All language subtitles for Gestern waren wir noch Kinder-Episode 5 - Eine Serie von Natalie Scharf.deu

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Original subtitles

Vivi Klettmann

An deiner Stelle würde ich auch durchdrehen.

Steht da Bruno drauf?

Peter Klettmann

Ist da eine Hundemarke dran?

Die hat er verloren.

Das ist ein stinknormales, grünes Halsband.

Das kann man in jedem Hundeshop kaufen.

Pass auf, ich hüpfe kurz unter die Dusche.

In der Zwischenzeit schaust du mal hier in die Schublade, ja?

Was ist da drin?

Fotos von meinem Hund Basco.

Er ist vor drei Jahren gestorben,

aber auf dem Foto trägt er das Halsband.

Ach so, und da ist irgendwo eine schwarze Leine drin.

Also falls er auch eine hatte, dann...

Nee, die Leine von Bruno war nicht schwarz.

Da habe ich noch mal Glück gehabt.

Es tut mir leid.

Nicht jeder, der dir helfen will, ist ein Psychopath, Vivi.

Ja.

Weißt du...

Ich habe meinen Vater nie kennengelernt.

Meine Mutter hat mir nie was über ihn erzählt.

Aber das war wahrscheinlich besser so.

Sie sah deiner Mutter ein bisschen ähnlich.

* Türklingel * Mami ist gleich wieder da, okay?

Die gleichen Augen, Haare. Sie war ein Stück größer.

* Türklingel *

Mama... * Klopfen *

* Türklingel *

Mach keinen Krach. Die Nachbarn. - Ich will ficken.

Pst. Der Kleine ist da. - Der ist da?

Dann kann er mal sehen, wie der Onkel seine Mama durchbürstet.

Noch so ein blöder Spruch und du fliegst raus.

Ich bin gleich wieder da. - Mama ist gleich wieder da.

Der Onkel ist ganz schnell. - So.

Mama...

Schluss. Du bist der Mann im Haus.

Die Mama muss ganz kurz was machen.

Und so lange passt die Gaga auf dich auf, okay?

Ich lasse das Licht an.

Mama! - Mama ist gleich fertig.

* Stöhnen *

Und ist sie immer noch...

Keine Ahnung, aber deswegen könnte ich nie in ein Bordell gehen.

Ich hätte Angst, dass sie plötzlich vor mir steht.

Eines Tages war sie plötzlich verschwunden.

Sie ist abgehauen?

Ja. Also...

Keine Ahnung.

Vielleicht war ich ihr ein Klotz am Bein.

Oder sie war nicht mehr am Leben und ist deshalb nicht heimgekommen.

Wollen wir frische Luft schnappen gehen?

Als keiner wusste, was passiert ist, bin ich zu meiner Oma gekommen.

Aber die war schwer zuckerkrank, konnte kaum das Haus verlassen.

Wir sind beide nie rausgekommen. Sogar Einkäufe wurden uns geliefert.

Sie hat mir Geschichten vorgelesen. Der Fernseher lief den ganzen Tag.

Für mich war es das Paradies auf Erden.

Ich war noch nicht mal in der Schule.

Ich dachte, es würde immer so weitergehen.

Aber ich wusste nicht, was ein diabetischer Schock ist.

* Schnelles Tuten *

Ich wusste nicht, was los war.

Ich bin bei ihr geblieben.

Ich habe mich an sie gekuschelt, konnte nicht von ihr weichen.

Sobald es hell wurde, habe ich versucht, sie zu wecken.

Ich höre noch das Klingeln von der Tür.

* Türklingel * Immer und immer wieder.

Ich machte nicht auf, weil Oma gesagt hatte: "Du bist erst fünf.

Du weißt nicht, wer da steht. Vielleicht jemand Fremdes."

(Mann) Hallo! Ist da jemand?

Sie haben die Tür aufgebrochen.

Die Polizei kam, hat Fenster aufgerissen.

Es hat gestunken, aber ich wollte die Wohnung nicht verlassen.

Nicht mal, als sie Oma rausgetragen hatten.

