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Draußen auf dem Weg...
geh ich ganz alleine,
bringe die Süßigkeiten zur lieben Großmutter.
Sie wohnt weit weg,
der Weg ist ganz verlassen
und der große, böse Wolf wartet schon.
Großmutter, ich hab dich so vermisst!
Oh Gott!
Wie geht es dir, Großmutter?
Mir geht's gut, Schatz.
Es ist nicht sie!
Großmutter... Warum hast du so große Augen?
Es ist der böse Wolf!
Das ist sie nicht! - Geh weg!
...damit ich dich besser sehen kann.
Und warum so eine große Nase?
Damit ich dich besser riechen kann.
Und warum so einen großen Mund?
Mein Mund? Mein Mund...
Damit ich dich besser fressen kann!
Das Ding ist eng.
Hübscher Vorbau, Mann!
Größer als deiner. - Ja...
Neidisch? - Neidisch worauf?
Ich mach mir Sorgen wegen meines Akzents. - Warum?
Der ist schwer loszuwerden.
Artikuliere, artikuliere.
Artikuliere.
Nein, nicht Ar-TI-kuliere... Artiku-LIE-re...
Versuch das: Caio...
ist ein geiler Typ...
Artikuliere.
Ich hätte die Rolle so gerne!
Du wirst die bekommen. Sorg dich nicht.
Es ist so viel Text, Caio. - Dann improvisiere.
Tschechow improvisieren?
Warte kurz, wenn du den Text vergessen hast...
... bis du dich wieder erinnerst und weiter...
Wie soll ich rumkommen? Ich bin pleite.
Du hast Angst.
Sorg dich nicht. Es wird ok sein.
Warte auf mich.
Ich ruf dich an, sobald ich da bin. - Ok.
Sie sind? - Marina.
Eine Freundin von Suzana aus dem dritten Stock.
Sie hat den Schlüssel für Sie da gelassen.
Sagte, Sie sollen sich wie zu Hause fühlen und sei bald zurück.
Soll ich das nehmen?
Und Sie sind? - Roque, der Hauswart.
Danke, Roque. Schön, Sie kennenzulernen.
PAULISTA - GESCHICHTEN AUS SÃO PAULO
Hi, Marina. - Hey, Suzana.
Schön, dich kennenzulernen. - Schön, dich kennenzulernen.
Hast du dich schon umgeschaut? - Ein toller Ort!
Die Aussicht ist großartig. - Bist du hungrig?
Ich wollte gerade was essen. - Essen wir im Wohnzimmer.
Hallo, Süße. Mutti ist da.
Hast du schon Tai kennengelernt? Meine kleine Tochter. Ted ist auch da.
Bringst du bitte das Brot mit?
Ich möchte nicht nerven, aber...
ich bezahle die Miete immer pünktlich und sie ist am zehnten fällig.
Keine Sorge. - Wenn du also zahlen könntest...
Natürlich. - Caio sagte dir schon, es sind 500?
Kein Problem.
Ich sag's einfach jetzt alles, dann...
ist alles klar. - Natürlich.
Aber ich weiß, dass alles in Ordnung sein wird.
Du bist hier, um für einen Kurs vorzusprechen?
Im Kurs bin ich schon, morgen geht's los.
Es hat sich noch ein Vorsprechen für "Onkel Wanja" ergeben.
Cool.
Wenn ich die bekomme, kann ich länger hier bleiben.
Also, so lange wie nötig... - Das ist toll. Viel Glück.
Kann ich gut gebrauchen.
Ich kenne Caio von klein auf. Er hat früh begonnen, Theater zu spielen.
Ich vermisse ihn sehr.
Er lässt dich schön grüßen. - Danke.
Rauchst du? - Nein.
Marina, wenn es dir nichts ausmacht, kannst du bitte dort drüben rauchen?
Ok. - Im Flur.
Ok? - Klar.
Na, alles klar? - Hi.
Du bist...? - Marina. Schön, dich kennenzulernen.
Jay. Neu im Haus?
Gerade eingezogen.
Ich welche Wohnung? - 35.
Mit Suzana, der Großen. - Ja, jeder kennt sie.
Ich bin in 57. Wenn du mal was brauchst...
Danke.
Was machst du? - Ich bin Schauspielerin.
Cool. - Und du?
Ich bin Schriftsteller.
Wie gefällt dir das Haus?
