All language subtitles for Gestern waren wir noch Kinder-Episode 3 - Eine Serie von Natalie Scharf.deu

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Original subtitles

* Fröhliche Popmusik *

Vivi Klettmann

Peter Klettmann

* Düstere Klänge *

* Polizeifunk * * Sirenen *

Bei mir bleiben, der Krankenwagen kommt gleich.

* Sie stöhnt. * Was? Was?

Sie hat gesagt: "Pass auf meine Kinder auf."

(Roth) Deswegen waren Sie hier?

Ich habe Sie wiedererkannt. - Was soll das?

Scheißjournalisten. - Ich bin kein Journalist.

Komm, hauen Sie ab. Sie sollen abhauen.

So eine Scheiße. - Hau ab!

Ich rufe die Polizei. - Hier.

Ich rufe die Polizei. - Ich bin die Polizei, ja?

Glück gehabt.

Sorry, aber seit dem Mord schnüffeln hier ständig Reporter rum.

Gestern hat jemand durchs Küchenfenster fotografiert.

Haben Sie was zum Abtrocknen?

Unsere Töchter sind zusammen in die Grundschule gegangen.

Ich habe sie vorgestern Vormittag noch gesehen, vor ihrem Haus.

Sie hatte Geburtstag.

Ja, und dann war sie später noch mal bei mir.

Sie hatte ihr Handy verlegt und musste ihren Mann anrufen.

Keine Ahnung, was er zu ihr gesagt hat, aber sie wirkte total komisch.

Sie ist einfach weggegangen.

Danke. - Gerne.

Ja, und wenn Sie mich fragen, wie sie so war: nett, zuvorkommend.

Wenn die Milch ausging oder man ein Ei brauchte, Anna half immer.

Aber wirklich warm geworden...

Und er? - Hat schon als Junge dort gewohnt.

Wir sind Nachbarn, seit ich denken kann.

War er denn schon damals auffällig?

Auffällig?

Laut war es mal, wenn er Schlagzeug spielte.

* Sie imitiert das Schlagzeug. *

Oder wenn sein Vater rumbrüllte.

Peter, Musik leiser!

Also man soll ja nicht schlecht über Tote reden,

aber das war wirklich ein gewalttätiger Choleriker.

Aber als seriöser Anwalt getarnt, ne? Mit einem Doktortitel.

Hm? - Nein, danke.

Aber seine Mutter, Heide Klettmann.

Von der habe ich noch Albträume. Richtig unheimlich war die.

Wir haben damals Wetten abgeschlossen.

Wer schafft es am längsten am Zaun?

Der bekam dann fünf Kaugummis aus dem Automaten.

(Heide) Das macht Spaß!

Gleich berührst du den Himmel!

* Gefühlvolle Musik *

Ich glaube, sie hat nie überwunden, dass Peters kleine Schwester starb.

Es war ein fürchterliches Drama damals.

Die waren auf dem Erdbeerfeld.

Die kleine Klara und die Heide.

So wird es nie was mit der Erdbeermarmelade.

(Radio) "Die Meldungen des Tages.

Das Wetter verrate ich Ihnen nach diesem Song.

Nur so viel schon mal: Sonnencreme einpacken."

* Countrymusik *

Marmelade? Du hast mir ein Pferd versprochen.

Nein, nein, nein. Das hast du nur so interpretiert.

Du hast so viele schöne Geschenke gekriegt, Klara.

Ja, aber die leben alle nicht.

Ich wollte einen Hund oder ein Pferd.

Wenn du mal einen Freund hast,

wird es nur im Stall rumstehen und dich nerven.

Ich weiß, wie es mit einem Hund enden würde.

Wer würde wohl mit dem Gassi gehen?

Ich natürlich. - Ja, ja.

Ich will nie einen Freund. Jungs haben Schwänze.

Klara Klettmann! - Die sehen so eklig aus.

Ich werde nie einen anfassen. - Wo hast du bitte einen gesehen?

Ich habe einen großen Bruder, Peter duscht jeden Morgen.

Von daher...

Ich will ein Pferd, ein Pferd, sonst bleibe ich für immer hier sitzen.

* Klara stöhnt. *

Du solltest einen Schauspielkurs wählen.

Du hast echtes Talent.

Klara?

* Stummer Schrei *

Ich war damals dabei, als er die Todesnachricht bekam.

Peter, jetzt bist du dran.

Die haben Flaschendrehen gespielt, der Vater kam.

* Fröhliche Popmusik *

* Hupen *

Was macht denn mein Vater hier?

* Düstere Klänge *

(Hans) Steig ein.

