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Mama, es ist zehn. Solltest du nicht um zehn los?
Chic!
- Ich habe Schiss. - Das wird schon.
Es wird alles gut. Es gibt keinen Grund zur Angst.
Es ist deine Welt und du bist die Beste. Okay?
- 60 Sitzplätze, das ist viel. - Ja, aber es wird gut.
Sie transplantieren Herzen, Hände, Lungen,
setzen Metallteile und Batterien ein, aber gegen Wallungen
gibt's nichts. Ich werde noch wahnsinnig!
Ich denke oft an Oma. Weißt du, was sie sagte, als ich die erste Regel bekam?
"Jetzt bist du eine Frau." Idiotisch. Wieso sagte sie das?
Jetzt hat die Regel aufgehört. Was bin ich nun?
Das hast du mir damals auch gesagt.
- Nein. - Doch.
Bis heute Abend, Liebes.
Sind alle da? Bereit für die ersten Kunden, Mädels?
Lasst euch anschauen.
Das ist gut. Im Ernst.
Ja, richtig gut.
Könntest du... Damit man die Gesamtwirkung sieht.
Hübsch. Nein, es... Das wird toll.
Gut. Können wir?
Cindy, die Terrasse.
Charline, die Tische 1 bis 8, Laurie, 9 bis 16.
Und unser Profi Samantha, die Bar.
Ich heiße Aurora, nicht Samantha. Warum die Bar?
Im Lido haben alle Künstlernamen. Und wir sind das Lido der Speisen.
Und Samantha, das lässt träumen.
Warum die Bar? Ich bin es gewohnt...
Samantha, Farid hat mir das Lokal verkauft. Was jetzt hier abgeht, ist,
du steigst von der Biene zur Bienenkönigin auf, ja?
Und all die kleinen Bienen da
sammeln für dich Blütenstaub, ohne dass du den Arsch bewegen musst, ja?
Du hast das Kommando. Okay?
Ab mit mir in die "Kitchen". Go, go, go, Mädels!
Ärgere dich nicht, ich heiße eigentlich Marie-Odile. Er macht das mit allen.
Entschuldige.
Samantha.
- Was? - Samantha. Ehrlich.
Dasselbe mit den Neuen.
Das sind lauter Kinder.
- Lass dir das nicht gefallen. - Ich habe keine Wahl.
Doch, klar. Man hat immer die Wahl. Was heißt das?
Echt! Samantha!
- Vielen Dank. - Danke.
Also dann. Prost.
Zum Wohl, Monsieur.
Zum Wohl.
Der hat angebissen.
Schau ihn an. 20 Jahre älter als sie.
Verrückt.
Was tust du hier? Bist du nicht bei den Kindern?
Was denn?
Ach so. Entschuldigung. Ich glaub's ja nicht.
Das tust du mir nicht an, oder?
Die Sitzungen in Paris, war sie das? Seit wann denn schon?
- Wer sind Sie? - Wer ich bin?
Du willst wissen, wer ich bin? Soll das ein Witz sein?
Frag doch Monsieur Doppelleben!
Da, siehst du deinen Ring?
Ruf nie wieder an. Nie wieder! Aurora, wir gehen.
Komm, wir gehen.
Lauf mir bloß nicht hinterher!
Hast du das gesehen?
- Wer war das? - Was?
- Wer ist das? - Keine Ahnung, aber es tut gut!
Du spinnst!
Das Übliche, ja? Es gefällt dir, du willst es, du hast es eilig.
Ich muss diese Woche verkaufen. Die Wände sind total dünn und
die Nachbarn sind verreist.
Ich könnte eine Dingsspritze brauchen. Hier, zwischen den Augen.
Nicht zu viel, nicht so. Nur ein wenig.
Gib dein Bestes!
Dein Bestes!
Hallo. Willkommen, treten Sie ein.
Ich mag diese Wohnung sehr.
Ja, sie ist genau das, was ich brauche.
Es ist genau...
Ich musste eine Gruppenführung machen, es ging nicht anders.
- Aurora, bist du das? - Nein... Ja.
Na, so was!
Ihr kennt einander?
Mano - Totoche.
- Hallo. Christophe Tochard. - Freut mich.
Léa, meine Nichte.
Béberts Tochter.
Du bist die Tochter von Bébert?
Was sind das für doofe Namen?
- Unsere Spitznamen vor 25 Jahren. - 25 Jahre!
- Sie suchen auch eine Wohnung? - Nein, nein.
Ich soll nur...
Aber sie ist toll.
- Geht's dir gut? - Ja.
Ich zeige Ihnen die Küche. Das Schlafzimmer.
Ich bin Ultraschall-Spezialist an der Klinik Marguerites.
Bist du noch mit Nanar zusammen?
Nein, wir sind geschieden, ich...
Aber mir geht's gut.
- Ich bin Kellnerin. - Du hast mit Spanisch aufgehört?
Ja. Du kennst das ja. Das Leben...
Nichts für mich.
Tschüss. Hat mich gefreut.
Ja, mich auch.
- Tschüss Mano. - Tschüss Totoche.
Wer war das?
Das war Totoche.
- Totoche? - Christophe Tochard.
Mein Freund, als ich 18 war. Wir waren wahnsinnig verliebt.
Nach dem Militärdienst ging er ein Jahr nach Deutschland.
- Trennung für ein Jahr. - Noch vor Nanar?
Direkt vor ihm. Er war sein bester Freund.
Na toll. Gut gemacht!
So spät schon?
- Einen Calvados? - Ja.
Es hat sich vieles geändert.
Alles klar, Marina? Was tust du hier?
- Willst du einen Kaffee? - Nein, danke.
- Gefällt's dir, wie es aussieht? - Super, ja.
- Ich muss dir was sagen, Mama. - Jetzt?
Ich bin schwanger.
Schon?
Schon? Mathieu und ich sind schon ewig zusammen.
