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Er hat einen langen Bart, zwei Hörner auf dem Kopf...
...und acht - acht? - acht Beine,
sehr lang, und goldgelb...
...und mit einem Drachenbart.
Ui! Man kann ihn doch gar nicht sehen.
Du kannst ihn nicht sehen, wenn er irgendetwas macht.
Aber er bringt dir einfach bei den Wettkämpfen Glück.
Ich denke, der Drache ist direkt neben mir.
Er geht dorthin, wo ich hingehe.
Papa, mir ist aufgefallen, dass diesmal weniger Leute da sind.
Wo sind denn alle?
Sie arbeiten in den anderen Städten, um Geld zu verdienen.
Wenn du nächstes Jahr kommst,
und gute Noten hast,
kaufe ich dir ein Handy.
Mach' im nächsten Halbjahr den ersten Platz.
Ich weiß nicht...
Es liegt nur an dir.
Du musst dich mehr anstrengen,
eben hart trainieren.
Wenn du den ersten Platz machst, kommen wir dich besuchen.
Ich hatte gedacht, in der Kung Fu Schule lernt man fliegen.
Und auch, dass es nicht so hart ist, wir nicht so früh aufstehen müssen,
jeden Tag spielen und manchmal eben ein bisschen fliegen üben.
Die Schule hat 1978 mit zwei oder drei Schülern angefangen.
Heute umfasst sie 35.000 Schüler, Trainer und Lehrer
auf einem Gelände von 560.000 qm.
Sie ist die größte nicht-staatliche Einrich- tung, die sich nur auf Kung Fu konzentriert.
Sie bietet aber auch elementare kulturelle Bildung.
Ich bin neun Jahre alt und heiße Xin Chenxi.
Diesen Namen hat mir meine große Schwester gegeben,
weil die Sonne am Morgen besonders munter ist.
Ich bin mit sieben Jahren hergekommen.
Was ich werden möchte?
Soldatin.
Als ich klein war, haben mich meine Eltern jedes Halbjahr besucht,
und jeden Monat hab' ich ein Päckchen gekriegt.
Jetzt bin ich groß.
Vor langer, langer Zeit
war im Song Shan einer mit dem Namen Glücksdrachen.
Er beschützte die Prinzessin.
Nur sie konnte ihn sehen.
Eines Tages schlief die Prinzessin in ihrem Bett.
Warmes Mondlicht fiel ins Zimmer.
Plötzlich flog der Drache herein...
Die Prinzessin sagte: "Du bist ja hübsch!"
Der Drache hat gesagt: "Aber das ist doch klar.
Ich bin ja auch der Nachtdrache.
Ich komme nur nachts raus.
Nur ganz Wenige können mich sehen.
Im Traum."
Was man plant und was man sich wünscht, ist oft sehr unterschiedlich.
Seine Träume und Wünsche kann man nur nachts sehen.
Die Prinzessin hat gefragt: "Kannst du mit mir fliegen?"
Der Drache meinte: "Aber natürlich."
Also hat sich die Prinzessin auf den Rücken des Drachens gesetzt
und ist mit ihm geflogen.
Sie flogen über die Berge,
sie flogen über das Meer und die große Mauer.
Immer höher hinauf.
Plötzlich ging die Sonne auf
und der Nachtdrache musste sich in den Wolken verstecken.
Die Prinzessin konnte sich nicht festhalten, also ist sie hinuntergestürzt
und vor Schreck aufgewacht.
Sie hat lange daran gedacht.
"Es war so schön!
Daran werde ich mich immer erinnern!"
Das war's.
Im Allgemeinen steht der Drache
in China
für Respekt und Ehrfurcht.
Für unsere Schule symbolisiert er Ehre und Glück.
Ich bin im Elite-Team.
Ich glaub', in dieser Mannschaft ist der Druck sehr groß.
Kindheit bedeutet...
Kinder haben Feiertage.
An den Feiertagen ist man glücklicher.
Manchmal organisiert der Trainer, dass wir alle zusammen spielen.
Hier gibt es die Kindheit.
Ich bin mit zehn Jahren in diese Schule gekommen
als einer der jüngsten Schüler.
Damals ermöglichten mir meine Eltern einen Ausflug hierher,
damit ich den Shao Lin Tempel besichtigen konnte.
Dann sollte ich wieder zurück.
Sie hatten sogar schon meine Bücher für die Schule bei uns zu Hause gekauft.
Als ich hierher kam und dem Training zu- schaute, war ich berührt von der Stimmung.
Mein Begleiter fragte mich: "Willst du etwa hier bleiben?"
Und ich: "Ja."
Er meinte: "Geh' lieber nach Hause. Hier ist es zu anstrengend."
Ich darauf: "Stimmt, aber das halte ich aus."
Niemand hätte gedacht, dass ich bis heute bleiben würde.
Das ist der Bedarf der Masse.
Gibt es eine Nachfrage, entsteht auch ein Angebot.
Wenn jemand etwas lernen will, gibt es auch jemanden, der es ihm beibringen will.
Das ist ein Naturgesetz.
Ein ganz normales Gesetz.
