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Euer Herzog ist im tapferen Kampf gefallen.
Von nun an bis du Herzogin von Burgund.
Alle werden versuchen, sich dein Land und dich zu nehmen.
Die Politik ist immer ein Geschäft, Hoheit.
Ihr braucht einen Herrscher, der auf eurer Seite steht.
Jemanden, den eure Feinde fürchten.
Es ist mein Wille, dass du Maria von Burgund zur Frau nimmst.
Krieg führen die anderen. Wir glücklichen Österreicher.
Ab jetzt gehört hier alles der französischen Krone.
Ihr müsst Eure Rechte einfordern. Der Kaiser will Geld von euch.
Für das zweifelhafte Vergnügen seinen Sohn zu heiraten?
Du wirst Maria von Burgund heiraten.
Und wenn ich Frankreich wähle?
Maximilian braucht dich. Ohne unser Geld ist er nichts.
Und auch du brauchst ihn dringend, denn er wird dein Schwert sein.
Meine Herrin schickt mich.
Dann ist Maria von Burgund wirklich so schön?
Noch kannst du wählen, wer du sein willst.
Eine Fürstin ohne Macht - oder aber die künftige Kaiserin.
(düstere Musik)
(Stimmengewirr, Schläge auf Eisen)
(Wiehern)
Reiten wir da entlang, brauchen wir zwei Tage bis Melk,
zwei Wochen bis Köln und von dort vier Tage bis Burgund.
Wir reiten nach Pernitz.
Dann nach Melk und von dort aus weiter.
Über die Hohe Wand dauert es viel länger.
In Baden wurde die Schwarze Armee gesehen,
auch die Treidler der Donau sagen, es sei dort nicht sicher.
Der Kaiser wünscht, euch zu sprechen.
Mehl, Bohnen, gepökeltes Schweinefleisch, 140 Laib Käse,
150 Schnüre Knoblauch, Honig, Rosinen, Wein...
Was habt ihr vor? Ein Gelage?
Wir brauchen Proviant.
Ihr werdet euch auf der Reise mit dem begnügen,
was ihr vor Ort findet.
Und wenn da nichts ist?
Dann werdet ihr auf die Jagd gehen, Polheim.
Das tut ihr doch so gerne.
(Schritte)
Matthias Corvinus wird Beatrix von Aragón heiraten,
die Tochter des Königs von Neapel.
Wie alt ist sie? - 20.
Immerhin.
Die erste Frau war 12, wie meine Schwester.
Sie starb mit 15, eine Geburt zerriss sie.
Wir werden feiern, dass dir das erspart bleibt.
Matthias Corvinus hat uns den Krieg erklärt.
Er ist bereits in die Steiermark eingefallen - was willst du feiern?
Deinen Untergang?
Für dich bin ich froh darüber.
Für uns kann das das Ende sein.
Geh jetzt, ich muss mit deinem Bruder reden.
Herr Fugge von der Lilie will dir einen Vorschlag unterbreiten.
Maximilian von Österreich, Ihr plant, nach Burgund zu reisen
und um die Herzogin zu werben.
Ich möchte Euch helfen.
Mit 100 Berittenen, samt ihren Waffen, Rüstungen und Pferden.
Zu Eurem Schutz.
Und ich möchte Euch etwas geben.
Ein Geschenk.
In dieser Rüstung, mit diesem Schwert, in diesen Kleidern,
werden selbst die vornehmsten Ritter Flanderns neben Euch verblassen.
Das wollt Ihr mir schenken?
Und 100 Berittene obendrein?
Ihr seid Kaufmann.
Ja, Hoheit.
Ein Kaufmann, der so freigiebig ist, wird bald Bettler sein.
Einem Mann, der bald Herrscher über Burgund sein wird,
kann man viel schenken - im Wissen, dass man es doppelt zurückerhält.
Dann ist es ein Kredit.
Nein, es ist kein Kredit, sondern ein Geschenk.
In der Hoffnung, dass auch Ihr mir etwas schenken werdet,
später, wenn die Zeit reif ist.
Ihr wollt also, dass ich Burgund ausbluten lasse
und euch von diesem Blut etwas abgebe.
Wir können alle frisches Blut gebrauchen.
Maria von Burgund ist in Bedrängnis, ich warte nicht auf 100 Männer.
Sie sind schon hier. - Sie lagern vor der Stadt.
Nimm jede Hilfe, derer du habhaft werden kannst.
Sonst wirst du Gent nie erreichen.
Ich soll meine Seele verkaufen.
An einen Händler?
Alles Erdreich ist Österreich Untertan.
Aber um dies Erdreich zu beherrschen,
brauchst du Geld und machtvolle Verbündete.
Nur so zwingst du sie in die Knie.
So wie Ihr das getan habt, Vater?
Mir war es nie gegeben,
eine burgundische Prinzessin zur Frau zu nehmen.
Du musst Burgund erreichen.
Sonst sind wir verloren.
Und sie auch.
(düstere Musik)
(düstere Musik)
(Atmen)
(leises Stöhnen)
(leises Stöhnen)
Sie stinken.
Ja.
Wir alle stinken.
Jeder dieser drei Ärzte prophezeite uns die Gesundheit deines Bruders.
Haben Sie das wirklich geglaubt?
Nein. - Und warum nicht?
Weil sie nichts können.
Und warum prophezeiten sie dann, deinen Bruder zu heilen?
Weil sie auf ein Wunder hofften.
Und dass sie mit Gold überhäuft werden.
Übermäßiges Begehren ist der Feind menschlichen Glücks.
Und der Glaube, etwas erreichen zu können,
das die Sterblichkeit übersteigt.
Komm!
Sie warten, Majestät.