Super.
Ich lüge also, Patricia?
Du weißt das seit drei Jahren! Du wusstest, dass wir pleite sind.
Du warst für den Besitz verantwortlich.
Meine Eltern verlieren wegen dir die Wohnung.
Du solltest ihnen das doch nicht sagen!
Pass auf, was du sagst! - Lass meine Eltern raus!
Was für ein anstrengendes Paar.
Er wirkt echt falsch.
Sie scheint eine gute Mutter zu sein.
Aber ich habe eine Trennung noch nie zivilisiert enden sehen.
Tust du mir einen Gefallen, Suzana und schickst diese Unterlagen raus?
Ok, tschüs.
Guten Tag.
Hi, Gil.
Wie geht's? - Gut.
Jetzt geht's mir gut...
Hast du viel Arbeit da? - Ja, eine Menge.
Paulo ist nicht so einfach, oder?
Ich muss diese Akten noch rausschicken.
Dann habe ich frei und dann gehe ich ins Büro, um ein bisschen zu arbeiten.
Wie wäre es mit einer Tasse Kaffee in deiner freien Zeit?
Heute kann ich nicht, Gil.
Ich werde keine freie Zeit haben.
Ein Kaffee hier im Gericht ist nicht sehr verführerisch, oder?
Wie wäre es mit japanisch?
Abendessen?
Möchtest du mit mir zu Abend essen?
Jay!
Schau dir diese Aussicht an!
Ist das nicht großartig? - Unglaublich!
Ich habe so viel Glück!
Wenn jemand mich fragt: "Marina, wo lebst du?"
Ich lebe auf Avenida Paulista, Mann!
Im Herzen des Dschungels.
Es ist unglaublich. Ich muss feiern, Jay.
Lass uns ausgehen. - Heute abend? Ok.
Willkommen! Das ist unser Club, fühlt euch wie zu Hause!
Es ist total voll, Schatz! - Ich bring dir Glück!
Du bringst mir viel mehr als Glück.
Gib mir einen Scotch.
Klein, Boss? - Muss ich antworten?
Was guckst du? - Nichts.
Sie ist mager, Süßer.
Jay, du tanzt nicht, du trinkst nicht... Was tust du?
Ich bin ein Voyeur der Nacht.
Voyeur der Nacht? Ok...
Einen Whisky, bitte.
Hey, ist das Barbara Paz?
Und der Typ bei ihr ist Hector Babenco.
Der Regisseur? - Ja.
Mann, ich muss mit dem sprechen. Der könnte mir eine Tür öffnen.
Stell dir vor, mit Hector Babenco arbeiten!
Beim Film! Kannst du dir das vorstellen?
Was soll ich denn sagen?
Ich bin Schauspielerin... - Sprichst du spanisch?
Nein. - Er ist nämlich aus Buenos Aires.
Du solltest über einen Film sprechen. - Er geht! Was sag ich nur?
Sprich über einen Film! - Welchen Film?
Zu spät!
So wird nie was passieren.
Ich bringe es nie zu was in São Paulo, wenn ich jede Gelegenheit verpasse.
Entspann dich. Bezüglich Chancen kannst du mit Wladia sprechen.
Wer ist Wladia? - Eine Freundin, die auch im Haus lebt.
So?
Sie verkauft Sachen. Du könntest bei ihr aushelfen.
Sachen verkaufen? Ich bin keine Verkäuferin! Ich bin Schauspielerin!
Ich kam her, um als Schauspielerin zu arbeiten!
Ich weiß, aber es ist ein Anfang. - Auf keinen Fall!
Ich bin so ein Idiot. - Du kannst Tupperware verkaufen...
Ich muss als Schauspielerin arbeiten.
Und wenn's nur Werbung ist. Eine Sekunde...
Ich bin gleich zurück. Caio?
Warte, ich kann dich nicht hören...
Die meisten Leute mögen Seeigel nicht.
Ich liebe ihn.
Schmeckt wie das Meer.
Seeigel... - Du hasst ihn...
Ja, er ist zu streng.
Die meisten mögen ihn nicht, aber ich schon.
Starke Geschmäcker.
Starke Dinge ziehen mich an.
Ich habe sogar Karate gemacht.
Ich würde wirklich gerne Karate machen.
Wie kann ich ein "Kata" machen?
Ich liebte "Katas". Du weißt also, was das ist.
