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Original subtitles

Wenn Menschen... nicht manchmal...

Dummheiten machten...

würde niemals...

etwas Gescheites...

geschehen.

Wenn Menschen nicht manchmal Dummheiten machten,

geschähe überhaupt nichts Gescheites.

Hallo! Ich heiße Ludwig Wittgenstein.

Ich bin ein Wunderkind. Ich erzähle Ihnen meine Geschichte.

Ich kam 1889 in einer stinkreichen Wiener Familie zur Welt.

Darf ich vorstellen:

Das ist meine Mutter Leopoldine. Sie war verrückt nach Musik.

Brahms und Mahler zu unterhalten, nahm sie so in Beschlag,

dass man uns den 26 Hauslehrern und 7 Flügeln überließ.

Hermine, meine älteste Schwester, war Hobbymalerin. Gretel heiratete

einen Amerikaner und machte eine Analyse bei Freud. Von Helene

schweigen wir lieber.

Drei Brüder starben früh.

Hans floh vor Papa nach Amerika und verschwand in der Chesapeake Bay.

Kurt brachte sich um, nachdem seine Truppen im 1. Weltkrieg rebellierten.

Rudolf war schwul und meist in Berlin.

Er spielte Theater und mischte beim Humanitären Komitee mit.

Er übertraf sich selbst, als er in einer Bar Zyankali trank.

Bleibt noch Paul. Er war Pianist, verlor aber im Krieg einen Arm.

Ravel komponierte für ihn das Konzert für die linke Hand.

Papa war immer im Büro. Er investierte in amerikanische Papiere,

dadurch blieben wir megareich wie die Rockefellers.

In der Kunst etwas zu sagen,

das so gut ist, wie nichts zu sagen, ist schwer.

Selbst ein falscher Gedanke, kühn und klar ausgedrückt,

bedeutet schon viel.

Über die Zeit.

Ein Tag ist genug, um die Schrecken der Hölle zu erleben.

Ich verbrachte mein Leben damit, mich von meiner Erziehung zu befreien.

So ziemlich die beste von Wien, sagte Mama.

Ich hatte denselben Geschichtslehrer wie Adolf Hitler. Zum Schreien.

Wer seiner Zeit voraus ist, den holt sie einmal ein.

Alles um mich herum sagt mir, dass ich in England bin.

Sage mir, wie du forschst,

und ich sage dir, wonach du suchst.

Wer bist du? - Heil, Erdling!

Erdling? Ich bin Philosoph, Ludwig Wittgenstein.

Wer bist du? - Sag doch Mr. Grün zu mir.

Gestatten Sie mir eine Frage:

Wie viele Zehen haben Philosophen? - Zehn.

Faszinierend! Menschen haben genauso viele!

Mr. Grün, Philosophen sind Menschen...

und wissen, wie viele Zehen sie haben. - Meine Güte!

Heißt das etwa, Marsmenschen können keine Philosophen sein?

Oh Gott!

Ich entkam der Familie, indem ich an die Universität von Manchester ging.

Manchester, eine Industriestadt im Norden Englands.

Mein Vater sagte immer: Wo Dreck ist, ist Geld."

Nun, mein Ziel war es, ein Pionier der Luftfahrt zu werden,

aber meine Experimente endeten in jugendlichem Versagen,

und ich gab auf.

Ich gab es auf, einen Motor entwerfen zu wollen,

und ging, wie der englische Held

Dick Whittington, nach Cambridge,

um bei Bertrand Russell Philosophie zu studieren.

Warum geben Sie nicht einfach zu,

dass in diesem Zimmer kein Rhinozeros ist?

Weil die Welt die Gesamtheit der Fakten, nicht der Dinge ist.

Schauen Sie, es ist ein Faktum;

in diesem Zimmer ist kein Rhinozeros!

Die Streitfrage ist metaphysischer, nicht empirischer Natur.

Ich dachte, Sie täten den nächsten großen Schritt in der Philosophie,

dessen bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher.

Liebe Ottoline!

Herr Sinckel-Winkel,

eifrig im Allgemeinen wie Besonderen!

Er besitzt in höchstem Maße intellektuelle Leidenschaft,

darum liebe ich ihn.

Er sagt, er beginne seine Arbeit jeden Morgen voller Hoffnung

und beende sie jeden Abend in Verzweiflung.

Wir teilen das Gefühl,

dass man verstehen oder sterben muss.

Er ist der junge Mann, auf den man hofft.

Seine Veranlagung ist die des Künstlers,

intuitiv und launisch.

Er rührt mich so, wie ich dich rühre.

Ich erkenne alle Haken und Windungen,

mit denen ich dich irritiere und deprimiere, wenn ich beobachte,

wie er mich irritiert und deprimiert.

Gleichzeitig liebe und bewundere ich ihn.

Seine brodelnde Leidenschaft

kann ihn überall hinführen.

Meine mittelalterlichen Vorlieben,

die meinem morbiden Verlangen nach Bewunderung entspringen..."