In China kann der Begriff "Kung Fu" für alles verwendet werden.
Manche sagen sogar: "Hast du Kung Fu, mit mir zu bummeln?"
Dann ist es ein Begriff für "Zeit".
"Kung Fu" bedeutet:
"Die im Laufe der Zeit durch harte Arbeit gewonnene Energie"
Am meisten hab' ich hier am Kopf geblutet.
Ungefähr 20 Stiche hab' ich gekriegt.
Kleine, oder?
Ich glaube.
Schau mal, meine Narbe.
Da hab' ich mich eines Nachts beim Training mit dem Schwert getroffen.
Weil das Licht nicht an war.
Hast du nichts gespürt?
Ich hab' gar nicht gemerkt, dass es geblutet hat.
Hab' noch gefragt: "Wer blutet denn hier?"
Und alle: "Du!"
Ich hab' lauter Erfrierungen an den Händen.
Sie auch.
Brothände...
Geh' weg.
Guckt, am Ohr!
Abgefroren...
Meine Knie sind nicht mehr gleich groß. Das eine ist so und das andere so.
Guck dir diese große Narbe an.
Wie viele Stiche?
Die Fäden wurden mit einer Feuerzange gezogen.
Wie viele Stiche?
16.
Hast du 'ne Betäubung gekriegt?
Nein.
Waren es große Stiche oder kleine?
Große, 16, du kannst sie zählen.
Hast du dir das hier mit dem Schwert gemacht?
Nein.
Dort hat ein Huhn auf mich eingepickt, als ich klein war.
Ich hab' Kung Fu Filme gesehen.
Ich wollte auch fliegen können und hab' gesagt:
"Ich geh zum Shao Lin Tempel und lern' es."
Alle aus meiner Familie waren dagegen:
"Warum willst du als Mädchen kämpfen lernen?"
Mama hat gesagt:
"Wenn du dort lang genug bleibst, kannst du fliegen."
Dann war ich plötzlich hier.
Warum lernen die Schüler Kung Fu?
Sie haben danach hervorragende Chancen in vielen Bereichen
und sind starker Konkurrenz gewachsen.
Denn durch das Training haben sie einen starken Körper, einen starken Willen
und geistige Kraft entwickelt.
Mein Vater hat mir erzählt:
Als ich geboren wurde, hat sein Kollege mir meinen Namen gegeben.
Chen Xi eben. Das bedeutet:
Die erstgeborene Sonne
und steht für Hoffnung.
Ich bin 15 Jahre alt
und komme aus Janxi,
Fengcheng,
Tongtian,
Chengjiacun.
Ich weiß nicht, wie ich's sagen soll...
In der Schule bin ich die, die nicht viel redet.
Von mir aus würd' ich mit Keinem sprechen.
Nur wenn mich jemand anspricht, antworte ich.
Und ich mache immer Sachen falsch.
Aber vor allem das Reden fällt mir schwer. Besonders, wenn ich was falsch mache.
Damit kann ich die Situation auch nicht retten.
Manchmal denke ich,
die Schule ist wie ein Vogelkäfig.
Ich möchte um die Welt reisen, mal in jede Ecke der Welt schauen.
Ich möcht' nach Japan, nach Korea, in die weite Welt.
Nach Frankreich, Deutschland, überall hin.
Nach Ägypten, die Pyramiden sehen!
Mein Papa ist wie ich.
Er redet auch nicht gern.
Als ich auf diese Schule kam, hab' ich zum ersten Mal richtig lang mit ihm telefoniert.
Er sagte, ich wär' wie ein Drachen,
dessen Schnur gerissen ist, der überall herumfliegt.
Ich soll ja nicht an ein Flugzeug stoßen und abstürzen!
Als ich zwei Jahre alt war, sind meine Eltern zum Arbeiten in die Stadt gegangen.
Sie haben mich zuhause bei den Alten gelassen,
damit die sich um mich kümmern.
Genau. Als ich zwei Jahre alt war.
Ich vermisse meine Eltern sehr.
Wenn wir beim Training völlig fertig sind, denk' ich immer an sie.
Mein Papa hat mal gesagt: "Meine Tochter ist die Beste."
Wenn ich daran denke, hab' ich wieder Kraft.
Viele Eltern müssen arbeiten
und haben keine Zeit für ihre Kinder.
Und es gibt Kinder, über die die Eltern nicht mehr Herr werden.
Solche Kinder werden auf unsere Schule geschickt.
Die Industrialisierung der Kampfkunst hat sich fast zwangsläufig entwickelt.
Die Kung Fu Schulen sind entstanden,
weil die Menschen Gesundheit und innere Freiheit benötigen.
Früher lernte man bei den Kung Fu Meistern und übte. Damals gab es noch keine Schulen.
Der Ursprung liegt
1500 Jahre zurück.
Während der Zeit der "Nördlichen Wei-Dynastie"
kam ein indischer Mönch namens Batuo hierher.
Für ihn ließ Kaiser Xiaowen den Shao Lin Tempel erbauen.
Hier liegt der Ursprung des Kung Fu.
In den Tempelhallen werden Buddha Opfer dargebracht.
