All language subtitles for Friedemann Bach 1941.DEU

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Original subtitles

Ob wohl Christoph heute den Mut hat, es ihm zu sagen?

Nicht so laut, Friederike. Der Vater gibt Unterricht.

Ja, Mutter. Ich wei� doch, was es hei�t, wenn Johann Sebastian Bach musiziert.

Ich liebe den Vater. - Aber Christoph Altnikol liebst du auch.

Wir warten doch jetzt schon so lange. - Du musst eben Geduld haben, Kind.

Geduld. Geduld! Ich will keine Geduld mehr haben.

Und der Vater merkt es nicht.

Er lebt in einer so gro�en Welt.

Ja, Mutter, aber ich lebe auch! Und einer muss es ihm doch sagen.

Friedemann!

Ja, Junge! Wo kommst du denn her? - Mutter.

Eben mit dem Postwagen aus Halle. - Hast du denn Urlaub?

Das erz�hl ich sp�ter. Wie geht's euch? Du siehst wunderbar aus, Mutter.

Wie geht's dem Vater? Und Friederike?

Kann man bald Verlobung feiern? - Nein. Keiner sagt's dem Vater.

Was?

Es ist schwer, dem Vater etwas zu sagen, das nicht mit Musik zu tun hat.

Da h�rt er merkw�rdig schwer. - Dann bin ich ja gerade recht gekommen.

Jetzt werde ich es dem Vater sagen.

Friedemann, Vater gibt Unterricht. Da kannst du ihn nicht st�ren.

Ich will es ihm ja nicht gleich sagen. Aber zuh�ren darf ich doch?

Ich kann nicht ruhig im Zimmer bleiben, wenn nebenan der Vater spielt.

Was machst du �berhaupt hier in Leipzig? - Das werde ich dir alles erz�hlen, Vater.

Geht nach Hause. lhr habt brav gespielt.

Sogar der Oberorganist der Marienkirche in Halle hat's noch nicht ganz verlernt.

Altnikol. Ich freu mich, Friedemann. - Vor lauter Musik f�llt die Heirat aus.

Friederike ist nebenan. Emanuel, immer noch so flei�ig beim Studium?

Nicht jeder hat es in jungen Jahren so weit gebracht wie du, Friedemann.

Wer kann das wissen, wie weit man es bringt?

Willkommen in Leipzig, mein lieber Sohn, und in deinem Vaterhaus.

Das ist eine Freude und eine �berraschung. - Eine �berraschung ja.

Hast du Urlaub genommen, oder was sonst f�hrt dich her?

Ich bin nicht mehr Organist in Halle. Ich warf die Arbeit hin und reiste ab.

Hast du dir das auch genau �berlegt?

Da gab es f�r mich nichts zu �berlegen! - Nun...

zu �berlegen gibt's da sehr viel.

Einen Posten als Organist mit 300 Talern Gehalt im Jahr findet man so leicht nicht.

Ich habe immer viel von dir gelernt, aber das Beste war:

Man darf die Kunst nicht dem Geld opfern. - Aber man muss doch leben, mein Sohn.

Das Leben dort war eng und verbohrt. Der Kirchenrat mit seinen Vorschriften!

Ich w�re dort nicht weitergekommen. Und ich muss weiter!

Du hast es nirgendwo lange ausgehalten. Immer streitest du mit deiner Obrigkeit.

Das liegt nicht an mir, aber ich lasse mir bei der Musik keine Vorschriften machen.

Nicht vom Kirchenrat und nicht von dir.

Ich w�re gl�cklich, wenn ich nur einmal eine solche Stellung h�tte wie du.

Ich w�rde sie nicht aufs Spiel setzen. - Nein, du nicht! Das wei� ich wohl.

Es ist richtig, Friedemann, man soll die Musik hochhalten.

Aber man darf sich nicht immer von seinen Gef�hlen treiben lassen.

Sie haben meine Orgelkonzerte verboten. Der Superintendent wetterte...

von der Kanzel herunter gegen meine Musik! - Und da?

Da hab ich mitten in der Predigt alle Register der Orgel gezogen...

und so laut gespielt, dass man ihn nicht mehr verstehen konnte.

Ich mache mir jetzt doch gro�e Sorgen um dich. - Ach, Vater!

Um mich brauchst du dich nicht zu sorgen. Aber hast du dir noch nie...

Gedanken um Friederike gemacht?

Ich glaube schon nicht mehr daran.

Du sagst es ihm nicht und Friedemann wird es ihm ebenso wenig sagen.

Es ist auch schwer, Friederike.

Wenn man an seine Musik denkt... - lhr denkt alle nur an seine Musik.

Mir ist meine Liebe genauso wichtig. - Und glaubst du, mir ginge es anders, ja?

Aber wenn der Meister so vor einem steht, einen ansieht...

Dann wirst du wieder klein. - Ich bin es, Friederike.

Bin es seit dem Augenblick, da ich zum ersten Mal als Sch�ler...

auf der Klavierbank neben ihm sa�. Wir alle sind klein vor ihm.

Das klingt ja gerade so, als h�ttet lhr Furcht vor dem Vater.

Es ist keine Furcht, Frau Kantor, es ist Ehrfurcht.

Also feiern wir die Feste, wie sie fallen, und loben den Herrn, der sie uns gibt.

Wir begr��en unseren Sohn Friedemann, der in unser Haus zur�ckgekehrt ist.

Und vielleicht wird uns der Abend noch eine andere Freude bringen.

Wie w�r's da, Mutter, wenn du uns das kleine Liedchen singen w�rdest,

was du zu unserer Verlobung gesungen hast? - Ja, ich will das Lied gerne singen.

(Romantisches Lied)

Was w�nscht lhr? - K�niglicher Kurier aus Dresden.

Aus Dresden, sagt lhr? Ja, aber... Wir haben mit Dresden nichts zu schaffen.

Ich komme als Kurier vom k�niglichen Hof, mit Botschaft an einen gewissen Bach.

Es gibt keinen ''gewissen Bach'' hier. Hier wohnt Johann Sebastian Bach.

Kantor der Thomaskirche am Ort und Meister der deutschen Musik,

den jedes Schulkind im Lande kennt. - Egal! Ich hab Eile und strikten Befehl!

Bei uns wird ein kleines Fest gefeiert. Das kommt selten vor.

Da ist uns Besuch nicht erw�nscht. - Er wird sehen, wie erw�nscht ich bin.

Das glaube ich kaum. Unser Herr Friedemann ist n�mlich nach Haus gekommen.

Und die Frau Kantor singt eben ein Lied.

Und wisst ihr auch, warum die Mutter das Lied gesungen hat?

Vielleicht kannst du es uns sagen, Friederike.

Vater!

Ich danke dir. Ich danke dir!

Mir habt ihr nicht zu danken. Bedankt euch bei Friedemann.

Ich bin ein so hartgesottener Musikant, dass ich nur Noten sehe und h�re.

Aber es gibt auch noch anderes in der Welt als Musik, und das ist gut und sch�n so.

Wenn der Friedemann nicht gekommen w�re, w�sste ich nichts von eurer Verlobung.

Ein Kurier vom Dresdener Hof. Er w�nscht den Herrn Kantor zu sprechen.

Ein Kurier vom Hof. Was das wohl hei�t? - Lass ihn eintreten, Franz.

Beauftragter seiner Exzellenz, des Kabinettministers Graf von Br�hl.

''Mein lieber Herr Kantor Bach,

nachdem unser allergn�digster K�nig und Herr mich beauftragt hat,

eine Reihe von Konzerten zu veranstalten,

lade ich Euch als den hervorragendsten Vertreter der Musik in unserem Land ein,

Eure hohe Kunst vor unserem Hof zu Geh�r zu bringen.

