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Original subtitles

Nacht �ber Berlin (2013) dTV - Das Erste - 20. Februar 2013

*Schritte hallen durch einen Gang.*

*Etwas Blechernes wird bewegt.*

Subtitles downloaded from www.OpenSubtitles.org

Gib's endlich zu!

Du und deine Genossen!

Ihr habt den Reichstag angez�ndet.

*Reifen quietschen.*

Albert Goldmann. Ich bin Arzt.

Ich will zu meinem Bruder. Ja, kommen Sie!

*Jemand atmet asthmatisch.*

Na, junger Mann? Danke, Gro�er!

Wo sind die Medikamente, die ich dir mitgegeben habe?

Es gab Probleme. Ich musste Hals �ber Kopf aus Berlin weg.

Die Genossen. Ich muss so schnell wie m�glich zur�ck.

Du musst liegen! Eine Woche! Nach dem Schub -

- musst du liegen! Das geht nicht.

Das war der st�rkste Asthmaschub, den du je hattest.

Du musst tun, was ich dir sage!

Ich will dich nicht auch noch verlieren.

Hast du es verstanden?

(D�nisch:) Wir ... Wir ... brauchen frisches Wasser.

Kannst du was f�r mich mitnehmen? Albert, bitte!

Hier!

Da sind Dokumente drin. Die m�ssen nach Berlin.

Ich sagte dir schon, ich will damit nichts zu tun haben.

Keine Waffen. Es sind Fluchtpl�ne. Die musst du spritzen, 1 x t�glich!

Ich schw�re es dir beim Tod unserer Eltern.

Tak! God rejse!

Danke! Gute Reise!

Tak! God rejse!

Oh! Entschuldigung! Nichts passiert.

*Dampfpfeife*

Entschuldigung! Ich muss schnell ...

Weg da!

*Die Frauen kreischen.* Passen Sie doch auf!

Das war ein Auftritt! Klauen Sie immer so Ihren Champagner?

Schauen Sie auf den Horizont! Entspannen Sie!

Entspannen ist ... Ah!

Und jetzt auf den Horizont schauen! Oh! Oh!

Uh! Danke!

Ja. Jetzt ist es besser.

Viel besser. Sie haben einen ganz sch�nen Bums -

- f�r eine Frau. Albert Goldmann.

Schade, dass Sie die Flasche fallen gelassen haben! Henny Dallgow.

Was treibt Sie auf dieses Schiff?

Hat mich gefreut, Frau Dallgow!

Den Koffer auf! Haben Sie etwas zu verzollen?

Oh! He! Moment!

Unversch�mt! Da bist du ja!

He, Frollein! Das ist mein Verlobter.

Spielen Sie mit, damit ich sehe, ob mein Motorrad gut verladen wird!

Ja, die Dame geh�rt zu mir.

Nehmen Sie mal den Hut ab!

Was soll denn das? Sie sehen nicht �bel aus.

Aber die M�tze ist furchtbar.

*Nicht zu verstehen*

Danke sch�n!

Sie sind mit Ihrem Motorrad durch D�nemark gefahren. Allein?

Was sagt Ihr Mann dazu? Den gibt es nicht. Anderes Thema!

Jetzt fahren Sie mit dem Zug. Wegen mir?

Ne, sicher nicht. Ich hatte einen kleinen Unfall.

Ich muss das Motorrad schonen. "Reichstagsabgeordneter"! Soso!

Sieht man Ihnen gar nicht an. Klingt nach mehr als es ist.

Ach, nein! Das Parlament ist doch ein Irrenhaus.

Ohne Macht und ohne Sinn. Sie haben Recht.

Aber das wird sich �ndern.

Da wird nur gequasselt. Keiner h�rt zu.

Gut, wenn es verschiedene Meinungen gibt!

Nicht nur einer entscheidet ob Krieg oder Frieden.

Im Reichstag sitzen viele Spinner. Soll das Demokratie sein?

Ich glaube an die Demokratie.

Und an die moderne Medizin. Ein �berzeugungst�ter.

K�nnen Sie auch �bers Wasser laufen?

Woran glauben Sie?

Wei� nicht.

Gestern bin ich mit meinem Motorrad �ber die K�stenstra�e gefahren.

Links und rechts das Meer.

Ich hatte f�r einen Moment das Gef�hl zu fliegen.

Vollkommen frei.

Kennen Sie dieses Gef�hl?

Daf�r fehlt mir leider die Zeit.

Aber das klingt sehr sch�n.

*Klopfen*

Dr. Goldmann? Ja.

Polizei. Was wollen Sie?

Sie nehmen Ihr Gep�ck und folgen uns!

Als Abgeordneter des Reichstags genie�e ich Immunit�t.

Das kl�ren wir sp�ter. Geh�rt die Dame zu Ihnen?

Erkl�rt mir das einer? Nein. Ich reise allein.

Ja. Aber ich w�sste gern, was los ist.

Das kann ich nicht sagen. Los jetzt!

Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!

(Bahnhofsansage:) "Achtung auf Gleis 2!"

"Einsteigen und T�ren schlie�en!"

"Ich wiederhole."

"Einsteigen und T�ren schlie�en!" Hallo! Ha...

Erholung. "Erholung"!

Sie waren einen Tag in D�nemark.

Die Anreise dauert �ber einen Tag.

Was haben Sie da gemacht?

Ich h�tte mir auch mehr Zeit gew�nscht.

Was tun Sie denn da? Ich bin Ab...

"Abgeordneter des Reichstags". Hinsetzen!

Sie k�nnen sich nachher beschweren.

Darauf k�nnen Sie sich verlassen.

Ihr kranker Bruder versucht, -

- staatsfeindliches Material nach Deutschland zu schmuggeln.

Er k�nnte es Ihnen gegeben haben.

Wer hat Ihnen denn das erz�hlt?

Ihr Bruder ist Teil einer militanten Gruppe, die die bewaffnete -

- Auseinandersetzung gegen den Staat sucht. ... So wie 1923.

Das glaube ich nicht. Selbst wenn, ich habe keinen Kontakt zu ihm.

Weil er untergetaucht ist. Selbst die KPD will mit Leuten -

- wie ihm nichts zu tun haben. Aber Sie haben ihn getroffen.

Sie sind Abgeordneter der SPD.

Wieso machen Sie gemeinsame Sache mit denen?

Nichts.

*Gegr�le*

*Alle reden durcheinander.*

Fr�ulein Henny! Heile zur�ck. Herr von K�hn! Was ist hier los?

Wieder ein Konkurs. Ich habe versucht, -

- die Leute zu beruhigen. Wegen Ihres Onkels.

Ich war bei ihm wegen der neuen Feuerversicherung.

Der Handschuhmacher kam, um seinen Mietvertrag zu k�ndigen.

Da wurde der Betrieb besetzt. Und jetzt?

Mal sehen. Fr�ulein Dallgow, Ihrem Onkel geht es nicht gut.

Zu viel Aufregung. Er ist oben. Soll ich Sie begleiten?

Gute Nacht! Wann gehen Sie mit mir aus?

