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- Guten Morgen, Herr Doktor! - Guten Morgen!
- Der Seidel kommt. - Abhauen!
Komm, Willi!
DER PAUKER
Nun denn...
Der Herr Oberschulrat heißt "Herr Doktor Wagner".
Er wird aber nicht mit Herr Doktor Wagner, sondern mit
Herr Oberschulrat angeredet.
Auch der Herr Oberschulrat ist auch nur ein Mensch und
mir ist kein Fall bekannt, dass er einen Schüler jemals gefressen hat.
Ich verlange von euch, dass ihr alle Fragen beantwortet... und zwar richtig!
Nach jeder Antwort möchte ich "Herr Oberschulrat" hören. verstanden?
Wir wollen das gleich mal üben: Wann ist Napoleon geboren?
1769.
Falsch. Niemeyer!
1769, Herr Oberschulrat!
Richtig. Nehm dich zusammen, Bender, auch wenn es schwer fällt.
Ich glaube, ich muss euch ein bisschen in Schwung bringen, was?
Achtung! Auf!
Setzen!
Das ist ja sehr müde. Noch mal dasselbe!
Auf!
Setzen!
- Morgen, Herr Kollege! - Morgen, Herr Oberschulrat!
Morgen, Jungs!
Gu-ten Mor-gen, Herr O-ber-schul-rat!
Lieber Kollege Seidel, ihre Klasse ist die letzte, die ich mir ansehe.
Auf diese Weise nehme ich den besten Eindruck von ihrer Anstalt mit.
- Wo stehen wir in Geschichte? - Wir sind mit Napoleon fertig geworden.
Wo hat er sein Leben beschlossen?
Auf St. Helena, Herr Oberschulrat.
Wann?
1821, Herr Oberschulrat.
Wo liegt er begraben?
Im Invalidendom in Paris, Herr Oberschulrat.
Gut. Würden Sie bitte übernehmen, Herr Doktor?
Das Leben Napoleons: Geboren? Bender!
1769, in Ajaccio, Korsika, Herr Oberschulrat!
Weiter in der Reihe.
1793 Eroberung von Toulon.
1799 erster Konsul.
1804 Kaiserkrönung.
1805 Schlacht bei Austerlitz.
1806 Schlacht bei Jena.
1812 Feldzug gegen Russland.
1813-15 Befreiungskriege.
Danke, danke, das genügt.
Wie stellst du dir Napoleon eigentlich vor?
Na, wie hat er wohl ausgesehen?
Wie Herr Doktor Seidel!
Das ist für sie kein Waterloo, die Schlacht haben sie gewonnen.
- Wiedersehen, Jungs!
Auf Wiedersehen, Herr Oberschulrat!
Doktor Napoleon...
Bender, schlag auf Seite 305!
Na, was findest du auf der linken Seite?
Ein Bild Napoleons!
Komm, komm! Und wie sieht er aus?
Klein und dick.
Und so sehe ich auch aus?
- Ich meine so bedeutend. - Das ist schon besser, Gipskopf.
Und sonst war es ja nur allenfalls noch nicht ganz völlig ungenügend.
Raus ihr Helden! Aber Ruhe, wenn ich bitten darf!
Dieser Dr. Seidel ist wirklich ein ausgezeichneter Pädagoge.
Ich möchte das vor dem ganzen Kollegium zum Ausdruck bringen.
Das wäre nicht ratsam, Herr Oberschulrat. Im Interesse von Herrn Dr. Seidel.
Nicht sehr beliebt bei seinen Kollegen, wie?
Seine Leistungen werden anerkannt. Er ist ein Musterschüler unter Lehrern.
Der Erfolgreiche hat nie viel Freunde.
Wieso ist die Pause schon zu Ende.
Herr Dr. Seidel hat die Aufsicht übernommen.
Sie verstehen es, Ordnung zu schaffen.
Eine Frage der Autorität, Herr Oberschulrat.
Ich weiß nicht recht.
Ich habe neulich erlebt, wie die Jungs einen Kollegen zur Strecke gebracht haben.
- Völliger Nervenzusammenbruch. - Schlappschwanz, was?
Nein, ein feiner Pädagoge.
Nun stellt die Oberklasse in einer Großstadt andere Probleme,
als sie sie in dieser kleinen Stadt vorfinden.
Das ist schon ein härterer Brocken.
Ich würde es mit jedem Brocken, ich meine, mit jeder Klasse, aufnehmen.
Mein lieber, Mein lieber
Sie haben noch keinen Unterricht in einer Großstadt-Schule erteilt.
Persönlichkeiten setzen sich überall durch.
Na schön, auf Wiedersehen!
Kollege Seidel?
Diese Stelle ist frei. Wenn sie wollen, kann ich sie dahin versetzen.
Probeweise auf ein halbes Jahr?
- Mich? - Nur, wenn sie sich das zutrauen.
Selbstverständlich.
Ich fürchte, sie unterschätzen diese Aufgabe.
Diese Klasse bildet eine unrühmliche Ausnahme.
Sie werden keine normalen Schüler vorfinden,
sondern eine außer Rand und Band geratene Horde.
Vielleicht überlegen sie sich die Sache noch mal.
Ich bitte um meine Versetzung.
Gut, ich veranlasse alles weitere.
Ich wünsche ihnen und mir, dass sie Erfolg haben.
Eine schicke Figur hat deine Schwester. Und zu Hause?
Dein Schwesterchen könnte für uns mal eine Wäscheschau machen.
Gebt die Bilder her, ihr gemeinen Hunde!
Was machen sie denn hier? Das gehört sich nicht.
Mensch Achim, saubere Arbeit.
Genau auf den Punkt.
Los, abhauen!
Ihr neuer Kollege wird die Klasse von Studienrat Brenner übernehmen.
Der Ärmste, hat man ihn nicht gewarnt?
Herr Dr. Seidel soll sehr energisch sein.
Ein aufrechter Charakter und vorbildlich in seiner schulischen Haltung.
Jungens, geht mal raus.
Halten sie doch mal bitte.
Wir fanden den Herrn bewusstlos im Schulhof.
Nein, nicht aufstehen.
Wie ist denn das bloß passiert?
Eine kleine Ohnmacht.
Können wir behilflich sein?
