All language subtitles for Schneller als die Angst (AT) - S01E06 - Freiheit.deu

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Original subtitles

*

(Nora): Frau Becker.

Andre Haffner

Seit wann wissen Sie es?

Sie kennen ihn.

Den Mann, der mir das angetan hat.

Sie haben mich die ganze Zeit hintergangen.

Das habe ich nicht. Nein?

Sie haben dem Kerl Infos über mich gegeben. Warum?

Nein. Warum?

Warum schützen Sie ihn? Ich habe ihm keine Infos gegeben.

Aber ich hatte kurz die Befürchtung...

dass es ein Patient von mir gewesen sein könnte.

Wer?

Wer?!

Nicht hier.

Es war... Es war nichts Konkretes.

Es war die Art. Die Art, wie er über Frauen redet.

Die ihm geistig überlegen sind und die...

ihn dominieren können, auch beruflich.

Darin liegt so viel Verachtung und Hass. Wer ist es?

Das beweist nichts. Ich kann Ihnen keine Infos...

Das ist mir scheißegal! Wer?

Sie hätten es mir sagen müssen. Ich habe Ihnen vertraut.

Warum kam er zu Ihnen?

Sicher nicht, um zu sagen, dass er Frauen hasst.

Das kam erst später raus.

Aber...

mir ist klar geworden, dass Sie denselben Chef haben.

Dass er ein direkter Kollege von Ihnen sein muss.

Was haben Sie ihm erzählt? Nichts.

Kann nicht sein. Nichts.

Er weiß alles über mich. Wirklich nichts.

Wollen Sie mir jetzt helfen?

*Beklemmende Musik*

Entschuldigung, ich muss kurz telefonieren.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Passen Sie gut auf sich auf.

(Marianne): Ich möchte ihn nicht sehen.

(Wächter): Warum nicht?

Weil Sie wissen, dass Sie mitschuldig sind?

Sehen Sie hin.

Das ist Ihr Sohn.

Sie haben ihn geboren.

Sie haben ihn aufgezogen.

Sie haben ihm geholfen.

Jetzt helfen Sie uns, das Leben Ihres Enkels zu retten.

(Markus): Frau Hartmann.

Schön, dass Sie Zeit gefunden haben. Warten Sie.

Kommen Sie.

Hier. Bitte.

So. Ich lasse Sie mit Ihrer Mutter besser alleine.

Klar. Klar.

Viel Spaß.

Was ist?

Sag ihnen, wo der Junge ist.

Bitte.

Hm.

Du hast doch nichts davon, wenn er stirbt.

Tu es mir zuliebe. *Er schnaubt*

Also...

Frau Hartmann...

Ich bitte Sie.

Wir haben nicht mal mehr den Namen gemeinsam.

Hand aufs Herz, mehr war es doch nie. Doch.

*Er schnaubt*

Du willst dich nur nicht mehr erinnern.

Weißt du noch?

Den hast du mir mitgebracht aus London.

Von eurer Klassenfahrt.

Da warst du 16.

Du warst so stolz.

Weil du mit dem Verkäufer auf Englisch gefeilscht hast.

Das war gelogen.

Doch.

Die habe ich mir genommen.

Von einem Mädchen.

Süßes, kleines Ding.

Ich hab sie auf 'ner Party kennengelernt.

Ihre Eltern waren nicht zu Hause.

Das war ziemlich gut.

Blau.

So wie deine.

Ich habe alles in ihren blauen Augen gesehen.

Das Verlangen.

Die Schmerzen.

Panik.

Dieses Licht.

Und die Dunkelheit dahinter.

Das war mein erstes Mal.

So etwas Mächtiges, das habe ich vorher noch nie gespürt.

Es war...

Das ist nur immer so schnell zu Ende.

Papa hatte recht.

Sie hätten dich auf der Flucht erschießen sollen.

Frau Hartmann.

Das ist ja lächerlich.

Ich möchte jetzt bitte gehen.

Komm schon.

Oh Mann.

Ich will jetzt endlich die Kollegin haben!

Hallo!

Oder soll ich euch hier auf den Tisch kacken? Hm?

Wir müssen ihm geben, was er will.

Sunny ist raus.

Sie hat 'nen Draht zu ihm.

Der "ich krieche in deinen Kopf"-Draht?

Du weißt, wie labil... (Ralf): Hört auf!