Henny! Hallo, Uta!

Mensch! Wie war es? Wie geht es deinem Vater?

Schon besser. Er schl�ft. Erz�hl doch mal!

Ich bin todm�de.

Ist Erhart noch im Hof?

Der wartet auf dich.

Das will ich aber auch hoffen.

Schlaf sch�n! Viel Spa�!

Morgen!

Guten Morgen! Tut mir leid! Ich wurde heute Nacht aufgehalten.

Wir haben Sie schon vermisst. Ich muss nochmal weg.

Daf�r h�nge ich nachher eine Stunde dran.

Alleine. Sie k�nnen nachhause gehen.

Wir k�mmern uns um die Leute.

Herr Heck m�chte die R�ume. Wof�r denn?

Wir werden immer mehr. F�r Versammlungsr�ume.

Notunterk�nfte. Danke!

Herr Hinz! Kommen Sie mal!

Schweinerei ... ... unterst�tzen.

Guten Tag! Henny Dallgow.

Leo! Lass dich nicht von dem Kriminaldirektor meschugge machen!

Du bist ein tadelloser Polizist. Hier!

Guten Tag, Frau Fraenkel!

Na! Ob der Tag gewesen gut, wird man wissen bei Nacht.

Kann ich Sie kurz sprechen? Was verschafft mir die Ehre?

Dienstlich. Darf ich Sie begleiten? Gerne! Worum geht es denn?

Ziehen die etwa hier ein? Es w�ren solvente Mieter.

Was haben Sie auf dem Herzen? Ich ...

Nicht wichtig. Ich frage Sie ein anderes Mal.

Gut! Sch�nen Tag!

Guten Tag! Sie haben ja Nerven!

Es ist anders. Da bin ich gespannt.

K�nnen wir reingehen?

Was war da drin? Das wei� ich nicht.

Verkaufen Sie mich nicht f�r dumm!

Der harmlose Trottel schiebt mir diese M�tze unter.

Nein. Sie sind zu mir gekommen beim Zoll. Vergessen?

Dreist. Ich laufe niemandem in einem -

- schlecht sitzenden Anzug hinterher.

Armut kennen Sie nicht. Mit silbernem L�ffel -

- im Hintern schwebt man.

Geben Sie mir, was darin war! "Ich glaube an die Demokratie."

Sie sind genauso wie die Spinner da drau�en.

Wie kommen Sie darauf? Ich habe die Unterlagen gesehen.

Es geht um Schmuggel von Waffen und Munition.

Und die Errichtung geheimer Lager.

Trotz silbernem L�ffel habe ich das erkannt. Wer sind Sie?

Nein. ... Mo... Moment!

Kann ich rauchen?

Danke!

Das glaube ich nicht.

Mein Bruder hat mir geschworen, es w�ren Fluchtpl�ne.

Fluchtpl�ne f�r Genossen, die in Gefahr geraten.

Warum sollte ich l�gen?

Wo stehen Sie eigentlich?

Das ist doch nicht wichtig.

Geben Sie mir die Unterlagen!

Ich habe sie weggeworfen. (Hustet:) Was?

Wenn Sie der sind, der Sie vorgeben zu sein, k�nnen Sie gl�cklich sein.

Aber das geht Sie �berhaupt nichts an.

Doch wenn man mir so was unterschiebt!

H�tte ich zur Polizei gehen sollen? Wo haben Sie es weggeworfen?

In der Spree versenkt. L�gen Sie mich nicht an! Henny!

Das ist kein Spiel.

Sie k�nnen das nicht.

W... Was? Jemandem Angst machen.

Und jetzt gehen Sie! Ich habe Ihnen alles gesagt.

*Er lacht kurz.*

Sie sind v�llig verr�ckt. Wissen Sie das?

Leben Sie wohl!

Hierher! Hierher!

Schie� zur�ck! Zur�ck!

Goldmann! Goldmann!

Du hast etwas, was uns geh�rt.

Wo sind die Unterlagen? Verloren. Auf dem Schiff.

Sind ins Wasser gefallen. Macht die Naht stabiler!

Niemand w�rde sich so aufregen wegen harmloser Fluchtpl�ne.

Was wei�t du? Du hast es gelesen.

Und wenn? W�sste ich dann, dass mein Bruder l�gt?

Hat dein P�ppchen die Unterlagen?

H�tte ich gewusst, was in der M�tze ist, -

- h�tte ich sie nicht mitgenommen.

Ich habe sie ins Meer geworfen. Das war gut so. Denn an -

- der Grenze hat die politische Polizei mich komplett gefilzt.

Ich habe die M�tze im Zug vergessen -

- und heute Morgen abgeholt.

Komm! Du willst mir eine reinhauen?

Gute Idee! Ich muss eine Rede im Reichstag halten.

Soll ich denen von euch erz�hlen?

Wenn die Faschisten losschlagen, sind wir vorbereitet.

Die schlagen nur los, weil ihr ihnen einen Anlass gebt.

Seid ihr wahnsinnig? B�rgerkrieg?

Wir wollen keinen Krieg. Vergiss das hier! Du gef�hrdest deinen Bruder.

Ihr seid Waisen. Muss man aufeinander Acht geben!

*Nur Atmer*

Sozialfaschist! Glaubst du dem?

Henriette! Ich muss mit dir reden. Guten Morgen, Onkel Willi!

Geht es dir besser? Ach, h�r auf!

Es gibt schlechte Nachrichten.

Egal! Ich bin erholt. Ja. Du siehst gut aus.

Das war ein Krawall gestern hier.

Die Arbeiter wollten den Hof besetzen.

Die haben mich beschimpft. Ich kann nichts f�r die Wirtschaftskrise.

Gut, dass Herr von K�hn da war! Ja. Er hat es mir gleich erz�hlt.

Wenn die SA da reingeht, steht das Haus nicht leer.

Das sind solide Leute.

Und sie zahlen im Voraus. Wie du meinst.

Solange sie die anderen Mieter nicht bel�stigen.

Da sind wir beim Punkt! Henny! Ich schaffe das nicht mehr.

Du musst die Gesch�ftsf�hrung �bernehmen!

Dein Vater wollte es so. Ich aber nicht.

Ich helfe gern. Aber ich will keine Immobilien verwalten. Herrgott!

Du hast eine Verantwortung f�r das Erbe.

Was willst du denn im Leben? Du bist Ende 30.

Hast keine Familie, keinen Beruf. Ich habe einen Beruf.

Beim Tingeltangel. Ist das dein Ernst?

Henny! Das sind Hirngespinste.

Willst du dein ganzes Leben hinter einer Bar stehen?

Und irgendwelche Liedchen tr�llern?

Nein. Ich will das Ballhaus kaufen.

Ich war im Urlaub, um mir dar�ber klar zu werden.

Von welchem Geld? Mir geh�rt die H�lfte -

- von Dallgow-Immobilien. Auf keinen Fall!

Ich sehe keine M�glichkeit, Geld aus der Firma zu ziehen.

Und Hypotheken wird es nicht geben.

Nur �ber meine Leiche.

