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“Ich kann mir keine Wörter merken.”
Du möchtest deinen deutschen Wortschatz erweitern,
hast aber Schwierigkeiten damit, dir die neuen Begriffe zu merken.
So geht es vielen.
Aber keine Sorge, ich helfe dir.
Denn in diesem Video möchte ich dir sechs wichtige Tipps geben
und dir zeigen, wie du deinen Wortschatz erweiterst
und die neu gelernten Wörter auch behältst.
Tipp Nr.1: Kleinvieh macht auch Mist!
Das ist eine Redewendung.
Aber was genau bedeutet sie?
Sie beschreibt im positiven Sinne,
dass man auch mit kleinen Schritten an sein Ziel kommt.
Was möchte ich dir damit eigentlich genau sagen?
Viele von euch möchten am liebsten die deutsche Sprache ganz schnell lernen
und dabei tappt ihr gerne auch einmal in eine Falle,
nämlich indem ihr versucht, eine große Anzahl an neuen Wörtern zu lernen.
Ich hatte sogar einmal eine Schülerin, die mir sagte,
dass sie am Tag 100 neue Wörter lerne.
Das empfehle ich niemandem.
Man schafft es nämlich einfach nicht, jeden Tag hunderte von Wörtern zu lernen.
Denn von diesen 100 Wörtern bleiben vielleicht einmal fünf oder maximal zehn hängen,
also in deinem Kopf.
Und diese wirst du wahrscheinlich auch nicht richtig lernen können, denn du versuchst deinen Wortschatz
so eher quantitativ als qualitativ aufzubauen
und kannst dich nicht auf das Wesentliche konzentrieren.
Also anders gesagt: Du lernst viele Wörter, aber diese lernst du nicht richtig.
Zum Beispiel: Wie schreibt man das Wort korrekt?
Wie wird es dekliniert oder konjugiert?
Wie benutzt man es im Satz richtig?
Und so hast du vielleicht ein paar neue Wörter gelernt,
aber du kannst sie irgendwie nicht richtig im Satz nutzen
und so bringt dir das Vokabelnlernen natürlich gar nichts.
Du siehst also: Zu viele Wörter am Tag zu lernen ist eher kontraproduktiv.
Ich empfehle dir daher also, dass du pro Tag
maximal zehn neue Wörter lernst.
Wenn du das nämlich auf sechs Monate hochrechnest, hast du nämlich am Ende deinen Wortschatz
um ganze 1825 Wörter erweitert.
Und das Beste: Du hast sie richtig gelernt
und kannst sie auch im Sprachgebrauch anwenden.
Kommen wir zum nächsten Punkt:
Lerne mit einem Vokabelheft! Wenn wir neue Wörter lernen,
dann kommen wir natürlich auch nicht drum herum, sie aufzuschreiben.
Die klassische Methode, die viele von euch wahrscheinlich kennen,
ist das altbewährte Vokabelheft.
Normalerweise schreibt man das deutsche Wort
und daneben die Übersetzung in die eigene Muttersprache.
Ich möchte aber, dass du noch eine weitere Spalte hinzufügst, nämlich für Beispielsätze.
Das ist wichtig, denn einfach nur Wörter zu lernen
ohne jeden Kontext, macht in der deutschen Sprache wenig Sinn,
weil, wenn du zum Beispiel ein Verb lernst, du a) wissen musst,
wie es in den unterschiedlichen Zeiten konjugiert
wird, ob es regelmäßig oder unregelmäßig ist,
b), ob es eine Präposition braucht oder nicht
und c) welcher Kasus danach eigentlich folgt.
Wenn du jetzt nur das Wort “helfen” lernst,
dann wirst du im Alltag Schwierigkeiten haben, einen Satz damit zu bilden.
Denn es stellt sich die Frage: Sagen wir
“ich helfe dich” oder “ich helfe dir”
oder “ich helfe für dich” oder vielleicht “bei dir”?
Und so weiter. Du siehst, wir haben dann ein kleines Problem.
Kurzum: Du weißt nicht, wie man das Wort in einem Satz verwendet.
Also ein Wort einfach nur ohne Kontext zu lernen,
bringt vor allem in der deutschen Sprache leider nichts.
Besser ist es, das Verb wie folgt zu lernen.
Du schreibst in die linke Spalte “helfen”, dann eine Übersetzung
in deine Muttersprache und einen Beispielsatz.
Also “helfen”, wenn Englisch deine Muttersprache ist, “to help”
und dann der Beispielsatz “Ich helfe dir.”
In dem Beispielsatz siehst du nämlich direkt “helfen” braucht keine Präposition
und hat ein direktes Dativobjekt “dir”.
Optional kannst du neben das Verb auch noch die Konjugationen im Präsens hinzufügen
und bei den Beispielen auch einen Satz im Perfekt bilden.
Weiter geht es mit Tipp Nr.3: das Karteikarten-System
Anstelle eines Vokabelhefts kannst du auch darüber nachdenken,
ob du dir ein Karteikarten-System besorgst.
Das ist eine Box mit leeren Karten, die du beschriftest.
Auf der Vorderseite steht das Wort
in deiner Muttersprache und ein passender Beispielsatz
in deiner Muttersprache und auf der Rückseite das deutsche Wort
mit einem deutschen Beispielsatz. Du nimmst die Karteikarte raus
und sagst das deutsche Wort und den Satz laut auf.