Nur ein wenig. Mach ein "Kata" für mich.
Hier? Jetzt? - Ja, bring's mir bei!
Die Hauptbewegungen sind Angriff und Verteidigung.
Du greifst immer mit einer Hand an und verteidigst mit der anderen.
Zur Brust deines Gegners hin...
Balle diese Faust, um deine Brust zu schützen.
So geht's. Arm strecken, zur Brust deines Gegners hin.
Schütz deine Brust mit der anderen Hand und...
Angriff!
Ziemlich gut, Gil!
Darauf stoßen wir an!
Auf was?
Auf diesen Moment.
Auf diesen Moment.
Onkel Wanja von Anton Tschechow
Hi.
Hi.
Sprichst du vor? - Ja.
Als Sonja? - Ja.
Cool.
Claudia kam gestern weinend raus.
Kein Wunder... Sie hat Shakespeare kaltgemacht.
Ich fand ihren Rock zu lang... Schau ihren Rock an.
Marina, du bist dran. - Ok.
Hier lang, bitte...
Ich halte deinen Text.
Setz dich.
Ich sag dir, wann.
Wenn du bereit bist...
Nein...
Wenn eine Frau hässlich ist, sagen sie immer....
Oh, du hast wunderschöne Augen.
Dein Haar ist schön...
Ich liebe ihn schon über sechs Jahre,
mehr als meine eigene Mutter...
Hi, Silvio, wie geht's?
Hör auf, Jay! - Warum?
Das ist ein respektables Haus. - Ich respektiere dich.
Halten Sie nicht länger den Aufzug auf!
Deine Wohnung ist total unordentlich, aber toll!
Wem gehört die? Mietest du?
Nein, sie gehört mir.
Ich meine... meiner Familie.
Du meinst, deiner Mutter?
Ja.
Ihre Anlagen.
Was?
Erbe.
Erbe? - Ja.
Ich habe sie geerbt.
Durch ein Testament? - Ja.
Was war noch in dem Testament?
Nun... Das bedeutendste war diese Wohnung.
Es gab auch Schulden.
Du hast auch Schulden geerbt?
Wir bekommen viele Dinge, ohne zu wissen, woher.
Wir müssen dem Gegner einen würdigen Ausweg ermöglichen.
Suzana, nimm das bitte mit ins Büro. - Klar. Bis morgen.
Wie geht's dir? - Hi, Gil. Wie geht's dir?
Hast du eine Minute? - Ja, ich wollte sowieso gerade gehen.
Arbeitest du an all diesen Fällen? - Ja.
Paulo überlässt mir die einfachen Trennungen.
Gibt es so was wie eine einfache Trennung?
Ich glaube nicht.
Es ist nie schön, wenn ein Paar sich trennt.
Hast du... trotzdem Lust zu heiraten?
Ja, hab ich.
Das sind meine Eltern.
Sie sind seit vierzig Jahren verheiratet.
Sie sehen wirklich glücklich aus. - Sind sie.
Du siehst wie deine Mutter aus...
nur hübscher.
Danke.
Das sieht toll aus.
Hat's lange gedauert? - Nein, Gil.
Für dich.
Ich hoffe, du magst es.
Eine Katze!
Magst du keine Katzen?
Ich liebe Katzen! Ich habe zwei zu Hause!
Wirklich? - Ja.
Hast du das nicht gewusst? - Nein, hast du nie erzählt.
Du hast es genau getroffen.
Hängst du sie mir um? - Natürlich.
Es ist wunderschön.
Wie sieht's aus? - Großartig.
Wunderschön.
Ich hab nur Wechselgeld auf zehn. - Was?
Ich habe kein Wechselgeld.
Ich habe nur das. Können wir das einfach machen?
Nein, kann ich nicht, ich habe kein Wechselgeld.
Schau mal Süßer, ich gebe dir Geld. Das ist dein Job.
Sprechen Sie mal mit dem Fahrer... - Auf gar keinen Fall!
Ich habe Kleingeld. Ich zahle für uns beide.
Ihr Geld... Sie können gehen.
Danke. - Ich war gestern auf deinem Konzert.
Wirklich? Mochtest du's?
Sehr.
Du hast mein Lieblingslied gespielt.
Ich spiele morgen auch dort.
Triff mich nach der Show. - Wie heißt du?
Justine.
Ich werde nach dir schauen.