- Ist doch super, oder? - Ja, ja, aber...
Das muss ich erst verdauen.
- Du wirst Großmutter? - Sie bekam mich sehr jung.
Du solltest nicht meine Fehler nachmachen.
Bitte?
Sag das noch mal. Bin ich etwa der Fehler?
Ich rede mit Ihnen, Samantha.
Ich heiße Aurora. Auf Samantha höre ich nicht.
Marina, ich bin's.
Hör zu, es tut mir leid.
Ich habe was Falsches gesagt.
Ich bin im Moment ziemlich durcheinander.
Es tut mir leid.
Wunderbar, dass du schwanger bist.
Und du warst kein Fehler. Und wenn, dann der schönste meines Lebens.
Ich bin's.
Ich bin's!
Alles okay?
- Hallo, Madame. - Hallo, Timothée.
- Sag ruhig Aurora zu mir. - Entschuldigung, Aurora.
Der Job und alles... Cool?
Ja, supercool.
Und mit der Musik?
Es läuft gut. Cool, glaube ich.
Nein, schon gut.
Dann werde ich... Ich komme wieder.
- Hast du mit Marina geredet? - Ja.
- Und? - Das wird schon, glaube ich.
- Aber es wird nicht einfach. - Was meinst du?
Die Arbeit.
Gute Nacht, Mama.
Ihnen geht's wie meiner Mutter.
- Warte, ich höre dich nicht. - Meine Mutter leidet auch Höllenqualen.
Gute Nacht.
Ich verstehe nicht, was gerade mit mir passiert.
Das ist ganz einfach. Meist beschleunigt sich
nach dem 40. Geburtstag die Degeneration der Primordialfollikel,
bis keine mehr da sind.
Wenn der Bestand an Oozyten aufgebraucht ist, spricht man von Menopause.
Ach so, man hat einen Bestand an... an Oozyten?
Einen Bestand? Das wusste ich nicht.
Und der leert sich urplötzlich?
Nein, das passiert in Etappen. Es gibt die Prä- und die Perimenopause.
Der Zyklus wird unregelmäßig,
genannt Spaniomenorrhoe,
und es beginnt die Perimenopause. Die endet ein Jahr nach der letzten Blutung.
Muss man ein Jahr warten
oder bin ich jetzt sicher in der Spazio... in der Spa... Wie heißt das?
Sagen Sie, was nicht klar ist.
Es ist alles klar, nur...
Und die Wallungen? Woher kommen die?
Während die Eierstöcke inaktiver werden,
besteht häufig eine Unterversorgung an Progesteron,
und das führt zu Wallungen.
Manchmal fühlt man sich auch aufgedunsen,
die Brüste schmerzen, die Stimmung schwankt, man ist verstopft...
Super. Dann habe ich ja direkt Glück.
Gibt's keine Lösung?
Gegen die Wallungen kann man nichts tun?
Ich verschreibe Hormone, aber das ist bei Ihnen nicht angezeigt.
- Also Soja. - Nein, Soja funktioniert nicht.
Dann tragen Sie's mit Fassung.
Ist man erst über 30, geht's bergab.
Unaufhaltsam.
Das müssen Sie akzeptieren.
Die funktioniert nicht.
- Da, Schatz. - Danke.
- Bitte. - Danke.
- Wie geht's meinem süßen Enkel? - Mama!
- Ich hoffe, es wird ein Mädchen. - Das würde mich freuen!
Aurora, setzen Sie sich. Fühlen Sie sich wie zuhause.
Ich habe gelbe Schühchen gesehen.
Ich liebe Gelb, das passt für Mädchen und für Jungen.
- Süß. - Nicht wahr?
Wirklich.
Ich überstürze wieder mal alles. Aber es macht Spaß!
So süß.
Wir könnten zusammen einkaufen gehen.
Die sind zu jung, die wissen ja nicht, was gut ist. Ist doch lieb, die Omas
kaufen Bettchen, Wagen, Wickeltisch... - Dafür ist noch genug Zeit.
Ich wollte dir... Ihnen...
Wir könnten uns doch duzen, wir gehören jetzt zur selben Familie.
Aurora, was hältst du von der Geburtshilfe in der Klinik Süd?
Genau. Ich weiß nicht, aber ich habe gehört,
die beste sei in der Klinik Marguerites.
- Die ist etwas weit weg. - Wir müssen sofort anrufen.
- Ich kann das machen. - Ja.
- Ich rufe an. - Danke.
- Nebenan? - Ja.
Da muss man nämlich frühzeitig anrufen.
9 Zentimeter.
- Wunderbar. - Ist das normal?
Die Arme... Sehen Sie hier das Ärmchen?
Der Kopf. Mal schauen, ob wir den besser kriegen.
Da, sehen Sie?
Wunderbares griechisches Profil.
Ich sagte mir, wir kommen zu dir, nicht zu einem Unbekannten.
Gut gemacht.
Mein Ring hat sich im Pulli verfangen.
Warte! So ein blöder Pulli.
- Dann sind Sie Nanars Tochter? - Ja.
Wir bekamen sie früh. Ich habe noch eine Tochter.
Dieser Nanar!
Also... Gut...
- Hören Sie das Herz? - So schnell? Ist das normal?
Völlig normal. Es ist alles in bester Ordnung.
Völlig gesund.
Ein wunderbares Baby. Da kann man nichts sagen.
Wir sehen uns in drei Monaten. Sie können das abwischen.
Wollen wir irgendwann mal essen gehen?
Wir könnten uns mal mittags treffen.
- Geht's dir am Donnerstag? - Nein, da arbeite ich.
Am Montag oder am Dienstag?
- Gut, Lunch am Montag. - Lunch?
Holst du mich so gegen halb eins ab?
Okay.
Bis Montag.
Mama!
Das ist Totoche. Also Christophe.