Nein danke, ich bin schon ganz wieder da.
Ich bestelle ein Taxi für sie.
Wo dürfen wir sie hinbringen lassen?
Zu Herrn Direktor Wiesbacher.
Der bin ich.
Seidel. Ich bin ihre neue Lehrkraft.
Sehr erfreut.
Haben sie schon eine Unterkunft?
Ich komme direkt vom Bahnhof.
Das Fremdenheim Luise. Ich wohne selber da und wenn sie einen Anfall...
Ich bekomme keinerlei Anfälle.
Glauben sie, dass sie morgen beginnen können?
Ich möchte die Klasse sofort übernehmen.
- Gib schon her! - Schade, hätte ich mir gerne aufgehängt.
Hier hast du dein Schwesterchen wohlbehalten zurück.
Kommt schon!
Kommt rüber in den Physiksaal.
Du hast es wohl eilig, einen Platz in der 1. Reihe zu bekommen?
Damit der Lehrer sieht, wie strebsam unser Bübchen ist.
- Wo wollen sie hin? - Ich wollte nur...
Dazu ist die Pause da, sie bleiben hier.
Der Herr Direktor kommt gleich.
Wer ist der Klassensprecher?
Sie übernehmen die Aufsicht.
Meine Herren, sie stehen also unter meiner Aufsicht.
Puffi, du warnst uns, wenn der Alte kommt.
Und wir legen 'ne flotte Platte auf.
Der Alte! Und er kommt mit dem anderen von vorhin.
Es kann dir keiner was beweisen.
Und du hast nichts gesehen, verstanden?
Bitte setzen sie sich.
Ich sage ihnen nichts neues, wenn ich feststelle, dass ihr Benehmen und
ihre Leistungen viel zu wünschen übrig lassen.
Das wird anders werden. Herr Dr. Seidel übernimmt von heute an die Klasse.
Ich glaube nicht, dass sie Grund zum lachen haben.
Ich erwarte, dass sie sich so betragen, wie es sich für junge Menschen gehört,
die in Kürze ins Leben hinaustreten wollen.
Ganz schön diensteifrig.
Nun denn.
Ich hoffe, dass wir gut zusammenarbeiten.
Ich erwarte keine Wunder, aber guten Willen und mehr Disziplin, als bisher.
Im Leben ist der erste Eindruck entscheidend.
Die Art und Weise, wie sie sich erhoben, bzw. nicht erhoben haben,
ist schon fast eine Beleidigung.
Korrektes Aufstehen und Hinsetzen ist die Visitenkarte einer Klasse.
Ich denke, damit beginnen wir.
Aufstehen!
Ach so.
Setzen!
Nochmals aufstehen!
Bleiben sie gefälligst stehen!
Wollen sie den Stuhl nicht aufheben?
Bitte setzen sie sich.
Sie haben jetzt Deutschunterricht. Wer ist der Klassensprecher?
Wo sind sie stehen geblieben?
Bei Herrn Brenner sind wir nie stehen geblieben, da konnten wir immer sitzen.
Bei mir auch, am Ende des Schuljahres.
Wie ich höre, bei den Minnesängern.
Nennen sie mir drei der bedeutetsten Minnesänger!
Sie!
Louis Armstrong, Harry Belafonte, Elvis Presley.
Name?
Ich? Neureiter.
Sie scheinen auch kein großes Licht zu sein.
Er ist unser Primus.
Ihnen wird das Lachen schon vergehen.
Ich möchte feststellen, in welchem Verhältnis ihre Leistungen
zu ihrer Unerzogenheit stehen. Zeigen sie ihren letzten Aufsatz!
Den hab ich nicht bei mir.
Zeigen sie eine andere Arbeit, ganz gleich was.
- Ich hab nichts bei mir. - Gestatten?
Damit beschäftigen sie sich also. Name?
Achim Bork.
Wollen sie das sittliche Niveau heben oder sind sie beauftragt,
diskret für sie zu werben?
Bist du verrückt?
- Es handelt sich... - Halt die Schnauze!
Andere Argumente, als ihre Fäuste haben sie wohl nicht.
Teilen sie bitte ihren Eltern mit, dass ich sie morgen Abend hierher bitten lasse.
Nun denn.
Nicht mit mir, meine Herrn. Nicht mit mir.
Zwei Stunden Arrest die ganze Klasse.
Das hätte ich sagen sollen.
Aber ich hab's nicht gesagt.
Sie wünschen?
Entschuldigen sie, es hörte sich an, als sei etwas geschehen.
Ich bin ihr neuer Zimmernachbar, Seidel.
Ringkämpfer Blei, hoffentlich habe ich ihnen nicht gestört.
Sie.
- Sie nicht gestört. - Mir? Überhaupt nicht.
Training, wissen sie. lck muss meine Form halten.
Mich, nicht mir. Entschuldigen sie, aber das kann ich nicht hören.
Nee?
Also ich rate immer, das mich noch keener lernen können.
Aber das ist doch einfach.
Ich kann sie etwas lehren und sie können bei mir etwas lernen.
Ick lerne bei sie ein bisschen feines Deutsch
und ick lerne ihnen ein paar Griffe.
Passen sie mal auf!
Wir beginnen mit reiner Kopfarbeit.
Det is ne schöne Übung, machen sie mal nach.
Das ist nicht das Richtige für mich.
Eine Frage: Bekommt man einen Schlag auf das Kinn und geht zu Boden...
Ein reeller K.O.
Und wie kann man das vermeiden?
Zuerst zuschlagen.
Ich habe in der ersten Stunde eine Menge von ihnen gelernt.
Das ist sehr liebenswürdig, aber das geht doch nicht.
Es macht mir Freude, wenn ich ihnen behilflich sein kann.
Andere machen mir so selten Freude, da mach ich mir meine alleine.
Ich hoffe es verdirbt sie ihnen nicht, wenn ich meine Bücher einräume.
Ich habe nämlich eine bestimmte Reihenfolge.
Wenn sie sich eins ausborgen, kommen sie gerne wieder.
Gerne, ich freu mich, wenn ich jemanden habe, mit dem ich sprechen kann.
Sie werden es nicht leicht haben. Der Schlimmste ist schon geflogen.