Als sein Vater ihm vom Tod seiner Schwester erzählte,

hat er so laut gebrüllt... * Peter schreit. *

Das habe ich heute noch im Ohr.

Was für eine traurige Geschichte.

Ja, die Beerdigung muss auch die Hölle gewesen sein.

Ich war zu klein, aber meine Eltern waren da.

(Pfarrer) Vor vier Jahren empfing Klara bei mir

die heilige Erstkommunion.

Ich dachte eigentlich, dass ich sie irgendwann am Altar...

* Düstere Klänge *

Am Altar vor mir stehen habe,

und neben ihr ihren zukünftigen Mann.

Die Wege des Herrn sind unergründlich,

unerforschlich seine Wege.

Wir haben uns heute hier versammelt, um gemeinsam zu trauern.

Wir trauern ...

um Anna Klettmann.

Es ist unvorstellbar, dass sie nicht mehr unter uns ist.

Gewaltsam aus dem Leben gerissen

an ihrem 44. Geburtstag.

(Radio) "Nach wie vor sind die Umstände der Familientragödie,

die sich vor einigen Tagen nahe München zugetragen hat, unklar.

Der renommierte Rechtsanwalt Peter K.

erstach vergangenen Montag die Mutter seiner drei Kinder.

Es gibt bisher keine Hinweise auf seine Beweggründe.

Der mutmaßliche Täter verzichtet auf Rechtsbeistand,

will sich selber verteidigen und schweigt in der Untersuchungshaft.

Die Beerdigung der getöteten Mutter findet heute statt.

Wir bleiben hier dran für Sie

und berichten weiter von diesem dramatischen Fall.

Hier jetzt aber erst mal drei Hits am Stück an diesem warmen Tag."

* Ruhige Countrymusik im Radio *

Drei Kinder bleiben zurück,

die jetzt ohne ihre geliebte Mutter ihren Weg finden müssen.

Ja, auch ohne Vater.

Trauer ist ein steiniger Weg.

Vergebung ebenso.

Emmi ist erst acht und, wie gesagt, frühestens mit zehn können Kinder

die Konsequenzen des Todes überhaupt begreifen.

Es ist besser, wenn sie nicht mitkommt.

Und mein Bruder?

Daniel hat gesagt, dass er die Beerdigung nicht durchstehen würde.

Es braucht einfach noch Zeit.

(Pfarrer) So wie ich Anna Klettmann kennenlernen durfte,

passt sie jetzt von da oben auf ihre drei Kinder auf.

* Ruhige Countrymusik im Radio *

* Kirchenglocken *

Vivi, wenn du Hilfe brauchst oder deine Geschwister, dann kannst...

* Ruhige Countrymusik im Radio *

Wenn du irgendwas brauchst... Melde ich mich.

Wir hoffen, wir sehen dich bald in der Schule.

* Ruhige Countrymusik im Radio *

(Ott) Wollen wir dann los?

* Düstere Klänge *

(Frau) Sie sagten dem Notruf: "Ich habe meine Frau getötet."

Jetzt scheinen Sie Ihre Strategie geändert zu haben. Warum?

Dilara Miller. Sie ging mit Ihrer Tochter in eine Klasse.

Jetzt ist sie verschwunden.

Es soll Probleme auf der Schule mit ihr gegeben haben.

Ich gehe davon aus, dass Vivi nicht wusste,

dass Papi der verhassten Mitschülerin die Schule finanziert?

Hat es deshalb Streit mit Ihrer Frau gegeben?

Haben Sie deswegen zum Messer gegriffen?

Okay.

Das Handy Ihrer Frau wurde in der Nacht

vor ihrem Geburtstag abgeschaltet.

Sie hat es gesucht. Es blieb verschwunden.

Deshalb hat sie von der Nachbarin aus in Ihrer Kanzlei angerufen.

Frau Roth erzählte uns,

dass Ihre Frau nach dem Telefonat sehr betroffen schien.

Sie meinte sogar, sie war regelrecht verzweifelt.

Die Angestellte Ihrer Kanzlei sagte, dass Sie sich freigenommen hatten,

weil es der Geburtstag Ihrer Frau war.

Wenn Sie nicht bei Ihrer Frau waren, was haben Sie dann gemacht?

Herr Klettmann...

Wo waren Sie?

Bringen Sie ihn zurück.

Bei ihnen hat es auch nicht gehalten.

Nee, aber ich habe es nicht mit Mord beendet.

* 80er-Popmusik *

Aber ich habe ihn angekotzt.

Du warst betrunken. Der war doch selber total zugedröhnt.

(Mädchen) Das Sonnenbad wird wohl nichts mehr?