Solltet lhr jedoch verhindert sein, was ich gar sehr bedauern w�rde,

so nennt mir den Musiker, den lhr nach Euch so hoher Ehre...

und k�niglicher Affinit�t f�r w�rdig haltet.

Euer wohl affektionierter Heinrich Graf von Br�hl.''

Das ist eine gro�e Ehre, Sebastian. - Was wirst du tun, Vater?

Was ich tun werde?

Ich werde meinen Thomanerchor nicht im Stich lassen.

Und wer wird dich vertreten, Vater?

Friedemann!

Herr Friedemann Bach!

Ich hei�e Sie im Hause Br�hl und in Dresden willkommen, Herr Bach.

Jetzt stelle ich Sie den Majest�ten vor.

Majest�t, Herr Friedemann Bach.

Friedemann Bach?

Ich hatte gehofft, unseren Meister Johann Sebastian Bach wiederzusehen.

Der gro�e Vater hat den talentvollen Sohn als seinen Vertreter zu uns geschickt.

Welche Komposition seines Vaters will Er denn spielen? - Majest�t...

Eine Eigenkomposition, wenn's gestattet ist. - Bitte, Graf.

Eure Majest�ten, meine Damen und Herren!

Herr Marchand aus Paris, Meister des Spiels und der Komposition...

hat Herrn Friedemann Bach,

Sohn eines gro�en Vaters und selbst schon Organist von Ruf,

zum musikalischen Wettstreit herausgefordert.

Ich freue mich, dass dieser ungew�hnliche Wettstreit...

in meinem Hause und in Anwesenheit der Majest�ten ausgetragen wird.

Herr Bach, Sie beginnen.

(Musik)

Ich gratuliere. Der K�nig m�chte Sie sprechen.

Wei� Er, was Er ist, junger Mann?

Ein Rebell in der Kunst. Ein Umst�rzler.

Aber seine Musik ist gut... wenn Er sich von Eitelkeit freih�lt!

Er ist sehr stolz, Musikus Bach.

Halte Er sich immer an seinen Vater. Es gibt keinen gr��eren als den.

Bitte Herrn Marchand.

(Br�hl) Meister Marchand!

(Fl�stert unverst�ndlich )

Meine Damen und Herren, unser Freund Marchand...

hat es vorgezogen, soeben das Haus zu verlassen.

Der Wettstreit ist zu Gunsten des Herrn Friedemann Bach entschieden.

Gr�fin Kollowrat, darf ich Ihnen den Sieger vorstellen?

Es war ein Genuss, Ihnen zuzuh�ren.

Auch meine Tochter Antonia ist entz�ckt.

Ich danke Ihnen! Das war das Sch�nste, was ich in meinem Leben geh�rt habe.

Herr Bach, eine Bewunderin lhrer Kunst. - Mariella Fiorini!

Unsere Primaballerina. Eine K�nigin im Reiche des Tanzes!

Friedemann Bach. Er hat sich Ihnen selber als ein musikalisches Wunder vorgestellt.

Es begegnen sich zwei einander w�rdige Genies.

Ich freu mich ganz besonders, dass Sie hier sind, Comtesse Antonia.

Hat es Ihnen gefallen? - Ja, Exzellenz, es war wundersch�n.

Wir sollten zusammenhalten, wir K�nstler. Meinen Sie nicht auch, Herr Bach?

Wir haben gemeinsam eine gro�e Leidenschaft: die Kunst!

Und lhre ist der meinen nahe verwandt.

Ich hoffe, Sie werden mich bald einmal besuchen.

Und das...

macht Ihnen gar keine Angst? - Angst?

Was sollte mir Angst machen, Franz? - Das alles!

Der Erfolg, der Hof! Die feinen geputzten Damen und Herren.

Diese ganze fremde Welt. - Das ist meine Welt, Franz!

lhre Welt, Herr Friedemann? Das kann ich gar nicht glauben.

Wenn man einmal seine Kr�fte gesp�rt hat und die unb�ndige Lust,

durch seine Kunst �ber die Menschen zu herrschen...

das ist wie ein Rausch. - F�r lhren Herrn Vater,

der mich Ihnen mitgegeben hat, ist die Musik kein Rausch,

sondern ein Gebet. - S�hne m�ssen �ber V�ter hinauswachsen,

sonst ist das Leben sinnlos!

Wenn man der Sohn von Johann Sebastian Bach ist,

dann ist weniger schon genug.

Gute Nacht, Herr Friedemann. Schlafen Sie gut.

Schlafen?

Weiter, bitte. - Die Durchreisenden aus Wien und Paris.

Erledigt. Ich halte die Liste der Polizeidirektion in H�nden.

Das w�re alles, Exzellenz.

Alles? - Den Tagesablauf betreffend, jawohl.

Sonst gar nichts Neues? - Die T�nzerin Mariella Fiorini...

Sie wird in ihrer von uns so gesch�tzten Nebenbesch�ftigung etwas nachl�ssig.

Wir erhalten keine Nachrichten aus Frankreich mehr.

Das d�rfte an Herr Marchand liegen. Seit jenem denkw�rdigen Abend...

zeigt er sich kaum noch in Gesellschaft. - Es liegt nicht an Herrn Marchand.

Sondern? - An der Signorina Fiorini selbst.

Sie empf�ngt Herrn Marchand nicht mehr, sooft er auch bei ihr vorspricht.

Und warum diese ungewohnte Spr�digkeit?

Sie w�nscht jetzt eigene Wege zu gehen. Wie es scheint, hat sie die Absicht,

den von Ihnen protegierten Musiker Bach in den Kreis ihrer Verehrer zu ziehen.

So, so.

Wie stellt sich denn der Maestro dazu? - Der Musiker d�rfte nicht abgeneigt sein.

Er ist allerdings stark durch seine Klavierstunden in Anspruch genommen.

Ach ja. Die jungen Damen der Gesellschaft haben ja auf einmal alle den Wunsch,

sich dem Klavierspiel zu vervollkommnen. Wer geh�rt denn so zu seinen Sch�lerinnen?

Die Comtesse Fleming, Fr�ulein von Erdmannsdorf,

Sophie und Wilhelmine von P�llnitz, Fr�ulein Pomanarowski,

Comtesse Antonia Kollowrat... - Danke.

Genug f�r heute.

Zur Belohnung f�r lhren Flei� hab ich Ihnen etwas mitgebracht.

Das ist sch�n! Darf ich es sehen? - Sie sollen sogar noch was lernen.

''F�r meinen Sohn Friedemann''. - Ein Lehrbuch meines Vaters.

Ein kostbares Buch. - Ein n�tzliches Buch.

F�r den theoretischen Unterricht. Mein Vater schrieb es eigens f�r mich.

Bitte, spielen Sie. - Was soll ich spielen?

Lieben Sie eigentlich die Musik?

Ich glaube, ja. - Das muss man doch wissen.

Fr�her hab ich Klavier gespielt wie meine Freundinnen auch.

Es geh�rte zum guten Ton. Ich hab mir nicht viel dabei gedacht.

Aber seit ich Sie geh�rt habe, ist es anders geworden.

Nutzen wir die Zeit. Spielen Sie das Werk, das ich Ihnen aufgegeben habe.

Auswendig.

Ach so, das St�ck. Ich will es lieber selbst spielen.

Ja.

Ein begabter Musiker, dieser Herr Bach.

Nur etwas zu degagiert, zu frei.

Jetzt spielt er wieder seine eigene Musik, und Antonia lernt weniger als fr�her.

Trotzdem haben Sie den Wunsch lhrer Tochter erf�llt? - Warum nicht?

C'est la mode! - Ja, ja, er ist rasch Mode geworden...

in der Gesellschaft des Hofes. - Sind Sie daran nicht selbst schuld?

Einem einfachen Kantorssohn verschaffen Sie einen Auftritt!

