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In der letzten Folge:
Ein Dummy geht baden. Stress auf Deck 4.
Man over board! Man over board!
Auf der Brücke gibt es eine nächtliche Teestunde.
Ich besuche Christian öfter auf der Brücke.
Meine erste Frage ist: Ist der Kapitän da oder nicht?
Die Passagiere müssen sich Neptuns Segen erkämpfen.
Schlimm!
Auf der Bühne geht es um die Frage aller Fragen:
Willst du mich heiraten?
Untertitelung: BR 2016
Tag 13 der großen Südamerika-Reise.
Es ist 7 Uhr. Kapitän Morten Hansen
steuert mit seiner Grand Lady den Hafen von Recife an.
"Bom Dia" in Brasilien.
Das Wetter schaut gut aus.
Viele Passagiere freuen sich auf einen Landgang heute
nach der Atlantik-Überquerung.
Starboard 20.
Das Hafenbecken von Recife wird durch Riffe gebildet.
Daher auch der Name der Stadt.
Das Anlegen erfordert Fingerspitzengefühl.
Der Lotse kommt an Bord, dann geht's rein.
Ich muss fast 180 Grad im Hafen drehen.
Dann muss man im Hafen auch drehen
mit Backbord zum Kaiplatz heute.
Der Lotse, den Kapitän Morten Hansen erwartet, ist heute eine Lotsin.
Bom dia!
Auf vielen Brücken dieser Welt sind Frauen leider noch die Ausnahme.
Ich find es toll, wenn auch eine Frau an Bord kommt.
Das ist für mich ein Ansporn, in der Seefahrt weiterzumachen
und zu sehen, dass mehrere Frauen hier arbeiten.
In Brasilien ist es normaler, dass Frauen an Bord sind.
Ich hab schon öfter erlebt, dass eine Lotsin an Bord gekommen ist.
Für die Brasilianer ist eine Frau auf der Brücke normal.
Ein männlicher Kapitän aus Norwegen
und eine weibliche Lotsin aus Brasilien sorgen gemeinsam dafür,
dass die Grand Lady im Hafen von Recife sicher und punktgenau anlegt.
Deckkadettin Ellen freut das.
Sie hofft, dass dieses Bild schon bald zur Normalität gehört.
Nicht nur in Brasilien, sondern in allen Häfen dieser Welt.
Obrigado. Obrigado.
Dann ist es so weit. Die Grand Lady hat
den südamerikanischen Kontinent erreicht.
Willkommen in Brasilien.
Die Atlantik-Überquerung gut überstanden?
Ja.
Keiner ist von Bord gesprungen.
Schauen wir, was passiert heute:
Wir erwarten die Gesundheitsbehörde an Bord.
Wir haben drei Kreuzfahrtschiffe hier heute.
Alle drei kommen aus Europa.
Die haben nicht so viele Behörden,
dass sie drei Schiffe abdecken können.
Da weiß ich auch nicht.
Aber ich wart ein bissel ab.
Wenn Zeit ist, mach ich eine kleine Runde mit dem Dr. Winni
und einen kleinen Landgang.
Ich schau die Stadt an, den Markt und ein paar Dinge.
Nur ein bisschen Land unter die Füße.
Genau das wollen auch Bordpfarrer Stefan Hippler
und die Diakoninnen Frauke Duval-Zupp und Nicole Schnepel.
Nicole will sogar noch mehr.
Ich war noch nie in Brasilien, noch nie in Südamerika.
Ich freu mich, die Kultur kennenzulernen,
die Menschen zu treffen, all das Neue in mich aufzunehmen.
Ich freu mich, dass Stefan uns begleiten wird
und uns mit seiner Sachkenntnis durch Kirchen usw. führen wird.
Das wird bestimmt toll.
Die Entdeckungstour beginnt in der Altstadt von Recife.
Die meisten Häuser hier stammen noch aus der Kolonialzeit.
Eine Straße fasziniert sie besonders: die Rua do Bom Jesus.
Guck mal hier, diese Straße find ich auch sehr schön.
Sehr schön. - Danke.
Oh Entschuldigung!
Es gibt nichts Schlimmeres als Fotografen,
die sich gegenseitig die Sicht wegnehmen.
(Nicole) Ich geh schon mal weiter.
(Stefan) Okay, lass uns weitergehen.
Ach schön, das ist ja richtig romantisch.
(Nicole) Herrlich!
Recife liegt im Nordosten Brasiliens.
In der Stadt leben rund 1,5 Mio. Menschen.
Recife scheint wirklich toll zu sein.
Ich liebe diese Straße.
Ich hab mich ein bisschen an die Karibik erinnert gefühlt
durch diese ganzen bunten Häuser und die wunderschönen alten Bäume.
Und es ist wunderschön warm, die Sonne scheint.
Was kann man sich mehr wünschen?
In diesem Viertel liegt auch das erste Ziel der drei.
Hier will das ökumenische Touristen-Triumvirat
die Puppen tanzen lassen.
Das muss bestimmt das Museum sein, wo wir rein wollten.
Drüben auf der anderen Straßenseite, nicht?
Lass uns da mal schauen.
Sie werden schon erwartet, und zwar von einem guten, alten Bekannten.
Guck mal, wer mich direkt grüßt.
Oh ja, dein großer Vater.
(Stefan) Mein Chef grüßt mich.
Sollen wir dich mit dem Heiligen Vater ...?
Il papa, si. - Und Käsekuchen!
Und yeah!
(Nicole) Ich find das erstaunlich,
wie gut sie die Gesichtszüge getroffen haben.
Das ist ja Pappmaschee, nicht? - (Nicole) Ja, das ist Pappmaché.
"Bonecos Gigantes" heißen die Puppen auf Portugiesisch.
Ausgestellt wird hier alles, was Rang und Namen hat.
Vom brasilianischen Nationalheld Pelé,
über die größten Rock- und Popstarts der Musikgeschichte
bis hin zu allerlei anderen Eminenzen.
