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Hey!
(Rhythmische Musik.)
Guten Tag, Frau Thalberg.
Ihre Schwiegertochter flieht gerade aus der Psychiatrie.
Was soll ich jetzt machen? - Sie wird hierherkommen.
Ich spüre es.
Und das darf nicht passieren.
Niemals.
Schmeckt's?
Hallo, Schatz.
Bin ich froh, dass du da bist!
Wie geht's dir? - Besser.
Viel besser. - Wie bist du da rausgekommen?
Im letzten Moment.
Ist dir jemand gefolgt? - Ja.
Wer? - Du.
Ich hab dich vermisst.
Du hast mir auch gefehlt.
Ich wünschte nur, wir würden woanders hinfahren.
Warum? Wir fahren zu deiner Mutter. Wo ist das Problem?
Du weißt genau, dass das kein Spaß wird.
Ja, ich weiß.
Aber wir haben keine andere Wahl.
Wozu soll so eine Reise in die Vergangenheit gut sein?
Es gibt Dinge, die muss man ruhen lassen.
Aber du kannst es doch auch nicht ruhen lassen.
Du hast es mir versprochen. - Nein, du hast es dir versprochen.
Du willst es so!
Wir sind hier, weil du es so willst!
Warum alles kaputtmachen, Rebecca?
Wir lieben uns. Ich liebe dich, und du liebst mich.
Lass uns umkehren. Bitte.
Nicht in diesem Leben, Henry.
Ich gehe nicht wieder zurück.
Ich gebe keine Ruhe, bis ich weiß,
wie dein Vater damals ums Leben kam.
Dann geh allein.
Fahr zu ihr und reite den Drachen!
(Bremsen quietschen.)
Warum halten wir? - Da liegt was auf den Schienen.
(Geheimnisvolle Tierlaute.)
(Mysteriöse Klänge.)
Ach du Scheiße.
Alles gut, alles gut.
(leise) Dieses Arschloch.
(Schaffner klopft) Dippoldisberg! Sie müssen aussteigen!
(Leise Musik.)
Ist noch ein weiter Weg bis Dippoldisberg.
Steigen Sie ein, ich nehme Sie mit.
Danke. Ich laufe.
Bitte?
Ich hätte gern was zu trinken.
Und was? - Das ist mir eigentlich egal.
Wo hast du die gefunden?
Die Wölfe sind wieder da. - Sie holen die Schafe.
Und ich hole den, der Schlingen legt.
Krieg ich was zu trinken?
Ja, was denn?
Egal. Ich hätte es nur gern in einem dieser Gläser serviert.
Ja, die aus dem Regal ganz oben. - Aus den Gläsern trinkt hier keiner.
Warum nicht?
Wer daraus trinkt, der wird nicht alt.
Ist nur so eine Legende.
Das ist Erzkristall von Thalberg. Sind das Originale?
Hier ist alles original,
junge Frau.
Gib ihr eins.
Gut. Wirklich gut.
Was wollen Sie eigentlich hier?
Ich schreibe ein Buch über Glas.
Und ich suche ein Zimmer.
Haben wir hier nicht.
Es gibt doch hier sicher ein Hotel für Touristen? - (lacht) Touristen?
Berta Otth vermietet ein Zimmer. Es steht im Moment leer.
Aber es hat kein Doppelbett, Tom! (lautes Lachen)
Hören Sie nicht auf die.
Ich bring Sie hin.
Herzlich Willkommen im schönen Dippoldisberg!
Mein Name ist Tom Faller. Ich bin der Förster.
Warum sollte ich aus dem Glas nicht trinken?
Ist eine lange Geschichte.
Hässliche Geschichte.
Ich mag hässliche Geschichten.
Sie sind wahrer als die schönen Geschichten.
Kommen Waldgeister darin vor?
Und Reiter ohne Kopf? - Jede Menge. Wir sind hier im Erzgebirge.
Und Liebe? - Ohne Ende.
Mord und Totschlag?
Die Geschichte ist so lang und so hässlich.
Haben Sie eine Woche Zeit? - Vielleicht.
Kommt auf die Geschichte an.
Berta, das ist Frau ...