Dem Sohn des Johann Sebastian Bach. Ich wollte den Alten ehren...

und habe unversehens einem jungen Genie den Weg gebahnt.

Vielleicht bringt mir das mehr Ehre ein, als Minister in Sachsen gewesen zu sein.

So gewiss sind Sie seiner Bedeutung?

So ungewiss bin ich der eigenen. - Aber Graf, wohin verirren Sie sich?

Glauben Sie, dass Antonia einmal mehr in mir sehen k�nnte als...

den Freund lhres Hauses?

Soll ich sagen: ''lch bin �berrascht.''?

Ich w�re gl�cklich, lieber Graf.

Und wenn Sie mich fragen, ich glaube, auch Antonia sch�tzte sich gl�cklich.

Ich bin noch nicht ganz davon �berzeugt.

Sonst h�tte ich sie selbst gefragt. - Warum? Sie glauben doch nicht im Ernst,

dass Antonia... - ... Jugend und Genie mehr bedeuten...

als der Titel eines Staatsministers? Ja! - Davon kann nicht die Rede sein.

Diese �berzeugung darf ich mitnehmen? - Das d�rfen Sie.

Das sollen Sie, Graf Br�hl. - Ich danke Ihnen, verehrte Freundin.

Jetzt wei� ich meinen Weg und werde ihn gehen.

Ach... unser Musikus hat alle Aussichten, Hofkomponist zu werden.

Um so besser! Dann ist er besch�ftigt und scheidet von selbst aus.

Eh ich es vergesse, das Interesse der T�nzerin Fiorini f�r Herrn Bach...

kommt mir nicht ganz ungelegen. - Verstehe.

Man kann da ein bisschen nachhelfen. Man kann ihr und ihm...

mit dem Lorbeer des Hofkomponisten winken. So was macht sich immer ganz gut.

Und wie ich unsere Mariella kenne, wird sie darauf anbei�en.

Guten Tag, mein lieber Meister Bach.

Ich danke Ihnen f�r lhren Brief. - Oh, Blumen.

Wie sch�n. Ich werde sie mir anstecken, wenn Sie erlauben. Theresa, eine Spange.

Wir trinken eine Tasse Tee miteinander. - Danke.

Sie schrieben mir von einer �berraschung f�r mich.

Darf ich wissen, was es ist? - Komponieren Sie ein Ballett f�r mich!

Ein was? - Ein Ballett.

Ich ein Ballett? Das ist doch nicht lhr Ernst.

Aber nat�rlich. - Sie irren sich in mir.

Ich bin kein Ballettkomponist. - So werden Sie es jetzt werden.

Und wenn ich mich weigere? - Das k�nnen Sie nicht. H�ren Sie zu:

Ich sprach heute mit Minister Br�hl. Er erteilt Ihnen durch mich den Auftrag.

Es soll zum Regierungsjubil�um des K�nigs aufgef�hrt werden.

Bestehen Sie noch auf lhrer Weigerung?

Ich bin �berzeugt, Sie haben nur das Beste gewollt.

Daf�r danke ich Ihnen. Aber ich kann den Auftrag nicht annehmen.

Sie m�ssen mich verstehen... - Weder ich noch Graf Br�hl verstehen Sie.

Meine Kunst ist so gut wie die lhre, auch wenn sie nicht so erhaben ist.

Daf�r ist sie verst�ndlicher und gef�lliger.

Man muss der Welt gefallen, wenn man in ihr vorw�rts kommen will.

Und Sie wollen doch vorw�rts kommen? - Ja, aber ich lass mir nicht diktieren,

auf welchem Weg, von keinem Minister und von keiner Frau.

Ich mache die Musik, die ich will. - Nun, dann ist es ja gut.

Der Minister wollte Ihnen am Tag des Jubil�ums ein Dekret �berreichen.

lhre Ernennung zum Hofkomponisten. Ich habe ihn darum gebeten.

Aber ich werde Ihnen nicht mehr l�stig. - Verzeihen Sie.

Ich wollte Sie nicht kr�nken. - Ich habe an lhre Zukunft gedacht.

Ich hab f�r Sie gesprochen. Ich wollte mit Ihnen zusammen...

ehrlich k�mpfen und ehrlich siegen. Ich glaube an lhr Talent wie an meines!

Signorina, ich wei� das alles, aber selbst wenn ich es wollte...

Ich k�nnte es nicht. Ich kann solche Musik nicht schreiben!

Aber Sie k�nnen doch alles in der Musik.

Sie brauchen nur zu wollen.

Liegt Ihnen wirklich so viel daran? - Ja.

Weil Sie der Einzige sind, der verwirklichen kann, was ich will.

Ein Ballett von Nymphen und Faunen. Von Bacchantinnen und Waldgeistern.

Eine ganze Zauberwelt.

Lockt Sie das nicht, Friedemann Bach?

Das ist doch ein rechtes Gl�ck f�r unseren Friedemann.

Kaum in Dresden angekommen, zeigt er diesem franz�sischen Monsieur,

was eine Bach'sche Musik ist.

Der K�nig selber hat ihn gelobt.

Und jetzt kann er sich vor Stunden geben kaum noch retten.

Jeder will von dem Friedemann das Klavierspielen erlernen.

Wenn er nur nicht wieder alles verdirbt. - Da sei Gott vor.

Ich habe mich lange genug um ihn gesorgt.

Daf�r hast du ihn ja auch mehr geliebt als uns andere.

Weil er mich mehr gebraucht hat.

Er hat das unruhige Blut.

lhr werdet euch im Leben immer zurechtfinden. - Ja.

Wir finden uns herrlich zurecht. Hinterm Ofen versteckt!

Und die anderen haben die Stellung, die Erfolge. - Emanuel!

Verzeih, Vater, aber es musste einmal heraus.

Glaubst du denn, ich h�tte dich �ber Friedemann vergessen?

Ich habe dich nach Potsdam empfohlen.

Vater! - Ich verstehe dich ganz gut.

Aber jetzt m�ssen wir wohl aufh�ren.

Es ist pl�tzlich so dunkel geworden.

Dunkel? Es ist doch ganz hell!

So?

Dann sind es wieder die Augen. Sie werden schwach.

Du sollst dich mehr schonen.

Und wer soll die Partitur fertig machen? Der Drucker wartet schon.

Und einen Kupferstecher kann ich mir nicht leisten.

Ich gehe jetzt in die Thomaskirche zum Unterricht.

Dort brauch ich die Augen nicht. Nur die Ohren.

Und die sind noch gut.

Mariella! Den Solotanz noch mal!

(Gesang)

(Gesang)

Aber Mama, ich glaube kein Wort. Bei Hofe erz�hlt man sich viel.

Liebes Kind, es w�rde schon gen�gen, dass man es sich erz�hlt.

�brigens habe ich gute Quellen. Es stimmt.

Es stimmt nicht! Warum glaubst du immer das Schlechte auf der Welt?

Weil ich �lter bin als du. Es wird Zeit, an deine Zukunft zu denken.

Ja, Mama, ich denke daran. - Dann wirst du nicht vergessen haben:

Der Erste Mann des s�chsischen Staates hat um deine Hand angehalten.

Ich habe es vergessen! - Dann wirst du mir erlauben,

dich rechtzeitig daran zu erinnern. - Warum qu�lst du mich?

Ich!

Du qu�lst dich ja selbst. Ich will dir doch nur helfen.

Aber du hilfst mir doch nicht, wenn du einen Menschen schlecht machst,

den ich... verehre. - Eine Kollowrat verehrt keinen Musikus.

Du hast Recht. Ich liebe ihn.

Du hast Mut, mir das ins Gesicht zu sagen!

Und der Herr Klavierspieler wei�? - Vielleicht wird er es nie erfahren.

Oder er wird mich eines Tages auch lieben.

