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DIE PUPPE DES GANGSTERS
Siehst du, da unten ist alles noch Grünzone.
Aber der Flächennutzungsplan sieht dort intensiven Wohnungsbau vor.
Trotzdem sind noch 12 Kilometer zu verpachten. Da, siehst du, Charlie?
Und wer ist da Konkurrenz?
Wahrscheinlich Martini Montuori. Vielleicht auch die Torges-Gruppe.
Nimm alles und lass durchblicken, dass wir bereit sind, unterzuverpachten, klar?
Okay, Charlie.
Ist da unten nicht unser Revier? Wen haben wir da?
Ja, also bis zum Autobahnanschluss stehen Theresa,
Stephania und die drei Schwestern Scanagalli, unsere drei Goldamseln.
Umsatz auf drei Kilometern 300.000 Lire, das sind also 100.000 pro Kilometer.
Naja, nicht schlecht. Trotzdem, wir müssen die Preise erhöhen.
Wir haben noch immer den alten Tarif, wie vor drei Jahren.
Wir sind schließlich kein Wohltätigkeits- institut, und dann noch bei dieser Inflation.
Da unten an der Kurve, wo alle runterschalten müssen,
da schaffen unsere Spitzenkräfte an, da haben wir den Tarif schon etwas angehoben.
Und die, die da allein steht, wer ist das? Ist mir gänzlich unbekannt.
Die gehört nicht zu unserem Verein, sie ist eine Solistin, sie arbeitet autom.
Autonom. - Hä?
Das heißt autonom. - Habe ich ja gesagt.
Ihre Personalien?
Weißt du, ich weiß nur, sie nennt sich Pupa, so eine Art Spitzname von ihr.
Pupa? - Pupa.
Wem gehört die?
Einem gewissen Amletto.
Ich habe schon mit ihr gesprochen, aber sie will da nicht weg. Sie will einfach nicht.
Für Privatinitiative auf Familienrechnung ist da nichts mehr drin,
wo kämen wir denn da hin? Und in meinem Revier schon gar nicht.
Dieser Hamlet also muss verschwinden und uns die Puppe abtreten.
Dann lass ich sie also noch ein bisschen zappeln?
Ja.
Also, Hamlet, sein oder nicht sein?
Scheiße.
Jetzt gehe ich schon ein Jahr mit dem Locaccio-Team auf den Strich,
aber einen Boss habe ich noch nie gesehen, weder von vorn noch von hinten.
Na vielleicht ist es besser, wenn man ihn nicht kennt.
Da hast du auch wieder Recht, man kann nie...
Nie wissen.
Wie sagst du, heißt der Boss? - Charlie Locaccio.
Na, du bist aber ganz schön verrotzt.
Danke.
Kein Wunder, mit zwanzig Kolleginnen bei dieser Kälte und kein Schwanz hält an.
Ob Hitze oder Kälte, das Soll muss nun einmal erfüllt werden.
Mein guter Amletto hätte mich bei diesem Wetter nicht so auf die Straße gejagt.
So ein Großbetrieb hat immer ein bisschen etwas Unmenschliches.
Hallo Dicke, wollen wir noch ein bisschen Nachexerzieren?
Na guck dir den an! Da sagt noch einer, es gäbe keine treuen Kunden.
Ich komme, Kleiner.
Der ist immer ganz scharf auf mich, wenn der von der Übung kommt,
dann will er weiterüben.
N'abend.
N'abend Signorina.
Recht schönen guten Abend.
Ein flotter Dreier ist nicht mein Fall, bedaure.
Erlauben Sie mal, das ist meine Tante.
Ob Tante, Frau oder Schwester, kein Gruppensex.
Deswegen habe ich auch gar nicht angehalten, mein Motor hat gestottert.
Au! Verfluchter Dreck. Entschuldigung.
Könnten Sie nicht ein bisschen weiterfahren,
wenn Sie schon nicht die Absicht haben, mit mir...
Ich habe heute noch nichts verdient, und Sie stören nur den Verkehr.
Ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine.
Ja, natürlich, ich fahre gleich weiter.
Danke.
Halt, warte, warte. Ich steige aus, dann kann man ihn besser schieben.
So ist er doch leichter.
Warten Sie, ich helfe ein bisschen, sonst stehen wir hier noch morgen früh rum.