Ich saß zusammengekauert in der Ecke und konnte mich nicht mehr bewegen.

Und dann kam dieser Polizist.

Hat mich angeschaut und gesagt... - Hey.

Du heißt Tim.

Wir haben ein Wunderauto vor dem Haus stehen.

"Es hat ein blaues Licht auf dem Dach."

Und du darfst es einschalten.

Wenn es zu blinken anfängt, kann nichts mehr passieren.

"Dann bist du in Sicherheit."

Und warst du dann in Sicherheit?

Gut, das ist eine andere Geschichte, aber...

In dem Augenblick habe ich gemerkt,

dass ich Polizist werden will, weil ich mit dem Auto fahren wollte,

in dem kein Kind Angst haben muss.

* Sanfte Musik *

Es ist schwer, mit der Vergangenheit abzuschließen.

"Manchmal ist es aber auch genau anders herum,

dann lässt die Vergangenheit dich nicht los."

Guten Morgen, Frau Bockner.

Die zwei sind schon wieder da. Diese Frau zusammen mit ihrem Vater.

Die hatten keinen Termin, aber warteten schon vor der Tür.

Ich kümmere mich darum.

Guten Morgen.

Es tut mir leid, dass meine Assistentin Sie hier platziert hat,

in meinem Büro wartet mein eigentlicher Termin.

Uns tut es leid, dass wir Ihre Zeit in Anspruch nehmen...

Wir wollten Sie fragen, ob Sie es sich doch anders überlegt haben.

Tom, mein Ex-Mann, war gestern Abend bei uns zu Hause.

Normalerweise wohnt er nicht mehr dort und er ist völlig...

Sprich es aus. Völlig durchgedreht.

Der gehört nicht nur enterbt.

Der gehört in die Klapse. - Detlef, bitte.

Niemand kann nachvollziehen,

wie es sich anfühlt, schuldig am Tod von vier Menschen zu sein.

Das... Das macht ihn wahnsinnig.

* Düstere Klänge *

Ja.

Doch, ich kann mich ganz gut in Ihren Ex-Mann hineinversetzen.

Diese Schuld muss sich ganz fürchterlich anfühlen.

Deshalb sollte man auch abwägen: Hat er nicht schon genug gebüßt?

Er saß im Gefängnis. Das war alles sehr hart.

Ähm...

Sollte man da nicht versuchen, ihm zu...

Wie drücke ich das am besten aus?

Sollte man nicht versuchen, ihm zu helfen,

anstatt weiter auf ihn draufzuschlagen?

Sie glauben, ich habe nicht alles Mögliche unternommen,

um meinem Sohn zu helfen, ihn zu unterstützen,

ihn immer und immer wieder aus dem Dreck zu ziehen?

Er war wirklich früher völlig normal.

Hat viel Sport gemacht, war im Fußballverein,

er hat keinen Tropfen Alkohol getrunken.

(Detlef) Der ist morgens schon besoffen.

Verstehen Sie das nicht? Der zieht uns alle in den Abgrund.

Mir geht es doch am meisten um meine Tochter.

Sie haben auch eine in diesem Alter.

Das ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

Bitte. Meine Tochter geht vor die Hunde.

Wir wollen doch nur das Erbe von Dilara schützen.

Das Kind soll eine gute Ausbildung machen.

Ich meine, es kann nichts dafür, was ihr Vater verbrochen hat.

Bitte.

Es tut mir wirklich leid.

Ich würde Ihnen so gerne helfen, aber ich ...

habe momentan einfach keine Kapazitäten.

Falls sich was daran ändern sollte,

melde ich mich bei Ihnen.

Für alle Fälle gebe ich Ihnen meine Karte.

Da ist meine Adresse drauf... - Lass.

Er hat uns doch schon längst abgewiesen, Manuela.

Wie oft willst du vor ihm zu Kreuze kriechen?

Ein bisschen Menschlichkeit würde dem gut stehen.

Denkt, er wird auf seinen Rechnungen hocken bleiben.

Lass. Geschimpfe macht es nicht besser.

Entschuldigung. Trotzdem danke. Und einen schönen Tag noch.

Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.