Sch�n, dass Sie da sind! Wir haben schon lange gewartet.

Wir? - Es ist n�mlich Besuch f�r Sie da.

Unser Herr Emanuel ist da.

Emanuel!

Gr�� dich, Friedemann. - Das ist aber eine �berraschung!

Komm, setz dich, Emanuel. Wie kommst du denn hierher?

Ich bin auf der Durchreise nach Potsdam, um dem K�nig Friedrich vorzuspielen.

Davon wird es abh�ngen, ob er mich beh�lt. - Na, so viele Talente hat Preu�en nicht!

Meinen Gl�ckwunsch �brigens. Du machst Karriere. - Danke.

Was ist mir dir? Du bist so verstimmt.

Ist etwas geschehen? Etwas zu Hause? - Ach, du erinnerst dich doch noch an uns?

Wir dachten schon, du hast uns vergessen. - Ich hatte keine Zeit, zu schreiben.

Ich hatte viel zu tun. - Ja, du hattest sehr viel zu tun!

In 6 Wochen eine ganze Partitur! - Ich hatte vorhin Zeit genug,

um mich davon zu �berzeugen. Wirklich ein Meisterwerk!

Das also ist der Auftrag, auf den Vater so stolz war: ein Nymphenballett!

Ja, ein Ballett. Hast du etwas dagegen? - Ob ich was dagegen habe?

Ich sch�me mich f�r dich! Ein Sohn des Johann Sebastian Bach!

An dich glaubt der Vater. - Ja! Aber deswegen kann ich doch...

mit offenen Augen durchs Leben gehen. Hier sehe ich nur Kirchen und Dome.

Aber es gibt auch noch anderes. Es gibt so viel Sch�nes und Verlockendes!

Das Sch�ne und Verlockende ist eine Primaballerina des Hofes, wie?

Du hast dich sehr eingehend unterrichtet! - Die Spatzen pfeifen es von den D�chern,

dass sie deine Geliebte ist! - So. Haben sie auch erz�hlt,

dass ich bald Hofkomponist werde? - Daf�r lohnt es sich allerdings,

die Musik zu verraten. Und den Namen Bach! - Mach dich doch nicht l�cherlich!

Ich will kein so armseliges Dasein wie der Vater f�hren!

Der gr��te Musiker seiner Zeit verdient gerade genug,

um seine Familie k�mmerlich zu ern�hren. - Der Vater ist zufrieden und gl�cklich!

Ich brauche mehr! Und keiner hindert mich, mir das zu nehmen, was ich brauche.

Nein, aber du wirst daran scheitern! - Mein Leben geh�rt mir allein!

Aber nicht deine Begabung! Denk wenigstens dar�ber nach. Vielleicht ist es noch Zeit.

Leb wohl. Trotz allem w�nsche ich dir, dass du Recht beh�ltst und nicht ich.

(Musik)

(Applaus)

Die Leute scheinen an ihren Indiskretionen auch noch Vergn�gen zu finden.

Es scheint so, Gr�fin. Letzten Endes geh�ren die Musiker eben doch...

in die Klasse der Kom�dianten.

Komm jetzt, Antonia, wir wollen das Feuerwerk nicht vers�umen.

Mariella! - Ja?

Herr Bach! Wunderbar, die Musik, Maestro. - Ganz wunderbar!

Es hat Ihnen gefallen? - lhre Hymne an die Sch�nheit berauscht!

Sie machen mich gl�cklich. - Sch�nheit des Tanzes und der T�nzerin.

Wer w�re wie Sie berufen, die Seele unser g�ttlichen Mariella...

im Spiel tanzender Beine zu offenbaren? Sie sind ein Zauberer, mein Herr!

Ich habe Mariella nicht wiedererkannt! Sie haben Sie durch lhre Musik...

zu neuem Leben erweckt! - Ach, so meinen Sie das!

Sie nehmen dem Baron seine Begeisterung f�r weibliche Reize doch nicht �bel?

Nein, ich verstehe schon, was er meint. - Ich h�rte neulich Musik lhres Vaters.

Der Meister Johann Sebastian in Ehren, aber an lhr Nymphenballett...

reicht er einfach nicht heran! - Reicht er nicht heran.

Sie wissen nicht, wie tief Sie mich besch�men.

Lassen Sie es jetzt gut sein, Signori, ich muss mich umziehen. Oh, Exzellenz!

Bitte sich nicht st�ren zu lassen. Ich gratuliere, Signorina. - Danke.

Der K�nig ist begeistert von lhrer Kunst. �brigens auch von Ihnen selbst.

Er m�chte Ihnen das gern pers�nlich sagen. - Ich wei� diese hohe Ehre zu sch�tzen.

Auch f�r lhren Sch�tzling ist gesorgt. Seine Majest�t beabsichtigt,

morgen seine Ernennung zu unterzeichnen. - Danke! Das will ich ihm gleich sagen.

Wir sehen uns bei der Tafel.

Friedemann! Endlich!

Du wirst ja belagert wie ich! Bist du gl�cklich? Freust du dich?

Das war ein Triumph! Unser Triumph.

Br�hl hat mir gratuliert. Der K�nig hat mich zur Tafel geladen.

Und du wirst Hofkomponist.

Aber du sagst ja gar nichts. Du freust dich ja gar nicht!

Was hast du denn? Liebst du mich nicht mehr?

Einen Augenblick bitte. - Ich kann den K�nig nicht warten lassen!

Ich bin in schrecklicher Eile. Komm nach. Komm bald, ich warte! Theresa!

Ach, Franz, da bist du ja. Ich hab dich schon vermisst.

Hast du auf der B�hne zugeh�rt? Nun, und?

Du sagst ja gar nichts!

Hat es dir etwa nicht gefallen? Nun sag doch schon!

Man hat mir so viel Komplimente gemacht. War's denn nicht gut?

Dann wei� ich ja genug. Gib mir meinen Mantel.

Friedemann Bach?

Antonia.

Ja, ich bin's, Antonia Kollowrat. Ich muss mit Ihnen reden!

Nach diesem Abend? - Gerade nach diesem Abend.

Kommen Sie!

(Musik)

Sprechen Sie, Antonia. - Ja, das will ich.

Es ist vielleicht nicht richtig, dass ich Ihnen das sage.

Die Sch�lerin dem Meister. Aber... - Verachten Sie mich auch?

Ich habe Sie verehrt wie wenige Menschen. Sie waren mir der Inbegriff der Musik.

Aber das Ballett hat mich tief entt�uscht! Es ist eitel und leer und...

Und es ist... es ist nicht rein! So, wie ich mir ein Kunstwerk denke.

Sie sind der zweite Mensch heute Abend, der diese Musik verurteilt.

Sicher haben Sie mit jedem Wort Recht.

Ich habe Angst um Sie. - Angst?

Ist es schon so weit?

Feuerwerk. Meine ganze Musik. Wie das da.

Ich glaube an Sie. Vom ersten Moment an, als ich Sie sah und h�rte,

wusste ich, dass Sie dazu bestimmt sind, etwas Gro�es zu werden.

Ich bin nicht mehr, was ich war. Ich habe mich an diesem Hof verloren.

lhre Mutter verbot mir ihr Haus, weil... - Ich will es nicht wissen.

Darum glaube ich es nicht. - Aber es ist wahr.

Sie lieben diese T�nzerin? - Ich habe ihr viel zu verdanken.

Gehen Sie jetzt nicht fort, Antonia! - Was soll ich denn noch hier?

Sie d�rfen mich nicht allein lassen. Sie sind die Einzige, die mir helfen kann.

Es ist alles so schwer.

Antonia! Du wirst gesucht!

Ich muss fort. - Werde ich Sie trotzdem wiedersehen?

Vielleicht. Ja, wir sehen uns wieder. Sie h�ren von mir.