Aber auch das Kampftraining findet hier statt.
Die Schlaglöcher hier sind Spuren, die die Kampfmönche
über Jahre hinweg beim Training hinterlassen haben.
Wir stehen um 5 Uhr 40 auf,
ziehen uns an und gehen zum Trainingsplatz.
Dann laufen wir.
Danach kommt das Morgentraining -
bis etwa 7 Uhr 30.
Dann haben wir Pause, um zu frühstücken.
Um 8 Uhr 50 müssen wir wieder beim Training sein.
Wir trainieren bis 11 Uhr 50. Dann gehen wir Mittagessen.
Habt ihr Wasser?
Ich verdurste gleich.
Wisch' dir erstmal den Schweiß ab.
Wir haben meistens nicht genug Zeit zum Essen, nur 10 bis 20 Minuten.
Wir hetzen uns ab.
Du musst mehr üben. Du hast alles vergessen.
Wir erziehen die so genannten "neuen Talente".
Sie beherrschen hervorragend die Kampftechniken
und sind umfassend moralisch
und kulturell gebildet.
Abends ertönt das Horn um 18 Uhr 20. Dann treffen wir uns wieder im Schlafsaal.
Wir duschen zwei Mal pro Woche.
Im Winter ist es extrem kalt.
Es gibt keine Heizung.
Um 20 Uhr 30 ertönt das Schlusshorn.
Es sind 23 Mädchen.
Schlaft früh.
Unterrichtsende!
Nun ja, was ich am liebsten mache,
müsste schlafen sein.
Nur sonntags frei... Und selbst dann
Unterricht und Training!
Das hätte ich nicht gedacht. Draußen ist es ganz anders.
Boah! Das war eine große Umstellung.
Was heißt Freizeit? Wir sind eine Schule.
Bei uns isst und schläft man. Man verbringt die ganze Zeit in der Schule.
Am Anfang hab' ich viel geweint, so hart war es.
Ich hatte Heimweh, wollte nicht, dass Mama geht.
Wann ich weine? Das kommt drauf an.
Abends schlafen ja alle.
Dann geh' ich in die Kammer da drüben und wein' alleine.
Tränen sind ein Ausdruck von Unfähigkeit.
Weinen bringt ja doch nichts.
Nur sich mutig der Situation stellen.
Tränen sind ein Ausdruck von Unfähigkeit.
Ein altes Sprichwort sagt: Ein echter Meister zeigt nicht sein wahres Gesicht.
Sonst ist er kein Meister.
Wenn du da stehst und keinen guten Eindruck machst, hast du schon verloren.
Blamage?
Es gibt keine Blamage. Sie können tun, was Sie möchten.
Sie sollten nicht darauf achten, was andere darüber denken.
Das ist Ansichtssache.
Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie Ihr Gesicht verloren haben, dann ist es auch so.
Wenn nicht, dann nicht.
Wie kann's etwas geben, das am Himmel fliegt und wie eine Schlange aussieht?
Was meinst du?
Keiner glaubt wirklich an Drachen. Die dran glauben, sind Idioten.
Ich weiß von zehn Ausreißern.
Alle sind zurückgekommen.
Alle wurden von der Schule wieder eingefangen.
Keine Ahnung, warum sie mich nicht gefunden haben.
Ich heiße Huang Luolan. Das ist mein Zuhause, mein Zimmer, mein Bett.
Ich bin 16 Jahre alt, nach chinesischem Kalender 17.
Eigentlich ist so ein Zimmer in China ein Prinzessinnenzimmer.
Es ist schon ziemlich groß.
Ich bin glücklich, sehr glücklich.
Endlich raus aus der Hölle!
Eineinhalb Jahre war ich dort.
Im zweiten Jahr nur ein paar Monate.
Ich war mit 14 Jahren dorthin gekommen.
Tritt nicht so fest.
Nicht so fest!
Ich bin aus der Schule ausgebrochen.
Mein Vater sagt, ich soll wieder zurück.
Davor hab' ich Angst.
Wer sich traut zu fliehen und durch das Schultor entkommt,
ist entweder Trainer oder kennt die Wächter.
Ich war ein gutes Kind und kannte Niemanden.
Also musste ich über die Mauer klettern.
Bei mir sind Tag und Nacht vertauscht. Ich stehe meistens nachts auf
und gehe vormittags oder mittags schlafen.
Sobald ich aufsteh', setz' ich mich an den Computer.
Dann schlafe ich wieder. Ich esse, schlafe, spiele, schlafe.
Oft schimpft meine Mutter zwei, drei Stunden vor meinem Zimmer.
Stell' ich die Musik ganz laut, hört sie auf.
Wird die Musik leiser, fängt sie wieder an.
Mein Vater hält sich raus.
Als sie noch klein war,
war sie recht brav.
Ich musste frühmorgens losfahren und die Kunden beliefern. Dann schärfte sie mir ein:
"Papa, fahr' langsam und komm' früh zurück!" Schon mit vier Jahren hat sie so gesprochen.
Auch noch im Grundschulalter
war sie artig.
Ich hatte einen Privatlehrer engagiert, der ihr abends Unterricht gab.
