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Original subtitles

Für mich gehört das zur Liebe dazu:

Händchen halten, die Abende miteinander verbringen.

Abheben, wenn man angerufen wird.

(Frau) Ja, aber nicht, wenn man 20 Mal am Tag angerufen wird.

Ich rufe dich nur so oft an, weil du nie rangehst.

Aus Madrid hast du dich zwei Tage nicht gemeldet.

Weil ich vielleicht einen Nobelpreisträger interviewt habe?

Das dauert zwei Stunden, Mia! Und den Rest der Zeit?

- Denkst du, da lief was? - Er sieht interessant aus.

- Daniel, er ist 75! - 73! Ich hab's "geyahoot"!

(Frau) Eifersüchtige Menschen leiden oft unter Verlustängsten.

Aufgrund dramatischer Erfahrungen als Kind.

Vielleicht haben Sie schon als Säugling nächtelang geheult.

Weil Ihre Puppe kaputt war.

Erst als sie aus dem Müll gekramt war und der Doktor sie repariert hatte,

haben Sie sich beruhigt.

Mama, das ist unprofessionell, so was hier auszukramen!

Nenne mich bitte nicht "Mama". Ich sitze hier als deine Therapeutin.

Hier ist mein Rat:

Mia, ruhig mal etwas Nähe zulassen.

Daniel, Abstand halten und loslassen ist für dich ganz wichtig.

(Daniel) Ich hasse diesen Psychokram, was vor allem an meiner Mutter liegt.

(dynamische Trommelmusik)

Keine Therapie, die meine Mutter nicht geleitet hat.

Gestalttherapie. Verhaltenstherapie.

Daseinstherapie. Musiktherapie.

Gruppentherapie. Urschreitherapie.

Sogar 'ne Karaoketherapie.

Schon früh hat sie mich durchanalysiert: orale Phase,

anale, genitale, nasale.

Als ich acht war, brannte mein Vater mit dem Au-pair-Mädchen durch.

Für meine Mutter steckte er in einer Lolita-Phase.

Und ich stand unter besonderer Beobachtung.

Weil ich nicht an die Stelle für die Karotte kam,

drückte das die Sehnsucht nach einer männlichen Identifikationsfigur aus.

Als ein Hund meine Puppe zerfetzte,

bekam ich keine neue, sondern sollte lernen loszulassen.

Ich durfte mich nicht als Darth Vader verkleiden, als Mutter herausfand,

dass Darth Vader Lukes Vater war.

Ich fand einen Freund, mit dem ich meine Mutter in Schach halten konnte:

meine Spielkonsole.

Die Zombis wollten mich nicht analysieren.

Als ich endlich meine Koffer packen konnte,

gab sie mir keinen Abschiedskuss, sondern eine Abschiedsdiagnose.

Heute ist meine Mutter eine Bestseller- Autorin mit zehntausenden Lesern.

Eine davon ist meine Freundin: Mia.

Nur wegen ihr ließ ich mich wieder darauf ein.

Dabei bin ich der normalste Typ überhaupt.

- Hey. - Wartest du schon 30 Minuten?

- Ist überhaupt nicht schlimm. - Du hättest doch hochgehen können.

Es wäre doch nett, wenn wir zusammen hingehen, weißt du?

- Ja, ich weiß: Lieben heißt loslassen. - Sehr gut, Daniel.

(dynamische Diskomusik)

Das sagst du ja immer...

Iris, ich liebe Kunst!

Kennst du die Kunstabteilung bei Ikea, die lieben wir, oder, Schatz?

- Ich liebe die Fotos. - Der Wahnsinn.

- Ja, Fotos. - Das ist so geil...

Moment.

- Hey. - Hey! Da seid ihr ja. Schön.

- Schön hier. - Und die Bar erst.

Da steht ein Alien, aus dessen Waffen Alabama Slammer fließt.

Das schaue ich mir an. Wir sehen uns.

Ich liebe es, dich auf einer Party zu suchen.

- Was ist denn das für ein neues Ding. - Wir wollen uns auf der Party mischen.

- "Mischen"? - Ja, mischen. Ja, ja: mischen.

(Diskomusik wird lauter)

Alter, wie süß ist die denn!

Das ist die Praktikantin. Die ist 18, Thomas!

Mal 1,5 ist fast 30. Schon nah an der Grenze.

Nimm das Alter der Frauen mal 1,5.

Das ist dir heute egal, aber in 20 Jahren dankst du meinen Formeln.

Lies mal wieder meinen Blog.

Das ist mein bester Freund: Thomas.

Typ: Promiskuitiver Narzisst mit Bindungsproblemen.

Und begnadeter Game Designer.

Ich gehe mich auch mal mischen.

(stumme Szene)

(Frau) Kannst du vielleicht mal ans Telefon gehen?

Du wolltest nur kurz weg.

Ich kenne hier niemanden und will auch keinen kennenlernen.

Wenn du in zehn Minuten nicht zurück bist, gehe ich wieder.

(Daniel) Absolut.

Entschuldigen Sie, ich wollte nicht zuhören, aber Sie standen hier.

Hier, nehmen Sie mal meine Jacke.

Nein, danke. Ja?

Okay.

Natürlich gehe ich nicht in zehn Minuten.

Würde ich auch nicht machen.

Meine Freundin will, dass wir uns auf Partys mischen.

(abschätzig lachend) Wie mein Freund!

Warum geht man dann gemeinsam auf eine Party?

So, als würde man Kaffee mit Milch bestellen und dann getrennt trinken.

(sie schmunzelt, lacht dann lauter)

Na ja.

- Kann ich, äh, die Jacke doch haben? - Ach, klar.

(Mann) Baby!

- Da bist du ja. - Wo warst du, Carsten?

Ich hatte mich festgequatscht. Tut mir leid.

- (er raunt) Du siehst so... - (sie quiekt)

(amüsiert) Carsten!

Äh, wem gehört denn das Jäckchen?

Ich stelle dir ein paar wichtige Leute vor.

Du sollst die Hauptfigur in ihrem neuen Spiel sprechen.

Super, ne? Ja, komm.

(laute Diskomusik)

(Lied: "Lay down your head" von Joy Wellboy)

(entfernte Stimmen)

(Mann) Ich werd's nicht noch mal machen.

Mia, wollen wir mal los? Ich bin müde.

Geh doch vor. Ich komme gleich nach.

Stellst du dir das unter "Nähe" vor?

Willst du mir ein schlechtes Gewissen machen?

Schaffst du es, mir einmal nicht wie ein Hündchen hinterher zu laufen?

Daniel, es reicht mir.

Wir haben das besprochen: Distanz und Nähe.

Es ist drei, ich sehe dich erst jetzt.

Du siehst mich die ganze Zeit, weil wir auf derselben Party sind.

- Hast du Angst, dass ich den hier küsse? - (ironisch) Genau.

Mia, du bist besoffen, okay?

Du hast 'ne Macke mit deiner Eifersucht. Du bist wie eine Krake.

Kaum hat man einen Arm weg, kommt der andere, packt zu und erdrückt dich.

- Das meinst du nicht so. - Genauso meine ich das.

Kraken sind sehr intelligente Tiere, Mia.

(Thomas) Was? Sie hat sich getrennt?

Und ich mache noch 'ne Paartherapie. Bei meiner Mutter.

Nicht wie einen Tennisschläger. Du willst Drachenköpfe abtrennen.

(Luftzug)

Gut. Schön das Blut spritzen lassen. Schlachter-mäßig.

War doch klar, dass das nicht funktioniert.

Deine ganze Jugend war eine Therapie. Für nichts!

Ich weiß, aber sie lässt nicht locker.

Guck, was sie mir gegeben hat. Das soll jetzt helfen.

"Familienaufstellung"? Du solltest besser deinen Penis aufstellen.

- (Thomas lacht) - Das habe ich auch schon gemacht.

- Familienaufstellung. - (beide erleichtert) Ach so.

Man stellt die Familienmitglieder auf.

Das hat mich weit gebracht, aber man macht sich echt nackt.

- Komplett nackt? - Das ist eine Metapher.

Meine Freundinnen haben das auch schon gemacht.

Da kommen dann sehr viele Frauen auf sehr wenig Männer.

- Überhaupt nicht. - Wollen wir das machen?

- Wollen wir nicht. - Ich brauche also keine Therapie?

Ich hatte mit 39 noch nie 'ne Beziehung, die länger als drei Monate war.

- Bindungsunfähig. - Ja und!

- Komm, das wird ein Spaß. - Auf keinen Fall!

- Ein Riesenspaß. - (schwächer) Auf keinen Fall.