Welche Möglichkeit gibt es sonst? Keine.

Es gibt Fotos von Marcel und dem Fluchtwagen.

Wir haben keine Rückmeldung bekommen, die geholfen hätte.

Das Debakel hier haben wir gesehen. Ja, heul doch.

Ich gehe noch mal rein, Ralf. Nein.

Scheiße.

Ich hole sie.

Richtig.

*Er atmet unruhig*

(leise): Verdammt.

*Handy summt*

Ja. Ralf.

(Ralf): Haffner will unbedingt mit dir reden.

Er soll dir nur sagen, wo der Junge ist. Ralf.

Halt einfach die Fresse.

Was ist los? Gib's ein Problem?

Nee.

Na dann.

*Türsummer*

So.

Alles okay?

Wie ist denn der Stand?

Marcel lebt wohl noch.

Und das hier...

Das hat er gezeichnet.

Ich will allein mit ihm sprechen.

Sie wollten mit mir reden?

Hier bin ich.

Danke.

Gut siehst du aus. Ach ja?

Warum habe ich eigentlich seit Anfang an das Gefühl,

dass uns was verbindet? Keine Ahnung.

Weiß ich nicht.

Wissen Sie, ich habe hier ein Herz.

Das sagt mir, dass ich niemanden töten darf.

Darf?

Ja.

Dann hast du nicht gelernt hinzuhören. Auf dieses Herz.

Oder du hast Angst.

Angst vor dem...

was du eigentlich da hörst.

Haben Sie das auch Marcel erzählt? Wo ist er?

(Ralf seufzend): Mann, Sunny, das ist zu nah.

Ich verrate dir etwas.

Es gibt da...

einen ganz bestimmten Punkt.

An dem sind Jäger und Beute auf einmal eins.

Er spürt ihren Schmerz und sie spürt seine Macht.

Genau gleichzeitig.

Pure Hingabe an das Unabwendbare.

Keine Hoffnung mehr.

Aber auch keine Angst.

Nur noch...

Freiheit.

Freiheit, die ich den Frauen geben kann.

Das ist ein Geschenk.

Ich war immer neidisch auf diese Freiheit.

Sunny.

Da ist doch was, hm?

Bei unserer ersten Begegnung spürte ich es sofort.

Ich kann das riechen.

(Ralf): Was... Was meint er? Die Ruine?

Keine Ahnung.

Was haben Sie gespürt?

Dass ich Sehnsucht nach Schmerz habe?

Das habe ich nicht. Nein, nach Freiheit.

Frei von Erinnerungen. Frei von Angst.

Ich hab keine Angst.

Doch. Habe ich nicht. Wovor denn?

Vor einem Mann, den seine eigene Mutter für zurückgeblieben hielt

und schikanierte?

Der Frauen erniedrigen muss, damit er sich stark fühlt?

Nein.

Vor so jemandem habe ich keine Angst. Nein.

Wir brechen ab.

(Ralf): Markus ... Nein!

(Ralf): Wir warten ab.

Okay, das reicht.

Wo ist der Junge?

Du bist so ungeduldig.

Es wird doch gerade interessant, oder?

Besonders für dich.

Merkst du das nicht?

Überhaupt nicht.

Schade. Na gut.

Ich kann euch zu ihm führen.

Ja.

Jetzt.

Aber du kommst mit, Sunny Bunny.

*Spannungsvolle Musik*

(Kollegin): Hey, Markus. Hey.

Warum lenkt der ein? Das geht zu schnell.

Wir sind vorbereitet.

Geht los.

Ich freue mich auf unseren Ausflug.

*Unheilvolle Musik*

*Musik läuft weiter*

So. Und jetzt?

Da drüben.

Links.

Was jetzt?

Wir sind da.

Bitte schön.

Wo ist der Junge?

Hinter dir.

Los, seht nach.

(Kollege): Eine Person.

Marcel, geht's dir gut?

Marcel?

*Gedämpfte Schreie, Fiepen*

Er ist da runter. Ihr nehmt die Treppe.

Sichert die Ausgänge. Wir brauchen einen Rettungswagen.

*Er stöhnt*

*Rumpeln*

*Metallisches Scheppern*

*Dumpfes Poltern*

*Dumpfes Klopfen*

(Johanna): Okay.

*Klopfen*

(Johanna): Marcel?