Ich würde das gerne mal sehen. Das muss ja kurios wirken,
diese großen Puppen mit den kleinen Füßen drunter.
Irgendjemand muss sie ja tragen.
Dann hat man die normal dimensionierten Beine drunter.
Das sieht wahrscheinlich irre aus.
Zum Einsatz kommen die Puppen natürlich im Karneval.
An Bord der Grand Lady beginnt die Kontrolle
der brasilianischen Hafeninspektoren.
Die letzte Verantwortung dafür,
dass auf dem Schiff alles sauber und ordentlich zugeht, trägt der Kapitän.
Vom Ausgang der Kontrolle hängt viel für ihn ab.
Ich habe ein Team, das sich sehr gut vorbereitet hat.
Jetzt kontrollieren die erst die Papiere.
Dann wird eine Runde gemacht in verschiedenen Departments.
Schauen wir mal, aber ich habe keine Angst.
Angst nicht, Respekt schon. Sollten die Brasilianer
auch nur einen Fehler entdecken, wird es ungemütlich.
Umweltoffizier André Klein, Schiffsarzt Winni Koller
und Hotelmanager Josef Brunner sind gewarnt.
Die Brasilianer gelten als sehr streng.
Sie wollen vermeiden,
dass Krankheiten ins Land gebracht werden.
Sie haben im Land mit vielen Unannehmlichkeiten zu kämpfen
und wollen nicht, dass von außen mehr reinkommt.
Es laufen jeden Tag zig große Kreuzfahrtschiffe
brasilianische Häfen an.
Speziell im Winter, wo hier Sommer ist, ist es ein gefragtes Land.
Um das zu vermeiden, finde ich es absolut richtig,
dass sie streng sind.
Nur 6 km nördlich von Recife liegt die Stadt Olinda,
bekannt für ihre vielen Kirchen und Kapellen
sowie für ein herrlich geschlossenes Ensemble bunter Häuser
aus der Kolonialzeit.
Noch ein Highlight hat Olinda zu bieten:
Hier kommen wir zu einer ganz berühmten Kreuzung.
Die da wäre?
Hier findet nämlich Karneval statt.
Die Puppen, die wir gesehen haben, kommen alle hier vorbei.
Hier versuchen Millionen Menschen, die zum Karneval kommen,
sich reinzuquetschen, um das zu sehen.
Es wird ein buntes Treiben sein.
Der nächste Karneval findet erst in gut einem Monat statt.
Doch Stefan Hippler, Frauke und Nicole
haben heute unglaubliches Glück.
Wow!
Ein Team vom brasilianischen Fernsehen
berichtet über die ersten Proben der Puppentänzer.
Die drei Deutschen kommen da gerade recht.
Das ist Zufall, dass wir die Puppen noch sehen.
Sie sehen noch großartiger aus als im Museum.
Da gibt es viele nebeneinander. Hier haben wir zwei.
Man sieht den Vergleich zu dieser Kirche.
Der muss sich ganz schön bücken, um in die Kirche reinzukommen.
Von daher: klasse.
Ich bewundere auch die Träger. Was die zu tragen haben,
wenn die tanzen, das ist Wahnsinn. Wow!
Bis zu 50 kg wiegt jede dieser Puppen.
Wo immer sie auftauchen, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Das brasilianische Fernsehen dagegen interessiert sich plötzlich
auch für die deutschen Touristen.
We are here to visit Olinda, a very beautiful city.
We are impressed by the ... Was heißt Puppen?
Maybe it's possible for him to put it on his shoulder.
Okay, you can try it.
Dann hat Bordpfarrer Stefan Hippler seinen großen Auftritt.
Ei, ei, ei!
Ah, okay, okay.
Es ist ein bisschen unglaublich.
Dann noch das brasilianische lokale Fernsehen von Pernambuco ...
Stefan wird sehr bekannt werden als Puppenträger. Das ist echt irre.
Uh! Ich hätte nie gedacht,
dass ich ins brasilianische Fernsehen komme,
aber einem Pfarrer ist ja alles zuzutrauen.
Die Riesenpuppen sind seit rund 70 Jahren
fester Bestandteil im Karneval von Olinda und Recife.
Einen deutschen Priester als Träger gab es aber wahrscheinlich noch nie.
(Frauke) Hoffentlich fällt die Puppe nicht runter,
so stark ist er ja nicht.
Er macht schon ein angestrengtes Gesicht,
nicht ganz so leichtfüßig wie die jungen Herren.
Wenn man den richtigen Schulterschlag hat dafür,
kann man tanzen. Aber man muss natürlich das Gefühl dafür haben.
Sonst sieht es eher aus wie der Storch im deutschen Salat
statt Samba in Brasilien.
Und während Stefan Hippler dem brasilianischen Fernsehen
noch schnell ein Interview gibt, geht die Inspektion
der brasilianischen Hafenbehörde an Bord der Grand Lady weiter.
Die Papiere sind mittlerweile alle überprüft.
Jetzt beginnt die Kontrolle im Inneren des Schiffes.
Die Beamten gehen sehr akribisch vor.
Kein Bereich bleibt ausgespart, alles kommt auf den Prüfstand.
Denn nur, wer den Fehler sucht, findet ihn auch.
Die checken jetzt genau unsere Müllbeseitigung.
Wie der Müll separiert wird,
wie der Müll, der in den Kabinen, in der Küche oder im Restaurant,
der auf dem ganzen Schiff entsteht, beseitigt wird.
Es darf natürlich nichts ins Meer gelangen.
Es wird alles hier direkt verwertet
und in verschiedenen Häfen an Land gebracht.
Da sind sie sehr streng, ob wir das alles richtig machen.
Aber es schaut alles gut aus.
Als Nächstes ist die Küche dran,
das Reich von Küchenchef Christian Seegatz.
Auch hier: Kontrolle bis ins kleinste Detail.
Entdecken die Beamten auch nur den geringsten Verstoß
gegen die Vorschriften, wird's teuer.
Geldstrafen können sehr, sehr hoch sein.