* Düstere Klänge *

* Lied: "Policy of Truth" von Depeche Mode *

* Synthie-Rock *

* Die Musik läuft weiter. *

Papa, komm wieder rein. Papa!

Nein, lass mich! Du sollst mich...

* Musik wird leiser. * Lass mich fahren.

* Unverständlicher Dialog *

Ich gehe nach Hause. - Nein.

Gib mir sofort den Schlüssel.

Komm! - Jetzt komm raus.

Ja, ist gut.

Gib mir den Schlüssel. - Alles gut.

(Mann) Alles gut.

* Das Handy klingelt. *

Hey Schatz, was treibst du?

Du musst mich retten.

Was haben sie wieder angestellt? Wo bist du gerade?

Auf dem Weg in die Kanzlei. Ich war mit Mandanten essen.

Die Schule hat angerufen, ich soll da antanzen,

weil Danny dem Lenny

in der großen Pause den Mittelfinger gezeigt hat.

Lass mich raten. Krug hat dich angerufen?

Ja.

Das macht er nur, um dich in die Schule zu locken.

Unser Sohn ist sein Vorwand. "Quatsch."

Ich meine, ich würde mich seinen Liebesattacken natürlich stellen,

aber leider muss ich Vivi abholen,

sie bekommt ihre Zahnspange raus, yeah!

Weißt du was? Ich fahre da jetzt vorbei.

Ich werde unserem Schulkameraden "Hallo" sagen

und ihm zur Begrüßung den Stinkefinger zeigen.

Tu das.

Ich liebe dich.

Ich liebe dich.

Willst du es noch mal durchsprechen?

Wenn du glaubst, dass ich hier bin,

um deine Entschuldigung zu hören, liegst du falsch.

Ich werde dir nie verzeihen. Den Anfang haben wir nicht geplant.

Ich werde ihm nie verzeihen können.

Ich will wissen, was er mit unserem Hund gemacht hat.

Aber du musst beim Wesentlichen bleiben.

Mach ihm keine Vorwürfe. Was willst du von ihm?

Ja.

Ich bin hergekommen, weil ich deine Hilfe brauche.

Die haben uns getrennt, bis das Familiengericht entschieden hat.

Und wenn er herzlos reagiert?

Das wird er nicht, er ist unser Vater.

Er will nur das Beste ...

für uns.

Scheiße, ich kann das nicht.

Doch, Vivi, du kannst das. Ja? Treib ihn nicht in die Enge.

Er weiß, dass sich das Haus nicht mehr teuer verkaufen lässt,

jetzt, wo jemand darin ermordet wurde.

Du musst ihn irgendwie einbeziehen.

Frag ihn nach Ideen, nach Vorschlägen.

Auch, wenn es dir schwerfällt.

Ich muss auch wissen, was mit der Kanzlei passieren soll.

Ob es Anwälte gibt, die die übernehmen können?

Und was ich mit Frau Bockner machen soll,

die hat schon für Großvater gearbeitet.

Und was ist mit Handyverträgen, Kabelanschlüssen, Versicherungen?

Ist auch wichtig. Was muss abgemeldet werden?

Vielleicht hat er auch noch Konten. Ob irgendwo Geld rumliegt.

Ja. Schwarzgeld oder so.

Ja, er ist Jurist. Er kennt die Tricks, hm?

Du machst das schon.

* Lied: "Strange" von Celeste *

* Gefühlvolle Musik *

Hallo.

Herr Klettmann, Ihr Besuch.

* Die Musik läuft weiter. *

* Die Musik klingt aus. *

Hallo, Vivi.

Ich...

Schön, dass du hier bist.

Ich bin hier, weil ich deine Hilfe brauche.

Die haben uns Kinder getrennt, bis das Gericht entschieden hat.

Wo sind Danny und Emmi jetzt? Bei Pflegeeltern.

Ich brauche noch eine Generalvollmacht von dir,

damit ich alle Geschäfte in deinem Namen ausführen kann, Prokura.

Bekommst du.

Ich weiß nicht, was du mit dem Haus vorhast,

aber ich kann mir nicht vorstellen, da noch mal...