Rebecca. - Sie sucht ein Zimmer.
Sind Sie aus dem Westen?
Rebecca will uns nichts wegnehmen.
Oder?
Geben Sie mir etwas Zeit? - Niemand wird uns etwas wegnehmen.
Meine Mutter lebt in diesem Haus seit 1911.
Sie hat Hindenburg, Hitler, Stalin und Honecker überlebt! - Beruhig dich.
Wir suchen nur einen Platz zum Schlafen.
Um in Ruhe für Ihr Buch über Glas zu recherchieren, oder?
Glas? Der Teufel soll das Zeug holen! (spuckt aus)
Wo sind Ihre Schuhe?
Hab ich im Zug vergessen.
Na, dann kommen Sie mal rein.
Aber Männerbesuche gibt es nicht.
Meine Ehemänner.
Der eine blieb im Berg, der zweite hatte wunderbare Hände.
Beide tot.
Schön hier.
Haben Sie Geld?
Ja.
Handtücher bring ich Ihnen.
Frühstück gibt's nicht. Wo ist dieser verdammte Schlüssel? Mutti!
Und?
Und was?
Die Geschichte?
Ach ja, die hässliche Geschichte.
Heute Abend beim Essen?
Heute Abend beim Essen.
Sie ist im Dorf.
Der Förster kümmert sich um sie.
Wer?
Tom Faller.
Weiß er, wer sie ist? - Weiß sie, wer er ist?
Verstehe ich nicht. - Besser so.
Was ist das? - Meine Rechnung.
Du kriegst nichts. - Bitte?!
Sie sollten verhindern, dass sie hierherkommt,
Sie Ex-Boxer! - Ich stand wochenlang vor dieser Psychiatrie.
Wenn Sie mich um mein Honorar prellen ...
(energisch) Keinen Pfennig kriegst du!
Wenn die Mauer nicht gefallen wäre, dann wäre ich jetzt Weltmeister.
Und wenn Sie mich nicht bezahlen,
dann ist das ein Fehler, Frau Thalberg.
'N Abend, Jungs.
Wo ist Aschenputtel?
Hast du der Schuhe gekauft? - Haha.
Dass wir das erleben dürfen ... Was darf's sein, Tom?
Was hast du denn vorbereitet? - Heute gibt es das,
was es immer gibt: Schweinebraten mit Kartoffeln und Erbsen.
(Gelächter.)
Hört mal zu. Sie ist verheiratet. Benehmt euch einmal so,
als wärt ihr zur Schule gegangen.
Hier, falls Sie nachts mal aufs Klo müssen.
Ich hab sie nur einmal getragen. '74.
Da waren Sie noch nicht geboren.
Gute Nacht. - Danke.
Warst du schon bei ihr?
Wo warst du? - Das ist egal.
Warst du schon bei ihr? - Bei wem?
Bei meiner Mutter natürlich.
Ohne dich werde ich nicht zu ihr gehen.
Glaubst du, sie erzählt dir alles? - Was erzählen, Henry?
Sei froh, dass sie noch nicht weiß, dass du hier bist.
Wo willst du hin? - Ich will mich mit Tom Faller treffen.
Tom?
Willst du ihn ausfragen nach mir?
Glaub ihm nichts! Glaub ihnen allen nichts! Sie erzählen nur Lügen!
Warum?
Gefällt er dir?
Willst du mit ihm schlafen?
Mach dich nicht klein, Henry.
Warum begehrst du mich nicht mehr?
Warum kannst du mich nicht lieben, so wie ich dich?
Wir hätten nicht herkommen sollen.
Geh nicht wieder, bitte! Lass mich nicht wieder allein!
Was wünschst du dir?
Was kann ich dir geben?
Sag, was willst du mehr, als alles andere auf der Welt?
Mehr als alles andere auf der Welt?
Tot sein. Und dass wir uns nie begegnet wären.
(Gespräch übers Kartenspiel.)
Wie schmeckt's?
Beschissen.
Das freut mich.
Okay. Danke dir trotzdem.
Nichts für ungut.
Wenn du wieder schnarchst, dann schläfst du draußen.
Gute Nacht.
(Leise Musik.)
Sie sind ganz nah dran.