Das war ein Rowdy! Was ihr Vorgänger durchgemacht hat...
Der arme, liebe Dr. Brenner!
Das werden sie von mir nicht sagen.
Haben sie schon Kontakt gehabt?
Kontakt? So kann man es auch nennen.
Ach, die holde Schwester.
Schon zu Hause?
Seit einer Stunde warte ich auf dich.
Ich habe mich großartig amüsiert: beim Bäcker, im Gemüseladen...
Hast du meine Fotos abgeholt?
Die musst du dir von unserem neuen Klassenlehrer geben lassen.
Wieso? Wie ist der an die Bilder gekommen?
Er hat sie mir weggenommen.
Und vor der Klasse geredet, als wärst Du...
Ich will nicht, dass du dich so fotografieren lässt!
Die Aufnahmen sind für den Kundenkatalog und ich bekomme Geld.
Trotzdem hast du das nicht nötig.
Soll ich dir verrechnen, wo es geblieben ist? Die Schuhselen, die Strümpfe...
Na ja, vielleicht kann ich was dazuverdienen.
Wenn ich alt bin, wirst du mich ernähren, inzwischen mach deinen Abschluss!
Es ist gerade nicht der richtige Moment, aber...
Das Geburtstagsgeld von Onkel Stefan brauche ich jetzt.
Die ganzen 90 Mark? Wozu?
Ich kann ein Moped kriegen, 'ne günstige Gelegenheit.
Für 90 Mark? Du spinnst ja!
Alle haben eine Maschine: Harry, Martin, Puffi.., alle!
Wenn man nicht motorisiert ist, wird man ja gar nicht für voll genommen.
Harry Engelmann sagt, das ist eine günstige Gelegenheit.
Harry Engelmann? Was hat denn der damit zu tun?
Der ist doch längst aus der Schule geflogen.
Deswegen kann er doch etwas davon verstehen.
Ich verdiene was dazu.
Moped! Spar lieber auf einen Roller, dann kannst du mich mitnehmen.
Martin, komm mal her!
Hier ist massenhaft Platz.
- Wird's bald? - Ich komm ja schon, Harry
Kann ich mal 'ne Runde drehen?
- Wenn du gegen einen Baum fährst? - Kauf ich einen neuen Baum.
- Du hast noch keinen Führerschein. - Können sie mir keinen abnehmen.
Endlich.
Ich hab was zu besprechen.
Eine Unverschämtheit ist das.
Geradezu unerhört ist das.
Mensch, die sieht ja toll aus.
Moment!
Erst mal den geschäftlichen Teil erledigen.
50, 70, 90.
O.k., hier ist der Vertrag.
Da unten musst du unterschreiben.
Unten auch noch.
Aber da steht "Unterschrift des gesetzlichen Vertreters".
- Das wäre ja meine Schwester. - Ist mit viel lieber.
- Das macht die nie. - Na siehste!
Jetzt unterschreib schon!
Ist doch reine Formsache.
Wenn du pünktlich bezahlst, kräht kein Hahn danach.
Sind ja nur 15 Mark die Woche.
15 Mark? Das schaff ich spielend.
Na also.
Na endlich.
- Wenn mal was dazwischen kommt... - Helfen wir dir aus der Clubkasse.
Bei der chronischen Ebbe?
Das wollte ich ja mit dir besprechen.
Dagegen wollen wir was unternehmen.
Sag den Jungs Bescheid: Morgen Clubtreffen in Klein Monte Carlo.
Da bring ich Spielautomaten zum Spucken.
- Du meinst, Du hilfst nach? - Was denn sonst?
- Aber das ist doch... - Ausgleichende Gerechtigkeit.
Der hat doch genug an uns verdient. Bis morgen Abend.
Guten Abend!
Guten Abend.
Ist das alles?
Es scheint so.
Sind sie eine Mutter?
Ich bin Achim Borks Schwester.
Seidel. Sie kommen wohl als Stellvertretung?
Die Eltern haben wohl keine Zeit.
- Achim hat keine Eltern mehr. - Das tut mir leid.
Danke, dass sie gekommen sind. Ich...
Jetzt fällt mir ein, woher ich sie kenne.
Da ist wohl Familienähnlichkeit.
Über ihren Bruder habe ich recht gute Auskünfte bekommen.
Nur er ist der Erste, der mir Sorgen macht.
Was hat er denn angestellt?
Hat er Umgang mit leichtfertigen Mädchen?
Ich habe gestern bei ihm unsittliche Fotografien ent...
Die Bilder? Die wollt ich mir grad von ihnen geben lassen.
Dass sie sich so fotografieren lassen, ist ihre Sache.
Mein Bruder hat die Fotos abgeholt, um mir einen Weg zu ersparen.
Diese Bilder sind nicht unsittlich, nur ihre Gedanken.
Tut mir leid, aber hinter diesem Büstenhalter musste ich etwas vermuten.
Was denn bitte?
Gelockerte Ansichten, leichte Moral.
Wann leben sie eigentlich? Zur Zeit der Befreiungskriege?
Jede Illustrierte bringt solche Reklame.
Haben sie noch nie ein Mädchen im Bikini gesehen oder gehen sie nicht baden?
Und so was lässt man auf die Jungens los.
Ihr Bruder hat das Glück, auf den richtigen Weg gewiesen zu werden.
Leid tut er mir, der arme Junge.
Aber sie tun mir noch viel mehr leid.
Apfelmus werden die Jungens aus ihnen machen.
Wenn sie so sehr besorgt sind, sehen sie sich doch Klein Monte Carlo an!
Da treiben sie sich herum, mit Harry Engelmann.
Wollen sie behaupten, meine Schüler seien der Spielleidenschaft verfallen?
Und noch ganz anderen Sachen.
Das ist keine Karikatur, das ist eine Fotografie.
- Wo ist das Lokal? - Gartenstraße.
So, das hätten wir.
Verkrümelt euch, sonst fällt es auf.
Mensch Harry, unser Neuer.
Was will der hier?
Guten Abend, meine Herren.
Auch ein paar Groschen dazuverdienen?
- Sind sie Harry Engelmann? - Seit meiner Geburt.
Bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung haben sie wohl gefehlt.
Ein Mensch, der halbwegs bei Vernunft ist, steckt seine Münze nicht hinein.
