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Original subtitles

Schau, da ist das Haus vom Glucker!

(Peter jodelt) Holoiti!

So, jetzt!

(Peter klopft an die Tür)

Johiti!

Hm...

Hallo?

He!

Nanu, ist niemand da? - Verstehe ich nicht. Ich hab ihm doch geschrieben.

Oh, lass mich doch wenigstens mal deinen Möbelwagen abnehmen.

Das bisschen Rucksack! - Oh, das nennst du "ein bisschen"?

Aber von jetzt an trage ich. - Lieber bricht der Kavalier zusammen!

Aber von jetzt an hilft der Glucker. - Wo ist er denn bloß?

Du, ich glaube, das ganze Dorf ist ausgestorben.

Ich schau mal da drüben.

(Lauter Knall)

Um Gottes willen, was ist denn? - Leer gekocht!

Ach so. Ich dachte schon, es sei irgendwas.

(Turmglocke läutet)

Entschuldigen Sie, ist was geschehen hier im Dorf?

Wissen Sie, wo der Bergführer Glucker ist?

Wo? - Ich glaube, er ist stumm.

Was ist denn passiert?

Ein Mann kommt zurück aus dem Eis. - (Maria) Aus dem Eis? Wieso?

Er ist vor Jahren in eine Eisspalte gestürzt.

Jetzt gibt das Eis seinen Körper zurück.

Der sieht ja aus, als ob er schläft.

Komm, lass uns gehen, Maria. Da ist er ja, der Glucker!

Hallo Glucker!

Na, Peter! Grüß dich.

Moment. So, mach das fertig.

Da.

Grüß dich!

Ist das seine Mutter?

Seine Frau.

Aber... das ist doch ein ganz junger Mensch.

(Glucker) Vor 35 Jahren war sie's auch.

(Maria) Mein Gott, 35 Jahre! - (Glucker) Ja, das Eis!

Das macht das Eis. Es kommt vor. Nach hundert Jahren

kam einer heraus, der hat eine ganz altertümliche Tracht angehabt.

Es hatte ihn keiner mehr gekannt.

Herrje... Da, vorwärts!

Grüß Gott. - Grüß Gott.

Grüß Gott.

Herr Doktor, da kommen Sie um etliche Jährchen zu spät.

Los! - Halt!

Aber Herr Doktor, da braucht's doch keinen Stempel, nicht.

Ich tät mir's ersparen. - Schon gut.

Wer ist das? - Der Doktor.

Seine Frau liegt auch oben im Eis.

Der ist aber nicht von hier? - Nein, kein hiesiger.

Ist gut.

Wen hat er jetzt gegrüßt? Den Berg?

Wir müssen alle mal sterben, das wissen wir.

Aber ich will vorerst mal leben, verstehst du?

Ja, es ist nur... ich hatte noch nie einen Toten gesehen.

Aber ich. Mehr als genug.

Im Krieg. - Oh, verzeih.

(Glucker) So, Peterle, jetzt sagen wir uns erst einmal richtig Grüezi! - Grüezi!

Herrschaft noch mal, ist der Lausbub erwachsen geworden!

Muss ich jetzt vielleicht gar "Sie" zu dir sagen? - Untersteh dich, du!

Das ist doch sein ganzer Stolz, dass er mit dem berühmten Christian Glucker per Du ist.

Ah, die Frau Gemahlin? - Noch nicht. Aber ich bilde mir ein, ich hab Chancen.

Warum? Behandelt sie dich schlecht?

Dass du jetzt lachen kannst...

Fräulein, die Welt dreht sich weiter und das ist gut so!

Also, du hast Ferien und willst, dass ich dich ans Seil nehme? - Ja, und sie auch.

Was, der Spatz? Taugt der etwas im Berg?

Na, und ob! Talent hat sie und Schneid auch.

Schwer ist sie jedenfalls nicht am Seil.

Aber das ist dumm jetzt. - Was?

Die Sache ist nämlich die...

Tja, das ist aber...

Da freut man sich, mal wieder einen richtigen Berg unter die Haxen zu bekommen und...

Ja, aber da ist nichts zu machen bei meiner Frau. In dem Zustand...

Das letzte Mal, als es bei ihr soweit war, da war ich nämlich auf dem Berg!

Mein lieber Peterle, was mir die gepfiffen hat, als ich heruntergekommen bin!

Nein, nein, ein zweites Mal riskiere ich das nicht.