Tschüs.
Marina?
Hier ist Caio. Ich möchte mit dir sprechen.
Nichts besonderes. Will nur wissen, was los ist.
Ok? Bis bald.
Tschüs.
Jay, hast du verstanden?
Bleib nur noch ein bisschen.
Es ist so schön.
Ich kann nicht, Jay.
Warum nicht, Michelle? Immer kommen wir zu diesem Punkt.
Wir müssen eine Lösung finden. Alles andere ist gut, wir verstehen uns gut.
Jay, das ist der Punkt, an dem ich gehe. Es war schon eine Stunde.
Willst du zwei Stunden, dann bezahl mich für zwei.
Warum denkst du immer an die Zeit? Eine Stunde, zwei Stunden...
Ich möchte, dass du bleibst, will dir noch ein paar Sachen erzählen.
Ich muss gehen. - Ich muss dir was sagen.
Schieß los. - Schau mich an.
Ich schaue. - Ich mag dich, Michelle.
Ich möchte so lange es geht mit dir zusammen sein.
Und ich werde tun, was es erfordert. Bleib also noch ein bisschen.
Ich koche Pasta für uns, lese dir Gedichte vor,
wir schauen einen Film, ich erzähle dir von Philosophie.
Jay, du übertreibst.
Nein, Michelle. Das ist wichtig für mich.
Schau... - Weißt du, was für mich wichtig ist?
Nein.
Schick mir eine sms, wenn du Cash hast und ich komme, ok?
Ich habe Cash. Ich finde immer einen Weg...
Heute hast du keins. Jay, ich muss gehen.
Nein, Michelle. - Tschüs, Jay.
Du siehst gut aus.
Danke.
Lass uns das versuchen... Um gesund auszusehen.
Perfekt.
Du bist wirklich eine wunderschöne Frau.
Du auch.
Sind deine Brüste echt? - Ja.
Sie sind klein, wie meine.
Ich mag meine so.
Ja? Ich auch, aber die Leute sagen immer,
ich solle mir Implantate besorgen.
Das sagt uns immer irgendwer.
Denkst du, ich sollte das tun? - Nein.
Jede Schauspielerin hat Implantate.
Aber du kannst eine andere Schauspielerin sein.
Du gibst dein Bestes heute. - Ich habe ein Date.
Ich mach mich fertig, ok? - Na los.
Justine, hier ist das Demo von meiner Band.
Wirst du's dir anhören? Sind nur drei Songs.
Ok, ich werd's anhören.
Check unseren Blog aus und hinterlass einen Kommentar.
Ok. - Danke.
Hey Justine... Du klingst so toll.
Toll.
Bist du aus São Paulo? - Nein.
Bin gerade hergezogen, wohne gleich nebenan.
Was machst du?
Ich bin Schauspielerin.
Kannst du davon leben?
Meine Diva!
Tolle Show!
Hi.
Nuno. - Marina.
Schön dich kennenzulernen. - Ebenfalls.
Wollen wir ein bisschen Spaß haben?
Marina ist Schauspielerin, Schatz.
Meine Barkeeperin ist auch Schauspielerin.
Also... zu uns?
Wir drei?
Hey, hol uns einen Whisky.
Einen? - Ja.
Bis später. - Ok.
Komm rein, Gil. - Danke.
Fühl dich wie zu Hause.
Wow!
Was eine Aussicht!
Wunderschön, nicht wahr? - Ich liebe es.
Deswegen habe ich die Wohnung ausgewählt.
Und wer ist das?
Das ist Tai.
Sie ist Muttis Mädchen. Sag Gil hallo, Tail.
Wie süß.
Das hab ich also gut gemacht mit der Katze?
Magst du Katzen? - Klar.
Marina...
Magst du die Musik, den Club?
Alles gut? - Ja.
Alles meins... Alles klar?
Fühl dich wie zu Hause.
Möchtest du Spaß haben mit uns?
Oder nur mit mir?
Sag was. - Nein.
Nein, was?
Möchtest du Spaß haben mit ihr?
Geht's darum?
Ich geb dir einen Tip...
Leg los...
Mal sehen, ob du mit ihr klar kommst.
Guten Morgen.
Hast du gut geschlafen?
Wunderbar.
Bereit fürs Frühstück? - Ja, lass uns frühstücken.
Am Kopfende? - Ja.
Was für eine Vielfalt!
