All language subtitles for Tara Moarta

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Original subtitles

Ich wünsche den Verirrten nicht den Tod, ich wünsche ihnen die Rückkehr auf den rechten Pfad.

Nicht für Rache bin ich hier, sondern um zu vereinigen,

all jene, die bei der Veredelung der Nation mitzuwirken gewillt sind.

Beim Anblick der Repräsentanten aller Rumänen,

von Nistru nach Tisa, von Hotin bis ans Meer,

von Boian nach Vatra Dornei, von Sătmar nach Săcele,

gedenke ich in Hochachtung der 800.000 Toten

in Transsylvanien, Bukovina und Bessarabia,

die mit ihrem Blut, auf ewig die Einheit

dieses Landes gefestigt haben.

Lasst uns alle zusammenarbeiten

für unseren teuersten Besitz: unser Land.

Ihr Rumänen überall, lasst uns in Gedanken und Herzen einig sein!

Vorwärts, für unsere Arbeiter!

DIE TOTE NATION - Fragmente paralleler Leben -

Lang lebe unser König,

in Frieden und Ehre,

denn er ist unseres Landes Flagge,

für ihn singen wir in Freude!

Möge er uns vorwärts führen,

möge sich sein Name verbreiten,

für den Sieg in allen Kriegen!

In den 30ern eröffnet der Fotograf Costică Acsinte sein eigenes Studio,

"Foto Splendid", im Südosten Rumäniens.

Unsere stolze Legion im Eide vereint,

ihr Soll in Blut zu zahlen.

Unsere erbrachten Opfer, die Schärfe unserer Klingen

werden uns zum Siege führen!

Liebe Helden, wachet über uns,

führet die Legion auf ihrem Wege. Wir ersehnen nichts als einen tapferen Tod,

deshalb beten wir für sie.

Am Ende des Jahres 1937, in Bukarest, beginnt Dr. Emil Dorian sein Tagebuch.

30. Dezember.

Ein Blitz aus dem Blauen: Goga ist jetzt Premierminister.

Niemand hat es kommen sehen.

Die Juden erwarten ein Desaster.

Wir sehen die Früchte des antisemitischen Nationalismus,

der jahrelang von allen Parteien unterstützt wurde.

Goga wird seine rassistischen Überzeugungen durchsetzen.

Mehrere Zeitungen wurden dicht gemacht, weil Goga Rache üben wollte.

Der Kollaps ist allumgreifend.

Die Leute erwarten dieselben Maßnahmen wie jene, die von Hitler in Deutschland durchgesetzt wurden.

6. Januar. Eine traurige Beobachtung:

Die Leute brauchen die Freiheit nicht. Sie macht sie steril.

Kollektive Disziplin hingegen gibt ihnen Frieden.

14. Januar. Nun ist es geschehen:

Ich wurde aus der Sozialversicherung geworfen, weil ich ein Jude bin.

Zeitungsjungen rufen aus: "Keine jüdischen Ärzte in den Versicherungen mehr!"

Der Sieg ist ihrer, der Nationalismus hat gewonnen.

Ich nahm es mit relativer Gelassenheit.

Mir wären weniger Sympathiebekundungen lieber gewesen.

25. Januar.

Das TB-Krankenhaus hat einen einzigen jüdischen Patienten.

Aufgerufen von einem Angestellten der Universul-Zeitung

haben die christlichen Patienten eine Petition unterschrieben, um den Juden rauszuwerfen.

Die beleidigendste Maßnahme gegen die Juden

ist die Neubewertung ihrer Staatsbürgerschaft.

Das sollten die Juden nicht hinnehmen. Die Staatsbürgerschaf ist endgültig.

Wie absurd ist es, einen Akt zu überdenken,

der dauerhafte Identitäten geschaffen hat!

Ein Schlag ins Gesicht für eine Millionen Menschen,

die gezwungen werden, für Dokumente durch das ganze Land zu reisen,

und die 20-Tage-Frist hinzunehmen.

Wenn ich wüsste, dass meine Familie in Sicherheit ist, würde ich es verweigern.

Wo liegt der Wert der Staatsbürgerschaft, wenn jeder Minister sie aussetzen kann?

Unser König hat ein Interview gegeben. Er war sehr ehrlich.

Er versicherte, dass es kein Pogrom geben wird,

aber die Juden würden es leichter machen, wenn sie Rumänien freiwillig verließen.

15. August.

Heute vor 22 Jahren wurden die Wasser eines Zeitalters geteilt,

ich durchquerte ein Land im Krieg. Hin und hergerissen zwischen Poesie und Realität.

Ich konnte es nicht überwinden, das Ersteigen einer Verkümmerung.

Diese Erlebnisse hallen immer noch wider.

Was wurde aus der verwaisten Krankenschwester, die schwor, den Mann zu töten,

der den nächsten Krieg beginnen würde?

Oder der kranke Bauer, der rief:

"Ich werden den Mann erstechen, der meinen Vater in den Tod geschickt hat!"

Oder der verwundete Richter, der ächzte:

"Doktor, das Land ist heilig, aber mein leben ist heiliger!"

"Töte mich, wenn es das Land nicht schaffte!"

Und der Bayrische Junge, der, nach Tagen des Hungerns,

nach der Position deutscher Truppen befragt wurde, und schrie:

"Für Brot gebe ich mein Land und den Kaiser preis!"

Und andere, die ich an der Schwelle zu Tränen, Hunger, Blut und Tod traf?

Wie soll man 25 Jahre mit diesen Erinnerungen leben,

wenn Kriminelle schon am nächsten Grauen schmieden?