Nat�rlich geraten mehr und mehr Menschen in Aufruhr und in Wut.

Schauen Sie sich die katastrophalen Verh�ltnisse an, -

- unter denen die Mehrheit zu leben gezwungen ist.

*Zwischenrufe* Das ist ein Skandal! Eine Schande!

Arbeitslosigkeit bedeutet Armut und himmelschreiendes Elend.

Albert Goldmann? Ja. Abgeordneter der SPD.

Ein sehr netter Mann. Er ist Arzt.

Er behandelt meine Frau immer umsonst. ... Warten Sie!

Der ist heute auf der Rednerliste. Wenn Sie wollen ...

*Zwischenrufe* ... Ruhe hier rein!

Das Parlament sollte ein Ort sein, in dem wir gegenseitig -

- unsere Meinungen anh�ren. Auch wenn sie uns nicht gefallen.

Br�llen ... Wir h�ren doch keinem Juden zu.

Dann sitzen Sie hier falsch. Gehen Sie dahin, -

- wohin Sie geh�ren, zum P�bel auf die Stra�e!

Wenn die Mitglieder des Hauses sich nicht respektieren, -

- wie sollen dann die B�rger Vertrauen fassen in die Demokratie?

Ohne Parlament w�re es besser. Herr Abgeordneter!

Ihre Redezeit ist vorbei. *Buhrufe links, Applaus rechts*

Ich bin noch nicht fertig. Ich sage, Sie sind fertig.

Gehen Sie auf Ihren Platz, Herr Abgeordneter!

Herr Abgeordneter!

Wie gesagt, Herr G�ring! Ich ...

Geben Sie das bitte Herrn Goldmann?

Ja. Vielen Dank! Wiedersehen!

Wiedersehen!

"Ich habe Sie in Ihrer Welt gesehen."

"Kommen Sie heute Abend in meine!"

"Ballhaus Belzig, Albertstra�e 3. Wir reden �ber Ihre M�tze."

"Gru�, Henny!"

*Nicht zu verstehen*

S��e, geh rein! Hopp, hopp!

*Nur Mundbewegungen*

Matze! Ah, Henny!

Endlich! Ich dachte, du kommst nie mehr.

Ich geh�re doch hierhin. ... Sch�n! Ich brauche immer mehr Stoff.

Hast du dein Herz befragt? Ich mache es.

Mein Onkel sperrt sich. Ich finde eine L�sung. Das ist mein Zuhause.

Wem sollte ich es sonst anvertrauen? Matze! Willst du es dir -

- nicht nochmal �berlegen?

Ich sehe die braunen Schreih�lse jeden Abend.

H�r Hitler zu, dann wei�t du, was uns erwartet.

Amerika, das ist die Zukunft.

Du wirst mir fehlen. Fr�ulein Henny!

Auf ein Wort!

Allein! Ich habe keine Geheimnisse.

Ich muss noch Rouge auflegen.

Ich h�re, dass Sie diesen Laden �bernehmen wollen.

Aber es gibt ein Finanzierungsproblem.

Woher wissen Sie? Gesch�ftsfrau. Toll!

Was wollen Sie? Ich kann Ihnen helfen.

Nicht pers�nlich. Mein guter Freund ist im Bankgesch�ft.

Er w�rde mit Ihnen reden. Wer bringt ihn dazu?

Ich. Ich habe ihm von Ihren F�higkeiten erz�hlt.

Ich habe eine Schw�che f�r Sie. Und Sie heiraten meine Cousine.

Sie erh�ren mich nicht. Ich will nur ein guter Freund sein.

Ohne Hintergedanken, ohne Tricks. Hallo!

Und ich glaube an den Erfolg dieser Lokalit�t.

*Nicht zu verstehen*

*Swing-Musik*

"Swing, swing, what we think. Drums are going ding, ding, ding."

Los geht's, Jungs!

Sch�n, daf�r dass es Negermusik ist!

Wo ist das Etui? Er kann dich ganz oft fragen.

Wo? Wenn du schreist, bist du tot.

Im Ofen auf dem Dach.

Los! ... Wei�t du, was in dem Etui drin ist?

Wenn du zur Polizei gehst, dann kommen wir wieder.

Zu dir und deiner ganzen Familie.

Hast du mich verstanden?

Ah!

*Unterhaltungsmusik aus dem Radio*

*Drau�en bellen Hunde.*

Her mit dem Knochen!

*Die Hunde jaulen.*

Au!

*Nicht zu verstehen*

Hier ist Feierabend.

Danke! Ich komme privat. Klopfen Sie bei "Privat"!

Sie hier? Kleiner Besuch, bevor Sie zu Ihren Nazifreunden zur�ckgehen?

Wer sind Sie, zum Teufel? Ich habe Ihnen geglaubt.

Ich bin nicht zur Polizei gegangen.

Und Sie schicken mir Ihre Schl�ger.

Henny! Was ist denn passiert?

H�ren Sie auf zu l�gen und lassen Sie meine Familie in Ruhe!

Machen Sie mit den Waffen, was Sie wollen! Ich sage nichts.

Henny! Sagen Sie mir, was passiert ist!

Ach! Was ist mit Ihnen?

Sie haben ganz sch�n was abbekommen.

*Jemand klopft laut an der T�r.*

(Frauenstimme:) Goldmann! Mach auf! Na, na!

Mach endlich auf! Goldmann!

Was? Wo ist sie? Ihr Motorrad steht da.

Sie ist zusammengebrochen. So wie ihr sie verpr�gelt habt ...

Sie ist gest�rzt. Wagt ihr euch -

- nochmal, sie anzufassen ... Was?

Du h�ngst da mit drin. Denk an deinen Bruder!

Wie kann der Idiot die Sachen nur dir Schlappschwanz mitgeben?

Was wei� sie?

Warum hast du uns angelogen?

Ich wollte erst mit Edwin sprechen. Sie wei� gar nichts.

Sie sollte das P�ckchen f�r mich aufbewahren.

Sie wei� nicht, was drin ist.

Sie hat es aufgemacht. Verdammt, Goldmann!

Hier geht es nicht um Politik.

Wenn dein P�ppchen redet, sind Genossen in Lebensgefahr.

Sie sagt nichts. Wieso nicht?

Weil ich ihr vertraue. Jetzt raus hier!

Ich warne euch! Wenn ihr sie auch nur anfasst, -

- gehe ich zur Polizei. Ich lasse euch hochgehen.

Verstanden! Sag das deinen Leuten! Jetzt verschwinde!

Lasst das Kriegspielen! Das k�nnt ihr nicht.

Ich gebe Ihnen noch was mit.

Zum Schlafen.

Danke!

*Die Musiker stimmen ihre Instrumente.*

Wunderbar! Heinrich! Das Ballhaus bleibt wie du es liebst.

Ein Gewinn f�r beide. Was will man mehr?

Ein halbes Prozent weniger und ein Tisch mit Ihrem Namen.

Sie ruinieren mich. Wie kann ich da Nein sagen?

Danke sch�n! Fr�ulein Dallgow! Es ist mir -

- eine Ehre! Ich freue mich auf die Einweihung meines Tisches.

