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Hallo, Borniche.
Morgen, Roger.
- Na. Und? - Na, und! Nichts!
Der quatscht nur dusseliges Zeug!
Dann lasst mich mal mit ihm allein.
Wenn du glaubst, dass du mehr rauskriegst.
- Ich möchte dir ja gern glauben, Raymond. - Ich sage immer nur die Wahrheit.
Du warst also am 17., als die Schießerei war, nicht in Paris?
- Du warst in Rouen? - Bei meinem Schwager. Der bestätigt das.
Die mich in meiner Bar angeblich sahen, haben höchstens von außen reingesehen.
- Da kann man leicht jemanden verwechseln. - Oder sie wollen dir was anhängen.
Die Bullen machten mich ganz schön fertig. Ich möchte mal wissen, wieso!
Sie sind eben impulsiv. Bist du doch auch manchmal, Raymond.
Vielleicht nicht am 17., aber am 16. oder 21.
Na ja. Ich hab heute meinen guten Tag. Du bist entlassen.
- Und der Preis? - Die Dinge, die du Kommissar Clot sagst.
- Ab jetzt erfahre ich sie eben als Erster. - Was soll das? Ich bin doch kein Spitzel!
- Ich weiß, wen du alles verpfiffen hast. - Diese Dreckskerle!
Die haben für die Gestapo gearbeitet. Das war was anderes.
Warum hast du noch keinen Orden?
Ja, Borniche.
Bin gleich da.
Entscheide dich. Ich muss jetzt zum Chef.
Lass dir Zeit zum Überlegen.
- Firmin, passen Sie auf den Knaben auf! - Aber ja.
Herein!
- Buisson ist ausgebrochen! - Buisson?
- Kein Begriff. - Sie waren noch nicht in der Abteilung,
als Buisson sich seine Sporen verdiente. Ein hübsches Register von Heldentaten!
Vor dem Krieg ein Überfall auf die Kreditbank von Troyes,
1942 die Sache in der Rue de la Victoire. Der Kassierer wurde erschossen!
Borniche!
Ich erwarte, dass Sie mir Buisson bringen, bevor ihn die Präfektur schnappt.
Wir werden es Kommissar Clot beweisen: Die Sûreté Nationale ist auch noch da.
Und die vom Quai des Orfèvres sind nicht für alle Verbrechen zuständig!
Aber seien Sie auf der Hut! Er greift ohne Bedenken zur Waffe...
- und trifft genau. Oder er ärgert Sie! - Sonst sehe ich die Radieschen von unten.
- Ja. Lassen Sie die Puppen tanzen! - Oh, lassen Sie Raymond Pelletier frei.
Oh là là! Hey, ho! Sie gehen aber ran! Er wurde vor seiner Bar verhaftet, oder?
Er behauptet, in Rouen gewesen zu sein, und dafür gibt es Zeugen. Ich bin sicher,
dass er ein Abkommen mit Clot hat. Die beste Gelegenheit, den auszuspielen.
Sie sprechen mir aus dem Herzen! Sie tragen die volle Verantwortung.
- Ich weiß, ja. - Der Fall Buisson ist vorrangig!
Besorgen Sie uns seine Akte. Wenn Sie Erfolg haben,
- könnten Sie befördert werden. - Ja...
Hört mal zu, Jungs. Sagt euch der Name Buisson was?
- Der ist doch aus Villeneuve ausgebrochen. - Ah. Ich soll mich drum kümmern.
Das Archiv, bitte! Ja, ich warte.
- Und Raymond? - Den lassen wir laufen.
Was ich dir noch sagen wollte: Deine Methoden gefallen mir nicht.
Soll ich ihm Schokolade versprechen?
Weißt du, gar keine schlechte Idee.
Roblin? Hier ist Borniche.
Kannst du mir die Akte Buisson besorgen?
Ja, Emile Buisson. Besten Dank. Ich schick dir Darros rüber.
- Also? Abgemacht? - Abgemacht? Wir haben nichts abgemacht.
Ach, du willst nicht.
Dann müssen einige Leute von deinen Beziehungen zu Clot erfahren.
Sie treiben vielleicht 'n Spiel mit mir!
Deshalb gebe ich dir meine Telefonnummer. Ich liebe solche Spielchen!
Und Spitzel brauche ich nun mal. Robert!
- Kann ich meine Bar wieder aufmachen? - Aber natürlich.
Und wenn eines Tages dieser Buisson bei dir auftauchen sollte, gibst du Laut.
Buisson? Verdammt! Wissen Sie denn, was Sie damit...
Du kennst ihn?
Wir sind uns mal begegnet, wie man sich so begegnet!
- Ich dachte, der säße noch im Knast? - Er wurde entlassen. Gute Führung.
Emile.
Mein Bruder Emile. Darf ich vorstellen: Suzanne.
Die Schwester von René. Sie war mit Pierrot-le-Stéphanois verheiratet.
Die Bullen haben ihn damals am Bahnhof Saint Charles le Marseille kassiert.
- Ja, ich weiß. - Wir bleiben erst mal hier und warten ab.
Zu Hause warten bestimmt schon die Bullen. Die haben längst die Akten durchstöbert.
- Und der Fahrer? - Mario Rital? Besorgt einen Wagen. Er ist zuverlässig.
Wir brauchen noch einen Wagen. Er soll sich auch darum gleich kümmern.
Vielleicht brauchen wir ihn nicht sofort.
Suzanne, wolltest du nicht was besorgen?
Und vergiss die Zeitung nicht!
Habt ihr andere Klamotten da? Ich möchte heute Nachmittag gern tanzen.
- Na, hör mal! Hat das nicht noch Zeit? - Ich lasse Frauen nicht gerne warten.
Auf euch!
- Na, mein kleiner Bulle? - 'n Abend. Na, wie war's heute?
- Hattest du einen schönen Tag? - Und wie.
Unser großer Meister Bernier war nicht da, und ich hatte noch das Telefon am Hals.
- Ah. - Und der Bus hatte noch Verspätung!
- Fahr doch mit der Metro. - Roger?
- Ja. - Wir können am Sonntag den Wagen haben.
Den Talbot? Na, fabelhaft!
Heute Nachmittag war ich in der Garage und da habe ich meinen Vater rumgekriegt.
Es ist nicht leicht, dir was abzuschlagen. Wenn du meine Tochter wärst,
- ich wäre ein unmöglicher Vater. - Was machen wir nachher noch?
Nichts. Ich muss unbedingt heute Abend die Akte für morgen durchgehen.