Ist doch nur eine Wolke, die ist gleich wieder weg.

Cooler Song. Ist hier noch Platz?

Ganz schön kalt, wenn die Sonne nicht mehr da ist.

Habt ihr das schon von Helen Fiedler gehört?

Sie ist verbrannt mit der Mutter und den Großeltern im Auto.

Haben wir, schrecklich.

Tut mir leid, Katy, wir haben gerade ein wichtiges Gespräch.

Nichts gegen dich, aber könntest... - Ach so, ich störe.

Ja, sorry. Tschau.

Und jetzt? Er wird mich für immer mit Kotze in Verbindung bringen.

Quatsch. - Das ist so unerotisch.

Jetzt überlegen wir uns ein Entschuldigungsgeschenk.

Das bringst du ihm dann später.

Das packe ich doch nicht. - Das ist süß.

Was könnte das so sein?

Ich war beim Grab meiner Mutter und dann habe ich Ihre Frau gesehen.

Ich bin auf sie zugegangen, habe gesagt:

"Frau Klettmann? Kommen Sie? Ich bringe Sie nach Hause."

Aber dann hat sie angefangen, dieses Kinderlied zu singen.

* Sie singt leise. *

* Düstere Klänge *

Danke, Frau Roth. Ich fahre zum Friedhof.

* Sanfte Musik *

* Pulsierende Musik *

* Die Musik klingt aus. *

* Gefühlvoller Gesang *

* Herzklopfen *

* Türklingel *

* Türklingel *

Scheiße!

* Türklingel *

Ich dachte schon, dass niemand zu Hause ist.

Das ist für dich.

Als Entschädigung für den von mir verschmutzten Anzug.

Kam gerade ganz frisch raus.

Aber wahrscheinlich kennst du es schon?

Danke.

* Lied: "Walking In My Shoes" von Depeche Mode *

* Synthie-Rock *

Wäre das mit dem Spiegel nicht pa... - Hätte er sich genauso verhalten.

Anna, wie kann man so abergläubisch sein?

* Die Musik läuft weiter. *

Ich kenne dich seit dem Kindergarten.

Du wirst auch nicht mit 44 oder 45 sterben.

* Die Musik läuft weiter. *

Nee.

Ich bin durch mit ihm.

Die Zeit der Erniedrigung ist vorbei.

Er könnte mich jetzt fragen:

"Anna, willst du mit mir für immer zusammen sein?"

Und ich würde sagen: Nee, du hattest während der Schule

fünf Jahre lang die Chance.

Ende im Gelände. Peter Klettmann ist Geschichte.

* Klingel * Ich kannte den Song noch nicht.

Das... Der Song ist ... klasse.

Kommst du mit? Ja, klar.

Ich rufe dich später an.

* Die Musik läuft weiter. *

* Das Lied klingt aus. *

* Lied: "I Feel You" von Depeche Mode *

* Synthie-Rock *

* Hupen *

Peter!

Warum darf ich nicht bei Klärchen bleiben?

Weil du dich nicht in ihr Grab legen kannst.

Musik leiser!

* Er stellt die Musik ab. * Bin gleich wieder da.

Du scheinst zu vergessen, dass wir Nachbarn haben.

Du bist nicht allein hier, auch wenn du dich so aufführst.

Meine Musik mag er auch nicht. - Du hast dich schmutzig gemacht.

Es ist alles voller Erde. - Lass das.

Du reibst es in den Stoff rein.

Damit es sauber wird, braucht man Gallseife oder Essig.

Was stehst du da so rum, wenn dir langweilig ist,

der Rasen könnte gemäht werden.

Anna ist zu Besuch. Anna?

Ist das die, die deinen Anzug vollgekotzt hat?

Anna ist sehr nett.

So, wenn sie nett ist, dann beteiligt sie sich

an den Reinigungskosten für deinen Anzug.

Ja, ich gehe dann wieder hoch.

Lass mal rausgehen, die Sonne scheint so schön.

* Sanfte Musik *

Das hier ist mein Lieblingsort.

Höhenangst darf man aber nicht haben.

Hast du mal drüber nachgedacht, wie du dich umbringen würdest?

Nee, im Gegenteil eigentlich.

Ich habe Angst, dass ich zu früh sterbe und viel verpasse. Wieso?

Keine Ahnung, habe nur so gefragt.

Weißt du schon, was du studieren möchtest?

Mit unzähligen Wartesemestern wegen meines Abischnittes ...

vielleicht Medizin, ich würde gerne Menschen retten.

Hey, was tust du da?

Was ist das?

Mein altes Leben.