Ich hoffe, Sie singen dann was Erbauliches.

Fr�ulein Henny! Sie sind einmalig. Was f�r ein Wille!

Vielen Dank! Feiern Sie doch Ihre Hochzeit mit Uta bei mir!

Was sagen Sie? Auf mich k�nnen Sie z�hlen.

Ich wei�, es ist schwierig f�r Sie. Aber sie braucht Milch und Obst.

Wer ist der N�chste?

Ah, Fritz! Wo dr�ckt denn der Schuh?

Herr Doktor! Ich muss Ihnen was erz�hlen.

Der Generalstreik muss vorbereitet werden, -

- um den Hitlerfaschismus ...

Danke, Fritz! Vielleicht finden Sie raus, -

- wer nachts durch den Reichstag geistert.

Keine Ursache! Ich halte die Augen offen.

"Wenn dein starker Arm es will, stehen alle R�der still."

*Nicht zu verstehen*

Was treibt dich in die Welt der Finsternis?

Ich bin jetzt die stolze Besitzerin des "Ballhaus Belzig".

Das m�ssen wir feiern. Hm!

In einer Stunde kommt meine Vertretung. Wartest du?

Jetzt, Albert!

Fliegen! Henny!

Na los! Mach die Augen zu!

Aber du l�sst die Augen auf!

Juhu! Juhu!

Danke! Das war ...

Kommst du heute ins Ballhaus? Puh!

Nein. Nein, ich denke nicht. Warum?

Ich geh�re da nicht hin. Weil da Nazis verkehren?

Die sind heute �berall.

Ich geh�re nicht zu denen, zu niemandem.

Ich will nur leben. Du kannst das sagen.

Aber ich bin f�r die der Feind. H�rst du, wie die �ber Juden reden?

Das meinen die doch nicht so.

Au�erdem habe ich noch zu arbeiten. Ich halte morgen eine Rede.

Nur weil ich auf der falschen Seite stehe, -

- passe ich nicht in dein Leben.

Ich werde lange auf sein. Ich w�rde mich sehr freuen, -

- wenn du kommst und mich von der Arbeit abh�ltst.

Ich habe nie gewusst, was ich will, bevor ich ins Ballhaus kam.

Und Matze mir alles beigebracht hat. Auch das Singen.

Da war etwas, was ich wirklich kann und liebe.

Das Ballhaus ist ein Ort, wo f�r alle die Welt kurz stillsteht.

Diesen Ort will ich erhalten.

Es ist nicht so wichtig wie das hier. Aber es ist mein Traum.

Warum erz�hlst du mir das?

Damit du wei�t, wer ich bin.

"Junger Mann! Wollen Sie meine Lippen k�ssen?"

"Wollen wir zwei mal um die Ecke geh'n?"

"Fehlt der Mut, werden wir es niemals wissen, -"

"- ob Ihr Mund und meine Lippen sich verstehen."

"Junger Mann! K�nnen Sie Ihr Herz verschenken?"

"Sind Sie treu oder ist es einerlei?"

Meine Kleene. Schau sie dir an! Mm!

"... morgen unser Leben schon vorbei."

Das werde ich so vermissen.

"I feel so lonely ..."

"... under a purple sky."

"You are the only one, ..."

"... who makes me smile and cry."

"... the angels try to comfort me, ..."

"... singing a lullaby."

"I feel so lonely ..."

*Jemand klopft an der T�r.*

*Energisches Klopfen*

Was soll das werden? Das Kranken- haus ist 2 Stra�en weiter.

Die SA ist uns auf den Fersen. Du wagst es, hier aufzutauchen?

Du hast beim Tod unserer Eltern geschworen und gelogen.

"Mensch, Edwin! Sch�n, dass es dir gut geht."

Macht das sp�ter! Die Genossin braucht Hilfe. Goldmann!

Raus! Du bist Arzt!

Raus hier! Alle! Albert! Bitte!

Hat euch jemand gesehen?

Ich glaube nicht. Raus!

Du sicherst vorne! Ich hinten.

Es tut mir leid, Albert!

Ich wusste mir keinen Ausweg. Ich konnte niemandem vertrauen.

Dann bel�gt man den eigenen Bruder. "Tod der Eltern"!

Hast du vor irgendwas Achtung? Wir sind im Krieg.

Der bewaffnete Widerstand ... Du bist im Krieg? Ich war im Krieg!

Ich habe es gesehen. Ich will das nicht nochmal.

Und ich will nicht den einzigen Menschen verlieren, -

- der mir geblieben ist. Komm, Edwin!

Komm wieder zur Besinnung!

Du kannst hier wieder anfangen. Du kannst dich nicht raushalten.

Sarah und Thomas w�rden noch leben, wenn du gek�mpft h�ttest.

Sie mussten sterben, weil ihr Revolution gespielt habt, -

- ohne zu wissen, wie man so was macht.

Wenn ich nicht gek�mpft h�tte, -

- w�rst du auch erschossen worden.

H�rt auf! H�rt auf! Das ist 9 Jahre her.

Es tut mir leid!

Da vorne ist es.

Fahren Sie bitte einmal um den Block!

Komm niemals wieder! Verstanden?

Niemals!

Die T�r war offen.

Wie sch�n du bist!

Was war denn hier los?

Ein Ehekrach.

Alkohol, Messer, das �bliche.

Erz�hl mir nichts, was du mir nicht erz�hlen willst!

Aber l�g mich nicht an!

Meine Frau und mein Sohn sind gestorben.

Vor neun Jahren.

In Hamburg beim Aufstand der KPD.

Wir sa�en zuhause in Altona.

Auf einmal st�rmte die Polizei unsere Wohnung.

Keiner verstand, was passierte.

Alles schrie durcheinander.

Pl�tzlich rannte mein Sohn aus dem Zimmer.

Meine Frau hinterher.

Und dann fielen die Sch�sse.

Edwin hat mir damals das Leben gerettet.

Ich war in Verdun im Krieg.

Ich hatte geschworen, nie wieder eine Waffe anzufassen.

Damals in Altona, wenn ich eine gehabt h�tte ...

*Tumultartige Zwischenrufe*

... nicht tatenlos zusehen, -

- wie die Verfassung immer mehr zu einer leeren H�lse wird.

Weil der Pr�sident diesen Krieg ...

*Zwischenrufe, Pfiffe, Gegr�le*

Jude! Jude! Jude!

(Viele:) Jude! Jude! Jude!

Albert! Wir stehen das durch.

Das ist nur das Pfeifen im Wald.

Bei der n�chsten Wahl sind die weg. Herr Goldmann!

Komm!

Auf den einzigartigen Matze Belzig, der uns morgen verlassen wird!

Nach Amerika. Was v�llig unentschuldbar ist.

Matze! Danke f�r alles, was du mir beigebracht hast!

Und f�r diese verzauberte Welt.

An der Bar bleibt immer ein Platz f�r dich frei.

*Die Band spielt einen Tusch.*

*Nicht zu verstehen*

Du warst gro�artig. Und du siehst gro�artig aus.