Anscheinend habe ich sie zu sehr verwöhnt.
Und jetzt hat sie die Kung Fu Schule abgebrochen.
Jetzt sitzt sie nur zuhause und spielt am Computer.
Ich habe ihr wohl zu viel durchgehen lassen.
Deswegen will sie jetzt auch nicht zurück auf die Schule.
Als sie als Baby zu uns kam,
war sie erst 20 Tage alt.
Das Baby hatte einen Zettel bei sich:
"20 Tage alt".
Der Säugling war in ein altes T-Shirt gewickelt. Es gehörte wohl der Mutter.
Das liegt bis heute bei uns herum.
Damals wollte ich das Baby nicht haben. Ich hatte doch ein Geschäft.
Was sollte ich mit einem Kind anfangen? Ich hatte alle Hände voll zu tun.
In der ersten Woche wollte ich sie nicht annehmen.
Meine Frau fragte Freunde und Verwandte, ging von Haus zu Haus.
Aber alle hatten schon Kinder.
Wenn man keinen Sohn bekommt, heißt es, man habe im vorherigen Leben gesündigt.
Ich hab' diesen Zettel irgendwann gefunden. Das hab' ich zwei Jahre für mich behalten.
In der Mittelstufe hab' ich angefangen zu rauchen und mich zu prügeln.
Meine Eltern waren sehr enttäuscht und konnten mich nicht mehr bei sich behalten.
Sie hatten gehört, in Henan gäbe es eine große Kung Fu Schule.
Dort seien sie sehr streng.
Ich hab' gefragt: "Es heißt: Ist man einmal auf Ihrer Schule,
darf man sie nicht mehr verlassen. Stimmt das?"
Man antwortete: "Nicht ganz. Wenn er will, darf ein Schüler auch gehen."
Selbst die Trainer hauen ab.
Im selben Jahr wie ich sind drei Trainer geflohen.
Sie hat sich beschwert, das Leben dort wäre sehr hart.
Warum genau sie weggelaufen ist, hat sie nicht erzählt.
Und ich habe auch nicht die Trainer gefragt, wegen der Entfernung.
Wache stehen ist eine Maßnahme der Schule,
uns zu beschützen.
Um Diebe fernzuhalten und so.
Egal, wie ein Schüler zu uns gekommen ist...
Wir müssen zuerst seine Gedanken und sein Verhalten zurechtbiegen,
damit er nicht glaubt, er sei nutzlos für die Gemeinschaft.
In jeder Gemeinschaft muss es feste Abläufe geben.
In der Familie braucht man Regeln und in einem Staat braucht man Gesetze.
Bei uns sind die Vorschriften sehr detailliert.
In Sachen Ordnung sind wir sehr strikt, auf allen Ebenen.
Es ist alles durchdacht.
Zum Beispiel, wie man marschieren soll.
Zum Beispiel, wie man sich setzen soll.
Zum Beispiel...
"Kung Fu" interpretiert jeder auf seine Weise.
Für einen Mönch im Shao Lin Tempel ist es eine Lebensphilosophie.
Hast du die Unart, spät aufzustehen...
Wäschst dein Gesicht nicht, putzt die Zähne nicht...
Im direkten Einzelkontakt zeigt dir der Betreuer, wie es richtig ist.
Kann man dann noch etwas falsch machen?
Durch Kung Fu und Meditation erlangen wir
innere Weisheit und Selbstbefreiung.
Man begreift den Sinn des Lebens und über- windet die Grenze zwischen Leben und Tod.
Was hat man dann noch zu befürchten? Nichts.
Wenn sich keiner um dich kümmert,
bleibst du doch eine Wilde.
Manchmal denk' ich, ich wär' krank.
Dabei bin ich eigentlich nicht krank,
sondern mach' mir nur Sorgen, ich wär's.
Wenn du vom Training sehr erschöpft bist,
fühlst du dich krank.
Mit meiner Mannschaft darf ich jetzt an Wettkämpfen teilnehmen.
Wenn du groß bist, sind alle Wettkämpfe in deinem Protokoll aufgeführt.
Wie viel du geleistet hast und so.
Je nach den Ergebnissen findest du Arbeit.
Dann spare ich und gebe meinen Eltern jeden Monat Geld.
Diesen Wettkampf gibt's jedes Jahr nur einmal.
Darf man nicht mitmachen, muss man ein ganzes Jahr warten.
Die ersten 16 Plätze können ins Finale kommen,
und im Finalkampf kann man immer weiter kommen,
bis in die nationalen Wettkämpfe
und noch weiter.
Mein Papa sagt,
nur, wenn ich den ersten Platz mache,
kommt er mich besuchen.
Kung Fu ist nur ein Teil des Lebens.
Wir trainieren die Kampfkunst nicht um ihrer selbst Willen, sondern um religiös zu leben.
Solange die Richtung stimmt -das heißt, solange wir die Kinder technisch,
moralisch und kulturell richtig gut ausbilden -
ist jede Methode recht.
Im Unterschied zu den Kampfkunstschulen stellen wir hohe Anforderungen.