Also los! - Vielen Dank, Signorina, danke schön.
Eine Kälte ist das...
In den letzten 70 Jahren ist es schrecklich kalt geworden, finden Sie nicht auch?
Hey, machst du Bratäpfel?
Ja... - Früher war es nie so kalt.
Oh je, die ist ja noch minderjährig. Ciao.
So verscheucht man die Kundschaft.
Was haben Sie gesagt?
Ich? Nichts, ich habe nur laut gedacht.
Hey, Sie!
Ja?
Könnten Sie ihr Tantchen nicht ein paar Schritt weiter weg abstellen?
Falls es Ihnen nichts ausmacht. - Aber natürlich nicht, gerne.
Tante Esther? - Tantchen?
Stell dich doch bitte ein bisschen mehr hier rüber, ja?
Danke schön. Ja.
Grazie, Tante.
Ey du!
Na was ist? Beweg dich.
Ein bisschen lebhaft.
Tut mir leid, aber hier hält keiner.
Ich habe alle Tricks versucht, was soll ich machen.
Quatsch nicht, steig ein. Und ab.
Salvatore, wo willst du hin?
Das Soll, Pupa, du musst das Soll erfüllen, oder du berappst aus eigener Tasche.
Komm schon, Kindchen, rück den Zaster raus.
Aber wenn keiner hält, ich tue was ich kann, was soll ich denn machen?
Vergiss nicht,
dass ich für den Verdienst unserer Mitarbeiterinnen verantwortlich bin.
Ich hoffe, das ist deutlich genug.
Schnauze! Die Polizei, los gib Gas! Nichts wie weg!
Hilfe!
Ach, halt an, ich schmeiß sie raus.
Hilfe!
Madonna. Madonna, meine Augen, ich sehe nichts mehr.
Ich sehe nichts mehr, ich bin blind, ich vollkommen blind.
Hier, das haben Sie verloren.
Danke. - Wer waren die Leute?
Freunde.
Freunde? Die haben Sie doch vor meinen eigenen Augen entführt.
Und wie sie Sie zugerichtet haben. - Aber es waren trotzdem Freunde.
Wie heißen diese Freunde?
Ich habe zu viele Freunde, ich kann doch nicht auch noch nach ihrem Namen fragen.
Sie hätten sie umbringen können. - Erstatten Sie also keine Anzeige?
Natürlich nicht, ich hab mir ja nichts getan.
Aber Signorina, wo wollen Sie denn hin?
Weg von hier. - Aber doch nicht so, zu Fuß.
Natürlich zu Fuß, außerdem bin ich keine Signorina, haben Sie verstanden?
Ja, ja, beruhigen Sie sich. Kommen Sie, ich bringe Sie zum Arzt,
Sie haben ganz schön etwas abgekriegt.
Lassen Sie sich wenigstens mitnehmen.
Können Sie mich nicht endlich in Ruhe lassen?
Wo soll ich Sie hinbringen?
Zu meinem Feuer, mir ist kalt.
Was denn, in dem Zustand?
Das Leben ist kein Zuckerschlecken.
Warum versuchen Sie nicht, ein anderes Leben zu führen?
Eines Morgens steht man auf und sagt sich, ich gehe auf den Strich.
Ich fühle mich dazu berufen. Haben Sie eine Zigarette?
Und Ihre vielen Freunde haben Sie auch noch darin bestärkt, wie ich mir denken kann.
Haben Sie nie versucht, sich mit jemanden auszusprechen?
Menschenskind, ich kann nicht gleichzeitig Konversation machen,
mir den Zahn halten und auch noch eine Zigarette rauchen.
Ja, und wie es so geht, als er endlich die Pension bekam, ist er gestorben.
Salvatore. Mamma mia, Sie Ärmste.
Kommen Sie. Kommen Sie hierher.
Mensch, wie siehst du denn aus?
Was hast du denn mit ihr gemacht?
Aber wo denkst du hin, Tante, das war ich doch nicht.
Trink einen Schluck. - Nein.
Ich habe sie zu deinem Zahnarzt gebracht, wie du gesagt hast, Charlie.
Ach, die ist das. Sehr süß.
Los, lächele!
Bist du jetzt zufrieden?
Jetzt hast du viel schönere Zähne als vorher.