Meine Töchter tanzen im anderen Zimmer,

während im Radio ein Mädel von

all den Grauen auf der ganzen Welt berichtet.

30. November. Neue Vorkommnisse bestätigen die Gerüchte

über die brennenden Synagogen im ganzen Land.

Die Ermordung eine Universitätsrektors gestern,

die Bombardierung eines jüdischen Theaterstücks

und die Erschießung von Codreanu und anderen (faschistischen) Legionären.

Offiziell versuchten sie zu fliehen

und wurden nur wegen des Nebels getötet.

Es sind immer noch die Juden, die sich am meisten über die Zukunft sorgen.

Ihre tragischen Erfahrungen haben sie zu Sündenböcken erzogen.

Ihr kämpft tapfer Für unser Ziel,

Das Leid unseres Landes zu beenden!

Befreit uns arme Bauern Von Mühe und Leid,

Denn die dreckigen Juden und Diebe saugen unablässig an unserem Lebensblut.

2. Januar.

Der Historiker Iorga hat Statistiken über die Herkunft von Ärzten veröffentlicht,

und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die jüdischen Ärzte in der Mehrheit sind.

Immer noch haben wir zu wenige Ärzte für die Bedürfnisse im Land.

Feuert sie, erhängt sie! Fein.

Doch was ich kriminell finde, ist seine Behauptung,

dass die sanitäre Situation Rumäniens den jüdischen Ärzten zuzuschreiben ist.

Leute mit gesundem Menschenverstand wissen, dass das unhaltbar ist.

Aber die anderen...

Die Dinge entwickeln sich rasant.

Jetzt gibt es eine einzige faschistische Partei und die wird für's Parlament kandidieren.

Sie haben eine Uniform; der rumänische Gruß ist jetzt Pflicht.

Der Rest wird bald folgen.

1. September. Der Krieg hat begonnen.

Hitler hat Polen attackiert und Danzig annektiert.

Der Tod ist nahe.

Den Leuten waren die Morde in China egal – sie waren so weit weg.

21. September.

Faschistische Legionäre haben den Premierminister erschossen.

Im Radio haben sie verkündet,

wahrscheinlich von einem Legionär, der sich mit Gewalt Zugang verschafft hat.

24. September. Festnahmen und Exekutionen.

Es gab deutlich mehr Exekutionen als angekündigt.

Tote Legionäre wurden auf öffentlichen Plätzen zur Schau gestellt.

In Bukarest strömten die Leute in Scharen herbei, um die Leichen zu sehen,

wo der Premierminister ermordet wurde.

Ein Mädchen, das ich kenne, fragte ihren Vater,

dass sie, anstelle von Eiskreme, liebe die Leichen sehen wolle.

31. Dezember.

Alle Herzen zittern, weniger der Vergangenheit wegen, als angesichts des kommenden Jahres.

Das billige Sentiment der Vergangenheit wird ganz dramatisch.

Dieses Mal hallt wirklich die Frage in unseren Herzen wider: "Was nun?"

Was nun?

Herzlich wünsche ich meinem Land, wie es der Brauch will, "Frohes Neues Jahr!"

Rutscht gut rein!

28. Januar. Die Geschichte rückt näher.

Es hat geknallt: Die Sowjets verlangen Bessarabia und Nord-Bukovina.

Deutschland und Italien unterstützen uns nicht.

Der Rat der Krone hat Russlands Forderungen akzeptiert.

Eine Minute der Stille raubt unserem Land den Atem,

in dem tragischen Moment, da Bessarabia von seinem Körper gerissen wird.

In dem von uns gestohlenen Land versammeln sich

jene Judas-Söhne, die wir zu gutmütig erzogen, auf den Straßen.

Und wir sehen sie lachen, während das Mutterland blutet!

30. Juni. Der Abscheu gegen die Juden wächst.

Die Leute erzählen sich, sie hätten die Russen in Bukovina und Bessarabia mit offenen Armen empfangen.

Das Radio in Rom verbreitet Riesenlügen.

Sie behaupteten, dass sich etwa 3.000 Juden, vor der sowjetischen Botschaft versammelt hatten,

um die Russen zu überzeugen, Bessarabia einzufordern.

Jetzt behaupten sie, dass Juden aus Bukovina Steine auf die sich zurückziehenden rumänischen Soldaten warfen.

Die Jagd nach dem Sündenbock hat begonnen.

Heute wurde es jüdischen Medizinstudenten untersagt, ihre Prüfungen abzulegen.

16. Juli.

Es gibt unglaubliche Gerüchte über Verbrechen in den Zügen.

Das Pogrom der Soldaten gegen ihre Kameraden scheint unerklärlich.

Wir wissen, was während des Rückzugs aus Bessarabia und Bukovina geschah.

Ehemals verfolgte Kommunisten und abgezogene Soldaten sorgten für Beschädigungen

und die übriggebliebene Bevölkerung verhielt sich womöglich gewalttätig.

All das ist üblich in außerordentlichen Zeiten.

Ich verstehe die Soldaten, die sich aus Frustration grausam verhalten.

Aber Juden wie Hunde zu töten, in einer friedlichen rumänischen Gemeinde,

das ist ein Akt unvorstellbarer Grausamkeit.

Aber nehmen wir mal an, in einem Dorf voller Juden,

haben jüngste Ereignisse zu ernsthaften Taten geführt.

Wie sollte man dennoch den kaltblütigen Mord loyaler jüdischer Militärs erklären?

Wie kann ein Soldat nur seinen Kameraden aus einem fahrenden Zug schmeißen?

Das sind keine wilden Jungs,

die Spaß daran haben, den dreckigen Juden an ihren Bärten zu rupfen.