Sei nicht böse.
- Im Normandie gibt's "Den Teufel im Leib". - Ja, und?
Den wollten wir uns doch zusammen ansehen!
Ich gehe nächste Woche mit dir hin. So lange läuft er sicher noch.
- Musstest du dir diesen Beruf aussuchen? - Einer muss dem Chef die Kunden liefern.
- Geht's um den entflohenen Buisson? - Genau. Um den geht's.
- Ist das ein Verrückter? - Nein. Er spielt den Verrückten,
weil man aus dem Irrenhaus leichter ausbrechen kann.
- Ist er gefährlich? - Kann man wohl sagen.
Er hatte eine traurige Kindheit. Der Vater war Alkoholiker,
das Essen musste er sich stehlen. Da wird man nicht zu einem Klosterbruder.
Er ist jetzt an einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt.
Man kann ihn nur an einem Mord hindern. Es könnte ihn vor der Guillotine retten.
Du hättest Rechtsanwalt werden sollen und nicht Polizist.
Vielleicht.
Borniche. Sûreté Nationale. Ich möchte nur die Akte Jean-Baptiste Buisson einsehen.
Der Bruder von Emile? Komisch. Tausend Leute wollen heute was von ihm.
Gleich die erste Reihe.
Nein, vielen Dank.
Danke.
- Sie wünschen, Messieurs? - Nehmen Sie die Hände hoch.
Alle aufstehen!
Hände hoch, dalli!
Ihr Schweine!
So, und jetzt den Zaster auf den Tisch! Schmuck, die Klunkerchen, alles, was Wert hat.
Und 'n bisschen dalli!
- Na, los schon! - Und keine Bewegung!
Ja, ja. Ist ja gut.
Runter damit!
Wird's bald!
Bleiben Sie, wo Sie sind!
Die Bullen!
- Geht's? - Ja, ja.
Pass auf, die schießen!
Halt ihn auf!
Mach auf, Mado!
Wo ist dein Mann? Ist er da?
- Was ist denn? Was wollt ihr von mir? - Wir müssen ein Weilchen hier bleiben.
Draußen ist dicke Luft.
Schön, dich zu sehen, Raymond.
Menschenskind! Ich bin... Ich hab gar nicht mit dir gerechnet.
- Ich möchte mir das Gesicht waschen. - Aber ja. Wasser gibt's an der Theke.
Tja, Messieurs. Ich schlage vor, wir gehen lieber ins Hinterzimmer.
5 Jahre, und du hast dich kaum verändert.
- 'n ganz schöner Haufen. - Das ist das Erbe meiner Großmutter.
- Jetzt müssen wir viel dafür rausholen. - Na, klar.
Ich sag morgen Arménouche Bescheid. Seine Bedingungen kennt ihr.
Natürlich. Für dich fällt auch was ab, aber wir haben nicht viel Zeit.
- Donnerstag, ginge das? - Spätestens.
- Um vier Uhr? - Abgemacht.
Hey, Mado! Lass uns nicht verdursten!
"...seinen schweren Verletzungen erlegen." Das war Buisson, ohne Zweifel.
Alles stimmt völlig überein. Dieser Kerl hat nur wenige Tage gebraucht,
um eine neue Bande aufzubauen. Und schon läuft alles wie am Schnürchen!
Emile Buisson verliert keine Minute Zeit. Anders als bei Ihnen, Sie haben versagt!
Sie können nicht von mir verlangen, dass ich ihn in 8 Stunden habe!
- Die Presse schreibt doch "Superbulle"! - Wenigstens die Presse hält zu mir.
Ich will Ihnen mal was sagen! Die von der Präfektur warten nur darauf,
dass wir keinen Erfolg haben. Und was krieg ich von Ihnen geboten?
Außer, dass Sie Kettenraucher sind?
- Wir überwachen die Wohnung seines Bruders. - Die Männer der Präfektur sind am Tatort.
- Also! Suchen Sie nach anderen Hinweisen! - Was glauben Sie wohl, was ich sonst tue?
Raymond Pelletier ist am Telefon. Er will nur mit dir sprechen.
Hallo, Inspektor.
- Ich rufe Sie wegen Ihrem Freund an. - Welchen Freund?
Na, der, der entlassen worden ist.
- Ah ja. Ja, ich weiß. Natürlich. Nun? - Am Donnerstag um vier Uhr...
kommt einer zu mir in die Bar. Sie brauchen ihn nur zu verfolgen.
Er führt Sie zu einer wichtigen Adresse.
Wunderbar. Vielen Dank.
Robert!
He, Roger. Da ist er.
Schnell!
Wir kennen uns. Aber ich weiß nicht mehr, woher.
- Aus Paris. - Natürlich! Jetzt fällt 's mir ein.
Vorsicht, ein Auto!
Kann ich mal telefonieren? Geben Sie mir bitte 'n Kaffee.
"Ich war in Marseille. Und zwar bei meinem Onkel..."
Ah. Hidoine hat gerade angerufen. Wir sollen uns mit dem Chef treffen.
- Da ist die Adresse. - Aber ja.
- Er ist hier. - Wo hier?
Lasst die Rue Désirée überwachen. Da vorn, die Erste links.
Ich folgte Jean-Baptiste Buisson bis hier. Und im Haus Nr. 8 ist er verschwunden.
Hidoine und Darros werden hier warten. Wenn ich weiß, wo er ist, schnapp ich ihn!
- Ganz allein, Monsieur Maigret? - Notfalls hilft das zuständige Revier.
Gut, einverstanden. Verpassen wir ihn, werden Sie nach Carpentras versetzt.
- Da können Sie Hühnerdiebe jagen! - Das ist logisch.
Hier, was zu essen für dich. Ein Schluck Bier, der Rest ist für Darros.
- Hm. - Kannst dir ruhig Zeit lassen.
Hau ab!
- Da. Bist du schon verhungert? - Na ja, fast.
Lass mir 'n Schluck übrig.
- Was machen wir jetzt? - Im Moment nichts, ist noch zu früh.
Und die anderen? Meinst du, die warten die Sonne ab, um alle umzulegen?
- Scheiße! Le Nus! Die Polizei! - Ach, red keinen Unsinn.
Mach, dass du wegkommst!
Emile, die Polizei! Hau ab!
Irgendjemand hat uns verpfiffen!
Vom 6. Stock aus könnt ihr über die Dächer klettern! Verschwindet!
Ich pass auf, ob die Luft rein ist!