Ich habe doch gesagt, Smoking steht dir.

Darf ich bitten?

"Wenn die kleinen G�nsebl�mchen bl�h'n, -"

"- scheint der Himmel blau und die Wiesen gr�n."

"Trampelt eine Herde brauner Ochsen alles nieder, -"

"- sind die G�nsebl�mchen weg, doch sie kommen wieder."

Wer ist das? Albert Goldmann, Arzt.

Sitzt f�r die SPD im Reichstag. Goldmann, Jude. Schau mal an!

Erhart! Du hast mir versprochen ... Dann mal los!

"... steht das Vieh im eignen Dreck. Wird das Vieh dann massakriert ..."

Jetzt reicht es! Du setzt dich wieder!

"... sind auch die Ochsen weg."

"Scheyn, scheyn ist das Leben, wie es eben ist."

"Ein scheynes Leben leben wir, bis uns das Leben frisst."

"Scheyn, scheyn ist das Leben, wie es eben ist."

"Ein scheynes Leben leben wir, bis uns das Leben frisst."

"Wenn die kleinen G�nsebl�mchen bl�h'n, -"

"- die Sonne scheint und die Schwalben ziehen, -"

"- br�llt eine Herde brauner Ochsen dumme Lieder, -"

"- sind die G�nsebl�mchen weg, doch sie kommen wieder."

"Br�llt eine Herde brauner Ochsen dumme Lieder, -"

"- sind die G�nsebl�mchen weg."

"Scheyn, scheyn ist das Leben, wie es eben ist."

"Ein scheynes Leben leben wir, bis uns das Leben frisst."

"Scheyn, Scheyn! Scheyn, scheyn, scheyn, scheyn!"

Albert!

"Scheyn, scheyn ist das Leben, wie das Leben eben ist."

"Wir leben es bis es uns frisst."

Sie sind ein h�bscher Bengel, Albert Goldmann!

Und Henny liebt Sie sehr. Machen Sie gute Miene zum b�sen Spiel!

Ich wei� nicht, ob ich das kann.

Sie sind Jude. Wir �berleben so oder wir packen unsere Koffer.

Ich bin kein Jude. Ich bin Deutscher.

Ich bin nicht mal religi�s.

Wie ist das bei Ihnen? Ich gehe in die Synagoge.

Ich bete. Ich begehe die Feiertage.

Und hoffe, dass Gott mir mein Leben verzeiht.

Das kenne ich nicht. Ich habe keine Ahnung von dem.

Das J�dische hat in meinem Leben nie Bedeutung gehabt.

Nie! Und jetzt soll das die alles entscheidende Frage sein?

Ein Lamm ist ein Lamm, auch wenn es mit W�lfen aufw�chst.

Irgendwann kann man nicht mehr mit ihnen heulen.

Hu! Komm!

Komm! Na!

Ein scheynes Leben leben wir, bis uns das Leben frisst.

*Er lacht.*

*Jiddische Musik, Klezmermusik*

*Viele Stimmen*

*Nicht zu verstehen*

Matze! Matze! Du hier? Ich glaube es nicht. Komm zu mir!

*Nicht zu verstehen*

Albert! Albert! Komm her! Albert!

Komm, Albert! Ja. Wie?

*Nicht zu verstehen*

*Ruhige Tanzmusik*

Hast du Albert gesehen?

Er ist mit Matze in die Stammkneipe gegangen.

Henny! Henny!

Komm her! Komm zum Tanzen!

Los, schneller!

... der Feind, der brennt.

Anz�nden!

*Applaus*

Mach sie fertig! Linke Sau! Ah! Ah!

Los, komm her! Komm her, du! Ah!

Aufh�ren! Sie sind verhaftet.

H�rt jetzt auf! Ruhe! He! He! He!

*Alle rufen durcheinander.*

Verschwindet! Ihr habt hier nichts verloren.

... und besch�tze unser Haus!

Amen! Amen! Amen! Amen!

Guten Appetit! Danke! Gleichfalls!

Was f�r eine katastrophale Wahl! Das Volk ist zu dumm, um zu w�hlen.

Keine solide Mehrheit. Immer nur Geschrei.

Es fehlt ein starker Mann. Meinst du den Kaiser?

Er hat uns in den Krieg gef�hrt.

Einen wie Bismarck brauchen wir. Was halten Sie von Hitler?

Der war nicht mal Offizier. Und er hat verloren.

Die NSDAP ist zerstritten. Und sie ist fast pleite.

Davon wei� ich nichts. Ich dachte, Sie kennen sich da aus.

Warum spricht niemand von den Roten?

Wollen Sie, dass Stalin bestimmt?

Vergesst doch mal die leidige Politik!

Sie haben Recht! Und es beleidigt Ihr wunderbares Essen.

Ja. Au�erdem wollten wir mit euch auch noch etwas besprechen.

Erhart und ich, wir wollen eine gro�e Verlobungsfeier.

Mitte M�rz. Was sagt ihr?

Kinder! Es ist wunderbar. Wenigstens eine, die wei�, was sich schickt.

Nun lass sie in Ruhe! Sie hat doch einen.

Und das schon seit l�ngerem. Ausnahmsweise.

Sie m�ssen rechtzeitig den Deckel draufmachen, -

- sonst ist sie wieder weg. Onkel Willi!

Danke f�r den Rat, Herr Dallgow! Ich gebe mir M�he.

So ist es recht. Endlich mal kein Windbeutel, -

- wie du sie sonst anschleppst! So!

Nun zu Ihnen, Herr von K�hn! Was stellen Sie sich so vor?

Nichts Gro�es. Familie, ein paar Freunde. Nichtkoscheres Essen.

Die Kosten �bernehme nat�rlich ich.

Was war das? "Nichtkoscheres Essen"?

Das kommt nicht infrage. Noch bin ich Vater der Braut.

Da redet jemand von etwas, das er nicht versteht.

Sind Sie gl�ubiger Jude? Ich habe meine Eltern fr�h -

- verloren. Vater im Stahlwerk, -

- Mutter an die Schwindsucht.

Mein Bruder und ich sind in Heimen aufgewachsen, nicht j�dischen.

Waisenheim? Wie traurig. Alle Achtung!

Da haben Sie es als Arzt weit gebracht.

J�discher Stahlarbeiter! Wo gibt es denn so was?

Aus Versehen war mein Vater nicht Bankier. So denken Sie �ber Juden?

Ich sehe nur, wie Deutschland geschw�cht wird.

Und immer sind Juden dabei. Daf�r entschuldigen Sie sich!

Wof�r? Ich toleriere doch, dass er am Tisch sitzt.

Onkel Willi! Sag was! Uta! Du sagst auch nichts?

Er sagt doch, er toleriert ihn.

Ich glaube, ich m�chte Ihre Toleranz -

- nicht l�nger strapazieren.

Vielen Dank f�r das Essen!

Hach! *Henny knallt die T�r zu.*

Das tut mir jetzt wirklich leid! Das war nicht meine Absicht.

Da sieht man, dass wir mit diesen Leuten nichts gemein haben.