- Aufstellung. Das wird schön. - (resignierend) Auf keinen Fall.

(Daniel) Seit Thomas mich als Kind überredet hatte, den Frosch aufzublasen,

wusste ich, dass ich mich nie wieder bei ihm durchsetzen würde.

Papa, von dir kenne ich nur deinen Rücken, aber was ich gemacht habe

oder wie es mir ging, davon hattest du keine Ahnung.

(peinlich berührt) Aha.

Daniel, bleib bei Claudia. Sie meint nicht dich, sondern ihren Vater.

(zaghaft) Ach so.

- Was willst du ihr sagen? - (verstört) Ich?

(fast ohne Stimme) Äh...

Ich bin ehrlich gesagt überfordert gerade.

(zynisch) Natürlich! Du konntest vier Kinder in die Welt setzen.

Aber mit keinem konntest du etwas anfangen.

Du warst immer überfordert!

(Claudia) Oh Gott! Das tut mir jetzt total leid.

- (Psychologin) Was empfindest du? - Schmerzen.

- Und als Claudias Vater? - (zaghaft) Ach so.

(verunsichert) Hm.

Ähm.

Tut mir leid, dass ich dich nicht beachtet habe.

(Psychologin) Gut, Daniel. Claudia?

- Spürst du es? - Ja.

Trotz der Ohrfeige kommt er dir entgegen.

(Psychologin) Daniel, was willst du jetzt machen?

Hm.

(sie weint, tief schluchzend)

(Claudia, tränenerstickt) Papi!

(tränenerstickt) Papa!

Sehr gut, Claudia. Gut, Daniel.

Claudia, lass das mal sacken, bis sich das Bild bei dir verankert hat.

Daniel, warum machst du nicht gleich weiter?

(zaghaft) Erst mal noch zusehen.

- Gut, dann kannst du dich setzen. - Okay.

Oh, hey, dein Pullover hat einen Fleck von meiner Wimperntusche.

- Soll ich den waschen? - Nee, nee.

Brauchst du nicht. Ich habe eine Waschmaschine.

Du hast doch keine Waschmaschine. Er wäscht immer noch im Salon.

(Daniel) Hm.

Du, aber warum hast du denn deine Aufstellung nicht gemacht?

- Das bringt total viel. - Total viel.

Ja, das glaube ich.

Nächstes Mal vielleicht.

- Ich habe meine Handtasche vergessen. - (beide) Oh.

- (Daniel atmet auf) - Bist du bescheuert?

- Die ist auf dich fixiert. - Kann ja sein.

Ich kann das doch nicht ausnutzen. Das ist nicht in Ordnung.

Doch! Eine Ablenkung von Mia täte dir ganz gut.

- Das wäre nahezu pervers. - Ja, ist doch geil.

(sie) Tschüss.

(Thomas) Total pervers.

- Hab sie. - Oh!

(Lied: "Ich bin nackt" von Stereo Total)

(sie stöhnt laut und rhythmisch)

(ihr Stöhnen und das Lied verstummen)

- (Daniel) Ich schlafe noch. - Jetzt nicht mehr.

(Thomas lacht wissend) Ich will alles wissen.

Ich hätte das nicht tun sollen.

Wieso?

- War's nicht gut? - Doch, es war okay.

Äh, war gut.

Ja, "gut", "gut". Wie gut? Komm! Null bis zehn.

- Weiß nicht. Neun. - (schreit) Neun?

(lacht fassungslos)

Beim ersten Mal?

(seufzt) Weißt du, woran das liegt?

Dass du nach einer Stunde Therapie mehr erfahren hast,

als viele Ehemänner nach drei Jahren von ihren Ehefrauen wissen.

(Thomas) Oh ja.

Die perfekte Kreuzung zwischen Beziehung und One-Night-Stand.

Die Weltformel! Besser als jeder Aufriss!

Das ist: Bämm!

Hat sie nach dem Sex nach deiner Nummer gefragt? Wird sie anhänglich?

- Sie hat sich entschuldigt. - Was?

Sie hatte Angst, dass ich denke, sie nutzt mich aus.

(Thomas stöhnt auf)

(Lied: "Can't Help" von Parachute)

Oh! Au!

(stöhnt verschlafen)

Heute ist der erste Tag deines neuen Lebens.

Ich habe uns zur nächsten Aufstellung angemeldet.

"Uns"? Ich will da nicht mehr hin.

Nicht "uns". Eine neue Version von uns.

Ich habe recherchiert.

Das hier sind laut Statistik die beliebtesten Männerberufe bei Frauen.

- Ach, komm. - Tierpfleger.

Webdesigner. Pilot.

Kinderbuch-Illustrator. Herzchirurg.

Das hier sind unsere Grundregeln. Nr. 1:

"Keine sozialen Netzwerke."

So kann uns niemand im Internet entlarven.

Nr. 2: "Wir wohnen in Großstädten, haben normale Namen und Jobs."

- Auf keinen Fall! - Äh, wie?

- Nicht noch mal so etwas Schönes? - Nee, das kann ich nicht.

- Bei der ersten Zigarette dachten wir... - Und jetzt sterben wir an Lungenkrebs.

Alter, viele sterben daran, ohne je geraucht zu haben.

Wie scheiße ist das denn?

Machen wir uns nichts vor. Mia wird nicht zurückkommen.

Es wird Zeit, neue Frauen kennenzulernen.

- Kennenlernen, aber nicht gleich vögeln! - Das ist doch das Gleiche.

Das wird das Beste sein, was du für dein verletztes Ego tun kannst.

So wirst du Mia ganz schnell vergessen. Das ist die Lösung deines Problems!

- Und wo hast du z.B. Medizin studiert? - Im Ausland!

- Wo? - Krakau.

- Warum? - Mein deutsches Abi war zu schlecht.

Ich komme aus einer Ärztefamilie, der Druck war immens.

Ich habe immer geweint, aus Angst zu versagen.

Das glaubt uns doch keine Sau.

(verheißungsvolle Trommelmusik)

(Lied: "Who Let the Dogs Out?" von Baha Men)

- Hannes, Pilot. - Bert, Webdesigner aus Mitte.

In einem viel zu großen Schloss aufgewachsen.

(Musik läuft weiter)

(Schreie werden von Musik überlagert)

(Musik läuft weiter)

(Musik verstummt)

(Daniel) Thomas hatte recht. Es funktionierte wirklich.

Thomas' Regel Nr. 3: "Die Lebensläufe können nicht verkorkst genug sein."

(sanft) Also ich weiß nicht, ich...

Ich glaube, das würde jetzt den Rahmen sprengen.

- Nein, sprich ruhig weiter. - Wirklich?

Okay, also ich... Ich hatte eine Zwillingsschwester und äh...

Die ist noch im Bauch meiner Mutter gestorben.

Ja, und deswegen habe ich Angst, mir immer... viel zu viel zu nehmen.

Ich... Also, Entschuldigung, ich...

Ich will hier niemandem die Zeit stehlen.

Wir sollten deine verstorbene Schwester aufstellen.

Such bitte jemanden aus.

Nein, das wäre mir nicht recht. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.

- Ich denke, du solltest es versuchen. - (weinerlich) Okay.

(mit dünner Stimme) Bitte.

(völlig aufgelöst) Gott.

(Thomas schluchzt)

Lasst euch langsam wieder los.

(verzweifelt) Nein.

(heitere Musik)

(Daniel) Wir lernten schnell. Therapie-Crasher-Regel Nr. 4:

Gehe in jeder Form auf deinen Partner ein.

Ich wollte mir mein erstes Auto selbst verdienen.

Da komme ich von der Abi-Feier und du stellst mir einen neuen Mini hin.

Ich meine, ich hätte heulen können!

- (sanft) Natürlich. - Ich will nichts!

Ich habe dir auch das Gefühl genommen, etwas aus eigener Kraft zu schaffen.

- (verblüfft) Ja. - Ja.

(außer Atem)

- Sag noch mal Nein zu mir. - Nee, lieber nicht.

- Nein? - Nein. Nein. Na...na...na...Nein!

- Ich möchte, dass du lernst zu nehmen. - Ich weiß nicht, ob ich das kann.

Oh.

Oh! (lacht freudig)

- Nee, da nicht so gerne. - Ich höre dich nicht.

(verkrampft) Nein.

- (sie) Na, komm schon. - (verkrampft) Zieh wieder raus, bitte.

Oh. (lacht freudig)

Gert Meier, Tierpfleger.

Christian Schnell, Chef-Tierpfleger.

Ich bin Sylvie.