Beeilt euch!
Stehen bleiben! Polizei!
Nein!
Scheiße!
Die Ambulanz ist unterwegs.
Guten Tag.
- Wiedersehen, Germaine. - Wiedersehen.
Ich denke, Sie sind Fallschirmspringer. Und springen schlechter als Buisson?
- Herr Kommissar, ich bitte Sie. - Wenn Sie nur Erfolg gehabt hätten.
Aber jetzt behauptet Kommissar Clot, Sie hätten ihm alles vermasselt!
- Wenn schon. - Ja, da sitzen Sie jetzt drin!
Schön! Buisson ist entwischt, aber wir haben seinen Bruder!
- Herr Kommissar. - Haben Sie was? - Nein. Wir haben alles durchsucht.
- Da haben wir's. Wieder nichts. - Na und, dann eben nichts.
- Der Bruder kam mit einem Monat davon. - Und das Mädchen?
Nichts, stur wie ein Panzer!
Ich muss um 14 Uhr zum Präsidenten! Wissen Sie, was das bedeutet?
Sie werden mir einen Bericht liefern, mit allen Details.
Was ist? Von wo aus?
Catherine.
Ja?
Warum soll's mir nicht gut gehen? Lass dir keinen Bären aufbinden!
Was fällt dir ein? Wie redest du mit mir?
Ja, ich weiß. Bitte sei mir nicht böse, aber... Sei mir nicht böse.
Nein, wirklich, Catherine. Das überseh ich noch nicht.
Natürlich, ich will's versuchen. Ja.
Ich versuche, mich frei zu machen. Ist das alles?
Ich ruf dich gegen Abend an. Genau.
Ja, leb wohl. Ich liebe dich.
- Ja, aber... Was verlangst du von mir? - Nur 3, 4 Tage, bis er 'ne Bude hat.
Gut, vielen Dank.
Ich hab was gefunden. Bei 'nem Steinmetz in Champigny, ein Freund von mir.
Gib Rital schnellstens die Adresse. Ich brauche unbedingt einen 45er Colt.
Er soll ihn besorgen.
So wahr dir Gott helfe! Es ist aus! Du wirst am selben Tag ins Gras beißen...
wie die Brüder Buisson, Bollec!
Ich werd dir deine Eier zu Brei schlagen, bis du sie nicht mehr gebrauchen kannst.
Verstanden? Nie mehr, Bollec.
Also, fangen wir von vorne an. War Emile Buisson mit dir in Gambetta?
Einer mit... Na, hilf mir doch! Wiederhole deine Geschichte.
- Du sollst sie wiederholen! - Georges Müller!
Das ist alles, mehr weiß ich nicht.
Wenn du mich noch mal verarschen willst, du Dreckschwein, dann lass ich dich...
deine eigene Scheiße fressen!
- Na, na. Du bist hier nicht im Kittchen. - Meine Fresse!
Er sagt, der Mann auf dem Dach war nicht Emile Buisson.
Sehr interessant.
Wir wollen mal sehen, ob deine Aussage mit der deiner Schwester übereinstimmt.
Dann sprechen wir unter 4 Augen weiter.
Lucien, kommst mal 'nen Moment mit rüber?
- Was passt dir nicht? - Das weißt du genau.
- Soll ich 'nem Mörder noch was schenken? - Vielleicht war er's gar nicht.
Du darfst dich nicht von Rachegefühlen beherrschen lassen.
Roger, du gehst mir auf die Nerven!
Du hast zwar die Allüren, aber du bist nicht der Chef!
So einer wieder ist doch Geschmeiß! Und Geschmeiß zertritt man.
So würdest du vielleicht auch denken, wenn es dein Vater gewesen wäre...
oder dein Bruder, den man ermordet hat.
- Meinst du? - Davon bin ich überzeugt.
Im Grunde bist du ein Amateur.
Lucien, ich erzähle dir eine Geschichte, die ich noch nie jemandem erzählt habe.
Weißt du, ich hatte einen Bruder. Ich habe meinen Bruder sehr geliebt.
1944 wurde er von der Gestapo verhaftet. Verstehst du, was ich damit sagen will?
Und an den Folgen der Geschenke deiner Art von Verhören ist er krepiert.
- Das ist nicht miteinander zu vergleichen. - Ich weiß, warum ich zur Polizei ging.
Und ich wusste, was mich erwartet, als ich auf diese Karte gesetzt habe.
Als Polizist kann man nicht alle Rechte für sich in Anspruch nehmen!
Lucien.
Wenn wir solche Methoden anwenden, dann machen wir uns selber zu Verbrechern.
War die 38er von Bollec schon bei dem Sachverständigen?
Ja, ja.
- Haben Sie mir was zu erzählen? - Mit Polizisten red ich eigentlich nicht!
- Sie bevorzugen Verbrecher? - Jeder nach seinem Geschmack.
An einem Verbrecher hängt man nicht.
Meine Männer haben nicht mal die Zeit, die Bettlaken dreckig zu machen.
- Sie sollen einen Verbrecher gedeckt haben. - Finde ich bewundernswert.
Emile Buisson ist ein Mörder. Er würde auch Sie umlegen!
Aber nur, wenn ich ihn verraten würde!
In Ihrer Wohnung fanden wir Waffen. Emile Buisson erschoss einen Polizisten.
- Wir bringen euch alle vor Gericht. - Wenn's Ihnen Spaß macht.
Nein. Es macht mir keinen Spaß, Sie für ein paar Jahre einzulochen.
Danke.
Na ja, wenn Sie uns nicht helfen wollen, schicke ich Sie wieder zurück.
Ja?
Nicht schlecht, was?
Ist es Ihnen gleichgültig, wenn Ihr Bruder auf der Guillotine landet?
Er hat nichts damit zu tun!
Dummerweise doch. Entscheiden Sie sich: Emile Buisson oder Ihr Bruder?
Na ja. Mein Kollege wird Ihnen jetzt ein paar Fragen stellen.
Verweigern Sie die Antwort oder Ihre Unterschrift, notiert er das.
Das ist alles. Ja, Sie sitzen ganz schön in der Zwickmühle.
Und der Einzige, der Ihnen aus der Patsche helfen kann, bin ich.
Sie sind unheimlich liebenswert.
Du bist dran.
Stimmt doch, Sie heißen Suzanne Bollec?
Gehört das Ding dir?
Die haben wir bei dir gefunden! Willst du das etwa bestreiten?
- Aber ich hab sie nicht benutzt. - Diesmal nicht: Ladehemmung.
