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[entferntes Vogelzwitschern]
[düster schwelende Musik]
[sie atmet nervös]
[Musik wird intensiver]
[sie stöhnt]
[sie stöhnt laut]
[Musik stoppt, Feuer knistert]
[düsteres Schwelen]
[unheilvolle Titelmusik]
Mops.
[Frau Kessler] Cornelia war wie ein Fisch im Wasser.
Auch wenn sie schon vor Kälte blau angelaufen ist,
wir mussten sie immer aus dem Wasser holen.
Sie war schon…
als ganz kleines Mädchen immer im Schwimmverein.
Ich hätte nie gedacht, dass ihr von dort Gefahr droht.
Raik Doormann war auch in dem Schwimmverein?
Ja.
Nach der Trennung von Jürgen hat er versucht, sich an sie ranzumachen.
Aber nicht meine Cornelia.
Sie hat mir erzählt, dass dieses Monster mit ihr ausgehen wollte,
aber sie hat ihn abgewiesen.
Hat sie damals auch dieses Wort benutzt?
Monster?
Nein.
Sie sagte "Kerl".
Nervensäge, so was in der Art.
Raik.
[Mann] Los, Conny.
Na ja, gute Zeit.
-Guter Hintern. -Gute Brüste, die sind nicht schlecht.
Die schönen Knospen?
Hast du die mal gesehen?
Der Gentleman genießt und schweigt.
Gentleman. Du weißt doch nicht mal, wie Gentleman geschrieben wird.
Weißt du, mit wem die rummacht?
Nee, keine Ahnung, musst du Jürgen fragen.
Die soll seit der Trennung alles bespringen,
was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Gut! Gute Zeit, Conny. War gut, wirklich. Nicht schlecht.
Am Startblock lässt du noch was liegen.
Da können wir das nächste Mal dran arbeiten.
-Du, Conny? -Ja?
Gehen wir mal ein Bier trinken?
Raik Doormann, willst du mich etwa anbaggern?
Du weißt doch, dass ich dich gut finde. Also, was ist?
Erzählst du Jürgen, dass wir zusammen was trinken waren?
Wenn du willst.
Gut.
[wummernde Musik]
Dann bis gleich, Raik.
[entferntes Stöhnen einer Frau]
[Stöhnen wird lauter]
[ruhige Musik]
[dumpfes Stöhnen]
[dunkles Wummern]
[Tür knarzt]
[lustvolles Stöhnen]
[Metallstange klappert, Stöhnen verstummt]
[Schritte nähern sich]
-Hast du das gehört? -Was bist denn du für einer?
Was meinst du?
Du fickst die, obwohl du weißt, ich will was von der?
Du Arschloch, ich habe niemanden gefickt.
-Klar, hast du. -Nee.
-Natürlich hast du. -Quatsch. Das da war Wiebke.
Die hat mit dem Dietmar die Umkleide aufgeräumt.
Sag mal, was ist denn los, Raik?
Zieh dir mal den Finger aus dem Arsch.
Ich will doch nix von Conny. Wusste nicht, dass du auf die stehst.
-Habt ihr das gehört? -Der Bademeister und die Kassiererin.
Klingt für mich wie 'ne schlechte romantische Komödie mit Pornoeffekt.
Richtig Dirty Dancing.
Dirty bestimmt, aber ob die beiden getanzt haben, ist 'ne andere Frage.
Ist was, Raik? Gar kein Spruch dazu?
Der gute Herr denkt, dass wir die beiden Schmutzfinken da hinten waren.
Mensch, Raik, was ist denn los?
Sonst machst du doch immer die blöden Sprüche.
Also, was ist, gehen wir?
Lass das mit dem Bier mal auf nächste Woche schieben.
Dann können du und… Hast du eigentlich 'ne Neue?
-Nee. -Dann könnt ihr mitkommen.
Weiß nicht, wer mitkommt.
Also gut, dann machen wir es bei mir im Garten.
Ich kriege nächste Woche 'ne Ladung
frischer argentinischer Rindersteaks von meinem Kumpel Santiago aus Pampa.
Aus der Original-Pampa.
Da können wir uns gegenseitig die Finger lecken.