Seit Stunden.
Seine Majestät Ludwig XI., König von Frankreich.
Seine Königliche Hoheit, der Dauphin von Frankreich.
Also, was wollen Sie?
Majestät, wir bitten um die sterblichen Überreste
des Herzogs von Burgund.
Und um seinen Helm.
Maria von Burgund, unsere Herrin, trauert um ihren Vater.
Sie möchte ihn endlich zu Grabe tragen.
Dann seid Ihr Guillaume Hugonet, der Kanzler Burgunds.
Er ist Hugonet.
Das ist Guy de Brimeu,
Graf von Megen.
Der Berater der Herzogin.
Sind das kluge Männer?
Hm, leidlich.
Warum wissen sie dann nicht, wem sie Gehorsam schulden?
Sag es ihnen.
Das Herzogtum Burgund ist ein Männerlehen.
Es kann nur vom Vater auf den Sohn übergehen.
Ist Maria von Burgund ein Mann?
Nein.
Nein.
Laut Gesetzt fällt das Lehen an die französische Krone zurück.
Verneigt euch vor eurem neuen Herren,
dem König von Frankreich.
Der Helm,
sie kann ihn haben,
Maria von Burgund - wenn sie will.
Aber nicht ohne seinen Inhalt.
Uns.
Wir sind durchaus bereit, sie zur Frau zu nehmen
und auch dazu, ihr zu vergeben,
für ihre Feindschaft gegen Frankreich.
Wir weisen ihrer fehlgeleiteten Seele den rechten Weg.
Maria von Burgund hat die Wahl:
Sie heiratet meinen Sohn und wird Königin von Frankreich
oder sie wird alles verlieren, Land und Macht.
Wir nehmen uns, was unser ist. Sagt ihr das.
(ruhige Musik)
(Vögel kreischen.)
(ernste Musik)
Also.
Ihr wollt mir Vorschriften machen, Coppenhole?!
Der Große Rat will euch beistehen, Hoheit.
Durch Zwang, euch zu empfangen?
Ihr müsst endlich heiraten.
Wen?
Dich? - Nein.
Wir haben uns für Karl von Valois entschieden,
den Dauphin von Frankreich.
Ihr habt entschieden?
Der Rat der Bürger unterstützt die Verwaltung des Landes.
Laut Großem Privileg, von Euch unterfertigt.
Ich soll den Dauphin von Frankreich heiraten.
Das ist unsere Empfehlung. - Frankreich ist unser Todfeind.
Der Dauphin ein kleines Kind und ein Idiot.
Ein dauerhafter Krieg mit Frankreich wäre unser Ruin.
Ebenso wenn des Kaisers Sohn uns mit Steuern belegt
für sein armseliges Österreich.
Frankreich garantiert den Frieden und gute Geschäfte.
Das Große Privileg besagt,
dass Ihr nur mit Zustimmung der Generalstaaten heiraten dürft.
Wir stimmen einer Ehe mit Maximilian von Österreich nicht zu.
Eine Ehe mit dem Dauphin hingegen würden wir begrüßen.
Wir erwarten baldige Antwort, Hoheit.
(ruhige Musik)
Dein Vater hätte ihn köpfen lassen.
Ja.
Und mein Großvater zwang die Ratsherren,
bei der Eroberung von Gent um Gnade zu bitten.
Sie hassen uns. - Genau wie wir sie.
Was kann ich tun?
Ihr könnt den Vertrag immer noch zerreißen.
Ja, in der Luft, aus der er gemacht ist.
(Schritte)
Hoheit!
Die Franzosen, sie morden und brennen in der Picardie!
Was? - Alle Bauern sind geflohen.
Kommt und seht selbst!
Begleitet die Herzogin!
(unruhige Musik)
(Stimmengewirr)
Lass Ärzte aus der Infirmerie holen.
Und bringt Brot aus der Hofküche.
Für alle.
Wir können sie in der Kirche unterbringen.
(ruhige Musik)
Das ist genau, was er will.
Wer? - König Ludwig.
Du sollst dich verantwortlich fühlen für dieses Elend.
Weil du dich ihm nicht unterwirfst. Und? Bin ich das nicht?
Was?
Nein.
Das Netz dieser Spinne wird jeden Tag enger werden.
Sorg dafür, dass du dich nicht darin verfängst.
(ruhige Musik)
Es wird immer kleiner, Euer Land.
Burgund braucht einen Herzog, Ihr solltet euch fügen.
Mich fügen? Etwa Euch?!
Du würdest mir rasch gehorchen.
Herr von Egmond,
ich warne Euch!
Euren Vater hab ich gehasst,
dich liebe ich.
(düstere Musik)
(traurige Musik)
(ruhige Musik)
(Die Tür knarrt.)
(Die Tür wird geschlossen.)
(langsame Schritte)
Was willst du?
Mich verabschieden.
Das, was zwischen uns war, bleibt hier.
Für immer. - Hör auf!
Ich kenn dich!
Ich weiß, wer du bist und was dir wichtig ist.
Ich gehör nicht dazu. - Doch.
Nein. Nein. - Das tust du.
Du liebst nur einen,
dich selbst.
Das macht's trotzdem nicht leichter.
Du könntest meine Mätresse sein.
Nur die Franzosen haben Mätressen.
Und deine Hure werd ich bestimmt nicht.
Man kann nicht alles haben.
Leb wohl.
(dunkle Musik)
(Die Tür schließt.)
(Gurren einer Taube)
(Gurren)
(Flattern)
(getragene Musik)
(Schritte)
Es ist Zeit.
Du bekommst mein Schwert und diesen Wandteppich,
falls ich die Reise nicht überlebe.