Anwältin.

Hey.

- Hi. - Hey.

- In welchem Zoo arbeitet ihr eigentlich? - In Innsbruck, im Alpenzoo.

Ich hab da gerade ein kleines Eisbärbaby mit der Flasche großgezogen.

Echt?

Also, außerhalb des Medienrummels. Ist besser für die Tiere.

Gibt's da nicht nur Alpentiere? (Musik stoppt plötzlich)

(stutzt) Ich meine ja auch einen Alpen-Eisbären.

- Frag ihn doch. - Ja, den gibt's.

- Ich glaub, der Therapeut hat gerufen. - Ja, hab ich auch gehört.

(Lied: "Who Let the Dogs Out?" von Baha Men)

(Musik stoppt)

Okay, vielleicht haben wir ein bisschen übertrieben.

(rhythmisches Summen)

Du willst schon gehen?

Ja, ich hab noch so einen Pitch für so 'ne Webseite.

- Du heißt ja gar nicht Hans. - Nee.

Der ganze Aufwand, nur, um mit mir ins Bett zu gehen.

Warum machst du so was?

Ich wollte das nicht. Ich bin da so reingerutscht.

Ich bin so unglücklich.

Du verletzt andere, weil dir wehgetan wurde? Bei einer Familienaufstellung?

Wo eh alle total verletzlich sind?

Au!

- Ich sollte die Polizei anrufen. - (leise) Ja.

(Lied: "Pandora Express" von David Lemaitre)

Oh Scheiße.

(schreit kurz auf)

(er schreit kurz auf)

Typen wie dich sollte man einsperren.

(brüllt)

(Thomas lacht) Bämm! Das ist cool.

Noch mehr Speichel. (faucht)

Nächstes Wochenende gibt's das Hammer-Seminar.

- Ich mach nicht mehr mit. - Okay, du bist raus.

- Bin ich auch. - Ich respektiere das.

Aber an dem Wochenende kannst du mich nicht hängen lassen.

Die Familienaufstellung des Jahres. Die Seb-Jenkins-Methode.

Der Mann ist eine Ikone. Da sind sehr anspruchsvolle Frauen.

Auf dem Level waren wir noch nicht. Was machst du da?

Nee, Daniel. Komm, bitte mach das nicht, ja?

Mia hat sich gemeldet. Seitdem denke ich nur noch an sie.

Du hast gesagt, ich würde sie vergessen!

Stattdessen renne ich vor einer Durchgeknallten weg!

Wenn du immer noch an Mia denkst, mach eine Therapie.

- Findest du? - Ja.

Pass auf, Daniel, am Wochenende mit mir.

Ich bin anders als du. Ich wünsche mir eine aufrichtige Beziehung.

Vielleicht hat Mia recht und mit mir stimmt was nicht.

Du bist großartig, wie du bist. Deswegen sind wir doch befreundet.

(Computer-Melodie)

Nee, komm. Daniel, geh da nicht ran. Du bist fast über sie hinweg.

(Computer-Melodie)

Nein!

Daniel?

Au!

- Mann, Daniel! - Oh! Hey.

- Wie geht's dir? - Gut. Alles klar bei dir?

(außer Atem) Ja, alles klar.

Ich hab versucht, dich zu erreichen. Ich wollte hören, wie es dir geht.

Der ist neu, oder?

Ganz gutes Leder. Ist das ein Geschenk?

- Kaum sehen wir uns, geht's wieder los. - Nein, ich...

- Hallo, Mia. - Hey.

Du wirst stauen: Daniel geht fast jedes Wochenende zur Therapie.

Echt?

Er ist süchtig danach, an sich zu arbeiten.

Am Wochenende hat er seinen Durchbruch mit der Methode...

- Seb Jenkins oder so. - Da gehst du hin?

Davon hab ich gehört. Der muss gut sein.

- Hab ich auch gehört. - Ich auch.

- Ich gehe auch mit. - Was ist denn dein Problem?

Dass du dir den Namen deiner Weiber nicht merken kannst?

Man soll Leid nicht mit Leid vergleichen.

Ein Leitsatz der Psychotherapie.

Tatsache. Du, Daniel?

Sehen wir uns nach dem Wochenende mal auf einen Kaffee?

- Dann erzählst du, wie es war. - Okay.

(überschwänglich) Okay, dann viel Spaß und Glück am Wochenende. Ciao.

Ciao. (Computerton)

(Lied: "Alive" von Empire of the Sun)

Sag mal, liest du etwa?

- "Der Herzchirurg"? - Leben retten zieht immer.

Und die Nummer: "Meine Frau hat mich mit den Kindern sitzen lassen."

Wir hatten gesagt, wir gehen als wir hin und stellen uns unseren Problemen.

Nein, ich bin dabei, wenn du dich deinen Problemen stellst, mehr nicht.

(Lied: "Alive" von Empire of the Sun)

(Lied klingt aus)

Guck mal, die wäre doch was für dich.

Thomas, wir haben eine Verabredung: Wir nehmen das hier ernst.

Und Paare sind tabu, seit der Logopädin in Bad Sulzach und ihrem Mann.

Der sprang von seiner Garage. Das war kein ernsthafter Selbstmordversuch.

Guck mal, 'ne hübsche Freundin hat sie auch dabei.

Lesben. Noch besser.

Du könntest dich als Julius ehemals Julia ausgeben,

und seit deiner Geschlechtsumwandlung bist du in einer Identitätskrise.

Das macht sie sexuell neugierig auf dich.

Lass du dich doch umwandeln. Ich will hier an mir arbeiten.

Dann wenigstens eine kleine Wette, Daniel.

Wer als Erster aus der Gruppe heult.

(Frau) Nee, mir geht's super. Wirklich. Ja also.

Sie da. Ja. Der geht's so richtig dreckig.

(sie ) Die Trennung war das Beste für uns beide.

- 50 Euro, dass die gleich hier heult. - Auf keinen Fall.

(schluchzt)

(schluchzend) Danke.

- Schönen Aufenthalt. - Danke.

- Gehören Sie auch zu Seb Jenkins? - Ja, äh...

Benedikt Röder und Justus Pfau.

- Ah! Wir haben Sie schon erwartet. - Nein! Nein!

- Daniel Lukas, Thomas Vierzig! - Identitätsprobleme. Daher ist er hier.

Komm mal mit. Komm! Komm mal mit!

Wieso hast du das gemacht?

Unter deinem richtigem Namen ist es zu gefährlich.

Benedikt Röder ist doch ein super Name.

Entschuldigung. Sind Sie jetzt Benedikt Röder oder nicht?

(Frau) Hi! Ha!

- Das ist ja lustig. - (zögerlich) Bernadette.

Du heißt Benedikt. Ich hatte damals nicht nach deinem Namen gefragt.

Ich wollte mich noch mal für den Mantel bedanken.

- Ihr kennt euch? - Herr Röder!

Unterschreiben Sie bitte? So kann ich Ihnen das Zimmer nicht geben.

Klar.

Justus Pfau.

(betont) Freut mich extrem.

Während Benedikt mit Kinderbüchern die Herzen der Kleinen berührt,

kümmere ich mich im medizinischen Sinne:

- Ich bin Herzchirurg. - Ich bin Bernadette Klimt...

Ich weiß! Ich liebe "Ratzfatz".

Die Szene, wo Ihre Kollegin das Sperma im Kühlschrank...

(beide) ...für das Topping vom Kuchen hält.

Es ist wirklich...

- Und du malst Kinderbücher, ja? - (Thomas) Ja.

Er malt die schönsten Bilder für unsere lieben Kleinen.

(Carsten) Baby, soll ich das jetzt alles alleine tragen?

Ich komme gleich, Carsten.

- Herr Pfau? - Hm?

Ach. Entschuldigung.

(zaghaft) Hey.

Bist du auch hier wegen Beziehungsproblemen, oder...

Ja, schon. Aber ich bin gerade ohne Beziehung.

- Oh, das tut mir leid. - Ist okay. Ist okay.

(Carsten, genervt) Baby!

Ich komme.

Dann wünsche ich uns, dass wir Erfolg haben.

- Genau. - Tschüss.

- (Daniel atmet durch) - Oh mein Gott.

Die will ich. Warum hast du mir nicht gesagt, dass sie auf der Party war?

Thomas, die ist hier, um an ihrer Beziehung zu arbeiten.

Eine schnelle Affäre wirkt wie eine Verjüngungskur.

(schwungvolle Musik)

Den habe ich gesehen: schrecklicher Film.

Ganz ehrlich: die Spermanummer.

Was ist denn an einem bisschen Sperma so schlimm?