Alles gut. Wir sind gleich da.

*Sie schreit auf*

(Johanna): Okay. Alles gut.

Keine Angst. Gleich da.

Alles gut. Ganz ruhig.

*Metallischer Schlag*

Was willst du noch, Haffner?

Du kommst hier nicht mehr raus.

(hallend): Ja, das weiß ich.

Hier unten geht alles zu Ende.

(Marcel): Wo ist mein Vater? Wo ist... Wo ist mein Vater?

Wir sind froh, dich zu haben. Wo ist mein Vater?

Dein Vater ist... der ist in Sicherheit.

Kannst du aufstehen? Kannst du gehen? Ja.

(Johanna): Oh. Das geht nicht.

Wächter, der muss weg hier. *Marcel hustet*

Gut, ich mache das. Okay.

Ich gehe weiter. Halt dich fest.

Halt dich fest, komm.

*Unheimliche Musik*

Guten Morgen, meine Sonne.

Wie schön, dass du bereit bist für mich.

Nein. Er ist hier!

Er ist hier! Helft mir Leute!

*Sie schreit* Sei still.

Sei still.

...bringt doch nichts.

Sieh mich an.

*Sunny stöhnt*

Keine Bewegung. Hilf mir.

Lass sie los.

Das willst du doch gar nicht. Überleg doch mal.

*Sunny ächzt*

Du bist zu spät gekommen. Markus... schieß.

Schieß. Wir werden nichts sagen.

Wir beide werden nichts sagen.

Wir versprechen dir das. Sunny Bunny und ich.

Hm?

Okay?

(leise): Okay.

Du mieses Stück Dreck!

Du mieses Stück...

(verzweifelt): Nein.

Nein! Nicht noch mal.

Komm, komm, komm.

Lass ihn gehen.

Kümmere dich nicht um deinen Hass.

Den brauchst du gar nicht mehr.

Jetzt sieh mich an.

Sieh mich an.

Ich will, dass wir uns ansehen.

So ist gut.

So ist schön.

Geht doch.

Ich hätte mir mehr Zeit für dich lassen sollen. Viel mehr.

Jetzt atmest du ein

und aus.

Langsam.

Ein...

und aus.

Ein und...

(Johanna): Markus.

*Rumpeln, Haffner schreit*

(Johanna, entfernt): Ich hab ihn. Lass ihn los.

Lass ihn los. Ich hab ihn.

Ganz ruhig. Lass los.

(leise): Lass los.

Alles okay? Gar nichts ist okay. Was ist mit dem Jungen?

Bis gleich.

Du hättest es selbst tun sollen.

Schön, dich zu sehen.

Ich kriege dich.

Ich kriege dich, Markus.

Du hast das Muttermal wegmachen lassen, aber Haffner wird reden.

*Haffner atmet panisch*

*Haffner schreit*

Sie muss dich wirklich geliebt haben.

Wirklich.

Das Letzte, was sie geflüstert hat, war dein Name.

Weißt du?

Was ist los? Wächter wollte mit ihm sprechen.

*Klopfen* Wächter, mach die Tür auf, Mann.

Diese Nähe, die habe ich immer gesucht, weißt du?

Ich habe diese Nähe gesucht und du hast die... die...

Wächter? *Haffner schluchzt*

*Energisches Klopfen*

Wächter? Ich habe sie nie gefunden.

Wächter? Fertig?

Mach keinen Scheiß. Mach die Tür auf!

Mach keinen Scheiß. Holt ihn raus.

Mach auf! Mach die Tür auf!

Hey!

Für Pia.

(Ralf, dann alle): Auf die verletzten Kollegen.

(Johanna): Kuba.

(Kuba, verhalten): Tadaa.

Du bist nicht totzukriegen.

(Ralf): Du gehörst ins Krankenhaus.

(Kuba): Mag keine Krankenhäuser. (Ralf): Ja, geht mir genauso.

(Johanna): Komm, setz dich.

(Ralf): Komm, hier.

Du hast auch schon mal besser ausgesehen.

Ist ja Bombenstimmung hier.

Na, alles noch dran, Tiger?

Dank dir. (Ralf): Auf Kuba.

(Johanna): Auf Kuba.

Ah, hier.

(Ralf): Also.

Willst du noch? Ja.

(Kuba): Wo ist eigentlich Sunny?