Tja, wann... wann meinst du dann? - Die Hebamme ist schon alarmiert.

Morgen oder übermorgen und ich komme euch nach auf die Hütte.

Na gut, dann gib uns den Hüttenschlüssel. - Hüttenschlüssel.

Ja, und das größte Unglück ist es auch nicht, ein paar Tage faulenzen zu müssen

in solcher Gesellschaft. Ich tät das Opfer bringen!

Das könnte dir so passen, du alter Hallodri!

Gottteufel, hast du da eine Zimmereinrichtung? - Sie hat Geburtstag.

Also... Adieu Fräulein!

Grüß Gott, Herr Glucker.

Wie viele Kinder haben Sie denn schon? - Ich?

Peter, jetzt wird sie boshaft!

(murmelt vor sich hin)

Und der da, der ist ja nun auch schon bald marschbereit.

(Peter und Maria lachen)

Schau.

Ja...

Wo ist denn der Hüttenschlüssel? - Den hast du doch. - Da ist er ja!

Ho, schattig...! Zieh dir mal gleich was an.

Uff, vor allem mal Luft! Das muffelt doch wie in einer Katakombe.

Da muss ja ewig keiner mehr oben gewesen sein. - Kann ich dir genau sagen: 15. April.

Woher weißt du denn das? - Kalender.

Ah, männliche Logik!

Ah, luxuriös! Schau, Mokkatässchen.

Und hier? - Das Boudoir, Gnädigste!

Da ist aber reichlich Platz für uns beide.

Ach, die hast du mitgebracht. Das ist aber nett von dir!

Oh, das ist aber hart. - Hart? Das ist doch nicht hart.

Was glaubst du, wie gut man darauf schläft!

Au! - Also, wenn ich mich schon als Hausfrau betätigen will, dann stehst du mir im Weg.

Schau, sogar Späne. Feiner Hund gewesen, unser Vorgänger!

Den wievielten haben wir denn heute? Den sechsten? - Nachdem gestern der fünfte war...

(Beide lachen vergnügt)

Oh, warte! Jetzt kommt aber die Rache!

Obacht!

So, von jetzt ab ist die Hütte für dich gesperrt! - Gesperrt? Wieso?

Eintritt verboten!

(Maria) Das dauert aber ewig lange! - Gleich ist's soweit!

(Ziehharmonika quietscht)

(Scheppern)

Schon da? Ah, du hast wohl den Quietscher gehört? - Junge!

Und das hast du alles da raufgeschleppt!

Und eine Ziehharmonika... - Na ja. Jemand, der so gut spielen kann wie du,

der muss doch endlich eine eigene haben, nicht? - Ach, Peter!

Ich hab mich blödsinnig gefreut auf die Zeit mit dir. Und es wäre nett...

Hm? - Richtig ernst nimmst du mich ja nicht.

Schau, wir sind so ganz allein auf weiter Flur

und zum ersten Mal... (Rufe von draußen)

Hallo, alte Gletscherwanze!

Hallo Klaus! Servus!

Was höre ich denn da vom Glucker? Ihr wollt auf die Ostwand?

Wir sind so frei!

Da lasst euch aber ja nicht erwischen! - Die haben wir abonniert!

Wir nehmen's zur Kenntnis! - Wird euer Glück sein!

Wo aus? Biancohütte? - (Klaus) Erraten!

(Studenten rufen) Servus! Horiti!

Wiederschauen, Klaus, auf der Ostwand!

Jetzt gehen wir natürlich erst recht rauf! - Wer ist denn das?

Studenten. Pfundsbergsteiger.

Schau mal. Wie schnell das hier mit dem Wetter geht.

Du, jetzt sieht er aber nicht aus, als ob er sich freuen würde über unseren Besuch.

Wir werden ihm schon helfen, dem Burschen. Nun marsch an die Arbeit, du unnützes Weib!

Deinen Herrn und Gebieter hungert's.

Du, interessiert's dich, wer vor uns da war? - Woher weißt du denn das?

Hüttenbuch. - Weibliche Logik.

Professor Pfützli... Fithli... oder wie das heißt. Archäologe.

Respekt! Der Mann kann Späne machen. - Es gibt Leute, die schreiben ihr Alter rein!

Da, 6. Mai voriges Jahr: Dr. Johannes Jensen, 19 Jahre.