(getragene Musik)
Mein Testament.
(bewegte Musik)
(ruhige, spannungsvolle Musik)
Wie viel ist er wert, der Wandteppich?
Wie viel?
Wenn ich ins Gras beiße, kriegst du auch mein Schwert.
Und mein Wams, damit du immer dran schnüffeln kannst.
Ich könnte einfach losreiten, irgendwohin.
Gut, mach es!
Es geht leider nicht, ich bin der Sohn des Kaisers.
Ja.
Viele wären gern wie du oder ich.
Und weißt du, warum?
Weil es besser ist.
Viel besser, trotz allem!
Ich werd auf dich achtgeben, mein kluger Polheim.
Und ich auf dich, du Idiot.
(heroische Musik)
(Wiehern)
(Schnauben und Wiehern)
(ruhige, spannungsvolle Musik)
(heroische Musik)
(ernste Musik)
Maximilian von Österreich ist aufgebrochen.
Und die Picardie? - Ist unser.
Im Osten belagern wir Beaune.
Dijon hat aus freien Stücken Treue geschworen.
Wann wirst du reisen? - Heute noch.
Wir haben doch jemanden in Österreich?
Ja. - Gut.
Le Daim wird dir etwas für ihn mitgeben.
Wohin reitet Philippe de Commynes?
Er reitet nie, er hasst Pferde.
Er nimmt das Boot nach Gent.
Und wieso?
Er wird die Bürger dort aufwiegeln. - Wozu?
Damit Maria von Burgund deine Frau wird.
Das haben venezianische Glasbläser gemacht.
In Murano.
Die Klinge ist vergiftet. Man stößt sie ins Fleisch,
gibt ihr einen Ruck, und sie bricht ab.
Weil sie so fein ist, tritt kein Blut aus.
Niemand wird ahnen, woran Maximilian gestorben ist,
weil man keine Wunde sieht.
Nach Eurem Versagen wählt Ihr nun feinere Methoden?
War es nicht Euer Auftrag,
dass Maria von Burgund einen anderen wählt?
Das wird sie.
(düstere Musik)
(Wiehern)
(Stimmengewirr)
Das ist alt und steinhart.
Wir haben kein frisches, es gibt kein Korn und keinen Müller.
Wir hätten doch mehr Proviant mitnehmen sollen.
Dann bräuchten wir mehr Fuhrwerk und wären noch langsamer.
Es muss auch so gehen.
Weiter drüben sind Ungarn. Marodeure wahrscheinlich.
Unsere Leute vertreiben sie gerade.
(Polheim) Gehen wir? - Im Wald ist ein Miasma,
der üble Dunst - nehmt das.
Das ist gut gegen die Gefahr.
Ihr könnt das haben, ich hab noch mehr.
Von einem, der für den Erzbischof von Neuss kämpft.
Hast du ihn umgebracht?
Ich? Nein. Er.
Und du denkst, das schützt ihn jetzt?
So wie den anderen?
Der Herr liebt die Dummen, deswegen gibt es so viele.
Trotzdem danke.
Aber ich hab das hier.
(ruhige Musik)
(unheimliche Musik)
(nachdenkliche Musik)
Wir könnten ihn wirklich vernichten, ein für alle Mal.
Wen?
Matthias Corvinus.
Willst du keine Söldner anwerben und ihm aus dem Land werfen?
Bald hast du genug Geld dafür.
Bist du ein Floh?
Mein Vater hat dich mir ins Ohr gesetzt, das weiß ich!
Es juckt mich schon lange.
Sei kein Held! Heirate Maria, nimm ihr Geld!
Bekämpfe die Ungarn, aber nicht selbst, kauf Söldner!
Sehr brav, Polheim.
Du denkst, ich hab keine eigene Meinung?
Keine Ahnung. Hast du? - Ist das nicht egal?
Ich bin nur dein Kämmerer.
Du willst doch, dass alle sagen, was du hören willst.
Denkst du, einer sagt dir die Wahrheit?
Du bestimmt nicht. - Doch, jetzt gerade.
Dein Reich ist leer, niemand lebt darin.
Wir reiten seit Tagen. In wie vielen Gehöften wurden die Felder bestellt?
Alle sind geflohen oder tot.
Und die von Gott Beschützten sterben vor Hunger.
Ich hätte gern, dass du das änderst.
Auch wenn das Taten wären, die deinem Vater gefallen könnten.
Von mir aus kriech ihm in den Arsch, andere haben größere Sorgen!
Du kämpfst doch so gern!
Vielleicht schaffst du's irgendwann,
dich und dein Misstrauen zu besiegen!
(Vogelgezwitscher)
(ruhige Musik)
(Summen von Fliegen)
Ah...
(spannungsvolle Musik)
(schnelles Atmen)
(erschrocken) Ah!
Ah! Ah!
Ah!
(aufgeregtes Keuchen)
Ah! Ah!
(dramatische Musik)
Ah!
Ah! - Maximilian!
Gib mir deine Hand!
Ah!
Gib mir die Hand!
(dramatische Musik, Keuchen)
(beunruhigende Musik)
Es ist die Pest!
Halt dich fern von mir!
Holt den Feldscher!
Maximilian!
(beunruhigende Musik)
(leises Knarren)
(langsame Schritte)
(erschrocken) Ha! - Sch, sch.
Ich hab nachgedacht, Jungfrau Maria, wie ich Euch zur Frau nehmen kann.
(Kampfgeräusche)
Herr von Egmond, lasst mich!
Lasst mich!
(Sie keucht.) Bitte!
(Sie japst.)
Wehrt Euch nicht!
Lasst mich!