Super Frühstück!
Was möchtest du zuerst? - Schwarzen Kaffee, bitte.
Gehst du heute zum Gericht?
Ich weiß nicht. So viel Arbeit im Büro...
Vielleicht später. Gehst du?
Ja, ich hab viel dort zu tun.
Sollen wir danach zu Abend essen?
Guten Morgen. - Guten Morgen.
Frühstück? - Ich bin spät dran.
Wer war das, um Gottes Willen? - Höflich, nicht wahr?
Wirklich!
Du kennst sie nicht? - Nein.
Hey, wo ist Justine?
Guten Morgen, Marina.
Wenn Justine die Person ist, die gerade hier vorbei lief,
dann ist sie gegangen.
Marina, das ist Gil. - Alles klar, Gil?
Schön, dich kennenzulernen. - Ebenso.
Was für ein Frühstück!
Hier ist der Text. Lerne ihn auswendig.
Das dauert ewig.
Das ist immer so.
Mein Gott.
Bist du nicht dran gewöhnt? - Nein.
Machst du viel Werbung?
Ich dachte, ich erkenne dich. - Echt?
Ja, ich mache viel. - Ich mache Theater.
Du auch? - Nein, nicht Theater.
Ich muss die Rechnungen bezahlen... Mit Theater verdient man nichts.
Glaubst du, sie zahlen uns einen Tagessatz?
Wahrscheinlich. Hast du deine Registrierung dabei?
Nein.
Du hast keine Registrierung dabei? - Welche Registrierung?
Als Schauspielerin! - Nein.
Nun... Es ist nur für Leute mit Registrierung.
Wirklich? - Bist du keine Schauspielerin?
Doch, natürlich.
Marina Paiva?
Das bin ich. Tschüs. - Tschüs... Viel Glück.
Bereit?
Los geht's!
Marta, komm, iss etwas!
Ich mag dieses Brot nicht, Mama.
Weil du es noch nie mit köstlicher
Juliana-Margarine probiert hast.
Cut!
Nicht "köstlich", sondern cremig!
Ok, nochmal.
Kamera!
Und bitte!
Marta, komm, iss eine Kleinigkeit!
Ich mag dieses Brot nicht, Mama!
Weil du es noch nie mit cremiger Margerite Juliana probiert hast!
Cut!
Margarine, Liebes!
Margerite ist eine Blume, ok?
Hab ich Margerite gesagt? - Ja.
Bereit?
Bitte!
Marta, komm zum Abendessen! - Schnitt!
Es ist nicht Abendessen, sondern eine Kleinigkeit.
Tut mir leid, ich bin nervös. Lassen Sie mich nochmal...
Du warst toll, Süße, danke.
Die nächste bitte.
Schau, Jay.
Diese wunderbare Bluse ist die neueste Mode.
Kann man zu Rock oder Hose tragen...
Das ist die neueste Mode? - Ja.
Leute tragen so was? - Klar.
Dann nein... Dann will ich es nicht.
Ich will etwas Einzigartiges.
Du magst es nicht? - Nein. Was hast du sonst noch?
Ich hab so vieles...
Etwas Eindrucksvolles.
Schmuck.
Schau, dieser Katzenanhänger.
Jede Frau mag Schmuck und Funkelndes. Ich liebe es.
Ist es nicht kindisch, ein Kätzchen zu verschenken?
Das ist Geschmackssache... Ich mag es.
Nein, kein Kätzchen. Sie hat viele Katzen.
Keine Katze? - Nein.
Schau, dieses Make Up.
Ganz tolle Inhaltsstoffe. - Nein, kein Make Up.
Das hat sie schon.
Sie ist eine spezielle, wunderbare, bezaubernde Frau.
Ich hab nur einen Versuch, nur einen.
Der darf nicht schief gehen.
Wenn sie dieses Geschenk bekommt, dieses Zeichen,
wird sie dieses Zeichen jeden Tag anschauen
und an mich denken, Jay.
Verstehst du? Sie wird sagen, Jay gab mir das.
Danke, dass du mir das gegeben hast, Jay,
Du hast mir gezeigt, wer ich bin... wer ich sein kann.
Wie kann...? Wie können wir...
Du bist so besonders. Du tust mir so gut.
Ich möchte für immer mit dir zusammen sein, Jay.
Verstehst du...? - Verstanden.
Also...