Ich werde das mal beweisen.
Da hab ich jetzt Pech gehabt. Oder Glück, wie man's nimmt.
Idiot!
Das kann natürlich vorkommen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Moment, spielen sie woanders!
Die Mathematik behält recht.
Sie werden in der nächsten Mathematikstunde die Chancen dieses...
Der hat aber Dusel.
Darüber würde selbst ein Einstein stolpern.
Nun denn.
Rössler!
Wahrscheinlich stammt ein großer Teil der Groschen aus ihren Portmonees.
Ich will mich nicht bereichern und stifte es der Klassenkasse.
Das ist er.
Der hat meinen Automaten geplündert.
Ich habe 9 Mark 80 rausgeholt.
Was will der Herr denn?
Der Apparat ist frisiert worden.
Natürlich!
Wie haben sie das rausgekriegt?
Sie geben alles zu?
Wollen sie behaupten, dass...
Ich habe gehört, dass die Jungs dort spielen, die wollte ich rausholen.
Verbitte mir jede Verdächtigung.
Das ist eine Beleidigung für die gesamte Lehrerschaft.
Da sind schon ganz andere Sachen passiert.
Ich hatte keine Zeit, zu manipulieren.
Ich habe das Etablissement betreten und eine Münze in den Schlitz gesteckt.
Sie haben mich gesehen.
Ich habe nur beobachtet, dass sie schnell verschwunden sind.
Alle, die mich hereinkommen sahen, erheben sich.
Ich halte es für richtiger, wenn wir die Angelegenheit draußen besprechen.
Der Seidel kann sein, wie er will, aber wir können ihn nicht hängen lassen.
Besser, als dass Harry reinfällt. Wer ist anderer Meinung?
Hau ab, du Flasche!
Dem geschieht es recht, was spioniert er uns nach?
Hau ab!
Der will uns klein kriegen, damit er sich 'ne Medaille verdient.
Damit ist der Fall noch lange nicht erledigt.
- Glauben sie einer der Schüler... - Nein, aber...
Da war dieser Schüler, den sie von der Schule verwiesen haben.
Der Harry Engelmann? Das ist ein harmloser Junge.
Harmlos? Den kenne ich besser.
- Dem fühl ich auf den Zahn. - Mit dem will ich nichts zu tun haben.
- Ich denke, der ist harmlos? - Mein Geld hab' ich. Guten Morgen!
Na denn Entschuldigung.
Hoffentlich habe ich sie nicht gestört.
Bitte? Nein, nein, nein...
War wohl ein Irrtum.
Das Ganze.
Ihm werden wir helfen.
Mischen sie sich nicht in unsere Angelegenheiten!
Lassen sie uns zufrieden!
Hallo, Herr Studienrat!
Was ist denn?
Meine Schüler...
Na, denen werde ich's beibringen.
Nein, mir müssen sie's beibringen.
So schnell wie möglich.
Feste!!!
Fester!
Sie sind stärker, wie ich gedacht habe.
- Als, als! - Was?
Nach dem Komparativ heißt es immer "als".
Sie sind stärker als ich, sie sind größer als ich...
Als, so...
- Und jetzt kommt das mit die Beene. - Womit?
Ach so, ja, mit den Beinen.
Darauf waren sie scheinbar nicht vorbereitet.
Nicht scheinbar, anscheinend.
Ich brauch doch in der ersten Stunde nicht gleich Alles lernen.
Wer brauchen nicht mit 'zu' gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen.
Wenn sie mich fertig machen wollen, mach ich sie auch fertig.
Lassen sie ihn los!
Sie brutaler Geselle!
Sehr rührend von ihnen, wir trainieren ja nur.
Sehr klug, man sollte seinen Körper nie vernachlässigen.
Treibe auch Gymnastik, tägliche Yoga-Übungen.
Yoga? Det kenn ick, mit de Beene nach oben.
Da kann ich sie auch was vormachen.
Das ist ja fabelhaft.
Eigentlich wollte ich zum Tee einladen.
Ich fürchte, der wird kalt, bis wir unsere Beine sortiert haben. Vielleicht morgen.
Die ist hinter sie her.
Hinter ihnen!
Hinter mir? Keene Spur, hinter sie!!!
Wer soll mir denn 10 Mark schicken?
Bitte sehr.
Alles klar? Keine Antwort, keiner steht auf. Er ist einfach Luft für uns.
Ich bitte sie, in Zukunft sitzen zu bleiben.
Aufstehen ist eine Geste des Anstandes, die ich von ihnen nicht mehr erwarte.
Sie gaben mir zu verstehen, dass sie mein Interesse als Einmischung betrachten.
Ich werde mich darauf beschränken, den Lehrstoff zu vermitteln.
Ob sie mitarbeiten, ist ihre Sache.
Nehmen sie ihre Hefte und schreiben sie, was sie über das Nibelungenlied wissen.
Rössler, sie sammeln die Hefte ein und bringen sie mir ins Konferenzzimmer.
Den wären wir los. Prima, was?
Was haben wir erreicht?
Wir geben alle weiße Blätter ab, ist doch Ehrensache.
Und dann lässt er uns durch die Prüfungen rasseln.
- Das nennt sich Klassengeist? - Was heißt hier Klassengeist?
Ich will nicht noch 'n Jahr auf der Penne hocken.
Du kennst das Nibelungenlied ganz genau, pfeif uns mal die Melodie vor!
Zu mir sagen sie nicht "Armer Herr Dr. Seidel". Erinnern sie sich?
- Ich sag das ja gar nicht. - Aber sie denken es.
Das stimmt.
Sie irren. Mir ergeht es nicht so wie meinem Vorgänger.
Ich sitze mein halbes Jahr ab und dann kehre ich in meine alte Schule zurück.
Armer Dr. Seidel.
Die Flinte ins Korn werfen? Das passt nicht zu ihnen.
Die Jungs gehören in eine Erziehungsanstalt.
Sie hätte meine Klasse in Freudenthal sehen sollen.
Wie das geklappt hat.
Waren sie eigentlich sehr beliebt?
Geachtet und respektiert, darauf kommt es an.
Mir gar nicht.
Ich möchte einfach nur, dass sie mich gerne haben.