(düstere Musik)
(Aufschrei, Klirren)
(Ächzen)
(Röcheln, Keuchen)
(aufregende Musik)
(Röcheln, ängstliche Laute)
(Röcheln)
Ah...
Ah!
(aufgeregtes Keuchen)
(dramatische Musik)
(Klappern des Messers)
(dramatische Musik)
(aufregende Musik)
(spannungsvolle Musik)
Johanna. Johanna!
Johanna!
Hol meine Stiefmutter und bring sie in mein Gemach!
Keiner darf euch sehen!
Hast du verstanden?!
Ja.
Beeil dich!
(treibende Musik)
Oh mein Gott!
Er war auf einmal da, in meinem Bett.
Es ist gut. Er muss weg.
Aber er ist doch... - Das interessiert keinen.
Sieh nach, ob die Luft rein ist!
Gefühle kannst du später noch haben.
Hilf mir!
Hilf mir!
(angestrengtes Keuchen)
Geht's? - Ich kann das nicht!
Wir müssen die Wahrheit sagen. - Hör zu!
Er ist der erste von dir Getötete und nicht der letzte!
Gewöhn dich daran, wenn du herrschen willst.
Der hier hat es wenigstens verdient! Mach schon! Na los!
(angestrengtes Keuchen)
(Klappern von Schlüsseln)
(spannungsvolle Musik)
Sei doch leiser! - Ich hab den Schlüssel.
Dann los jetzt!
Mach schnell!
(angestrengte Laute)
(Platschen)
(düstere Musik)
(langsame Musik)
(gedämpftes Wiehern)
(gedämpftes Klirren der Schwerter)
(gedämpfte Schreie)
(langsame Musik)
(traurige Musik)
(düstere Musik)
(Atmen)
(Atmen)
(Atmen)
(langsame Musik)
(Atmen, Schlucken)
Wo bin ich?
(Polheim) In Köln.
Du fieberst seit Tagen.
Hab ich... Hab ich ...?
(ein Mann) Das liegt in Gottes Händen.
Sieben Tage, Hoheit.
So lange brauchte er, um die Erde zu erschaffen.
Und so lange dauert es, bis entschieden ist,
wen er mit dem Schwarzen Tod bestraft.
Ich werde euch jetzt zur Ader lassen, Hoheit.
(Klirren von Metall)
(beunruhigende Musik)
(Schnaufen)
(düstere Musik)
(Schnaufen)
(Schnauben)
Wie geht es meinem Sohn?
Er hat sich vielleicht mit der Pest angesteckt.
Lebt er?
Als ich losgeritten bin schon. Aber das Fieber war hoch.
Ein berühmter Doktor aus Köln ist bei ihm - jeden Tag.
Hast du Ungarn gesehen?
Unterwegs.
Ja.
Gut.
Matthias Corvinus bietet uns an,
seine schwarze Armee zurückzuziehen und nicht mehr einzufallen.
Vier Jahre lang.
Wie?
Als Gegenzug fordert er,
dass wir ihn als König der Böhmen anerkennen,
und er will 100.000 Gulden Kriegsentschädigung.
Die Ungarn verheeren unser Land und fordern Entschädigung?
Haben wir eine Wahl?
Wir besitzen keine 100.000, Majestät.
Aber die ersten 50.000.
Und dann sehen wir weiter.
Den Wechsel, den Herr Fugger ausstellte für die Hochzeit,
wo ist der?
Dieses Geld ist für Euren Sohn bestimmt, Majestät.
Braucht er es noch?
Wie geht es ihm?
Er ist krank. - Wie?
Ziemlich.
Wird er wieder gesund?
Vielleicht.
Ich kann das nicht sagen.
Gib ihm das.
Sag ihm, ich trag es an meiner Brust, seit er fort ist.
Und ich trockne meine Tränen damit.
Gut.
(Stimmengewirr im Hintergrund)
(düstere Musik)
(entferntes Wiehern)
Adolf von Egmond ist tot.
Von wem?
Wir haben eine Vermutung, aber keine Beweise.
Wir könnten trotzdem prozessieren. - Nicht nötig.
Wir hätten ihn sowieso loswerden müssen.
Wir gehen anders vor.
(düstere Musik)
(von drinnen) Wer ist da?
Öffnet die Tür im Namen der Generalstaaten!
Monsieur Hugonet.
Was habt Ihr in Frankreich nur getan?!
Was meint Ihr damit?
Was ist?!
(unruhige Musik)
Lasst mich los!
Gesindel!
(düstere Musik)
(Husten)
(Husten und Keuchen)
(Schluchzen)
Tausende sind geflüchtet.
Und täglich kommen mehr.
Sie haben nichts.
Nur die Hoffnung, dass es hier besser ist.
Nächstenliebe zu üben, ist unsere Pflicht.
Aber wer bezahlt das?
Die Verpflegung, Kleidung und Unterkunft.
Alle, denen es besser geht.
Eure Untertanen werden unruhig.
Die Bürger wollen keine Fremden.
(Stöhnen, Schluchzen)
Wir schaffen das!
(ruhige Musik)
(Schluchzen, Ächzen)
(Margareta) Was wäre Euer Rat?
Du musst mit König Ludwig verhandeln.
Bevor uns unsere eigenen Bürger aus der Stadt jagen.
Auch das Herzogtum Geldern will uns den Krieg erklären.
Wegen Adolf von Egmond? - Sie denken, wir waren es.
(Eine Türe wird geöffnet.)
(Schritte)
Hoheit.
Was ist das?
Eine Anordnung.
Dass Ihr, Guy de Brimeu,
Euch vor den Generalstaaten zu verantworten habt.
Wofür denn? - Hochverrat.
Wir wissen, dass seine Durchlaucht mit Frankreich paktiert.