(Musik)

(Musik)

(Musik)

(Musik)

(Musik)

Sie w�nschen, meine Dame? - Ich wollte zu Herrn Bach.

Was gibt es, Franz? Antonia!

Dass Sie zu mir kommen w�rden! - Haben Sie das nicht gewusst?

Ich habe es gew�nscht. Ich habe so an Sie gedacht!

Ja, Antonia, ich habe gearbeitet. Musik geschrieben.

Wirkliche Musik. Wie im Fieber! Aber ich bin dabei gesund geworden.

Ich glaube, ich habe etwas Gro�es und Gutes geschaffen.

Weit weg von allem, was gewesen ist. - Ich wusste, Sie k�nnen, wenn Sie wollen.

So einfach war das gar nicht. Aber es ist mir etwas zu Hilfe gekommen.

Etwas wie ein Wunder.

K�nnen Sie sich nicht denken, was es war?

Ich?

Nein. Wie soll ich mir das denken k�nnen? - Dann muss ich es Ihnen erkl�ren.

Aber damit Sie es genau verstehen, erz�hle ich Ihnen eine kleine Geschichte.

Passen Sie auf. Es f�ngt an, wie alle alten Geschichten anfangen.

Es war einmal... - Ja.

Es war einmal ein Ton.

Er war ganz allein und wusste nicht, was er mit sich anfangen sollte.

Bis er eines Tages, ganz in seiner N�he, eine Antwort h�rte.

Nun waren sie zu zweit und da... entdeckten sie das Wunder der Harmonie.

Und aus der Harmonie entstand eine einfache, kleine Melodie.

Gef�llt's Ihnen? - Sehr.

Jemand fand diese Melodie auf seinem Wege und machte daraus ein Lied.

Du holder Gott der s��'sten Lust auf Erden,

der sch�nsten G�ttin sch�ner Sohn!

Komm, lehre mich die schwere Kunst, geliebt zu werden.

Die leichte Kunst zu lieben, wei� ich schon.

Antonia, ich muss dir noch etwas sagen.

Ich kann die Ernennung zum Hofkomponisten nicht mehr annehmen.

Dann k�nnen wir nicht hier bleiben. - Ich nicht, das wei� ich wohl.

Aber ich komme zur�ck und hole dich, sobald ich es zu etwas gebracht habe.

Du willst mich nicht mitnehmen? - Es geht nicht, Antonia.

Ich muss ganz neu anfangen. Verstehst du? Ganz neu!

Wie lange wirst du fortbleiben?

Ich wei� es nicht, Antonia. Aber ich wei� jetzt, wof�r ich arbeite.

Und dann ist auch mein Vater noch da. Er wird seinen Sohn nicht verlassen.

(Musik)

(Musik)

(Musik)

Antonia, was schreibt er? - Er spielt in Braunschweig vor.

Ich muss hin. Dort entscheidet sich alles. - Aber Antonia, das geht doch nicht!

Doch! Du f�hrst morgen auf euer Gut nach Braunschweig. Bitte lade mich ein!

Ist es so ernst? - Ja. Es geht um unser ganzes Leben.

(Musik)

(Musik)

(Musik)

(Unverst�ndlich )

Es gen�gt. Der Herr Konsistorialrat l�sst danken.

Nun, habe ich Ihnen zu viel versprochen? Er ist eine geniale Begabung.

Vielleicht. Aber wir suchen kein Genie, sondern einen Organisten.

Und dazu fehlt ihm die Fr�mmigkeit. - Ganz meiner Meinung.

Eine Erneuerung der Kirchenmusik w�re nur w�nschenswert. - Erneuerung?

Das da ist ein Umsturz! - Nein, Altnikol.

Ich mache mir keine Illusionen. Sieh doch, wie sie die Per�cken zusammenstecken!

Lass die Leute nicht immer gleich merken, wie du �ber sie denkst!

Es hat doch keinen Sinn! N�chstes Mal... - Ach! Es gibt kein n�chstes Mal,

das wei� ich allein!

Verehrter Herr Bach!

Ich danke Euch im Namen unseres Kollegiums f�r Euer Spiel.

Aber leider erscheint mir Eure Musik, bei allem K�nnen,

f�r unsere Gemeinde nicht geeignet. - Was haben Sie denn von mir erwartet?

Wir hatten gehofft, eine Musik in der Art Eures verstorbenen Vaters zu h�ren.

Dann hat es wohl keinen Zweck, l�nger dar�ber zu reden. - Augenblick.

Vielleicht gibt man dir die M�glichkeit, morgen eine andere Komposition vorzulegen.

Um mir eine neue Ablehnung zu holen? Nein!

Ich kann nicht mit meiner Musik hausieren gehen!

Friedemann!

Herr Lemme, bitte. - Ich stehe zu lhren Diensten.

Meine Herren, Verzeihung, aber ich glaube, so kann man Johann Sebastian Bachs Sohn...

nicht fortgehen lassen. - Er hat ja selbst verzichtet.

Also ist die Sache f�r uns erledigt. - Ich kenne alle seine Arbeiten.

Geben Sie ihm noch eine M�glichkeit und er wird Ihnen eine Musik vorspielen,

die Sie alle zufrieden stellen wird.

Da seid lhr ja endlich, Herr Bach! lhr werdet schon lang erwartet.

Ich, erwartet? Von wem? - Eine Dame vom Erdmanndorf'schen Gut.

Sie sitzt nebenan in der Gaststube.

Fr�ulein Charlotte? - Nein, eine fremde Dame.

Antonia!

Friedemann!

Aber wie kommst du denn hierher? - Hab ich das nicht wunderbar ausgedacht?

Charlotte hat mich auf ihr Gut eingeladen. Ich hab sie darum gebeten.

Ich konnte dich nicht mehr allein lassen! - Antonia...

Ich wei� noch gar nicht, wie's weitergeht. - Ach, jetzt freust du dich gar nicht?

Du machst mir Vorw�rfe? Und ich hab mich so auf dich gefreut!

Aber ich freu mich doch auch! Nat�rlich! Nat�rlich freue ich mich!

Nur, es ist alles noch so ungekl�rt. - Wir finden's raus, wenn wir uns lieben.

Und das tun wir doch.

Ich musste einfach kommen! Du wei�t, dass Br�hl mich heiraten will.

Ich konnte nicht l�nger ausweichen. Ich soll ''ja'' sagen. - Dann tu's doch!

Dann hast du wenigstens ein gesichertes und ehrenvolles Leben.

Wie kannst du so etwas sagen? - Deine Mutter ist doch gegen uns.

Vielleicht hat sie Recht. Ich habe in der letzten Zeit so viel Fehlschl�ge erlitten,

dass ich schon selbst an mir zweifle. - Aber wenn du hier Organist wirst,

dann ist doch alles gut, nicht wahr? Dann kann ich ganz anders mit Mama reden!

Und wenn sie mich ablehnen? - Daran d�rfen wir gar nicht denken.

Oder hast du etwa schon vorgespielt?

Vorl�ufig warte ich hier auf Bescheid. - Friedemann.

Du hast vorgespielt? - Ja.

Und sie haben dich abgelehnt. - Nat�rlich.

Friedemann? Verzeihung, wenn ich st�re. - Mein Freund Altnikol.

Friedemann, ich habe noch einmal mit den Herren vom Kircherat gesprochen.

Du musst morgen wieder vorspielen. Etwas Neues. Im Stile deines Vaters!

Ich kann das nicht! Ich will es nicht! Ich habe es schon gesagt. Ich...

Du willst es nicht versuchen? - Ich kann's nicht!

Um unsertwillen.

Friedemann!

Um unsertwillen!

Ich versuche es.

(Musik)

Jetzt sitzen sie �ber ihn zu Gericht. - Es kann nicht schlecht ausgehen.