- Als Musiklehrerin... - Sie sind gescheiter als sie aussehen.
Verzeihung, als ich gedacht habe.
Ich bin auch viel netter, als ich aussehe.
Fräulein Bork möchte sie sprechen, wegen ihres Bruders.
Entschuldigen sie.
Guten Tag, Fräulein Bork. Worum handelt es sich?
Ich komme, um mich zu erkundigen. Muss das sein, mitten im Quartal?
Was muss sein?
Die neuen Schulbücher.
30 Mark sind eine Masse Geld für mich.
Haben sie ihm das Geld schon gegeben?
Nein, ich hatte es nicht.
- Ich muss sehen, wo ich es beschaffe. - Das brauchen sie nicht.
Ihr Bruder hat sie belogen.
Ich habe keine neuen Bücher verlangt.
Nicht?
Aber was ist nur los mit ihm?
Er weiß doch, dass es mir schwer fällt.
- Er steht unter schlechtem Einfluss. - Er braucht dringend Geld.
Zeitungen will er verkaufen.
- Soll ich ihm die 30 Mark geben? - Nein, keinen Pfennig.
Nehmen sie ihm das Fahrzeug weg.
Wie stellen sie sich das vor? Ich bin nur seine Schwester.
Mit Strenge erreicht man nichts. Wenn unsere Eltern noch leben würden...
Fräulein Bork.
Ich muss sie um Entschuldigung bitten.
Sie sind eine Formel, die nicht aufgeht.
Eine mir unbekannte Größe, gewissermaßen.
Der letzte Eindruck steht in umgekehrten Verhältnis zu dem ersten.
- Meine Fotografien haben sie verwirrt. - In jeder Beziehung.
Auch mein erster Eindruck bedarf einer Revision.
War er schrecklich?
Niederschmetternd.
Nun denn.
Daran könnten sich manche Eltern ein Beispiel nehmen.
Das wäre die Lösung.
Die Eltern.
Reizende Person, dieses Fräulein Bork: jung, hübsch, gute Figur.
Und trotzdem hat sie Verantwortungsgefühl, Pflichtbewusstsein.
Weshalb sollte ein schönes Mädchen kein Pflichtbewusstsein haben?
Das wäre überstanden.
Vielen Dank Herr Doktor.
Sie kommen Dienstag wieder.
Der Nächste bitte!
- Rössler. - Seidel.
Nehmen sie doch Platz.
Na, wo fehlt es denn?
Sie sind ein bisschen heiser. Zunge raus!
Ich bin Martins Klassenlehrer und nehme Fühlung mit den Eltern.
Tut mir leid, aber ich erreiche ihre Frau nicht.
Meine Frau? Das ist schwer.
Ich freue mich immer, wenn ich sie Sonntags zu Hause treffe.
Eine sehr tüchtige Frau.
Diese Fotos sind von ihr.
Sie verdient mehr Geld als ich.
Was gibt es? Hat der Junge was ausgefressen?
Er steht unter schlechtem Einfluss.
So? Ich werd ihn mir gleich mal vorknöpfen.
Vielleicht darf ich...
Heute geht's nicht, morgen der Vortrag. Sonntag essen wir zusammen.
Der kann was erleben.
Ob das so einfach ist?
Sie sollten sich mehr mit ihm beschäftigen.
Schwester! Rotlicht ausschalten!
Undankbar von dem Bengel!
Seine Eltern schuften, um ihm alles bieten zu können und der?
Zunächst streiche das Taschengeld, das wirkt Wunder.
Wenn sie dem Jungen die Motorradfahrerei einschränken?
Nein, da bin ich ganz anderer Ansicht.
Ich bin froh, dass er das Motorrad hat. Er hat Bewegung und frische Luft.
Da möchte ich sie nicht länger aufhalten.
Sie sollten was für ihre Stimmbänder tun.
Sie sprechen ziemlich heiser.
Schwester? Auf Wiedersehen.
Die letzte Wochenrate ist auch noch nicht bezahlt.
Bald bekomme ich Geld.
Es hat nur was nicht geklappt.
Mein letztes Wort: Bis morgen sind die Raten hier oder ich wende mich an...
Wer hat denn überhaupt unterschrieben?
Meine Schwester.
Meiner Schwester dürfen sie damit nicht kommen.
Sie kriegen ihr Geld.
Wo soll ich die 30 Mark hernehmen?
Was soll ich machen?
Fang nicht an zu heulen! Die paar Piepen wirst du zusammenkriegen!
Geld liegt auf der Straße.
'Ne alte Lichtmaschine, die verkaufst du dem Wärter auf dem Schrottplatz.
Wo soll ich die denn hernehmen?
Hier da. Liegen doch genug.
Ziehste hinten raus und verkaufst 'se vorne.
Kreisverkehr, verstehst du?
Das ist doch Diebstahl!
Wieso? Der kriegt das Zeug ja wieder.
Das ist eine Gemeinheit! Schiebung!
- Wo ist er? - Da drin.
Da kriegt er wenigstens 'ne Ahnung, was ihm bevorsteht.
Wenn's losgeht, kneift ihr ja doch wieder.
Diesmal nicht, der wird fertig gemacht.
Nicht einen Pfennig Taschengeld, zwei Wochen lang!
Bei euch war er auch?
Der Pauker muss lebensmüde sein.
7, 8, 9... aus!
Hallo Doktorehen!
So, Feierabend.
Wie bitte?
- Wir können gleich gehen. - In ihrem Zustand?
Ach so, die Haare kämm' ich mir noch.
Im letzten Kampf stehen sich gegenüber...
Jefferson, Jamaika und Ivanov, Bulgarien.
Der Kampf geht bis zur Entscheidung.
Letzter Kampf, geht in Deckung!
Wenn euch der Pauker jetzt schon sieht, kommt er gar nicht erst raus.
Komm, wir hauen ab.
- Bist ganz schön bedient, was? - Ich muss das Geld haben.
- Mein Tipp? - Mir bleibt nichts anderes übrig.
Ob ich gleich fahre?
Wo willst du das Zeug lassen? Da hält dich jede Streife an.
Pass auf, ich kenne den alten Bennecke. Der pennt jeden Mittag in seiner Bude.
Da kannst du in aller Ruhe arbeiten.