Verkauf es.

Ich muss wissen, was mit der Kanzlei passieren soll.

Muss ich einen Mietvertrag kündigen? Wo finde ich den?

Wie kündige ich den Angestellten? Kannst du mir was verfassen?

Das mache ich.

Das Wichtigste ist mir, dass ich mir das Sorgerecht

für Danny und Emmi mit dir teile.

Ich brauche dein Einverständnis.

Wir müssen zeigen, dass wir als Team funktionieren.

Ich werde vorleben, was Mama mir vorgelebt hat.

Ich verspreche, dass ich nie wieder feiere, immer für sie da bin.

Und Danny seine Hausaufgaben nie wieder beim Frühstück macht.

Vivi, ich habe eure Mama sehr geliebt.

Du hast sie sehr geliebt.

Du hast ihr ein Messer in den Rücken gerammt.

Ich...

Ich schreibe alles auf, um dir das zu erklären.

Erklärst du auch, was du mit dem Hund gemacht hast?

Wo ist Bruno?

Ich weiß nicht, wovon du sprichst, Vivi.

Tu nicht so, als würdest du es nicht wissen.

Du musst mir glauben. Glauben?

Ich kann dir nie wieder irgendwas glauben.

Du bist ein Arschloch, ein riesiges Arschloch.

Ich will dich nie wieder... Nie wieder sehen.

* Lied: "It's No Good" von Depeche Mode *

* Synthie-Rock *

* Die Musik wird lauter. *

* Das Handy vibriert. *

* Er dreht die Musik leiser. *

Hallo? Ich habe mit dem Jugendamt geredet.

Sie können Emmi sehen.

Wirklich? Ich glaube es gar nicht.

Wann denn?

"Die Pflegemutter hat Dienstag, 15 Uhr vorgeschlagen. Passt das?"

Ja, das passt.

Oh, ich freue mich. Ich kann es gar nicht glauben.

Wie war es bei Ihrem Vater?

Äh...

Ja, überraschend gut.

Das sind ja zwei gute Nachrichten.

Ja, ich melde mich wieder bei Ihnen. Tschau.

Deine Therapeutin?

Ja, meine bezahlte Freundin.

Aber ich darf Emmi sehen, glaubst du es?

* Die Musik wird lauter. *

* Er schreit. *

* Die Musik klingt aus. *

* Lautes Stimmengewirr *

* Stimmengewirr wird lauter. *

* Scheppern *

* Ein Mann schreit. *

Hilfe.

Hilfe!

Polizei! Rufen Sie die Polizei! Was?

Was ist passiert? Er hat ihn umgebracht!

Rufen Sie die Polizei!

Er hat ihn umgebracht!

Scheiße!

Emmi hat sich hier sehr gut eingewöhnt.

Sie wollen das Sorgerecht beantragen?

Können wir Emmi jetzt mal herholen?

Na klar.

Emmi, kommst du bitte kurz? Hier ist Besuch für dich.

Ich bringe Stupsi mit. - Na klar.

* Ruhige Musik *

Er hat mich gekratzt. - Er hat dich gekratzt?

Aber wo denn? Aber nicht so schlimm.

Tut nicht weh. - Gut.

Vivi!

Emmi, hallo.

Geht's dir gut? Das ist Stupsi.

Ach, hallo Stupsi. Wo warst du die ganze Zeit?

Und wo ist Danny?

Danny macht auch Urlaub bei einer anderen Familie.

Emmi, willst du deiner großen Schwester

auch noch die anderen Kaninchen zeigen?

Ja. Komm mit raus, Vivi.

Hier gibt es auch noch eine Katze, die heißt Menki.

Man hat ihr gesagt, dass ihre Mama im Himmel ist

und von dort aus auf sie aufpasst.

Emmi hat es gehört, aber nichts dazu gesagt.

Kommst du, Vivi? Ich zeige sie dir alle.

Irgendwann wird sie darüber reden und alles verarbeiten, sicher.

Das ist völlig normal für Kinder.

Gerade versucht sie einfach, emotional zu überleben.