Wenn sie Produkte finden, die abgelaufen sind:
Pro abgelaufenes Produkt 5000 Dollar.
Das geht rauf bis 50.000, 100.000,
je nachdem, wie schwerwiegend der Verstoß ist.
Das kann ganz schön ins Geld gehen.
Ordnung und Sauberkeit zahlen sich also aus.
Bei Umweltoffizier André lässt die Anspannung langsam nach.
Ich hab ein sehr gutes Gefühl.
Der Kontakt zu den Behörden ist angenehm.
Anders als ich es bisher kannte in Brasilien.
Es könnte sein, dass wir gut rauskommen aus der Nummer.
Wir waren auch gut vorbereitet. Bisher läuft es echt sehr gut.
Genauso wie die Ein- und Ausschiffung der Passagiere.
Für manche ist die Reise in Recife vorbei.
Für rund 300 neue Passagiere beginnt sie hier.
Für Praktikant Luca und seine Kollegen an der Rezeption
herrscht Hochbetrieb.
Ich hab noch nicht viel gesehen. Ich war noch nicht draußen.
Ich steh seit um 7 Uhr hier. Das ist ein Dauerstress.
Das ist normal. 290 neue Passagiere an Bord,
alle mit Fragen und Problemen.
Es ist stressig, aber das meiste haben wir geschafft.
Ich wollte um 12 Uhr Feierabend machen.
Mal schauen, ob ich das machen kann.
Dann raus an den Strand, schwimmen gehen,
einfach erholen von dem stressigen Morgen.
Auch Jörn Hofer, der stellvertretende Kreuzfahrtdirektor,
ist im Dauereinsatz und dabei die Ruhe selbst.
Das ist für alle etwas Besonderes.
Viele Kollegen sind auf Ausflügen draußen.
Die fehlen für neu ankommende Gäste.
Kollegen im Housekeeping sind für die Kabinen zuständig,
sollen gleichzeitig Gepäck verladen, die neuen Gäste willkommen heißen.
Das ist eine Doppelbelastung. Aber wir freuen uns für alle,
die mit uns gefahren sind, und hoffen,
dass die Neuen herzlich aufgenommen werden.
Da wird es sicher Reibungspunkte geben:
"Das ist mein Platz, mein Tisch, mein Kellner."
Aber ich denke, mit gutem Willen geht alles.
Sobald die Passagiere an Bord kommen,
werden sie von Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiß persönlich begrüßt.
Um seine kleine Familie kann er sich heute nur kurz kümmern.
Das ist die kurze Begegnung der Familie heute.
Ist aber nicht so wichtig. Heute war die Einschiffung.
Gäste erwarten viel "Willkommen zu Hause".
Das muss man von der Atmosphäre hinkriegen.
Da muss man an Bord sein, sonst klappt das nicht.
Das zieht sich den ganzen Tag. Macht nix, weiß man.
Es ist schön, ihn jetzt gerade auf dem Arm zu haben.
Auch wenn es heute leider nur für ein paar kurze Minuten reicht.
In Olinda dreht sich ab sofort alles um das zweite "K" nach Karneval.
Durch die Portugiesen wurde Brasilien bereits ab 1500 katholisch.
Bis heute stellen die Katholiken die Mehrheit im Land.
Rund 20% der Menschen sind dagegen Protestanten.
Dass beide Religionen an denselben Gott glauben,
erfährt man besonders eindrucksvoll in der Igreja da Sé.
Als die Holländer die Portugiesen abgelöst haben,
wurde es, das wird euch freuen, eine protestantische Kirche.
(Nicole) Holländer, klar.
Es wurde, als die Holländer wieder das schöne Land verlassen mussten,
natürlich wieder katholisch und ist es bis heute.
Der schlichte Renaissance-Bau mit seinen barocken Altären
wurde 1983 zum letzten Mal renoviert
und dabei in seinen Originalzustand aus dem 16.Jh. zurückversetzt.
Ich find es so untypisch für eine katholische Kirche,
dass sie so schlicht ist.
Ich kenn das von unseren deutschen katholischen Gotteshäusern,
dass überall Gold und Prunk und Putten angebracht sind.
Dies ist eine ganz schlichte Halle. Das find ich sehr schön.
Noch schöner ist nur der Ausblick von der Seitenterrasse.
Wow!
Die Igreja da Sé liegt auf dem Alto da Sé
und damit auf dem höchsten Punkt der Stadt.
Hier möchte ich Bischof sein. Das ist doch was.
Wow!
Das hat einen Charme.
Da unten sind Sandstrände.
Du hast die Altstadt, du hast die Neustadt.
Du hast unsere Schiffe.
Der Hafen.
Unten Recife und Olinda und von oben Gottes Segen.
Erhebender könnte der Aufenthalt in Brasilien
für die drei nicht beginnen.
Auf der Brücke der Grand Lady wartet Kapitän Morten Hansen
zusammen mit Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiß auf gute Nachrichten.
Captain, die Inspektoren sind von Bord gegangen,
haben alles kontrolliert. Und?
Wir sind von oben bis unten komplett durchgecheckt worden.
Sie haben nichts gefunden.
100 Punkte, also ausgezeichnet. Besser geht es nicht mehr.
Wow. Glückwunsch. Glückwunsch.
An uns alle. - Dann hat sich das gelohnt.
Die haben alles durchgecheckt? Komplett alles.
Kein einziger ...?
No findings, wie es so schön heißt. Super.
100 Punkte in Brasilien. Oft kommt so etwas nicht vor.
Die Leute atmen jetzt durch, keine Frage.
Die sind auch stolz drauf.
Das ist eine Gemeinschaftsleistung, das geht nur mit Teamarbeit.
Teamarbeit auch am Infostand.
Die Reiseleiter Dominique und Bernd, zwei Kollegen im Dauereinsatz.
Heute haben wir einen Großkampftag.
Viele Gäste gehen auf Ausflug. Viele neue Gäste kommen an Bord.
Keiner von denen weiß Bescheid, wo sie hin müssen.