Da fließt es dahin.

* Fröhlicher Synthie-Pop *

Tschüss, es war schön heute. Fand ich auch.

Tschüss.

* Düstere Klänge *

Fick dich!

Hallo. Ich bin wieder zu Hause.

Nicht so laut.

Deine Mutter hat sich hingelegt. Oh, sorry.

Wenn du Hunger hast, hol dir einen Teller.

Ich muss mit dir reden.

Mhm.

Anna und ich...

Das ist was Ernstes.

Und ich habe nachgedacht.

Ich finde, du hast recht.

So einen Satz habe ich in den 18 Jahren deines Lebens

noch nie von dir gehört.

Ich schreibe mich für Jura ein und werde vielleicht

eines Tages als Junior in deiner Kanzlei einsteigen.

Falls du das noch möchtest.

Ist das ein Witz?

Anna hat einen guten Einfluss auf dich.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Bring dir ein Bierglas mit.

Vielleicht hast du ein paar Gene von mir abbekommen.

* Popmusik im Radio *

Danke für die schwarzen Sachen.

Gut, dass alles gepasst hat.

Ja, meine Klamotten liegen immer noch in meinem Kleiderschrank.

Mein Laptop liegt auch noch auf dem Schreibtisch.

Den vermisse ich langsam besonders.

Die Spurensicherung hat das Haus freigegeben.

Aber bitte gehen Sie da nicht alleine hin.

* Popmusik im Radio *

Da sind viele Kontakte drin, aber ich kann mir nicht vorstellen,

Hannah zu schreiben und zu fragen:

Hey, kommst du mit mir in das Haus, in dem mein Vater...

Und räumst du mit mir mein altes Zimmer aus?

Was ist mit Ihrer Großmutter?

Sie wollten Kontakt aufnehmen. Hat nichts gebracht.

Als ich heute da drin aufgewacht bin,

habe ich gedacht, ich muss es schaffen,

mit meinem Vater zu reden in der U-Haft.

Und dass er mir sagen muss, wie es weitergehen soll.

Gleichzeitig denke ich, ich will dieses Arschloch nie wiedersehen.

Ich steige noch mal mit aus.

* Popmusik im Radio *

* Das Handy vibriert. *

Hey. Na, mein Bester?

Ich sitze beim Therapeuten im Wartezimmer.

Kann ich dich später zurückrufen? - Klar, Mann.

Du hast also deine Probleme unter Kontrolle?

Ja. Ja, habe ich. Du, mir geht's super.

Ich bin bald zurück im Dienst. Grüß die anderen ganz lieb.

Mache ich. - Bis dann.

Je massiver das Trauma der Verstorbenen war,

umso mehr identifiziert man sich damit.

Besonders, wenn man eine innige Beziehung zu der Person hatte.

Haben Sie sie gesehen? Wissen Sie, wie sie aussieht?

Wenn jemand sagt: "Ich kann mir vorstellen, was du durchmachst",

es selber aber nie erlebt hat, dann ist das empathischer Müll.

Unser Vorstellungsvermögen, egal, wie riesig es ist,

kann diese Situation nicht erfassen.

Es gibt Berichte von Menschen, die so was durchleben mussten.

Und daher weiß ich, als Betroffene will man alles wissen.

Wie der geliebte Mensch gestorben ist und was er erlitten hat.

Immer, wenn ich die Augen schließe, dann...

Dann sehe ich, wie er zusticht.

Ich verstehe nicht, wie er ihr so was antun konnte.

Was hat sie denn getan?

Das passt auch überhaupt nicht zu ihm.

Er ist Rechtsanwalt.

Er hat immer zu uns gesagt:

"Gewalt ist keine Lösung und euer Mundwerk ist eure stärkste Waffe."

Das waren seine Worte.

Er meinte immer, dass er nicht versteht,

woher Danny diese Aggressionsschübe hat.

Aber er hat mir ein Bein gestellt.

Soll ich wie ein Loser nur aufstehen und nichts machen?

Haben Mama oder ich euch je geschlagen? Nein.

Eine beschissene Aktion von Tommy.

Trotzdem, solche Sachen kann man auch friedlich regeln.

Okay, Sportsfreund? Mhm.

(Emmi) Papa.

Hey, Emmi.

Was machst du? Mama und ich töten Schnecken.

Das macht Spaß. - Sie wollte unbedingt dabei sein.

Haben die Friedensverhandlungen mit den Schnecken nicht gewirkt.

Hey. Hm?

Ja, er wäre heute um ein Haar von der Schule geflogen.

Keine Ahnung, woher er die Aggressionsschübe hat.