Aber die Glashütte der Thalbergs liegt auf der anderen Seite.
Sehe ich so aus, als hätte ich mich verlaufen?
Ich kann Sie hinbringen, wenn Sie wollen.
Ich kann's Ihnen auch beschreiben.
Oder ich bring Sie hin. Ganz wie Sie wollen.
Seltsam. - Was?
Aus der Richtung kam lange niemand mehr. - Woher?
Von den Thalbergs.
Ich glaube, ich bring Sie besser.
(Knurren.)
Das ist ausgelaufenes Glas.
Jetzt ist es hart wie Stahl.
Sie merken es also auch.
Was? - Dass an diesem Ort das Böse wohnt.
Wer es spürt, hat die dafür nötige dünne Haut,
erzählen die Leute. Seit damals. Seit es passiert ist.
Was ist hier passiert?
Der alte Thalberg brannte das beste Glas im Erzgebirge.
Bis ihn die Kommunisten enteigneten.
Danach wuchsen Hass und Verbitterung in ihm.
Irgendwann bebte der Berg.
Vielleicht war es auch eine Explosion,
an Dynamit hat's hier nie gemangelt.
Die Stollen wurden verschüttet.
Thalberg stand mit seinem Sohn oben ... - Mit seinem Sohn?
Soll ich weitererzählen?
Ja, bitte.
Oben stand Thalberg mit seinem Sohn und schaute unbewegt zu.
Berta Otth verlor ihren Bruder und ihren Ehemann.
Ihre Mutter ging tagelang zum Berg
und lies Erbsen durch die Schlitze rieseln.
Leise hallte das Echo von verschütteten Schächten nach oben.
Die Hälfte der Männer blieb unten.
Sie sind immer noch da unten.
Ein Haufen alter Knochen.
Manchmal kommen sie raus,
schleichen durch die Wälder und heulen. Huuuh!
Was passierte mit Thalberg und seinem Sohn?
Eines Nachts nahm Thalberg seinen Sohn
und ging mit ihm durch den Teufelsgrund ...
Der was?
Der Teufelsgrund ist eine Schlucht, in der es immer regnet.
Man sagt, der Teufel kühlt dort mit dem Wasser seine heiße Hütte.
Nachts atmen dort die Bäume ihren Schatten aus
und die Kobolde spielen mit ihnen verstecken.
Was ist in dieser Nacht passiert? - Also.
Kennen Sie die Geschichte vom...? - Was ist passiert?
Es gab einen Unfall. Vater und Sohn verbrannten in der Glashütte.
Hat man die Leichen gefunden?
Was das Feuer nimmt, gibt es nie wieder her.
Manche sagen, ein Blitz schlug durch das Dach der Glashütte.
Fast alles wurde zerstört. Verbrannt.
Eleanor Thalberg hat seitdem ihr Haus nie mehr verlassen.
(Rebecca keucht.) - Ist Ihnen nicht gut?
Doch, danke, es geht schon wieder.
Das kommt vom Quarzstaub.
Nein, es ist diese lächerliche Geschichte
vom alten Thalberg und Henry. - Henry, genau. Das war sein Name.
Diese banale Legende von Wölfen und Waldfeen und Flüchen.
Glauben Sie diese Geschichte? - So erzählt man es sich hier.
Sie weichen aus.
(Knurren.)
Rebecca!
Hier, für Sie. Bergschuhe. Ich hoffe, sie passen.
Danke. Wenn das so weitergeht,
werde ich dieses Dorf mit vielen neuen Schuhen verlassen.
Tom, du trinkst jetzt einen Kaffee mit uns!
Ich hab noch viel zu tun. - Hol's der Teufel, was es auch ist!
Wie geht's deiner Mutter? - Die Hexe schläft.
Um diese Zeit?
Mutti ist wie der Witz von dem Mann, der zum Arzt geht:
"Herr Doktor, ich kann nicht schlafen! Nachts geht's ja.
Morgens, nachmittags und abends auch, aber mittags nicht."
Sie sind verheiratet.
Das interessiert hier doch keinen. - Doch.
Das interessiert uns alle.
Ja. Ich bin verheiratet.
Mit wem?