Danke, Signore Charlie Locaccio.
Nicht Signore, Charlie, für alle.
Charlie. - Chopin, meinen Bademantel.
Hey, meinen Bademantel.
Er ist ein bisschen brutal, er hat dir wehgetan, was?
Okay, zahl es ihm zurück.
Ich?
Schlag ihm auch einen Zahn aus.
Wenn Charlie sagt, es ist okay, ist es okay.
Aber Boss, mit ihren Patschehändchen kann sie mich doch höchstens kitzeln.
Massage an der falschen Stelle?
Fantastisch, Baby. Fantastisch. - Danke.
Das war Maßarbeit.
Du guckst aber ziemlich blöd aus der Wäsche.
War übrigens anständig von dir, neulich Abend,
dass du die Sache nicht kompliziert hast, mit der Polizei.
Chopin, meine Unterhosen.
Was ist denn nun los?
Genierst du dich? Hast du noch nie einen nackten Mann gesehen?
Gib mir mal einen steifen Kragen raus.
Ich? - Ja, du.
Aber wo sind die? Hier?
Da. - Da?
Ja. - Wo?
Ja, da, links.
Ich bin heute bescheuert.
Wie findest du den Kragen? Gefällt er dir?
Todschick.
Wer mich hasst, nennt mich Stehkragen-Charlie.
Ich habe es gern, wenn man mich hasst. Du auch?
Ich weiß nicht, ich glaube nicht. Nein.
Du magst doch sicher Champagner, nicht wahr?
Ja, ja, mag ich ganz gerne, aber ich kann ihn mir nicht leisten.
Ab morgen wirst du dein Leben ändern.
Du wirst ihn jeden Abend trinken, in einem superschicken Laden.
Und was muss ich da tun?
Ach gütiger Vater.
Entschuldige, Pupa, aber bei mir gibt es keine Fragen.
Schau dir das an.
Die sieht ihr ja unwahrscheinlich ähnlich.
Aber das ist sie doch, habe ich dir doch neulich gebracht, die Nutte.
Sie ist es.
Rita Hayworth.
Hey, was soll denn das? Ist die behämmert?
Die Rita meiner glühenden Jugendjahre.
Rita mit den Flammenhaaren.
Aber Boss, das ist doch bloß eine Perücke.
Halts Maul!
Also Kinder, das ist goldrichtig. Endlich mal ein Schuppen, wo etwas geboten wird.
Hier siehst du was fürs Geld.
Junge, Junge, ist das ein Ärschlein.
Lass mal sehen, ob das Natur ist.
Werden Sie hier nicht unverschämt.
Na hör mal, ich habe doch deinen Arsch nicht angefasst.
Hey, nun mal langsam, ja?
Hier kriegst du nichts geschenkt, das ist ein teures Lokal. Raus!
Also gehen wir. Das ist nicht nur ein teures Lokal, das ist ein Scheißlokal.
Tja, wer sich schlecht benimmt, muss eben verschwinden.
Und du auch.
Okay. Okay.
Ja, sie ist es.
Ich war wohl nicht sehr gut, nicht wahr?
Nein, nicht, behalt sie auf. - Und warum?
Weil du so wirklich wie sie aussiehst.
Darf ich fragen, wer diese sie ist, ohne wieder eine Ohrfeige zu kriegen?
Rita, Rita Hayworth.
Ich habe keine Ahnung, wer das ist. - Ein Filmstar der vierziger Jahre.
Ich bin erst 28.
Komm, du Engel meiner schlaflosen Nächte.
Lass mich mit dir im Meer der Leidenschaft versinken.
Komm, Rita, komm, ganz ruhig und präzise. Ganz ruhig und präzise.
Hör mal die Musik.
Ich bin es leid, Musik zu hören. Sag zu mir: I love you, Darling.
Und was heißt das?
Lass die blöde Fragerei und sag es: I love you, Darling.
I love you, Darling. I love you, Darling.
I love you, Darling. Los, weiter.
I love you, Darling. I love you, Darling.
I love you, Darling.
Rita, geliebte Rita, himmlische Rita, heiße Rita, süße Rita, Rita, Rita, Rita.
Was machst du da, du Schweinehirt?
I love you, Darling.
I love you, Darling. I love you, Darling.
