum? Wie meinst du?
Um sie zu ehren, an sie zu erinnern.
Damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
Erzähl mir von deiner Arbeit, das ist besser.
Meine Arbeit...
Wie sagt man?
Ich weiß nicht mehr weiter.
Wie bitte?
Ich bin...
am Ende.
Ich weiß, wie das ist.
Ich verstehe.
Ist der nicht schön?
Dieser Berg...
Wunderschön.
(Musik: Jason Collett, "We All Lose One Another")
Hilfe!
(Er räuspert sich.)
Jetzt...
weiß ich, was du so machst,
Flavia.
Ja.
Wie geht's? Schläfst du immer noch auf öffentlichen Plätzen?
Ich bin Finn.
Also, Finn... Immerhin hast du noch deine Kamera.
Ja, schon... Aber jetzt ist sie leider kaputt.
Kaputt?
Jemand hat auf mich geschossen.
Was?
Ich weiß, es klingt verrückt. Aber er verfehlte mich und traf die Kamera.
Könnte es auch ein Traum gewesen sein?
Jemand hat mit 'nem Pfeil auf mich geschossen.
Die Delle hier und das Loch sind verdammt real.
Ein Pfeil?
Hast du Zeit für einen Kaffee?
Ein Typ in 'nem langen, grauen Mantel. Irgendein Irrer.
Die laufen überall rum.
Konntest du sein Gesicht erkennen?
Keine Chance.
Nein.
Merkwürdig... - Was?
Ich glaube, ich hab ihn schon mal gesehen. Irgendwo an einem Fenster.
Muss auch im Traum gewesen sein.
Um so merkwürdiger, dass ich dir glaube, Finn. - Wirklich?
Ja. Und das beunruhigt mich.
Sollte es aber nicht.
Da ist er!
(Finn:) Das war's also.
Die Gnadenfrist
ist abgelaufen.
(Er hustet.)
Er ist getroffen worden und ins Wasser gefallen!
Es war ein Pfeil!
Hier ist aber keine Wunde. - Verstehen Sie nicht? Ein Pfeil traf mich!
Nichts hat Sie getroffen! - (Finn:) Sie kapieren das nicht!
Keine Spur von einem Projektil.
Es ist Wahnsinn, in diese Brühe zu springen.
Der simuliert nur. Er ist überhaupt nicht verletzt.
Aber ins Krankenhaus muss er trotzdem.
Lassen Sie das!
Komm, wir hauen ab. Mir geht's gut!
Ich schaff das schon, danke.
(Finn:) Hast du ihn gesehen? (Er hustet.)
(Flavia:) Nein. - Oben, auf dem Kran.
(Flavia:) Du machst mich ganz nass. - Was?
(Flavia:) Du brauchst trockene Sachen.
Ecco qua.
Ich arbeite auch an diesem Fresko-Gemälde. - Wow.
(Flavia:) Ja, und hier wohne ich,
bis ich damit fertig bin.
Warte mal. Ich such dir was zum Anziehen.
Das Wasser im Hafen riecht nicht besonders gut.
(Finn:) Danke.
Wem gehört das? - Dem Maler, der hier wohnt.
Die Waschmaschine steht da draußen.
Du kannst bleiben, wenn du willst.
Nicht verlieren. Mein Ersatzschlüssel.
Ich muss wieder zurück ins Museum.
Ruh dich erst mal aus.
Bis später.
Das hattest du am Hafen verloren.
Hey.
Vielen Dank für die Hilfe.
(Finn:) Hallo, Frances. Ich bin's.
Du kannst in dem Haus bleiben,
so lange du willst.
Iss ein paar Brombeeren im Garten und entspann dich, okay?
Mach's gut.
"Der Triumph des Todes von Palermo."
(Finn:) Du arbeitest schon sehr lange da dran, was?
Ungefähr zwei Jahre.
Dann musst du's ja auswendig kennen.
Das tue ich.
Vielleicht kenne ich es auch schon zu gut.
Wenn man so intensiv an jedem Detail arbeitet,
verliert man
den Blick für das Ganze.
Kein Wunder, dass du mir glaubtest, als ich dir von dem Pfeil erzählte.
(Finn:) Keine Wunden.
Alle erschossen, aber keine Spur von Blut.
Die Pfeile sehen seltsam aus.
Halb durchsichtig. - Ja.
Setz dich da auf die Bank.
(Flavia:) Das Bild wurde Anfang des 15. Jahrhunderts gemalt.
Von einem Künstler hier aus Palermo.
Er wollte anonym bleiben, hat sich aber in seinem Bild selbst verewigt.
(Finn:) Mit 'nem Pinsel in der Hand.
Cleverer Bursche.
Schaut direkt in die Kamera.
Ich würde sagen, er sieht uns an.