Mit meinem Mann. - Ich meinte natürlich, was macht er so?
Ist das Ihr Mann, der gestern Nacht auf Ihrem Zimmer war?
Da war kein Mann auf meinem Zimmer.
Wir haben jetzt genug gefragt.
Ich muss los.
Rebecca, viel Glück mit Ihrem Mann, Ihrem Buch!
Berta, danke für den verdammten Kaffee.
Es war gestern Nacht niemand auf meinem Zimmer.
Es war gestern Nacht niemand auf meinem Zimmer.
(Leises Klacken.)
Ich freu mich so für euch.
Ich habe euch zusammen gesehen.
Was redest du da? - Machen Sie schon Pläne, Frau Faller?
Was redest du?
Er ist mir ähnlich. Und so bescheiden und tierlieb.
Dabei weiß er, dass du lügst. Ein Buch über Glas.
Wie fantasielos von dir, mein Schatz.
Ich habe jedes Wort gehört.
Was passierte damals in der Glashütte?
Tom hat dir erzählt, dass der Stollen verschüttet ist
und dass es keinen Eingang gibt. Aber das stimmt nicht.
Komm mit.
(Spannende Musik. Gewitter.)
Mein Vater ging immer wieder mit mir nachts zum Jagen.
Er wusste, dass ich es hasste.
Er schnitt das Wild auf, nahm es aus
und gab mir das Herz zu essen. Manchmal zuckte es noch.
Dann floh ich vor ihm in diese Höhle.
Hier fand er mich nie.
Hab keine Angst.
Das sind nur die alten Knochen der verschütteten Bergleute.
Hier schläft alles für immer und niemand will geweckt werden.
Verstehst du das?
Lass es ruhen.
Ich will hier raus.
Bleib hier! Der Sturm kommt näher.
Du wirst pitschnass.
(Knurren.)
Ganz ruhig.
Warum lässt du mich nicht los?
Weil ich dich liebe.
Mehr als mich selbst.
Deine Art zu lieben ist schlimmer als die Verachtung meines Vaters.
Ich weiß, es ist spät.
Was wollen Sie? - Wissen Sie, wer ich bin?
Sie sind der Ehemann.
Wie kommen Sie darauf?
Seit letztem Herbst hatten wir viel Regen und zwei Besucher:
Eine Frau gestern. Und heute Sie.
Was will die Frau hier?
Sie schreibt ein Buch über Glas. - Unsinn!
Sie wissen doch, was damals in der Nacht passierte!
Okay, okay!
Geplänkel vorbei. Und wer ist sie?
Rebecca Thalberg.
Ach du Scheiße.
Und wer sind Sie?
Ich hab bis gestern Nachmittag für die alte Thalberg gearbeitet.
Ein Privatschnüffler.
Die alte Thalberg hat Sie auf Rebecca angesetzt.
Warum?
Sie hat Angst vor ihr.
Sie wollen den Schlüssel zur Lösung?
Das wäre schön. Haben Sie ihn dabei?
Jetzt soll ich die passende Tür finden?
Ja.
Was werde ich dahinter finden?
Ich weiß es nicht.
Jedenfalls wird es Eleanor Thalberg das Genick brechen. (stöhnt)
Rebecca Thalberg ist nicht das, was sie vorgibt zu sein.
Kein Mensch ist, wer er vorgibt zu sein.
So, mein Freund.
Was haben wir gelernt? Füße gehören untern Tisch, ja?
Tom! Wir müssen reden.
Worüber?
Über das hier.
Und? - Er ist wieder da.
Henry Thalberg ist zurückgekehrt.
Er ist tot, Berta. - Oh nein.
Ich hörte, wie sie mit ihm sprach.
Ihre Stimme
war die Stimme einer Frau, die liebt.
Weißt du, wie das klingt?
Henry Thalberg und sein Vater sind verbrannt.
Du weißt, dass das nicht stimmt.
Was willst du damit sagen?
Dein Vater hat dir erzählt, woher die Uhr stammt, die du trägst.
Henrys Uhr.
Du bildest dir was ein.
Ich weiß, was alle hier wissen. Henry stieß seinen Vater
in den Ofen und verschwand, weil ihm jemand bei der Flucht half.