Weiter. Immer weiter.
I love you, Darling. - Ja, gut so.
I love you, Darling. - Los, komm los.
I love you, Darling. - Los, weiter. Nochmal.
I love you, Darling. I love you, Darling.
Und nochmal.
Ab morgen wirst du dein Leben ändern, du wirst nur noch für mich da sein.
Habe ich es jetzt geschafft?
Ich habe es geschafft. Ich habe doch alles:
Ein schönes Haus, Kleider, Pelze, Schmuck.
Mir fehlt wirklich nichts, ich habe alles, sogar einen Mann, der mich liebt.
Und der immer ein liebes Wort für mich hat.
Elendes Miststück.
Wenn er mir so kommt, habe ich ihn schon oft verlassen wollen.
Aber er hat immer Mittel und Wege gefunden, mich zu überreden, bei ihm zu bleiben.
Herzlichen Glückwunsch, Charlie.
Heute ist ein großer Tag, so wie es der Dichter besingt.
Es gaben die Hand sich die heimlichen Herren unserer Städte.
Es lebe der Boss, es lebe unsere Organisation.
Es leben unsere fleißigen Mitarbeiterinnen.
Was soll das finstere Gesicht? - Ach was, daran bist du schuld.
Ein wunderbares Fest, Charlie, das solltest du häufiger machen.
Ich feiere nur aus zwei Anlässen: Meinen Geburtstag und St. Valentins-Tag.
Das Fest der Verliebten, nicht wahr? - Es geht um die Schlacht bei St. Valentin.
Ach, wie witzig.
Oh, das ist ja fantastisch.
Also dann, drei, vier.
Wer auch immer dein Freund ist,
wenn du dem Freunde ein Freund bist, und treu mit dem du vereint bist,
dann lächelt dir immer das Glück.
Es lebe Charlie.
Hoch soll er leben.
Charlie, schneide die Torte an.
Da!
Das ist sie.
Sie ist es, Rita Hayworth.
Sag ihr, sie soll auf mich warten, zu Hause bei ihr.
Fahren wir nicht nach Hause? - Nein, du nimmst dir ein Taxi. Ab.
Hast du schon wieder eine neue Rita.
Scheißkerl.
Guten Abend, Signorina.
Spionieren Sie mir nach? - Nein. Das heißt, in gewisser Weise...
Sie Klebpflaster. - Seit ich Sie gesehen habe...
Zu spät, Kleiner, ich nehme keine Kunden mehr an.
Taxi.
Reden Sie doch keinen Unsinn.
Mich interessiert dir Vergangenheit nicht, außerdem würde ich es fühlen,
wenn Sie den Mann Ihrer Träume gefunden hätten.
Ach lassen Sie mich doch in Ruhe, ist besser für Sie und für mich.
Aber noch mehr für Sie als für mich.
Denn den Mann meiner Träume, den habe ich schon und dem gehöre ich.
Bis das der Tod uns scheidet, oder bis er mich killt.
Heiliger Johannes, auch dich haben sie ermordet,
sage zu Petrus ich bin tot und er soll mir das Himmelstor öffnen.
Nun gehe ich, Mamma mia.
Scheiße!
Ich habe es gewusst, nicht einmal dazu bin ich fähig.
Dabei wäre es die einzige Art gewesen, fortzugehen.
Ich bin schon ein elender Klugscheißer.
Es ist jetzt zwei Monate her, seit dem Abend, wo er die andere Rita gefunden hat.
Er hätte mich ja gehen lassen können.
Aber das ist nicht drin, ich weiß jetzt zu viel.
Schon vier und er ist noch nicht zurück.
Er hat sich verspätet. So spät war der noch nie dran.
Vielleicht habe ich Schwein und ihm ist ein Unglück zugestoßen.
Vielleicht ein Autounfall, oder jemand hat auf ihn geschossen.
Gott wäre das schön, wie ein Geschenk vom Himmel,
wenn er endlich den Hintern zukneift.
Heilige Madonna, wenn das passiert, ich verspreche dir,
ich werde wieder eine Jungfrau.
Hey, wo hast du dich versteckt? - Ich habe nichts gesagt.
Hallo Liebling.
Halts Maul.
Hör zu, was vorbei ist, ist vorbei.