(Peter) Doktor mit neunzehn? Das ist 'n Ding!

Da ist er schon wieder: Dr. Johannes Jensen, 18 Jahre.

Du, und wieder am 6. Mai! - (Peter) Scheint a) 'n Wunderkind, b) Stammgast zu sein.

Hallo, jetzt wird's spannend. Dr. Johannes Jensen, 15 Jahre.

6. Mai 19... - 6. Mai, das ist doch heute! Schlag doch mal zum Anfang zurück.

Vielleicht ist er als Doktor hier zur Welt gekommen. - Tatsächlich, du.

Dr. Johannes Jensen... - Na? Ist er vielleicht gar nicht zur Welt gekommen?

...Maria Jensen, dahinter ein Kreuz.

"6. Mai 1930, zum Westgrat.

Frau Jensen tödlich abgestürzt durch Eisschlag. Seilriss.

Nicht aufgefunden." Du, weißt du, wer das ist?

Das war ja genau heute vor 20 Jahren.

(Tür wird geöffnet, Wind pfeift laut)

Guten Abend. - Guten Abend.

Ach, bitte schön, hier ist schon Platz.

Du, ich glaub, es ist nicht genug Holz da.

Ja, und den Holzstoß müssen wir auch noch aufrichten, ehe es Nacht wird.

Hilfst du mir nicht, Maria? - Doch, doch, natürlich helfe ich dir.

Ich... komme gleich.

Herr Doktor Jensen.

Woher kennen Sie mich denn?

Ich... hab's gelesen.

Darf ich Ihnen eine Tasse Tee anbieten?

Jetzt ist das Feuer ausgegangen.

Danke.

Wie schnell das brennt!

Haben Sie immer auf diese Art Feuer gemacht, wenn Sie hier oben waren?

Ich habe nicht oft eingeheizt. - Aber warum? Es ist doch kalt hier!

Und man muss doch auch kochen.

Hüttendächer haben die unangenehme Eigenschaft:

Wenn's warm wird, fangen sie an zu tropfen.

Das Teewasser kocht.

Ja.

Geburtstagsfeier, wie? - Ach ja.

Soll ich Ihnen sagen, warum ich vorhin gleich wieder weggehen wollte?

Es hat hier oben nämlich schon mal alles so ausgesehen. Vor 20 Jahren.

Sogar das Röschen. Nur mit dem Unterschied, dass es damals keine Geburtstagsfeier,

sondern ein Hochzeitstag war.

Mein Hochzeitstag.

Muss noch ein wenig ziehen.

So, Tee wäre fertig!

Ist das windig geworden. Und warm! - Der Föhn. Danke schön.

Die letzten schaffe ich nun auch alleine.

Komm, sei kein Kindskopf, ja?

Hast dich anscheinend gut unterhalten.

Schau, da ist ein Licht. Ist das die Hütte, wohin die Fünf heute gehen wollten?

Ich hab mir diesen Abend anders vorgestellt.

Dreckswind!

Hoffentlich bleibt uns der erhalten!

Du hast jetzt wohl Hunger. Darum bist du so grantig.

Darf ich? - Ach ja, sehr liebenswürdig.

Danke.

Dass du daran gedacht hast.

Bist du der letzte Kavalier dieses Jahrhunderts, ja?

Weißt du noch, heute vor einem Jahr?

Da waren wir gerade auf die Mole hinausgegangen und du hast gesagt...

das heißt, du musstest schreien, weil der Sturm so laut war:

"Ich möchte tausend Jahre alt werden mit dir!"

Und dann hat's deinen Hut weggeweht und du wolltest ihn fangen

und bist mir dabei so mörderisch auf die Zehen getreten!

Sind Sie auch fertig, Herr Doktor?

Trinken Sie den Tee nicht mehr? - Doch, doch.

Danke.

Schau, da ist die Ostwand. Oder hast du vielleicht keine Lust mehr?

Wieso? Deswegen sind wir doch hier! Wenn du es mir zutraust...

Das mit der Eisrinne ist halb so wild. Schau, wir ziehen so früh los von der Hütte, hier,

dass wir noch vor der Sonne drüben sind in der Eisrinne.

Und dann kann man's mit der Uhr in der Hand berechnen: Alle 10 Minuten kracht was runter.

Und eine Viertelstunde brauchen Sie zum Überqueren.

Sind ja keine großen Dinger, die da runterkommen. Miniaturlawinen.