Ich darf nicht mal Suzana hallo sagen?
Sie arbeitet, Caio. Kommt erst nachts nach Hause.
War es so schwer, mal zurückzurufen?
Ich hatte nichts zu sagen.
Was sollte ich sagen?
Dann hast du mich also schon vergessen?
Ich hab dich nicht vergessen, Caio.
Ich werde dich nicht vergessen.
Aber die Dinge geschehen hier so schnell.
Ja, ich weiß.
Alles verändert sich.
Du denkst, du bist jetzt zu gut für mich!
Bist du nach São Paulo gekommen, um mir das zu sagen?
Nein, du bist einfach überenthusiastisch mit der Stadt.
Zu begeistert von dem Theaterzeugs.
Das muss es sein... Niemand verändert sich so sehr!
Doch. Leute verändern sich über Nacht.
Natürlich verändern sie sich.
Du verstehst es nur nicht.
Sag mir... - Was?
Hast du Spaß gehabt? - Ja.
Hi, Suzana. - Hi.
Hi. - Hi.
Magst du mir einen Kaffee machen? - Klar, komm rein.
Ich vermeide Gil. Er hört nicht auf, mich anzurufen.
Ich weiß nicht, wie er reagieren wird.
Es gibt so viel Machismo und Vorurteile im Gericht...
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Irgendwann wird es jeder herausfinden.
Dafür bin ich noch nicht bereit.
Wenn sie es wissen, wird mein Leben zur Hölle.
Ich trau mich nicht, es Gil zu sagen.
Ach komm, du traust dich nicht?!
Du bist so schön und erfolgreich,
hast so viel durchgestanden.
Sei nicht dumm.
Ich mag ihn wirklich, Wladia.
Offensichtlich.
Ich fühle mich so gut durch ihn.
Ich möchte ihn nicht verlieren.
Mein Hintergrund sollte kein Problem sein.
Ist es ein Problem für dich?
Nein. - Dann ist es ihr Problem.
Sein Pech, wenn er dich nicht will.
Aber ich verstehe Gil.
Es ist für einen Mann sehr schwer, das zu akzeptieren.
Aber die Welt ändert sich so schnell... Entspann dich und sag's ihm!
Nuno! - Was?
Der Krach! - Fast fertig.
Verdammt, Nuno! Ich probe!
Warte! Ich bin fast fertig!
Scheiß aufs Warten! Ich komponiere!
Warte! - Warte was?
Wir sind fast fertig...
Bill, schnappst du dir diese Kisten?
Nur noch zwei.
Bill, nimm die verdammten Kisten nicht! Genug mit dem Lärm jetzt!
Verdammt, Justine!
Ich muss Bier in den Kühlschrank stellen!
Sollen die Leute Wasser trinken? - Was werden sie hören? Nichts!
Komponiere!
Ich versuche es ja, aber du lässt mich nicht.
Kannst du nicht fünf Minuten warten?
Kannst du nicht zehn Minuten warten bis ich das Lied beendet habe?
Ich sagte, hör mit dem Scheiß auf!
Hör auf mit der Hysterie. Stell dich nicht so verwöhnt an!
Idiot!
Stell dich nicht so verwöhnt an!
Kann ich Ihnen helfen?
Ich schaue nur.
Bitte! - Danke.
Haben Sie gefunden, was Sie suchten?
Ja, ich nehme das.
"Narben der Stille".
Jay Machado... Sie sind Jay Machado.
Das bin ich.
Ich habe "Narben der Stille" gelesen. Es ist wirklich gut.
Danke.
Ihre Poesie ist wundervoll, Jay. Wundervoll.
Sie hat mein Leben verändert.
Meins auch.
Nur aus Neugierde... Entschuldigung, dass ich Ihre Zeit beanspruche...
Haben Sie all diese Erfahrungen selber gemacht?
Ja... Ich meine... Nicht alles. Teilweise.
Es ist eine Metapher...
Dinge, die mir geschehen...
Es ist, was ich lebe. Wir erfahren Dinge...
Und leben weiter.
Guten Morgen, Roque. - Guten Morgen.
Oh, Marina...
Oben wartet eine Frau. War schon circa 30 mal hier unten.
Groß, mit schwarzem Haar?
Ja, sieht wie eine Künstlerin aus.
Ich hab dich vermisst!
Hi, Gil.
Überraschung.