Wo ist die Kabine, die Information, der Ausgang?
Wo gibt es was zu essen?
Das sind 1000 Fragen, die wir heute beantworten müssen.
Es ist viel zu tun heute.
Von Brasilien hab ich noch nicht so viel mitgekriegt.
Für Reiseleiter-Praktikantin Dominique
ist es der erste Besuch im größten Land Südamerikas.
Ich hab keine Erwartungen an Brasilien.
Wenn man ohne Erwartungen rangeht,
kann man auch nicht enttäuscht werden.
Ich bin ein Mensch, der gerne warmes Wetter mag.
Diese Erwartung hat es schon erfüllt.
Sonst lass ich mich überraschen und schau, was auf mich zukommt.
Auch Küchenpraktikantin Elisabeth war noch nie in Brasilien.
Später will sie noch kurz an den Strand.
Aber zuerst arbeitet sie an etwas,
was sie auf dem Schiff noch dringend braucht: Englisch.
Ich lern im Moment jetzt erst mal nur Fragen zu stellen:
Wie geht es dir? Wie spät ist es?
Wann bist du auf das Schiff gekommen?
Und die Uhrzeiten, dass ich weiß, wann ich anfangen muss,
wann ich Pause hab, wann ich zurückkommen muss.
Was ist, wenn mir übel ist.
Sachen, die man überwiegend auf dem Schiff braucht,
lern ich im Moment.
Wer nur eine Sprache spricht,
kommt auf den sieben Weltmeeren schnell an seine Grenzen.
Deshalb büffelt sie auch in ihrer Freizeit.
Ich hab noch nicht so viele Sprachen gelernt.
Mit Englisch hab ich mich immer schwergetan.
Es ist nicht einfach für mich. Aber ich versuch es.
Wenn ich es lern, lern ich es. Wenn nicht, ist es scheiße.
Es wär gut, wenn ich es lernen würd.
Wenn man in ein anderes Land will, kommt man ohne Englisch nicht weit.
Englisch kann jeder.
Wenn man was braucht, kann man auf Englisch kommunizieren.
Englisch ist nie schlecht zu können.
Die Inspektion der Hafenbehörde ist beendet.
Jetzt hält Kapitän Morten Hansen und Schiffsarzt Winni Koller
nichts mehr zurück.
Brasilianischer Boden.
Herr Kapitän, willkommen in Brasilien.
Bem-vindo ao Brasil.
Bem? Bem-vindo.
Bem-vindo brasileiro in deiner Wahlheimat.
Ich versuche, Ihnen meine Wahlheimat näherzubringen.
Schön, da bin ich dabei.
Dr. Winni Koller arbeitet vier Monate im Jahr als Schiffsarzt
und vier Monate als Internist in München.
Die restliche Zeit lebt er mit Frau und Kindern in Rio de Janeiro.
Wir sind gerade auf einem typisch brasilianischen Markt.
Der heißt Mercado Sao José. Wir bummeln durch die Gegend.
Ich werde dem Captain Früchte zeigen.
Auf dem Markt gibt es meist keine Fruchtstände.
Aber wenn wir ein Lokal finden, wo es frisch gepresste Früchte gibt,
müssen wir Amazonasfrüchte probieren,
die man in Deutschland nicht kennt. Oh, Vitamine spezial.
Die erste Vitaminbombe,
die Dr. Winni Koller für seinen Kapitän auf dem Markt entdeckt,
sind die Früchte des sogenannten Nierenbaumes.
Das ist noch eine Frucht, die man in Deutschland nicht kennt.
Aber das sind die Cashew-Nüsse. Da sind sie drin.
Die Frucht kann man essen und auch als Saft verwenden.
Reich an Vitamin C, aber beim Schälen eine echte Sauerei.
Dr. Winni Koller stört das allerdings nicht.
Er kennt nämlich die Zauberkraft, die in diesen Cashew-Äpfeln steckt.
Schmeckt ein bisschen säuerlich.
Aber guter Geschmack.
Die Brasilianer sagen auch, das ist für uns Männer geeignet,
weil es potenzsteigernd wirken soll.
Da ist die Nuss drin. Aber das ist sehr hart.
Das muss irgendwie aufgemacht werden.
Die werden auf die Straße gelegt, getrocknet und verkauft.
Neben der Cashew-Nuss ist es vor allem die Kokosnuss,
die auf keinem brasilianischen Markt fehlen darf.
* Sie sprechen portugiesisch. *
In jeder der grünen, noch unreifen Steinfrüchte
befindet sich bis zu einem Liter Kokoswasser.
Es ist absolut keimfrei und dient in vielen Ländern als Trinkwasserersatz.
Und? Sehr gut, oder? Schön kühl.
Zum Wohl! - Zum Wohl!
Willkommen in Brasilien, erste Kokosnuss. Mmh.
Obrigado.
Nicht alle Passagiere nutzen die Zeit in Recife für einen Landgang.
Manche lassen sich lieber von den bordeigenen Friseuren verschönern.
Auch die künstlerische Leiterin Katrin Wiedmann
packt heute die Gelegenheit beim Schopfe.
Es gibt einen Neuen im Team.
Den möchte ich kennenlernen und hören, was der so macht an Bord.
Meine Haare haben es dringend nötig.
Ich war vor einem Jahr zum letzten Mal beim Friseur.
Das ist kein Zustand jetzt gerade.
Hi. Hallo, hallo.
Du bist der Hogir? Ich bin die Katrin.
Du hast einen Termin? - Ja. Ich bin mal gespannt.
Du siehst ja selber, das geht so gar nicht.
Hogir ist gebürtiger Syrer.
Seine Ausbildung zum Friseur absolvierte er in Deutschland.
Wie viel darf ich abschneiden?
Schneid mal ab, was du findest, was kaputt ist.
Ganz schön viel Vertrauen in einen Friseur,
von dem Katrin Wiedmann bis jetzt nur den Namen kennt.
Bist du zum ersten Mal auf dem Schiff? - Ja.
Und wie gefällt es dir? - Es ist ganz cool.