Kommst du, Vivi?

Schau mal. Der ist auch ganz dick.

Es bekommt Babys.

Na du.

(Tim) Sie ist deine Schwester, sie wird dich nicht vergessen.

Ich muss meinen Vater noch mal besuchen,

diesmal mache ich es richtig.

Emmi war so süß beim Verabschieden, wollte mich nicht mehr loslassen.

Aber die hat kein einziges Wort über Mama und Papa gesagt.

Nicht mal nach Bruno gefragt.

Obwohl ich froh sein könnte, weiß nicht, was ich sagen soll.

Er ist verschwunden. Keiner weiß, was passiert ist.

Das wird sich irgendwann klären. Hm?

Guck mal.

Das ist ein gutes Zeichen, der bringt Glück.

Wir Menschen sind schon irgendwie strange drauf.

Weil ich das gerade gesagt habe? Meine Mama war abergläubisch.

Dann habt ihr aber nicht gut im Bio-Unterricht aufgepasst,

also deine Mutter und du.

Ja, Marienkäfermännchen rammeln Weibchen zu Tode,

so dauergeil, dass sie nicht aufhören.

Die machen einfach weiter, das ist ekelhaft.

Nee, das hat mir im Bio-Unterricht ganz sicher niemand erzählt,

das hätte ich mir gemerkt.

Die fressen ihre Geschwister, wenn sie noch Larven sind.

Was machen wir Menschen? Wir verniedlichen sie.

Verschenken sie als Schokokäfer mit Kulleraugen

und einem Riesengrinsen drauf.

Erzählen unseren Kindern, sie wären süß oder würden Glück bringen.

Das ist doch krank. Mach es trotzdem gut.

Ich weiß, woher Sie Dilara Miller kannten.

Ich habe mit der Mutter gesprochen.

Es gibt eine Verbindung zwischen ihr und Ihnen.

Frau Miller? Ja?

Peter Klettmann. Ich weiß. Sie sind dieser Anwalt.

Was wollten Sie eigentlich hier?

Ich war zufällig in der Gegend.

Ich habe mich an Ihre Karte erinnert.

Was ist denn genau passiert?

Tom war wieder völlig besoffen und ich bin noch dazwischengegangen.

Es gab eine Rangelei mit Detlef und Tom ist...

Na ja, Tom ist unglücklich gestürzt. Ich meine...

Detlef hat das nicht mit Absicht gemacht.

Der Notarzt hat nur was gesagt von einer möglichen Querschnittslähmung.

(Frau) Frau Miller? - Ja?

Ja, ich komme.

Es tut mir so leid.

Ich kann Sie finanziell unterstützen.

Bitte?

Uns wurde so oft was versprochen und nie eingehalten.

Ich will diese Enttäuschung nicht mehr.

Ich komme morgen wieder.

Aber erst am Abend, da kann ich besser.

"Nein, Vivi, auch wenn es dir sofort durch den Kopf schießt,

ich habe deine Mutter nie betrogen.

Es ging um Buße, Wiedergutmachung.

Und plötzlich hatte ich so was wie eine Zweitfamilie."

Ich habe es nicht so richtig verstanden.

Und warum wollen Sie uns plötzlich jetzt doch helfen?

Weil ich Sie aus der Kanzlei weggeschickt habe.

Wenn ich das nicht getan hätte, würde Ihr Schwiegervater

jetzt noch in der Küche sitzen und Ihr Mann...

Ex-Mann.

Es tut mir aufrichtig leid.

Und was ist die Währung? Geld habe ich keins.

Nichts. Nichts?

Das ist eine Verschwiegenheitserklärung.

Wenn Sie unterschreiben, werde ich Sie ab sofort

jeden Monat mit einem Betrag unterstützen,

damit für Sie gesorgt ist.

Und das ist auch nichts?

Sie bekommen es in cash.

Ich möchte nicht, dass es über mein Konto läuft.

Mhm.

Offensichtlich haben Sie Kohle, sehen gut aus,

sind jünger als ich, Ring am Finger.

Auf welchen Fetisch stehen Sie? Mutter-Tochter-Dreier?