Das Mord an unschuldigen Menschen,

die, trotz Rechtswidrigkeit, das Verhungern fürchten müssen.

Wie können sie immer noch jüdische Soldaten einberufen?

Ist das Zynismus oder eine Falle, um ihr Massaker auszuüben?

1. August. Heute habe ich meine Überlebensmittel verloren.

Die Bank, deren Arzt ich war, feuerte mich und berief sich auf nationale Reorganisation.

Ich wurde nur 15 Tage vorher gewarnt.

9. August.

Viele Christen verstehen die Beleidigung der Juden als neue Pharisäer nicht.

Lovinescu sagte mir, das Gesetz sei "liberal und gerecht".

Und ein Poet, der mit einer Jüdin verheiratet ist, sagte mir heute:

"Was hat Hitler gegen euch alle?"

"Er bittet jedes befreundete Land, euch zu bedauern."

Die Juden erzählen sich schon Witze über ihr elendes Schicksal.

Einer geht so: Die Christen sprechen uns auf drei neue Arten an –

"Herr dreckiger Jude", "Du dreckiger Jude", und "Verzieh dich, dreckiger Jude",

entsprechend den drei Kategorien, nach denen Juden gesetzmäßig definiert werden.

21. August.

Schämt sich denn keiner, von den neuesten Reden zu lesen

des H. O. Roth und des Propagandaministers?

Der Sachse wagte es, das Land im Namen der deutschen Minderheit zu tadeln,

und der rumänische Minister antwortete ganz demütig:

"Deutsche leben hier auf Augenhöhe mit Rumänen."

15. September.

Rumänien ist nun ein Legionärsstaat!

Viele Parlamentsmitglieder sind Legionäre: Horia Sima herrscht über den Ministerrat.

Die Legion ist die einzig anerkannte politische Bewegung,

die "Rumäniens Macht und Moral zu verbessern" versucht.

General Antonescu ist Leiter des Legionärsregimes.

30. September.

Das Medizinische Kolleg hat alle jüdischen Ärzte verbannt.

Jetzt können sie nur noch Juden behandeln, während christliche Ärzte jeden behandeln können,

denn das Legionärsprinzip ruft dazu auf,

Geld von den zu nehmen, aber ihnen nie welches zu geben.

8. Oktober. Die neuesten Ereignisse:

Große Legionärskundgebung; Deutsche Truppen im Land.

Antonescu trägt fälschlicherweise das grüne Hemd der Faschisten.

General Antonescu trägt jetzt das grüne Hemd!

In seiner Seele trug er es schon lange.

Lang lebe General Antonescu!

Da wir derselben Gesinnung sind, bitte ich euch, Legionäre,

mir beizustimmen und, vor dem Herrn, euren Eid zu wiederholen:

Für den Hauptmann

und für unsere Nation,

vor dem König

und dem General,

geloben wir, unser Leben zu geben,

um ein Volk und ein Land zu erschaffen, wie die heilige Sonne im Himmel!

22. Oktober.

Der Überdruss all der Jahre kocht über wie ein kraftloser Schrei.

Manchmal wiegt es schwer auf mir, in einer Welt des gnadenlosen Verhängnisses.

So viel Dunkelheit in diesem hasserfüllten Jahrhundert.

Kein Wunder, dass Zerstörungen drohen.

In Wochen mystischer Begeisterung, in denen der Legionärshauptmann alls Heiliger gefeiert wurde,

sagte Emil Cioran im Radio, dass er sich zwischen Rumänien und dem Hauptmann

sofort für den Hauptmann entschieden hätte.

Es gab auch Exekutionen: Professor Iorga, Madgearu, Iamandi, General Argeșanu,

und über 65 andere politische Gefangene.

Legionärsjugend, so heilig, Seelen so rein wie Schnee, stählerne Glieder,

so wild und frei wie der Wind im April, Gedanken so klar wie Bergquellen.

Unsere Hände richten sich gen Himmel, Die reine Knospe des neuen Landes,

Erzogen mit Stein, Feuer und des Wassers Kraft, Gefestigt mit dakischem But!

Der Beschützer und der Hauptmann machen uns zu Falken des Eisens,

Das Land, der Hauptmann Und der Erzengel Michael!

25. Dezember.

Weihnachten. Verwelkt, unfruchtbar. Kein Buch.

Ich bringe keine einzige Zeile zustande. Hoher Schnee, blockierte Straßen.

So taub bin ich, nur schwerlich bringe ich dies zu Papier.

Der Legionärstod, mit der Waffe in unserer Hand, ist unsere liebste aller Bräute,

Für das Kreuz und für unser Mutterland Erklimmen wir Berge, widerstehen der Flut.

Wir fürchten weder Folter noch Kerker, jeden Feind können wir besiegen.

Sogar zu Boden geworfen von einem bösen Knüppel,

Für unseren Hauptmann sterben wir fröhlich.

24. Januar. Fast gab es Bürgerkrieg.

General Antonescu erklärte:

Die Legionäre versuchten die Machtübernahme.

Was in der Văcărești-Gegend geschah, ist schier unbeschreiblich.

Unzählige Juden wurde von bewaffneten Legionären exekutiert.

Dutzende jüdische Leichen wurden auf der Straße gefunden.

Einem Händler wurden Nase und Arme gebrochen, dann wurde er erschossen.

Zwei Söhne eines Rabbis wurden in seinen Armen getötet,

einem anderen wurden Zunge und Augen herausgeschnitten.

Juden wurden an den Haken der Schlachterei gehängt,

manche wurden in den Kanal oder auf die Straßen geworfen.

Zwei Leichen wurden von einem meiner Patienten identifiziert.