Kenn wir uns?

Hallo.

Justus Pfau. Herzchirurg.

Herzchirurg? Ach?

Das war eine schnelle Umschulung.

Wo ist der Tierpfleger, der bei meiner Aufstellung dabei sein wollte?

Und du, sag mal, wer kümmert sich jetzt um den medienscheuen Alpen-Eisbär?

Hä? Witzig. Ich kann Ihnen nicht folgen.

Auch witzig. Ich weiß schon längst, dass du Thomas Vierzig heißt.

Sie müssen mich verwechseln, tut mir leid.

Nicht so schnell.

Ich habe lange darauf gewartet. Du schuldest mir etwas.

Als Therapiejunkie war klar, ich würde dich wiedersehen.

Ich verstehe kein Wort. Was wollen Sie von mir?

Justus, der Herzchirurg, wird hier dieses Wochenende niemanden aufreißen.

Dafür werde ich sorgen.

Oder ich lasse dich auffliegen. Such's dir aus.

Ja, äh... Ich muss jetzt leider wirklich los.

(außer Atem) Da...

- Da ist sie. - Wer?

Hast du die nicht in Berchtesgaden aufgegabelt?

Ja. Sylvie, die Anwältin.

- Hat sie dich erkannt? - Ja.

Scheiße Thomas, dann musst du abreisen. Ja, sonst fliegen wir beide auf.

Die ist Anwältin.

Soll sie mich für Unzucht mit Therapieabhängigen anklagen?

Beruhige dich. Ich krieg das hin.

Hey. Bernadette Klimt ist hier. Ich kann nicht weg.

(es klopft)

Seminar geht los! Bitte alle...

...runterkommen.

Alle mal die Schuhe ausziehen und sich hinsetzen.

Wir wollen anfangen.

So. Handys aus.

So, kommt.

Mein Name ist Georg Trautmann, und ich habe ein Geständnis zu machen.

Früher war ich ein Bulle mit Impulskontrollstörungen.

Ich hab unnötig von der Dienstwaffe Gebrauch gemacht, Zeugen verprügelt,

und ich hab mich regelmäßig besoffen.

Dieser Mann bin ich nicht mehr.

Dank Seb Jenkins.

Die Seb-Jenkins-Methode erfordert äußerste Offenheit.

- Wegen der Prominenz meiner Freundin... - Carsten.

...muss ich als Manager alle Beteiligten des Kurses bitten,

eine Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben.

Auch Sie, Herr Trautmann. Ich hoffe, Sie sind einverstanden.

Carsten, so etwas machen wir grundsätzlich nicht.

Hier vertrauen sich alle.

- Vertrauen... - Sonst müssen Sie gehen.

Carsten, wir hatten das besprochen. Ich habe überhaupt kein Problem damit.

- Setzt du dich? - Baby, ich mache das nicht für mich.

Ich mache das für deine Karriere.

Wenn du die so leichtfertig aufs Spiel setzen willst, bitte.

Gut, ich bin dann auf meinem Zimmer.

(genervt) Jetzt setzen Sie sich bitte hin!

Neben mir sitzt meine Lebensgefährtin, die Leila.

Sie wird auch Aufstellungen leiten.

Also, ich bitte nun zur Runde des Teilens.

Jeder darf jetzt erzählen, mit welchen Gefühlen er hergekommen ist.

(Sylvie) Ja, also ich fange mal an.

Mein Name ist Sylvie. Justus und ich sind hier,

um eine Paartherapie zu machen.

Nein! Das stimmt so nicht.

Was stimmt daran nicht? Willst du uns was sagen?

Ich will sagen, dass wir...

Äh, wir sind schon so gut wie getrennt.

Ich bitte euch, das für später aufzuheben.

- (flüstert) Alles okay? - Die blufft nur.

Also mein Name ist Uwe, ich bin Professor für Biochemie.

(er räuspert sich) Mein Traum war es immer Tänzer zu sein.

Aber ich hab gemacht, was meine Eltern wollten.

Äh... Hallo.

Ich bin Benedikt Röder.

Und ich bin hier, weil meine Freundin... sich von mir getrennt hat.

Ich bin Bernadette Klimt.

Mein Problem ist, dass mich diese Promisache überrumpelt hat.

Man weiß nicht, ob einen die Leute mögen

oder nur die Rolle, die man spielt.

- Ich liebe "Ratzfatz". - Ja, äh.

Ähm, ich bin nicht wegen der Paartherapie hier.

Die Sache ist für mich längst durch.

Ich leide am Asperger-Syndrom, einer Art Autismus.

Ich kann nicht zwischen hübsch und hässlich unterscheiden.

Ja, stimmt schon. Ich habe die Tendenz...

sie etwas zu kontrollieren.

Warum wackelst du so mit deinem Fuß?

Jetzt wackelt er nicht mehr.

Ja, mein Name ist der Bernd.

Und mein Lieblingsfilm ist "Kevin allein zu Haus".

Inwiefern ist das von Bedeutung?

Ich bin sehr einsam und will hier herausfinden, woran es liegt.

Die Konkurrenz ist unterirdisch.

Ich hab dauernd das Gefühl, dass Carsten mich betrügt.

Und deshalb spioniere ich ihm auch ständig hinterher.

Ich habe auf meinem Handy eine Spy-App,

damit kann ich dann immer sehen, wo er gerade ist.

Ich war überrascht, dass Bernadette

nur für ihr Äußeres wahrgenommen wird.

Also meine erste Frau ist mit unserem Capoeira-Lehrer durchgebrannt.

(weinerlich) Angeblich war er sehr attraktiv.

Und seither bin ich eben allein mit den Kindern und den Hunden.

Ich hab jetzt die Arbeit mit seinen Kindern.

- Und dem Haushalt und den Hunden. - (er weint)

(Trautmann) Sie wissen, dass Sie sich damit selber abhängig machen.

Ja, ich weiß. Ich weiß. Das ist genau mein Problem!

Warum mache ich mich so abhängig von ihm?

Vielen Dank für deine Offenheit.

Da knüpfen wir nachher an.

(Beifall)

(dynamische Rockmusik)

Au!

Was soll der Scheiß? Du willst doch hier keine Paartherapie mit mir machen.

- Außerdem bin ich überzeugter Single. - Ja und? Ich auch!

Keine Sorge, ich will dich nicht heiraten. So toll bist du nicht.

Aber ich mag Rollenspiele.

Sag mal, glaubst du eigentlich wirklich,

dass ich dir den Alpen-Eisbären abgenommen habe?

Okay, du hast also gar kein Problem damit, dass ich dich belogen habe?

Du wolltest mit mir ins Bett! Dann bist du abgehauen!

Das ist für mich ein Problem. Normalerweise läuft das umgekehrt.

Also, bringen wir's zu Ende.

Auf gar keinen Fall. Das ist Nötigung.

"Nötigung" ist, wenn körperlicher Zwang ausgeübt wird

oder das Nötigungsziel an sich rechtswidrig ist.

Überleg's dir gut.

Ich freu mich schon auf unsere Aufstellung.

(dynamische Popmusik)

Da gibst du die Nummer von deiner Exfreundin ein.

Und dann kannst du immer sehen, wo sie gerade ist.

Also, so lange sie ihr Handy an hat.

- Ist gut. - Hm.

Versprich, dass du es nicht benutzt.

Ich wollte nur wissen, was so möglich ist.

Ich will nicht, dass es dir so geht wie mir.

Mir geht's schon so wie dir.

Hier steckst du.

Wir müssen Termine besprechen.

Ich hab Benedikt nur kurz was überspielt.

- (er) Nur kurz überspielt. - Ja, kurz.

Sagt mal ist euch auch so heiß heute?

Ich bin schon die ganze Zeit am Schwitzen.

- Kommst du? - Ja.

Wir haben ein Problem. Sylvie erpresst mich.

- Was will sie denn? - Dass ich mit ihr ins Bett gehe.

Ja und? Die sieht fantastisch aus.

(Schluckgeräusche)

Ich habe meine Prinzipien. Du erinnerst dich an den Abend in Berchtesgaden.

Sylvie und ich, wir waren auf ihrem Zimmer. Sie war im Bad.

Da finde ich in ihrer Handtasche ihren Ausweis.

Sie war gar nicht 30, wie sie angegeben hatte, sondern 39!

- Ja und? - 39 mal 1,5.

Das macht fast 58,5! Die ist fast so alt wie meine Mutter!

Warum hast du so eine Angst vor Frauen in deinem Alter?

Weil sie bald sterben. Außerdem geht's ums Prinzip.