�brigens, Frau Dallgow! Ihr Essen, einmalig wie immer.

Sagen Sie Hedwig zu mir! Wir sind jetzt eine Familie.

Davon habe ich mein Leben lang getr�umt.

Ein Sonntagsessen mit der ganzen Familie.

Alle sitzen um einen Tisch.

Ich sollte alleine bleiben!

Du bist nicht allein.

Du hast eine Flasche Wein. Was willst du mehr?

Als du im Sommer in meine Praxis kamst und alles voller Blut war, -

- wei�t du das noch? Ja.

Das war kein Ehekrach.

Mein Bruder und diese zwei Schl�gerfreunde -

- brachten eine Angeschossene.

Ich habe sie behandelt.

Ich h�tte sie wegschicken k�nnen. Aber ...

Ich habe es nicht gemacht.

Seitdem ist Edwin verschwunden.

Untergetaucht.

Aber wenn er morgen vor meiner T�r st�nde, -

- ich w�rde ihm wieder helfen.

Er ist meine Familie.

*Sie summt eine Melodie.*

Guten Tag! Guten Tag!

Guten Tag, Frau Fraenkel!

Das ist schon das 2. Mal in der Woch.

Ich k�mmere mich drum. Ja?

Danke sch�n!

Ich bin Ihre Vermieterin. Wer hat hier das Sagen?

Guten Tag! Kann ich irgendwas f�r Sie tun?

Mit dem Gez�ndel ist jetzt Schluss! Und den Schmierereien!

Das ist Sachbesch�digung und Grund -

- zur fristlosen K�ndigung.

*Tanzmusik*

Was soll denn das? Aus dem Weg!

Was erlauben Sie sich?

Was soll das? Halt die Fresse!

Kameraden! So geht das nicht! So k�nnen Sie sich nicht benehmen!

Ansonsten m�ssen Sie das Etablissement verlassen.

Sofort raus hier!

H�ren Sie auf, die G�ste zu bel�stigen!

Erhart! Wir m�ssen reden! Henny! Der Streit -

- neulich beim Essen tut mir leid!

Wenn Sie das meinen. Henny!

Sie lieben den falschen Mann. Ich komme.

Sie haben mir Ihre Freundschaft zugesagt.

Freundschaft ist eine Sache, die auf Gegenseitigkeit beruht.

Ich musste der SA k�ndigen. Die haben Feuer gelegt.

Hecks Kameraden k�nnen sich nicht benehmen.

Ich habe es geh�rt. Die K�ndigung war konsequent.

Sie werden von selbst k�ndigen.

Dieser Aufmarsch ist eine Strafaktion. - Die SA ist -

- ein wilder Haufen. Schwer in den Griff zu kriegen.

Wenn die SA mein Ballhaus ruiniert, bin ich pleite.

Ihr Freund verliert sein Geld. Wollen Sie das?

Er wird es sich von meinem Onkel holen, zu Lasten von Utas Verm�gen.

Wollen Sie das? Sie sind doch mehr Gesch�ftsmann als Politiker. Oder?

(SA-Mann br�llt:) Verr�ckt geworden? Verdammte Sauerei! Aufr�umen!

Musik! ... Ich bitte Sie, sich wieder zu setzen!

Ich entschuldige mich in aller Form!

Haben Sie einen sch�nen Abend!

Gn�dige Frau!

Ich darf mich vorstellen. Lanz.

Henny Dallgow.

Unter den Kameraden herrscht -

- eine gewisse Unruhe. Ich bitte das zu entschuldigen!

Entschuldigung angenommen.

Zwei Cognac bitte! Vom Feinsten. Kommt sofort, S��er!

Auch wir verstehen es, gepflegt zu feiern.

Wir sch�tzen ein Haus wie das Ihre.

In dem wir uns willkommen f�hlen.

Wir sind doch willkommen?

Oder? Ja.

Was ist denn hier passiert?

Das war die SA.

Albert! Ich verstehe das nicht.

Ich bin zwar Jude aber auch ein guter Deutscher.

Ich habe im Krieg gek�mpft.

Ich war zweimal verwundet. EK-1 und 2.

Das war alles, was ich habe. Mehr habe ich nicht.

(Er weint:) Das war alles.

Warum l�sst Er das zu?

Warum?

Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es nicht.

*Die Band spielt Tanzmusik.*

"So was hat die Welt noch nicht gesehen."

"Das gab's noch nie in 100.000 Jahren."

"Wenn wir uns heute nur und dann nie mehr verstehen, -"

"- ist es nur einmal, einmal so."

"Bis morgen wird die Welt nicht untergehen."

"Wer wei� ..." Muss Liebe sch�n sein. Hm!

"... wenn wir schon morgen unsere eigenen Wege gehen, -"

"- dann ist es nur einmal, einmal so."

"So was hat die Welt noch nicht gesehen."

"Das gab's noch nie in 100.000 Jahren."

"Wenn wir uns heute nur -"

"- und dann nie mehr verstehen, -"

"- dann ist es nur einmal, einmal so."

*Sie �bergibt sich.*

Wie lange wei�t du es schon?

(Im Saal:) ... f�nf, vier ...

Was? Ich habe viele Schwangere gesehen.

... eins! Ja! (Applaus)

Da musst du mir nichts erz�hlen. *Die Band spielt einen Tusch.*

Prost Neujahr! Prost Neujahr!

M�dels! Geht aufs M�nnerklo! Da werdet ihr voll bedient.

Aber ... Wirklich. So!

Wei� er es?

Sagst du es ihm?

Das ist ein Guter. Also ... Wo ist das Problem?

Ich wollte nie ein Kind. Hab genug mit mir zu tun.

Das Ballhaus ist mein Traum. Wie geht das mit einem Kind?

Und die letzten Monate. Ich habe so viel gesehen, was mir Angst macht.

Soll man in diese Welt ein Kind setzen?

Man macht es einfach.

Wenn das Kind gar nicht leben will in dieser Welt?

*T�rklopfen* Schlaf ein paar Tage dr�ber!

Wenn du es wirklich nicht willst, kriegst du von mir eine Adresse.

Ein richtiger Arzt, kein Engelmacher.

So und jetzt mach Lippe!

*Die Nadel kratzt am Ende der Platte.*

Hm?

Ist irgendwas?

Habe ich dir schon mal gesagt, dass ich dich liebe?

Nein. Ich glaube, so direkt noch nicht.

Aber ich hoffe, das ist jetzt kein Weltuntergang.

*Jemand klopft drau�en an der T�r.*

Goldmann! *Er st�hnt.*

Goldmann, mach auf!

Goldmann! Dein Bruder!

Mach die T�r zu! Schnell! Albert!

Was ist denn passiert? Eine Razzia.

Beine hochhalten! Polizei und SA.

Viele Genossen sind ... Hans ist tot.

Nimm die Hand weg, Edwin! Ah! Ah!

Die Schale da dr�ben!

Er muss sofort ins Krankenhaus.

Wo ist dein Wagen? Zerst�rt.

Ich kriege kein Amt.

Komm! Komm! Ah!