Miniaturlawinen?

Auf die Größe kommt es nicht an. - Na ja, ein bisschen Glück muss man haben.

Muss?

Es soll dir der Geschmack verdorben werden. - Kann aber gar nicht.

Wissen Sie, Herr Doktor, das ist mein erster Viertausender

und ich bin ja sehr stolz darauf, dass ich da mitgenommen werde.

Na ja.

Was mischt sich denn der in unsere Angelegenheiten? - Psst, lass doch!

Du, sag mal,

was machen wir denn, wenn der Storch vom Glucker sich verspätet?

Was weiß ich. - Aber ich weiß es.

Dann gehen wir allein.

Das ist 'n Witz, ja? - Absolut nicht.

Lass es beim Glucker noch eine Woche dauern und unser Urlaub ist futsch!

Du würdest...

Du würdest auch mit mir allein...?

Du bist ja... Wir gehen allein! Weißt du, was wir jetzt machen?

Jetzt wird sie endlich geköpft, die Geburtstagsflasche! - Tun wir!

So, und jetzt mache ich es mir gemütlich und ziehe mir was Bequemeres an.

Das werden Sie nicht tun. - Was?

Sie werden nicht mit ihr allein die Ostwand machen.

Entschuldigen Sie, was geht das Sie an? - Nichts.

Ich weiß nur, wie's aussieht, wenn man hinterher nichts mehr ändern kann.

Erlauben Sie, ich glaube, verantwortlich...

Verantwortlich können Sie niemand machen. Sehen Sie doch mich an.

Ich habe auch eine strahlend weiße Weste, obwohl ich vor 20 Jahren...

Aber zurückholen kann ich sie nicht mehr. Nie mehr.

Menschenskind! Warum müssen Sie denn absolut mit ihr auf die Ostwand?

Warum? Entschuldigen Sie, wenn diese Frage aus dem Mund eines Bergsteigers kommt:

Warum sucht man sich eine interessante Tour und nicht den Allerweltsweg?

Eine Frage:

Sie sind doch sicher ein uralter Bergsteiger, nicht wahr, junger Mann?

Und der Tour auch gewachsen oder nicht?

Sie wissen, wie oft die Ostwand gemacht wurde?

Nein. - Vier Mal.

Beim dritten Mal war ich dabei, am Seil vom Glucker.

Ich ging damals noch zur Schule, in die Prima.

Vielleicht haben Sie nun ein bisschen mehr Verständnis dafür, wie es mich reizt,

die fünfte Begehung zu machen. - Die sechste.

Wieso? - Ich war auch schon mal oben.

Sie? Mit wem sind Sie gegangen?

Mit mir allein. - Allein?

Ich nehme das Prädikat "Bergsteiger" in Ihrem Sinne für mich nicht in Anspruch.

Ich kenne nur einen Berg. Den.

Den kenne ich allerdings gründlich.

Lassen wir die Tür offen, damit der Schlafraum ein bisschen überschlagen wird.

Bringst du die Flasche? - Sicher.

(Ziehharmonikamusik)

(Lawine donnert)

Du, die liegt wunderbar in der Hand! Und der Ton, also... - Hast du gehört vorhin?

Mir macht der Doktor Jensen Vorhaltungen, weil wir zu zweit auf die Ostwand wollen.

Er war allein oben! Ist doch was Schönes um die Konsequenz.

Mein Lieber, ich bin ja schließlich nur mir verantwortlich. - Aber uns versauen Sie's!

Wir haben ja noch keine Gläser. - Ja doch, ich gebe Ihnen welche.

Entschuldigen Sie, ich wollte nicht, dass hier... Aber jeder glaubt,

uns in unsere Sachen hineinreden und gute Ratschläge geben zu müssen! Seit ich wieder

im Schoß der Heimat gelandet bin, höre ich das zu Hause von morgens bis abends:

"Dass du wieder mit dem Bergsteigen anfangen musst! Gib Obacht! Pass auf!

Tu dies nicht! Tu jenes nicht!" So lasst uns doch!

Wenn wir uns nach eurer Meinung die Schädel einrennen müssen, unsere Sache!

Aber bleibt uns vom Leib mit euren verdammten Erfahrungen!

Komm, lass mich das machen. Komm doch, bitte! - Ich kann das schon.

Zerredet uns doch nicht das bisschen Schwung, das wir noch haben!