Genau wie Monsieur Hugonet.
Aber das ist doch absurd! - Es gibt einen Zeugen.
Monsieur de Commynes.
Ich überbringe Euch die Grüße seiner Majestät und ein Präsent.
Als Zeichen seines guten Willens.
König Ludwig versichert Euch seiner Zuneigung.
Und er bietet Euch weit mehr als seine Liebe.
Er bietet Euch Schutz.
Was soll das?
Erst bedrängt er mich, dann mein Land?!
Ihr seid schuld am Elend dieser Leute!
Hättet Ihr auf uns gehört und Frankreich gewählt,
gäbe es dieses Leid nicht. Führt ihn ab!
Lasst ihn los! - Das ist kein Lazarett!
Bitte, Herr Coppenhole!
Räumt das Lager! - Nein, lasst sie!
Jetzt! - Lasst sie in Frieden!
(Kinderschreie)
Aufhören! Sofort!
So viele Tote und Verletzte Euretwegen.
(Stimmengewirr, Kinderschreie)
(dramatische Musik)
(ruhige Musik)
(leises, bebendes Atmen)
Ich werde noch eine Weile hierbleiben.
Aber dann komme ich zu euch, meine Kinder.
(Knarzen der Holzbank)
(Keuchen)
(erschrocken) Oh Gott! - Ah...
Louis! (Aufstöhnen)
Oh mein Gott!
Louis!
(unruhige Musik)
Zu Hilfe!
Zu Hilfe!
Hilfe!
Zu Hilfe!
(Mann) Hol einen Arzt! Mach schon!
Mutter!
Mutter, was ist denn?
Dein Vater...
Er ist...
(aufgeregtes Atmen)
Ich werd für dich sorgen, falls Vater etwas passiert.
Was? - Wie eine zweite Mutter.
Ich werd dich im Auge behalten, du Missgeburt.
(angestrengtes Ächzen)
(traurige Musik)
(ernste Musik)
Guy de Brimeu, Graf von Megen.
Monsieur Hugonet.
Euch wird zur Last gelegt, Maria von Burgund verraten zu haben,
indem Ihr dem König von Frankreich den Treueschwur geleistet habt.
Wir sind Burgund treu ergeben, jeder weiß das.
Dann seid Ihr nicht vor König Ludwig auf die Knie gesunken
und habt ihm so gehuldigt als Eurem neuen Herren?
Es gibt einen Zeugen - tretet vor!
(Brimeu) De Commynes!
Ihr wisst, dass wir dazu gezwungen wurden - mit Gewalt.
Beantwortet die Frage:
Seid Ihr vor dem französischem König auf die Knie gesunken -
Ein Verräter wirft mir Hochverrat vor.
(düstere Musik)
Lasst mich los!
Du wagst es, Hand an den Grafen zu legen!
Ja oder nein?
Ihr paktiert mit Frankreich, nicht ich!
(schmerzerfüllter Aufschrei)
Aufhören, lasst ihn!
(angespanntes Atmen)
Ah...
Ich stelle Euch noch einmal die Frage.
Das ist eine Farce, Coppenhole!
(bebendes Atmen)
Hört doch auf!
(Aufschrei)
Er ist unschuldig!
Ihr wisst das!
Ja? Und wer ist dann schuldig?
Die Bürger Flanderns werden seit Jahrzehnten unterjocht von Burgund.
Entweder Ihr beugt euch Frankreich, oder die beiden werden sterben,
weil sie sich Frankreich gebeugt haben.
(Ächzen) (leise) Hilfe!
(unterdrückter Schrei)
Ah...
Halt! - Was?
Ich werde tun, was der Große Rat fordert!
Ich heirate den Dauphin.
Und jetzt lasst sie gehen!
Lasst sie gehen, bitte!
(Aufschreie, Raunen)
Glaubt Ihr, ich lasse mir von Euch Befehle erteilen?!
Nein! Nein! Lasst mich!
Nein! Nein!
Was seid Ihr Wert ohne Euren Vater?
Ohne einen Mann.
Nichts!
(Schwerthieb)
(erschrockene Laute)
(traurige Musik mit Gesang)
(traurige Musik mit Gesang)
(Schritte)
Unsere Wachen sind wieder hier.
Ich weiß.
Die wenigen, die mir noch treu dienen.
Bring das Schreiben Maximilian von Österreich, falls er überlebt hat.
Damit er weiß, warum ich nicht anders kann.
"Maximilian, durchlauchtigster Erzherzog von Österreich."
"Mein guter Kanzler Hugonet und der Graf von Megen sind tot."
"Der große Rat zwingt mich, den Dauphin zum Mann zu nehmen
- an eurer Stelle."
"Mir bleibt keine andere Wahl."
"Ich bin zu schwach, um mich zu wehren."
"Die Würfel Gottes fallen nicht immer richtig."
"Der Gedanke an das, was möglich gewesen wäre, tröstet mich."
"Ich werde in wenigen Tagen nach Frankreich reisen."
"Lebt wohl."
"Maria."
(ruhige Musik)
Maria von Burgund erwartet keine Antwort von Euch.
Sie bittet Euch nur, für ihr Wohl zu beten.
Wann reist deine Herrin ab?
Bald.
Genau wie ich.
Wir reiten heute noch.
Wohin?
Nach Burgund! Glaubst du, ich lasse das zu?!
Das geht nicht.
Man verweigert dir die Ausreise.
Was?!
Die Kölner haben unsere Männer beherbergt,
sie haben gehurt und gesoffen, keiner hat bezahlt.
(bebendes Atmen)
Ist Meister Rudolfer wieder da?
Seit gestern.
Hol mir meine beste Kleidung.