Dummerweise habe ich gerade die Ergebnisse aus dem Labor bekommen.
Das stimmt genau mit deiner 38er überein. Die Kugel hat man...
im Körper von Alfred Thibon gefunden, von uns "der Akkordeonspieler" genannt.
Sagt dir das nichts?
Er wurde am 3. September gefunden, an dem Tag, an dem Buisson rauskam.
- Ihr verliert keine Zeit! - Damit habe ich nichts zu tun.
Mein Gott. Es war euer privates Amüsement. Man kann von euch nicht erwarten,
dass ihr um eure Meinungsverschiedenheiten knobelt.
Schlecht ist nur, dass mit deiner Kugel auch der Polizist Munier erschossen wurde.
Ein Verkehrspolizist, Vater von drei Kindern.
Die Vergrößerungen beweisen es exakt.
Ja, ja. Du musst sie dir genau ansehen.
Wird dich teuer zu stehen kommen, René.
Aber die gehört mir nicht!
Du musst mir kein Theater vormachen.
Ich habe sie deiner Schwester gezeigt, und die hat sie wiedererkannt.
Das wäre ein Witz. Die kann so 'n Ding nicht von 'ner Fliege unterscheiden.
- Dann erklär mir, wieso du sie hattest. - Als wir abgehauen sind,
habe ich irgendeine Pistole genommen, die auf 'm Tisch lag.
- Aber es war nicht meine. - Nein, Emile Buissons.
- Emile Buisson war doch gar nicht dabei. - Ach ja, natürlich. Ich weiß.
- Das war ein gewisser... Wie war der Name? - Müller.
Genau. Müller hieß er.
Dann ist das die Waffe von deinem Müller?
Willst du mich auf 'n Arm nehmen?
Hoffentlich mögen Sie Schnecken. Wir essen sie sehr gern.
- Sie schmecken gut. - Sie kommen direkt vom Lande.
Der Ortspolizist hat sie uns gebracht.
Soll ich Sie früh wecken? Morgen ist Sonntag.
Vielleicht möchten Sie gern zur Messe gehen... Monsieur Chabert.
Der Pfarrer...
Der würde dir nicht besonders gefallen.
Hast du das Päckchen gekriegt?
Ist schön, dass wir uns sehen.
Hast du auch Verpflegung dazu besorgt?
Du musst noch 'ne Handgranate auftreiben, am besten eine von der Armee.
- Eine Eierhandgranate. - Was willst du mit 'ner Handgranate?
Damit jage ich den ersten Polizisten, der mir in die Quere kommt, in die Luft.
- Ich war bei Arménouche. - Ja, und? - Er ist mit dem ganzen Zeug verschwunden.
Was willst du nun machen?
Der Arzt bittet Sie, nicht lange zu bleiben. Hier ist Nr. 4.
Ich wette, Sie sind von der Polente. Bitte, nehmen Sie Platz.
Reizend, dass Sie mich besuchen. Mir ist 'n bisschen langweilig hier.
Mir fehlen meine Freunde. Darf man fragen, wie Sie heißen?
- Ich glaube, Sie verwechseln die Rollen. - Warum sollen nur die Bullen fragen?
Das finde ich ungerecht.
Habe ich die Ehre mit dem berühmten Borniche?
Bravo. Man sagt, dass Sie schon zum Frühstück einen Gangster verdrücken.
Zur Sache Auberge d'Arbrois und Müller. Wir wollen uns nicht verzetteln,
- ich darf Sie nicht überfordern. - Mir geht's fabelhaft!
René Bollec hat alles gestanden. Es ist reine Formsache, dass ich hier bin.
Haben Sie 'n Stäbchen, Borniche?
Ich werde beim Rauchen intensiv an Sie denken!
Meinen besten Dank. Haben Sie Feuer?
- Wie soll Ihr Informant heißen? - Bollec. René Bollec.
- Der Name sagt mir überhaupt nichts. - Dann kennen Sie nicht mal Ihren Bruder.
Ich habe aus der Zeitung erfahren, dass er entflohen ist. Hören Sie zu.
Es war sein Pech, dass er so schlechten Umgang hatte,
sonst hätte er keinem Menschen je was zu Leide getan.
- Das bezweifle ich gar nicht. - Am 3. September war ich in Dijon...
- bei meiner Schwester. Prüfen Sie es nach. - Ich hoffe nur, dass Sie vor Gericht...
- eine andere Verteidigungstaktik anwenden. - Verplempern Sie nicht Ihre Zeit.
Denken Sie, ich laufe in so eine Falle? Ich habe 52 Jahre auf dem Buckel.
Ich weiß von nichts, von gar nichts. Vor 10 Jahren verlor ich mein Gedächtnis:
1937. Laut Gesetz habe ich damit Narrenfreiheit, klar?
Wenn Sie es begreifen, haben Sie es verstanden. Oder haben Sie das schon?
Ich habe alles verstanden, nämlich, dass es zwecklos ist, Sie zu vernehmen.
- Da! Sie sprechen ja nicht Chinesisch. - Vielen Dank. Im Grunde Ihres Herzens...
sind Sie kein schlechter Mensch. Nächstes Mal erzähle ich Ihnen von China.
Heben Sie sich Ihren Bildungsvortrag lieber für den Richter auf.
- Sie werden sehen: ein vernünftiger Mensch. - Das müsste man doch voraussetzen.
Unsere Justiz darf nicht in den Händen von Dummköpfen liegen!
Wiedersehen, Borniche! Wenn Sie Emile treffen sollten,
bestellen Sie ihm schöne Grüße von mir.
Das ist 'n Herzchen!
Pfoten auf die Theke!
- Was ist denn in dich gefahren? - Wo ist mein Schmuck?
Bei Arménouche. Der prüft ihn. Das habe ich deinem Bruder gesagt!
Weißt du denn, wo mein Bruder ist? Du hörst doch ab und zu Radio.
Ich... ich bin gerade erst runtergekommen. Und gestern Abend war es auch...
- Du Dreckskerl! - Emile!
Raymond? Raymond!
Borniche. Sûreté Nationale.
Das ist Raymond Pelletier, der Besitzer. Er wurde hier hinter der Theke erschossen.
- Es war Buisson, nicht wahr? - Ich war oben.
Ich hab nichts gesehen. Ich kam runter, als ich die Schüsse gehört habe.
Ist er hier gewesen? Haben sie sich vorige Woche getroffen?
Raymond war ein einfacher Mensch.