So stur sind wir gar nicht! Zur rechten Zeit haben wir nämlich auch Schiss!

(Korken knallt) - Schnell jetzt!

Und das andere ist in zwei Sätzen gesagt:

Ihre Generation romantisiert die Dinge.

Unsere ist nüchtern, unsentimental.

Darum reden wir aneinander vorbei.

Gute Nacht.

Tja.

Verpatzter Geburtstag.

Gute Nacht. - Gute Nacht.

Ich verstehe auch, dass Sie diesen Berg lieben.

Es ist Ihr Berg, nicht wahr?

Und Sie wollen nicht, dass ein anderer hinaufgeht.

Schlafen Sie gut. - Kommen Sie mal. Kommen Sie mal her!

Sie sind ja ein ganz verstiegenes kleines Mädchen!

Den Berg? Lieben?

Ich? Den?

Was mich hier hinauftreibt, das hat mit Romantik gar nichts zu tun.

Ein krimineller Akt, das ist alles.

Der Täter kehrt zum Tatort zurück.

Immer wieder. - Nein!

Ein Unglück ist ein Unglück. Dafür kann ein Mensch nichts.

Irrtum! Stimmt nicht.

Ihnen sage ich es jetzt. Man hatte mich gewarnt.

(Glucker) Herr Doktor, Sie sind ein guter Geher

und Ihre Frau ist nicht übel im Berg.

Aber es tut mir leid: Ich führe Sie jetzt nicht.

Das Eis ist in Bewegung. Sie müssen warten.

Ich wollte aber nicht warten! Glucker war für mich eine alte, lahme Nebelkrähe

und ich war doch 'n Kerl! - Aber dann... ist er doch mitgegangen!

Tja, nur weil ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt habe.

Es ist gegen meine Überzeugung,

aber allein lasse ich Sie natürlich nicht gehen.

Ich hoffe nur, wir werden's nicht bereuen.

Und dann sind wir eben gegangen.

Es war ja auch ein strahlend schöner Tag.

Aber beim Abstieg...

Na, das andere wissen Sie ja aus dem Hüttenbuch.

Ein Eisbrocken schlug das Seil durch, an dem ich sie hielt

und sie stürzte in eine Eisspalte.

Alle Versuche, an sie heranzukommen, waren umsonst. Das Seil war zu kurz.

Schließlich ging Glucker ins Dorf, um Hilfe zu holen

und ich wartete am Rand der Spalte. Ich wartete, ich schrie runter, immer wieder.

Ich lauschte runter, meine Nerven angespannt bis zum Zerreißen,

aber nur das fürchterliche Tropfen der Eiszapfen

antwortete aus der Tiefe.

(Maria) Ach, deshalb. - (Dr. Jensen) Ja, deshalb!

Im Hüttenbuch heißt es: "Nicht aufgefunden."

Sie haben sie nicht mehr gesehen?

Doch, doch. Ich hörte was.

Ich feiger Hund.

Geklettert bin ich, am Seil! Wenn ich runtergesprungen wäre!

Allein hab ich sie sterben lassen. Da unten, irgendwo.

Meinen Menschen,

der mich geliebt hat.

Ich aber lebe. Ich lebe immer noch.

Stehe morgens auf, rasiere mich, trinke meinen Kaffee,

gehe ans Telefon.

Seit zwanzig Jahren halte ich das aus.

Aber Sie sind doch nicht allein schuld. Ihre Frau ist ja mitgegangen!

Mein liebes, logisches Fräulein, die Sache hat nur einen kleinen Haken:

Ich habe ihr Gluckers Warnung verschwiegen.

Aha!

Jetzt sind wir verstummt!

Trotzdem.

Und wenn Sie's ihr gesagt hätten... ich bin überzeugt, sie wäre auch dann mitgegangen.

Studieren Sie Juristerei, werden Sie Strafverteidiger.

Ich habe viel zu viel geredet heute Abend, mehr als in den letzten 20 Jahren.

Guten Morgen!

Nobles Wetter, nicht wahr? Nach so 'nem Stürmchen.

Und der Föhn... wie weggerotzt.

Ich ziehe mich an. - Sie?

Ja, ich.

Oder ist noch jemand da? - Ich kann mich nicht erinnern, dass wir ausgemacht hätten...

Müssen Sie denn nun in aller Herrgottsfrühe mit mir wieder Krach machen, Herr Peter...