Die Schüler,
die dem Tempel beitreten wollen, müssen sich zum Buddhismus bekennen.
Anders die Schulen draußen.
Dort genügt es für die Anmeldung, alle Formalitäten zu erledigen.
Das Eintritts-Niveau ist vielleicht niedrig,
aber das Abschluss-Niveau sehr hoch.
296 unserer Schüler haben international erste Plätze belegt,
national: 375 erste Preise.
Vor einem Wettkampf haben wir Intensivtraining
und keinen Unterricht mehr.
Selbst wenn sie verwandt sind, schlagen sich einige gegenseitig halb tot.
Ohne Ehrgeiz geht es nicht. Man braucht Kampfgeist bis zum Äußersten.
Wir sind nun mal Gegner.
Wenn du nicht angreifst, greift der andere an! Hab' ich recht?
Habt ihr das gesehen? So macht sie das immer.
Wenn sie dich angreift, kannst du ausweichen und selbst angreifen.
Zum Beispiel mit einem Tritt.
Manchmal wird etwas an einem demonstriert.
Das ist aber nicht so ernst gemeint.
Deshalb denken sich die Schüler ja auch nichts dabei.
Ob's nun weh tut, oder nicht. Wenn einer weint...
Das mag der Trainer nicht.
Du kannst nicht jedes Mal zurückweichen,
warten, dass sie innehält, und dann angreifen.
Sonst durchschaut sie es.
Wenn du sie mit einem Schlag überraschst, siehst du ja, ob sie dich so noch angreift.
Dann kannst du immer noch ausweichen.
Die aus der Gruppe sagen dann: "Wein' nicht,
der Trainer hat nur Spaß gemacht."
Eigentlich wissen das auch alle.
Manche weinen nur, weil's weh tut.
Einige müssen unbedingt um etwas ringen,
wie die, die um den Weltmeistertitel kämpfen.
Was bringt es einem?
Doch nur etwas für diesen einen Augenblick.
Nein!
Am Telefon wein' ich nie! Ich will nicht, dass die zuhause sich Sorgen machen.
Es ist eine Kampfkunstschule. Natürlich ist es hier anstrengend.
Es ist mir sogar unangenehm, wenn ich weine. Dann fühlen sie sich noch schlimmer als ich.
Das ist nicht gut.
Meine Eltern müssen eben arbeiten.
Wenn ich anrufe, sagen sie immer: "Wir sind zu beschäftigt zum Telefonieren."
Ich bin schon so lang da, aber meine Eltern waren noch nie hier.
Das sollte wirklich gesagt werden...
Die Kinder heute sind sehr einsam.
Die Eltern sollten öfter bei ihren Kindern sein.
Klar, die Arbeit ist wichtig. Aber Kinder sind noch wichtiger.
Ich hab' das Gefühl,
die Trainerin steht uns näher als unsere eigenen Eltern.
Meine Eltern wissen vieles von mir gar nicht.
Da weiß die Trainerin mehr.
Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet:
In einem Haushalt kümmern sich zwei Erwachsene
um nur ein Kind
und fühlen sich selbst dann manchmal überfordert.
Denn jedes Kind hat hohe Erwartungen.
Aber hier betreut ein Trainer mehr als zehn Kinder!
Und ein Kind musst du
innerlich zu 80 Prozent beherrschen!
Du musst jede Aktion aufmerksam verfolgen: wie bei einem kleinen Vogel.
Rührt er sich, gehst du mit. Erhebt er sich, hebst auch du deine Hand.
Du musst mitgehen, damit du ihm die Kraft nimmst.
Meine Beziehung zu meinem Trainer war zu gut.
Wir haben uns sogar SMS geschickt.
Als er weggerannt ist, hat der Chef-Trainer die Nachrichten in seinem Handy durchsucht.
In einer hab' ich mich mit dem Trainer gestritten.
Da wusste er, dass ich menschlich nicht gut bin.
Um ihren Bruder machen wir uns keine Sorgen.
Nur um Huang Luolan, dieses kleine Gespenst.
Deshalb hab' ich sie zurück auf die Schule geschickt.
Mehr können wir nicht für sie tun.
Alles hängt von ihr selbst ab.
Wenn mein Vater gesehen hätte, wie ich geschlagen wurde,
hätte er sich mit dem Trainer angelegt.
Solche Schläge sind abartig.
Schlägt er dich richtig, gibt's zehn Hiebe mit dem Stock.
Dann sind sieben, acht Stöcke kaputt.
Wirklich unheimlich. In den Schlafräumen stehen überall Stöcke.
Mein Papa und mein Bruder hatten mich nie geschlagen.
Deshalb fühlte ich mich so gedemütigt.
Wurdest Du auch schon geschlagen?
Ja. Durch Stockschläge sollen wir besser trainieren.
Tut es weh?
Natürlich tun Stockschläge weh.
Dürft Ihr einen Freund haben?
Auf keinen Fall...
Und was passiert, wenn sie's rausfinden?
Dann werden wir geschlagen...
Mann und Frau...
Das ist noch kein Thema für mich.
Wie alt bin ich denn?
Es gibt schon einen, den ich mag...
Aber... Wie sagt man so schön?