Und jetzt ist er wieder da.
Es kann ein unangenehmes Ende nehmen.
Meinst du, die alte Thalberg lässt zu,
dass diese Geschichte ans Tageslicht kommt? Glaubst du das? Wirklich?
(Dramatische Musik. Kamingeknister.)
(Es klingelt.)
Ich wusste, dass du kommen würdest.
So siehst du also aus.
Henrys großer Schatz.
Sein Ein und Alles.
Ich hab lange über Sie nachgedacht,
die ganzen Jahre.
(flüstert) Ich weiß so viel über Sie,
ich hab das Gefühl, Sie gut zu kennen.
Tee?
Gern.
Hey! Stehenbleiben!
Bleibt stehen!
Ihr sollt stehenbleiben!
(Wolfsgeheul.)
Ihr solltet lieber aus der Gegend verschwinden!
Die Menschen haben Angst vor euch!
Henry wünschte sich als kleiner Junge ein Pony.
Sein Vater kaufte ihm ein Pferd. Ein sehr großes Pferd.
Er setzte ihn rauf und natürlich fiel der kleine Henry herunter.
Aus 1,60 Meter Höhe.
Joseph setzte ihn wieder rauf und immer wieder und immer wieder.
Hat er das nicht erzählt?
Nein.
Dann wissen Sie doch nicht so viel über mich.
Waren Sie dabei?
Ich saß oben auf der Terrasse. Es dauerte mindestens eine Stunde.
Henry war grün und blau und überall blutig.
Er brach sich die Hüfte und beide Beine.
Dann lag er ein Jahr lang im Bett.
Henry hat mir von diesen Fenstern erzählt.
Er hatte Angst vor ihnen.
Das ist aus Thalberg-Quarz gegossen.
Von meinem Mann persönlich.
Er erzählte Henry, dass sich darin widerspiegelt,
was man lieber nicht sehen will.
Warum erzählen Sie mir, was für eine schlechte Mutter Sie waren?
Darum sind Sie doch hier, oder?
Warum haben Sie keinen seiner Briefe beantwortet?
Warum geht er nachts weg? - Kommt er denn wieder?
Immer. Irgendwann.
Was passierte vor neun Jahren in der Glashütte?
In dieser Nacht...
In dieser Nacht
hat sich Henry befreit.
Wovon?
Henry will nicht, dass Sie das wissen,
also will ich das auch nicht.
Henry ist hier.
Hier? Er ist hier?
Er will mit Ihnen sprechen.
Also gut, Herzchen. Weil Sie es sind.
Kommen Sie morgen beide abends zum Essen
und ich werde Ihnen, wenn er es möchte, alles erzählen.
Sie werden zusammenleben, glücklich bis ans Ende Ihrer Tage.
Das ist doch, was Sie wollen. - Ja.
Und jetzt verschwinde.
Tommy, bist du das? - Ja.
Sie gefällt dir. Ich wusste, sie würde kommen.
Sie wird sich alles nehmen, nichts übriglassen. Nichts!
Sie wird dir die Haut abziehen. - So schlimm wird's nicht werden.
Willst du nicht wissen, warum sie gekommen ist?
Sie ist deine Schwiegertochter.
Sie kommt mit meinem Sohn, hat Sie gesagt.
Ich habe beide morgen zum Essen eingeladen.
Möchtest du auch kommen? Es gibt Hummer.
Keine Sorge, er kommt nicht. - Woher weißt du das?
Weil er tot ist.
Er ist seit einem Jahr tot. - Das ist nicht wahr.
Und ob das wahr ist! Ich schwör's dir.
Sie ist total verrückt.
Zu welcher Tür passt dieser Schlüssel?
Du weißt es, nicht wahr?
Was machst du? Was hast du vor?
Vergiss den Schlüssel!
Es gibt keine Tür für diesen Schlüssel!
Sie ist verrückt! - Wer ist der Kerl,
der hier überall rumschnüffelt? Hast du ihm den Schlüssel gegeben?
Ich weiß nicht, wovon du redest. - Der gestern aus deinem Haus kam.
Er sollte sie mir vom Halse halten. Sie ist böse.