Tut mir leid, Goldmann!

Schnauze!

Schnauze! Hau ab!

Ich habe nie Angst gehabt in meinem Leben. Nie!

Aber jetzt denke ich an das Kind.

Und alles krampft sich zusammen. Hast du es ihm endlich gesagt?

Ich brauche die Adresse. Ich will ihn nicht belasten.

*Jemand klopft.*

Ich bin schwanger.

Ich war bei einer Stelle, wo man es wegmachen lassen kann.

Ich kann unser Kind nicht abtreiben.

Aber ich habe Angst vor dem, was vielleicht kommt.

Du sollst dich nicht durch ein Kind an mich gebunden f�hlen.

Damals in Hamburg ...

... als Sarah und Thomas ums Leben kamen.

Da habe ich mir etwas geschworen:

Ich werde mich nie mehr so auf jemanden einlassen.

Aber jetzt bist du meine Familie.

Und ich will, dass ich deine bin.

Hm?

Ja!

"Reichstagspr�sident von Hindenburg -"

"- hat den F�hrer der NSDAP, Adolf Hitler, zum Kanzler ernannt."

"Hitler wird noch heute den Amtseid ablegen."

"Die Regierung hat keine Mehrheit." H�rt das nie auf?

"Mit Neuwahlen ist zu rechnen." Da verliert er sowieso.

"Es folgt Musik."

*Swing-Musik*

Wir m�ssen reden. Allein!

Was soll das? Nicht so etwas. Es ist wichtig.

Also?

Es geht um Ihren Freund, Herrn Goldmann.

Keine Rassetheorien! Es ist geheim.

Es zu verraten, ist lebensgef�hrlich.

Aber ich stehe zu unserer Freundschaft.

Die NSDAP sammelt Namen von Hitlers Gegnern.

Sozialdemokraten, Kirchenleute, Kommunisten.

Was soll das? Es gibt Listen.

Nach einem Wahlsieg gibt es S�uberungen.

Die NSDAP wird nie st�rkste Partei. Das kann man �ndern.

Glauben Sie mir! Hitler schafft es.

Woher wissen Sie das?

Unwichtig! Raten Sie Albert, das Land zu verlassen!

Ein sozialdemokratischer Jude steht weit oben auf den Listen.

Und ich soll mit und Ihnen das Ballhaus billig �berlassen?

Nein. Ich hoffe, Sie bleiben. Eine neue Zeit beginnt.

Wir k�nnen sie zusammen erleben. ... Als Freunde.

Finger weg von Erhart! Blo�, weil du nur einen Juden kriegst.

Spinnst du? Ich sehe es doch.

Du hast ihm immer sch�ne Augen gemacht.

Ich bin nicht blind. T�ubchen! Beruhige dich!

Henny will mich als Gesch�ftsf�hrer von Dallgow-Immobilien.

Au�erdem erteilt sie mir Prokura �ber ihre Anteile.

Ist das wahr?

Ja.

Oh Gott! Das ist ja ... Das ist ja wunderbar.

Mein Adler!

Ich bin so stolz auf dich. Ja.

Wenn Hitler die Wahl gewinnt, musst du das Land verlassen.

Die haben S�uberungslisten. Sagt Herr von K�hn.

Albert! Du bist in Gefahr. Henny!

Hitler wird niemals die Wahl gewinnen.

Die machen uns Angst, damit m�glichst viele von uns aufgeben.

Ich bleibe hier und k�mpfe. Und du geh�rst ins Ballhaus.

Soll von K�hn es bekommen? Glaub mir!

Henny! Henny! Pst! Pst!

Wie lange haben Sie das? Lange.

(Holl�ndischer Akzent:) Das ist die Staub von die Zementfabrik.

Gehen Sie zum Augenarzt! Habe ich kein Geld.

Ich schreibe eine Adresse auf.

Da k�nnen Sie hingehen. Doktor!

Etwas gegen die Schmerzen. Ich kann Ihnen etwas geben.

Zum Augenarzt gehen Sie trotzdem. Nicht reiben!

Was haben Sie da?

Der Mensch muss sich erheben.

Zeichen setzen.

Die oben m�ssen sehen. Darum verbrennen Sie Ihre Hand?

Etwas muss geschehen. Verstehen Sie? Sind Sie Kommunist?

Radekommunist. Ja, ich verstehe Sie.

Sie sind w�tend.

Herr van der Lubbe. Ich bin es auch. Aber ...

Aber man darf niemandem, -

- schon gar nicht der Armee, einen Vorwand geben loszuschlagen.

Verstehen Sie das? Das Volk muss sich erheben.

Niemand kann es dann aufhalten. Das Volk erhebt sich nicht.

Am Ende sterben nur wieder Unschuldige.

Herr Doktor! Ein Anrufer.

L�sst sich nicht abwimmeln. Ich komme.

Das ist gegen die Schmerzen. Alles Gute!

Doktor! ... Vielen Dank!

Goldmann. Was gibt es?

Fritz? ... Gut. Ich komme heute Abend und schaue es mir an.

(Singen:) "Die Internationale -"

"- erk�mpft das Menschenrecht."

Herr Doktor! Gut, dass Sie da sind! Kommen Sie! Ich zeige es Ihnen.

Ich habe von hier unten immer wieder Schritte und Stimmen geh�rt.

Also habe ich F�den gespannt.

Und Streichh�lzer in die Ritzen gesteckt.

Mehrere Tage. Und jeden Morgen ...

... waren diese F�den zerrissen. Und die H�lzer waren zerbrochen.

Jemand geistert hier nachts rum. Gestern auch.

Wohin f�hrt der Tunnel? Palais des Reichstagspr�sidenten.

Direkt zu G�ring! Wenn Sie so wollen.

(Sie rufen:) Sieg ... heil! Sieg ... heil! Sieg ... heil!

Wilhelm! Th�lmann soll auch kommen.

Albert? Gerd!

Ich muss dir unbedingt etwas erz�hlen.

Ich war gestern auf Arbeitssuche in Henningsdorf.

Ich schlief da im Polizeiasyl. Da war ein Holl�nder.

Der hat wirres Zeug erz�hlt. Und wie sah er aus?

Meine Gr��e, Locken, rote Augen. Entz�ndete Augen?

Mein Patient! Er will den Reichstag anz�nden.

Heute Nacht! Ja, und dann?

Absitzen! Ich hatte Angst und bin abgehauen.

Albert! Hilf mir! Komm rein!

Kommt rein!

Schnell rein! ... Kommt! Kommt!

*Die Leute schreien.*

Versteckt euch da unten!

Dir werde ich es zeigen. Lass sie in Ruhe!

Schnell!

Albert! ... Was war denn hier los?

F�hrst du zum Ballhaus? Ich wollte zu dir.

Bringst du mich zum Reichstag? Ja. Was war hier los?

SA. Ein Patient von mir -

- will den Reichstag anz�nden. Woher wei�t du das?

Egal! Hitler h�tte dann einen Vorwand, um loszuschlagen.

Bist du sicher? Nein.

Es passt zu dem, was der Pf�rtner erz�hlt.