Wir sind uns neulich ganz zufällig begegnet.
Er war meine erste Liebe. Unmittelbar vor deinem Vater.
Echt?
Wir waren nicht lange zusammen. Wir waren ja noch jung.
- Aber es war intensiv. - Verstehe.
Mein Baby ist dir egal. Du wolltest nur den Typen wiedersehen.
- Hör auf, das ist lächerlich. - Ich bin lächerlich?
- Was hast du denn? - Was ich habe? Ich bin schwanger!
Das ist dir offenbar nicht klar.
Ich erwarte ein Kind. Das Schönste, was mir in meinem Scheißleben passiert ist.
Scheißleben? Nein!
Doch. Ich bin Verkäuferin. Das ist ja wohl kein Großerfolg.
Ich habe nicht studiert, habe keinen Ehrgeiz,
deinen Schokokuchen kriege ich auch nicht hin.
Weil du das Eiweiß nicht steif genug schlägst. Ich sag's dir jedes Mal.
Abgesehen davon liebst du deinen Laden, deine Chefin ist super, sagst du.
Du spielst Akkordeon, du bist eine tolle Frau!
Und studieren war nicht dein Ding.
Ich hätte es geschafft, wenn ihr mir geholfen hättet.
Aber niemand war zuhause!
Wir haben gearbeitet! Wir hatten keine Zeit. Und dann war ich allein, verdammt!
Ich weiß, entschuldige. Weine nicht.
- Es liegt an der verdammten Menopause. - So schlimm?
- Ich bin ständig müde. - Ich auch.
Und ich weine ständig.
Aber ich freue mich über dein Baby.
Wirklich?
Guten Tag.
- Sie kommen zu spät. - Tut mir leid. Das kommt sonst nie vor.
Die Zeit reicht nicht zum Essen.
Kein Problem.
Samantha, ich rede mit Ihnen.
Ich hatte schon Mühe mit Samantha, wenn Sie jetzt mit Sam anfangen...
Sie haben das Wasser in den falschen Kühlschrank geräumt.
Es gehört jetzt ans Ende der Bar.
Warum? Hier steht es gut.
Es war immer hier, das ist praktischer. Wir haben unsere Automatismen.
So sind wir schnell.
Wir haben eine neue Organisation.
Da entscheide immer noch ich.
- Warum etwas ändern, das läuft? - Weil es so ist.
Das ist total blöd.
Bitte? Was ist blöd, Samantha? Ich verstehe nicht.
Das ist total blöd.
Und ich heiße Aurora, nicht Samantha. Und das Wasser stand immer da.
Die Dinge ändern sich. Man muss sich anpassen. Mit dem Move gehen.
Schaffen Sie das, Samantha?
Süße! Das gibt's ja nicht!
Hübsch siehst du aus!
- Warst du in der Gegend? - Ja.
Drecksack!
Hol deine Sachen! Es ist aus!
- Was soll das, Samantha? - Er gehört Ihnen.
Aber passen Sie auf, er bringt ständig Krankheiten heim.
Was? Was zum Teufel...?
- Wer ist das? - Niemand.
Oh, nein, nein, nein...
So. Ich gehe.
Was mache ich denn jetzt?
Keine Frage zur Arbeit?
Doch.
Wie läuft's bei der Arbeit?
Ich habe gekündigt.
Ich freu mich so. Dieser Arsch ist so ein Arsch.
Ich finde schon wieder Arbeit.
Findet Lucie uns hier? Wo hast du mit ihr abgemacht?
Kein Mensch ruft zurück.
Das mit dem Kühlschrank... Es ging nicht mehr.
Und Marina ist so sensibel.
Wir waren bei Christophe wegen dem Baby, 2 Fliegen mit einer Klappe.
Sie weinte wegen den Hausaufgaben,
aber das war nie mein Ding.
Moment, von was für einem Baby redest du da?
Marinas.
- Bitte? - Deswegen waren wir bei Christophe.
Marina ist schwanger?
- Ja. Sagte ich das nicht? - Nein.
- Freut sie sich? - Ja.
- Das ist doch schön. - Ja.
- Du wirst Großmutter. - Ja.
- Ich dachte, ich hätte es dir gesagt. - Du hast es vergessen.
- Oma! - Lass das.
- Da ist Lucie. - Hallo!
Hey! Ficken?
Sehe ich aus wie eine Nutte? Deine Kohle reicht nicht für mich.
Fick dich!
Was? Bist du so hässlich geboren?
Fettarsch!
- Bitte? - Wer hat hier einen fetten Arsch?
Was für ein Arsch!
Sag das noch mal! Sag's mir ins Gesicht, wenn du genug Eier hast.
- Schau dir Mano an! - Ja, lauf nur! Du Feigling!
Schön, dass du gekommen bist und wir das gemeinsam erledigen.
Schau, ich kaufe die Babyrassel.
Ja, klar. Der Fiebermesser... unverzichtbar!
Genial! Ich hab ihn.
Überlegen wir, wie es uns nennt.
Es kann uns nicht beide gleich nennen. Ich dachte an Nana.
- Chic nicht? Und du? - Oma, wenn schon.
- Ich stehe zur Verfügung. Sie wünschen? - Hallo.
- Hallo. Also wir... - Schläft es, sitzt es, steht es?
Ein Neugeborenes.
- Also, sehr hoher Sicherheitsstandard. - Sehr gut.
- Gepolsterter Bauchgurt. - Bauchgurt...
- Verstärkte Seite. - Gut.
Ein Fensterchen. Kuckuck, Baby.
- Kuckuck! - Gut! Das ist praktisch.
- Halten Sie es? - O ja!
- Komm zu Nana! - Brav sein, ja?
Der ist mit System Stop & Go.
Achtung.
- Go. - Grün.
Los, Baby!
Eine kleine Runde.
Oh, wir sind im Wald. Oh, es ist kühl hier.