Es ist eine Gemeinheit, ihn einfach so umzulegen.
Buisson ist verrückt. Bei dem hast du nichts mehr zu melden.
- Wer war noch bei ihm? - Lassen Sie mich in Ruhe!
- Ist nicht genug passiert? Was wollen Sie? - Mit wem war er vorige Woche hier?
Mit seinem Bruder und...
Und?
Mario...
Rital.
Seine Freundin geht auf 'n Strich.
- Boulevard Strasbourg, Saint Denis. - Weißt du, wie sie heißt?
Jenny.
- Ist das alles, was du weißt? - Reicht das vielleicht nicht?
Sie ist eine Blonde. Polin.
Ich danke dir, Mado.
Die Polin hat 'ne Besprechung. Nehmen Sie 'ne andere!
- Sie wird gerade frei. Ich werde sie holen. - Nein, nein.
Ich möchte ihr lieber nicht begegnen.
Ich suche Mario Rital.
- Wer ist das: Rital? - Ich habe keine Zeit zu verlieren.
Kennst du ihn oder nicht? Erzähl keine Märchen!
Ich sehe ihn... Ich sehe Mario nicht oft.
Dann reiß dir jetzt den Arsch auf, um ihn zu sehen!
Sonst lass ich deinen Puff auffliegen, glaub mir!
Ich habe mehr als einen Grund, um dich einbuchten zu können.
Und das geht schneller, als du denkst.
Aber ich schwöre Ihnen: Der kommt nie hierher.
Sein Revier liegt mehr beim Etoile. Man kann ihn telefonisch...
in der Rue Troyon erreichen, in der Calanques-Bar.
Ich wusste ja: Du brennst darauf, der Polizei deines Landes zu helfen.
Wenn Mario irgendein krummes Ding dreht, ist es doch selbstverständlich,
- Ihnen bei der Arbeit zu helfen! - Natürlich!
Da!
- Schönen guten Abend. - Zimmer 4.
Dann mach mal die Scheinchen locker!
Nur keine Hemmungen.
Hilfe! Diebe! Überfall!
Bist du verrückt geworden?
- Hast du mich in der Calanques angerufen? - Ich hab dich angerufen.
Ich wollte nur Ihr Bett machen.
Ich hab dich nicht darum gebeten. Was hast du hier zu suchen?
Nichts. Aber ich habe herausgefunden, wer Sie sind.
Ich möchte Ihnen helfen.
Verschwinde! Ich will dich nicht wieder sehen!
Warte lieber weiter unten auf mich.
- Mach nicht so lange! - 10 Minuten. - Wir wollen den Anfang nicht verpassen.
Du kommst schon zu deinem Film.
'n Abend, Ange.
- Guten Abend, Inspektor. - Ich hätte gern einen Martini.
Einen Martini.
- Hast du was, Ange? - Nein, wieso? - Du machst so 'n komisches Gesicht.
Das ist möglich. Wissen Sie, mir ist... Ich muss was Falsches gegessen haben.
Mach mir keinen Kummer, Ange.
Es wäre traurig, wenn wir dich verlieren.
Kennst du den?
- Nein. - Er ist Italiener.
Ich hab gehört, dass er hier verkehrt.
Da hat Ihnen einer 'nen Bären aufgebunden.
- Irgend 'ne böse Verleumdung. - Haben Sie was in der Hand gegen ihn?
Nein. Es ist merkwürdig. Sucht man einen, ist es nur zu seinem Besten.
Ja, ja, soll wohl sein.
Aber ich bitte Sie. Machen Sie mich nicht böse.
Was hiermit geschieht.
Bis später, Ange.
Stell dir vor, Emile.
- Weißt du, wer eben da war? - Ein Bulle?
Ja, aber kein gewöhnlicher Bulle. Inspektor Borniche.
- Was hat er gewollt? - Er fragte nach Mario.
Ist ja interessant.
- Ja, so kann man's auch nennen. - Das hättest du mir sagen sollen.
Dann hätte ich dem Kerl schon das Maul gestopft.
Die Patronenhülse und die Kugel stammen aus derselben 45er.
- Wie sieht's aus? - Es ist dieselbe Waffe,
mit der Pelletier erschossen wurde und der Kassierer.
Wieder Buisson!
- Roger, Telefon für dich. - Wir haben in der Calanques-Bar...
ein Abhörgerät installiert. Buissons Komplize lässt sich dort anrufen.
- Gut. - Danke, Monsieur Legal.
Ein Sauwetter! Fehlt nur noch Schnee.
Hier ist 'ne Meldung. Irgendjemand hat mit Mario gesprochen.
Sicher Buisson.
Um 5 Uhr am Park von Vincennes, auf der Straße nach Champigny.
- Wo genau? - An der Kreuzung hinter dem gelben Haus.
- Was für einen Wagen fährst du? - Einen schwarzen Simca 8.
Ciao, Mario. Bis morgen.
Roger, er ist weg.
Das macht nichts. Wir finden ihn in der Calanques-Bar.
Er darf nicht merken, dass er beschattet wird.
Erst reißt man sich den Arsch auf, und dann lässt man sie wieder laufen.
Ich habe über eine Stunde gewartet. Merkwürdig, dass er nicht gekommen ist.
Manchmal ändert er seine Pläne sehr schnell.
Ich möchte nicht mit ihm tauschen. Im Grunde ist er 'n armes Schwein.
Wie auch immer. Wir müssen uns noch am Fabrikgelände von Saint Denis umsehen.
- Es eilt. Am Dienstag ist Zahltag. - Ja, ja. Ich weiß.
Bitte sehr.
Salut. Das ist Jeannot.
Ich habe euch von ihm erzählt. Er wird bei uns einsteigen.
- Emile, ich bin etwas unsicher geworden. - Wegen unserer Verabredung?
- Du wirst dich wundern. Mademoiselle? - Komme sofort.
- Ihr seid meine Gäste, Freunde. - Man scheint hier gut essen zu können.
- Ja, das kann man wirklich. - Hier habe ich dich nicht erwartet.
Wieso nicht?
Man kann mich öfter zu sehen kriegen, wenn man nur lange genug auf mich wartet.
Tu nicht so geheimnisvoll. Was ist passiert?
Nichts. Ich habe einen Witz gemacht.
Ich mach sehr gern Witze.
Paulo hat mir erzählt, dass ihr hier seid, also sind wir hergekommen.
Für mich zuerst eine "Terrine du Chef".
- Für mich auch. - Für mich auch.
Für mich auch.