Kirch... - Hofkirchner. - Hofkirchner.

Ich hab nämlich keine Lust, Sie morgen da oben irgendwo zu suchen

und zuzusehen, wie eins der letzten guten Mädel langsam verrückt wird!

Du sturer Bock, es gibt Touren, die macht man nicht allein.

Aber Sie haben sie allein gemacht! - Ja, stimmt. Aber ein lächerlicher Zufall war's,

dass ich zurückgekommen bin. Weil es mir wurscht war.

Komm. Komm, trinken wir einen aus der Pulle.

Gretli, ist die Hebamme schon wach? - Ich weiß nicht.

Hol sie!

Frau Lichti! Frau Lichti, der Glucker ist da!

(Frau Lichti) Was, der Glucker? Ja, ja, ich komme schon.

Aha, ist es soweit? - Ah, woher! Nichts rührt sich!

Was denkst du dir eigentlich? - Ich?

Gestern sagtest du: 24 Stunden höchstens.

Und gerade sagt die Frau, es kommt ihr vor, wie wenn's gut noch 8 Tage dauern könnte!

Na, ich stecke ja nicht drin! - Sternteufel! Das musst du doch wissen!

Für was hast du Hebamme studiert? - Schau dir den an! Wirst es wohl erwarten können.

Eben nicht! Sieh doch das Wetter! Ich muss auf den Berg!

Ich habe keine Zeit, dass ich hier unten rumhocke für nichts und wieder nichts!

So, so! Keine Zeit...

Aber vorher, da hast du sie dir genommen, die Zeit!

Hier hat der Glucker damals angeseilt. Ich denke, das machen wir ihm nach, oder?

(Maria) Hallo!

Hallo, Peter!

Hm, und was nun?

Himmel, jetzt fängt er das Reparieren an! - Was kann ich dafür, wenn der Riemen reißt?

Hättest es doch gestern Abend gemacht! Wir kommen ja ewig nicht weiter!

Morgen. - Schönen guten Morgen.

Ausgeschlafen? - Verschlafen, wenn's nach Ihnen gegangen wäre!

Ich meine, wenn mich der Glucker schon ans Seil nehmen wollte,

dann bin ich auch für Sie nicht zu schlecht.

Na, also.

Ich soll wohl in die Mitte, wie?

Das hätte ich mir auch feierlicher gedacht, diesen Moment!

Das haben sie sogar an sich, die feierlichen Momente: Die meisten gehen schief.

Da.

Ach so, ich gehe hinten? - Ja, ich dachte...

Schon erledigt. Wenn du das dachtest, bitte schön.

Seil nachlassen!

Da, jetzt haben wir die Bescherung! - Was denn?

Ich hab nicht die geringste Lust, hinter denen her zu trotten.

Schneiden wir ihnen halt den Weg ab! - Bei dem Vorsprung?

So einen Blasbalg haben wir nicht. - Sehr einfach.

Wir traversieren die Rinne gleich von unten rein, dann haben wir sie schnell geschnappt.

Der Schlauch ist nur unten verdammt breit. - Aber bitte! Einer was dagegen?

Ach wo. - Na also.

So. Das ist der letzte Halt. Jetzt müssen wir uns entscheiden.

Entscheiden? - Entscheiden?

Jetzt geht's rein in die Rinne. Da gibt's kein Zurück mehr, da geht's nur noch hinauf.

Das ist ja... grotesk ist das ja! - Die Voraussetzungen haben sich geändert.

Wir sind nicht mehr zwei Männer allein.

Außerdem liegt was in der Luft.

Ich spür's. - Bitte, die gehen ja auch.

Sie wollen doch nicht etwa behaupten, dass Klaus Eschner ein schlechter Bergsteiger ist!

Vielleicht behaupten die da unten dasselbe von uns. - Schön, dann kehren Sie doch um.

Du auch, Maria. Ich wollte ja von Anfang an alleine gehen.

Nein Peter, das lasse ich dich nicht. - Schluss jetzt! Bestimmen Sie.

Ich denke, wir gehen.

Los!

(Lawinengrollen)

Da muss doch noch unser alter Haken in der Wand stecken.

Daran hänge ich ja bereits.

So, gleich kommt die nächste Bescherung runter und dann gehe ich los.

Sie? Warum wechseln wir nicht mal ein bisschen ab?

Ich habe schließlich keine Lust, die ganze Tour hinter Ihnen her zu latschen.