Wer sind die Männer, die schon von den Pfeilen getroffen wurden?
(Flavia:) Der da ist Papst Nikolaus.
Das war der richtige Papst zu der Zeit.
Neben dem Gegenpapst
und dem Bischof von Palermo.
Und da drüben siehst du
Alfonso V., König von Neapel.
Palermo gehörte damals zu seinem Königreich.
Also waren die Toten Herrscher, die über das Volk regierten. - Ja.
Die VIPs des späten Mittelalters.
Und was ist mit diesen Menschen,
dem einfachen Volk, den Armen?
(Flavia:) Sie flehen den Tod um Erlösung an.
Sie wollen nicht mehr weiterleben in Elend und Not.
Eine ungemütliche Erscheinung.
Wenn ich mir den Tod so ansehe, möchte ich ihm nicht freiwillig begegnen.
(Flavia:) Ihm?
In meiner Sprache ist "la morte"
eine Frau.
(Finn:) Er oder sie...
kommt mir vor wie ein Apokalyptischer Reiter.
Die Menschen hatten vor dem Tod große Angst.
Immer noch, denke ich.
Und was ist mit dir?
Was hat der Tod für ein Gesicht?
Das ist für mich die wichtigste Frage bei dieser Arbeit.
Was mache ich
mit seinem Gesicht? Diese Frage quält mich die ganze Zeit.
Ich weiß nicht, wie lange schon.
Und was ist mit dir?
Du könntest jetzt tot sein.
(Finn:) Wenn er auf mich schoss,
warum traf er dann nicht?
Auf dem Fresko erwischte er alle!
Wer weiß, vielleicht war es nur ein Warnschuss.
Und wenn er noch hinter mir her ist?
Dann bring ich dich auch in Gefahr!
Unsinn, ich bin froh, dass ich dich getroffen habe!
Es kommt alles zusammen. - Was?
Das erzähl ich dir nachher. Lass uns erst was essen.
(Finn:) Bis vor ein paar Tagen
glaubte ich nur an das, was man sehen kann.
Und jetzt?
Jetzt...
bin ich unsicher.
Glaubst du an Dinge, die du nicht sehen kannst?
Eigentlich...
glaube ich nur an Dinge, die ich nicht sehe.
Ja?
Gott, die Liebe, das Leben...
Alles unsichtbar.
Erst wenn du sie erkennst, lernst du, sie zu sehen.
Ich hatte auch mal eine Begegnung mit dem Tod.
Vor zwei Jahren.
Was ist passiert?
Das war während meiner Zeit mit Marcello.
Er war Restaurator, wie ich.
Er arbeitete hoch oben auf einem Gerüst, in einer Kirche.
In Florenz.
Es passierte an einem Nachmittag,
als niemand in seiner Nähe war.
Vielleicht war er übermüdet und...
Er fiel runter.
Ich verstehe es immer noch nicht, dass er tot ist.
Warum gerade er?
Als du mir zum ersten Mal
von dem Pfeil erzählt hast,
hatte ich das Gefühl,
auf einmal schließt sich der Kreis.
Ich hatte Angst, dass du nur in meiner Einbildung existierst.
Ich frag mich, was da oben noch fehlt.
Diese schemenhafte Figur an der Seite, was ist das?
Der Mörder vielleicht.
Oder ein Engel.
(Flavia:) Es ist schön,
diese Nacht mit dir zu teilen.
(Finn:) Guck mich nicht so vielsagend an, Maler.
Dich hat kein Pfeil getroffen, Junge.
Was du gemalt hast, hab ich erlebt!
(Der Mann spricht Italienisch.)
(Das Schaf blökt.)
(Ein Pferd wiehert, ein Hahn kräht.)
(Die Frau spricht Italienisch.)
Danke! - Bitte!
(Verkehrslärm und Trillerpfeifen)
(Finn:) Hey...
Buongiorno! - (Flavia:) Guten Morgen!
Wie geht's?
Wunderbar. Und dir?
Ich arbeite.
Hey!
Da ist es ja.
Darf ich mal an deinen Rechner? - Klar.
Danke.
Stehst du immer so früh auf?
Eigentlich nie.
Aber es war ein toller Morgen.
Wen haben wir denn da?
Jetzt haben wir ihn. - (Flavia:) Wen?
Unseren Schützen.
Vielleicht.
Ich seh mich da noch mal um.
Wo denn?
Am Quattro Canti.
(Flavia:) Pass auf dich auf.
(Finn:) Ich komm dann wieder. Lösch das Foto!
(Mann:) Das Haus ist baufällig, Sie können nicht rein.
(Finn:) Was? Ich verstehe nicht. - Das ist gefährlich!
(Finn:) Flavia! - Alles in Ordnung?
Komm, lass uns die Stadt verlassen.