Wie geht es dir?
Hast du eine Minute oder bist du beschäftigt?
Na klar hab ich Zeit, Gil.
Die sind wunderschön.
Wie geht es dir?
Du reagierst nicht auf meine Anrufe,
meine sms...
Was ist los?
Warum vermeidest du mich?
Lass uns mal hinsetzen.
Also, Suzana?
Was ist los?
Los, Suzana, sag's mir!
Hast du jemand anders kennengelernt?
Es gibt Dinge, von denen wir nicht wissen, wie wir sie sagen sollen.
Aber ich versuche es.
Weil ich dich wirklich mag.
Vergiss das nicht.
Werd ich nicht.
Nun sag's mir schon, du machst mir angst.
Jeder hat eine Geschichte, richtig? Ich auch.
Um die Suzana zu sein, die ich heute bin, die du kennst...
Die du gespürt hast...
Musste ich ein paar Dinge tun, die nicht einfach waren.
Eines dieser Dinge war...
...eine Operation...
...eine Geschlechtsumwandlung.
Ich bin, was die Leute eine transsexuelle Frau nennen, Gil.
Transsexuell?
Entschuldige...
Warum hast du mir das nicht vorher gesagt, Suzana?
Weil ich nicht den Mut dazu hatte, Gil.
Was soll ich jetzt tun?
Ich muss ein bisschen nachdenken, ok?
Können wir uns später treffen?
Natürlich.
Beim Japaner?
Gut.
Abgemacht. Punkt halb neun bin ich da. Perfekt.
Kein Problem. Ist super für mich.
Ok... Danke.
Ich bin wirklich glücklich.
Ok, dann bis morgen. Tschüs.
Suzana, Suzanita...
Du glaubst es nicht!
Ich habe die Rolle in Onkel Wanja!
Morgen... fangen die Proben an! Ist das nicht toll?
Toll... Und was ist hier passiert?
Justine war hier.
Justine kam vorbei und ihr hattet eine Party.
Mehr oder weniger.
Mein Gott, wie abstoßend.
Entspann dich, Suzana... Du bist so angespannt.
Marina, ich hab dir gesagt, hier drin bitte nicht rauchen.
Das war Justine. Was kann ich tun?
Ich werd's ihr sagen.
Werde ihr sagen, was hier erlaubt ist und was nicht.
Es dir zu sagen, bringt nämlich nichts.
Unglaublich, Marina, was ein Durcheinander!
Ich dusche jetzt und danach ist mein Wohnzimmer wieder im Urzustand.
Ja, gnädige Frau. - Ich meine es ernst.
Ein Geschenk?
Großartig!
Eine DVD? - Ja... nein...
Was anderes.
Oh, ein Buch.
Ich hab's geschrieben.
Ich seh's.
Ich wusste nicht, dass du schreibst.
Ja, es ist eine Widmung für dich drin.
"Michelle, jeder Augenblick mit dir ist ein unvergessliches Geheimnis."
Ich hab nicht so viel Zeit zum Lesen...
Wir werden Zeit finden zum Lesen.
Ich kann's dir auch vorlesen.
So? - Ja.
Michelle... Lass uns wo hingehen...
Ich lad dich zum Abendessen ein... Wir sind zusammen...
Heute abend? - Ja.
Wieviel zahlst du?
Warum wieder vom Bezahlen sprechen?
Warum nicht vom Bezahlen sprechen?
Ich möchte eine Beziehung mit dir, Michelle.
Eine Beziehung ohne zu bezahlen?
Warum bezahlen? Ich möchte mit dir zusammen sein!
Ach komm, Jay!
Carlão?
Du musst niemanden rufen.
Du denkst, du bist so schlau! Carlão!
Was denn, Michelle? - Komm her!
Jack, wirf hier ein Auge drauf.
Der Schriftsteller hier will mich sehen, ohne zu bezahlen.
Was soll das?
Ich rede mit Michelle. Wir kommen schon klar.
Nein, ihr kommt nicht klar! Das ist kein Buchladen hier!
Hier geht's um's ficken, weißt du? FICK-EN!
Michelle, lass uns reingehen, Geld verdienen.
Ich will ihr nur ein Geschenk geben.
Geschenk? Was für ein Geschenk? Ich sagte dir gerade...
Hau ab!
Was soll das? Gewalt erzeugt Gewalt!