In der Rinne führe jetzt ich. Das heißt, wenn du erlaubst, Maria.

Seien Sie doch vernünftig und hören Sie... - Bitte.

Peter!

Aufpassen!

Gut sichern! Nachlassen!

Runterlassen.

So!

Nachlassen!

Weiter!

Halt!

(Dr. Jensen keucht vor Anstrengung)

Aufziehen!

Peter, was ist denn? - Zieh doch!

Zieh auf! Aufziehen!

Hinlegen!

(Männer schreien)

Du Vater, hörst du?

Hat es Sie erwischt? - Meinen Rucksack, bitte.

Der ist weg!

Aber der von Peter ist noch da.

Ich brauche was zum Bandagieren. - Ja, wir haben Ersatzgurte.

Warum? Ist mit Ihrem Bein was passiert?

Den Eispickel.

Warten Sie, ich helfe Ihnen. - Danke, es geht schon.

Schädel ist ganz.

Verbandpäckchen da? - Ja, das haben wir immer dabei.

Der Zeltsack ist gut. Den schieben wir ihm nachher gleich unter.

Laterne. Kocher.

Was zu essen ist auch da. Na also.

Nur mit meinem Rucksack ist das verdammt dumm.

Pass auf, Christi. - Ja?

Ich möchte, bevor es Nacht wird, wissen, was da oben los war.

Ich gehe jetzt auf die Hütte. - Lass doch mich hinauf!

Die Mutter darf nichts erfahren! Wenn sie fragt, dann sagst du:

Der Vater ist in die Säge hinaus und holt die zweite Fuhre Brennholz.

Herrgott, lass mich halt hinauf! - Der Vater ist in die Säge hinaus...

...und holt die zweite Fuhre. Ha ja, ich bin doch kein Trottel!

So redet man nicht mit dem Vater!

Hallo!

(Echo hallt) Hallo...

Hallo!

Hallo!

Machen Sie Tee!

Bist du mit dem Doktor gegangen und dem Peter?

Nein.

Du, Klaus...

Komm. Trink den Tee. Komm doch!

Dr. Jensen! Er ist so heiß!

Zeigen Sie mal.

Nein, das ist nichts. Ein bisschen Wundfieber. Das ist nicht schlimm.

Das ist normal.

Mein Gott, jetzt geht die Sonne weg.

Was ist denn passiert, Glucker? - Großes Lawinenunglück! Alles ausrücken!

Weitersagen! Da, nehmt den vom Schlitten. - Komm.

Läuten, Lawinenunglück. Läuten!

Vater? Wo steckst du so lange? Die Mutter hat mir die Ausrede nicht geglaubt!

Mach geschwind! Wir müssen sofort losgehen. - Du kannst jetzt nicht weg!

Die Mutter hat schon nach der Hebamme geschickt!

Sieben Leute liegen droben und der Doktor ist dabei und der Peter.

Ich will mit ihr reden.

Hallo? Ja, hallo. Hallo.

Hier ist das Schweizer Rote Kreuz, Inspektor Eisel. Sie wünschen?

Lawinenunglück? Ja. Ja.

Da sind drei Mann, sagen Sie? Ja, ich weiß Bescheid.

Alarmieren Sie die Bergwacht in Silvaplana und Jean Faire.

Beginnen Sie die Aktion so bald es möglich ist.

Sagen Sie mir die Namen durch. Und bitte halten Sie mich weiter auf dem Laufenden.

(Turmglocke läutet)

Wie's brennt! - Ja!

Pfüat di, Mutter! - Pfüat di!

Ich weiß, das verstehst du, Mutter. Ich kenne dich doch.

Und helfen kann ich dir ja auch nicht.

Lässt dich die Mutter gehen? - Siehst es ja!

(Immer noch Glockenläuten)

So.

Gehen wir.

Na?

Die vier Studenten. Aus.

Und die anderen drei?

Keine Spur.

Der Klaus hat ja auch gemeint, dass sie nicht von der Lawine erwischt wurden.

Hallo!

Rufen Sie mit!

(Beide) Hallo!

Na, jetzt sieht man überhaupt nichts mehr.

Liegen wir ein paar Stunden in der Hütte. Morgen in der Früh steigen wir rein.

Gut, Vater. - Kümmert euch um die Toten und den Abtransport.

Ich bitte Sie, Sie werden doch das Licht nicht auslöschen! - Es hat keinen Sinn mehr.