Er ist wie der vertrauteste Fremde.
Darüber denk' ich nicht so viel nach.
"Liebe"... Das ist die Liebe unserer Eltern zu uns.
Also: Wie sie sich um uns sorgen und in uns investieren.
Damit aus uns mal was wird.
Du lebst weiter und isst weiter, stimmt's?
Gefühle haben Geduld.
Die Zeit wird einiges mildern, wirklich.
Hätt' ich die Wahl zwischen Brot und Liebe, würd' ich Brot nehmen.
Ehrlich, ihr könnt das Essen in der Schule selbst probieren:
Fällt dir etwas Reis auf den Tisch, springt er hoch.
So hart ist er!
Man findet auch Insekten: Tausendfüßler, grüne Raupen,
alles Mögliche.
Disziplin ist nur, was man nicht darf.
Weder dies, noch das!
Disziplin ist: Nichts zu dürfen!
Die Schüler werden zu Eitelkeit erzogen.
Damit sie für die Schule kämpfen und ihr Ehre bringen.
Gut für die Schule, schlecht für die Schüler.
Die meiste Angst hatte ich vor dem Alleinsein.
Jedes Mal, wenn ich auf der Dach- terrasse war, wollt' ich runterspringen.
In unsere Klasse war ein Mädchen gekommen...
Zuerst war sie ganz passabel.
Aber dann haben wir festgestellt, dass sie klaut.
Unser Trainer war sehr groß...
Er sah aus wie 18, 19 und wollte nicht ein Mädchen in seinem Alter schlagen.
Er kam zu mir:
"Du als Klassensprecherin such' dir ein paar Mädchen
und tu', was nötig ist - ich weiß nichts davon!"
Damit meinte er, wir sollen sie verprügeln.
Wir haben ihr ein paar Tritte verpasst.
Sie hat es nicht auf sich sitzen lassen, als ob sie im Recht wär',
und ist abgehauen.
Ja, es gibt welche, die wegrennen.
Aber keiner würde vor Schülern oder Lehrern sagen:
"Ich mach' nicht mehr weiter. Ich geh' morgen."
Sonst würd' dich dein Trainer nicht mehr betreuen!
Du wirst dann jeden Tag ins Zimmer gesperrt
und ein Aufseher passt auf dich auf!
Er bringt dir das Essen,
tut alles für dich,
lässt dich aber nicht trainieren.
Du darfst nicht einen Fuß vor die Tür setzen.
Als das Mädchen zurück war, hat es dem Chef-Trainer gesteckt,
dass unser Trainer mich dazu angestiftet hat.
Schon unser erster Trainer war wegen des Chef-Trainers abgehauen.
Wegen ihm ist dann auch noch der zweite gegangen.
Die Trainer, die verheiratet sind und Familie haben,
dürfen an zwei Abenden pro Woche nach Hause.
Die anderen müssen rund um die Uhr bei ihren Schülern bleiben.
Aber an den beiden Abenden darf man auch nicht irgendwo anders hin -
nur mit Familie und Kindern spazieren gehen.
An dem Tag hat der Chef-Trainer extra viele Trainer zu uns geschickt, um zuzusehen.
Vor Publikum hat er mich die ganze Zeit ins Gesicht geschlagen.
Ich musste an der Tür stehen und immer wieder hat er mich geschlagen.
Man zeigt Dankbarkeit und Respekt.
Darauf legt die Schule sehr großen Wert.
Denn: "Wer den Kampf erlernt, muss zuerst Anstand lernen."
Das wird dokumentiert.
Und dann sollen sie ihre Fehler eingestehen.
Damit sie sich ändern und besser lernen und so,
wird es gefilmt.
Sie machen einen richtigen Film daraus.
Den projizieren sie dann auf einen großen Monitor und zeigen ihn allen.
Das Innere bestimmt das Äußere.
Alles entsteht tief im Inneren des Herzens.
Den so genannten Stress oder ein Frei- heitsgefühl rufen wir doch selbst hervor.
Öffnen wir die Seele, fühlen wir uns frei.
Öffnen wir sie nicht, dann nicht!
Werden Sie nicht eingeschränkt und empfinden dennoch Druck,
schränken Sie sich selbst ein.
Dann sind Sie nicht frei.
Aber selbst, wenn Sie eingesperrt sind,
können Sie frei sein,
wenn Sie innere Ruhe besitzen.
Ich hatte das Schwert nicht richtig geschleudert
und hab' mir meine Hand gebrochen.
Es hat sehr weh getan. Sie haben mich ins Krankenzimmer gebracht
und mir den Knochen noch mal gebrochen, damit er gut zusammenwächst.
Innerhalb von zwei, drei Wochen wächst er zusammen.
In der ersten Woche bin ich nur gelaufen,
in der zweiten hab' ich mit Geräten geübt
und in der dritten voll trainiert.
"Der Aktive steht im Nebel. Der Passive sieht alles klar."
Auf der Kampf-Plattform bist du benebelt und weißt nicht,
welche Bewegung du machst.
Die Leute unten aber sehen alles klar:
Wo dein Gegner verwundbar ist
und wo du hättest zuschlagen sollen.