Sagt den Ratsherren, dass der Sohn des Kaisers sie zu sprechen wünscht.
(Klappern von Rüstung und Schwertern)
Ihr wisst, warum ich hier bin.
Und wer ich bin.
Euer künftiger Kaiser.
Es ist Gottes Wille, dass ich euer sicherer Boden bin.
Und ihr tretet diesen Boden mit Füßen?
Indem ihr mich in eurer Stadt einsperrt?
Wir verlangen nur, was uns zusteht.
Eure Männer haben viel auf dem Kerbholz.
In der Stadt
und auch außerhalb bei den Bauern.
Sie haben geprasst, als ob jeder Tag ihr letzter wäre.
Hab ich euch nicht den Wechsel des Herrn Fugger gegeben?
Über 50.000 Gulden?
Ja.
Das habt Ihr, Hoheit.
Reicht das nicht aus?
Das wäre mehr als genug.
Der Wechsel ist leider nicht gedeckt.
Der Kaiser hat ihn selbst eingelöst.
Und zwar bis auf den letzten Kreuzer.
Ist das wahr?
Ja, ich glaube schon.
Wegen der Ungarn.
Und es hieß, Ihr würdet bald sterben.
Wir haben eine Liste aufgestellt -
mit den Schulden, die Ihr in Köln habt.
Wenn die bezahlt sind, könnt Ihr hingehen, wo Ihr wollt.
Die Aderlässe und euer Quartier überlasst Ihr bitte den Gaffeln.
Wer so arm ist, muss eben reich heiraten.
(Gelächter)
Machst du mir einen Antrag, du Scheißkrämer?
Oder denkst du, du bist stärker?!
Komm!
(Geräusche der Schwerter)
Wir könnten die Bürger hier als Geiseln nehmen und aufrechnen.
Nein, wir ziehen uns zurück.
Warum?
Ich muss nachdenken.
Was ist los?
Seit wann denkt er nach?
(ruhige Musik)
(Knarzen des Bodens)
Maximilian!
Was sollen wir tun?
Kämpfen.
Also versuchen wir den Ausbruch.
Die zehn Vertrauten gegen eine ganze Stadt?
Willst du warten, bis der Dauphin die Herzogin zur Ehe zwingt?
Nein.
Du wirst sie heiraten.
Was?
Ich bin oft dumm
und misstrauisch -
zu Unrecht.
Aber in diesem Fall weiß ich, was ich tu
und wem ich mein Schicksal anvertraue.
(ruhige Musik)
(erschrockener Laut)
Ihr reist heute nach Gent und gebt dies Eurer Herrin.
Um das zu nehmen, bräuchte ich Hände.
Die aber bedecken, was Ihr nicht sehen sollt.
In einem Badehaus sind alle nackt.
Es ist sehr wichtig.
Unser aller Glück hängt davon ab.
Ich wusste nicht, dass heute Jahrmarkt ist!
Ich soll euch begleiten. - Raus!
Ein Krug Bier und ein Stück Braten.
Was macht Ihr da?
Baden.
Wir werden vier Tage reiten und zu zweit in einer Kammer schlafen -
oder wo auch immer.
Also ziert euch nicht so.
(Er seufzt entspannt.)
(ruhige Musik)
Vater hat es jetzt sehr eilig.
Er hat auch mich verheiratet.
Per Dekret, mit dem Herzog von Orléans.
Es war sein zweiter Schlagfluss in einem Jahr.
Vielleicht holt ihn Gott bald zu sich.
Nach meinem Blutsturz kann ich sicher keine Kinder mehr gebären.
Die Linie von Orléans wird wohl enden in meinem dürren Schoß.
Deine Kinder werden ungestört herrschen.
Falls du das zu Wege bringst.
Und jetzt geh, Missgeburt, Vater will dich sprechen.
Selber Missgeburt!
Ja.
Wir sind beide königliche Fehlschläge.
(Knistern von Feuer)
(schwache Laute des Königs)
(schwache Laute)
(energischer Laut)
(schweres Atmen)
I...
I... Komm...
(Er stöhnt.)
Maria von Burgund.
De Commynes bringt sie hierher.
Du wirst sie in der Kathedrale Saint-Gatien ehelichen.
Du reitest ihr mit einem Gefolge entgegen,
bis an die Landesgrenze.
Und dann begleitest du sie nach Tours.
Du...
.. musst... viel lernen.
Eure Hoheit?
Bitte folgt mir.
(ruhige Musik)
Hoheit.
Seine allerchristlichste Majestät wünscht,
dass Ihr begreift, was das Weib ist.
Obwohl Ihr noch zu jung seid, zu vollziehen.
Aber das Wissen ist ein Kind Erfahrung.
(Die Tür wird geschlossen.)
(ruhige Musik)
(kurzes Schnaufen)
(ernste Musik)
(leises Plätschern)
(langsame Musik, Tierlaute)
(entferntes Stimmengewirr)
(Wiehern)
(ruhige Musik)
(sanfte Musik)
Hungrig?
(Er seufzt.)
Ich hab ihn einmal gesehen.
Karl den Kühnen.
Vor Jahren in Trier auf dem Fürstentag.
Er war sehr reich, stolz.
Sehr kriegerisch.
Ist deine Herrin auch so?
Sie ist eine Frau.
Frauen sind bescheiden und sanft.
So wie du?
Wir wehren uns eben gegen Männer,
die glauben, sich alles nehmen zu können.
Maximilian ist nicht so.
Er wird nie zulassen, dass deine Herrin unglücklich ist.
Und wie will er das machen?
Er wird ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen,
sie beschützen und warten.
Worauf?
Dass sie ihn auch will.
So wie du?