Engländer sind komisch,

Lady Ottoline Morrell besonders!

Sie bumste den Gärtner und Russell.

Spaß gab es nur in den Landhäusern,

alles andere war erbärmlich.

Cambridge war erbärmlich, es fehlte die Luft zum Atmen.

Können Sie sich die Abende mit diesen anmaßenden Aposteln vorstellen?

Ich war kein amüsanter Gast bei Gesellschaften.

Das Geschwafel britischer Intellektueller langweilte mich.

Aus Verzweiflung floh ich nach Norwegen

und baute ein Häuschen an einem Fjord am Ende der Welt.

Ich begann, die "Notizen der Logik" zu schreiben.

Wie kann ich ein Logiker sein, bevor ich ein menschliches Wesen bin?

Das Wichtigste ist, mit mir selbst ins Reine zu kommen.

Das ist viel einfacher hier in Norwegen.

Die Einsamkeit ist eine Wonne.

Hier schaffe ich an einem Tag mehr, als in einem Monat unter Leuten.

Cambridge war vollkommen unerträglich.

Ein Bordell. Unmöglich, sich zu konzentrieren.

Hier, endlich, fühle ich,

dass ich Dinge löse.

Wittgenstein ist nach Norwegen gegangen?

Ich sagte ihm, es sei dunkel dort. Er sagte, er hasse das Tageslicht.

Ich sagte ihm, es sei einsam.

Er sagte, es sei Prostitution des Geistes, mit Intellektuellen zu reden.

Ich sagte, er sei verrückt.

Er sagte, Gott schütze ihn vor geistiger Gesundheit.

Das tut Gott sicher. Schockierend, dass er nie Aristoteles gelesen hat.

Ich habe nicht nur einen visuellen Eindruck vom Briefkasten.

Ich weiß, es ist einer.

Ich weiß, das ist eine Hand. Und was ist eine Hand?

Warum ist das zum Beispiel von so sicherer Gewissheit?

Gewissheit ist mir vertraut.

Ich weiß, dieses Filmstudio ist in Waterloo.

Aber woher weiß ich, dass Sie Ludwig Wittgenstein sind?

Ludwig! Ludwig!

Mutter sagt, du gehst zur Armee!

Ich verstehe, dass du etwas beitragen willst in diesem schrecklichen Krieg.

Aber wieso im Schützengraben sterben? Warum keinen Schreibposten in Wien?

Weil ich an die Front möchte. - Warum gehst du solch ein Risiko ein?

Du bist doch freigestellt! - Dem Tod ins Auge zu sehen,

wird mir ermöglichen, ein anständiger Mensch zu werden.

Ich werde etwas tun!

Ich gehe auch. Wir müssen unsere Pflicht tun.

Treffen sich zwei Prinzipien, die man nicht in Einklang bringen kann,

dann nennt eins das andere einen Narren oder Ketzer.

Man hasst mich, weil ich ein Freiwilliger bin.

Ich bin umgeben von Menschen, die mich hassen.

Die Nähe des Todes wird mir das Licht des Lebens bringen.

Gott erleuchte mich! Gott erleuchte mich!

Ich bin ein Wurm!

Bitte, Gott, lass mich ein Mensch werden!

Gott steh mir bei!

Gott steh mir bei! Amen!

Ich weiß, dass diese Welt existiert.

Aber ihre Bedeutung ist problematisch.

Bin ich gut, oder bin ich böse?

Wenn mein Bewusstsein mein Gleichgewicht stört,

bin ich nicht in Einklang mit...

etwas.

Was ist es?

Ist es die Welt?

Oder ist es Gott?

Wittgenstein ist in Gefangenschaft. - Oh, wie faszinierend!

Ich bin Kriegsgefangener in Monte Cassino, bei den Italienern.

Ich hoffe, wir sehen uns nach dem Krieg wieder.

Nachdem ich mehrfach beschossen wurde,

denke ich anders über Philosophie.

Ebenso seit Tolstois Kurze Erläuterung des Evangeliums".

Ich habe ein Buch geschrieben,

den "Tractatus Logico-Philosophicus".

Es verbindet logischen Symbolismus

mit religiösem Mystizismus.

Es ist besser ohne Schuhe,

ganz ohne Schuhe.

Alles Liebe, Ludwig." - Ich muss ihm Kakaoriegel schicken,

er klingt ziemlich deprimiert.

Weiß er, dass du im Gefängnis warst? - Das bezweifle ich.

Immer gute Manieren, Ludwig.

Gute Abstammung.

Was ist logischer Symbolismus?

Das ist kompliziert zu erklären. - Das ist das Schlimme an dir, Bertie,

du kannst nie auf eine direkte Frage antworten.

Ich wurde am 21. August 1919 aus dem Gefangenenlager entlassen.

Um meinen Tractatus zu veröffent- lichen, ging ich nach Wien zurück.

Ludwig! Ludwig!

Was heißt, du willst an einer Dorfschule unterrichten?

Wie Kistenöffnen mit einem Präzisionsinstrument!