Nach der Trennung von Jürgen, war Cornelia da sexuell aktiv?
Ich frage, ob Cornelia mit Männern geschlafen hat?
Ja, ich habe Sie schon verstanden.
Sie müssen ja nicht gleich so vulgär werden.
Für eine Frau um die 30 ist es nicht einfach,
eine gute Partie zu finden.
Vor allem, wenn man schon geschieden ist.
Die Männer denken dann, man ist leicht zu haben,
verlieren das Vertrauen und dann wollen sie nicht mehr.
Das wollte meine Cornelia ganz bestimmt nicht.
-Also gab es ein paar Männer. -Nein.
Jedenfalls nicht, soweit ich weiß.
Ich weiß nur, dass ich sehr erleichtert war,
als sie Stephan gefunden hat.
Hat sich Cornelia irgendwie merkwürdig verhalten?
War irgendwas ungewöhnlich?
Ich wollte eigentlich backen.
Aber seit ich im Gericht war, da gelingt mir gar nichts mehr.
-Irgendwas Ungewöhnliches? -Mhm.
Weiß nicht. Da.
Sie war glücklich mit Stephan.
Sie hatten ja sogar das Haus zusammen gekauft.
[Türglocke läutet]
[Raik, entfernt] Bin gleich bei Ihnen.
Guten… Ach, das ist ja mal 'ne Überraschung!
Och, schöne Frau.
-Lange nicht mehr gesehen. -Doormann, tut mir leid.
Kommst du deine alten Freunde auch noch mal besuchen?
Ich hoffe, du und die anderen im Schwimmverein sind nicht böse.
-Seit Stephan und ich das Haus haben… -Kein Problem.
Geht's euch denn gut, dir und dem Stephan?
Ja, alles gut.
Nur die ewige Fahrerei für ihn nach Kiel, die ist sehr anstrengend.
Wir sehen uns kaum, ich bin ständig alleine und muss alles ums Haus machen.
Ach, das tut mir aber leid.
Wenn du mal 'ne kräftige Schulter brauchst,
ich habe eine ganz kräftige, das weißt du.
Ja, weiß ich. Alles gut.
Aber du kannst mir trotzdem helfen.
Ja. Was kann ich für dich tun?
Ich würde den Pelz gern verkaufen. Ich wollte wissen, was der wert ist.
Du brauchst Geld?
In Stephans Freundeskreis ist es nicht schick, in einem Pelz aufzutauchen.
Deshalb würde ich ihn gern veräußern.
Ich brauche Geld wegen des Hauses.
Das verschluckt Unsummen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Zufrieden?
Du, das war ja nur 'ne Frage.
Das ist jetzt kein Grund, schnippisch zu werden.
Na, dann zeig mal her, das gute Stück. Darf ich?
Ich schaue mir das in der Werkstatt an, dann kann ich dir was sagen.
Dauert nur einen kleinen Augenblick, mein Engelchen.
-Ja. -Gerne.
[düster schwelende Musik]
[er schnüffelt]
[er atmet tief ein]
[Raik] Ja, also…
Pass auf.
Ähm…
Leider ist der Zustand nicht so gut.
Die Nähte, die sind brüchig und er müsste aufgearbeitet werden.
Und der Markt ist gerade schwierig, wie du eben selber richtig gesagt hast.
Also?
Also, bei der aktuellen Lage glaube ich, nicht mehr als 200.
-Was? -Ja.
Also, Entschuldigung.
Aber schönen Gruß an Stephans Freunde und seine Tierschutzkonsorten.
Und du meinst wirklich, mehr ist nicht drin?
Pass auf, lass den Pelz mal hier, ich probiere noch mal was, ja?
Du weißt ja, auf mich ist Verlass.
Und weil ich dein Freund bin, mache ich ein Horoskop für Stephan.
Das geht nicht, dass der auf der Autobahn hängt,
während eine Frau wie du zu Hause auf den wartet.
Vielleicht sucht er sich dann einen Job, bei dem er weniger Auto fahren muss.
Dann kann er sich um dich kümmern, und nicht erst am Wochenende.
Ansonsten übernehme ich den Job für dich gerne.