Sie will mich vernichten. - Warum sollte sie das tun wollen?
Warum will sie dich vernichten?
Ich glaube,
du willst das nicht wissen.
Sie wollen uns schon verlassen?
Gute Nachrichten verbreiten sich anscheinend schnell.
Schlechte auch.
Der passt in keine Tür. Woher haben Sie ihn?
Ich war bei der Leiche von Henry Thalberg.
Jedenfalls das, was von ihr noch übrig war.
Der Schlüssel hing um seinen Hals.
Hat Rebecca ihn umgebracht? - Nein.
Aber sie war dabei, als er starb.
Hier, kannst du behalten.
Ich brauche das Zeug nicht mehr.
Rebecca stand auf dem Balkon, als es geschah.
Er war unten im Garten und ist verbrannt.
Er muss sich selbst mit Benzin übergossen haben.
Seltsam ist nur, dass man keinen Kanister fand.
Und Rebecca?
Können Sie sich vorstellen, hilflos zuzusehen,
wie der Mensch, den Sie lieben, verbrennt?
Sie brach zusammen, hatte Wahnvorstellungen,
kam in die Psychiatrie.
Bis letzte Woche.
Sie ist ausgebrochen.
Wer ist dann der Mann, mit dem sie reist?
Schon verliebt?
(Klopfen.)
Ja?
Guten Abend. Verzeihen Sie die Störung.
Verraten Sie mir, wo ich was zu essen finde?
Das alte Wirtshaus hat geschlossen.
Der Wirt macht montags zu, weil seine Frau Migräne hat.
Ich wollte mir grad was zu essen machen.
Wenn Sie wollen... - Gerne. Also, wenn ich nicht störe?
I wo! Kommen Sie rein.
Rustikal haben Sie's hier. Sieht aus wie geerbt.
Sieht man das?
Was kochen Sie denn so?
Äh... Fasan.
Wie kommen Sie mit Ihrer Recherche voran?
Ich war bei Eleanor Thalberg.
Ach ja? Und wie war's? - Sie ist eine beängstigende Frau
und gleichzeitig so voller Angst. Kennen Sie sie?
Ich meine, persönlich!?
Wann kennt man jemanden persönlich?
Wie wollen Sie Ihren Fasan? Fettig, sehr fettig, unerträglich fettig?
Unerträglich.
Gute Wahl.
Ist das Ihr Vater auf dem Foto?
Ja. Georg Wilhelm Faller.
(Musik von Etta James: "At Last")
Köstlich.
Ich wünschte, Sie würden mir vertrauen.
Ich vertraue Ihnen.
Dann sagen Sie mir, warum Sie hier sind.
Ich hab Hunger.
Und worauf?
Sie sind zu schnell, Herr Förster.
Entschuldigung, ich hab wenig Zeit.
Das ist richtig.
Hier passiert nicht so viel.
Es ist noch nie so viel passiert in meinem Leben.
Dann kommen Sie und... huh.
Auf einmal ist alles anders und jetzt...
Und jetzt ist es passiert? - Ja.
Jetzt ist es passiert.
Sie sind ein wundervoller Mann.
Ich liebe diese Küche
und Ihre Musik.
Und ich hab noch nie so einen leckeren Fasan gegessen.
Aber Sie sind verheiratet.
Ganz genau.
(Knurren.)
Du trägst Henrys Uhr.
Was bedeutet das?
Ja, ich weiß. Das ist die Uhr von deinem Mann.
Du weißt die ganze Zeit, wer ich bin.
Du trägst Henrys Uhr.
Mein Vater gab sie mir.
Was haben du und dein Vater mit meinem Mann zu tun?
Rebecca.
Und ich dachte...
Rebecca, warte. - Ich will dich nie wieder sehen!
(Wolfsgeheul.)
(mit verzerrter Stimme) Henry!
Dann rannte sie zur Tür raus.
Vater sagte mir damals,
es wird der Tag kommen, da muss ich die Uhr zurückgeben.
Und die ist nur wegen der Uhr hergekommen?
Quatsch, wegen dem Erbe ist sie gekommen,
wegen dem Haus und wegen dem Land. - Glaub ich nicht.