- Gut so. - Den nehmen wir.
- Haben Sie auch Bettchen? - Sicher.
Was ist das?
Oh, das sind die Geräusche, die das Kind in der Gebärmutter hört.
- Das beruhigt sie. - Wunderbar.
Hören Sie.
- Beruhigend, nicht? - Eine Gebärmutter halt.
Genau.
Ich zeige Ihnen Bettchen mit Alarm und solche, die vibrieren. Die sind gut.
Geht's?
- Entschuldige. - Mein Fehler. Macht nichts.
Hör mal...
Ich habe nur gerade Zeit für einen Kaffee.
Und ich musste näher zu Mutter ziehen.
- Wie geht es ihr? - Nicht schlecht.
Sie wird älter. Wie wir auch.
Es steht dir.
Dir auch.
Ich muss wieder. Wann kommst du wieder mit deiner Tochter?
- Wir können uns ja auch sonst treffen. - Ja, natürlich.
Setzt du's auf die Rechnung? Danke.
Sie sagten, Sie hätten gekündigt, oder?
Ja. Es ist so, dass mein alter Chef pensioniert wurde.
Und der neue hat nur das Küchenpersonal behalten.
Und mich.
Aber ich glaube, er konnte mich nicht entlassen.
Jedenfalls ging es nicht gut.
Ich brauche Arbeit. Ich habe immer gearbeitet.
Was haben Sie vorher gemacht?
Ich arbeitete für meinen Mann.
Ich war zuständig fürs Büro und habe die Buchhaltung gemacht.
Er macht Renovationen. Ich kümmerte mich um den Papierkram. Rechnungen...
Ist ja klar!
Der Herr macht sich's bequem, wir tippen die Rechnungen.
All der Dreck für den Arsch! Kinder, Haushalt, alles.
Und dann, mit fünfzig, kriegt man einen Tritt.
Haben Sie Papiere, Belege?
Nein, ich habe ja für meinen Mann gearbeitet.
Schwarz.
Gut, wir stellen ein Dossier zusammen.
Sie fassen wieder Fuß. Wir lassen uns nicht unterkriegen.
Und Ihr Name ist super.
Aurora Tabort.
Das klingt gut.
Tabort ist der Name meines Mannes. Ich heiße Plou. Aurora Plou.
P-L-O-U. Plou.
Weg mit dem Messer!
Mit Messern spielt man nicht!
Echt!
Ich höre dir zu.
Spielt in eurem Zimmer, bitte. Wir haben ein Erwachsenengespräch.
Seltsam, dass du nur Töchter hast.
Clém will einen Jungen. So leicht gibt sie nicht auf.
Scheiße.
Spinnst du?
Schluss jetzt mit Messern. Geht in euer Zimmer.
Bitte. Merle!
Sie hat mich erschreckt.
So geht es den ganzen Tag.
Du kannst also nichts machen?
Wir können nicht Lohnausweise von vor 20 Jahren fälschen.
- Wir haben Mist gebaut. - Du hast Mist gebaut.
Gut, ich habe Mist gebaut. Und was jetzt?
Ich helfe dir. Das wird schon.
Was? Ehrlich.
- Ah ja, wir sollten uns scheiden lassen. - Ja, klar.
Clém will heiraten. Ich sagte nie, dass wir verheiratet sind.
Ich wusste nicht, dass das so auf dich wirkt.
Nein!
Die Menop...
Ist ja gut! Na hör mal!
- Triffst du dich wieder mit Totoche? - Christophe? Ein wenig.
Ah ja.
Hast du den roten Pulli noch?
Welchen?
- Den ich zu Janines Hochzeit trug? - Ja.
Nein, der ist hin. Von Motten zerfressen.
- Das geht gar nicht. - Warum nicht?
Es ist zu dunkel, Maman. Das geht nicht.
- Nicht? - Nein.
Und so?
- Das ist er. - Was schreibt er?
- "20 Uhr". Immer später. - Super.
D.h. ihr geht essen, er will den Abend mit dir verbringen.
- Meinst du? - Ja.
- Der Rock bleibt, aber ein anderes Top. - Okay.
Nicht diesen Pulli, Mama.
Nicht gut.
Das ist gut.
Das mit der Schulter ist gut. Super.
Was ist das?
Eine alte Hose. Total out.
Überhaupt nicht. Total Vintage. Gefällt mir.
Es gibt ein Foto, auf dem ich sie trage, als Marina noch ein Baby war.
So hübsch.
Toll. Die gefällt mir.
Ich hatte sie ständig an.
Gefällt mir sehr.
Ein komisches Gefühl.
Süß, dein Hintern in Leder. Verzeihung, Madame.
- Machen die das jeden Abend? - Ich glaube schon.
Es sind singende Kellner. Witzig, nicht?
- Danke. - Bravo. Wunderbar.
- Du spielst also die Wohnungskäuferin? - So peinlich.
Nein, ich finde es lustig. Und wir haben uns wiedergesehen.
Ich dachte, ich sehe dich am Klassentreffen wieder.
- Hast du eine Einladung gekriegt? - Das ist nicht so mein Ding.
Du hast dich nicht verändert.
Du hast immer noch diese Art...
Erinnerst du dich, als...
- Das reicht jetzt mit den Erinnerungen. - Nein, das Beste fehlt noch.
Weißt du noch, als ich beim Militär war?
Ich erinnere mich.
Ja, ich auch.
Ein beschissenes Jahr.
Wache in der Nacht, es war kalt.
Ich überlegte mir, was ich dir auf die Kassette sprechen würde.
- Hast du die aufbewahrt? - Ja, natürlich.
Und dann sagte Bébert, du seist mit Nanar zusammen.
Ich wusste, es klemmt was, als du nicht mehr schriebst.
Warum sagtest du's mir nicht?
Ich schämte mich.
Ich war noch jung.