-Aber das weißt du ja. -[sie lacht]
Ich brauche nur die Daten von Stephan.
Und vor allem Geburtsort und -zeit.
-Gott, das weiß ich jetzt nicht. -Macht nichts, Engelchen.
Dann nimmst du dir jetzt so ein Röhrchen und kommst Ende der Woche wieder.
Dann weiß ich mehr über den Pelz und du Stephans Daten.
Okay.
Danke.
[Raik] 00:16 Uhr.
Ein Sonntagskind, du.
Da hat er sich gut rein geschummelt und seiner Mutter den Samstagabend ruiniert.
Von wem hast du eigentlich diesen Horoskop-Spleen?
Von meiner Mutter.
Das ist kein Spleen. Die Sterne lügen nicht.
Du glaubst nicht, wie oft mir das Horoskop den Arsch gerettet hat.
Das ist eine richtige Wissenschaft. Meine Mutt…
Ist gut, ich glaube dir ja.
-Ja. -Aber sag mal…
Sind 250 Mark wirklich das Maximum, was du bei deinem Freund rausholen kannst?
Also…
Bei dem geht nicht mehr.
Aber…
Aber?
Aber ich habe vielleicht eine Idee, wie wir beide unsere Probleme lösen können.
Ich höre?
Also ich und ein paar Bekannte
wollen bisschen Geld vor dem Staat in Sicherheit bringen, du verstehst?
Dazu müssen wir ein Konto in der Schweiz eröffnen.
Das kann aber nicht auf unseren Namen laufen.
Für dich wäre das kein Problem, du würdest nichts Unrechtes tun.
Du würdest nur ein Konto eröffnen.
Ich weiß nicht. Das ist nichts für mich.
Sicher?
Gut. Kein Problem.
War ja auch nur 'ne Frage.
Und was den Pelz angeht…
ich kenne noch einen anderen.
Ich frage noch mal nach, ja?
[Raik brüllt, Cornelia erschrickt]
-Scheiße, wieso erschreckst du mich so? -Tut mir leid.
Ich habe mich voll für dich reingeschlagen.
Und tada: 400 Mark für deinen Pelz.
Runter damit, das muss keiner sehen.
-400 Mark! -Rein jetzt, sonst klaut es noch einer.
-Was? -Kriege ich kein Dankeschön?
Du bist verrückt, Raik.
Du, ich habe jetzt auch das Horoskop für Stephan fertiggemacht.
Erhalten wir einen großen Geldsegen, weil Jupiter im Skorpion steht?
Du kennst dich ja doch aus.
Die Konstellation verrät, dass Stephan erhöhte Vorsicht walten lassen soll.
Was soll das heißen?
Ich denke, das hat mit den langen Autofahrten auf der Autobahn zu tun.
Es könnte ein großes Unglück passieren.
-Das ist doch Quatsch. -Na.
Selbst wenn, Stephan glaubt noch weniger an so was als ich.
[Raik] Du, pass auf.
Dann falte das einfach zusammen und leg das in dein Tagebuch.
Ja? Und dann schreibst du was dazu.
Wenn Stephan dann dein Tagebuch liest, weiß er, dass du dir Sorgen machst.
Dann arbeitet das in seinem Kopf.
Das ist viel besser,
als wenn du ihm das Ding unter die Nase hältst.
-Stephan würde nie mein Tagebuch lesen. -Ach.
Sei doch nicht so naiv, Mädchen.
Natürlich lesen Männer die Tagebücher ihrer Frauen.
Oder hast du da etwa reingeschrieben, mit wem du wann Bubu gemacht hast?
Du, die Männer, die haben so einen Besitzanspruch.
Die würden durchdrehen, wenn die das wüssten.
Glaubst du, ich wäre so lange mit Brigitte zusammen,
wenn wir keine Geheimnisse voreinander hätten, hm?
Du musst doch frei sein.
Du musst doch ein eigenes Leben haben, Mädchen.
Sonst kannst du doch gar nicht mit irgendwem zusammen sein, das geht nicht.
So, das ist auch gut für die Beziehungshygiene,
Geheimnisse zu haben.
-Ne? Das ist eine gute Küche. -Aber?