Für Katrin Wiedmann bedeutet der heutige Besuch beim Friseur
vor allem eins:
Wellness für Mutti.
Die hat sie ihren Eltern zu verdanken.
Gabriele und Helmut Wiedmann kümmern sich
zur Unterstützung von Tochter Katrin und Schwiegersohn Thomas Gleiß
immer wieder um den kleinen Lio.
Wir haben uns total gefreut und wir wussten schon, was kommt.
Aber es ist schon sehr anstrengend, weil er einfach auch fitter ist.
Er ist in der Lage, bei uns auf dem Balkon den Tisch umzuwerfen.
Der ist ganz scharfkantig.
Jetzt haben wir ihn angekettet wie einen kleinen Hund,
dass er nicht aus kann.
Er ist manchmal so schnell, dass ich ihm nicht hinterherkomme.
Aber wir schaffen es. Wir sind jeden Tag neu motiviert,
unserer Aufgabe hier gerecht zu werden. Machen wir schon.
In der Bordküche herrscht wie immer Hochbetrieb.
Gerade heute geht Küchenpraktikantin Elisabeth
das Ganze aber nicht schnell genug.
Ich schau jede halbe Stunde auf die Uhr,
wann ich endlich Pause hab.
Weil ich mich seit gestern schon sehr drauf freue,
endlich mal wieder raus zu dürfen.
Nur noch wenige Stunden dauert ihre Schicht.
Dann darf Elisabeth das Schiff endlich verlassen.
Ich bin gespannt, wie es ist.
Als wir losgefahren sind, war das Wetter noch nicht so schön.
Man merkt, dass es schwül ist.
Auch in der Küche ist die Ablüftung viel heißer.
Deswegen freu ich mich sehr, endlich rauszugehen,
die Sonne zu sehen und ein anderes Land.
Endlich mal was anderes als nur die Küche.
Nicht nur Elisabeth fiebert der Pause entgegen.
Sobald die neue Frisur von Künstler- Chefin Katrin Wiedmann sitzt,
will auch Hogir das erste Mal in seinem Leben
brasilianischen Boden betreten.
Wie bist du dazugekommen, auf dem Schiff anzuheuern?
Das war ganz spontan, die Sache.
In der Berufsschule hat der Lehrer uns Zettel verteilt,
wo die Beschreibung drin war. Die hat mir sehr gut gefallen.
Ich hab gedacht, ich probier's.
Vorher warst du noch nie auf dem Schiff?
Das ist das erste Mal.
Auch nie auf einem kleinen Dampfer?
Vielleicht auf einer Fähre oder so.
Genau wie Küchenpraktikantin Elisabeth war auch Hogir
noch nie so weit weg von zu Hause wie in diesem Moment.
In den Nachbarländern war ich schon oder auf Mallorca.
Das ist wieder was anderes. Aber Südamerika ist geil!
Dann ist das Werk vollbracht:
Endlich hat Katrin Wiedmann die Haare wieder schön.
Es war schön, ihn kennenzulernen.
Ich seh großartig aus, ich fühl mich gut.
Kapitän Morten Hansen und Schiffsarzt Dr. Winni Koller
sind immer noch auf dem Markt unterwegs.
Vor allem wer in Recife frischen Fisch sucht,
ist hier genau richtig. Und das bereits seit 1875.
Das sind die verschiedenen örtlichen Fische.
Ich kenn auch nicht alle.
Der heißt auf Portugiesisch "Pescada amarela",
weil der so rötlich ist. Den kaufen wir immer,
wenn wir die Möglichkeit haben, weil das ein sehr guter Speisefisch ist.
Richtig schön saftig.
Frischer Fisch in Brasilien ...
Du hast den Atlantik vor der Tür.
Weit über 1 t Fisch
wird auf dem Mercado Sao José pro Woche verkauft.
Aber auch Fleischesser kommen hier auf ihre Kosten.
Riecht fast so wie in Bayern hier.
Das ist an der Sonne getrocknetes Fleisch.
Es heißt "Carne do sol". Das wird hauptsächlich hergenommen
für die Feijoada, die Nationalspeise von Brasilien.
Das ist geschichtlich entstanden.
Früher haben die Arbeiter auf den Zuckerrohrplantagen
nur Bohnen und Reis bekommen.
Am Wochenende haben sie die Überreste an Fleisch,
das die Gutsherren gegessen haben, in den Bohneneintopf reingetan.
So entstand die Feijoada.
Das ist getrocknet, oder? Ja.
Das Trocknen war lange Zeit die einzige Möglichkeit,
Fleisch haltbar zu machen.
Eingelegt in Salz verliert es seine Flüssigkeit
und gewinnt im Gegenzug ein ganz spezielles Aroma.
Das ist nichts für jeden Geschmack.
Ich finde so einen Markt sehr interessant.
Er sagt ein bisschen was über das Land und die Kultur.
Die Essenskultur ist sehr wichtig, überall in der Welt.
Dann ist endlich Pause.
Jedenfalls für Elisabeth aus der Küche,
Luca von der Rezeption und Hogir mit den Scherenhänden.
Wir gehen an den Strand. Ich hab die zwei mitgenommen,
weil als einzige Frau in einem anderen Land und ohne Englisch,
ist das nicht so toll. Wir schauen jetzt, wie das Meer ist.
Die Copacabana in Rio kennt jedes Kind.
Auch Recife ist für seine Sandstrände berühmt.
Einziger Wehrmutstropfen:
In den letzten Jahren gab es eine Reihe von Haiangriffen.
Trotzdem sind die drei verrückt nach Meer.
Jetzt sind wir in Brasilien.
Strand, Meer, darauf wartet man schon seit Tagen.
Wenn man sechs Tage lang nichts sieht außer Meer, ist das mega.
Das sieht super aus mit den ganzen Palmen. Das ist das Paradies hier.
Deshalb nichts wie rein ins Vergnügen.
Haie hin, Haie her, jetzt wird gebadet.
Ich bin mal gespannt, wie warm oder kalt es ist.