Ein Jahr ist lang in diesem Alter. Und ich fühlte mich einsam.
Es tut mir leid. Das war sicher schlimm für dich.
Sehr schlimm.
Und du?
Wann hast du...
Ich bin's!
- Und? - Wie war's?
Ganz gut.
Das sieht heiß aus! Du trägst ja Leder!
Plastik.
Sieht trotzdem heiß aus. Erzähl schon!
Ist er ledig? Gefällt er dir noch immer? Seht ihr euch wieder?
Ich will nicht darüber reden.
Hat er Kinder?
Nein. Er hatte "Geschichten".
Komisch, keine Kinder in seinem Alter. Hat er ein Problem?
Warum sagst du das, Lulu?
- Findest du, ich hätte ein Problem? - Das hab ich nicht gemeint.
- Hallo. - Guten Abend, Tim.
Gehst du schon?
Ich will früher da sein.
- Bist du bereit? - O ja, denen heize ich ein.
Hast du gegessen? Soll ich dir was aufwärmen?
- Ja. - Ja? Komm.
Entschuldigung.
"Soll ich dir was aufwärmen?" Will sie auch seine Hemden bügeln?
Furchtbar!
Toller Hintern!
- Hallo. - Hi. Funktioniert das?
Ja, bestens.
- Es fehlen nur Batterien. - Gut.
Kassetten hab ich auch.
- Nein, danke. Die war drin. - Ich schenke sie Ihnen.
Okay. Und haben Sie zufällig auch einen Kopfhörer dazu?
Ich weiß nicht, ob alle Kopfhörer passen.
Der da.
- Der funktioniert. - Ja?
Guten Tag.
Gut, wir fangen mit dem an,
weshalb wir hier sind. Das Vorstellungsgespräch.
Dazu schauen wir in einem Rollenspiel, was wichtig ist,
und wie sachdienlich eure Antworten sind.
Gut, dann wähle ich jemanden aus.
Madame, Sie.
Sie spielen die Arbeitssuchende, die sich dem neuen Arbeitgeber vorstellt.
Kommen Sie.
- Guten Tag, Monsieur. - Guten Tag, Madame.
- Wie ich Ihnen geschrieben habe... - Nein.
Sie kommen und öffnen die Tür.
- Welche Tür? - Bitte?
- Welche Tür? - Stellen Sie sich eine vor.
Und öffnen Sie sie.
Guten Tag. Wie ich Ihnen geschrieben habe...
Stellen Sie sich aufrecht hin. Es sieht aus, als wollten Sie etwas klauen.
Stellen Sie sich vor.
- Noch mal von vorn? - Ja.
Guten Tag. Also,
wie ich in meiner Bewerbung geschrieben habe...
- Ich arbeitete... - Wollen Sie da stehenbleiben?
- Da ist kein Stuhl. - Vielleicht eine Falle.
Wenn keiner da ist, fragen Sie, ob Sie einen holen dürfen.
Damit zeigen Sie Initiative.
- Darf ich? - Gern, Madame.
Guten Tag, Monsieur. Wie Sie aus meiner Bewerbung wissen,
arbeitete ich im Gastgewerbe.
- Darum denke ich... - O nein.
Denken ist nicht gefragt.
Der Arbeitgeber will nur wissen, wo Ihre Kompetenzen liegen.
Ob Sie pünktlich sind,
ob er Sie jederzeit anrufen kann, ob Sie einsatzbereit sind,
wenn's ein Problem gibt.
- Verstehen Sie? - Ja.
Gut, ich weiß nicht... Haben Sie besondere Fähigkeiten?
Irgendetwas, das Sie von allen anderen unterscheidet? Nicht.
Oder doch.
Ich kann auf der Stelle sagen, wie viele Buchstaben ein Wort hat.
Ach ja?
- Sensationell. - Zwölf.
Ach so?
Probieren wir's.
- Kündigung. - Neun.
- Posaune. - Sieben.
- Erfolg. - Sechs.
Arbeitslosigkeit?
16.
Vielen Dank, Madame.
- Bleibt der Stuhl da? - Ja.
- Soll ich die Tür schließen? - Nein.
- Hallo. - Ich bin's, Anne-Marie.
Moment.
Einen Moment, Anne-Marie.
Ich kann nicht...
Ich...
Ich rufe zurück.
Bringen Sie gern Paare auseinander?
Nein. Meine Freundin hat...
Sie hat die Nase voll von den Typen
mit jungen Frauen.
Ja, klar. Junge zu Jungen,
Alte zu Alten, Schwarze zu Schwarzen
und Weiße zu Weißen, oder?
Nein.
Als Wiedergutmachung schulden Sie mir einen Gefallen.
Geben Sie mir die Telefonnummer Ihrer Freundin?
Ich hab ihr das zurückzugeben.
Danke.
Mama,
was mache ich bloß? Er geht nach Barcelona. Ich verliere ihn!
Du bleibst hier, denk an dein Studium.
Zum Teufel mit dem Studium!
Du verstehst das nicht! Ich kriege Depressionen, wenn er geht.
- Da kann ich genau so gut mit. - Unsinn! Was redest du da?
Es wird alles gut gehen.
Viele Leute leben in einer Fernbeziehung.
- Bei uns ist es anders. - Das wird
mega romantisch. Ihr schreibt Briefe,
schickt einander Kassetten... - Was?
Wenn du jetzt abbrichst, bereust du's ein Leben lang.
- Meine Worte. - Ich habe mich entschieden.
- Geht's dir gut? - Ja.
Wir ziehen in die Wohnung über dem Geschäft neben seinen Eltern. Weniger Treppen.
Warum hast du nichts gesagt?
Oder angerufen?
Ich weiß nicht. Du hast auch nicht so oft angerufen.
Ich gehe jetzt.
- Ich gehe! Tschüss Lulu. - Ich rufe morgen an.
Na ja...
Tja...