Na ja, die Platte, die ist gar nicht hygienisch.
Du könntest dir hier so eine schöne Marmor- oder Granitplatte reinmachen.
Ich kenne einen guten Handwerker, der baut die günstig ein.
Wir können uns das gerade nicht leisten.
Ich weiß, aber das muss ja nicht so sein.
Du würdest ja für die Kontoeröffnung in der Schweiz monatlich was bekommen.
Und zwar nicht zu knapp.
Hm?
Aber ist nicht für dich, was?
Du, ich muss jetzt auch wieder los.
Ich wollte dir nur das Geld für den Pelz vorbeibringen.
Also, mach's gut. Tschüss.
[Nela] Denken Sie bitte noch mal nach. Ist Ihnen noch irgendetwas aufgefallen?
Hat sie was erzählt von der Arbeit, von Kollegen?
Als sie verschwand, wollte sie noch mal mit 'nem Kollegen nach Konstanz.
Noch mal?
Ja.
Sie war drei Wochen vorher angeblich schon mal dort gewesen.
Wieso angeblich?
Bei ihrer Firma haben sie mir erzählt,
dass sie nicht beruflich unterwegs war,
sondern dass sie sich extra dafür freigenommen hatte.
Also…
sie hat mir original Schweizer Schokolade mitgebracht und Rösti.
Nicht so Plombenzieher, wie die hier.
Ich verstehe das nicht.
Ich verstehe nicht, warum sie mich angelogen hat.
Sie konnte über alles mit mir sprechen.
Musst du schon wieder mit diesem seltsamen Kollegen dahinfahren?
Der war gar nicht so aufdringlich, wie ich befürchtet hatte,
eigentlich ganz lustig.
Du musst dir keine Sorgen machen.
Wir fahren nach Konstanz, nicht zu den Hottentotten.
Sind doch echt nur zwei Tage.
Aber bitte, du musst mir versprechen, dass du mir Bescheid gibst.
Mama, ich muss jetzt los.
[nachdenkliche Musik]
-Raik. Du bist viel zu früh. -Ja, ich weiß.
Ich war gerade in der Gegend und dachte, ich hole dich zuerst ab.
Dann fahren wir zu mir und dann zum Flughafen.
Okay.
Ja, dann.
Ich dusche nur schnell und dann packe ich meine Tasche.
[spannungsvolle Musik]
"Guten Morgen, Frau Wilme.
Bitte putzen Sie noch mal das Wohnzimmerfenster.
Leider hat es so stark dagegen geregnet,
dass wir kaum noch durchschauen können."
"Sehnbach, ihr Möbelhaus.
Couch Comfort Fox. 2499 D-Mark."
[Cornelia, entfernt] Bin gleich fertig. Lass uns gehen.
Du, keine Hektik, wir haben noch jede Menge Zeit.
Ach, willst du mal schauen, wie 50.000 Mark in bar aussehen?
So viel Geld bleibt bei den Pelzen übrig?
Ja, klar. Komm, ich zeig's dir.
Na, komm.
-[Maschine piepst] -Komm, hier lang.
Ach, die ist durch.
Komm.
Das Geld habe ich natürlich nicht einfach so rumliegen.
So.
Und keine Angst.
Den Bunker hat der Hamburger Bürgermeister persönlich eingeweiht.
Bitte.
[angespannte Musik]
Tada.
Und da habe ich das Geld.
Und der Bürgermeister ist da reingekrochen?
Ja, kannst du sicher sein.
Der mochte es auch gern ein bisschen experimenteller.
Du immer mit deiner SM-Nummer.
-Ist doch eh alles nur Show bei dir. -Glaubst du?
Na, dann komm.
[unheilvolle Musik]
Hier machst du also deinen Schweinkram?
Ja. Willst du es mal ausprobieren?
50.000 in bar.
Du könntest mich jetzt fesseln und mit dem Geld einfach abhauen.
Spinnst du?
-Mach das auf, wir müssen. -Keine Eile.
Wir haben genug Zeit, Conny.
Genieß es.
Kannst du es fühlen?
Na?
Das ist aufregend, stimmt's?
Du kannst einfach gehen und niemand wird mich finden.