Aber nicht so weit, denkt an die Haie.
Ach, kack auf die Haie.
Ein Körperteil weniger ist nicht so schlimm.
Die Haiangriffe passieren vor allem in den frühen Morgenstunden.
Im Moment ist die Gefahr also eher gering.
Elisabeth hat am Paradies trotzdem etwas auszusetzen.
Das Wasser ist schmutzig. Es ist ganz schön eklig eigentlich.
Es ist aber schön warm und die Sonne scheint.
Man kann das schon genießen.
Der Schmutz, den Elisabeth entdeckt haben will,
ist in Wirklichkeit nur Seegras.
Aber wer zum ersten Mal im Atlantik baden geht,
kann das schon mal verwechseln.
Richtigen Schmutz dagegen gibt es gerade an Bord der Grand Lady.
Auf der Atlantik-Überquerung hat sich viel Abfall angesammelt.
Den würde der Umwelt- und Zweite Sicherheitsoffizier André
jetzt gerne loswerden.
Hier läuft alles anders. Das Schiff ist voller Müll.
Wir hatten zunächst keine Bestätigung,
dass wir den Müll abgeben können. Jetzt kam ein Müll-Truck.
Der stand schon vor unserer Luke. Dann kam eine junge Dame
und jetzt ist der Lkw wieder weg und steht auf der anderen Seite.
Das läuft alles über den Hafen-Agenten.
Wir haben ihn angesprochen, was hier los ist.
Er versucht herauszubekommen,
warum der Lkw weggefahren ist und jetzt da drüben Pause macht.
Solange der Müllmann Pause macht, hat auch Offizier André Pause.
Für Dominique wird es ernst:
Zum ersten Mal begleitet sie einen Ausflug als Reiseleiterin.
Zur Sicherheit bleibt Kollege Bernd aber eng an ihrer Seite.
Dadurch, dass wir heute einen Ausflug haben,
den wir übersetzen müssen,
hab ich mir vorher ein paar Informationen durchgelesen.
Falls ich nicht versteh, was der Reiseleiter erzählt,
kann ich irgendwas erzählen.
Zweite wichtige Sache ist: Wie gut spricht der englische Reiseleiter?
Manchmal haben wir Portugiesen,
deren Muttersprache nicht Englisch ist.
Manchmal kann man auch die Dialekte schwer verstehen.
Deshalb bin ich nervös vor jedem Übersetzungsausflug.
Es hängt nicht immer an unserem, sondern an deren Englisch.
Auch Cecilia und Bernd Hochstädter
haben sich für den Ausflug angemeldet.
Das Programm ist ganz nach ihrem Geschmack.
Wir freuen uns auf die Katamaran- Fahrt durch diese Lagune.
V.a. auf das ehemalige Gefängnis, "Casa da Cultura",
auf die Gefängniszellen, in denen Geschäfte sind.
Cecilia ist schon in Einkaufsstimmung.
Etwas sehen und von Brasilien etwas mitbekommen.
Das ist eine schöne Fahrt jetzt. Schön, auf Land zu gehen.
An Land zu gehen. - An Land zu gehen.
Zuerst geht es aber vom Schiff direkt in den Bus.
Vor den Passagieren liegt zunächst eine kurze,
aber informative Fahrt durch die Stadt.
Dominique übersetzt vom Englischen ins Deutsche
und Bernd hört ganz genau hin.
Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich ist sehr groß.
In Sao Paulo leben ...
How many? - 18 million.
... 18 Millionen Menschen.
Sao Paulo, das ist die Hauptstadt von Brasilien.
Ups! Seit wann denn das?
Dort befinden sich 51% des ganzen Reichtums von Brasilien.
Deswegen ist die Diskrepanz so groß.
Sie ist aufgeregt und nervös. Das war ich beim ersten Mal auch.
Wichtig ist aber, sie nachher zur Seite zu nehmen.
Ich will sie jetzt nicht stören, dann wird sie noch nervöser.
Wichtig ist, dass Sao Paulo nicht die Hauptstadt von Brasilien ist.
Das ist Brasília. Das muss ich ihr sagen.
Die Passagiere erwarten, dass sich ihre Reiseleiter auskennen.
Fehler können, sollten aber nicht passieren.
Ich dachte: O Gott! Ich wollte dich nicht unterbrechen.
Ich dachte, dann wirst du noch nervöser.
Ich weiß es selber. Das hat er mir auch erzählt.
Zuerst war Salvador die Hauptstadt, dann Rio, als der König kam.
Jetzt ist es Brasília.
Du hast aber Sao Paolo gesagt.
Sao Paolo haben Sie gesagt!
So.
Am Strand von Recife ist weiter alles wie im Paradies.
Luca und Elisabeth machen Pause, die Einheimischen machen Sport.
Und was für welchen.
Das sieht ein bisschen nach Capoeira aus.
Das ist auch eine Kampfsportart. Viel hab ich damit nicht zu tun.
Aber ein bisschen Kampfsport treib ich auch zu Hause,
wenn ich Zeit hab. Ich mach aber eher Kickboxen.
So sieht es aus, wenn ein brasilianischer Capoeirista
auf einen deutsch-syrischen Kickboxer trifft.
Für Luca und Elisabeth dagegen ist bereits das Zuschauen Bewegung genug.
Ich bin eher der Entspannte. Ich will die Ruhe genießen.
Ich hab beim Arbeiten genug Stress und bin froh,
wenn ich einfach mal hier sitzen kann,
den Wellen zuhören kann, meine Ruhe hab, für mich sein kann.
Das tut mal ganz gut.
Genauso wie eine kleine Erfrischung aus dem Garten der Natur.
Kokoswasser hat viele wichtige Mineralien, und das bei null Fett.
Lisa, warum willst du keine?
Ich bin kein Kokos-Fan.
Das schmeckt gar nicht nach Kokos.
Probier mal. Aber nur einen Schluck.
Geht doch, oder? - Uah!