Ich muss Sie etwas fragen. Antworten Sie mir ganz ehrlich? - Ja.

W�re es besser f�r ihn, wenn er jetzt nicht auch noch an mich denken m�sste?

Nein, Comtesse. Ich kenne ihn gut.

Dass Sie da sind, gab ihm erst die Kraft, diese Komposition fertig zu bringen.

Dann ist es gut.

Mein Gott, da ist er ja! Friedemann!

Es ist so weit. Ich habe die Stellung bekommen, Antonia.

Morgen trete ich sie an. - Ich bin so gl�cklich f�r dich und mich.

Ich bin auch noch da, Friedemann. Ich gratuliere dir. Und Ihnen auch.

Ja, ich glaub, ich hab es auch verdient. - Herr Bach!

Sie sollen noch mal hereinkommen. - Noch einmal? Warum?

Es ist doch alles in Ordnung. - Ich wei� nicht. Mich geht's nichts an.

Was ist da geschehen? - Ich kann es mir auch nicht erkl�ren.

Wir m�ssen eine runde, klare Antwort von Euch verlangen, Herr Bach.

Ich wei� nicht, was ich antworten soll. - Herr Lemme, bitte.

Ich habe es sozusagen schwarz auf wei� und kann es jederzeit belegen.

Das soeben geh�rte Orgelkonzert ist nicht von Friedemann Bach komponiert.

Nun, wie steht es jetzt? Was habt lhr uns zu sagen?

Ich habe nichts zu sagen. - So? Nichts?

Dann bitte ich die R�te des Konsistoriums. Wie befinden Sie also, meine Herren?

Wegen der Aussage des Herrn Lemme: Wir befinden, sie besteht zu Recht.

Besteht zu Recht. Wie ich bereits sagte. lhr wisst, was das bedeutet, Bach.

lhr gebt Euer Vergehen zu? - Ich gebe es zu.

lhr gebt also zu, ein Fr�hwerk Eures Vaters Johann Sebastian Bach...

f�lschlich als Eures angegeben zu haben? - Ja!

lhr habt Bach'sche Musik h�ren wollen, ich habe sie Euch gespielt!

Weil lhr nichts anderes kennt und nichts anderes kennen wollt!

Ich hatte erst vor kurzem die Ehre, das Original f�r den Verlag abzuschreiben.

lhr geht der Organistenstelle zugunsten des Herrn Lemme verlustig.

Und wenn wir von Weiterem absehen, so nur im Gedenken an Euren Vater.

Den wir so sehr verehren. - Als ob lhr allein ihn verehrtet!

Ich bin sein Sohn. Und ich gehe an ihm...

und seinem gro�en Namen zugrunde! Versteht lhr das denn nicht? - Nein.

Bitte, Herr Lemme. Die Herren R�te.

Das hast du getan? - Ja, das habe ich getan.

Das ist ja Betrug! - Ja, das ist Betrug.

Ich kann dich nicht mehr verstehen. - Ich auch nicht! Das ist doch Wahnsinn!

In den Wahnsinn habt ihr mich getrieben! - Sich mit einer F�lschung einschleichen!

F�lschung! lhr habt ja von mir verlangt, ich sollte meine Musik verf�lschen.

Ich war ehrlicher als ihr! Ich habe es nicht gekonnt.

Das sind doch Ausfl�chte. - lhr wollt von mir, was Vater konnte.

Ich kann's nicht und will's nicht k�nnen! Ich kann nicht seine Gedanken denken.

Und ich will nicht seine Musik machen. - Ich h�tte alles mit dir getragen!

Aber �ber das hier komm ich nicht hinweg. - Wie konnte ich das auch erwarten!

Es tut mir Leid, der Comtesse Antonia zu viel zugemutet zu haben.

Ich habe eben geglaubt, geliebt zu werden. Es war ein Irrtum mehr.

Um Gottes willen! - Jetzt ist es genug! - Ja, genug! Genug mit eurer Moral!

Mein Unrecht seht ihr! Aber das Unrecht, das mir das Schicksal antut,

das nicht! Das wollt ihr nicht sehen! Wisst ihr denn, was das hei�t,

der Sohn eines gro�en Vaters zu sein? Es nie vergessen zu d�rfen!

Und selber leben und schaffen zu wollen. Ich habe immer wieder gek�mpft...

mit dem Riesen Johann Sebastian Bach! Aber jetzt will ich nicht mehr k�mpfen.

Ich will nicht mehr Sohn sein. Ich will Friedemann Bach sein.

Sonst nichts! Das andere ist vorbei!

Friedemann! - Gehen Sie ihm jetzt nicht nach.

Sp�ter.

Wir haben ihn nicht verstanden. - Ja.

Er hat es f�r Sie getan. - Und f�r seine Kunst.

Das durften wir nicht vergessen.

(Musik)

(Friederike ) Kornblumen.

Kornblumen hatte Vater so gern. - Aber wer wei� das heute noch?

Vielleicht ein fr�herer Sch�ler. - Die sind doch in alle Winde verstreut.

Vielleicht Friedemann. - Friedemann... Mutter!

Seit Jahren h�rten wir nichts von ihm. - W�re er in Leipzig, w�ssten wir es.

Kennst du unseren Friedemann so wenig?

Du hast Recht, Mutter.

Er w�rde nicht zu uns zur�ckkommen, wenn es ihm schlecht geht.

Frag doch den G�rtner, Christoph. Vielleicht hat er etwas geh�rt.

Unb�ndig stolz. Wie sein Vater.

Gut, dass Vater dieses Schreckliche nicht mehr erlebt hat. - Ja.

Mit den Blumen, Herr. Das war mir auch aufgefallen.

Ergebenster Diener, die Damen. Ja, gestern kam so'n junger Mensch ans Grab.

Und das war dem Herrn Kantor sein Grab. Und wie er wegging,

lagen die Blumen da. Es war ja nur ein billiger Strau�.

Zu mehr hat es wohl nicht gelangt. - Das war er.

Glaube ich auch, Mutter.

Wir m�ssen ihn suchen. - Das wird sehr schwer, Herrschaften.

Mit Verlaub, der W�chter am Eingang sagt, er war einer von den fahrenden Menschen,

die gestern hier vorbeigezogen sind. Wei� Gott, wo die sich jetzt herumtreiben.

(Musik)

Da sitzen wir nun mit unseren Talenten.

Mohrr�ben, und nichts dazu.

Deshalb musste ja auch unsere Galavorstellung in Leipzig ausfallen.

Du kennst ihn, und mein Mann auch. - Aber das ist doch ein Verr�ckter!

Habt ihr das noch nicht bemerkt? - Aber seine Zugnummer ist was!

(Musik)

In Leipzig, wo sein Vater begraben ist, wollte er nicht auftreten. Versteh ich.

Aber in Dresden! - Das wird eine Attraktion ersten Ranges!

K�niglicher Hofkomponist a. D. als Solonummer bei Specks Kom�dianten!

Da regnet's Brocken. - Wenn wir dabei nur nicht trocken sitzen.

Hast du schon goldenen Regen empfangen, meine sch�ne Elvira?

(Spricht Latein )

Deine Spr�che verstehe ich nicht. Aber Geld brauch ich nicht, das wei�t du.

Ich lebe auch so. - Ach so, richtig!

Die Frau Hofkomponist a. D. lebt von Liebe und Luft.

Es kommt jemand! Wenn es die Polizei ist, bin ich nicht zu sprechen.

Aber es ist doch ausnahmsweise alles bezahlt!

Pardon, ist hier ein Friedemann Bach?

Friedemann Bach? - Sie h�ren ihn ja selbst. Da spielt er.

Danke.

Was willst du hier? Ich habe dich nicht gerufen.

Ich habe dich gesucht, Friedemann.

War gar nicht leicht, dich zu finden.