Ich weiß nicht, ich find's unheimlich hier.
Das ist die Macht, die du jetzt spürst.
Na komm, nimm das Geld und geh nach oben.
Spür es einfach mal.
Dann weißt du, was ich meine.
Nimm das Geld und geh.
Fessel mich.
Und jetzt geh und schließ die Luke.
[Metalltür knarzt]
Danke.
So. Und sag mir nicht, dass das nicht aufregend war.
Ja, schon, aber es war auch unheimlich.
Und so richtig aufregend fand ich es eigentlich auch nicht.
Du, wir haben noch Zeit. Also, wie wär's?
Hm, lass mal los.
Also, ich kann mir vorstellen,
dass das dich mehr kickt.
Nur fünf Minuten.
Und dann wollen wir zum Flughafen.
Dann weißt du auch, ob es dir gefällt oder nicht.
Und ich werde dir nie wieder mit meinen blöden Sprüchen auf den Keks gehen.
Was sagst du?
Fünf Minuten.
-Ich will den Flieger nicht verpassen. -Ich auch nicht.
[Cornelia] Raik.
[Metalltür knarzt und wird geschlossen]
[Cornelia] Raik?
[Handschellen klimpern]
Raik!
Raik, mach mal Licht wieder an!
[schreit] Raik!
[nachdenkliche Musik]
[Cornelia schnieft, Metalltür wird geöffnet]
Mach mich los.
Du spinnst wohl, mich so lange alleine zu lassen!
Fandest du es nicht erregend, so nackt deinen Gefühlen ausgesetzt zu sein?
Was? Nee, es hat mich nicht geil gemacht, falls du das meinst.
Und jetzt mach mich los.
Dann noch ein paar Minuten.
[Cornelia schluchzt]
Ich bin mir sicher, dass du es noch spürst.
[hysterisch schluchzend] Raik, nein, nein, nicht!
[sie schreit hysterisch]
[sie hyperventiliert]
[sie wimmert]
[Tür wird geöffnet]
[Cornelia] Mach mich los.
Mach mich los.
M… Mach mich los.
[Eieruhr klingelt]
Mach mich… Mach mich bitte los.
-Raik. -Ja.
Bitte mach mich los.
Wir verpassen das Flug… Flugzeug.
Ich glaube, das verpassen wir jetzt.
Und genau jetzt…
Jetzt beginnst du, es zu spüren.
Nein, nein, nein.
[verzweifelt] Nein. Nein.
Raik, nein.
[stammelnd] Nicht.
Nein, nein, nicht ausmachen!
Nein!
[Cornelia kreischt hysterisch]
[Metalltür wird geschlossen]
[Cornelia, verzweifelt] Raik!
[beklemmende Musik]
[Musik läuft weiter]
"Couch Comfort Fox."
Oh.
So.
[melancholische Musik]
[Frau Kessler] Dieser Zettel, der lag auf dem Esstisch.
Sie hat sich nicht gemeldet?
Nein. Deswegen bin ich ja hin.
Und da habe ich dann die Nachricht für die Putzfrau gefunden.
"Mir ist sowieso egal, was Sie machen, ich ziehe aus.
Alles Gute für Sie persönlich."
Ja, so eine Nachricht würde meine Cornelia nie schreiben.
Und außerdem waren Sachen verschwunden.
Die Stereoanlage war weg.
Bierkrüge, Mäntel.
Aber keine Unterwäsche.
Ich meine, wenn man weggeht, dann braucht man doch Unterwäsche.
Aber doch keine Bierkrüge.
Die mochte sie sowieso nie.
Ja.
Und dann war da noch die Couch.
Cornelia wollte unbedingt 'ne neue Couch.
Die war noch nicht geliefert worden, als sie weg war.
Erzählen Sie weiter.
Ja, die…
Die haben wir noch zusammen ausgesucht.
Und ich habe noch was dazu geschossen.
Die beiden waren ja etwas knapp bei Kasse wegen dem Haus.
Ich bin dann zur Spedition…
und habe einen Brief ans Sofa gemacht,
dass sie sich dringend bei mir melden soll,
wenn sie es abholt.