Elisabeth und die Kokosnuss:
Sie waren nie Freunde und werden es auch nicht mehr werden.
Dominique und Bernd haben ihre Gruppe in der Zwischenzeit
sicher auf das Ausflugsschiff gebracht.
Im Katamaran geht es durch die Stadt,
die sich selbst das "brasilianische Venedig" nennt.
Wir haben einen Dolmetscher vom anderen Bus hier.
D.h., ich bin vom Übersetzen befreit.
Ich denke, die Gäste haben ihren Spaß auf unserem Katamaran.
Nicht nur die Gäste. Auch Reiseleiter Bernd kann den Tag endlich genießen.
Bei mir löst sich die Anspannung auch,
weil alle Gäste Platz gefunden haben.
Das Wetter stimmt, der Translator ist gut.
Die Fahrt wird wohl gut werden.
Recife liegt auf drei Inseln, die dem Festland vorgelagert sind.
Ich find diesen Gegensatz schön,
wenn man neben den neuen Gebäude die alten erhält.
Hier vom Wasser aus ein schöner Eindruck.
Mehrere Flüsse und Kanäle durchziehen die Stadt.
Die Bezeichnung "Venedig Brasiliens" mag übertrieben sein,
aber der ständige Wechsel aus Wasser und Land, Alt und Neu
verleiht der Stadt auf jeden Fall einen unverwechselbaren Charme.
Im Hafen von Recife gibt es endlich gute Nachrichten.
Von Umwelt- und Zweitem Sicherheitsoffizier André
fällt im wahrsten Sinne des Wortes eine große Last ab.
Wir können zumindest anfangen.
Wir können einen Großteil unseres Mülls hier entsorgen.
Wir dürfen nicht alles entsorgen.
Lokale Vorschriften verbieten z.B., dass wir Lebensmittelreste abgeben.
Wir haben noch Probleme damit,
Glasmüll in den Müllwagen zu bekommen.
Aber auch dieses Problem lässt sich mit Sicherheit lösen.
Denn wer könnte dem Charme eines Seemanns wie André
jemals widerstehen?
And if you like, later, ...
... there is a nice restaurant. We can drink a coffee.
No, no, no.
I go. - Okay. Bye-bye.
Das ist rein professionell.
Wir versuchen, ein gutes Verhältnis
zu den Hafenagenten und den Behörden zu pflegen.
Wir sind dementsprechend auch nett,
laden zu einem Kaffee ein, auch in unseren schönen Restaurants.
Das ist, um die Zusammenarbeit zu verbessern,
und hat keinen tieferen Hintergrund.
Vielleicht klappt es ja im nächsten Hafen.
Kapitän Morten Hansen hat derweil ganz andere Sorgen.
In einer Stunde möchte er mit der Grand Lady wieder ablegen.
Von Recife soll es Richtung Süden nach Maceió gehen.
Doch Chef-Ingenieur Atanas Stoyanov hat schlechte Nachrichten.
Es gibt keinen Druck
auf die verstellbaren Schrauben auf Backbordseite.
Was ich verstehe, dass wahrscheinlich ein Filter ...
Oder es könnte Schmutz in der Ölleitung sein.
Aber die checken das ganze System durch.
Aber es ist ein bissel suspekt, weil sich überhaupt nichts bewegt.
Ich hab volles Vertrauen.
Schauen wir mal, was die schaffen können in einer Stunde.
Doch eine Stunde sind nur 60 Minuten und damit nicht viel Zeit.
Mitten in Recife liegt die "Casa da Cultura",
das ehemalige Gefängnis der Stadt.
Fast 100 Jahre lang waren hier die Bösewichte eingesperrt.
Heute wird in den Zellen Kunst und Kitsch verkauft.
Man hat einen kalten Schauer,
in einem ehemaligen Knast rumzulaufen.
Andererseits ist es wunderschön.
Wir werden uns ein bisschen durch die Geschäfte schlängeln.
1973 wurde das Gefängnis geschlossen.
Dann wurde alles drei Jahre lang komplett renoviert.
Aus einem negativen Ort haben die etwas sehr Positives gemacht.
Wir suchen jetzt die Zelle 120, diese ursprüngliche Gefängniszelle.
Wir haben sie noch nicht gefunden
und sind auf dem Weg und gucken, ob wir sie noch finden.
Mittlerweile befinden sich in allen Zellen kleine, bunte Geschäfte.
Nur eine Zelle erinnert noch an früher.
Ach guck mal, hier ist sie doch schon.
Da ist ja nichts drinnen, nicht mal ein Loch für eine Toilette.
Gemütlich ist es nicht. Hier waren zehn Leute drin.
Da ist schon genügend Platz, wenn da nichts drinnen war. - Na ja.
Die "Casa da Cultura" wurde zwischen 1855 und 1867 erbaut.
Heute ist das ehemalige Gefängnis mit seinen Geschäften
über drei Etagen ein beliebtes Ausflugsziel.
Nach einer Stunde ist der Gefängnisaufenthalt
für die Passagiere aber leider schon wieder vorbei.
24. - (Bernd) Perfekt. Dann, können wir los.
Und zwar mit allen Passagieren zum Hafen.
Ich hoffe, sie hatten einen schönen Ausflug mit uns.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend
und guten Appetit beim Abendessen.
Super.
Der erste Ausflug von Reiseleiter-Praktikantin Dominique
geht zu Ende. Zeit für ein Resümee von Buddy Bernd.
Dominique hat sich heute sehr gut angestellt
beim ersten Übersetzungsausflug. Das ist keine einfache Kiste.
Man muss sich konzentrieren, immer dabei sein beim Thema
und überlegen, was man sagt. Dominique hat das sehr gut gemacht.
Allerdings haben wir heute auch gelernt, dass ...
Dass Sao Paulo nicht die Hauptstadt von Brasilien ist, sondern Brasília.
Nur noch wenige Minuten bis zum planmäßigen Auslaufen.
Und auch Elisabeth, Hogir und Luca hatten einen rundum gelungenen Tag.