Hallo! Herr Doktor!
Wo stecken sie denn?
Ich komme schon.
Gute Nacht!
Moment, darf ich sie zu einem Glas Bier einladen?
Die wollten ihnen schon kennen lernen, ick hab mir bloß nicht getraut.
Wie sie mir damit erfreuen!
Und wie sie mir damit erfreuen!
Vorsicht, da kommt wer!
sehr interessant gewesen.
Scheiße im Trompetenrohr.
Nanu, Bork! Was haben sie denn da? Einspritzpumpe, nicht?
Führen sie die spazieren?
Warum machen sie so etwas?
Ich will sie verkaufen.
Man kann nur verkaufen, was einem gehört,
Ich habe sie beobachtet. Sie sind ruiniert, wenn das heraus kommt.
Wenn sie mich anzeigen, dann...
dann mach ich Schluss.
Glauben sie, ich zeige sie an?
Ja.
Sie irren.
Sie irren sich in vielem.
Kommen sie, tragen wir es zurück.
Ich hab das Geld gebraucht für mein Moped. Ich hab's auf Stottern gekauft...
30 Mark fehlen?
Woher wissen sie das?
Das interessiert sie wohl?
Auf die Idee, dass ich ihnen helfen könnte, sind sie nicht gekommen.
Sie wissen ja, dass ich mich gerne einmische.
Das nehme ich nicht an.
Ich schenke es ihnen nicht, ich will es zurück haben.
Keine Ahnung, wie ich das zurückzahlen soll.
Da gibt es Möglichkeiten.
Hallo?
Ich bringe ihnen einen meiner Schüler. Seidel, von der Oberschule.
Sie brauchen Leute zum Aufräumen?
Ist mir recht.
Aber mehr als 1 Mark pro Stunde kann ich nicht bezahlen.
- 1,50? - 1,25 - mein letztes Wort.
Sie können gleich anfangen.
Nun denn.
Was ist los? Hat's geklappt?
Die Raten sind bezahlt.
Engelmanns Ratschläge sind die besten.
Einen Dreck sind sie. Ich arbeite auf dem Schrottplatz.
Ich arbeite für 1,25 die Stunde.
Scheiß Bezahlung.
Wo sind die 30 Mark eigentlich her?
Oder hast du heute 25 Stunden gearbeitet?
Dr. Seidel hat sie vorgestreckt.
Er hat mich erwischt, als ich dienen Ratschlag befolgte.
Statt mich der Polizei zu übergeben, hat er mir den Job verschafft.
Hört euch das mal an!
Unser Baby hat sich an der Brust vom Pauker ausgeweint.
Ja.
Und noch was: Der Seidel ist ein anständiger Kerl.
Was? Ich hör wohl nicht recht.
Du bist ein Arschkriecher.
Der Pauker ist ein ganz gerissener Hund.
Der hat dir den Job verschafft, um dich auf seine Seite zu kriegen.
Warum schleicht er sonst hinter uns her?
Man kann ja nicht mehr aufs Klo gehen.
Der will den Club fertig machen!
Kann schon sein.
Sieh mal an.
Das ist dir egal?
Bin froh, wenn ich dich nicht sehen muss.
Lass den Quatsch!
Bist du irrsinnig?
An dem ist nicht viel verloren.
Bei dir piept es wohl! Genau das, was der Pauker will.
Verlass dich drauf: Da wird mir was anderes einfallen.
Nun ist der Clip ab.
Dafür werden sie nicht bezahlt, Bork.
Ich wollt mal sehen, wie es steht.
Ich hab mir das Ding mal angeschaut.
Der könnte noch prima laufen.
Adler 1934, wäre vielleicht zu schaffen.
Ist vielleicht noch hinzukriegen.
Das Steuer hätten sie schon.
Herr Bennecke, was kostet so ein Wrack?
Wollen sie eine Konkurrenz aufmachen?
Es würde mir Spaß machen, eine Ruine zum Leben zu erwecken.
Verstehen sie was davon?
War ja lange genug beim Barras.
Von mir aus.
Vielleicht gibt es 2 oder 3, die dabei helfen.
- Ich wüsste schon einen. - Wen?
- Mich. - Sie?
Einige mehr, dann ginge es flotter.
Ich bringe bestimmt welche her.
Die Kleinen spielen Autobahn.
Wollen sie den noch reparieren?
Gar keine schlechte Idee.
Ein Wagen ist schon was anderes als ein Motorrad.
Ein schönes Verdeck.
Was verschafft mir die Ehre?
Achim abholen.
Wir haben eine Sitzung einberufen, da darf niemand fehlen.
Die 30 Mark haben wir auch mitgebracht, damit du sie zurückgibst.
Damit du siehst, dass der Club niemanden im Stich lässt.
Aber da der wieder rumschnüffelt, kann ich sie ihm auch direkt geben.
Das könnte ihnen so passen.
Wir können es auch per Postanweisung schicken.
Los Achim, unsere Sitzung!
Komm, sonst werd ich ungemütlich.
Ich bleibe hier.
Ich habe die Absicht, ein Auto zusammen zu bauen.
Wer Lust hat, kann mitmachen, natürlich umsonst.
Bei der Karre bestimmt, das ist hoffnungslos.
Kommst du oder nicht?
Ne.
Keine Angst, Herr Lehrer.
Ich bringe sie vors Jugendgericht.
Sie halten mich wohl für einen Kindskopf?
Strafen gegen ungehorsame Mitglieder sind in unseren Statuten vorgesehen.
Sie haben an alles gedacht.
Ich mache ihnen einen Vorschlag.
Sie lassen uns in Ruhe und ich lege ein gutes Wort für sie ein.
Geben sie mir ihre 30 Mark.
Sehen sie, es geht auch ohne Krieg.
Na, feiern wir Völkerverständigung?
Ich habe schmutzige Hände.
Ich möchte sie mir nicht noch schmutziger machen.
Kaufen sie sich einen neuen Reifen.
Mensch, der Seidel gibt ihm aber ganz schön Kontra.
So, ich glaube, das dürfte genügen.
Dreckiges, feiges Schwein!
Wenn einer sentimental wird, brauch er sich im Club nicht mehr sehen zu lassen.
Ihr Idioten!