Wie soll ich den Mann im grauen Mantel finden? - Das kann gefährlich werden.
Ich kann nicht einfach davonlaufen.
Willst du den Spieß jetzt umdrehen?
Das ist es nicht. Ich will nur 'ne Rechnung begleichen.
Wir laufen nicht weg. Wir fahren nur woanders hin.
Ich möchte dir was zeigen. Du wirst sehen:
einen ganz besonderen Ort.
(Finn:) Wohin geht's eigentlich? - (Flavia:) Nach Gangi.
Meine Großmutter hat dort gelebt. - (Finn:) Und jetzt?
(Flavia:) Sie ist tot, aber ihr Haus ist noch da.
Es gehört jetzt mir, aber ich war lang nicht mehr da.
Da ist es.
Gangi.
Ich habe mich...
als Kind immer beschützt gefühlt in Gangi.
Das ist das einzig wahre Glück,
das ich je erfahren habe.
Und später,
als ich älter wurde und andere Dinge für mich wichtiger waren,
habe ich aber im Geheimen immer gewusst,
dass ich irgendwann an diesen Ort zurückkehren würde,
um dieses Glück
wiederzufinden in Gangi.
(Finn:) Und jetzt ist der Moment?
(Flavia:) Ich...
Lässt du mich bitte
erst mal allein da hin?
Du schläfst lieber draußen als drinnen.
Wer bist du? (Er lacht.)
Ich hab was Komisches geträumt. - Worum ging's?
Ich stand in einer wunderschönen Land- schaft, und alles war voller Leben.
Da war ein Tisch für mich gedeckt,
wie für ein großes Festmahl.
Aber ich war wie gelähmt
und konnte nicht an den Tisch kommen.
Wenn du es geschafft hast, hältst du dann einen Platz für mich frei?
(Finn:) Deine Großmutter war Ärztin? - Ja.
Bis zum letzten Tag.
Der Strom ist abgestellt.
Hier oben war mein Zimmer. - (Finn:) Okay...
Ich hab Angst.
Wovor?
Vor Eros
und seinem Pfeil...
(Frank:) Du hast aber lange gebraucht...
Hast mich eine ganze Weile warten lassen.
Gut,
dass du endlich den Eingang gefunden hast.
Na, dann... Willkommen!
Und... fühl dich hier wie zu Hause.
(Finn:) Was willst du?
Warum lässt du mich nicht in Ruhe? - Das fragst du mich?
Du bist doch hergekommen! Also, wer verfolgt hier wen?
Du bist hinter mir her! Du hast auf mich geschossen!
Und wer hat zuerst geschossen? Hm?
Ich hab nur 'n Foto gemacht! - Schlimm genug.
Es darf kein Bild von mir geben.
Du hast aber ein Gesicht.
Ich hab viele.
Viele Gesichter.
Und wer bist du?
Der Tod
ist ein Pfeil aus der Zukunft,
der auf dich zufliegt.
Das ist dein Name? "Tod"?
Freund,
Begleiter,
Wächter der Zeit.
Dein Name wird schon bald eingetragen,
sehr bald, in das Buch des Todes.
(Finn:) Nein...
Nein!
Das ist nie ein leichter Weg, ich weiß!
(Frank:) Hier gibt's keinen Ausweg! Ich bin der Ausweg!
Es gibt keinen Ausweg aus dem Ausweg!
Hilfe! Help!
(Frank:) Niemand kann dich hören.
Keine Menschenseele weit und breit, nur du.
Und ich.
Und ich bin in dir drin.
Warum hast du solche Angst?
Sagtest du nicht, dass du jede Angst vor dem Tod verloren hast?
Das ist viel Arbeit. Wir kommen gar nicht mehr mit,
es sterben zu viele.
AIDS,
Kriege,
Armut,
Katastrophen...
Und es wird schlimmer.
Von Tag zu Tag.
Freut mich, dass du dich wieder beruhigt hast. (Frank lacht.)
Das ist nur ein Übergang.
Ich bin die Tür, Finn.
Du gehst durch mich hindurch, wie alle anderen auch.
Kein Mensch ist glücklich, bis er nicht tot ist.
Nein, noch nicht!
Ich liebe mein Leben.
Das kam mir aber, offen gesagt, nicht so vor.
Und ich habe genau hingeschaut.
Vielleicht war ich viel zu beschäftigt. - Nein.
(Frank:) Das ist nicht der Grund.
Du hast das Leben nicht gewürdigt, Finn Gilbert.
Aber... Ich ändere mich gerade! (Frank lacht.)
Das sagen alle, wenn sie mir gegenüberstehen.
Egal, wie sehr sie ihr Leben auch verpfuscht haben.
Alle wollen die verlorene Zeit wiedergutmachen.