Wei�t du, wie wir drauf gekommen sind? Durch den Kornblumenstrau�.

Geht nach Hause. Ich will allein sein.

Was willst du von mir? - Dich zur�ckholen. Wir warten auf dich.

Ich brauch euch nicht. Ich bin gl�cklich. Gl�cklicher, als ich jemals war.

In dieser Umgebung?

Das ist meine Welt.

Ich muss meine Musik nicht verleugnen. Hier musiziere ich, wie ich will.

Und pfeife auf �mter und W�rden. Hier sind Menschen, die mich brauchen.

Die mich verstehen. Hier werd ich geliebt.

Das ist nicht dein Ernst! Hast du's n�tig, mit Kom�dianten herumzuziehen?

Gib dir keine M�he, Christoph! Ich komme nicht mehr zur�ck.

Braunschweig ist l�ngst vergessen. - Ich bettle nicht mehr um Stellungen!

Nicht wahr, Elvira, wir betteln nicht! Wir sind unsere eigenen freien Herren!

Solange es dauert, Friedemann! Wenn wir das n�chste Mal gepf�ndet sind,

geh ich auch mit dir betteln oder stehlen. Wenn du nur bei mir bist!

Sie hat einen kleinen Kopf zum Denken, aber ein gro�es Herz zum Lieben.

Die Frauen da drau�en, die wissen zu viel. Die hier wei� nicht einmal,

wer Johann Sebastian Bach ist! Und lebt auch. Komm. Ich geh�re zu euch.

Nicht wie die stolzen Comtessen vom Hof, die einen Mann in Gefahr im Stich lassen!

Leb wohl, Christoph! - Du bist ungerecht! Sehr ungerecht!

Hat Antonia mich nicht im Stich gelassen? Damals in Braunschweig?

Sie hat Wochen in Braunschweig gesessen und auf dich gewartet, Friedemann!

Antonia? - Sie riskierte ihren Ruf f�r dich.

Du warst es, der sie im Stich gelassen hat!

Geh woanders hin, Elvira. Ich komm dann.

Antonia hat auf mich gewartet? - Verzweifelt.

Ich muss sie sehen. Wir gehen nach Dresden.

Ich werde zu ihr gehen. Ich werde sie wiedersehen.

Ich werde mit ihr sprechen. - Du kannst jetzt nicht nach Dresden.

Es gibt keine Antonia Kollowrat mehr.

Sie ist Gr�fin Br�hl.

Nein... - Es ist unm�glich, dass ihr euch seht!

Es ist unm�glich.

Nat�rlich! Es ist unm�glich!

Ich verstehe. Ich habe Br�hl geschrieben. Vor einem Jahr, als ich verzweifelt war.

Seine Exzellenz hielt es nicht f�r n�tig, mir zu antworten. Begreiflich.

Der Gattin war die Erinnerung unangenehm. Also l�sst man die Kanaille fallen.

Je tiefer, desto besser! Man steigt ja nicht umsonst...

vom Musikerliebchen zur Exzellenz auf.

Du warst ihrer Liebe nicht wert! - In unserer Familie ist nur einer wert,

geliebt zu werden! - Du bist gemein! Du wirst dich wundern, wie gemein ich bin.

Ich geh nach Dresden. Jetzt erst recht! Und ich sage dir: Es gibt einen Skandal,

wie man ihn noch nicht erlebt hat! - Das wird nicht geschehen!

Kannst du mich daran hindern?

(Musik)

Eine Theatergruppe ist gestern in Dresden angekommen. - Unwichtig.

Das Vorhaben der Kom�dianten d�rfte Exzellenz interessieren.

Sie verteilen diese Zettel an die Leute.

Was steht denn da auf dem Wisch? - ''Achtung. Morgen. Achtung.

Gro�e Vorstellung auf den Elbwiesen. In der Pause pers�nliches Auftreten...

des ber�hmten Friedemann Bach, ehemals k�niglicher Hofkomponist,

bestens bekannt durch sein Konzert im Palais Br�hl. Eintritt: 2 Groschen.''

Ehemallger k�nlgllcher Hofkomponlst ist doppelt unterstrichen.

Ein Auftreten des Bach ist nat�rlich zu verhindern. Wenn n�tig, mit Gewalt.

Haben Exzellenz besondere Befehle? - Kein Aufsehen, Siepmann.

Ach, wo ist der Musikus Bach zu finden?

lm Gasthof ''An den Elbwiesen'', wo die Schausteller immer wohnen. - Gut.

(T�r wird ge�ffnet)

Antonia!

Hast du einen guten Tag gehabt? - Oh ja.

Und du hast wieder zu viel gearbeitet. - Aber nein.

Das dauert ja auch nicht mehr lange. In zwei Tagen fahren wir aufs Land.

Dann bin ich nur noch f�r dich da. - Ich freu mich so auf die Ferien mit dir.

Du solltest nicht so viel deinen Erinnerungen nachh�ngen. - Warum?

Ich wei� nicht. Ich habe das Gef�hl, dass du die Vergangenheit...

nie ganz �berwunden hast. - Das ist alles schon so lange her.

So, als w�re es nie wirklich gewesen. - Das k�nnte es noch einmal werden.

Sehr harte Wirklichkeit sogar.

Davor m�chte ich dich bewahren. - Was meinst du damit? Ich verstehe nicht.

Antonia, bleib jetzt bitte ganz ruhig. Friedemann Bach ist in der Stadt.

Friedemann Bach? In Dresden?

Woher wei�t du das? - Die Art, auf die ich es erfahren habe,

ist so unerfreulich, dass ich daraus schlie�en muss,

er ist sehr heruntergekommen. Du w�rdest ihn wohl nicht mehr erkennen.

Ich w�rde ihn erkennen.

Antonia! Es hilft nichts, du musst es erfahren.

Er zieht mit einer Kom�diantentruppe niedrigster Sorte durchs Land.

Und prahlt noch mit dem Konzert, das er im Br�hl'schen Palais geben durfte.

Wie schlecht muss es ihm gehen! - Das ist sein eigenes Verschulden.

Ich bin mitschuldig an seinem Ungl�ck. Wir m�ssen ihm helfen.

Ich sehe keine Veranlassung dazu. Vor allem, weil er noch die Frechheit hat,

sich als ehemaligen k�niglichen Hofkomponisten auszugeben.

Ich werde diese unw�rdige Kom�die zu verhindern wissen. Dir zuliebe.

Mir zuliebe?

Ich bitte dich um alles in der Welt, sei vern�nftig, Antonia!

Ich hab nur einen Wunsch. Ihn sehen und sprechen!

Willst du wirklich unsere Ehe f�r einen Kom�dianten aufs Spiel setzen?

Er ist kein Kom�diant! Er ist ein gro�er Musiker!

Das wei�t du so gut wie ich. Unsere Ehe bleibt, was sie ist.

Aber ich kann nicht zusehen, wie ein Mensch zugrunde geht,

der mir einmal nahe gestanden hat. - Und ich kann nicht zusehen,

wie die Frau, die mir f�r immer am n�chsten steht,

sich sinnlos kompromittiert. - Er hat es mir einmal gesagt.

Ich bin die Einzige, die ihm helfen kann. - lhm ist nicht mehr zu helfen.

Ich muss es versuchen! Ich w�rde mir immer den Vorwurf machen,

ihn ein zweites Mal im Stich gelassen zu haben! Ich bitte dich!

Nicht nur um meinetwillen! Um unserer Ehe willen!

Du sollst tun, was du f�r richtig h�ltst. - Ich danke dir!

Aber ich verhindere es mit allen Mitteln,

dass du deine G�te an einen Unw�rdigen verschwendest.

Die Gr�fin hat den Wunsch, Herrn Bach in dringender Mission zu sprechen.