Viele weitere Leichen wurden außerhalb der Leichenhalle, im Schnee, liegen gelassen.

Immer mehr werden identifiziert. Die Flussufer nahe der Leichenhalle sind voll mit Menschen.

Wenn sie sich treffen, erzählen sich die Leute von noch mehr Gräueltaten.

Was Folter und Prügel angeht, ist die Liste endlos:

Juden werden gezwungen, Benzin zu trinken, Kreuze werden in ihre Rücken geritzt,

Prügel und Tötungen von Frauen...

2. Februar.

Radio-Nachrichten über die 92 getöteten Juden in Jilava:

Menschliche Grausamkeit war nie so brutal.

Wie in anderen Fällen waren manche der tötenden Tiere Frauen.

Ilie Rădulescu weist freimütig den schlechten Ruf unseres Landes

nach dem Pogrom von sich.

Weitere grausame Details kommen zu Tage.

Unter sich sprechen die Juden ausschließlich von der Tragödie.

Noch immer sind sie benommen, wie unter Drogen.

Ich habe nicht viel mit Christen gesprochen:

Sonia schämt sich und wettert gegen ihre Leute,

von denen sie sagt, sie verdienten keinen Staat.

28. März.

Städtische jüdische Besitztümer werden nun beschlagnahmt.

Sogar arme Leute spürten das Gefühl,

das durch diese Massen-Beschlagnahmung jüdischer Häuser verursacht wurde.

Mancha arbeiteten ihr ganzes Leben lang sehr hart, um sich ein Heim leisten zu können.

Andere haben nur eine Hütte und werden diese bald verlieren.

Die Häuser werden an christliche Anwälte, Beamte, Ärzte gegeben...

Das alles wird durch Christentum und Nationalismus gerechtfertigt.

Es ist hoffnungslos traurig und absurd.

Rumänische Soldaten haben Ostern gemäß christlichen Brauchtums gefeiert.

Deutsche Offiziere und Soldaten wurden liebevoll empfangen.

- Christus ist auferstanden! - Das ist er!

Die Besucher waren von unseren religiösen Ritualen,

und von der großen Architektur unserer Monumente beeindruckt.

Dann besuchten sie die Kirche, wo sie die religiösen Relikte unserer Vergangenheit sahen.

Deutsche und Rumänen feierten gemeinsam den Geburtstag von Reichskanzler Hitler,

dem großen Führer des Schicksals aller Deutschen.

22. Juni, 1941. Der Führer hat befohlen:

"Soldaten, überquert den Prut-Fluss!"

"Treibt den Feind in den Osten und den Norden!"

"Befreit unsere Brüder von von dem roten Joch der Bolschewisten."

"Vereint den Körper des Landes, wieder als Ganzes mit Bessarabia und Bukovina!"

Das Volk knie nieder im ganzen Lande und danke Gott.

Das Land ist wieder zurück auf dem Pfade seiner herrlichen Bestimmung.

Am ersten Tag des Krieges gegen die bolschewistischen Barbaritäten,

jubelt die Menge voller Begeisterung dem Führer Adolf Hitler zu!

11. August. Der Judenhass gerät aus den Fugen.

Nach den Exekutionen in Iași, die die offizielle Version weitaus überstiegen,

wurden Juden aus moldawischen Städten evakuiert und in geschlossene Waggons geladen,

wo sie grausam an Durst und Erstickung zu Grunde gingen.

Tragische Details erreichen uns weiterhin.

Die Szenen am Bahnhof mit den armen Seelen in abgeschlossenen Waggons,

denen keiner nahe kommen durfte, übersteigen jede sadistische Fantasie.

Hunderte Menschen in Viehwagen,

die gegenseitig Urin trinken, und sich erschöpft in den Tod schreien.

Es ereigneten sich Szenen schieren Wahnsinns: Ein Mann zahlte 20.000 Lei für ein Glas Wasser.

Andere boten ihre Juwelen für einen Schluck.

Die Überlebenden werden in den Lagern landen.

Wie sich zuvor die alten Herrscher Gott in Ehrerbietung beugten,

so knieten auch General Antonescu, seine Soldaten und deutsche Offiziere in einer alten Kirche nieder,

und beteten für den Sieg gegen die Barbaren.

Die furchtlose rumänische Armee hat die absurden Grenzen durchbrochen,

die uns von der bolschewistischen Gier auferlegt wurden.

Unser Vordringen nach Bukovina ist unaufhaltbar.

General Antonescus Armee ist so tapfer!

13. August.

Die neusten Ereignisse haben mich erschüttert.

Ich habe Angst, denn ich kann mir mein Brot nicht mehr verdienen.

Ich denke andauernd an den Tod.

Eine immense Müdigkeit erwächst in mir,

die Muskeln müde von der körperlichen Arbeit, zu der ich reduziert wurde.

Alles scheint ausgetrocknet, sinnentleert.

Vielleicht ist das der Zeitpunkt, um allem ein Ende zu setzen.

Rumänische Truppen marschierten wieder dort, wo wir 1918

unsere Herrschaft über Bessarabia erklärten.

16. August.

Zum zweiten Mal kann ich nicht mehr schreiben.

Es fühlt sich an, als hätte ich seitdem 20 Jahre gelebt.

Ein junger Mann kehrte aus der Zwangsarbeit mit einer schlimmen Verletzung zurück,

und wurde als dreckiger Jude von den christlichen Ärzten abgewiesen,

sie öffneten seine Bandage und schmissen ihn blutend heraus.

Eine jüdische Familie wurde ertränkt. Und dazwischen eine lange Reihe von Desastern.

Ohne Radio oder Telefon merke ich, wie wir erniedrigt und verarmt werden,

und nun gezwungen werden, einen gelben Stern zu tragen.