Es ist... Ja... Angesichts...
Ich bin Kellnerin, nicht Putzfrau.
Sie haben nichts im Gastgewerbe?
Doch. Also nein... Ja,
aber... Nein.
Ich...
Wirklich...
Wir bemühen uns. Wir...
Jetzt gerade...
Ich meine...
Mir ist klar... Es belastet...
Aber...
Außerdem... Ich meine, es ist nicht...
Tja, und...
So ist es halt. Und sehen Sie, ich...
Nicht wahr? Auf jeden Fall...
Mit... Das muss man sich sagen.
Wir bleiben...
Eben, wie man so sagt.
Und...
Es ist... Sehen Sie...
Mir ist heiß.
- Ihnen nicht auch? - Im Moment nicht.
Ich schalte den ein.
- So was ist praktisch. - Ja, super.
- Es kommt so plötzlich. - Bei mir auch.
Im Moment gerade nicht, aber oft.
- Sieht man's mir an? - Nein, überhaupt nicht. Na ja...
Am hässlichsten ist der Augenblick, wenn man spürt...
Und gleich danach...
- Es tut gut, darüber zu reden. - Stimmt.
Gut. Zurück zu unserem Gespräch.
- Ich... Ich lasse Sie... - Ja, okay.
Und sehen Sie...
Es gibt kein... Tja. Das muss man akzeptieren.
- Was haben Sie vorher gemacht? - Bauingenieurin.
So ist das Leben. Etwas arbeiten muss man. Und Sie?
Gastgewerbe. Aber ich finde nichts mehr.
Was denn?
Ihr Weißen lernt Diskriminierung im Alter kennen.
Ihr könnt viel von uns lernen.
- Intersektionalität, schon mal gehört? - Was?
Das heißt, verschiedene Arten von Unterdrückung erkennen
und gemeinsam für Gleichheit kämpfen.
Es geht nicht darum herauszufinden, wer schlechter dran ist,
sondern darum, die Diskriminierung zu erkennen und zu bekämpfen,
und zwar gemeinsam.
Wenn du so denkst, kannst du dich mit mir verbünden.
Ich bin nicht Französin, aber unser Kampf ist derselbe.
Verstehst du?
Denn du, weiße, nicht mehr so junge Frau...
Oh, vielen Dank!
Es gibt Schlimmeres. Du könntest schwarz sein, behindert,
lesbisch und Muslimin.
Das wäre dann... khlet sagen wir dazu.
Dann steckst du echt in der Scheiße, Süße.
Entschuldige.
Ich bin so müde.
Es wird super.
Es wird dir gefallen.
- Vielleicht habe ich zu viel eingepackt. - Nein, das...
Eines Tages werde ich eh ausziehen.
Ich weiß. Ich weiß, Liebes.
Komm, reiß dich zusammen.
Hier sind wir.
- Hier? - Nein, hinten rum.
Ganz schön windig.
Komm rein.
Ich nehme dir das ab.
- Ist das ein Bild von Didier? - Ja.
Du hast auch eins, oder?
Nanar hat's behalten.
Ich hol's mir zurück.
- Hier? - Ja, komm rein.
Setz dich.
- Was magst du lieber? - Wir teilen.
Ich wollte nur sagen...
Seit neulich Abend...
Warte.
Ich muss dir sagen...
- Eben, ich auch. - Nein, lass mich ausreden, Aurora.
Ich will nicht leiden.
Dafür bin ich zu alt.
Dich zu sehen, ist zum Verrücktwerden.
Da kommen zu viele Erinnerungen hoch.
Ich schaffe das nicht.
Aber jetzt ist jetzt. Es ist nicht...
Bitte besteh nicht drauf.
Es tut mir leid.
Ich bin's!
Wer denn sonst, Alte?
Selbst gemacht?
Hast du...?
Das ist Tiefkühlkost.
Tolles Essen.
- Philippe will immer richtig essen. - Stimmt nicht.
Doch.
Warum sagst du das?
Gestern zum Beispiel.
Und vorgestern.
Aurora,
wie essen Sie?
Was heißt das?
Im Wohnzimmer?
- Am Tisch? - Nein.
Ganz einfach. Ich lebe allein...
Und woher kennen Sie Mano?
- Durch die Arbeit. - Ich auch.
- Sie hat mir die Haut gerettet. - Mir auch.
Keine Ahnung, was ich getan hätte.
Wie wär's mit einer Orgie?
Marie-Noëlle!
Das war ein Scherz!
- Alles okay, Hervé? - Entschuldigung.
Ich hab mich verschluckt.
Aurora, was machen Sie im Leben?
Aurora hat eine außergewöhnliche Begabung.
- Nein! - Doch.
- Bitte. - Welche denn?
Sie weiß, wie viele Buchstaben jedes Wort hat.
Probiert's mal.
- Täglich. - Sieben.
- Ehe. - Drei.
Superb.
"Superb" oder "super"?
Superb, wie Sie.
Sechs.
Wie machen Sie das?
- Was geht in Ihrem Kopf ab? - Keine Ahnung. Es war immer so.
Wahnsinn.
- Umzug. - Fünf.
- Treue? - Fünf.
- Begegnung. - Neun.
- Schweigen? - Neun.
Cunnilingus?
Elf.
- Sodomie? - Sieben.
Philippe!
So.
Genial.
Völlig nutzlos, aber genial.
29.
Aurora, alles okay?
Ja.
Wir müssen gehen.
- Tschüss. - Wiedersehen.
Hör zu...
Ich bringe dich nach Hause.
Möchtest du Musik?
- Stimmt was nicht? - Etwas schwindlig.
- Dir ist heiß. - Ja.
Ich kümmere mich um dich.
Verstehe. So weit ist es nicht bis zum Hafen.
Nein, überhaupt nicht. Es ist nicht abgelegen. Gar nicht.
Du strahlst ja.