Vielen Dank, Messieurs. Wiedersehen.
- Bitte sehr. - Trinken wir noch einen Wein bei mir.
- Wo wohnst du? - In Ville d'Avray.
- Ich habe da ein kleines Appartement. - Mich musst du entschuldigen.
- Ich bin mit einem Mädchen verabredet. - Die kann doch warten.
Daran muss man die Frauen beizeiten gewöhnen.
Du willst mir doch nicht etwa einen Korb geben?
Das ist sicher wieder der Vergaser. Das passiert öfter.
- Dann kann man ja mal pinkeln gehen. - Ich hab's auch nötig.
Ach, hör mal, Rital.
Emile, was soll denn das?
Wann bist du geboren? Bist du vielleicht zufällig Waage?
Du... du bist verrückt!
Das Problem ist erledigt.
Halt dich da besser raus.
Paulo.
Rital hat leider geredet.
Es war zu spät, dich zu warnen.
Wir wollten uns treffen. Als ich hinkam, war schon die Polente da.
Jetzt wird er keinem Bullen mehr was erzählen.
Oh!
Komm, wir hauen ab! Schnell!
Komm!
Schnell, beeil dich!
Da steht es:
"Ein Arbeiter, Angehöriger der Résistance, Opfer des Mörders Emile Buisson.
Unser Kamerad, Genosse Guégan, opferte sein Leben für die kapitalistische Gesellschaft.
Jules Moch schickte seine Polizisten,
um Pas-de-Calais-Kumpel zu schikanieren. Emile Buisson läuft frei herum und mordet!
Was tut die Sûreté Nationale dagegen?
Wo sind die Polizisten, die von der Presse "Supermänner" genannt werden?
Wo verstecken sich diese Superbullen?" Damit meinen sie Borniche!
Sie greifen Monsieur Jules Moch an. Und der wird's uns bestimmt zurückgeben.
Und noch dazu die Gewerkschaft! So etwas darf jetzt nicht passieren!
- Wo steckt denn Borniche? - Hat heute seinen freien Tag.
Habe ich es denn nur mit Idioten zu tun? Ich werde euch einen freien Tag geben!
Ich zeige euch, was ich von euch halte! Der Fall Buisson ist für euch gestorben!
Das lasse ich mir nicht bieten!
Rufen Sie Borniche zu Hause an, aber 'n bisschen plötzlich!
Hallo? Ja.
Tag, wie geht's Ihnen, Kommissar? Aber ja, er ist da. Ich gebe ihn Ihnen.
Roger. Roger, Telefon für dich.
Ja?
Morgen, Kommissar.
Dazu kann ich nichts sagen, leider. Man kann nichts Unmögliches tun.
Ja, bitte.
Nein, nein, wie Sie wollen. Ich bin nur der Meinung:
Wenn einer den Fall zu Ende bringen kann, bin ich es.
In Ordnung. Morgen, Kommissar.
- Was wollte er denn? - Er nimmt mir den Fall Buisson weg.
Deshalb weckt er dich? Der ist ja verrückt.
Er ist Beamter. Er fürchtet seine Vorgesetzten.
Warum lässt du dir das gefallen?
Manchmal...
Was ist manchmal?
Manchmal wünschte ich, ich wäre Emile Buisson.
Nicht zu fassen!
Da findet man in der Druckerei 10.000 Brotmarken...
und ebenso viele Benzinmarken, aber ihr bestreitet einfach alles.
Haben bei euch etwa nachts die Heinzelmännchen gedruckt?
Ich habe viele Angestellte. Vielleicht finden Sie da was.
Saubere Arbeit.
Also gut. Nehmen Sie doch Vernunft an!
- Sonst können wir sehr unangenehm werden. - Roger, du sollst mitkommen.
In den Wäldern in der Nähe von Versailles fand man 'ne Leiche. Auftrag vom Chef!
Wirklich rührend.
Ich überlasse Sie meinem Kollegen.
Sie lassen ihn besser nicht zu lange auf ein Geständnis warten.
Spuren haben wir nicht gefunden. Sieht aus wie 'n Racheakt.
Sehen wir uns das Bündel mal an.
Roger, komm mal her!
Sieh dir den an. Ich glaube, das ist Rital.
Mario?
Ja. Ja, das ist er.
- Ist das eine Scheiße. - Geht auch auf sein Konto, Borniche.
- Kennen Sie ihn? - Ja. Wir kennen sogar seinen Mörder.
Sie stören mich mitten in der Arbeit! Was fällt Ihnen denn ein?
- Halt die Klappe. - Was? Was wollen Sie von mir?
- Haben Sie 'nen Haftbefehl? - Du kommst mit! - Nein!
- Ist das dein Verlobter? - Jawohl!
- Hör zu, Jenny. Wir suchen Marios Mörder! - Mario? Den habe ich schon vergessen!
Was geht mich Mario an? Wenn er tot ist, ist das schlimm genug für ihn.
Mich rührt das nicht die Bohne. Ich hab ihn längst zum Teufel gejagt!
- Ich spendiere ihm kein Begräbnis! - Kennst du Freunde von ihm oder Bekannte?
Nein! Ich werde nichts mehr sagen!
Ich biete jetzt nur noch meinen Arsch an! Und das kostet 'ne Kleinigkeit.
- Schon gut. Ich komme drauf zurück. - Prima! Komm doch als Weihnachtsmann...
mit 'nem Sack voll Nüssen.
Hör mit dem blöden Lachen auf!
Also, wieder zur Sache.
Du warst doch auch mit Mario Rital dick befreundet, stimmt 's?
- Nein. Nein, nein. Wirklich nicht. - Und was ist mit seinen Bekannten?
Ich bin nie welchen begegnet.
- Es war auch nie jemand mit ihm in der Bar? - Nein! Ich schwöre es.
- Mach dein Maul auf! - Meine Brille. - Du brauchst nichts mehr zu sehen.
Ist doch ganz klar, dass du uns bescheißt.
Spuck's aus! Mit wem war Mario zusammen?
Wenn du nicht sofort zu singen anfängst, lasse ich dich wegen Kuppelei einlochen.
Deine Geschäften mit den Nutten werden dir ein paar Jahre einbringen!
Ich weiß es nicht. Glauben Sie mir. Ich habe ihn oft mit Paulo gesehen.
- Paulo? Wer ist Paulo? - Paulo, der Bomber. Seine Frau...
- Seine Frau liegt im Krankenhaus. - Hat wohl Syphilis?