Und nun sperre die Ohren auf, ich will mich nicht wiederholen.
Ab drei Uhr heute Nacht bin ich jede Minute hier bei dir gewesen, verstanden?
Hier, bei dir, von dem Augenblick an, wo ich den Club verlassen habe, ist das klar?
Du warst bei mir heute Nacht, ab drei, wie immer.
Gut. Bravo.
Du, sag ihr, falls sie das da absichtlich gemacht hat,
das lässt mich völlig kalt.
Wovon redest du, dumme Nuss? - Von deinem Kragen.
Jeden Abend dieselbe Geschichte.
Mamma mia, ich werde verrückt, zum Kotzen ist das, diese verfluchte Knutscherei.
Lippenstift.
Himmel, Arsch, das hat mir gerade noch gefehlt.
Das Feuerzeug, das Feuerzeug...
Verflucht und zugenäht, ich habe es dagelassen.
Wo ist denn das Ding?
Was ist denn nun? Gibst du mir jetzt gefälligst ein Streichholz?
Ich hol schon. - Los, beweg dich.
Entschuldige, du hast doch vorher nichts gesagt.
Ach, leck mich.
Also heiße Liebesspiele, oder hat er Schuldgefühle?
Ging vielleicht etwas schief dabei? Höchst wahrscheinlich alles drei.
Diese verdammte Manie der Weiber, sich die Lippen anzuschmieren.
Mamma mia, Mamma mia.
Steh nicht so dämlich hier rum.
Was ist denn, wieso antwortet er nicht?
Es ist doch nicht zu fassen,
dem breche ich sämtliche Knochen, sämtliche Knochen breche ich dem.
Was ist denn?
Na, der ist ja ganz schön aus dem Häuschen, jetzt möchte ich wissen,
womit sich der liebe Charlie die Hände schmutzig gemacht hat.
Märchenhaft, wenn man ihm die Handschellen anlegt,
bevor er sich die Hände gewaschen hat.
Chopin, komm sofort herauf.
Also, seit wann bin ich hier?
Du hast gesagt, seit drei.
Nein! Das heißt ja, seit drei Uhr bin ich hier, seit drei Uhr morgens.
Das gilt für alle.
Weiber und Hunde gehen einem ewig auf die Nerven.
Komm, mein armer Kleiner, hat dich das böse Herrchen getreten?
Komm zu Frauchen, komm. - Was habt ihr beide da zu flüstern?
Nichts weiter, nur so von Hund zu Hund.
Bist du taub? Hörst du nicht?
Entschuldige, ich gehe ja schon.
Ah, ciao, Puppe. - Charlie ist seit drei Uhr hier.
Charlie ist hier seit drei Uhr.
Halts Maul. Verzieh dich in deinen Lokus.
Ärger, Boss? - Aber nein.
Schließ dich im Lokus ein und gurgele.
Los, gurgele und komme nicht eher raus, bis ich es dir sage.
Ciao. - Hau ab!
Ich bin in der Klemme.
Ich sitze in der Klemme. Und du wirst mich da herausholen.
Los, gib dein okay.
Okay, Boss, verlass dich auf mich. Sag mir, wer ist es gewesen?
Du sollst gurgeln!
Ich war bei Anna heute Nacht.
Ich wollte sie nicht umbringen, Gott ist mein Zeuge, wirklich nicht.
Hast du sie kalt gemacht?
Gurgele, verdammt nochmal.
Hat dich niemand gesehen, Boss?
Blöde Frage, ob mich jemand gesehen hat.
Mensch, wenn mich jemand gesehen hätte,
hätte ich den Anwalt gerufen und nicht dich, du trübe Tasse.
Warum hast du die Pistole nicht dagelassen?
Wenn sie der Mietze gehört, hätte es nach Selbstmord ausgesehen.
Ach nee, was du nicht sagst.
Selbstmord durch Genickschuss.
Die blöde Kuh wollte in den Sack hauen.
Ich hatte ihr gesagt, dass ich sie hier bei mir aufnehmen wollte, statt der da.
Und dass ich die dann nach Afrika schicken würde, für die Kolonialtruppen.
Nach Afrika. - Prima Idee, Boss.
Und diese Spinatwachtel fängt daraufhin an, verrückt zu spielen.