Er wird die Gr�fin begleiten. Nehme Er zwei Grenadiere der Wache mit.

Und warte Er das Weitere im Gasthof ab. Er wird wissen, wann er eingreifen muss.

Oder auch nicht eingreifen.

Exzellenz?

Darf ich mir eine Frage gestatten? Warum lassen Sie das alles zu?

Die Gr�fin wei� nicht, was ihr bevorsteht. - Das alles muss sein.

Wenn es nicht gesch�he, dann w�rde das Bild des Musikers Bach,

wie es einmal war,

im Ged�chtnis der Gr�fin weiterleben. Und immer zwischen ihr und mir stehen.

So aber...

wird ihr eine letzte M�glichkeit gegeben, sich von einem Menschen zu l�sen,

der seinem eigenen Bilde nicht mehr gleicht.

Ich verstehe.

Wo steckt denn dieser Bursche, der Wirt? - Der bringt sein Geld auf Nummer sicher.

Los, weiter! - Damit ich den letzten Heller verliere?

Besser verloren als gestohlen! - Wir spielen dem Wirt die Haare vom Kopf!

Wie lange sollen wir denn noch warten? - Immer mit der Ruhe.

Was macht denn unser Musikus da? - Was kann ein Musiker schon viel machen?

Er komponiert. (Gel�chter)

Streich's aus, Bruder. Was gestrichen ist, kann nicht mehr durchfallen!

Nein, diese Musik wird nicht durchfallen! Die kann gar nicht durchfallen.

Die tr�gt einen unsterblichen Namen! - Hofkomponist a. D.

Friedemann. Der Unsterbliche, Abgelehnte.

Johann Sebastian. Der Unsterbliche!

Alle Achtung!

Ein kluges Tier.

Bestiehlt seinen Alten noch im Grabe.

Herr! lhr sollt mal nach drau�en kommen. Da fragt jemand nach Euch!

He, Herr! Eine Dame! Ach, nicht, was ihr denkt!

Eine feine Dame, Herr. Eine sehr feine Dame sogar.

Herr. Man versteht sich doch darauf. Mit Equipage und Lakai,

und mit Wappenkrone am Schlag, Herr.

Friedemann Bach?

Ich bin hierher gekommen, weil ich mit Ihnen sprechen muss.

Antonia! Du hast damals in Braunschweig auf mich gewartet? - Was soll das jetzt?

Und man sagte, dass du verheiratet bist. - Sprechen Sie nicht so mit mir.

Sag, dass es nicht wahr ist! - Doch, es ist wahr, aber...

Kommen Sie fort von hier! Das ist doch keine Umgebung f�r Sie!

Haben Sie denn vergessen, was Sie waren? Was Sie lhres Vaters Namen schuldig sind?

Sonst haben Sie mir nichts zu sagen? - Ich kann hier nicht sprechen.

Oh, ich aber sehr gut! Ich wei�, weshalb Exzellenz mir die Ehre erweisen.

Ich soll weg! Die Leute k�nnten sich an eine gro�e Liebe erinnern.

Man wird ihnen eine Geschichte erz�hlen. Daf�r haben die Leute immer Geld �brig.

Das k�nnen wir hier brauchen. In Leipzig fiel die Vorstellung aus,

weil ich mich erinnerte, wer ich war. Das ist hier nicht n�tig.

Das kann hier alles nachgeholt werden! Das bin ich meinen Kameraden schuldig!

Antonia!

Antonia!

Siepmann!

Ich hie� Sie schon einmal hier willkommen. - Ich pfeif auf lhr Willkommen.

Lassen Sie mich frei! Wer gibt Ihnen das Recht, mich so zu behandeln?

Dieses Recht geben Sie mir selbst. - Sie m�gen die Macht haben,

mich festzuhalten. Aber nicht das Recht! - Aber Sie, Herr Bach, haben das Recht,

eine Dame zu beschimpfen, die ihren Ruf und mehr aufs Spiel gesetzt hat,

um Ihnen zu helfen. Sie haben keine Probe bestanden.

Auch die Letzte nicht, die Ihnen das Schicksal gestellt hat.

Zu schwacher Sohn eines zu starken Vaters.

Er hat die Stadt bereits verlassen.

Er wei� auch, dass er nach Sachsen nicht mehr zur�ckkehren darf.

Ich danke dir.

Es war so furchtbar.

(Musik)

(Musik)

Friedemann!

Halt! He, da! Wo will Er denn hin?

Friedemann!

Zu sp�t. Ich konnte ihn nicht aufhalten. - Wir m�ssen ihn finden!

Das ist doch mein Bruder! - Das war der Bruder von Herrn Bach?

Ach so! Man muss die Polizei verst�ndigen. Das ist das Einzige, was sich tun l�sst.

Friedemann lebt! Ich h�tte es nicht mehr geglaubt!

Aber was das Schlimmste ist, ich h�tte ihn ja fast nicht wiedererkannt!

Seid lhr denn sicher, dass er es war? - Er w�re sonst nicht vor mir geflohen!

Vielleicht kann ich Euch helfen. - Kennt lhr ihn denn?

Den Namen nicht, aber er ist in Berlin kein Unbekannter. Er ist ein Original.

Er lebt in Berlin? - Er tauchte vor einigen Jahren dort auf.

Man sieht ihn oft. - Wovon lebt er? Keiner wei� das. Er spielt auf der Stra�e.

Und er geht mit seinen Werken hausieren.

(Kaufmann ) Heute ist nichts.

Ich habe Kundschaft, wie lhr seht. - Ich st�re nicht.

Nee, nee, nee, nee. Das ist alles nicht das Richtige.

Kann ich alles nicht brauchen. Ich such nur nach dem Au�ergew�hnlichen.

Nach einer Rarit�t. - Hier hab ich noch was aus dem Ausland.

Zeig Er mal her. - Darf ich bitten, sich zu bedienen?

Was dr�ckt Er sich noch hier herum? Ich brauch heute nichts! - Einen Moment.

Lasst mich mit Euren St�cken zufrieden! Kein Mensch kauft mir davon was ab.

Auch meine Wohlt�tigkeit hat Grenzen. - Ich biete Ihnen etwas Besonderes an.

Ich kann nur gro�e Namen brauchen, das wisst lhr doch.

Es gibt keinen gr��eren in der Musik.

Na, na!

Ich w�rde es nicht hergeben, aber es muss sein.

Das ist das Letzte, was ich besitze. - Aber ich zahl nur, was es wert ist.

Was ist denn das? Wie kommt lhr in Besitz eines so wertvollen St�ckes?

Das ist doch eine Originalhandschrift von Johann Sebastian Bach!

Aus dem Notenb�chlein f�r seine... Oder... nein. Das ist echt! Echt!

Das ist genau das, was Sie suchen! Eine Rarit�t. Ganz au�ergew�hnlich!

Ein weltliches Lied von unserem gro�en Meister der Kirchenmusik,

Johann Sebastian Bach! - Will Er mich zum Narren halten?

Nein! Es ist so. Hier! Allein der Text: ''Bist du bei mir, geh ich mit Freuden.''

Der Text mag angehen, wenn nur die Musik nicht vom alten Bach w�re.

Was sagen Sie da? - Wie meinen Sie das?

Bach! Was das schon viel hei�en will! Ich verstehe die Leute nicht.

Pedanterie! Fr�mmelei! Schulmeisterei in der Musik!

Das nehmen Sie sofort zur�ck! Sofort!

Eine alte, verstaubte Per�cke, sage ich! - Nehmen Sie das zur�ck!

Um Himmels willen! Um Himmels willen! Zur�ck!

Da habt lhr was angerichtet! Da habt lhr was angerichtet!

So holen Sie doch wenigstens einen Arzt!

Brauchst du etwas, Friedemann?

Ich werde etwas von dir spielen.

Spiel was von Vater.

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