(Johanna): Hast 'ne Menge nicht mitbekommen.

Hast aber nichts verpasst.

(Ralf): Sunny.

Dein Job ist erledigt. Du kannst nach Hause gehen.

Bist du taub, oder was?

Ich habe viel zu lange den Mund gehalten.

Ich dachte...

ich komme damit allein klar, ich mache einfach weiter.

Irgendwann geht es weg, irgendwann hört es auf.

Die Erinnerungen.

Die Panikattacken, die schlaflosen Nächte.

Aber es ist nicht besser geworden.

Nur schlimmer.

Ich war zum Glück nicht allein.

Klar, ich hätte Freunde gebraucht.

Euch, aber ich...

Ich konnte nicht mit euch reden.

Ich hatte Angst, dass ihr mich als Opfer seht.

Ich weiß nicht, wie ich das sagen kann, Ralf. (Ralf): Was denn?

Dass es mir leidtut.

Und dass ich mich...

dass ich mich wahnsinnig schäme,

dass ich dich beschuldigt habe.

Der Täter schob dir die Fotos unter,

damit ich dich verdächtige.

Er wollte, dass mir niemand mehr glaubt.

Dass ich meinen Job verliere.

Das hat er auch geschafft.

Markus, das hast du wirklich richtig gut gemacht.

Hm? Was?

An dem Abend bist du in meine Wohnung eingedrungen.

Du hast mich betäubt,

vergewaltigt und deine Spuren verwischt. (Ralf): Was soll das?

Alles klar.

Wer war es als Nächster?

Ich hab zu gute Arbeit geleistet, oder?

Du hast dich gedemütigt gefühlt von einer Frau. Jahrelang.

Das war zu viel. Ich habe nichts gegen Frauen.

Müssen wir das vor den Kollegen ausdiskutieren?

Alles klar, also...

Leute, wer glaubt von euch, dass ich Frauen vergewaltige?

(Ralf): Hör auf. Nee, das klären wir jetzt.

Hör auf. Der kann die Hand heben.

Oder die Schnauze halten. Ich sollte die Schnauze halten.

Du hast mich mit Haffner allein gelassen.

Lass dich einweisen, Sunny.

Du warst da.

Du hast das alles gesehen.

*Er schnaubt*

Markus, du bist Polizist.

Du hättest mir helfen müssen. Du hast dich umgedreht

und bist gegangen. Ich war nicht in deiner Nähe.

(Johanna): Stimmt nicht.

Ich habe dich gesehen.

Du bist von da gekommen, wo wir Haffner festnahmen. Ach echt?

Hätte ich dir nicht zugetraut.

Ich habe da unten die Orientierung verloren.

(Alex): Die KTU fand mehrere Blutspuren. Glückwunsch.

Haffner war auch verletzt. Zwei Blutgruppen.

Der hat deine Kleine übel zugerichtet. Alex.

(Barbara): Was, wenn wir die Proben mit deiner DNA abgleichen?

Barbara.

Was soll das? Ich habe eine Frage gestellt.

Was läuft hier bei euch? Dreht ihr jetzt hier alle frei?

Was wollt ihr denn? (Ralf): Markus.

Was ist denn los?

Markus... Ralf, was?

Wo warst du an dem Abend, als Sunny vergewaltigt wurde?

Ich war bei meiner Tochter. Wo warst du? Hey.

Das ist ganz einfach.

Schau sie dir an. Da steht sie.

Die will alles kaputtmachen. Sag einfach, wo du warst...

Alles... Sag mir, wo du warst.

(Alex): Beantworte die Frage! Mach deinen Kopf zu. Hörst du.

Du darfst das nicht zulassen. (Ralf): Sag, wo du warst.

Das darfst du nicht zulassen!

*Markus stöhnt* Sunny.

Sunny, schau es dir an.

Schau dir an, was du angerichtet hast.

Ist es das, was du wolltest hier?

Guck dir die Scheiße an. Sunny.

Guck dir mal die Scheiße an hier.

Sunny.

Es gibt da einen ganz bestimmten Punkt.

(Sunny und Haffner): An dem sind Jäger und Beute eins.

Er spürt ihren Schmerz und sie seine Macht.

Pure Hingabe an das Unabwendbare.

Keine Hoffnung mehr und...

keine Angst.

Nur noch...

Freiheit.

UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbrücken, 2021

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