Du hast einen Orden erhalten und bist Russels große philosophische Hoffnung,

und da willst du in die Provinz?

Du bist wie jemand, der am geschlossenen Fenster steht,

und die seltsamen Bewegungen eines Passanten nicht versteht.

Vielleicht stürmt es,

und der Passant hält sich nur schwer aufrecht.

Du verschwendest dein Talent.

Hättest du uns nicht dein Geld gegeben, könntest du dein Buch veröffentlichen,

ohne vor Verlegern buckeln zu müssen.

Ich will meine Philosophie keinem aufzwingen, auch keinem Verleger.

Ein glücklicher Bruder ist mir lieber, als ein unglücklicher Heiliger.

Ich werde unterrichten.

Die Wahrheitsmöglichkeiten des wahren Arguments,

das belegt... und die Behauptungen, Wahrheitsgrundlagen genannt...

Ja, gut, Behauptung. Aber was ist das hier?

Wie nennst du das?

Logik.

Was ist das? Wie nennst du das hier?

Dich zu unterrichten,

ist eine undankbare Aufgabe.

Verstehst du?

Verstehst du, was ich sage?

Reine Zeitverschwendung. Eine Verschwendung meiner Zeit,

deiner Zeit, der Zeit aller!

Verstehst du, was ich sage?

Oh mein Gott, mein lieber, lieber Gott!

Unterrichten bedeutete Heuchelei.

Ich musste verschwinden.

Und meine Brutalität vor den Kindern verbergen.

Sie taugten einfach nicht

für Logik oder Mathe, und sie machten mich verrückt.

Ich machte mir vor, meine Herkunft sei unwichtig,

aber ich ragte wie ein wunder Finger aus diesen Provinzschulen heraus.

Die Eltern hassten mich und nannten mich seltsam.

Ich fühlte mich jahrelang schuldig.

Irgendwie hatte ich moralisch versagt.

Dies ist ein roter Briefkasten. - Woher weißt du das?

Ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Grün ist grün.

Kinder lernen, indem sie Erwachsenen glauben. Zweifel kommt nach Glaube.

Ich weiß, was ich glaube. Wo ich her komme, gibt es keine Erwachsenen,

also auch keine Zweifel.

Dass ich diesen Brief nach New York schicke, heißt das,

dass die Erde existiert? - Die Erde existiert

und Marsmenschen auch.

Das Buch endete mit dem Satz:

Wovon man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen."

Warum tatest du's nicht?

Ich verstehe kein Wort von diesem Kauderwelsch.

Was hast du dafür bekommen? - Für die Rechte gar nichts,

und Tantiemen bekomme ich auch nicht. - Typisch.

Bald kannst du dir nicht mal mehr Socken kaufen.

Aber ich habe ein Buch veröffentlicht.

Es kam doch nur wegen Russells Einleitung heraus.

Ich habe Russells Einleitung,

aber er versteht es auch nicht. - Keiner versteht es.

Hermine, wir müssen Fortschritte machen.

Mehr können wir nicht tun, um die Welt zu verbessern.

Stimmt es, dass du für Gretel ein Haus entwirfst?

Stimmt, das ganze Ding,

von den Fensterriegeln bis zu den Türgriffen.

Ich hoffe, es ist verständlicher als dein Buch.

Maynard! Maynard!

Sein Buch ist unklar und zu kurz.

Aber gut! Dank meiner Einleitung kam es heraus.

Wir sollten ihn nach Cambridge zurückholen!

Wir kommen zu spät!

Er braucht ein Stipendium.

In einem Anflug von geistiger Umnach- tung hat er all sein Geld weggegeben,

ein echtes Vermögen!

Für mich als Wirtschaftswissenschaftler ist ein Stipendium ein Leichtes.

Falls Cambridge ihn noch will! - Dessen bin ich mir sicher.

Sein "Tractatus" ist groß in Mode, was immer wir darüber denken.

Ich weiß, wie wir ihn zurückholen!

Maynard, warte!

Johnny, willst du nach Wien reisen?

Ich soll Sie nach Hause holen.

Nach Hause?

Wo ist das? - In Cambridge.

Cambridge.

Gott helfe mir!

Ich habe hier Briefe von Mr. Keynes und Mr. Russell.

Ich möchte mich Ihnen vorstellen: Johnny.

Mr. Russell lässt Ihnen sagen, Sie sind der größte Philosoph unserer Zeit.

Sagen Sie mir, Johnny,

sind Sie Philosoph? - Ja!

Sind Sie glücklich?

Sie sollten es wirklich aufgeben.

Hören Sie auf, solange Sie es noch können!

Lydia? - Oh, Maynard!

Gott ist da. Er kam mit dem 17.15 Uhr-Zug.

Meinst du, es war eine gute Idee, ihn herzuholen?

Man sagt, er sei schwierig und eigenartig.

Ein Philosoph gehört keiner Gemeinschaft an.

Wird er zum Bloomsbury-Kreis passen?

Er wirkt so unbeholfen

und germanisch. - Das ist er auch!