Das im Badehaus, das...
...tut mir leid, ich hab mir nichts dabei gedacht.
Der Leib ist nur eine Hülle, er blüht und er vergeht.
Es ist deine Seele, die ich kennenlernen möchte.
Glaubst du, deine geschwollenen Reden beeindrucken mich?
Hm? - Du wirst nicht hier schlafen.
Ich schlafe nicht, ich liege.
Leg dich woanders hin! - Warum?
Weil ich deiner Seele nicht traue.
Du kennst sie gar nicht. - Und so lern ich sie kennen?!
Irgendwo muss man beginnen.
Aus nichts wird nichts.
Es braucht immer einen Keim.
Ist dir das grade eingefallen?
Ich glaube, deine Seele...
...ist wunderschön.
Nimm deine Hand weg, oder ich schreie.
Ich lasse sie nur auf deiner liegen, so.
(ruhige Musik)
Darf ich?
Das ist nicht meine Hand.
Ich weiß.
(ruhige Musik)
(treibende Musik)
(treibende Musik)
Hoheit.
Maximilian von Österreich bittet Euch, das zu lesen.
Wer ist er? - Das steht im Brief.
"Maria, durchlauchtigste Herzogin von Burgund."
"Unsere Feinde trachten danach, uns zu vernichten."
"Ich bin Gefangener der Bürger von Köln."
"Daher sende ich Wolf von Polheim, meinen Kämmerer."
"Möge er der Funken sein, der unsere Hoffnungen belebt
und alle Ketten sprengt."
Hoheit.
Maximilian schickt mich, um euer Schicksal zu wenden.
Ihr kommt leider zu spät, Herr von Polheim. Wir reisen bald ab.
Wohin?
Nach Amiens, wo wir Charles treffen, den Dauphin von Frankreich.
Kann der Dauphin eine Frau heiraten, die schon einen Gatten hat?
Maximilian von Österreich hat verfügt,
dass der Bund der Ehe zwischen Euch und ihm noch heute geschlossen wird.
Noch heute? - Ja.
Und wo ist er?
In Köln.
Es ist sein erklärter Wille, dass ich ihn vertrete.
Per procurationem. - Wie bitte?
Als sein Stellvertreter, vor Gott und dem Gesetz.
Es ist möglich, Hoheit, vom Standpunkt der Jurisprudenz aus.
Aber es würde den Vertrag mit den Generalstaaten brechen.
Jan Coppenhole duldet das niemals.
Der Erzherzog wird Gent in seine Schranken weisen.
Mit seinem Heer.
Aber er hat doch kein Geld.
Leider. - Womit will er die Männer bezahlen?
Mit Eurem Geld.
Er braucht 100.000 Gulden.
Um seine Schulden zu begleichen und Euch zu retten.
Er will uns mit unserem Geld retten?
Mein Herr muss Söldner werden.
Keiner wird des Kaisers Sohn widerstehen,
der mit einer Streitmacht in Gent einzieht.
Dann ist es wahr?
Er ist nur auf unser Geld aus?
Geld ist der Atem des Krieges.
Er braucht 100.000.
Ja.
Wir akzeptieren auch einen Wechselbrief, zahlbar auf Sicht.
Gut.
Was?
Lieber kühn handeln, als auf Knien dulden.
Wenn es gelingt, ist er das Geld wert.
Falls Burgund untergeht und Frankreich gewinnt,
können sich die Kölner mit dem Wechselbrief die Ärsche auswischen.
Hohl Bischof de Clugny her!
Kommt!
(ruhige Musik)
Ihr seid das Salz der Erde,
ihr seid das Licht der Welt.
Amen.
(Maria und Wolf) Amen.
Willst du, Maximilian von Österreich,
vor Gott vertreten durch diesen Mann,
Maria, Herzogin von Burgund und Luxemburg, zu deiner Frau nehmen?
Ja.
Vor Gottes Angesicht nehm ich dich an als meine Frau.
Ich verspreche dir die Treue, bis der Tod uns scheidet.
Ich will dich lieben, achten und ehren, alle Tage meines Lebens.
Willst du, Maria von Burgund,
Maximilian von Österreich zu deinem Mann nehmen,
bis dass der Tod euch scheidet?
Ich will. Mit Gottes Gnade.
Möge das Licht Gottes für immer in euch strahlen.
Im Namen Maximilians von Österreich schwöre ich,
die Herzogin gegen ihre Feinde zu verteidigen.
Mein Schwert möge dies bezeugen.
Zwischen uns
soll nichts sein als reine Liebe.
Hiermit erkläre ich, Kardinal Ferry de Clugny, Bischof von Tournai,
euch zu Mann und Frau.
Im Namen Gottes und der Kirche bestätige ich den Ehebund,
den ihr geschlossen habt.
Möge...
(Schritte)
Der Dauphin ist bereits zur Landesgrenze unterwegs.
Um dort seine Braut zu empfangen.
Ich schlage vor, wir alle bezeugen,
dass diese Farce nie stattgefunden hat.
Ihr werdet vor einem Gericht der Generalstaaten
unsere Fragen beantworten.
Ihr seid Stellvertreter Eures Herren.
Ihr werdet für ihn vor das Blutgericht treten müssen.
Gebt mir Euer Schwert.
(erschrockene Laute)
(schmerzerfülltes Stöhnen)
(unruhige Musik)
(Stöhnen) Verschwindet!
Ihr alle!
Ihr alle!
Geht!
(angestrengtes Atmen)
(spannende Musik)
(Stöhnen, Keuchen)
Bring ihn weg von hier! Bevor sie mit Verstärkung kommen!
Komm!
Wenn er nur der Stellvertreter ist, freuen wir uns schon auf Maximilian.