Bevor ich dran war, hab' ich gedacht: Geh' einfach rauf!
Am Schlimmsten ist...
...wenn die eigenen Schüler mittelmäßige Leistung zeigen.
Ich denke, es ist gut, dass die Schule so ist.
Wenn die Kinder später abgehen,
müssen sie sich auch so verhalten.
Wenn sie arbeiten,
haben sie es mit ihrem Vorgesetzten zu tun.
Der geht auch so mit dir um.
Fehler sind nicht erlaubt.
Ich hab' mich sehr geschämt.
Wenn du nicht mit ihnen schimpfst, ist es, als wüsstest du nicht,
an wem es liegt.
An ihnen, oder an dir.
Wenn jemand mit dir schimpft, dann doch nur, weil er sich um dich sorgt
und sich um dich kümmert, oder?
Wenn jemand mit dir schimpft, heißt das...
Er ist gut zu dir.
An was ich mich erinnere?
Also, wenn ich nachdenke?
Ich denke immer nur ans Training.
Daran, wie ich trainiere.
Das ist ihr erster Wettkampf.
Ich stelle hohe Anforderungen an sie, vor allem beim Intensivtraining.
Ich selbst bin schrittweise soweit gekommen, ich kenne ihre Strapazen.
Es ist sehr anstrengend, aber angespannt bin ich nicht.
Ich tu's ja für später.
Und so anstrengend ist es auch wieder nicht.
Ich habe ihr den Befehl gegeben,
sich innerhalb von zwei Tagen den gesamten Bewegungsablauf anzueignen.
Am dritten Tag soll sie alles können.
Der Zeitplan für Wettkämpfe ist sehr eng.
Ich will sie nicht völlig erschöpfen.
Aber ich muss verlangen, das angestrebte Ziel zu erreichen.
Als ich Schüler war,
waren die Zeiten wirklich hart.
Während des Trainings wurde man auf den Boden geworfen und geschlagen.
Ich hab' noch heute Narben, zum Beispiel am Bein.
Auch die Schulter hatte ich gebrochen.
Aber selbst da hab' ich nicht an Aufgeben gedacht...
Unsere Beine waren ganz weich,
machte das vordere einen Schritt, knickte das hintere ein.
Wir waren so fertig, dass wir die Treppen rückwärts runtergehen mussten.
Wenn ich jetzt daran zurückdenke, dann war das Gefühl
doch herrlich.
"Kung Fu" heißt eben:
trainieren, trainieren
und noch mal trainieren.
Es ist eben etwas anstrengend,
deshalb heißt es ja "Kung Fu": harte Arbeit.
Was ich jetzt zuhause machen würde?
Auf unseren Dattelbaum klettern
und ein paar Datteln naschen.
Ich würd' mich in mein Bett kuscheln und Fernsehen gucken.
Mich den ganzen Tag verkriechen
und nicht so schwarz sein wie jetzt.
Ich seh' ja schon aus wie ein Stück Schokolade.
Zuhause will ich vor allem meine Oma sehen.
Meine Oma hat nie
über mich geurteilt, wenn ich einen Fehler gemacht hab'.
Sie war sehr gütig und hat mir immer geholfen,
jede Hürde zu nehmen.
Als Kind hab ich gedacht:
Warum muss man denn in die Ferne? Zuhause ist es doch so schön.
Mein Vater ist nie zuhause, nur um dies bisschen Geld zu verdienen.
Das ist mein Bett.
Hier schlaf' ich mit meiner Oma.
Sie wurde in der Fabrik in Changtang Dorf geboren.
Ihre Mama arbeitet dort. Also wurde sie da geboren.
Mit eineinhalb Jahren haben sie mich zu meiner Oma gebracht.
Ich hab' geschlafen.
Als ich aufgewacht bin, hab' ich mich immer wieder umgeschaut.
Es war seltsam, warum war ich auf einmal hier?
Wenn du brav warst, mochte ich dich rundum.
Ich war sehr ungestüm.
Wenn sie weinte, dann musste man auch zuschlagen.
Mal wollte sie mit ihrer Schwester Kühe weiden gehen.
Die Sonne brannte und ich habe es nicht erlaubt.
Mit meiner Tante!
Du nanntest sie immer Schwester.
Da hat sie geweint und wurde geschlagen. Nicht mit der Hand, mit dem Stock!
Erzähl du, dein Gedächtnis ist besser als meins.
Wenn sie weinte, mochte ich sie nicht.
Als sie klein war, war sie hübsch. Nur etwas zu dunkel.
Das ist sie immer noch. Darin gleicht sie ihrem Vater.
Ihr Papa ist auch schwarz. Nur die Mama ist blass. Ich hab' sie nie gesehen.
Ihr Bruder ist auch schwarz. Durch die Sonne.
Es ist eigentlich nichts dabei, nur...
Wenn die Kinder die Eltern am meisten gebraucht hätten,
waren sie nicht da und...
Sie kommen schon lange nicht mehr zu Neujahr nach Hause.
Alle Kinder wissen: An Neujahr muss man nach Hause fahren.