Dann wurden alle Juden aus Bessarabia und Bukovina nach Transnistria geschickt.

In wenigen Tagen wurden ganze Städte geräumt.

Alte Menschen, Frauen und Kinder wurden dem Ungewissen überlassen.

Wann sind wir in Bukarest dran?

20. Oktober. Odessa wurde von Rumänien erobert.

"Wir haben Cluj gegen Odessa eingetauscht," sagte jemand.

Zeitungen berichten, dass rumänische Soldaten herzlich willkommen wurden,

und von Kämpfen auf den Straßen.

Mit aufrichtiger Begeisterung

bejubelten Menschen überall unsere siegreiche Armee,

den König, unseren Führer, und unsere großartigen Alliierten.

Sie jubelten für unser Staatsoberhaupt,

den glorreichen Feldherrn Antonescu.

14. November. Immer noch fürchten wir die Deportation in die Ukraine.

Alle Juden sind dauerhaft besessen von diesem Gedanken.

Nichts scheint mehr zu absurd.

Die Nachrichten von nach Transnistria deportieren Juden sind entsetzlich.

Im Regen wandelnd werden Frauen und Mädchen vergewaltigt, Hungern, Selbstmorde...

Benador sieht fürchterlich verkommen aus.

Von der Angst benommen, dass bald die Juden Bukarests dran sind,

war er empört vom Vergnügen zweier Juden über eine lustige Geschichte.

Wie können Juden noch immer lachen?

Zu Ehren des deutschen Führers und des Duces des Faschismus,

wurden zwei Plätze zum Hitler-Platz und Mussolini-Platz ernannt.

10. Dezember.

Mihai Ralea ist, was man hier einen Demokraten nennen könnte: Offen,

für jede Form der Regierung, was ihm eine politische Karriere erlaubt.

Wir sprachen mit ihm über das rumänische Volk, aber er sagte:

"Es kann nichts unternommen werden. Wir haben 200.000 Frauen und Kinder ermordet."

Er gab uns Details der Tötungen in Bessarabia und Bukovina.

Frauen wurden in Brand gesteckt, 100 Kinder wurden bis zum Hals begraben und dann erschossen,

Juden wurden in einer Kantine auf den Tisch gestellt, und dann von der Decke gehängt.

Unser herrschender Feldherr besuchte Transnistria,

wo die rumänische Regierung ein Programm durchführt,

um diese Region, die so sehr unter der bolschewistischen Herrschaft litt, wieder aufzubauen.

31. Dezember.

Ohne übertreiben zu wollen, hat sich dieses Jahr wie zehn angefühlt.

Massentötungen von Legionären und nun, da Hitler

feierlich das baldige Ende des Krieges versprach,

war dieses Jahr voller Blut, Terror und Verzweiflung.

Harte Zeiten für jemanden, der objektiv zu sein versucht,

und sich bemüht, all das mit den eigenen Gedanken in Einklang zu bringen.

Feldherr Antonescu erinnert an unsere Tradition des Mitleids:

"Die Waisen und Armen erwarten unsere christliche Gnade."

"Wir können nur wachsen, wenn wir unsere Rasse stärken,"

"wir können unsere Rasse nicht auf Armut aufbauen."

25. Januar.

Natürlich müssen die Juden, die der Staat für jede harte Arbeit einsetzt,

auch Schneeschaufeln.

Und so ziehen sie aus mit ihren Schaufeln, bei -32 Grad.

Sofort schlug der Frost zu. Ich behandelte viele erfrorene Ohren.

Die Juden sind so am Boden, man müsste glücklich sein, hier zu leben,

und nicht jenseits der Dniester, wo Hunderte täglich zu Tode hungern.

Die Nachrichten von dort sind schrecklich; Andauernd denke ich an jene Leute,

wenn ich esse oder schreibe, mit meiner fruchtlosen Kraftlosigkeit und einer stummen Wut.

Was ist mit dem Rest von uns?

Wir wissen, dass Deportation wieder in Betracht gezogen wird.

16. Februar.

In den Nachrichten heißt es, dass eine Firma ein neues tödliches Gas testet.

Die Versuchspersonen waren 400 junge Juden aus einem Arbeitslager. Sie alle starben.

In den USA beschuldigte Thomas Mann das ganze deutsche Volk:

Sie hätten ihre Führer davon abhalten können.

Dieses kalte Morden – in den Niederlanden – scheint schlimmer,

als unschuldige Kinder mit Maschinengewehren zu töten,

oder Juden jeden Alters an Durst in abgeschlossenen Waggons sterben zu lassen,

oder sie zu verbrennen, mit Benzin übergossen.

Und dann bist du wieder still, während du dich durch den Dreck von Morgen wühlst,

durch die Hungertode in Griechenland, und so weiter,

in dieser endlosen Jahreszeit, deren Tage grau, kalt und blutbefleckt sind.

7. Juni.

Ich habe gehört, jemand wurde einberufen, um Kinder in einem Lastwagen in Bessarabia zu erschießen.

Er weigerte sich: "Nein, das sind Kinder. Wären sie dreckige Juden, wäre ich mehr als froh."

Die Kinder, die in der Tat Juden waren, wurden gerettet, dank der "Großmütigkeit" dieses Mannes.

29. Juni. Juden in Chernowitz werden deportiert.

An Sonntagen dürfen sie ihre Häuser nicht verlassen.

Dann schlagen die Polizisten zu, von einer Straße zur nächsten.

Sirenen heulen los, um die Schreie dieser armen Seelen zu übertönen.