Sie ist wegen was anderem gekommen. Was soll ich tun?
Du musst es ihr sagen. - Was soll er ihr sagen?
Wie blöd bist du denn? Was man so einer Frau halt sagt.
Was alle immer sagen.
Habt ihr es euren Frauen gesagt?
Ich liebe sie.
Na, bitte. Geht doch.
Super.
Danke, Jungs.
Wo ist sie? Ist sie weg? - Ist sie nicht oben?
Nee.
Ist gut, Berta. Ich darf das.
(Wolfsgeheul.)
(Leise Musik.)
Wie sehr ich dich liebe. Fühlst du das?
Ich hab deine Mutter gesehen.
Ich war bei ihr.
Sie hat mir von dir erzählt. Von dem großen Pferd.
Und ich hab das Fenster gesehen.
Das Thalberg-Quarz.
Oh, mein Liebling.
Was ist nur Furchtbares an diesem Ort mit dir geschehen?
Ja, ich weiß.
Das macht nichts. Ich kenn dich doch.
Morgen werden wir zu deiner Mutter gehen.
Sie wird uns alles erzählen.
Dann werden wir diesen furchtbaren Ort verlassen
und alles wird sich ändern. - Ja, mein Schatz.
Nichts wird mehr so sein, wie es mal war.
(Rhythmische Musik.)
Guten Morgen.
Schön, Sie zu sehen. Sie sehen fantastisch aus.
Guten Morgen, Frau... Thalberg?
Frau Thalberg!
Was können wir für Sie tun?
Ich brauche Hummer.
Heute Abend, Tommy? Du kommst doch?
Hummer war aus, aber ich verspreche dir, es wird trotzdem nett.
Was wollen Sie? - Ich möchte zahlen.
Ich reise ab. - Schon?
Haben Sie alles bekommen, was Sie wollten?
Noch nicht, aber bald. Was schulde ich Ihnen?
Von Ihnen nehme ich kein Geld.
Wie darf ich das verstehen?
Es gab hier schon lange keine Wölfe mehr. Auf einmal sind sie wieder da.
Was hab ich damit zu tun? - Das ist eine gute Frage.
Wir dulden hier keine Eindringlinge.
(Sie spuckt aus.)
(Geheimnisvolle Musik.)
Hallo, Rebecca. Ich liebe dich. Vielleicht interessiert dich das.
Ich weiß. Ich liebe einen anderen und ich will dich nie wieder sehen.
Ich möchte dir gern was erklären, wegen der Uhr.
Mein Vater und Eleanor Thalberg
waren damals ein heimliches Liebespaar.
Er sagte es mir auf dem Sterbebett, als er mir diese Uhr schenkte.
Hier.
Warum gibst du sie mir? - Mein Vater sagte,
es wird der Tag kommen, da muss ich die Uhr zurückgeben.
Gib sie deinem Mann zurück und fahr mit ihm nach Hause.
Von mir wird keiner was erfahren.
Sag ihm, er hat die wunderbarste Frau der Welt.
Er ist wirklich zu beneiden.
Ich glaub dir kein Wort. Du hast mich belogen.
Ich hab dir vertraut. Wenn du einen Funken Ehrgefühl hast,
dann verschwinde und lass mich allein.
Was passiert dann? Wenn ich heute Nacht verschwunden bin...
Du willst wissen, was sich damals abgespielte?
Aber die Wahrheit ist zu groß für dich!
Du musst mich nicht vor der Wahrheit schützen.
Wir sind lange genug vor ihr davongelaufen.
Es wird höchste Zeit, ihr ins Auge zu schauen,
auch wenn sich dahinter ein Abgrund auftut. - Dann komm!
Wohin? - Zum Abgrund!
(Gewitter.)
Warum ist es hier so heiß?
Mit dem Glas stimmt etwas nicht. - Hier fand mein Vater die Uhr.
Henry hat sie hier verloren, als er seinen Vater in den Ofen stieß.
Oder den, den er für seinen Vater hielt! - Was meinst du damit?
Mein Vater fand die Überreste von Josephs Leiche.
In diesem Ofen. Danach legte er das Feuer,
um alles wie einen Unfall aussehen zu lassen.