Warum interessiert ihr euch alle so für ihn?

Weil er ein Genie ist, Lyduschka.

Ja, aber was tut er?

Er versucht, die Grenzen der Sprache zu erfassen,

und was es bedeutet, miteinander zu kommunizieren.

Sei nicht so pathetisch!

Liebste, ich werde pathetisch sein.

Das Land braucht mehr als einen anständigen Philosophen.

Bertie braucht Konkurrenz, dazu eignet sich der Import aus Wien.

Maynarduschka, dein Kopf ist so viel beweglicher

als meine Beine!

Was machst du denn? Alle erwarten dich!

Geh weg! Bitte!

Sie foltern mich!

Sag einfach das Erstbeste, das dir in den Sinn kommt!

Mach dich nicht lächerlich!

Bringe dieses Seminar hinter dich, dann können wir ins Kino gehen.

Ein Hund kann nicht lügen.

Er kann auch nicht ehrlich sein.

Ein Hund kann auf seinen Herren warten.

Warum kann er ihn nicht nächsten Mittwoch erwarten?

Liegt es an seiner Sprachlosigkeit?

Wenn ein Löwe sprechen könnte,

könnten wir ihn nicht verstehen.

Warum sage ich so etwas?

Würden wir ihn verstehen, wäre der Löwe kein Problem mehr!

Wir brauchen einen Dolmetscher. - Für mich oder den Löwen?

Ja, wir könnten einen Dolmetscher holen,

aber was würde das nützen?

Sich eine Sprache vorzustellen, heißt, sich eine Lebensform vorzustellen.

Was wir tun und was wir sind, gibt unseren Worten Bedeutung.

Ich verstehe die Löwensprache nicht, weil ich die Löwenwelt nicht kenne.

Wie kann ich die Welt kennen, in der ein Löwe wohnt?

Verstehe ich ihn nicht, weil ich nicht in seinen Kopf hineinsehe?

Was geschieht jenseits meiner Worte, wenn ich sage:

Dies ist eine sehr angenehme Ananas.

Lassen Sie sich Zeit.

Der Gedanke, Professor!

Verstehe.

Und welches ist der Gedanke hinter den Worten:

Dies ist eine sehr angenehme Ananas.

Eine sehr angenehme Ananas!

Hören Sie zu:

Wir stellen uns die Bedeutung unserer Worte

als etwas Mysteriöses, Verborgenes vor,

aber nichts ist verborgen, alles liegt offen da.

Die Philosophen sind es, die das Wasser trüben.

Sie können diesen Schmerz nicht kennen, nur ich.

Sind Sie sicher, ihn zu kennen?

Zweifeln Sie ihn nicht an? - Wie könnte ich?

Wer nicht zweifelt, kann nicht von Wissen reden.

Ich kann nicht folgen.

Wie sinnlos, von Wissen zu sprechen, wenn wir es nicht anzweifeln können.

Darum ist es sinnlos zu sagen: Ich weiß, ich habe Schmerzen."

Suchen Sie die Bedeutung eines Wortes, schauen Sie nicht in sich hinein!

Schauen Sie sich die Verwendung in unserer Lebensweise an!

Sehen Sie sich unser Verhalten an!

Wollen Sie sagen, es gebe keine philosophischen Probleme?

Es gibt linguistische,

mathematische, ethische, logistische

und religiöse Probleme, aber keine echt philosophischen.

Sie trivialisieren die Philosophie!

Philosophie ist ein Nebenprodukt des Missverstehens von Sprache.

Warum begreifen Sie das nicht?

Oje, er verträgt keinen Widerspruch!

Was machst du da?

Notizen zu deiner Vorlesung. - Verrückt! Dir entgeht die Handlung!

Es gibt keine Handlung.

Könnte aber sein. Leg das weg.

Leg es augenblicklich weg!

Was sagtest du über Fortnum & Mason?

Mach dich nicht lächerlich.

Es gab keine Konkurrenz zwischen dem Seminar und dem Kino.

Ich liebte Filme, besonders Western und Musicals.

Carmen Miranda und Betty Hutton waren meine Lieblingsstars.

Ich saß immer ganz vorn.

Film fühlte sich wie eine Dusche an, die die Vorlesung abwusch.

Ich hasste die Wochenschauen, viel zu patriotisch.

Die Macher

waren für mich wie Meisterschüler von Goebbels.

Immer, wenn die Nationalhymne gespielt wurde,

schlich ich mich hinaus.

Los, Maynard, schneller!

Geht nicht, mir wird schwindlig!

Soll ich schneller machen, Ludwig? - Nein, weiter so!

Los, Maynard, nicht lockerlassen! Sie bremsen!

Erledigt.

Sie haben alles verdorben.

Wir waren gerade im Rhythmus. - Gehen Sie

und spielen Sie mit jemand anderem! - In Ordnung.

Diesmal sind Sie die Sonne. Das ist einfacher.

Ich bin die Erde und Lydia der Mond.

Wir ruhen uns aus, trinken Tee.

Komm mit, Maynard.