Glauben Sie ...

dass man als Mörder geboren wird, also...

Und dass es in der DNA irgendwie drin ist?

Nein, das glaube ich nicht.

Verschwenden Sie keinen Gedanken daran.

Bringen Sie seine Tat nicht mit sich und den Geschwistern in Verbindung.

Wollen Sie sich nicht stationär aufnehmen lassen?

* Das Handy vibriert. *

Eine Nachricht von einem Freund.

Es gibt also jemanden.

Ja, er ist anders. Er versteht mich.

Er fragt, ob er vorbeikommen kann, weil er in der Nähe ist.

Also nein, ich will mich immer noch nicht stationär aufnehmen lassen.

Alles klar, dann würde ich jetzt gehen.

Vergessen Sie nicht unseren nächsten Termin.

Die Therapiestunden sind wichtig.

Ja.

Machen Sie es gut. Tschüss.

* Das Handy vibriert. *

(Radio) "Leute, ein Blick auf den Thermometer.

Es wird wieder richtig warm. Bis zu 27 Grad in der Spitze.

Am Abend sind Wärmegewitter möglich.

Also, raus und genießen. Was für ein wundervoller Tag."

* Rockige Musik *

Was für ein wundervoller Tag.

* Klopfen * Ja?

Wow, die alte Schrulle vom Empfang ist eine Nummer für sich.

Hey.

Ja.

Die hat Angst, dass meine Kreditkarte nicht funktioniert.

Mein Beileid noch mal.

Danke.

Waren deine Geschwister auf der Beerdigung dabei?

Nein, die Therapeutin meinte, die packen das nicht.

Und Danny wollte sowieso nicht.

Die sind noch stationär.

Ist sie nett?

Emmi? Ja, die ist zuckersüß.

Aber halt erst acht.

Ich meinte eigentlich die Therapeutin.

Ach so. Äh... Ähm...

Ja, ich mag sie. Setz dich doch.

Was ist?

Ja, für mich waren Therapeuten immer nur Fake-Freunde.

Die gaukeln dir zwar Empathie vor, aber nur solange du sie bezahlst,

und mehr halt auch nicht.

Okay, ehrlich gesagt habe ich bislang

noch keine Erfahrung mit Therapeuten gehabt.

Davon erzähle ich ein andermal mehr.

Wenn du vorübergehend bei mir wohnst.

Du musst dem Drachen draußen kein Geld in den Rachen stopfen.

Ich habe kein Luxusappartement, aber es ist genug Platz für dich da.

Außerdem bin ich Polizist. Ich kann dich dann auch beschützen.

Uh. So weit kommt es hoffentlich nicht.

Ich habe fast keine Sachen, die ich mitnehmen kann.

Also, eigentlich gar nichts.

Gib mir einfach deine Schlüssel, dann fahre ich zu dir,

sammle Sachen zusammen, die du brauchen könntest.

Mache die Küche sauber, räume auf, dann musst du nicht hinfahren.

Danke.

Ich kümmere mich um dich.

Und wenn ich mich kümmere, dann 100 Prozent.

* Gefühlvolle Musik *

* Die Musik läuft weiter. *

Da wären wir.

Ich habe deine Sachen nach oben gebracht.

Also, Laptop, Zahnbürste und Klamotten.

Ich weiß nicht, was ich ohne dich machen würde.

So.

Dann ... willkommen in meiner bescheidenen Bleibe.

Ja, da werde ich dann schlafen,

und du kriegst das Bett im Schlafzimmer.

Nee. Doch.

Sicher?

Die Matratze ist ein bisschen durchgelegen,

aber ich wollte eh eine neue, jetzt habe ich einen Grund.

Deine Sachen stehen da. Oh, danke.

Ohne den war ich nur ein halber Mensch.

Oh, meine ganzen Klamotten.

Ich hoffe, alles, was du brauchst. Ja.

Ähm, kann ich einen Teil von deinem Schrank benutzen?

Na klar. Ich habe doch gesagt: Fühl dich wie zu Hause.

Wohn so lange hier, wie du willst.

Willst du was trinken? Wasser, Tee, grün, schwarz?

Ja, grün, bitte.

* Düstere Klänge *

Was?

Ich würde doch nur ein Wasser nehmen.

Ja, bringe ich dir.

* Düstere Klänge *

Äh, mit oder ohne Sprudel?

Äh, mit bitte.

Sagst du mir dein WLAN-Passwort?

Fourevermylove.

Four wie die Vier und Love wie die Liebe.

* Lied: "Feel Good Inc." Von Gorillaz *

* Hip-Hop *

* Düstere Klänge *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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