Der erste Tag an Land nach sechs Tagen ist schon geil.
Vor allem, ich war ja noch nie wirklich von zu Hause weg.
Für mich ist jedes Land eine geile Erfahrung,
die ich machen kann.
Es war schön, heute mal baden zu gehen
und nicht immer nur in Kochklamotten durch die Gegend zu laufen
und einen Magneten zu suchen.
Auch mal baden und die Sonne genießen war schon cool.
Die Frage ist, ob der Tag auch so cool zu Ende gehen wird.
Kapitän Morten Hansen hat noch kein grünes Licht aus dem Maschinenraum.
Ein Propeller der Grand Lady steckt weiter fest.
Wir haben so viel Zeit in unseren Westentaschen für morgen, Maceió,
nur 13 Knoten Fahrt unten.
So lass ich die in Ruhe unten im Maschinenraum,
dass sie das Problem lösen können.
Der Kapitän Morten Hansen hat schon Schlimmeres erlebt.
Auch Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiß bewahrt einen kühlen Kopf.
Das ist eine reine Rechenaufgabe, wann man nervös wird.
Man kennt die Distanz zum nächsten Hafen
und die Durchschnitts- Geschwindigkeit.
Wenn es eng wird, d.h. bei allen vier Maschinen
nicht mehr erreichbar, werd ich nervös.
Dann frag ich den Captain,
ob er eine Abkürzung kennt oder Zeit beim Lotsen einsparen kann.
Das Wichtigste ist jetzt, dass die Passagiere nicht unruhig werden.
Thomas Gleiß waltet seines Amtes.
Guten Abend, sehr verehrte Gäste.
Eine wichtige Information von der Brücke:
Das Auslaufen wird sich etwas verzögern.
Wir gehen im Moment davon aus,
dass wir das Auslaufen um eine Stunde versetzen.
Ich vertrau dem Captain und seiner Mannschaft.
Sie haben in den letzten Tagen bewiesen,
dass sie zügig alles Mögliche reglen können.
Wir laufen hier ja einfach nicht weg
bzw. uns läuft hier nichts weg.
Wir können die Zeit hier an Bord genießen.
Dann ist es nicht schlimm, eine Stunde zu warten.
Das Auslaufen der Grand Lady verzögert sich,
der Gottesdienst für die Besatzung dagegen beginnt pünktlich.
Als Kirche dient die Crew-Messe auf Deck 2.
Hier ist der Ort, wo die Crew isst, wo das meiste Leben stattfindet.
Gottesdienst soll immer da stattfinden,
wo das Leben tobt. Also ist das der richtige Ort.
Viele Mitglieder der Crew kommen von den Philippinen und sind katholisch.
Fern der Heimat geben ihnen
die Gottesdienste von Stefan Hippler großen Halt.
Es war der Wunsch der Crew, Gottesdienst zu feiern.
"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
bin ich mitten unter ihnen."
So heißt es in der Bibel. Jeder, der kommt, ist willkommen.
Heute sind es wieder viele, die gekommen sind.
Stefan Hippler feiert die Heilige Messe für die Crew
immer auf Englisch. Gottes Sprache ist international.
I would like you to take a moment of silence first
and think of all the people you have left home
and say a little prayer for all of those,
who are in your hearts in the moment.
Der Gottesdienst von Bordpfarrer Stefan Hippler,
für viele Crew-Mitglieder nicht weniger
als der wichtigste Moment der Woche.
Thank you. God bless you.
Nicht nur der katholische Priester hat zu danken.
Darf ich dir mal ganz ehrlich was sagen?
Ich bin jahrelang nicht mehr in der Kirche gewesen.
Die 20 Minuten jetzt haben mich mehr mitgenommen
als die ganzen Jahre davor. - Wow. Danke.
21 Uhr. Eigentlich hätte die Grand Lady
schon vor einer Stunde auslaufen sollen.
Doch der defekte Propeller brachte den Zeitplan gehörig durcheinander.
Dann endlich die Entwarnung aus dem Maschinenraum.
Wir haben grünes Licht gekriegt von meinem Maschinenmeister.
Dann geht's los. Wir haben ungefähr 16 Knoten
für unsere Ankunft morgen um 6 Uhr mit Lotse in Maceió.
Das ist absolut kein Problem.
Der Propeller ist repariert
und Kapitän Morten Hansen gibt das Kommando zum Ablegen.
Die verlorene Zeit will er auf offener See wieder reinholen,
mit 16 statt der ursprünglich geplanten 13 Knoten Geschwindigkeit.
Die Passagiere spüren davon kaum etwas.
Tschüss, Recife! Schöne Reise.
Kaum angekommen, geht es schon wieder weiter.
Für Cecilia ein besonderer Augenblick, ganz nah am Wasser.
Das ist immer so ein Moment, immer schön.
Ich bin manchmal allein in Gedanken.
Ich find es so unglaublich, dass wir hier sein dürfen.
Bei Cecilia fließen die Tränen.
Auch Nicole und Frauke blicken mit etwas Wehmut zurück auf Recife.
Aber nur ganz kurz.
Es ist immer schade, wenn man den einen Ort wieder verlässt.
Wahrscheinlich werden wir uns nie wiedersehen, Recife und ich.
Aber es war ein wunderschöner Tag hier.
Jetzt freuen wir uns, die anderen Orte zu entdecken.
Nur 137 Seemeilen trennen sie vom nächsten Ziel.
Schon morgen früh wird die Grand Lady im Hafen von Maceió anlegen.
In der nächsten Folge:
Während das Show-Ensemble in Brasilien untertaucht, ...
Tolles Erlebnis.
... herrscht bei den Reiseleitern Bernd und Dominique Land unter.
Haben wir die Reiseleiterin schon? - Nein.
Umweltoffizier André Klein sorgt sich um saubere Strände.
Ich möchte auch nicht am Strand im Müll liegen.
Für Reiseleiterin Cori und Nicole und Frauke wird es giftig.
Das ist nicht erlaubt. - Alles verboten.
Untertitelung: BR 2016
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