Du meine Güte! Was habe ich falsch gemacht?

Bertie, hör dir Julian Bells Satire auf Ludwig an!

Er redet viel Unsinn, behauptet mehr, ständig bricht er sein Schweigegelübde.

Ethik, Ästhetik, Tag und Nacht Gespräche.

Er nennt etwas gut oder schlecht, falsch oder richtig.

Wer hat Ludwig je in einem Streit beherrscht gesehen?

Ständig unterbricht er uns mitten im Satz, um seinen eigenen zu stammeln.

Unaufhörliche Einwände, hart, laut und zornig,

immer im Recht, darauf ist er stolz.

Diese Fehler teilt er mit allen,

doch Wittgenstein ist unfehlbar in Sachen Kunst!"

Witters-Gitters! Witters-Gitters!

Schwuchtel, Schwuchtel, Schwuchtel!

Idiot!

Was bedeutet das? - Eine Geste der Verachtung.

Ein Radfahrer hat das zu mir gemacht, als ich über die Straße ging.

Da beschloss ich, mich umzubringen!

Gehen Sie heute mit uns ins Palladium?

Was ist die logische Struktur dieser Geste?

Sie hat keine! Ich habe mich also die meiste Zeit meines Lebens

durch eine Sackgasse getastet.

Ist es keine Überreaktion, sich wegen so etwas umbringen zu wollen?

Philosophie jagt dem Wesen von Bedeutung nach.

Das gibt es doch gar nicht!

Es gibt nur die Art, wie wir Dinge tun.

Unser Pförtner weiß das!

Was tun Sie mit dem Rest Ihres Lebens?

Jetzt begehe ich als erstes Selbstmord.

Möchten Sie vorher einen Champagner?

Ich hätte gern eine Tasse Tee.

Typisch Philosoph, die Philosophie zu hassen!

Er denkt, die einfachen Arbeiter hätten die Antworten.

Er will, dass ich die Philosophie aufgebe.

Vielleicht sollte ich.

Die Philosophie drückt nur aus, was jeder zu gibt.

Wie misst Philosophie das?

Das soll sie gar nicht.

Man kann der Möhre nicht vorwerfen, dass man auf ihr nicht flöten kann.

Hältst du die Philosophie für unnütz? - Oh nein.

Ludwig dient sie als Therapie.

Nimmst du seinen Rat an?

Ich war für die Kohlengrube bestimmt.

Meine Eltern tun alles, damit ich hier sein kann.

Ich ginge ganz gern zurück.

Aber das würde ihnen das Herz brechen.

Also, was ist mit Aristoteles?

Mit Aristoteles?

Ich habe Aristoteles nie gelesen.

Was hat er uns denn zu sagen?

Die Antworten liegen bei Tolstoi, Dostojewski und Matthäus.

Wunderbar! Ich wusste nicht, dass Sie Christ sind. - Bin ich nicht.

Ich betrachte nur alles von einem religiösen Standpunkt aus.

Wieso gibt es etwas, statt des reinen Nichts?

Woher soll ich das wissen? Ich bin die Frau, Sie der Philosoph.

Der wichtigste Teil meiner Philosophie wurde nie geschrieben.

Er wird nie geschrieben werden.

Quatsch! Ein englisches Frühstück und etwas Fleiß!

Auch in Zukunft wird man sie nicht verstehen.

Die Menschen, die Kultur, die Luft, alles wird in Zukunft anders sein.

Wir mutieren.

Ihr obsessiver Perfektionismus ist reichlich absurd.

Ich möchte vollkommen sein, Sie nicht?

Um Himmels Willen, nein!

Dann sind wir keine Freunde. - Das sehe ich auch so.

Früher glaubte ich, dass uns die Sprache

ein Bild der Welt gäbe.

Aber sie kann uns kein Bild davon geben, wie sie das macht.

Das wäre so, als sähen Sie sich, wie Sie etwas sehen.

Wie die Sprache das tut, ist nicht auszudrücken.

Das ist das Geheimnis.

Das war alles falsch.

Sprache ist überhaupt kein Bild.

Was ist sie dann?

Sie ist...

ein Werkzeug, ein Instrument.

Es gibt nicht nur ein Bild der Welt, sondern verschiedene Sprachspiele",

verschiedene Lebensformen und Anwendungen von Worten,

sie fügen sich nicht alle zusammen.

Was meinen Sie?

Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.

Wir rennen dauernd gegen die Wände unseres Käfigs an.

Es tut mir schrecklich leid.

Sie haben heute einen wertlosen Lehrer.

Ich bin völlig ausgepumpt.

Bitte, verzeihen Sie mir. - Das war meisterhaft.

Es war grässlich. - Ich weiß nicht.

Ich fühle mich wie eine ausgepresste Zitrone.

Es fühlt sich nach nichts an,

eine ausgepresste Zitrone zu sein. - Ich verstehe es nicht, Professor.

Es kommt mir natürlich vor, zu sagen: Ich weiß, ich habe Schmerzen."