Nimm dein doofes Buch! Das ist keine Bibliothek, Idiot!
Das Buch würde einen Unterschied für dich machen!
Pass auf, Junge... Michelle, lass uns reingehen, Geld verdienen.
Also, Marina...
Dein Mädel brennt...
Sabber ruhig weiter.
Hör zu. Öffne deine Augen.
Du bist nicht die erste und nicht die letzte! Mach dir nichts vor!
Hey, Dünne! Na? Trink was!
Langsam, Justine...
Sollen wir raus hier?
Gehen wir!
Ihr geht nicht einfach so hier weg! - Beruhige dich!
Hör auf!
Sei ruhig! Halt deinen Mund!
Sie kann so nicht rausgehen!
Lass uns in Ruhe! Hau ab!
Bist du verrückt?
Blöder Idiot!
Du solltest Nuno abservieren!
Er nervt! Du kannst überall singen!
Du bist wunderschön.
Du hast eine wundervolle Stimme.
Denk drüber nach.
Was?
Ich mein das ernst!
Deine Karriere könnte richtig losgehen, stell dir vor!
Du könntest im Radio singen, so dass es jeder hören kann.
Es ist nicht so einfach, Süße.
Oh, es ist nicht einfach...
Komm, Justine. Ich mein's ernst.
Nein, ich mein's ernst.
Hast du drüber nachgedacht?
Ja... toll.
Hör auf, die zu nehmen. Dir wird schlecht!
Du hast schon 1000 davon genommen!
Genug.
Gehen wir zurück?
Lass uns weitergehen.
Komm, Justine.
Gehen wir. Es wird dir gefallen.
Du wirst Spaß haben.
Was ist los?
Alles ok?
Was ist?
Geht's dir schlecht?
Was ist los?
Sprich mit mir, Justine!
Was ist los?
Lass uns gehen, ich helf dir.
Gehen wir zurück zum Club, komm.
Was ist los mit dir? Schau mich an!
Lass uns zurück gehen.
Justine!
Tu das nicht!
Tu das nicht, sprich mit mir!
Justine, um Himmels Willen, sprich mit mir!
Alles wird gut.
Ruf Nuno an.
Ruf Nuno an.
Guten Abend. Wie geht es Justine Albuquerque Queiroz?
Hau ab hier!
Sind sie verwandt? - Ich bin ihr Ehemann.
Ihr seid verheiratet?
Ich schau nach. - Schnell, bitte.
Der Arzt sagt, es geht ihr schon viel besser...
Hör mal!
Du gehörst hier nicht her! Verstehst du?
Sie wird in eine Privatklinik verlegt, ok?
Es sind im Moment keine Krankenwagen verfügbar.
Ihre Familie organisiert einen privaten Krankenwagen.
Ich muss nur wissen, wie's ihr jetzt geht.
Du hattest versprochen, dass das nicht wieder passiert.
Nur ich weiß, wie schwer es ist, mit Justine klar zu kommen.
Ob du es willst oder nicht, sie geht jetzt in diese Klinik.
Ich stimme zu. - Guten Abend.
Wer sind Sie? - Marina, ich...
Marina hat Justine ins Krankenhaus gebracht,
weil ich nicht konnte.
Vielen Dank. - Das ist gerne geschehen.
Da ist Justine...
Papa ist hier. Alles wird gut.
Nuno, fährst du mit ihr im Krankenwagen?
Liebes...
Fürs Taxi nach Hause. - Nicht nötig.
Doch... Bitte.
Danke.
Was kannst du tun, Onkel?
Du kannst nur weiterleben.
Wir werden durch die lange Abfolge
der Tage und Nächte vor uns gehen.
Die Versuchungen, die das Schicksal uns auferlegt,
sollen wir geduldig ertragen.
Und wenn unsere letzte Stunde schlägt,
sollen wir ihr demütig begegnen.
Übers Grab hinaus werden wir sagen, wir haben gelitten...
und geweint,
dass unser Leben bitter war...
Und wenn wir auf unsere Sorgen hier zurückschauen...
werden wir frohlocken und voller Frieden sein.
Ich glaube daran.
Wir sollen zur Ruhe kommen.
Mein armer Onkel Wanja.
Du weinst.
Du wusstest nie, was Glück ist, oder?
Was tust du hier allein?
Nichts, ich rauche eine Zigarette.
Kann ich einen Zug haben?
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