Nein. Sie hat Schwindsucht, liegt im Sanatorium. Sie spuckt Blut.
- Und wo hält sich dein Bomber Paulo auf? - Ich weiß es nicht!
Er ist bei uns im Archiv.
Komm!
Bitte.
Auch bekannt als Paulo, der Bomber. In der Akte "Bandenbekämpfung"...
- taucht sein Name auch auf. - Paulo Roubier, auch "Paulo, der Bomber",
geboren am 29.3.04.
Na, sieh mal an, was wir hier haben.
- Was Neues? - Hier, sieh mal.
Er war in die Sache Rue de Victoires verwickelt, mit Buisson.
Freisprung mangels Beweisen.
- Rue de Victoires oder de la Victoires? - Rue de Victoires!
Wir leiten sofort die Fahndung ein.
Wieso, wir müssen nur seine Frau suchen.
Dann haben wir ihn.
Nicht traurig sein, Chérie.
Nächste Woche komme ich wieder.
- Nimmst du mich mit nach Paris, Roubier? - Was wollen Sie?
Ich möchte mit dir reden.
Die Direktion der Firma PACRA hat eine Million ausgesetzt für den,
der den Mörder bringt.
Und das ist Emile Buisson.
Denk mal gut darüber nach.
Du hast dir schon für weniger die Hände dreckig gemacht.
Sie sind direkt zum Kotzen.
Wenn du nicht mitmachst, ist es noch mehr zum Kotzen.
Deine Frau braucht Streptomycin, damit sie wieder gesund wird.
Ich verspreche dir, das Zeug so schnell wie möglich aus Amerika zu besorgen.
Du zögerst, zwischen Buissons Leben und dem deiner Frau zu wählen?
Ach ja, noch was.
Du warst mit Mario Rital befreundet.
Emile hat ihn umgebracht, für nichts und wieder nichts.
Rital hat ihn nicht verraten. Er hat nur einen Fehler gemacht.
Wir werden dafür sorgen, dass das unter die Leute kommt.
Wenn du nicht mitmachst... Ich weiß, dass du in Mimile beteiligt warst.
Und das werde ich beweisen. Dann gehst du für mindestens 15 Jahre in den Knast.
Und deine Frau siehst du nie wieder.
Widerlich ist das alles.
Das finde ich auch. Aber wir haben keine andere Wahl.
Du nicht und ich auch nicht.
- Salut. - Salut.
Ich habe da was im Auge. Wäre 'ne ganz gute Möglichkeit.
- Das sollte man sich überlegen. - Wie viel meinst du? - 12 bis 15.
- Wo ist die Unterkunft? - Im Vallée de Chevreuse wäre was für uns.
Ein kleines Gasthaus, den Besitzer kenne ich.
Ich brauche unbedingt 'ne neue Pistole. Meine habe ich jetzt schon zu oft benutzt.
- Ich besorge dir 'ne neue. - Am liebsten 'ne 38er, Typ P.
Damit war ich immer ganz gut bedient.
Sie wollen eine Waffe für Buisson? Jetzt reicht's mir aber, Borniche!
- Wie können so was von mir verlangen? - Eine P 38, wenn's möglich ist.
- Eine P 38? - Ja. Das ist sein Lieblingsspielzeug.
Meinen Sie, er würde sich auch mit einem Colt zufrieden geben?
- Na ja, er ist so kapriziös wie eine Frau. - Hören Sie mir mal zu. Jetzt ist Schluss!
Sie sind zu weit gegangen!
Sie haben sich den Fall Buisson... eigenmächtig unter den Nagel gerissen.
Sie machen Sachen, die nicht mal in blöden Kriminalromanen vorkommen!
Entschuldigung, aber...
Ich sollte den Fall D'Avray übernehmen. Tut mir Leid, dass er zu Buisson führte.
- Natürlich. Warum haben Sie das nie gesagt? - Weil ich erst sicher sein wollte.
Das haben Sie auch hingekriegt. Fabelhaft. Am Schluss bezahlen wir Emile Buisson...
noch einen wunderbaren Urlaub: im schönen Tal der Chevreuse zum Erholen!
Aber damit nicht genug! Wir besorgen ihm auch noch eine Waffe,
mit der er uns alle umlegen wird. Aber bitte. Das ist... Das ist wirklich...
Nein, das ist komisch. Jetzt fängt es an, mir Spaß zu machen!
- Ich brauche für Buisson eine P 38. - Ach, wirklich? Und woher?
Von Freunden. Mitglieder der Résistance.
Wenn irgendetwas schief geht, Borniche, ist Ihre Karriere im Eimer! Ist das klar?
Selbstverständlich. Guten Abend.
Hier.
Ja?
Salut.
War nicht gerade einfach.
Ich mache sehr gerne Witze.
Was ist mit deinem Verbindungsmann?
Das hat Jeannot in die Hand genommen.
Er soll 'n bisschen Dampf machen! Ich stinke langsam wie 'ne tote Ratte!
Es wird höchste Zeit, dass ich abhaue!
Hast du 'ne Zeitung für mich?
Diese Schwachköpfe! Die sollten mich regieren lassen,
dann würde den Faultieren die Lust zum Streiken vergehen.
- Tag, Germaine. - Tag, Monsieur.
Ja, ja. Ist ja gut. Ja, ist gut.
- Ist der Chef da? - Nein, der ist noch in Lyon.
- Vor Mittag ist er nicht zurück. - Wir schaffen es auch ohne ihn.
- Das ist unmöglich. Der wird verrückt! - Soll er toben! Wir haben keine Zeit!
- Moment. - Hast du die Polizei verständigt?
Noch nicht. Sonst geht uns Buisson wieder durch die Lappen.
Außerdem hat mich Roubier gewarnt. Er hat eine Eierhandgranate bei sich.
Bist du verrückt? Das ist viel zu riskant! Du hast keine Rückendeckung!
Verständige die Polizei oder den Chef! Wir sind doch nur kleine Angestellte.
Hör mal zu, du musst ja nicht mitgehen.
- Alphonse! - Inspektor?
- Bringen Sie das ins Büro vom Kommissar. - Sofort. - Danke.
- Hast du 'n Wagen bestellt? - Ja, 'ne Staatskarosse.
Alles ok?
Sie wünschen, bitte?
- 15 Liter, bitte. - Roger. Auf der anderen Seite.
- Kann man hier auch essen, Madame? - Natürlich. Wir haben ein Restaurant.
Na, prima. Dann essen wir hier.