Oh. Natürlich".

Sagen Sie mir,

warum scheint es manchen natürlicher,

zu glauben, dass sich die Sonne um die Erde dreht...

...statt umgekehrt? - Na, weil es so aussieht.

Verstehe. Wie sähe es denn aus, wenn die Sonne um die Erde kreisen würde?

Tja, ich nehme an...

Ja! Ich verstehe, was Sie meinen!

Seminar... Film...

Es ging immer so weiter.

Cambridge, Cambridge, Cambridge.

Kein Wunder, dass jeder von Moskau träumte.

Keynes und Russell waren beide dort gewesen.

Bertie, immer Opportunist, schrieb einen Schundroman:

Die Praxis und Theorie des Bolschewismus".

Er verwarf ihn sofort wieder.

Aber wie jeder weiß,

wurden die Besten aus Cambridge Spione.

Mein Traum war es, in der Sowjetunion

als Schwerarbeiter zu arbeiten.

Ich habe dir einen Job in einer Maschinenbaufirma besorgt.

Wieso?

Ich dachte, es freut dich.

Du arbeitest mit den Händen. Du solltest etwas Nützliches tun.

Meine akademische Ausbildung ist die Herausforderung.

Ich gehe nach Russland und suche dort zwei Schwerarbeiter-Jobs für uns.

Wieso nach Russland? - Übrigens,

du musst mir eine Krawatte leihen.

Im Namen des Instituts für Auswärtige Beziehungen

kann ich Ihnen zweierlei anbieten:

Den Lehrstuhl für Philosophie in Kazan

oder eine Dozentur in Moskau.

Genossin, bitte, ich möchte nicht lehren.

Ich möchte als Arbeiter in eine Fabrik oder Kolchose.

Aber Professor, das geht doch nicht,

was reden Sie denn da? Verstehen Sie denn nicht?

Sie als Kolchosarbeiter? Das ist absurd. - Was?

Es tut mir schrecklich leid,

aber das ist unmöglich.

Eins fehlt uns in der Sowjetunion gewiss nicht: Ungelernte Arbeiter.

Ja, ja, Professor,

wir müssen die erstarrten Verhältnisse lehren,

nach ihrer eigenen Melodie zu tanzen.

Ich empfehle Ihnen, mehr Hegel zu lesen.

Das ist ein Witz!

Ich könnte unmöglich Hegel lesen. Ich würde verrückt werden.

Haben Sie Trotzkis Schriften zur Kunst gelesen?

Die ist viel interessanter.

Nein, Professor, das habe ich nicht. Trotzki ist gefährlich.

Professor, ich verstehe Sie nicht. Sie kommen nach Moskau,

sie wollen in der Kolchose arbeiten, und ich soll Trotzki lesen.

Trotzki ist gefährlich. Trotzki, das ist Sibirien, verstehen Sie das?

Der Nächste!

Wie war Russland? - Nun,

wenigstens gibt es in Lenins Staat keine Arbeitslosigkeit.

Es ist eine geordnete Gesellschaft.

Geht's dir gut? - Ja.

Du hattest Recht.

Hast du eine Arbeit in Russland? - Leider nein. Ich bleibe in Cambridge

und an der Philosophie kleben.

Ludwig, gib es auf.

Was soll das, Ludwig?

Ich habe eben mit Johnny gesprochen. - Was meinen Sie?

Das mit dem Maschinenbau und dass er sich eine Arbeit suchen soll.

Was werden seine Eltern dazu sagen? - Keine Ahnung.

Johnnys Eltern sind einfache Arbeiter.

Sein Vater ist Bergmann.

Sie opferten alles, damit er nach Cambridge konnte.

Was haben Johnnys Eltern damit zu tun? - Hören Sie,

Johnnys Eltern sind Arbeiter,

was Sie nur bewundern,

wenn Sie es bei Tolstoi lesen. - Ich kenne Johnnys Eltern nicht.

Ich rate Ihnen auch davon ab.

Sie laden Ihren Selbsthass auf den Sohn dieser Leute.

Sie haben Sigmund Freud gelesen. - Na und?

Das ist gefährlich!

Glauben Sie mir, nur ein Wiener durchschaut einen anderen Wiener.

Freud hat nichts damit zu tun, dass Johnny schwitzen muss.

Das dürfen Sie nicht!

Sie dürfen Johnny nicht als Futter für Ihre Phantasien benutzen.

Was ich tue, geht Sie nichts an!

Es geht mich sehr wohl etwas an, wenn Sie...

zu viele junge Männer infizieren. Sie haben große Macht über sie!

Halb Cambridge imitiert inzwischen Ihr manieriertes Gehabe.

Sie wissen, auf Jünger habe ich nie Wert gelegt!

Ich spreche über Sie, nicht über Ihre Ideen.

Sie beherrschen andere völlig unbewusst.

Alle Aristokraten idealisieren das einfache Volk,

so lange es ihnen den Kessel heizt.

Ich bin auch so erzogen und weiß Bescheid.

Wenn Sie von meiner Herkunft sprechen...