Wie beschäftigt meine Eltern auch sind,
wie dringend sie auch Geld verdienen müssen,
es ist doch immer noch ihr Zuhause.
Jeder muss kommen.
Kämpfen liegt in der menschlichen Natur.
Jeder - egal ob Mensch oder Tier - schlägt zurück
oder verteidigt sich, wenn er angegriffen wird.
Das ist eine natürliche Reaktion.
Im Tierreich
wie im Pflanzenreich.
"Kung Fu" bedeutet:
Mit Händen und Füßen herumzufuchteln.
Nur das, was einem gefällt, kann man von ganzem Herzen tun.
Es ist immer besser, wenn man seinen Weg selbst wählt.
Ich wollte nicht mehr, also bin ich nach Hause.
In der Schule wollte ich einfach nur die Tage hinter mich bringen.
Sekunde für Sekunde.
Die Anderen verstehen nicht, wie ein so ungeduldiger Mensch wie ich
etwas tun kann, das so viel Geduld fordert.
Eben, weil ich's gerne mache!
Eine Zeitlang hab' ich Verluste gemacht,
aber jetzt läuft das Geschäft recht gut.
Ich träum' jetzt schon von einem größeren Laden,
einem eigenen.
In der Schule ist mir klar geworden, dass das Leben schön ist.
Leben zu können ist toll.
Am wichtigsten ist das Hier und Jetzt.
Die Vergangenheit sollte man ruhen lassen.
Anfangs wollte ich sie ins Waisenhaus geben.
Aber dieses Kind weinte überhaupt nicht -
das war erstaunlich!
Wir hatten anfangs kein Milchpulver.
Da hab ich ihr ein bisschen Lammfleisch angeboten.
Lammfleisch mit braunem, süßem Zucker.
Das Baby aß alles schmatzend auf.
Als die erste Woche verging und es nicht weinte,
ist es uns langsam ans Herz gewachsen.
Weil es nicht weinte und brav war, war ein Gefühl der Verbundenheit entstanden.
Hätte sie geweint, hätte ich sie sofort abgegeben.
Ich musste ja wegen des Geschäfts immer früh aufstehen.
Aber sie weinte nicht.
Als wäre sie gar nicht da.
Hallo?
Papa...
Ja.
Es war Wettkampf-Finale.
Ach so, das Wettkampf-Finale...
Erzähl' Papa, welchen Platz du gemacht hast.
Einen zweiten und einen vierten.
Warum nicht den ersten?
Ein vierter... also na ja, ein vierter...
Streng' dich mehr an.
Dann kriegst du den ersten Platz.
Was willst du mit dem vierten?
Ich werd' immer den zweiten oder dritten Platz machen.
Eine ist schon viel länger im Elite-Team.
Sie ist viel besser.
Deshalb kann ich gar nicht Erste werden, nur Zweite oder Dritte.
Dies ist eine Kampfkunstschule.
Viele Kinder wurden hergeschickt, weil sie zuhause nicht artig waren.
Ich denke, Menschen können sich sehr ändern.
Sie werden artiger.
Ich hab' mich für das Ganztagstraining angemeldet.
Ich hab keinen anderen Unterricht mehr, trainiere nur noch.
Ich will jeden Tag gut trainieren.
Und jeden Tag besser werden.
Mit Kung Fu ist es so eine Sache:
Wenn du lange genug durchhälst, kannst du eines Tages dein Haupt erheben.
Ein Vogel im Käfig ist glücklich.
Er zwitschert, hüpft beim Füttern freudig herum.
Sie finden, dass er nicht frei ist, aber er empfindet das anders.
Frei oder nicht frei... Das ist nur ein inneres Gefühl.
Es kommt auf den Blickwinkel an.
Dadurch entwickeln wir Gemeinschaftssinn
und Bewusstsein für den großen Zusammenhang.
Wir haben das Gefühl -
und ich glaube, jeder hat es -
dass wir in einer großen, harmonischen Gemeinschaft leben.
Dadurch entwickeln und festigen wir die kollektive Mentalität.
Die Entscheidung, auf diese Schule zu gehen, haben wir ihr überlassen.
Ich hab' sie gefragt, und sie hat Ja gesagt.
Ich hab' sie gewarnt, dass es hart sein wird.
Sie meinte: "Macht nichts. Das kann ich aushalten."
Einmal im Jahr, in den Ferien, kann ich ihn sehen.
Und jeden September.
Papa macht Verluste mit den Melonen.
Warum?
Weil das Wetter zu schlecht ist, keiner kauft was.
Der Preis ist zu niedrig.
Die verlorenen Gefühle kann man nicht nach- holen. Dafür haben wir auch keine Lösung.
Wir können nur gut zu ihr sein, wenn sie nach Hause kommt.
Wenn sie größer ist, wird sie uns verzeihen.
Wir Eltern haben es auch schwer.
Schon jetzt ist sie sehr tapfer, nett und verständig.
Sie sagt, wir hätten es nicht leicht.
Sie sei nicht böse auf uns.
Morgen, wenn ich wieder in die Schule fahre, werd' ich Papa vermissen.
Ich will wieder in die Schule.
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