Ich muss ihn aufhalten. Albert!

Du musst zur Polizei gehen.

Da kann ich gleich zur SA oder SS gehen.

Die sind jetzt Hilfspolizei.

Ich wei� nicht mal, ob es stimmt. Darum muss ich hin. F�hrst du mich?

Komm!

*Etwas klappert.*

He!

*Tanz-Musik*

Alles in Ordnung, Kleine?

Was ist? *Nicht zu verstehen.*

Ja. *Nicht zu verstehen.*

Nehmen Sie sich dem an! Klar?

Ich muss los. Lass dich von den Spinnern nie provozieren!

*Die Feuerwehrsirene heult.*

*Nicht zu verstehen*

*Er h�rt viele, schnelle Schritte.*

Weiter, M�nner! Schneller!

*Die Feuerwehrsirene heult.*

*Nicht zu verstehen*

Schneller!

Los, los! Wasser marsch! Beeilung!

*Nicht zu verstehen*

Mir nach! ... Schneller!

Da r�ber!

Hier entlang!

Ah!

He, Sie da! Stehen bleiben!

Los, los, los! Ich sehe ihn dahinten.

Dahinten ist er.

Los!

Haltet diesen Kerl auf!

Halt! Stehen bleiben! ... Halt!

Los, runter mit ihm!

Albert!

Henny! ... Ah!

Rein mit dir! Los, rein!

Stopp! Ich muss da durch!

Feierabend. Es geht nicht weiter. He!

Womit hast du das Feuer gemacht?

Mit ... Mit Hausbrandanz�nder.

Mit Papier und dann noch mit mein Jacke.

Ich will aufweisen, dass der Arbeiter die Macht will haben.

Wer hat dir geholfen?

Niemand.

Ich bin alle Zeit allein. Ich habe kein Kameraden.

"Goldmann, Albert."

"Geboren am 27. April 1888 in Chemnitz."

"Doktor der Medizin. Hochst�dter Stra�e 3."

Ist das richtig? Ja. ... Und wer sind Sie?

Klein, politische Polizei.

Wieso waren Sie im Reichstag? ... Und um diese Uhrzeit?

Wer sagt, dass ich da war? Die SA.

Sie wurden gesehen. Was haben Sie dort gemacht?

Ich wollte verhindern, dass der Holl�nder den Reichstag anz�ndet.

Wenn Mitglieder der SA mich gesehen haben, waren sie auch da.

Ich habe im Keller gesehen, ... Ich fragte: "Was haben Sie gemacht?"

Der Brand nutzt den Faschisten, um die Macht an sich zu rei�en.

Fragen Sie die, die mich hergeschleift haben!

Die k�nnten Ihnen einiges ... Ah!

Antworten Sie bitte nur auf meine Fragen! ... Klar?

(Hitler:) "Das ist ein gottgegebenes Zeichen."

"Wenn sich herausstellt, dass das Feuer, wie ich glaube, ..."

Ein Foto, Herr Reichskanzler!

"... ein Werk der Kommunisten ist, dann kann uns nichts aufhalten, -"

"- diese M�rderpest mit eiserner Faust zu zermalmen."

Ich brachte Hausbrandanz�nder ins Rathaus. Erst wollte ich -

- das Wohlfahrtsamt anz�nden und das Schloss.

Samstag. Das ist best�tigt.

Die Brands�tze sind erloschen.

Oder sie wurden sofort gel�scht. *Telefon*

Und? Gibt er die Verschw�rung zu?

H�? Ich brauche Namen.

Er sagt, er war es allein. Und Sie glauben das?

Kennen Sie einen Dr. Albert Goldmann?

Na?

Ich war allein.

Was? Hausinspektor Kranowitz sagt, -

- er habe 6 M�nner im Reichstags-Keller gesehen.

Er hat sie nicht erkannt.

Irrelevant! Wo sollen die denn herkommen? Weiter!

Ich kann Ihnen keine Auskunft �ber Herrn Goldmann erteilen.

Ist Hauptkommissar Fraenkel da? Er hat Dienst.

Sagen Sie ihm, dass ich ihn sprechen muss! Bitte!

Mitkommen! Ich warte auf Kommissar Fraenkel.

Wo bringen Sie mich hin?

Was soll das?

Sie k�nnen drau�en warten.

Sie sind also die Sau.

Sie wollen die SA in den Dreck ziehen, die Sie ertappt hat.

Ich will jetzt sofort einen Anwalt sprechen.

Das St�ck Mist f�hrt uns nicht an der Nase herum.

Der Doktor wird sich wundern.

Deine Genossen von der KPD haben dich verraten, Goldmann.

Ich habe keine Verbindung zur KPD.

Ah! Er versteht mich einfach nicht.

Wir sprechen in Deutschland deutsch, nicht russisch.

Stalin kriegt euch in Holzkisten, wenn wir mit euch fertig sind.

Es gibt eine j�disch- bolschewistische Verschw�rung.

Goldmann geh�rt dazu. Reden Sie!

Zu Ihrem Schutz. Unsinn! Ich will aussteigen.

Vorsicht, Henny! Ich will raus!

Denken Sie an Ihre Familie!

Albert ist meine Familie. Sie haben keine Zukunft.

Der Geliebten eines Juden glaubt niemand etwas.

Aber das ist Ihr kleinstes Problem. Wollen Sie mir drohen?

Deutschland ver�ndert sich.

W�hlen Sie besser die richtige Seite!

Noch bin ich Ihr Freund, der Freund Ihrer Familie.

Damit das so bleibt, fahren wir heim.

Seien Sie bitte vern�nftig!

Wer sagte dir, dass jemand den Reichstag anz�ndet?

Mit wem hast du dar�ber gesprochen? Die Namen!

Hast du noch nicht genug?

Niemand wird dir deine Geschichte glauben.

Sag mir die Namen!

Und du bist frei.

Gib es endlich zu! Du und deine Genossen.

Ihr habt den Reichstag angez�ndet.

Rede endlich, du Drecksack!

Sind Sie wahnsinnig geworden?

Tot n�tzt er uns nichts.

*Es klingelt.*

Verzeihen Sie die fr�he St�rung. Ist Fr�ulein Henny da?

Nein! Herr Fraenkel!

Ich habe Sie gesucht. Im Pr�sidium ...

Das hat Zeit bis morgen. Ich ...

Noch d�rfen Sie nicht alles.

Ein Jude als Freund ist bald nichts mehr wert.

Ich war gestern im Pr�sidium.

Ich wollte mich da nach Albert Goldmann erkundigen.

Wissen Sie, wo man ihn hingebracht hat?

�h ... *Er r�uspert sich.*

Herr Goldmann ist ... Wir haben ihn gefunden.

Vor 30 Minuten, in der Spree.

Erschossen.

Absitzen! Treibt sie alle raus!

Schneller! ... Schneller!

*Jemand schie�t.*

*Sie schreit.*

*Sie summt eine Melodie.*

*Lauter werdendes Ger�usch vieler Marschierender*

Untertitelung: 2013 Untertitel-Werkstatt M�nster

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