Du warst sehr mutig.
Das war er.
Ich hab empfunden wie er, verstehst du?
Du zitterst!
Ja, das bin ich selbst.
Vor dem Tor sind zwei Pferde zum Wechseln.
Du musst Tag und Nacht durchreiten, sonst war alles umsonst!
Die Reise mit dir...
Das war das Schönste, was mir je widerfahren ist.
(sanfte Musik)
Maximilian lebt.
Er hat Maria von Burgund geheiratet, per procuram.
Er hat es also geschafft, er ist Frankreich zuvorgekommen.
Das kann die Wende sein.
Schreib Herrn Fugger,
dass er wieder hinreisen soll und mit ihm reden.
Maximilian muss uns Geld schicken.
Rasch! Für unseren Krieg.
Und wenn er andere Pläne hat, Majestät?
Eigene?
Warum sollte er eigene Pläne haben?
Weil er jetzt Herzog von Burgund ist.
Und der zukünftige Kaiser.
(ruhige Musik)
(Schluchzen)
(düstere Musik)
(angestrengte Laute)
(Knarzen, angestrengte Laute)
(schmerzerfüllter Schrei)
De Commynes, willkommen zu Hause.
Hattet ihr einen guten Ritt? (Gelächter)
Unser Sohn wurde zum Gespött gemacht.
Nur weil du sie nicht hergebracht hast,
diese Hure aus Burgund.
Ich bitte um Gnade, Majestät.
Ich bitte um Gnade!
Eure feinen Methoden sind auch nicht das Wahre.
Jetzt können wir nur hoffen, dass wenigstens die Bürger von Gent
gehorchen und ihr Schicksal in die Hand nehmen.
(dunkle Musik)
(Wiehern)
(getragene Musik)
(ruhige Musik)
(getragene Musik)
Seid gegrüßt, meine Gemahlin.
Ich grüße Euch, mein Gemahl.
Wir sind froh, dass Ihr wohlbehalten angekommen seid.
Das sind wir auch.
Ihr seid noch schöner, als wir es erträumt hatten.
Wir hoffen, Euer Urteil wird nicht von unserem Reichtum beeinflusst.
Man muss sich aus dem Gefängnis der Geschäfte und Politik befreien.
Und vor allem wahr.
Wir werden eure Ankunft feiern.
Ich hab für morgen ein Festmahl angesetzt.
Und wer wird neben Euch sitzen?
Schon wieder mein guter Polheim, per procurationem?
Nein. Diesmal Ihr selbst.
Mein Gemahl.
(heroische Musik)
(heroische Musik)
(Die Musik verklingt.)
(langsame Schritte)
(ruhige Musik)
Normalerweise bleibt der Mann dort, wo er her ist,
und die Frau verlässt ihr Elternhaus.
Oder er kommt zu ihr und nimmt sie mit in seine Heimat.
Nur ein Märchen ist das.
Das stimmt.
Ich fürchte auch.
Ich kann Euch nicht mal eine Mitgift bieten.
Denkt Ihr dabei an Hausrat und Bettwäsche?
Sogar meine Kleidung ist geborgt.
Wir finden sicher etwas für Euch.
Ihr seid in der Hauptstadt des Tuchhandels.
Ihr seid sehr großzügig.
Nein.
Ihr werdet natürlich alles abarbeiten.
Und wie?
Wir werden sehen.
Jetzt ruht Euch erst mal aus.
Morgen führe ich Euch in Eure Pflichten ein.
Es wird nicht einfach sein.
Ja.
Frankreich wird nicht tatenlos zusehen.
Ich meinte eigentlich...
...für uns.
Man sagt, dass die Seele es fühlt,
wenn sie der für sie bestimmten begegnet.
Und was fühlt Ihr?
Ich weiß nicht.
Und Ihr?
Es ist mein Kopf, der mich hierherbrachte.
Und Eurer, der mich erwählte.
Als das kleinste Übel.
Ja.
Wir sollte das Denken sein lassen.
Und auf unsere Herzen hören.
Und wenn da nichts ist?
Glaubt Ihr das?
Nein.
(entferntes Wiehern)
(Schnauben)
Bist du derjenige?
(Schnauben des Pferdes)
(unruhige Geräusche des Pferdes)
Sei vorsichtig damit.
Eh sie entdecken, was ihn tötete, bist du ihn Frankreich.
Als reicher Mann.
Ist er morgen noch am Leben, wird er erfahren, wer du bist.
Bringt das Kleid zu mir, ich komme gleich nach.
Hast du dich verlaufen?
Ich habe Maximilians Rüstung in die Waffenkammer gebracht und...
...jetzt gehe ich zu Bett.
Willst du mich begleiten?
Das geht nicht.
Dann gib mir wenigstens einen Kuss. - Hör auf!
Hier haben die Wände Augen und Ohren.
Du weißt, wo meine Kammer ist, deine find ich nie.
Komm zu mir.
Ich kann nicht.
Bitte.
Ich bin verheiratet.
Mein Mann kann jeden Moment hier eintreffen, ich...
(ruhige Musik)
(spannungsvolle Musik)
(düstere Musik)
(spannungsvolle Musik)
(dramatische Musik)
(Atmen)
Sie haben schon einmal versucht, mich zu töten.
Und sie werden nicht aufhören.
Was sollen wir tun?
Uns wehren.
Und wie?
Ich werde gegen König Ludwig in den Krieg ziehen.
Meine Ritter sind gefallen - oder geflohen.
Dann stellen wir ein neues Heer auf.
Bis zum Äußersten also? Ein Krieg?
Ich kann es schaffen.
Mit Eurer Hilfe.
(dunkle Musik)
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