Die können doch nichts sehen von uns da unten.

Und mit unserem einzigen Licht können wir uns keinen Luxus erlauben.

Bitte, es ist so unheimlich neben ihm in der Dunkelheit.

Armer kleiner Kerl. Wir nehmen ihn in die Mitte, den Jungen.

Wenn Sie sich fürchten, fassen Sie meine Hand an.

Tut das weh! - So, den anderen Arm.

Ich habe keinen Tropfen warmes Blut mehr.

Gleich ist sie da, die Sonne. Auf den Gipfeln scheint sie schon.

Sie glauben wirklich, dass Peter nicht so friert?

Das Fieber hält ihn warm.

So, mein Kind.

Kommen Sie. Auf!

Da ist sie. - Da, Sonne!

Peter! Peterle!

Herrliche Sonne! Sonne! Es wird warm!

Er ist wach! Er ist wach! Oh bitte... bitte nicht mehr anschreien jetzt.

Peter, schau doch diesen fantastischen Sonnenaufgang!

Ah, wie lauter Pfingstrosen!

Morgenrot.

Schneller! Es gibt einen Wettersturz! Der Wind ist schon da.

Was tut sich denn da so? Ist das Regen?

Nur ein bisschen rieseln.

Bleib nur schön liegen, Gluckerin, gell. Und tu dich nicht aufregen.

(Dr. Jensen ruft) Hallo!

Hallo!

Hallo!

Hallo!

Hallo!

Jensen! - Hier!

Wo? - Vor dir, Mensch! Ich...

(Maria) Peter!

Kerl!

Kerl! - Peter!

Das Seil! Das Seil!

Fesseln!

Anbinden müssen wir ihn. - Nein! - Es bleibt nichts anderes übrig.

(Frauen beten) Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,

jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,

der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,

jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Keine Kerze.

Keine Streichhölzer.

Aus.

Anmeldung St. Moritz. Ja, ich bleibe am Apparat.

Bergwacht St. Moritz. Hier Inspektor Eisel.

Eine Meldung: Großes Lawinenunglück am Piz Palü. Drei Menschen sind

in höchster Lebensgefahr. Wir brauchen dringend Ihr Flugzeug.

Mädel, nicht einschlafen! Du wachst ja nicht wieder auf!

Nur ein bisschen dösen.

Schön warm jetzt...

Maria! Nicht einschlafen!

Das einzige Mittel, Sie wieder wachzukriegen!

So, schaffen Sie sich Bewegung! Massieren Sie ihn wieder!

Peter... Peter!

Um Gottes willen, er erfriert ja! Weil er gefesselt ist!

Deswegen sollen Sie ihn ja auch massieren!

Kalt! - Ja, es ist kalt.

Aber... das Wetter wird besser.

Vielleicht... vielleicht sind sie schon in unserer Nähe.

Lüg doch nicht! Du weißt ja selber, dass es zu spät ist.

Nie... zu spät.

(Flugzeugmotor brummt)

Da ist doch ein Flugzeug! - Ein Flugzeug?

Ein Flugzeug!

Ein Flugzeug! Flugzeug!

Peter! Peter!

Sie kommen! Peter, sie kommen!

Hallo!

Hallo! Hallo!

Hallo! Peter!

Hallo! - Hallo!

Hier! Hier!

Hallo!

(Dr. Jensen) Hallo!

(Maria) Hallo!

(Dr. Jensen) Hallo!

Hallo! Halt!

Weg.

Und jetzt können Sie mich schlagen, küssen,

totschlagen...

Es ist mir ganz gleich. - Ja.

Ich schlafe jetzt.

Sei mir nicht böse.

Ich wusste nicht, dass es so leicht ist.

So, hier geht's. Also abseilen.

Sie müssen direkt unter uns sein. - Ich glaub's auch.

Also, los! - Ist schon recht!

Komm!

Gut sichern!

Schneller! So, gut!

Jawohl!

Da sind sie!

Es ist höchste Zeit!

Wo ist denn der Doktor?

Sie kommen, sie kommen! Entschuldigen Sie, Herr Pfarrer.

Man kann sie ganz genau sehen!

(Kinder rufen freudig durcheinander) - Ciao, Ricardo!

(eine Frau ruft) Sind die beiden gesund? - Ja!

Zwei haben wir retten können. Die sind drüben auf der Hütte.

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