Wenn alles richtig ist, kannst du die Karteikarte aus dem Karteikasten nehmen und zur Seite legen.
Wenn es falsch ist, tust du die Karteikarte wieder in den Kasten,
und zwar ganz nach hinten, damit du es noch einmal wiederholen kannst.
Und das machst du so lange, bis der Karteikasten leer ist.
Das ist meiner Meinung nach etwas unterhaltsamer
als ein langweiliges Vokabelheft und man kann so spielerisch lernen.
Wenn der Karteikasten leer ist, kannst du dich dann mit etwas belohnen, das dir Freude macht.
Ich sage das an dieser Stelle ganz bewusst,
denn oft arbeiten und arbeiten
wir, aber vergessen uns selbst für die harte Arbeit etwas Gutes zu tun.
Und das ist ganz, ganz wichtig, damit wir motiviert bleiben.
Also, wenn du viel gelernt hast, bereite dir selbst mit etwas eine Freude und belohne dich.
Tipp Nr.4: in Wortgruppen lernen
Dieser Tipp richtet sich an dich, wenn du ein visueller Lerntyp bist.
Hier geht es darum, dass du in Wortgruppen oder Clustern lernst.
Das heißt, du hast ein Thema, zum Beispiel “Umwelt”
und schreibst dir zehn Begriffe zu diesem Thema auf.
Das sieht dann wie folgt aus: Du nimmst ein Heft
oder ein Blatt und malst einen Kreis, schreibst das Thema rein
und drumherum schreibst du alle Begriffe,
die du dazu lernen möchtest. Zum Beispiel “Klima,
Nachhaltigkeit, Abgase, die Umwelt
schützen, die Umwelt verschmutzen, Recycling” etc.
Und auch hier brauchen wir natürlich Beispielsätze.
Du kannst, anstatt das Wort in die Mitte zu schreiben,
auch ein Foto nehmen oder eine kleine Zeichnung reinmachen.
Das hilft dir Kontext zu schaffen und so kannst du Begriffe mit einem Bild verknüpfen.
Übrigens: Bilder sind immer sehr hilfreich, da
so zwei unterschiedliche Gehirnhälften miteinander verknüpft werden
und du dir so die Sachen noch besser merken kannst.
Mach dir also diese Information auf jeden Fall zu Nutze.
Als nächstes musst du das Gelernte natürlich anwenden.
Und damit kommen wir zu Tipp Nr. 5.
Es gibt beim Vokabeln lernen einen ganz, ganz wichtigen Schritt,
den viele von euch auslassen oder gerne meiden.
Und das ist das Gelernte anzuwenden.
Einfach nur trockene Wörter und Sätze zu lernen,
ohne sie in Konversationen zu nutzen, ist nicht immer ausreichend.
Das heißt, es ist essenziell, also wichtig, dass du sprichst.
Und falls du niemanden hast, mit dem du sprechen kannst, sag die Sätze laut vor dich hin.
Es ist wichtig, dass der Sprachmuskel trainiert wird.
Denn sicher kennst du das:
Man hat etwas theoretisch gelernt und man denkt theoretisch, dass man es kann,
aber, wenn man es dann in die Praxis umsetzen muss,
dann merkt man manchmal plötzlich, dass man es irgendwie doch nicht kann.
Also sprich mit deinen Nachbarn, sprich mit dem Kioskverkäufer,
sprich mit deinen Arbeitskollegen oder such dir ein Tandem,
also eine Person, die deine Muttersprache lernen möchte
und die dir wiederum die deutsche Sprache beibringt.
Oder belege auch einen Konversationskurs. Ab und zu
biete ich auch selbst in kleinen Gruppen Konversationskurse an.
Am besten folgst du mir dazu auf Instagram,
denn da teile ich die Informationen in der Regel in meinen Stories.
Und nun kommen wir zum letzten Punkt.
Und dieser ist: Wiederholen, wiederholen, wiederholen.
Wie heißt es so schön?
Ohne Fleiß kein Preis.
Das gilt natürlich auch fürs Deutschlernen.
Fleiß bedeutet hier, dass du das, was du gelernt hast, auch immer wiederholst.
Das geht auf unterschiedliche Art und Weise.
Entweder du nimmst dir ein Wort und einen Beispielsatz
und sagst diesen 6 - 10 mal hintereinander auf.
Oder du wiederholst das Gelernte im Laufe einer Woche immer wieder.
Eine Studie zeigt nämlich, dass man etwas etwa 6 - 10 Mal wiederholen muss,
bis es im Langzeitgedächtnis abgespeichert ist und das ist schließlich unser Ziel.
Wir wollen alles, was wir gelernt haben, in unserem Langzeitgedächtnis behalten,
sodass wir es immer wieder, wann immer wir es benötigen, ohne Probleme
und ohne großartig darüber nachzudenken, abrufen können.
Wenn du diese sechs Methoden oder diese sechs Tipps
anwendest, wirst du schneller als du denkst an dein Sprachziel kommen.
Bleib also am Ball.
Ich bin mir sicher, du wirst es schaffen.
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Ich freue mich! Bis zum nächsten Mal. :)
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