- Du bist total schön. - Findest du?
Total.
- Was ist denn? - Ich hab's getan.
- Was? - Hier. Und hier auch ein wenig.
- Witzig, was? Man sieht nichts. - Nein.
Was nützt es dann?
Darum geht's ja.
Es wäre schlimm... Sie kommen zu früh.
- Gib her. - Ich nehme die.
Erwähne den Kamin.
Die Backsteine.
- Was denn? Alles okay? - Du kommst echt zu früh.
Sie gefällt mir sehr gut. Und dann der Kamin mit den Backsteinen...
- Früh? - Es kommen noch Kunden.
Nein, es ist kein Bürojob. Es ist etwas ganz anderes.
Ein Altersheim.
- Alte Leute? - Es ist kein gewöhnliches Altersheim.
Das müssen Sie sich ansehen.
Vertrauen Sie mir.
Wir wohnen zu fünft hier. Die Jüngste ist 62,
die Älteste 86.
Wir legen unsere Renten zusammen,
zwei kriegen wirklich sehr schöne Renten.
Die andern sind zu vergessen.
Aber wir teilen uns das Geld ein und können uns so Personal leisten, das uns hilft.
Und vor allem
sind wir hier nicht mehr allein.
Hier, der Tee.
Vorsicht, er ist ziemlich heiß.
Gut. Er ist doch nicht zu heiß?
Schon ein wenig.
Beginnen wir mit einer Probezeit, wenn alte Frauen Ihnen keine Angst machen.
Nein, alte Frauen machen mir keine Angst.
Aber ich habe Angst davor, alt zu sein.
Und arm. Und allein.
Meine Beste, das gibt's ja nicht.
Arm und allein, das kann man ändern.
Das Alter ist was anderes. Damit muss man sich abfinden.
Jedenfalls ging es mir noch nie so gut,
wie nachdem ich 70 geworden bin. Im Ernst.
Wir haben alle Schmerzen.
Dann komm halt ins Fitness. Ich habe dich da lange nicht gesehen.
Oh, da kommen sie ja.
Hallo die Damen.
Das ist Aurora.
Sie versucht's mit uns.
Was gibt's zu essen?
Wer kocht heute?
- Du. - Ich?
Wie war die Demo?
Super. Es waren viele Leute da.
Ich komme.
Sie ist lieb, aber mit der Zeit drehst du durch.
Nein, hier geht's mir viel besser.
Pech, wenn Matthieu schmollt.
- Den Ventilator nehme ich mit. - Ja.
Stört's dich nicht, mir dein Zimmer zu geben?
Nein. Es ist viel besser für dich.
- Geht's? - Ja, ja. Bestens.
Viel besser.
Riech mal.
Riecht gut, was?
So gut.
Jede Frau hat von Geburt an einen Bestand an Oozyten.
Ja, eine Art Vorrat.
Und wenn der Bestand aufgebraucht ist, beginnt das Chaos.
Östrogen...
Spatio...
Spaminomenorrhoe, glaube ich.
Tja, also...
"Wechseljahre" nannte man das früher. Stell dir vor!
Wechseljahre.
Wechseljahre!
Hervé...
Weißt du...
Ich glaube...
Also...
Ich liebe deine Haut.
- Du bist so schön. - Ja, aber weißt du...
Ich muss los, ich muss Wäsche rausnehmen.
Wie du willst. Wie es dir gefällt.
Morgen können wir uns leider nicht sehen.
Kein Problem. Ich wollte dir sagen...
Ich besuche meinen Vater im Krankenhaus.
Es ist ziemlich hart.
Wenn wir zusammen sind, dann tut mir das wahnsinnig gut.
Du ahnst nicht, wie sehr es mir hilft.
- Echt? - Ja.
Klassentreffen
Irène?
Aurora!
Irène Daillon! Ich wusste nicht, dass du kommen würdest.
Wo warst du denn?
In den USA. Ich kam kürzlich zurück und wohne bei meinem Bruder.
- Du hast dich überhaupt nicht verändert. - Hör auf zu lügen.
Ich ging durch die Hölle. Die Scheidung hat mich ruiniert.
Der Arsch nahm mir das letzte Hemd!
Dann bekam ich Krebs. Das ist vorbei.
Dann starb meine Mutter.
Plötzlich erbte ich, jetzt muss ich nicht mehr arbeiten. So toll!
Ich habe drei wunderbare Kinder. Und du?
Super. Ich habe zwei erwachsene Töchter und werde bald Großmutter.
Toll! Hast du ein Glück.
- Hallo, Opa. - Hör auf damit. Alles okay bei dir?
- Marina? - Bestens.
Aurora!
Marc!
- Wie geht's dir? - Super.
- Nanar! - Du hast dich gar nicht verändert.
Wir auch nicht.
7 und 4 Jahre alt.
Oh, dann sind sie älter als meine.
Sie sind noch klein.
Aurora?
Jean-Luc Jaguet!
Wahnsinn.
- Wie geht's dir? - Gut.
- Immer noch so schön. - Oh, danke.
Totoche!
Der gute alte Totoche. Absolut unverändert.
Ihr seid also noch immer zusammen.
Eigentlich überrascht es mich nicht. Habt ihr Kinder?
Ich hab ein Fettnäpfchen erwischt.
- Ihr habt ein krankes Kind? - Nein.
Wir sind kein Paar. Wir sind uns neulich erst begegnet.
Zum ersten Mal seit 25 Jahren.
Ich bin... war mit Nanar verheiratet.
- Nein! - Doch.
Und wir werden Großeltern.
- Nanar und du? Nein! - Doch, glaub mir.
Ja.
Freut mich, dich zu sehen.
Mich auch.
Alles okay? Du bist ja ganz allein.
Ziemlich deprimierend, was?
Ja. Marc Grandière...
Es kam mir alles wieder in den Sinn. Marc der Trampel.