Für wen lässt er sich die Zähne einschlagen? Doch nur für uns!
Das mit dem Knie war unfair.
Wann kommt ihr denn auf den Schrottplatz?
So um halb 5.
Wenn der Wagen fertig ist, gehört er uns allen.
Guten Morgen!
Bitte setzen sie sich.
Ich habe ihre Aufsätze durchgesehen.
Das Resultat ist trostlos.
Nun denn.
Sie haben sich mit dem 30-jährigen Krieg beschäftigt. Wer?
Der 30-jährige Krieg dauerte von wann bis wann?
Der 30-jährige Krieg dauerte von...
Jedenfalls hat er 30 Jahre gedauert.
Auch das ist bei dem Niveau dieser Klasse schon erstaunlich.
Der 30-jährige Krieg...
Von 1618-43.
Steht das da? Geben sie mal her!
48. Sie brauchen eine Brille.
Sie können ihre eigene Schrift nicht lesen.
Was wissen sie von Wallenstein?
- Wallenstein? - Wallenstein.
Der wurde ermordet.
Ja, im Schlaf. Hätte ihnen auch passieren können.
Und wann?
Keiner?
Ich bin auch noch da.
Ehe ich sie unterrichte, gehen sie nach Canossa.
Apropos Canossa.
Wann ging wer nach Canossa und bat wen um Vergebung?
Mager, meine Herren.
Sehr mager.
Am besten, wir fangen mit dem kleinen ABC an.
Guten Tag, Herr Doktor!
Tag, Bork!
Ach, Herr Doktor.
Was hat der für einen Vergaser?
Der Achim hat das Wrack entdeckt, durch ihn hab ich die Idee bekommen.
Ich möchte nicht ohne ihn anfangen.
Wir auch nicht.
Er muss arbeiten, hat Abzahlungen zu machen.
Die muss er erst mal loswerden.
2 bis 3 Monate wird er brauchen.
Bis dahin sind wir alt und grau.
Ich hätte auch schon gerne begonnen.
Wenn er Hilfe hätte, würde es schneller gehen.
Und je mehr helfen, desto schneller geht es.
Wir sollen umsonst mitarbeiten, damit er schneller fertig wird?
Da bekommen wir Schwierigkeiten mit der Gewerkschaft.
Fass mit an, du faules Schwein!
Ich arbeite schon 10 Tage länger als du.
Wo ist der Betriebsrat? Ich brauch einen Krankenschein.
Jungens!
Hört mal her!
Meine Herrn! Man soll nichts übertreiben, Schluss mit aufräumen.
Das Geld für Achim ist beisammen und ein Schrottplatz ist kein Staatsarchiv.
Ich bin bereit, mit euch das Auto zusammen zu kloppen.
Wir sind dann die erste Klasse, die ein eigenes Auto besitzt.
Sie sind eine Wucht, Herr Doktor.
Moment, erst einmal meine Bedingungen.
Wir arbeiten täglich 2 Stunden, dann büffelt ihr, bis der Kopf raucht.
Um 10 liegt ihr im Bett. Bin ich immer noch eine Wucht?
Mehr nach rechts!
Noch ein bisschen.
Jetzt, Moment!
Scheibenhonig!
Solche Worte gebraucht man nicht.
Lausejunge.
Vielleicht gewinnt meine Schwester doch die Wette.
Wieso?
Ach nichts.
Wieso? Was ist denn?
Schon lange her, da hab ich mit ihr gestritten.
Sie hat sie in den Himmel gehoben, da hab ich gesagt, sie wären...
Na ja, irgendwas.
Und sie sagte: Ich sei ein Idiot und sie ein feiner Kerl und
da haben wir gewettet.
Die Wette verliert ihr beide.
Du bist einer, ich manchmal und deine Schwester ein feiner Kerl. Stimmt es?
- Toller Auftritt! - Wie seid ihr in die Hosen reingekommen?
Mit dem Schuhlöffel, Kleiner.
Was ist denn nun los?
Stoppschild. Das haben die Jungens hingestellt.
Ich will ihnen Fahrunterricht geben.
Das haben sie sauber hingekriegt.
Die Karre läuft in jeder Beziehung.
Wie die Bengels ihnen damals überfahren wollten...
Sie!
Sie haben sich von sie überfahren lassen. - Ihnen.
Ick werde es nie lernen, Herr Doktor.
Sieh dir den Kindergarten an! Denen gefällt das auch noch.
Lass die doch Karussell fahren, damit es ihnen zu dumm wird.
Der Pauker gibt denen Fahrunterricht, das wird nicht langweilig.
Wart es ab.
Wer zuletzt fährt, fährt am besten.
Nett, dass sie gekommen sind.
Nett, dass er hergekommen ist.
- Ist er nicht nett? - Sehr.
Darf ich bitten?
Verzeihung.
Bitte.
So, vorsichtig.
Bequem ist er nicht, aber er erregt Aufsehen.
So, festhalten.
Ich starte.
Moment bitte.
- Ich habe eine Überraschung. - Wie bitte?
- Ich habe eine Überraschung. - Überraschungen habe ich gerne.
Aber nur angenehme.
Achim hat mir gesagt, dass sie viel von mir sprechen.
Und wie sie von mir sprechen, wenn sie von mir sprechen.
Sie sind unser Lieblingsthema.
Ich hab sogar schon nach Damaskus über sie geschrieben.
Mein Verlobter baut dort eine Brücke.
Fräulein Selinski!
Fräulein Doktor Selinski!
Kommen sie doch mal, ich habe eine Überraschung.
Haben sie Lust?
Hühnchen! Und Lachs!
Meine Lieblingsspeisen, als ob sie es geahnt hätten.
Und Sekt. Danke, nicht so viel.
Wenn ich trinke, werde ich ganz traurig.
Möglich, dass mir das auch passiert.
Sie haben allen Grund, ihren Erfolg zu feiern. Danke.
Dass sie es ausgerechnet mit mir tun wollen, kann ich nicht glauben.
Haben sie was?
Es ist jemand in mein Leben getreten, ich wollte es nur sehr gerne.
Es ist gut, jemanden zu haben, mit dem man sprechen kann.
Ich wollte es ihr heute sagen.
Ich wollte ein Picknick machen.