Wunderbar! Dann sind wir so gegen vier in der Klinik.
- Ist schön hier. - Das einfache Leben reizte mich immer.
Ja, schon als kleiner Junge wollte ich immer auf 'n Bauernhof.
Du hast doch neulich die Wette verloren. Heute bist du dran! Du kaufst 2 Flaschen.
"Ich esse in der Auberge de la Mère I'Oie mit Emile Buisson.
Wenn Sie Lust haben, kommen Sie doch auch. In größter Hochachtung, Borniche."
Mein Gott!
- Was macht er? - Nichts. Er guckt sich den Wagen an.
- Na? - Ich fühle mich nicht besonders.
- Wir können. Wenn Sie Platz nehmen wollen? - Wunderbar.
- Wo möchten Sie sitzen? - Vielleicht da. Nehmen wir den.
- Hier bitte, die Karte. - Danke. - Wie wär's mit der Spezialität des Hauses?
- Coq au vin. - Das nehme ich, aber mit Vorspeise.
Noch jemand? Sie? Also dreimal. Ich mache die Vorspeisen fertig.
- Versuchen Sie inzwischen unseren Landwein. - Wunderbar.
Lucien, hier.
Robert.
Meint ihr nicht auch, dass Musik den Appetit steigert?
Sie spielen gut.
Ach, einfache Sachen wie das, aber nicht Chopin.
Ich liebe diese einfachen Sachen.
- Können Sie noch mehr von der Piaf? - Ja.
Bitte, Messieurs dames.
- Haben Sie schon gewählt? - Für mich dasselbe.
- Das dachte ich mir: Coq au vin. Hier. - Komm essen, Catherine.
Vielen Dank, Mademoiselle.
Entschuldigen Sie, Monsieur.
Wolltest du ihm ein ganzes Konzert bieten?
Er hat wunderschöne Augen.
- Roger, sie betrügt dich mit ihm! - Hauptsache, ihr amüsiert euch!
- Ich kann auch was anderes haben! - Natürlich!
- Er kommt! - Ok, dreh dich nicht um.
Ich finde, dass der "Caporal Epinglé" den Goncourt verdient hätte.
Hast du ihn gelesen? Hast du ihn gelesen?
Mensch, dauernd wird gestreikt. Da komme ich nicht zum Lesen!
Bei den Literaturpreisen wird auch geschummelt.
Patron, wo bleibt der Wein?
Pardon, den hatte ich vergessen.
Pardon.
- Ob ich mal im Krankenhaus anrufe? - Wäre vielleicht ganz gut, hm?
- Darf ich nach Rembouillet telefonieren? - Natürlich. Haben Sie die Nummer?
- 432, Rembouillet. - 432, Rembouillet.
Danke, Madame.
Auberge de la Mère I'Oie. Guten Tag. Bitte geben Sie mir Rembouillet 432.
Danke.
Guten Appetit, M. Rommier.
Wie? Einen Moment bitte.
Monsieur, diese Nummer gibt's nicht.
Was sagen Sie?
Das ist die Nummer von der Klinik Ambroise Paré.
Ist da die Klinik Ambroise Paré? Das war ein Irrtum.
Ist dort Ambroise Paré? Madame Mercier?
Ja, ich weiß. Hier spricht Dr. Le Garrec.
Ich weiß. Wir kommen etwas später.
Sagen Sie dem Chef, dass wir gegen vier da sind.
Wir sind schon unterwegs. Ja.
Wir sehen uns um vier. Aber ja, das schaffen wir leicht.
- Was macht unser Huhn? - Kommt sofort! - Sie werden begeistert sein.
- Kann ich etwas Brot haben? - Selbstverständlich, Monsieur.
- Es tut mir wirklich Leid. Schmeckt's? - Köstlich.
Gib auf, Buisson!
Schmeißt die Handgranate raus!
Polizei.
Der Rest ist Routine. Buisson sitzt im Gefängnis von La Santé.
Der Richter hat mich beauftragt, ihn zu vernehmen.
2-mal in der Woche fahre ich frühmorgens mit einem Dienstwagen zu ihm.
- Guten Morgen. - Hallo, Emile.
Es entsteht ein merkwürdiges Verhältnis zwischen uns, ganz ungewollt.
Freundschaft wäre zu viel gesagt. Wir sind gute Kumpel.
Beinahe verstehen wir uns.
Besonders, wenn wir uns über Regen oder Sonnenschein unterhalten.
- Holen Sie mich bitte gegen 6 Uhr ab. - Gut.
Es war so weit. Emile hat sich mit seinem Schicksal abgefunden.
Mit seiner freien Hand gießt er sich ein Glas Bordeaux ein.
Die Flasche habe ich mitgebracht.
Er holt seine Brille aus der Tasche und nimmt sich den FIGARO vom Tisch.
Es ist 11 Uhr. Bis 12.30 Uhr lasse ich ihn in Ruhe.
Ich lese meine Berichte durch. Emile liest die Neuigkeiten in der Presse.
Zwischen uns herrscht Waffenstillstand.
- Warum willst du den FIGARO haben? - Gewohnheitssache.
Im Knast misstrauen sie keinem, der den FIGARO liest, 'n seriöses Blatt.
Um 14 Uhr wird es ernst. Der Aktenberg über Emile ist 1,50 m hoch.
Den Großen fällt es einfach zu, aber ich muss mühsam Wahrheit...
und Unwahrheit auseinander puzzeln.
Emile gibt alle kleineren Verbrechen zu.
Aber ich habe handfeste Beweise gegen ihn, Zeugenaussagen.
Vor allem wird ihn die Geschichte mit der P38 schwer belasten.
Wollen wir, Emile?
Ja, Monsieur Borniche.
Über ein Jahr dauerte unser trauliches Beisammensein.
Nur einmal wurde Emile Buisson wütend: als wir über Paulo Roubier...
oder 'Paulo, den Bomber' sprachen.
Den möchte ich in die Finger kriegen.
Ich würde ihm kalt lächelnd die Gurgel durchschneiden.
Aber ganz langsam, damit er's richtig genießen kann.
- Dazu hast du keine Gelegenheit mehr. - Das stimmt.
Jammerschade.
Ich bleibe lange ruhig und schaue mir Buisson an.
Er sitzt völlig unbeweglich auf dem Stuhl, den rechten Arm gefesselt.
Und ich wundere mich, wie ungerührt Emile scheint.
Emile Buisson wurde zum Tode verurteilt. Am 28. Februar 1956 wurde er hingerichtet.
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