Aber nicht mal da hat sie sich gemeldet.
Ich verstehe das nicht.
Ich bin dann noch mal zur Spedition.
Aber da war das Sofa weg und keiner wusste irgendwas.
♪ …So ein Mann Macht mich unbeschreiblich an ♪
♪ Dieser Wuchs, diese Kraft Weckt in mir die Leidenschaft ♪
♪ So ein Mann, so ein Mann Macht mich zappelig und… ♪♪
[Musik stoppt]
[Nela] Tag, Herr Lübke.
[Lübke] Tag, Frau Langenbeck. Kommen Sie rein.
Das ist ja das Verrückte. Irmgard hat nie irgendwas geschrieben.
Deswegen habe ich mich so gewundert,
dass sie mich angeblich verlässt und dann Postkarten schreibt.
Irgendetwas, mit dem ich einen Schriftvergleich machen kann?
Sie konnte doch schreiben?
Ja, aber sie schrieb wirklich nie irgendwas.
Die Postkarten aus dem Urlaub, die habe ich geschrieben und den Bürokram…
-Weiß Elke vielleicht… -Elke ist bei ihrer Schwester.
Wenn sie morgen kommt, frage ich.
Vielleicht einen alten Einkaufszettel oder eine kleine Notiz.
Nee. Nee, die… Die hat sich das alles…
[nachdenkliche Musik]
[Lübke] Irmgard war so vom Gänsebraten meiner Mutter beeindruckt,
sie hat sich sogar das Rezept extra aufgeschrieben.
Versprechen Sie mir, das wieder zurückzubringen?
Natürlich.
[beklemmende Musik]
[Brigitte] Unterschreib einfach die Papiere, ja?
Wenn ich der Scheidung zustimme, darfst du immer noch die Aussage verweigern.
Ja? Das weißt du. Du sagst nichts.
Nicht, dass da jetzt noch irgendwas käme oder irgendwas wäre,
aber man weiß nie, was die so aushecken.
Wir beide wollen ja unser Privatleben nicht vor Gericht ausbreiten.
Raik, das ist mir total egal, aber bitte denk an unseren Sohn.
Das ist so alles schon schlimm genug.
Was du getan hast oder nicht, das ist mir egal.
Ich muss mich um Mischa kümmern.
Das ist schwer für ihn zu verkraften.
Ich weiß.
War das deine Idee, dass ich die Häuser überschreibe, oder die der Polizei?
Du willst nach Costa Rica, ich will die Unterschrift.
Zeig deinem Sohn, dass du ihn liebst.
Die Häuser und die Scheidung, und ich bin raus.
Und du kannst leben, wie du willst.
Aber ich will, dass Mischa weiß,
dass ich die Häuser seinetwegen überschrieben habe.
-Aus Liebe. -Ja.
Das sieht mir hier nach keiner großen Bestrafung aus.
Du, die Strafe hier ist das Essen, das ist furchtbar.
Den Ring hätte ich gerne noch.
Bitte.
Danke.
[Beamter] Bis heute Abend, Raik. Bau keinen Scheiß.
[treibende Musik]
Endlich frei, Baby.
Die hat einfach zur Scheidung zugestimmt?
Nicht einfach so, die hat gebettelt und gezickt, aber was soll sie machen?
Lass uns fahren, Baby.
Ich schicke die Dokumente zur Schriftprobe gleich zu Ihnen rüber.
Ja.
Danke, Professor Bartsch. Wiederhören.
[Balbek] Na, was macht das Hobby?
Ich könnte eine Bürohilfe brauchen.
Die ich aber nicht kriege, weil ich kein Aktenzeichen für die Ermittlung kriege.
Balbek, ich brauche hier wirklich Unterstützung.
Unterstehen Sie sich, damit auf der Abteilungssitzung Tillich zu nerven.
Warum fragen Sie nicht unseren jungen, tollen, neuen Kollegen?
Der ist auf der Überholspur und will bestimmt noch Fleißsternchen verdienen.
-Wie kommt man nur mit 30 zum Mord? -[Kollege] 28.
In ein paar Wochen sind wir weg.
-Und wenn die Deutschen dich suchen? -Scheiß auf die.