Da erfuhr ich, dass ein Anderer da ist.
Brücken baut er, in Damaskus.
Eigenartig, dass jemand neben einem sitzt und der viel bedeuten könnte
und der andere merkt es nicht.
Was ist denn?
Keinen Sekt mehr, sie weinen ja schon.
Wie immer, am Stoppschild halten, wenden und zurück. Bitte.
Was macht er denn?
So eine Flasche.
Ich sehe mich genötigt, sie vom Dienst zu suspendieren.
Ich will offen sein: Dieser Vorfall ist nicht der einzige Grund.
Es ist der Schlusspunkt hinter einem fehlgeschlagenen Versuch.
Setzen sie sich doch.
Wir haben eine Lehrkraft gesucht, die diese Klasse zur Vernunft bringt
und dafür sorgt, dass die Leistungen wieder gehoben werden.
Stattdessen treiben sie sich mit ihnen auf einem Schrottplatz herum,
sie prügeln sich.
Ich glaube kaum, dass sich das mit der Würde eines Lehrers verträgt.
Sie waren ja nur zur Probe hier, das halbe Jahr ist eben früher abgelaufen.
Selbstverständlich werde ich ihre Rückversetzung beantragen.
Haben sie denn gar nichts zu sagen?
Ist euer Lehrer nicht hier?
Seid doch mal ruhig!
Die Bremsseile sind nicht von alleine gerissen, die waren angefeilt.
Wo in der Nacht der Wagen stand, haben wir einen Kugelschreiber gefunden.
Wahrscheinlich ist er dem Täter aus der Tasche gefallen.
Weiß einer, wem er gehört?
Hier oben, der Clip ist abgebrochen.
Ich weiß es.
Wer ist es?
Ich möchte ihm die Gelegenheit geben, sich selber zu stellen.
Er hat Zeit bis heute Abend.
Ich habe ihnen mitzuteilen, dass Herr Dr. Seidel beurlaubt ist.
Ab heute übernehme ich die Klasse.
Ich verbitte mir jede Demonstration.
Sie werden alle Kräfte brauchen, um nachzuholen, was sie versäumt haben.
Ich erwarte, dass meine Klasse besonders gut abschneidet.
Ihre Klasse?
Wir sind immer noch die Klasse vom Dr. Seidel.
Ich verbitte mir das!
Meine Herrn!
Ich gehe.
Halt! Wo wollen sie hin?!
Setzen!
Ich werde das Direktorat... Sie bleiben hier!
Setzen! Sie!
Sie!
Nun geht mir aber keiner mehr.
Guten Tag, Herr Doktor!
Wann kommen sie wieder mit den Jungs?
Gar nicht mehr.
- Wegen der Geschichte neulich? - Auch das.
Eine Bitte: Wenn die Jungs weiterarbeiten wollen, lassen sie sie rein.
Auch ohne mich.
Ich wäre ihnen sehr dankbar.
Habt ihr die Sache mit Harry Engelmann gehört?
- Hat er sich gestellt? - Gestellt?
Geflitzt ist er, als ihn die Polizei holen wollte.
Das hätte ich euch gleich sagen können.
Kinder!
In der Penne ist dicke Luft, der Schulrat will die Klasse prüfen.
- Gib mal die Karre. - Wen will er denn da prüfen?
Die leeren Schulbänke, ob der Holzwurm drin ist.
Wem nützt dieser Streik? Dem Seidel oder uns?
Wenn nicht hingehen, fallen wir durch die Prüfung.
Wenn wir gehen, fallen wir auch durch.
Das weiß ich noch gar nicht.
- Zugegeben, ich hatte 5 Fünfer. - Macht 25.
- Ich hab aufgeholt! - Ja, im Singen.
Jetzt sage ich euch etwas.
Ihr glaubt, wir helfen dem Seidel.
Wir reiten ihn nur noch mehr rein.
Der Schulrat prüft auch ihn.
Ob er uns außer Autofahren noch was beigebracht hat.
Was sollen wir machen? Mit dem Streik demonstrieren wir
die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem System, den Seidel zu entlassen.
- Weißt du was Besseres? - Ja.
Das vernünftigste ist, wenn... Aber das ist schwer, verdammt schwer.
Trommelt mal alle zusammen.
Sie werden mir sehr fehlen.
Bitte helfen sie doch mal.
- Sie mir auch. - Was meinen sie?
Sie werden mir auch sehr fehlen.
Sie haben einen ganz anderen Menschen aus mir gemacht.
Mein Deutsch war die Tragödie meines Lebens,
die Leute mussten lachen, aber trauten sich nicht.
Haben mich lieber ganz gemieden.
Jetzt kann mich an jeder Aussprache beteiligen und det dank ich sie!
Ach Freddy!
Jetzt merke ich, was ich für eine Niete bin.
Der Oberschulrat ist da, er möchte sie sprechen.
Sie möchten sofort kommen.
Nanu.
Ich bin gleich wieder da.
Jetzt fliege ich offiziell.
Was haben sie in Geschichte durchgenommen?
Den 30-jährigen Krieg, Herr Oberschulrat.
Wer gegen wen?
Katholische Liga gegen protestantische Union.
- Wann bis wann? - 1618-48.
- Ausgelöst durch? - Prager Fenstersturz.
Was wollen sie denn?
Jetzt nennen sie die Schlachten der Reihe nach!
1620 Am Weißen Berge.
1626 Lutter am Barenberge.
1627 Stralsund.
1631 Magdeburg.
1632 Lützen.
1634 Schlacht bei Nördlingen.
1636 Wittstock.
1642 Breitenfeld.
Und wo wurde 1648 gekämpft?
Am Verhandlungstisch. Da wurde der Westfälische Friede geschlossen.
Danke, das genügt mir.
Lieber Kollege Seidel...
Darf ich sie einen Moment bitten?
Das Verfahren wird natürlich eingestellt.
Ich möchte, dass sie die Klasse wieder übernehmen. Und zwar sofort.
Sagen sie den Jungs, dass mich ihre Leistung überzeugt hat.
Nun verraten sie: Wie haben sie das geschafft?
Die Jungs haben es geschafft.
Aber ich glaube, ich habe sehr viel bei ihnen gelernt.
Nun denn.
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