- Eine Thomas-Regel wird nicht gebrochen. - Du hast 'nen Schaden.

Es geht weiter.

(Georg) Wir starten mit den eigentlichen Aufstellungen.

Wir teilen dazu die Gruppe auf, damit in den zwei Tagen auch jeder dran kommt.

Alle auf der linken Seite gehen mit Leila in den Garten,

und die auf der rechten Seite bleiben bei mir.

Herr Trautmann, Justus muss zu mir.

- Wir machen ja unsere Paartherapie. - Da habe ich nicht aufgepasst.

- Du gehst mit Sylvie in Leilas Gruppe. - Ich brauche die Einzelaufstellung.

Wenn jeder entscheidet, wo er hin will,

kriegen wir ein großes Durcheinander in der Gruppe.

- Mann! - Na, komm.

(schelmische Musik)

Carsten, schön, dass du bei uns bist.

(Leila) Wer mag anfangen?

Also, Justus und ich, wir haben ja euer Seminar belegt,

um an unseren Beziehungsproblemen zu arbeiten.

Es freut mich, dass ihr beide hier seid. Das ist kein leichter Schritt.

Na wenigstens einer, der sich freut.

- Die Therapie war nicht deine Idee? - Ja. Gut rausgehört.

- So? - Ein bisschen näher ran.

- Hm. Stopp. Nicht so nah. - (stöhnt auf)

- Ich weiß es auch nicht. - Soll ich das für dich entscheiden?

Nein, Carsten, das ist meine Aufstellung.

- Bernadette braucht ihre Zeit. - Wie immer!

Das ist das Problem. Er bestimmt, wo es lang geht.

- Wenn ich etwas will, wehrt er ab. - (lacht)

Ein bisschen weiter weg.

Sexuell ist bei Justus und mir: tote Hose.

Ich vermute, er hat ein Problem mit starken Frauen.

Sehr originell.

Er begehrt dich nicht mehr? Wann fing das an?

Letztes Jahr in Berchtesgaden.

- Da hat er mich im Hotel sitzen lassen. - An so einem romantischen Ort?

So romantisch ist Berchtesgaden auch wieder nicht.

Direkt neben dem Führerhauptquartier.

Das muss hart für dich gewesen sein, Sylvie? Wie fühlte sich das...

Also, die Situation ist ja auch für mich sehr, sehr, sehr schwierig! Ja?

- Inwiefern, Justus? - Sylvie, sie denkt...

...permanent an Sex! Morgens bis abends. In der Küche, im Bad, im Aufzug.

Sie ist besessen. Das ist doch nicht normal!

Also dann stellen wir eure sexuelle Beziehung auf.

Schauen wir mal, welche Begriffe eures Sexlebens wir aufstellen. Sylvie?

- Die Libido. - Sehr gut. Und...

- Sagen wir: die Vagina? - Dann die feuchte Vagina.

Und die Vagina soll auch einen Monolog halten, oder was?

Ich bräuchte dann auch noch die Impotenz.

Sagen wir: das schlaffe Glied?

- Ja. - Das schlaffe Glied?

- Das schlaffe Glied? - Warum nicht auch den Scheidenpilz?

Und wen würdest du noch aufstellen?

Ähm, meinen Vater.

- Warum deinen Vater? - Ich vermisse ihn so sehr.

Er war Gitarrist in einer Rockband.

Wir hatten nie viel Geld, aber... Na ja, er war ziemlich erfolglos.

Er ist dann sehr jung gestorben.

Woran ist er gestorben?

Er hat betrunken in der Badewanne Gitarre gespielt.

Elektrische Gitarre.

Ich war nicht da, als es passiert ist.

Ich denke immer, ich hätte ihn retten müssen.

Er hat immer auf der Gitarre gespielt und gesungen.

Das gehört zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen.

Bernadette, ich bin in Kontakt mit dem Gedanken, dass wir jetzt

deinen Vater auf die Bühne der Struktur holen.

- Hm. - Wie fühlt sich das an?

(bedrückt) Gut.

Benedikt, würdest du meinen Vater spielen?

Und wo steht dein Vater?

Näher.

Sylvie, schiebe jetzt alle Rollenspieler in Beziehung zum Justus und dir

auf die Bühne der Struktur und sage uns dabei, was du tust.

Dann stelle ich dich, Bernd...

- Nicht wen, sondern was stellst du auf? - Was bin ich noch mal?

Du bist das schlaffe Glied.

Das schlaffe Glied bin ich.

Okay. Dann stelle ich Bernd, die Libido...

- Nein, nein, Anke ist die Libido. - Ich bin die Libido.

Ja, na gut, dann stelle ich jetzt, Bernd, die...

...feuchte Vagina,

hinter Justus, so ganz nah.

Und die Libido geht hier hinter die alte Eiche.

Weit weg.

Und dann stelle ich Uwe, das schlaffe Glied,

hier neben Justus.

(Sylvie) So.

Uwe.

Horch mal in dich hinein.

Was löst das bei dir aus?

Okay.

(Uwe seufzt)

Die Arme hängen schwer.

(lässt die Lippen flattern und räuspert sich)

Ich fühle mich kraftlos.

Und ich möchte wieder...

groß und stark sein.

Uwe, wenn du dich erigieren möchtest,

dann kannst du das jetzt gerne tun.

(schelmische Musik)

Spür mal in dich rein. Was löst das gefühlsmäßig in dir aus?

(er raunt rhythmisch)

(er raunt schneller und heftiger)

(schreit kurz auf)

(Uwe ist außer Atem)

Was muss ich tun, damit das aufhört?

Das weißt du ganz genau. Heute Abend um acht.

Noch näher.

- So ist es gut. - (ironisch) Küsst euch doch.

Das steht dann direkt in der Gala und ich darf alles dementieren.

Ziehen sie das bitte nicht ins Lächerliche.

Was hat ihr Vater mit unserer Beziehung zu tun?

Vielleicht bestraft sie sich mit einer unglücklichen Beziehung

zu einer Ersatz-Vaterfigur.

- Was soll das denn heißen? Bestraft? - Psst.

Benedikt, sprich mir nach:

Wenn ich damals da gewesen wäre, als dein idealer Vater...

Wenn ich damals da gewesen wäre, als dein idealer Vater...

dann wäre ich nicht bei einem Unfall in der Badewanne

durch eine angeschlossene E-Gitarre gestorben.

dann wäre ich nicht bei einem Unfall in der Badewanne

durch eine angeschlossene E-Gitarre gestorben.

Ich hätte die Verantwortung übernommen und für dich und die Familie gesorgt.

Ich hätte die Verantwortung übernommen und für dich und die Familie gesorgt.

- Halt sie ruhig fest. - (Carsten) Na klar.

(Bernadette weint)

(leise, zauberhafte Musik)

(Toilettenspülung)

Die Sache ist eigentlich klar.

Bernadette bestraft sich mit Carsten unbewusst wegen des Schuldgefühls

ihrem Vater gegenüber.

Kann sein, ja.

Gibt's eine romantische Erinnerung an ihren Vater?

- Er war ein Melancholiker. - Aha, verstehe.

Er hat Gitarre gespielt und sie hat ihm gelauscht.

- Im Foyer steht eine Gitarre. - Vergiss es.

- Du kannst gar nicht spielen. - Hast du mir doch beigebracht.

Für die Nummer mit der Pastorin.

Bernadette wird sich heute Nacht aus dem Zimmer schleichen.

Sie hat nämlich nächtliche Fressflashs. Hab ich im Interview gelesen.

Wer nicht da sein wird, ist Carsten. Wer da auf sie wartet, bin ich.

- Und Sylvie? - Kommt vorher dran.

- Ich denke, die stirbt bald? - Tut sie nicht.

Man muss mal mit einem Prinzip brechen. Ist ein Prinzip von mir.

Sylvie ist die Pflicht, Bernadette die Kür.

(lacht) Ja.

- Hast du menschliche Gefühle in dir? - Ja klar: für dich.

Erwiderst du das oder willst du mir Bernadette wegschnappen?

Quatsch! Das ist totaler Quatsch!

Mir ist das ernst mit der Aufstellung für Mia.

Was macht Mia seit drei Stunden in der Schellingstraße?

- Sie wohnt da. - Aber Samstagabends geht sie immer aus.

- Ungewöhnlich. - Mach, was du willst.

Ich besorge mir erst mal eine Gitarre.

(Lied: "Fool Me" von Timothy)

Ich bin jetzt da!

(Sylvie) Ich komme gleich.

(Lied läuft weiter)

(außer Atem) Egal.