Eins musst du wissen, Finn:
Die Entscheidung liegt nicht bei mir. Ich führe nur aus, wenn es soweit ist.
Ich bin nur Dienstleister.
Ich trete auf, wenn das Leben aufhört,
aber in deinem Fall...
ist ein Tauziehen draus geworden. Bitte, überzeug dich selbst.
Schau's dir an, da drüben!
Na, geh schon!
Das war unsere erste Begegnung.
Du hast um 2.25 Uhr, ohne was zu ahnen,
ein Foto von mir gemacht.
Das hat dir den Arsch gerettet.
Und da hast du mich zum zweiten Mal erwischt.
(Finn:) Wie habt ihr das gemacht?
(Frank:) Wir zeichnen alles auf.
Aus der Gegenperspektive.
Ihr lebt in dem Wahn,
dass eure Wahrnehmung die einzige wäre.
Vor allem ihr Fotografen.
Pah! Ihr seid eingebildet bis dort hinaus.
Komm, setz dich!
Nicht, dass du mich falsch verstehst. Ich hab nichts gegen Fotografie.
Nein, im Gegenteil. Diese Erfindung schätze ich besonders.
Sie zeigt den Charakter meiner Arbeit deutlicher als nur irgendwas.
Was soll das heißen?
Der Tod bei der Arbeit.
Man sollte die meisten Fotos so nennen: "Der Tod bei der Arbeit".
Eingefangenes Leben.
Eine einzigartige Idee. Das Negativ.
Die Kehrseite des Lebens und die Kehrseite des Lichts.
Aber das gibt es inzwischen kaum noch.
Die Methode von heute nennt sich "digital".
Das ist genau der springende Punkt.
Seitdem muss man sich nicht mehr auf das verlassen, was da ist,
und das führt euch geradezu zur Manipulation.
Ja, alles wird damit beliebig, zufällig,
chaotisch, austauschbar. Du verlierst...
das Eigentliche.
Und das...
hast du in deinem Leben oft verloren.
Du fürchtest dich vor der Welt da draußen.
Vor echtem Licht,
vor wirklicher Dunkelheit.
Aber du übersiehst das einfach.
Du willst alles lieber ausschmücken.
Schlimmer noch:
Willst alles neu erschaffen.
Das ist die Angst vor dem Tod.
Die Angst vor dem Leben
ist die Angst vor dem Tod.
Was weißt du schon über das Leben?
Du hast meine wahre Natur nicht begriffen.
Ich liebe das Leben,
heiß und innig.
Ohne mich würdet ihr niemals begreifen, wie kostbar das Leben ist.
Ich bin so müde.
Ich bin es leid, immer wieder den Bösen spielen zu müssen.
Ich bin zärtlich und sanftmütig.
Nicht grausam, wie alle sagen.
Ich bin der Gang ins Offene.
Ich bin die Verbindungstür und keine Sackgasse!
Ich bin der einzige Ausgang.
So betrachtet, bin ich wohl das größte Missverständnis in der Welt.
Andere werden dafür gepriesen, wenn sie bei der Geburt helfen.
Ich tue dasselbe am anderen Ende,
und ich werde dafür verdammt!
Kann ich nicht...
irgendwas für Sie tun?
Was hast du gesagt?
Kann ich was für Sie tun?
Nie zuvor hat mich das jemand gefragt.
Ich kann kaum glauben, dass du das gesagt hast.
Ja, Finn. Du könntest
etwas für mich tun.
(Finn:) Was denn?
Du könntest mir zeigen, dass du deine Angst verloren hast.
Und...
dass du mich verstehst.
Gut.
Gut!
Gut!
Ja.
Erweis mir die Ehre.
Aber wie?
Zeig mich den Menschen.
So hilfst du ihnen, dass sie mich in sich selbst erkennen können.
Zeig mich den Menschen, dass sie sehen, ich bin in jedem von ihnen.
Zeig mich, dass alle in meinem Gesicht ihr eigenes Antlitz erblicken.
Zeig der Welt,
dass sie die Fratze des Todes selbst geschaffen hat.
Hier,
deine gute, alte Plaubel.
Vorsicht, Finn.
Sie ist geladen.
Sie lassen mich gehen?
Ich sehe dich eines Tages wieder,
für deinen letzten Gang.
Tja...
Image ist heutzutage das Wichtigste, selbst für mich.
Finn,
jetzt mach ein Porträt von mir. So, wie ich bin.
(Finn:) Wie viel Zeit ist vergangen?
Ein paar Tage?
Eine Woche, oder zwei?
Für mich eine Ewigkeit.
Zum ersten Mal seit langem
ist "Jetzt" bloß "Jetzt".
Vielleicht hat jetzt alles wieder mehr Dauer.
Und vielleicht kann ich dich
jetzt besser erkennen.
Und du mich.
Du...?
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.