...das ist lange her. Noch dazu in einem anderen Land!

Wie kann ich mit jemandem reden, der glaubt, ich korrumpiere andere?

Ich zitiere nur lhre Worte.

Russell, nehmen Sie bitte zur Kenntnis,

dass unsere Freundschaft beendet ist.

Gestern stritt ich mit Russell.

Er sagte, ich übe schlechten Einfluss aus.

Was beunruhigt Sie mehr, lhre Logik

oder Ihre Sünden? - Beides. Aber vor allem meine Sünden.

Sünde, Sünder, sündigen. Was für Unsinn Sie doch reden.

Ich bin auch nicht gerade tugendhaft.

Das dachte ich auch nicht.

Wissen Sie, Maynard, jede Stunde, jeden Tag

halte ich mich nur mit größter Mühe auf den Beinen.

Schon ein Hauch von Unehrlichkeit könnte mich für immer umwerfen.

Darum halten mich alle für seltsam.

Ich weiß nicht, was ich Ihnen sagen soll.

Sie sind ein unheilbarer Fall von moralischer Integrität.

Wären Sie etwas sündiger, wären Sie vielleicht zu erlösen.

Erlösung ist das einzig Wichtige für mich.

Und ich weiß, wir sind nicht hier, um uns zu amüsieren.

Sie reden wie ein Protestant.

Ludwig, mein Lieber,

es geht nichts auf der Welt über die Wärme eines zufriedenen Körpers.

Für mich ist es, als verbrenne mich ein eisiger Wind.

Reißen Sie sich zusammen!

Philosophie ist eine Krankheit des Geistes.

Ich darf nicht zu viele junge Männer infizieren.

Wie einzig und unersetzlich Johnny ist!

Und wie wenig mir das bewusst ist, wenn ich mit ihm zusammen bin!

Das war immer ein Problem.

Aber dass diese Liebe als illegal gilt, und wir sie dennoch offen leben wollen,

widerspricht sich völlig.

Johnny und ich sind uns dreimal nahe gekommen.

Jedes Mal hatte ich zuerst das Gefühl, daran sei nichts Falsches.

Aber hinterher... schämte ich mich.

Woran denkst du?

Ach, nur so...

...eine Idee.

Was für eine Idee?

Jahrelang stand im Zentrum der Philosophie

das Bild der einsamen menschlichen Seele,

die über ihren privaten Erfahrungen brütete.

Ja, das weiß jeder.

Diese Seele ist in ihrem Körper gefangen,

der Zugang zu anderen ist für sie durch die Wände ihrer Körper versperrt.

Ich wollte dieses Bild loswerden.

Es gibt keine private Bedeutung.

Wir sind nur, was wir sind,

weil wir eine gemeinsame Sprache und gemeinsame Lebensformen haben.

Verstehst du, was ich sage?

Verstehst du, was ich sage?

Ja, das würde mir gefallen!

Ja, Mittwoch.

Das passt Ihnen? Mir auch!

Das habe ich mir doch gedacht.

Ja, das war er. Oh, Bertie?

Ja, ich kenne ihn, schon seit Jahren.

Oh Gott!

Sie sagten einmal, der Tractatus habe alle philosophischen Probleme gelöst.

Ja. Das dachte ich früher.

Ich versuchte, die Dinge aufzuzeigen, die die Philosophie benennen kann,

und die sind nicht wirklich wichtig.

Viel wichtiger sind die Dinge,

die sie nicht ausdrücken kann. - Sie schafft es nicht,

die Philosophie, denken Sie?

Ja, früher dachte ich wie heute,

aber aus anderen Gründen. - Sprechen wir doch

über Ihre neuere Arbeit, Ihre philosophischen Untersuchungen...

Später

gab ich die Idee auf, dass Sprache ein Bild ist.

Das ist nur eine irreführende Metapher.

Man könnte sagen, das Wort Handtasche"

ist nur das Bild einer Handtasche.

Aber was ist mit Wörtern wie hallo, vielleicht,

verdammt, wovon geben die uns ein Bild?

Wie definieren Sie also die Beziehung zwischen der Sprache und der Welt?

Auf verschiedene Arten.

Mein Fehler war zu denken, es gebe nur eine Art, sich klar auszudrücken.

Mir wurde klar,

dass wir Verschiedenes mit Sprache tun, Sprachspiele, wie ich es nenne.

Die Bedeutung des Wortes ist die Art,

wie es in einem bestimmten Sprachspiel benutzt wird.

Was halten Sie für die Aufgabe der Philosophie?

Philosophische Fragen entstehen, weil wir dazu neigen,

Sprachspiele zu vermischen. Ein Beispiel:

Man grübelt über das Ding, das Seele heißt.

Dies geschieht nur, weil man sich die Seele in der Form

eines physischen Objektes vorstellt.

Man verwechselt eine Sprechweise mit der anderen.

Und die Philosophie soll diese Sprachspiele ordnen?

Genau. Sie sind so, wie sie sind, völlig in Ordnung.