- Was zum Teufel? - Hä?

Kannst du dir bitte was anziehen?

- Ich dachte, darum geht's doch. - Läufst du immer so nackt rum?

Für das, was wir vorhaben, müssen wir das machen.

- Irgendwie ist mir die Lust vergangen. - Weil du mich nackt gesehen hast?

- Du warst doch ganz wild auf mich! - "Ganz wild."

Ich wollte wissen, wer hinter dieser Masche steckt.

Jetzt kannst du deine Neugier befriedigen.

Was man angefangen hat, bringt man zu Ende.

- Okay. Ich hätte noch ein paar Regeln. - Ich liebe Regeln.

- Ich mag Oralsex, aber nur bei mir. - Ach so.

Ich stehe nicht auf Dirty Talk und zieh mir bloß nicht an den Haaren.

- Okay. - Das hasse ich.

Meine erogene Zone ist der Nacken und ich lasse die Socken an.

- Wieso? - Ich finde meine Füße hässlich.

Da gucke ich nicht hin, also zieh sie aus.

Wenn du nicht hinguckst, kann ich die Socken anbehalten.

Na gut.

- Aber nicht beim Orgasmus heulen! - Beim Orgasmus heulen?

Du hast keine Ahnung, was man als Frau alles mitmachen muss.

(angeekelt) Ehrlich?

Okay, geht los.

Hey?

(freudig) Hi.

- Alles klar bei dir? - Ja.

Ich bin froh, dass ich mich getraut habe, hier mitzumachen.

- Und bei dir? - Ich war noch kurz in der Stadt.

- Du hast die Spy-App benutzt? - Ja, hab ich.

Aber weißt du, was? Ich lösche sie jetzt.

Zack. Weg.

Glückwunsch. Da hat sich die Therapie schon gelohnt.

Ich hab total Hunger. Hast du Lust, mit mir das Buffet zu plündern?

(schmunzelt)

Jetzt? Ist ganz schön spät, um zu essen.

- Denkst du, ich bin zu dick, oder was? - Nein! Quatsch!

- Nein. - Gut.

Gut. Alles klar. Dann in 10 Minuten im Pavillon. Ich hole meine Jacke, ja?

(Lied: "Too Far" von Anna F.)

Thomas?

Oh!

Das ist ja süß! Wie hast du das so schnell hingekriegt?

Das ist nicht von mir, das muss Justus hingestellt haben.

- Justus? - Hm.

Als wir uns da bei meiner Aufstellung so in den Armen lagen,

das war schon sehr intim, oder?

Ja, aber ich glaube, das kommt durch die Rollen, die wir da spielen.

Wenn dich jemand anders umarmt hätte, Thomas zum Beispiel...

- ...wäre es dir genauso gegangen. - Thomas?

Justus. Ich meine natürlich Justus.

(Thomas atmet schnell und heftig)

- (Sylvie) Schluck Wasser? - Ja.

Danke.

(er atmet heftig)

Sag mal, warum hast du dich damals eigentlich jünger gemacht, also du bist?

Wie meinst du das?

In deinem Ausweis stand doch, du bist 39, in der Teilnehmerliste stand 30.

Wieso soll ich mich denn älter machen, als ich aussehe?

Ach so.

Bist du etwa deshalb abgehauen, damals?

Wer? Ich? Nee. Ja.

- Du bist bekloppter, als ich dachte. - Du bist auch nicht ohne.

Sonst würdest du nicht von einer Therapie zur nächsten hetzen.

Mein letzter Therapeut hat gesagt, dass ich ein Problem mit Nähe habe.

Das ist nicht förderlich für eine Beziehung.

Ja, das kenne ich.

(liebliche Musik)

- Zum Glück will man so was ja nicht. - Will man ja nicht.

Oh, schon spät.

- Ich würde jetzt gern schlafen. - Ja.

Tschüss.

Okay.

War aber toll, oder?

- Hm? - War toll, oder?

(kühl) Ja, du hast dir echt Mühe gegeben.

(wütend) "Mühe gegeben"?

- Das gibt's ja nicht. - Hm?

Wie kommt denn die da hin?

(seufzt) Keine Ahnung.

Bitte spiel mir was vor.

Ich kann das nicht. Und Gesang auch nicht so.

Das ist mir egal. Bitte, bitte.

Okay.

(spielt zwei Töne an)

This is the first day of my life

I think I was blind before I metyou

I don't know where I am I don't know where I've been

But I know where I want to go

So I thought I let you know

These things take...

(Donnergrollen) Boa!

Ist ja niedlich. Lagerfeuerromantik?

Ist doch arschkalt, Baby!

- Du kriegst sicher 'ne Blasenentzündung. - Es ist warm, Carsten.

Ja? Wegen so 'ner Schnulze wird dir warm ums Herz, ja?

Ich geh wieder rein. Mach, was du willst.

- Ist besser, wenn du hinterhergehst. - Wieso?

(romantische Klaviermusik)

(Klaviermusik bricht ab)

(Donner)

- Ist... - Nein, nein. Ist alles gut. Ich...

Bei diesen Aufstellungen ist viel los.

Manchmal interpretiert man zu viel in den anderen rein.

Man lernt den anderen kennen und es ist nicht alles so, wie's scheint.

Weißt du, was?

Ich würde total gerne deine Kinderbücher sehen.

Was sind denn das so für Geschichten? Erzähl mal.

Ach so...

- Aktuell ist es gerade ein Buch. - Mhm.

- Die Hauptfigur ist eine Krake. - Was macht die?

Kraken haben ja so viele Arme.

Und die will halt immer gerne alles gleichzeitig machen.

Dann macht sie halt manchmal zu viel.

Ach so. Also sie muss auch lernen loszulassen?

Genau.

(stockend) Bernadette, ich muss dir was sagen.

Vielleicht interpretieren wir wirklich zu viel in den anderen rein.

Aber... lass uns das doch rausfinden.

Wenn das hier alles vorbei ist.

(sanfte Gitarrenmusik)

(melodisches Pfeifen)

(Thomas pfeift eine beschwingte Melodie)

- Was ist denn mit dir los? - Was soll mit mir los sein?

- Wo warst du die ganze Nacht? - Naja, ich bringe eben Opfer.

- Damit wir nicht auffliegen. - Hä? So siehst du aber nicht aus.

Naja, okay. Weißt du, ich muss meine Formel echt revidieren.

Sylvie ist sozusagen... Also...

Geteilt durch 1,5.

Sie ist gewissermaßen körperliche 25 mit der Erfahrung einer 40-Jährigen.

- Was ist denn los mit dir? - Ach so, du... ich...

- Ich muss Bernadette die Wahrheit sagen. - Was willst du ihr denn sagen?

- Wer ich wirklich bin. - Bist du verrückt? Wozu das denn?

Ey Daniel, hast du gestern Abend etwa Gitarre gespielt?

- Hast du dich etwa in sie verknallt? - Nein, ich...

Ich will nicht, dass sie denkt, das wär 'ne Masche, um sie rumzukriegen.

Daniel, du verdammte Ratte!

Niemals! Die Frau ist...

Daniel!

Au!

Hallo Thomas. Du bist ja schon wieder nackt.

Ja, lustig. Was für ein Zufall, hä?

(er räuspert sich)

Da könnten wir vielleicht was draus machen.

Ach, Benedikt. Setz dich doch.

(Georg) So, wer möchte anfangen.

Yes!

Komm, komm, komm.

(er seufzt)

Oh, Mann! Fuck!

(flüsternd) Scheiße.

(dynamische Musik)

Thomas Vierzig...

Das glaub ich ja nicht.

Ihr kleinen Wichser.

Ich muss was beichten.

Das, was ich die letzten Monate getan hab...

Das soll keine Entschuldigung sein.

Ach, ist auch egal. Was ich sagen will, ist...

Ich bin gar nicht... (Tür wird geöffnet)

- Der Typ ist gar nicht Benedikt Röder. - Was fällt Ihnen ein?

Schauen Sie sich das mal an. Kennen Sie den?

Heißen Sie Daniel Lukas?

Und produzieren diese Gewaltspiele?

Ja.

Warum treten Sie hier unter falschem Namen auf?

(Poltern) (kichernd) Oh.

(Thomas räuspert sich) Entschuldigt die Verspätung.

Der Typ heißt Thomas Vierzig. Er hat einen Blog.

Darin beschreibt er, wie er mit seinem Freund Daniel

Therapieteilnehmerinnen flachlegt.

Sie nenne das "Therapie-Crashen".

- Verschwinden wir. - Du hast davon geschrieben? Oh, Mann.