Das ist das Gute an Costa Rica.
Die interessiert das einen Scheißdreck, was die deutschen Behörden so suchen.
Ich habe da beste Beziehungen, bis hin zum Innenminister.
Scheiß auf Deutschland.
Mein Superchecker.
Aber kannst du mir verraten,
wozu du eine Büste von Sigmund Freud verschiffen willst?
Das ist eine Trophäe. Die habe ich meinem Nachbarn geklaut.
Mein kleiner, geiler Großwildjäger.
[Büste zerschellt]
[beide stöhnen lustvoll]
[Raik] Oh, Baby.
Ich habe gesagt, der Räuber war auch bei mir.
Dann habe ich mich selbst beklaut und die ganze Versicherungssumme kassiert.
[Nela] Beide Frauen hatten Kontakt zu Doormann.
Beide Frauen sind aus dem Nichts heraus verschwunden.
Und beide haben untypischerweise Schreiben hinterlassen,
die sich lesen, als wären sie von einer Person geschrieben worden.
Die Schreiben und das Verschwinden
sind vollkommen widersprüchlich zu den Aussagen der Angehörigen.
Frau Kollegin Langenbeck, ich kann sehr gut verstehen,
dass Sie das Gaspedal ein bisschen durchdrücken wollen.
Aber wie gesagt, wir sind hier in der Mordkommission.
Wir bearbeiten hier Tötungsdelikte und keine Vermisstenfälle.
Helfen Sie mir, einen Durchsuchungsbeschluss
für Raik Doormanns Reihen- und sein Wochenendhaus zu bekommen
und wir finden genug für eine Morduntersuchung.
Die beiden Frauen sind tot, davon bin ich überzeugt.
Ja, ich nicht.
Wollen Sie mich umstimmen, Burmeister, sind Sie von ihrer These überzeugt?
Ich finde ihre Arbeit alle Ehre wert. Sie hat einige Ungereimtheiten…
Also wie gesagt, Frau Kollegin Langenbeck,
ich kann gut verstehen, dass Sie hier als Frau mächtig unter Druck stehen.
Aber wenn ich recht informiert bin,
dann liegen auf Ihrem Schreibtisch vier aktuelle Mordfälle.
Hören Sie endlich auf, eine Extrawurst zu braten.
Machen Sie Ihre Arbeit, so wie jeder andere Mann hier auch.
So, weiter.
[nachdenkliche Musik]
Scheiße.
[Raik] Ach. Jetzt.
So, komm, schön weiterschreiben.
Und genau das, was da steht.
Danke.
So.
Und jetzt schreibst du noch eine Karte an deine Mama.
Und stell dir vor, dass es dabei ganz schön schneit.
Ja?
Ich muss jetzt kurz hoch, das Essen vorbereiten.
So eine Familie, die frisst dir wirklich die Haare vom Kopf,
kann ich dir sagen.
Bin gleich wieder da.
[Metalltür knarzt]
[sie schluchzt]
[Telefonklingeln]
[Nela] Scheiße.
Mordkommission, Kommissarin Langenbeck.
Hallo, Frau Kommissarin, Bartsch hier.
Ich dachte, ich versuche es trotz der späten Stunde einfach noch.
-Sie scheinen ja länger zu arbeiten. -Ja, ja.
Frühe Eule fängt die Maus. Was kann ich für Sie tun, Professor?
Ich habe da vielleicht was für Sie.
Haben Sie die Postkarten vor sich?
Moment.
Schauen Sie sich die Grußkarten aus Rio de Janeiro und der Schweiz genauer an.
-Haben Sie eine Lupe? -Mhm. Moment.
Bei Rio de Janeiro die erste Zeile,
die dritte, die siebte und die zehnte.
Sieht so aus, als wären einige Buchstaben nachgezogen worden.
Genau. Jetzt die andere aus der Schweiz.
Das Satzende der dritten Zeile, zwei Zeilen darunter, sowie das Ende.
Und jetzt schreiben Sie die Buchstaben mal hintereinander auf.
[Nela] "Raik."
"Hilf."
Scheiße.
Sie haben es also.
Danke, Professor.
Can't find what you're looking for?
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