Sie gehen besser und nehmen Ihren silbernen Kuli mit.

Wenn man den Mitmenschen helfen will,

ist man nicht automatisch ein perverses Arschloch.

Für Ihren Schwiegervater finde ich einen Verteidiger,

für Ihren Mann eine Klinik.

Am wichtigsten ist, dass Sie sich um Ihr Kind kümmern können.

Ich habe Ihnen gesagt, meine Große ist im gleichen Alter.

Ich werde mich um Dilara kümmern, als wäre sie mein viertes Kind.

Wo ist sie denn?

Sie haben gesagt, dass sie Drogenprobleme hat,

sich an fremde Männer verkauft.

Mit 17.

16.

Sie ist 16.

"Du musst nicht wach bleiben.

Wir feiern den Sieg von einem Prozess. Es wird später."

Okay.

Aber nimm dir ein Taxi, wenn du was trinken solltest, ja?

Ja, mache ich.

Na dann viel Spaß. Tschüss. Bis gleich.

Tschüss.

* Verspielte Musik *

* Die Musik wird lauter. *

Was willst du dafür?

Das ist Ecstasy mit Ketamin gemischt.

Ich habe es ausprobiert. Damit beamst du dich raus.

Ist wie, als würdest du von oben einfach zusehen, weißt du?

Als würdest du sterben und ... nicht tot sein.

Was wollen wir dafür haben, Bro? - Ja. 40 das Gramm.

(Mädchen) Dilara.

Da ist jemand für dich.

Das ist sie. Danke.

Was wollen Sie?

Können wir unter vier Augen reden? Schickt Mesut dich?

Ich bin in einer Stunde zurück. Dann kaufe ich euch das Zeug ab.

Okay.

Hast du ein Auto oder willst du ein geilen Naturfick?

Süß, ein Frischling. Besorgt es dir deine Frau zu Hause nicht?

Na komm.

Mein Auto ist hier vorne.

Hey, warte.

Und woher kennst du eigentlich Mesut?

Du solltest nicht bei Fremden ins Auto steigen.

Sind Sie von der Polizei?

Nein.

Kein Problem, ich habe auch Kontakte,

die nur auf Dirty Talk stehen.

Stell dir vor, ich leck deine Eier

mit meiner Zungenspitze, währenddessen...

(Radio) "Man kann nicht auf viel zählen.

Das Wetter bleibt wechselhaft."

Was ist Ihr Problem? Was wollen Sie von mir?

Und wo fahren wir hin?

* Elektronische Musik *

Gehst du noch zur Schule? Sind Sie vom Jugendamt?

Okay, wir haben ein paar Probleme zu Hause.

Ich war seit Monaten nicht in der Schule.

Das ist kein sicherer Ort, das denken Erwachsene nur.

Man traut sich nicht aufs Klo,

weil einer vor der Kabine steht oder noch schlimmer gleich mehrere.

Jetzt kann ich darüber reden, das war lange nicht so.

Könntest du warten, bis wir angekommen sind?

* Die Musik wird lauter. *

Was soll die Scheiße? Ich will nicht nach Hause, bring mich zurück.

Hör zu, ich bin so was wie ein Freund deiner Familie

und ich werde euch helfen.

Ab jetzt bin ich wie ein zweiter Vater für dich.

Armer Kerl, durch die Schädelhirnverletzung

kam es zum Locked-in-Syndrom.

Ja, wenn Sie sein bester Freund sind, wissen Sie das ja schon.

Eigentlich gar kein Leben mehr, bei vollem Bewusstsein

im eigenen Körper eingesperrt sein,

nichts mehr bewegen können, nicht sprechen.

Nur noch selbstständig atmen.

* Elektronische Musik wird lauter. *

* Die Musik klingt aus. *

Die Blumen müssen draußen bleiben.

Ach so. Ja.

Sie haben Besuch, Herr Miller.

Ihr bester Freund.

* Herzklopfen *

Wir kennen uns nicht.

Glauben Sie mir, kein Mensch auf der Welt

kann Sie so gut verstehen wie ich.