Das lesen nur meine 500 engsten Freunde.

Machen Sie sich über uns lustig?

Über alle, die sich hier einlassen? Ihre Gefühle freilegen?

Der Perversling hat sich eingeschlichen, um sich an meine Freundin ranzumachen.

Du darfst dich als Celebrity nicht so fallenlassen und Wildfremden vertrauen.

Wir hätten am besten gar nicht hier herkommen sollen.

Mein Name war falsch, ja. Mein Beruf ist falsch, aber...

Der Rest, das bin ich. Da hab ich nichts dazuerfunden.

Und die kleine Krake?

(er seufzt)

Ich dachte, ich kann dir vertrauen. Du wolltest mich nur ins Bett kriegen.

- Das wollte eigentlich ich. - Pass mal auf, ja!

Sollte sich einer von euch Flachpfeifen Bernadette mehr als 500 m nähern,

hat das rechtliche Konsequenzen, kapiert?

Von mir gibt's Therapieverbot auf Lebenszeit. Und jetzt raus!

Schorsch! Schorsch!

Nicht schon wieder. Nein, bitte.

(Carsten) Packt eure Billigklamotten ein und verpisst euch!

Ey!

(leise Gitarrenmusik)

(Lied: "Lovers" von Beech)

Ich verzeih dir.

Du verzeihst mir?

Die Sache mit Bernadette. Das kann mal vorkommen.

Das ist ja auch 'ne Hübsche.

Was die Seminare angeht: Die Sache war sowieso ausgereizt.

Das nächste große Ding ist Frauenfitness.

Ich hab uns schon als Trainer angemeldet.

Jetzt sei bitte nicht beleidigt. Gibst du mir jetzt wieder die Schuld?

Es ist deine Schuld. Ich wollte mich nie unter falschem Namen anmelden.

- Werd endlich erwachsen. - Seit wann bist du erwachsen?

- Seit du mit Sylvie gevögelt hast? - Sie hat mir die Augen geöffnet.

Sylvie ist nämlich ein guter Mensch.

Du kennst sie seit einer Nacht, Thomas!

Männer entwickeln sich eben immer in Schüben.

Ich spiel sogar mit dem Gedanken, sie wieder anzurufen.

Weißt du was? Du kannst mich mal.

Immer musst du mich in dein Chaos mitreinziehen. Immer!

Mir reicht's! Halt sofort an!

- Sonst spring ich hier raus! - Ach...

Du steigst nicht im Fahren aus.

(seufzend) Was ist das denn jetzt?

Scheiße.

Daniel!

(Lied klingt aus)

(Handy klingelt)

(Mia) Daniel!

Hey! Ich hab öfter versucht, dich zu erreichen. Ich hab mir Sorgen gemacht.

Ach so, ja. Ich war doch auf dem Therapiewochenende.

Scheint ja ein voller Erfolg gewesen zu sein.

Freust du dich gar nicht, mich wiederzusehen?

Doch. Doch, absolut. Ich bin einfach nur ein bisschen überrumpelt.

(leises Schnarchen)

(Türklingel)

Wie lange willst du dich noch krankschreiben lassen?

Thomas, was willst du?

Komm, bitte. Lass uns wieder Freunde sein. Ich halt das nicht mehr aus.

Bist du immer noch sauer auf mich?

- Was ist denn das? "Kleine Krake Paul"? - Lass das bitte.

Wie niedlich ist das denn? Ist das ein Kinderbuch oder was?

- Hast du das Bernadette schon gezeigt? - Wieso? Das mach ich für mich.

Außerdem bin ich mit Mia zusammen!

Du bist nur mit Mia zusammen, weil sie dich zurückhaben will.

Es macht mich nicht glücklich, weiter Frauen aufzureißen. Aber viel Spaß!

Ich wette, du hast Sylvie bis heute nicht angerufen.

Thomas, kommst du mit, einen trinken?

Nee, du. Heute nicht. Ich will das hier noch fertigmachen.

Okay.

(Dance-Musik)

- (Sylvie) Hallo? - Hey, Sylvie, alte Hütte!

Hier ist Tommi. (er lacht)

Was? Ich versteh dich ganz schlecht. Ich bin in so 'nem Club.

(juchzend) Und schon ziemlich dicht.

Aber ich dachte... Wenn du Lust hast, komm ich noch vorbei.

(Radio) Die Verkehrslage...

(Sylvie) Tu nicht so, als würdest du mich nur betrunken anrufen.

- Nee... Kann ich trotzdem vorbeikommen? - Nee.

Wir gehen zu dir. Sonst bleibst du zum Frühstück.

- Ich bleibe nie zum Frühstück. - Das sagen alle. Dann bleiben sie doch.

- Dann bei mir. Aber ich muss früh raus. - Kein Problem.

Ich muss noch früher raus.

(muntere, verspielte Popmusik)

(Sylvie) Gut. Ich geh dann mal.

Okay.

Musst du nicht früh raus?

Ja. Ist ja auch früh, oder?

Ich würd dir 'nen Kaffee anbieten, aber ich muss los...

Kein Problem. Mach's gut.

- Wir sehen uns ja dann vielleicht mal... - Ja. Vielleicht.

- Thomas, eine Sache noch. - Mhm?

Ich bin schwanger. Da ich das biblische Alter von 40 erreicht habe...

- Von mir? - Ich will das Kind behalten.

Auch wenn du was dagegen hast, ich kriege es.

Ich stell natürlich keinerlei Ansprüche an dich.

Ich seh das eher so wie... eine anonyme Samenspende.

O...kay. Äh, danke.

- Bitte. - Dass du mich informiert hast.

Ich werd Vater!

- Hast du was gesagt? - Nein.

(sie kichern)

(Thomas, lachend) Ich hab so Angst.

(Sylvie, ernst) Ich auch.

(lebhafte, afrikanische Musik)

(Fernsehtrailer) Erleben Sie Pro7.

(TV-Sprecher) Wir kommen zu "Ratzfatz". Der Film war ein Zuschauererfolg

und hat ihr jede Menge Preise eingeheimst.

Die Rede ist natürlich von Bernadette Klimt.

Und jetzt kommt noch ein besonderer Preis dazu.

Unsere liebe Reporterin traf den Star am roten Teppich.

Bernadette Klimt, herzlichen Glückwunsch.

Das Promimagazin Glossy wählte Sie und Ihren Freund zum "Couple of the Year".

Das ist mir wirklich eine große Ehre.

Morgen Abend ist Preisverleihung und Ihr Freund kündigte eine Überraschung an.

(sie lacht)

- Er macht Ihnen einen Heiratsantrag? - Ach du Scheiße.

Da müssen Sie ihn selbst fragen.

- Das werden wir... - (Mutter) Huhu!

Hey. Mama, was machst du denn hier?

Ich war in der Gegend und wollte sehen, wie's dir geht.

Wo hast du denn die Schlüssel her?

Wie ist es euch ergangen?

Seit wir wieder zusammen sind, ist Daniel anders.

Er ruft nicht an, schickt keine Kontroll-SMS.

Ich glaub, er hat 'ne Depression.

- Eine Depression? - Mhm.

Ich brauch einfach ein bisschen Zeit für mich.

Was ist hier los? Ihr wolltet doch, dass ich mich in Distanz übe.

Ja, das stimmt, Mia. Könnte es sein, dass du eifersüchtig bist?

Ich bin nicht eifersüchtig. Ich weiß einfach nur nicht, was mit dir los ist.

Eifersüchtige Menschen leiden oft unter starken Verlustängsten.

Sie haben meist etwas in der Art in der Kindheit erlebt.

Bei dir war das die Trennung von deinem Vater.

Wieso lenkst du das Thema auf mich?

- Ich hab kein Problem damit. - Doch hast du.

Das war eine sehr schwere Zeit für dich. Er hat uns sitzengelassen.

- Ich musste dich allein großziehen. - Ich war jedes Wochenende bei ihm!

- Wo ist das Problem? - Das sitzt tief, Daniel.

Sehr tief.

Merkst du das nicht? Es geht hier gar nicht um mich, es geht nur um dich.

Wir redest du mit deiner Mutter?

Sie hat alles für dich aufgegeben. Genau wie ich.

- Was hast du denn für mich aufgegeben? - Meine Freiheit, zum Beispiel.

Okay, ich will keine Therapie mehr.

Und ich will auch niemanden, der irgendwas für mich aufgibt.

Ich will eine Frau, die auf einer Party gern bei mir steht und meine Hand hält.

Die mich nicht in der Kälte warten lässt.