Sie werden in Viehwagen geladen, und ihnen wird etwas Brot und Wasser hingeworfen.

Da sind Haufen ihrer Waren in der ganzen Stadt.

Und jeder kauft sie, auch wenn sie diese Barbaritäten nicht billigen.

Weil sie nun mal so billig sind!

Der Gouverneur von Transnistria und andere Beamte

wohnten einer feierlichen Zeremonie auf dem Heldenfriedhof in Odessa bei.

Das Oberhaupt der orthodoxen Mission in Transnistria

hielt den Gedenkgottesdienst ab.

Man erinnerte an die heldenhaften Taten der rumänischen Armee.

Lasst uns den Eid ablegen, wie er von unserem Führer gesprochen wird:

"Vor diesen Gräbern, so schwöre ich, glaube ich ich an unseren Sieg"

"und gelobe, noch härter zu kämpfen, für die Ehre und Freiheit aller Rumänen!"

2. August.

Auch Mais wird rationiert: 1,5 Kilo pro Woche.

Aber Juden bekommen keinen.

Es ist das erste Grundnahrungsmittel, das ihnen verweigert wird.

Vom Zucker bekommen sie die Hälfte oder ein Drittel der Ration.

Aber Mais muss wohl Nationalgericht sein, der ethischen Prohibition zufolge.

10. August.

Galaction ist dem Deutsch-Rumänischen Bund beigetreten.

Andere Autoren lehnten wiederholt Einladungen ab.

Viele waren enttäuschten, denn sie dachten wohl, der gute Priester sei neutral.

Während des Schneeschaufelns, ging er an einigen jungen Juden vorbei,

er nahm eine Schaufel und arbeite mit ihnen für ein paar Momente,

als symbolischer Protest.

Der gute Priester hat also seine gute Tat verrichtet.

19. August.

Das Zentrum für Rumänisierung beschlagnahmt weiterhin jüdische Häuser.

Neue Mieter werden hereingeholt.

Christliche Mieter werden von schäbigen Häusern in gute ziehen,

wähend Juden in schäbige, teure Häuser ziehen werden.

Ein Oberst besichtigte das jüdische Haus, das er mieten würde.

Der Besitzer bat ihn, später wieder zu kommen,

zu der Zeit, die vom Zentrum für Rumänisierung festgeschrieben wurde.

Der Oberst griff ihn sich:

"Ich kann dich wie einen Hund erschießen! 50 von euch hab' ich allein in Odessa erschossen!"

8. September.

Die in Bukarester Schulen eingeschlossen Juden wurden rausgeschmissen.

Zeugen sagten, es sei fürchterlich gewesen.

Schreie erfüllten die Straßen.

Passanten warfen ihnen Zigaretten und Geld zu.

Kinder kamen nicht mit, und die Zurückgelassen wurden weggezogen.

Am Ende desinfizieren sie die Schulen und alles ist vergessen.

15. September.

Ein Witz beim Warten in der Schlange:

"Unsere Kinder sterben also an der Front, um den Juden ein Land Transnistria zu geben?!"

22. November. Die Dinge entwickeln sich rasant.

Die Sowjets gewannen 100 km bei Stalingrad und nahmen 18.000 Gefangene.

Die Deutschen hatten 13.000 Tote und Verletzte.

Die deutschen Truppen in Stalingrad sind umzingelt.

28. November.

Die Zahl der getöteten Juden in Polen ist von 700.000 auf eine Millionen gestiegen.

Das deutsche Massaker muss auf schreckliche Zahlen angestiegen sein,

wenn wir all die Gräueltaten dazuzählen, die im sowjetischen Territorium geschehen sind.

Und das Morden nimmt kein Ende.

Unsere Anführer scheinen zögerlich zu werden bezüglich anti-jüdischer Maßnahmen.

Für den Moment spielt es keine Rolle, ob das den jüngsten Ereignissen anzurechnen ist,

oder ob eine Rückkehr zu einem humanen Gewissen dafür verantwortlich ist.

10. Januar.

Schnee. Die Juden werden zur Arbeit geschickt.

Nahe Cotroceni wurden einige von Soldaten verprügelt, weil "zu langsam" gewesen seien.

Die Hauptstadt wird zu einem jüdischen Arbeiterlager.

Der Schnee ist eine gnadenlose kommunale Institution.

Seit Stefan dem Großen

ist die Kirche das Fundament unserer Nation.

In der Kirche hat der Führer

an den Glauben und den furchtlosen Kampf für Rumänien plädiert.

Wir haben nie jemanden angegriffen.

Nie haben Rumänen das Land einer anderen Nation begehrt.

Wir dürfen nicht für die Eroberungen im Osten angeklagt werden.

Wir kämpfen einen heiligen Krieg für die nationale Einheit und die Verteidigung Europas.

Als wir zur Verteidigung unseres Landes gezwungen waren,

um einer neuen Invasion von jenseits der Dniester zuvorzukommen, geschah das nicht im Sinne der Zerstörung.

Wir brachten das Kreuz der Re-Christianisierung dorthin und wir kamen der Bevölkerung zur Hilfe.

4. April.

Ein Zug mit Juden aus Thessaloniki hat hier auf dem Weg nach Polen Halt gemacht.

Ihr Schicksal dort ist ungewiss. Ihnen wurde kein Kontakt nach außen erlaubt.

Versuche, sie mit Essen oder Wasser zu versorgen, wurden vereitelt.

In jenem Land, das einst orthodoxes Russland genannt wurde,

wurden christliche Kreuze beseitigt, um Platz für jüdische Grabsteine zu machen,

denn die Juden sind dort in der Übermacht.