Die Philosophie kann sie nie in Frage stellen.

Die Philosophie lässt alles genau so, wie es ist.

Sie sollen gesagt haben, es gebe keine private Sprache.

Erklären Sie das bitte? - Ich meine Folgendes:

Wir lernen, Wörter zu benutzen, weil wir einer Kultur angehören,

einer Lebensform,

einer praktischen Art, Dinge zu tun.

Am Ende sprechen wir, wie wir es tun, wegen dessen, was wir tun.

Und das ist eine öffentliche Angelegenheit.

Philosophen in der Tradition Descartes'

beginnen beim einsamen Selbst,

das über seinen privaten Empfindungen brütet.

Ich möchte dieses jahrhundertealte Modell umstürzen.

Ich möchte von unserer Kultur ausgehen,

unserem gemeinsamen, praktischen Leben,

und schauen, was wir denken und fühlen,

und es in diesen öffentlichen Begriffen sagen.

Professor, vielen Dank!

Ich denke daran, wegzugehen. - Nicht schon wieder, Ludwig.

Sie sind Ihr ganzes Leben davon gerannt. - Ich meine es ernst, Maynard.

Wohin diesmal? Norwegen, Wien,

Swansea? Nicht wieder die Sowjetunion!

Was ist schlecht daran? - Sie ist ein einziges Arbeitslager!

Arbeit ist nichts Schlechtes.

Doch, wenn man erschossen wird, wenn man sie verweigert!

Ich möchte nicht länger Philosophie lehren,

sondern mich auf mein Buch konzentrieren.

Warum tun Sie das nicht in Cambridge, bei vollen Bezügen?

Ich werde in Irland am Meer leben.

In Irland wird man erschossen, wenn man arbeitet!

Oh Ludwig!

Ich weiß, ich bin eine Katastrophe!

Wir lieben Sie!

Dr. Wittgenstein! - Oh, Sie sind da? Gut!

Endlich! - Etwas Abgelegeneres konnten Sie nicht finden?

Was macht die Arbeit an lhrem Buch? - Schleppt sich dahin.

Das heißt, Sie haben ein Meisterstück verfasst.

Was sagt der Arzt? - Nichts Gutes, fürchte ich.

Hoffentlich nichts Ernstes! - Ich war bei einem Spezialisten.

Ich habe Prostatakrebs. - Das tut mir leid!

Im Frühstadium kann man ihn gut mit Hormonen behandeln.

Kann ich etwas für Sie tun?

Denken Sie nicht, ich hätte Angst vor dem Sterben.

Es ist der Tod, der dem Leben Sinn und Gestalt verleiht.

Bringen Sie mich zurück nach Cambridge. Hier möchte ich nicht sterben.

Wann immer Sie wollen.

Wissen Sie, ich hätte gern ein philosophisches Werk verfasst,

das nur aus Witzen besteht.

Warum taten Sie's nicht?

Leider hatte ich nie Sinn für Humor.

Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte erzählen.

Es war einmal ein junger Mann, der die Welt auf reine Logik reduzieren wollte.

Weil er sehr klug war, gelang es ihm tatsächlich.

Nach getaner Arbeit bewunderte er sein Werk.

Es war wunderschön.

Eine von Unvollkommenheit und Unbestimmbarkeit gereinigte Welt.

Unzählige, schimmernde Eisflächen erstreckten sich bis zum Horizont.

Der kluge Jüngling besah sich seine Welt und wollte sie erforschen.

Beim ersten Schritt fiel er der Länge nach hin.

Er hatte die Reibung vergessen.

Das Eis war glatt, eben und fleckenlos. Aber man konnte nicht darauf gehen.

Darauf setzte sich der Jüngling hin und weinte bittere Tränen.

Aber als er ein weiser alter Mann war, begann er zu verstehen, dass Rauheit

und Zweideutigkeit nichts Unvollkommenes sind.

Sie machen die Welt erst aus.

Er wollte rennen und tanzen.

Und die verstreuten Wörter und Dinge

waren alle zerschlagen, befleckt und zweideutig. Aber der weise alte Mann

erkannte, dass die Dinge so beschaffen sind.

Aber etwas in ihm hatte noch immer Heimweh nach dem Eis,

wo alles strahlend war, absolut und unnachgiebig.

Obwohl er die Vorstellung von rauem Boden zu mögen gelernt hatte,

brachte er es nicht über sich, dort zu leben.

So war er hin- und hergerissen zwischen der Erde und dem Eis

und war in keinem zu Hause.

Und das war der Grund für all seinen Gram.

Heil Chromodynamik,

Herr der Quanten!

Quarz, Charme und Strangeness erstatten Bericht

betreffs des Philosophen Ludwig Wittgenstein, dahingeschieden.

Die Lösung für das Rätsel des Lebens in Raum und Zeit

liegt außerhalb von Zeit und Raum.

Aber wie Sie und ich wissen,

gibt es keine Rätsel.

Wenn eine Frage gestellt werden kann,

kann sie auch beantwortet werden.

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