Warum hat dein Vater das gemacht? - Er tat es für Eleanor
und für Henry. Henry ist sein Sohn und mein Halbbruder!
Und der alte Thalberg hat's immer geahnt.
Dein Mann hat ihn umgebracht, hier in diesem Ofen.
Kannst du damit leben? (Krachen.)
(Schrei.)
(Dramatische Musik.)
Lass uns nach Hause fahren, Liebling!
Willst du euch beide töten? - Da hinten hängt eine Eisenstange!
Nimm sie als Brecheisen!
Du siehst doch, dass es keinen Zweck hat. Lass uns fahren.
Nein! Das kann nicht sein! - Du weißt jetzt alles.
Ich hab ihn getötet.
Nein.
Ich hab ihn umgebracht und du weißt es. - Geh aus dem Weg!
Du musst hier verschwinden.
Der Geist des alten Thalbergs besitzt diese Glashütte.
Er wird dich verbrennen, genauso wie er mich verbrannte.
Bist du okay? - Wir müssen hier raus!
(Dramatische Musik.)
Rebecca, hier runter!
Rebecca, Rebecca! Beruhig dich!
Rebecca! Es ist vorbei!
Nein, es ist noch nicht vorbei! Das spüre ich!
Bitte glaub mir!
Meine Mutter wird dir das nie verzeihen!
Und du, Henry?
Wirst du mir verzeihen? - Nein!
(Schluchzen.) - Beruhig dich. Ich bin da.
Er kann dir nichts mehr tun.
Da ist niemand. Ich weiß, dass er nicht da ist. Er ist tot.
Du weißt, dass er tot ist? - Ich bin nicht verrückt.
Ich kann ihn nur nicht loslassen. Noch nicht. Wir müssen zu Eleanor.
Sie ist die Einzige, die alles weiß.
Ich bin doch da, mein Engel!
Wenn diese Glashütte verflucht wurde
und hier der alte Thalberg herrscht,
und wenn Henry ihn wirklich umgebracht hat ...
Warum hat das Glas vorhin nicht versucht,
ihn in der Lava zu verbrennen? - Wir müssen raus.
Wie bist du hier reingekommen? - Nein! Erst sagt sie mir,
warum sie so voller Schuld und Angst ist!
Du stinkst doch vor Schuld.
(Dumpfes Dröhnen.)
Das wurde auch Zeit, dass hier alles untergeht, he?
Er ließ mich viel zu lange weiterleben.
Du warst es,
nicht wahr?
Du hast deinen Mann getötet.
Henry kam zu mir und sagte,
was er getan hat. Er hatte einen Streit mit Joseph
und da stieß er ihn in den Ofen. Ich rannte zur Glashütte.
Da lag dieses Monster auf dem Boden.
Er hatte es geschafft, aus dem Ofen herauszukriechen.
Er bestand nur noch aus verkohltem Fleisch, aber er lebte.
Ich wusste, er würde Henry umbringen.
Da erschlug ich ihn.
Mit einer Glaswanne,
mit einem Haken, ich erinnere mich nicht.
Du hast ihn ermordet und Henry im Glauben gelassen,
dass er es war.
Wie konntest du ihm das antun?
Das Herz ist ein dunkler Wald, mein Kind.
(Wolfsgeheul.)
Tommy, nicht!
(Düstere Musik.)
(Knurren.)
(Schrei.)
(Stille.)
(schluchzt) Hier hat er Henry gefoltert.
Oh Gott.
Was konnte er dafür, dass er nicht sein Sohn war?
Da kommen sie!
Was wirst du jetzt machen?
Ich werde versuchen,
Matthes und die Otth beim Fallenstellen zu erwischen.
Du wusstest die ganze Zeit, dass sie es sind?
Es gibt Dinge, die weiß man.
Und Dinge, auf die hofft man.
(Melancholische Musik.)
Denkst du an ihn?
Die ganze Zeit.
Ich mag ihn. Er passt zu dir.
Wo gehst du hin?
Du musst dich ausruhen. Die letzten Tage waren anstrengend für dich.
Aber keine Angst: Ich bin da.
Gut.
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