Das ist das Heim eines jüdischen politischen Kommissars, vollgestopft mit Waffen,

denn er herrschte über die Leben sowjetischer Proletarier.

26. Mai.

Gas, die gefürchtetste aller Waffen, wurde bisher noch nicht eingesetzt.

Keiner der sich bekriegenden Parteien traute sich bisher,

egal wie tragisch und verzweifelt der Kampf auch sein mochte.

Diese Waffe scheint für den jüdischen Sektor aufbewahrt worden zu sein.

Wir hören weiterhin von Juden, die unter den Deutschen vergast werden sollen.

Trotz offizieller Berichte wollen die Menschen nicht daran glauben.

Eine wirkliche Szene in einer Tram:

Ein Jude bietet einem alten Christen seinen Platz an.

"Ich sitze hier doch nicht nach einem dreckigen Juden!" sagt er wütend.

Ein christlicher Gentleman nebenan fragt:

"Sie wollen den Platz nicht?" "Nein!"

Der andere setzt sich auf den Platz des Juden. Nach zwei Minuten steht er auf

und sagt zu dem alten Mann: "Sie können sich setzen. Ich habe ihn rumänisiert."

10. Januar. Gestern habe ich ein Taxi angehalten.

Der Fahrer sagte: "Wissen Sie, welches Auto das ist?"

"Der Premierminister wurde hier drin ermordet!"

Alle Leben hängen von dem Ergebnis des Krieges ab, auch die der Autoren.

Remy de Gourmont bluffte, als er über den vorherigen Krieg sagte,

"Er hat mich nicht gejuckt."

Und die Behauptung von Motherlant, dass die Kunst des Krieges wegen nicht aufhören dürfe,

weil das einzige Ziel des Künstlers ein persönliches sei – das ist Unsinn.

Ich will sie es heute sagen hören, da Frankreich in Ruinen liegt,

nicht 1938, als Frankreich noch an seine Stärke glaubte.

Luftangriffssirenen!

Zu den Kanonen!

Die Anti-Flieger-Artillerie macht den feindlichen Bombern ein Ende.

Doch der Feind ist ubeirrt, die Anti-Flieger-Kanonen verstärken nur ihr Feuer!

Gestern sahen wir das Grauen der amerikanischen Bomben.

Hunderte Bomber flogen über Bukarest,

und ließen Bomben auf uns niederregnen.

Es war eine schreckliche Zeit.

Zwischen den Bomben lief ich zu meinem Erste-Hilfe-Posten.

Meine Familie im Bunker war zu Tode erschrocken.

Eine Bombe traf ein nahegelegenes Haus der Familie eines Lebensmittelhändlers.

Die Bomben fielen auch auf den Mărășești-Boulevard.

So viele Opfer, unbegreiflicher Schaden.

Viele starben in den Bunkern.

Keine Elektrizität mehr, die Trams laufen kaum noch.

Mein Neffe hat alle seine Nachbarn tot aufgefunden – 11 Menschen.

Dutzende andere Menschen starben erstickt in einem Bunker in der Nähe.

Hunderte mehr starben im Odor-Bunker.

Manche gehen von etwa 2.000 Opfern aus.

Wir warten, angsterfüllt, auf mehr Desaster.

14. April.

Die kleine Clara ist 9; sie ist eine von Hunderten von Waisen,

die aus Transnistria nach Palästina geschickt werden sollen.

Ihr kleiner Körper trägt das Stigma ihrer Unterernährung:

Ein geschwollener Abdomen, dünne Beine.

Als sie 6 war, nahmen ihre Eltern sie mit nach Chernowitz.

Dann begannen die Deportationen nach Transnistria. Dort verbrachten sie drei Jahre.

Freunde von uns kümmern sich rührend um sie, bis sie nach Palästina gesendet wird.

Sie spricht vom Tode mit einer steinernen Kälte.

"Jeden Morgen habe ich tote Jungs und Mädchen gesehen. Ich trat auf ihre Leichen."

"Ich weiß nicht, wie ich überleben konnte."

"Ich habe die Schale von Roter Beete und Kartoffeln gegessen."

Jetzt wurde sie von Borscht oder Kartoffel-Eintopf krank.

Es ist erschreckend, wie sie Christen hasst und sie tief fürchtet.

Eine Freund besuchte meine Tochter.

Sie sah ihn eintreten, rannte zu uns und schrie:

"Da ist ein Christ! Mach, dass er geht!"

"Er ist kein Christ, meine Liebe." "Aber er spricht Rumänisch!"

Sie will es nicht sprechen.

Sie lernte Jiddisch, um nicht Rumänisch sprechen zu müssen.

24. Juni.

Nach weiteren ähnlichen Briefen

schrieb der Patriarch Nicodim an den Erzbischof von London,

und flehte um das Ende der Bomben.

Seine Argumenten waren dieselben:

Rumänen sind, natürlich, gütig, großzügig und voller Liebe.

Der Erzbischof hat mit Sicherheit gesehen, wie tolerant die Rumänen sind:

Niemals haben sie Menschen anderer Glaubensrichtungen oder Herkunft unterdrückt.

Der Brief bedarf keines weiteren Kommentars,

besonders da nicht, wo der Hochprälat vorgibt, dass der Anstand im Krieg verlange,

nur Militärs zu töten,

und nicht unschuldige Frauen, Kinder und alte Menschen.

Der Erzbischof von Canterbury ist dieser Realitäten völlig bewusst,

so auch der Patriarch, in all ihrer Grausamkeit.

Er hat all das Unrecht und den Missbrauch mit angesehen.

Er weiß also, welche Antwort er zu erwarten hat.