Ich kann nicht mehr.
Er hat Fotos seiner Kinder gezeigt.
Ein Foto von seinen Kindern, zwei,
drei... 1000!
Und jetzt zeigt er sein Motorrad rum. Mir reicht's.
Ich trinke aus, dann gehe ich.
Alles okay?
War's nett beim Klassentreffen?
Du kommst spät zurück.
- Hab ich dich geweckt? - Matthieu ist gerade gegangen.
Lief's gut?
Gut. Streit muss man beenden.
Hat Lucie angerufen?
Ja. Sie hat mega viel Spaß.
Wer war der Mann gestern?
Hervé.
Dein Lover?
Sag bloß!
Was ist mit dem Doktor? Ist nichts draus geworden?
Ist dieser Hervé lieb?
Ja, er ist lieb.
Er ist sehr... sehr...
sehr lieb.
Ich war lange nicht mehr mit einem Mann zusammen.
Ich hatte nicht erwartet...
Ich finde das komisch.
- Ich sage doch nur... - Nein! Entschuldige.
- Sag nichts. - Dann nicht.
Nein.
- Ich meine nur... - Nein, ich will es nicht wissen.
"Welches sind die Folgen nichterneuerbarer Energien auf die Umwelt?"
Im Treppenhaus hingen
alte kitschige Bilder mit dem Titel "Die Lebensphasen".
Die Bilder stammen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Sie zeigen die Beziehungen der Geschlechter
in der westlichen Gesellschaft.
Diese Phasen werden in einer Pyramide dargestellt.
Es fällt auf, dass der Mann immer allein ist.
Außer im Alter von 20 und 30 Jahren.
Glücklich und triumphierend
schaut er da auf seine Frau und Kinder. Wenn er dann 50 ist,
zeigt man ihn uns mit offenen Armen. Es heißt, mit 50
gehörten ihm Vergangenheit und Zukunft.
Ihm steht alles offen. Die Zeit arbeitet für ihn.
Ihm gehören Vergangenheit und Zukunft. Er ist erfolgreich.
Dann allerdings fängt der Verfall an,
aber langsam, er ist allein, ruhig.
Und er stirbt frei von Angst.
Frei von Angst. Steht auf der Bildunterschrift.
Betrachten Sie jetzt die junge Frau.
Mit 10 Jahren ist sie allein. Nur dann.
Danach steht immer ein Mann neben ihr.
Mit 30 erlebt sie ihr Glück in der Mutterschaft.
Nicht in der Ehe.
Aber dann, mit 50 Jahren, Stillstand.
Aber was bleibt stehen?
Womit hört sie auf?
Das war jahrelang ein Rätsel für mich.
Womit hört sie auf?
Ich konnte ja nicht wissen,
dass die Menstruation aufhörte, die Menopause anfing,
dass sie nicht mehr begehrenswert war, nicht mehr fortpflanzungsfähig,
dass sie sexuell nicht mehr brauchbar war,
folglich kein Leben mehr hervorbringen konnte.
Dadurch hatte sie auf einmal keine Daseinsberechtigung mehr.
- Es gab sie nicht mehr. - Verdammt.
Danach sah man sie, immer gestützt von einem jungen Mann,
zum Grab hinuntersteigen.
Und dann starb sie, aber nicht frei von Angst wie der Mann,
sondern ganz ohne Mut.
Mutlos.
Was tust du hier?
- Ist alles in Ordnung? - Ich hab Mist gebaut.
Ich hätte nie fahren sollen.
Kaum war ich dort,
verbrachte er alle Zeit mit seinen doofen DJ-Kumpels.
Ich war nur sein französisches Schätzchen zum Angeben.
Er hat nie etwas für uns getan.
Kein einziges Mal. Er schlief den ganzen Tag und war die ganze Nacht im Club.
Mir ist noch nie so ein Trottel begegnet, echt.
Es tut mir ja so leid, Süße.
Es wird alles gut, Liebes.
Es tut mir so leid.
Hallo, Lulu.
Spürst du's?
Das Kleine will dich sehen.
Komm her, Kleines.
Wir haben uns wahnsinnig geliebt.
Ich habe nie so körperliche, intensive Leidenschaft erlebt.
Kaum ging Michel weg,
hatte ich Bauchweh. Ich fühlte mich unvollständig, wenn wir getrennt waren.
Waren wir dann wieder zusammen, haben wir uns fast aufgefressen.
Wir konnten ganze Tage in meinem Zimmer verbringen, ohne es zu verlassen.
- Wann war das? - Vor drei Jahren.
Wie glücklich wir waren!
Dann riss uns das Leben auseinander.
Wer ist es?
- Hervé. - Wer ist das?
Das ist...
- Der Liebhaber deiner Mutter. - Was?
Und was schreibt dein zukünftiger Ex-Lover?
"Wir fahren nach Venedig!
Ich hole dich am Samstag um 9 Uhr ab."
- Toll! - Ich gehe nicht mit.
Was? Nein!
Sicher fährst du. Wann?
- Kommenden Samstag. - Ich bin ja hier. Du fährst.
Vergiss Totoche.
- Ich erwarte Neuigkeiten. - Das heißt?
Kennst du Venedig?
- Nein. - Nein?
Na ja, dann...
- Sie dürfen nicht durch. - Ich wohne hier.
Wir haben versucht Sie zu erreichen.
Ich hatte Nachtdienst.
Offenbar ein Kurzschluss im Boiler.
Das lag vor der Tür.
Die Feuerwehr sagte mir, es sei deine Wohnung.
Ich habe nichts mehr.
Hast du deinen alten 205 noch?
Entschuldige. Bitte entschuldige.
Es tut mir leid.
Wir gehen uns die Beine vertreten.
- Hallo. - Guten Tag.
Mama, es ist so weit.
- Schau dir Marina an. - Ich bin ganz nass.
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