Vier Menschen, die am Leben wären, wenn wir nicht gelebt hätten.

Die irgendwo da draußen rumschwirren würden,

vielleicht sogar lachen.

Vielleicht denken Sie sogar, Sie hätten es verdient, hier zu liegen.

Lebendig begraben.

Und sich nicht mal selber töten zu können.

Ich mache es kurz.

Ich bin hier, um Ihnen Ihre Schuld zu nehmen.

Ich war das damals.

* Schnelles Herzklopfen *

(dumpf) Ich habe den Anhänger vom Lkw entkoppelt.

Aber das war kein böser Wille. Das war ein Unfall. Verstehen Sie?

Ich kannte das Mädchen und ihre Familie,

die ums Leben gekommen sind.

Helen Fiedler, ich habe mit ihr Abitur gemacht.

Unter normalen Umständen würde ich sagen:

Hauen Sie mir eine rein. Dann gehen wir zur Polizei.

Klären das Ganze auf.

Die Presse würde bei Ihnen vor der Tür stehen,

Sie würden Schadenersatz bekommen.

(dumpf) Sie würden mit Ihrer Familie um die Welt reisen.

Würden ein Buch darüber schreiben.

Über den Mann, der Ihr Leben geklaut hat.

(dumpf) Könnten in einer Talkshow über Ihr Unrecht reden, aber...

Das funktioniert alles nicht mehr.

* Herzklopfen *

Ich habe sehr lang,

sehr rational über das alles nachgedacht.

Ein Geständnis meinerseits

hilft weder Ihnen noch mir in unserer Situation.

* Herzklopfen * Verstehen Sie?

Ich gebe mein Ehrenwort, dass ich alles in meiner Macht tun werde,

damit Ihre Familie eine glückliche und sichere Zukunft hat.

So, als wäre es meine eigene.

* Herzklopfen *

Ihre Tochter habe ich untergebracht auf der Privatschule meiner Kinder.

Die ist ein bisschen auf die schiefe Bahn geraten.

Aber das... Aber das kriegen wir wieder hin.

Hm?

* Pulsierende Musik *

* Lied "What Does It Mean?" von The Flaming Lips *

* Elektronische Musik *

So, da bin ich.

Was gibt's denn? - Anna.

Ich habe gerade zwei Freistunden,

deshalb habe ich mich bei dir gemeldet.

Ich musste unbedingt mit dir persönlich reden.

Tja, lass mich raten. Danny hat den Chemiesaal gesprengt.

Vivi hat Sport geschwänzt

Du machst dir große Sorgen um meine Kinder.

Richtig?

Okay. Wollen wir reingehen? Das ist gemütlicher.

Nein, dafür habe ich jetzt keine Zeit.

Also, was gibt es? Schieß los. - Ja, ich mache mir Sorgen.

Aber nicht um Vivi oder Danny.

Ich meine, ich war auch mal jung.

Weißt du noch, was wir hier als Kinder angestellt haben?

Das darfst du denen nie erzählen.

Pass auf...

Es geht um Peter.

Deshalb wollte ich auch mit dir sprechen und nicht mit ihm.

Ich habe ewig mit mir gerungen, Anna.

Du weißt ja, dass ich mal ganz doll in dich verliebt war.

Ja, vor fast 100 Jahren. Ich führe eine glückliche Ehe.

Ja, deshalb fällt es mir auch so schwer.

Sage ich was oder halte ich die Klappe?

Du sagst was, Robert.

Ja...

Gut, ich habe zufällig mitbekommen,

dass Peter hier einer Schülerin

heimlich ein Stipendium bezahlt.

* Ruhige Rockmusik *

Was?

Ich gehe dann jetzt mal.

Einer muss ja das Geld verdienen.

Sag aber bitte nicht, dass du das von mir hast.

Ich weiß auch den Namen, wenn du den wissen willst.

Alles Gute für Sie.

Nee, das muss ein Missverständnis sein, Robert.

Klär das mit ihm.

Das hast du nicht verdient, dass du dermaßen verarscht wirst.

Ich gehe wieder rein, ja?

* Die Musik läuft weiter. *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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