23. August.

Wir hörten die Kundgebung von König Michael im Radio,

in der er verkündete, dass wir zur alliierten Seite gewechselt sind,

dass wir Transsylvanien zurück bekommen, dass die Freiheit wiederhergestellt ist,

und dass eine neue Regierung mit Kommunisten und Sozialisten aufgebaut werde.

Der kommunistische Anführer las den Gnadenerlass vor,

der für alle politischen Gefangenen gelten würde, außer den Legionären.

Die Geschichte Rumäniens hat eine kolossale Seite weiter geblättert.

Wir alle sind raus auf die Straßen, haben gefeiert.

Die Nachbarn boten uns Champagner an, dann sind wir Freunde besuchen gegangen.

Passanten riefen "Ein Hurra auf den Frieden!"

10. April.

Würde jemand das rumänische Volk,

die vorurteilsbefangene Mehrheit der Anführer und der Mittelklasse,

so sähe unsere derzeitige Situation schmerzhaft aus.

Viele sagen:

"Warum gehen Juden ins Volkstribunal, um politische Rache zu üben?"

"Das Blatt könnte sich eines Tages wenden."

Die Antwort lautet, dass sie auf kriminelle Weise falsch liegen.

Unsere Einigung mit den Alliierten schließt die Bestrafung der Kriegsverbrecher mit ein.

Das Volkstribunal wurde nicht von und mit Juden formiert.

Viele Juden werden in den Zeugenstand berufen,

denn sie waren Opfer rumänischer Gewalt in Transnistria.

Die anderen sind nicht überzeugt, falsches Lächeln hinter wunder Würde.

Eine Schauspieler-Freundin erzählte mir: "Ich hasse Arbeiter wie Mistwürmer!"

Eine weitere bittere Zeile in den Interviews mit dem rumänischen Menschen.

9. Mai.

Deutschland hat kapituliert. Der Krieg in Europa ist vorbei.

Eine historische, militärische und politische Realität, auf die fünf Jahre gewartet wurde.

Deutschland hat kapituliert. Das war's.

Nach all ihren Verbrechen, Plünderungen, Desastern und Brutalitäten

sind sie in ihrem eigenen Land besiegt, umzingelt von alliierten Kräften,

und so haben die Deutschen aufgegeben. Es musste so kommen.

Wir erwarteten es 3, 2, oder ein Jahr vorher. Doch keiner wagte eine Rebellion.

Keiner konnte den Untergang eines Landes stoppen, das mit Megalomanie heimgesucht wurde,

von Hass vergiftet, offen für Schwachsinn und Grausamkeit.

Nicht zu schreiben, nichts zu kommentieren.

Juni. Das Volkstribunal setzt seine Arbeit fort.

Aber es gibt weniger Interesse als noch bei der ersten Verhandlung.

Es ist wie ein Ferien-Treffen.

Zeitungen liefern oberflächliche, langweilige Berichterstattung.

Kaum jemand liest davon.

Weiterhin wird diesen Tieren der Prozess gemacht, genauso wie dem ersten glorreichen Haufen.

Viele Menschen werden noch immer vermisst oder sind unidentifiziert.

Viele Kriminelle werden weiterhin Posten im Staat, Militär oder sonst wo bekleiden.

Was wurde aus General Georgescu, der '42 seinem Barber erzählte:

"Ich habe so viele Juden getötet, nach Herzenslust und noch viel weiter!"

Das Bukarester Volk jubelte bei der Rückkehr unserer Delegierten aus Moskau,

nachdem sie Verhandlungen mit exzellenten Resultaten geführt hatten.

Eine Menschenmenge versammelte sich am Flughafen, um sie willkommen zu heißen

und Dankbarkeit für unseren großen Nachbar,n die Sowjetische Union, zu bezeugen.

Bei der Landung durchbrach die enthusiastische Menge die Spaliere.

People lobpreisten Generalissimus Stalin und unsere Regierung,

und die ewige Rumänisch-Sowjetische Freundschaft.

Premierminister Dr. Petru Groza bekundete:

"Ich hoffe, dass die Winde unsere Stimme durch das Land tragen,"

"sodass alle wissen, wir kommen aus der Heimat unseres großen Nachbarn,"

"der Sowjet-Union!"

Leute rufen "Sta-Lin! Sta-Lin!"

"Stu-denten für die Ar-bei-ter!

"U-D-S-S-R!"

28. Februar.

Titel Petrescu, der lächerliche Politiker sagte:

"Wir waren nie religiös intolerant."

"Es gab Antisemitismus, aber nur weil die Juden den Handel übernehmen wollten,"

"und damit den Konflikt mit den Rumänen starteten."

Ein Marxist kann also immer noch so einen Schwachsinn sagen?

Seine Theorie wird sich sicherlich verbreiten und ausgenutzt werden.

Bald werden wir sicher hören, die Juden hätten die Demokratie übernommen,

womit ein neuer Antisemitismus gerechtfertigt wäre.

Leider kann es darauf keine Reaktion geben, man kann keinem schreiben.

"Zusammen halten" bedeutet still sein und es gemeinsam schlucken.

2. Juni.

Die zwei Antonescus, Piki Vasiliu,\und Alexianu wurden exekutiert.

Den anderen Dreien, die auch zum Tode verurteilt wurden waren,

wurde schließlich lebenslange Zwangsarbeit zugestanden.

Ich denke, damit nehmen die großen Urteile gegen die Kriegsverbrecher ihr Ende.

"Es ist zu spät, die Rumänen sind zu gnädig", etc.

Wenige mehr werden verurteilt werden, unter allgemeiner Teilnahmslosigkeit.

Dann kommen die Wahlen.

Und wir werden das Land neu aufbauen und die Leute neu erziehen...

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