Und ich will eine Frau,

die sich nicht nur dann in mich verliebt, wenn ich jemand anderen liebe.

(er seufzt)

Liebst du denn jemand anderen?

(leise) Ja, ich glaub schon.

(Daniel seufzt)

(sanfte Gitarrenmusik)

(Daniel) Hey.

Hallo.

- Was machst denn du hier? - Ich muss mit dir reden.

- Was hast du denn da in der Tüte? - Nichts. Ich war ein bisschen bummeln.

- Bei "Kleine Hände, kleine Füße"? - Ja, klar.

In den Läden sind die schärfsten Mütter.

- Huhu! - (Thomas lacht)

(Türsummer)

Ja, ich hab sie angerufen.

- Na, und? Freut ihr euch? - Ich meine...

Für mich ist es das Schlimmste, was passieren konnte.

Ich mach mir Sorgen um Thomas.

Er hat schon einen Spar- und Ausbildungsfonds für das Kind angelegt.

(er räuspert sich) Ich... Ja...

Ich freu mich für dich. Für euch.

- Sind wir wieder Freunde? - Ja.

Ich brauch euren Rat.

(Sylvie) Hm, das ist süß.

(lachend) Das ist sehr süß. Das solltest du ihr unbedingt zeigen.

Ja, findest du? Sie geht nicht ans Telefon.

Ich weiß nicht, wo sie wohnt.

"Couple of the Year". Sie hat was Besseres verdient. Dich.

Was soll ich denn machen?

- Benutz das Spy-App. - Das hab ich gelöscht.

- Was? - Warum das denn?

Sie hält mich für einen verrückten Stalker.

Da ist die Spy-App nicht das beste Mittel.

Die alten Griechen haben aus Liebe Städte verwüstet.

(beide) Aha.

Ja. Menschen tun aus Liebe nicht nur nette Dinge.

Wenn man jemanden wirklich liebt, muss man für die Liebe kämpfen.

So wie die alten Griechen.

- Einer meiner Grundsätze. Frag Sylvie. - (Sylvie) Hm.

(spannende, bass-lastige Musik)

Wow. Ist das von Prada?

Nein, das ist ein anderes.

- Aber ich finde das hier viel schöner. - (Carsten) Aha.

Du siehst echt umwerfend aus, aber nimmst du bitte das von Prada?

Die suchen doch ein neues Werbegesicht.

Tu uns den Gefallen, okay?

(Türklingel)

(sie lachen)

Okay.

(Thomas) Guten Tag.

Ich hab eine Sendung für Frau Klimt. Nur persönlich abzugeben.

Naja, von mir aus. Schatz, für dich!

(ruft) Ich guck schon mal nach der Limo, ja?

- Warten Sie einfach hier. - Mhm.

(Carsten singt beschwingt)

(spannende Musik)

Guten Tag. Meine Freundin kommt gleich.

Das gibt's ja nicht.

Einen Moment, ja?

(spannende Musik bricht ab)

(sanfte Klaviermusik)

(Daniel) Hey, Bernadette. Wenn du das hier siehst, sitze ich unten im Park

und warte auf dich.

Weil ich diese 500 Meter einhalten muss, so ungefähr,

hab ich dir die Krake Paul geschickt,

um dir eine kleine Geschichte zu erzählen.

Das ist Paul.

Paul hat ein Problem.

Immer wenn er jemanden mag und in die Arme nimmt,

kann er ihn nicht mehr loslassen.

(tierische Laute) Wegen seiner Saugnäpfe.

(Seepferd ächzt)

Deswegen ist er auch einsam, weil ihm niemand mehr zu nahe kommen will.

Doch eines Tages trifft er auf eine andere Krake.

(verspieltes Klimpern) Paula.

Wenn du wissen willst, wie die Geschichte weitergeht:

Ich bin im Besitz des Buches zum Film.

Es gibt nur eine Auflage von einem Exemplar. Wenn du das Buch haben willst,

weißt du ja jetzt, wo du mich findest.

(lebhafte Musik)

- Hallo. - Sind Sie Daniel Lukas?

- Ja. Wieso? - Was machen Sie hier?

Ich sitz hier und tippe in mein Handy. Ey, nee, nee, nee. Bitte...

Wir wurden gerufen, weil sich jemand durch Sie belästigt fühlt.

Wir müssen Ihre Personalien aufnehmen.

Okay.

(Daniel ächzt)

(er lacht hämisch)

Schatz!

Wo willst du denn hin? Hey!

Komm, wir müssen los.

Warum war da die Polizei?

Das wollte ich dir nicht sagen, aber der Stalker aus der Psycho-Gruppe war da.

Die haben ihn mitgenommen. Alles cool.

Du hast Daniel verhaften lassen?

Ich muss dich doch vor diesem kranken Spinner beschützen, ja?

Komm. Heut ist unser Tag, hm? Die Fotografen warten sicher schon.

Carsten, ich komm nicht mit.

- Was? - Ich komm nicht mit.

- Ja... Äh... - Wir sind doch gar kein Paar mehr.

Und ganz bestimmt nicht "Couple of the Year". Es tut mir leid.

Oh Gott.

- Willst du mich heiraten? - Nein.

- Andersrum. - Nein.

Komm. Bitte steh auf.

Carsten, steh jetzt bitte auf.

Okay. Hör zu... Ähm...

Wir müssen kein Paar sein, um Paar des Jahres zu werden.

Wir gehen da jetzt einfach hin und... lassen uns ein bisschen feiern.

Carsten? Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast.

Aber ich kann nicht.

(er lacht ungläubig)

(treibende, elektronische Popmusik)

(Bernadette) Wir fahren allein.

Na, endlich. Wir müssen uns beeilen.

Wir stürmen auf die Bühne und mischen den Laden auf.

Vergiss es einfach, Thomas.

- Du gibst auf? - Sie will mich nicht.

- Woher willst du das wissen? - Sie hat die Polizei gerufen.

(Thomas seufzt)

Daniel, mach dir nichts draus. Ich lass dich nicht hängen.

Sylvie geht ja bald in den Geburtsvorbereitungskurs.

Da gibt es viele schwangere Single-Mütter. Du gehst mit ihr hin.

Danke, Thomas. Ich denk drüber nach.

Nimm's mir nicht übel. Ich muss mal ganz kurz alleine sein.

(Lied: "Where Is The Line" von The Majority Says)

(Lied klingt aus)

- Hey. - Hey.

Es ist gar nicht so leicht, davon loszukommen. Ich...

Darf ich?

(leise) Ja.

Du bist ganz schön hartnäckig.

- Ich? - (lachend) Ja.

- Ich bin eigentlich völlig normal. - Normal?

Ja. Der normalste Typ der Welt.

Stell dir doch nur mal vor, wir beide wären ein Paar.

Dann würdest du jede Stunde anrufen und fragen, wo ich bin.

- Wahrscheinlich. Das könnte vorkommen. - Tja.

Ich könnte mir also sicher sein, dass du mir immer hinterherspionierst.

Das könntest du.

(sanfte Gitarrenmusik)

(sie lacht)

(er lacht)

Versprochen?

Ich verspreche es.

(Lied: "First Day Of My Life" von Bright Eyes)

(Lied: "Für immer immer" von Fettes Brot)

Uwe, wenn du dich erigieren möchtest,

dann kannst du das jetzt gerne tun.

(Sylvie lacht)

(lachend) Es ist nicht komisch.

Wir machen's zusammen. Das wird ein Spaß.

Auf keinen Fall.

Boah, hast du gerotzt, Alter.

Scheiße, ich hab schon wieder den blöden Arm da draufgehabt!

- (Thomas) Ja, bämm! - (Mann) Das ist noch zu laut.

Wollte sie nach dem Sex deine Nummer? Meinst du, sie wird... anhänglich?

(sie lachen)

(Thomas) Pilot, Kinderbuchillustrator und Herzchirurg.

Tschuldigung. Die ist so eng geworden auf einmal.

Komm, das wird wie die Nummer am Flughafen.

Als wir mit leerem Gepäck am Kofferband standen und Frauen aufreißen wollten.

Au! Wir sind nicht mal bis ans Gepäckband gekommen.

(Gelächter)

(Schnarchgeräusche)

(sie lacht)

(Furzgeräusche) Also... Boah.

(er lacht)

(lachend) Huiuiui.

(er lacht) Das Auto...

(Carsten) Ich bin schon die ganze Zeit am Schwitzen.

- Kommst du? - Mhm.

(Gelächter)

Scheiße, falsch rum.

(Gelächter)

(Thomas) Was kann ich denn dafür, wenn's so wehtut? Mann...

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