Ihr Verlobter wäre aus dem Knast entlassen, sie möchte in die Heimat zurück
und endlich Schluss machen mit diesem Leben.
Stattdessen hast du mit ihr Schluss gemacht und mit der anderen auch.
Quatsch nicht so blöd daher, dafür ist die Sache zu ernst.
Als sie dann sah, wie ich vor Wut schäumte, legte sie die Waffe auf mich an.
Ich packte ihren Arm, drehte ihn auf den Rücken und da war es auf einmal passiert.
Vielleicht habe ich einen Abzug berührt,
der Schuss ging nach oben los und traf sie in den Kopf.
Tja, die Ballestrina, Boss. - Die Ballistik, du Trottel.
Ja, die auch.
Du da drin, nimm gefälligst Wasser ins Maul und gurgele weiter,
sonst helfe ich ein bisschen nach.
Dann habe ich die Nerven verloren und die Kurve gekratzt.
Und zu allem Unglück auch noch meinen Lighter vergessen.
Was für eine Leiter?
Das ist Englisch, du Idiot. The Lighter, das Feuerzeug.
Ah, das ich dir zu Weihnachten geschenkt hatte, mit deinen Initialen.
Ja, du Rhinozeros. Zum Kotzen, diese unerbetenen Geschenke.
Deswegen gehst du jetzt zu ihr nach Hause,
lässt ihre Pistole dort, holst dein Feuerzeug zurück, verstanden?
Aber die Pistole lässt du nicht nur einfach so zurück,
zuvor besorg die ein hübsches, kleines Autogramm von ihrem Verlobten.
Hast du verstanden? - Nein.
Die Fingerabdrücke desjenigen, dem die Pistole gehört
und der gekommen war, sie wiederzuholen. Ist denn das so schwierig?
Also, der Verlobte heißt Franco Botta
und hat sich im American Hotel ein Zimmer genommen.
Hast du verstanden? Franco Botta!
Zimmer 121, American Hotel.
Also geh hin und lass ihn seine Fingerabdrücke auf der Pistole verewigen.
Ist das jetzt klar?
Dieser Plan ist eines Michelangelo würdig.
Aber wie soll ich seine Fingerabdrücke da raufzaubern?
Sag mir, wie.
So, nun weißt du, wie. Jetzt sind deine Fingerabdrücke auf der Pistole.
Aber hör mal, Charlie, das kannst du mir doch nicht antun.
Du kannst doch nicht mein Vertrauen so missbrauchen.
Hast du jetzt endlich kapiert, was du zu tun hast?
Ach, du bist klasse, Boss.
Nein, aber du bist ein Idiot.
So, und hier ist der Schlüssel zu der Wohnung von Anna.
Wenn du fertig bist, lass ihn im Schloss stecken.
Geh, es wird schon hell. - Okay, Boss.
Kann ich mich darauf verlassen? - Tausendprozentig.
Wenn es vorbei ist, gib mir telefonisch Bescheid.
Und dann rufst du anonym die Polizei an,
sonst kreuzen die Affen erst auf, wenn sie nicht mehr ganz taufrisch ist.
Die gurgelt wie zehn Nutten zugleich. - Ja.
Du kannst rauskommen.
Ich fürchte, morgen muss die Tür gerichtet werden.
Und der Spiegel auch. Na, wenn das kein Unglück bringt.
Dir bringt es Unglück, weil ich dich umbringen werde.
Und wer sagt dann der Polizei, dass du um drei zuhause warst?
Menschenskind, aus der Nutte mache ich nochmal Hackfleisch.
Ich warne dich, wenn ein Sterbenswörtchen über deine Lippen kommt.
Keine Sorge.
Sonst passiert was... Gib mir dein Okay.
Okay.
Nicht den Hauch von einer Silbe will ich hören.
Schmiere dir nicht auch noch diese blöde Creme in die Visage,
davon wirst du auch nicht schöner. Und jünger auch nicht.
Wie nett, dass du mir das sagst. Darf ich wenigstens denken?
Du tust nur das, was ich dir sage.
Den bringe ich in den Knast, und zwar lebenslänglich,
nachdem die Todesstrafe abgeschafft ist.
Natürlich darf niemand erfahren, dass ich es war.
Aber wie kann ich das drehen, verflixt nochmal?
Ich spüre direkt, dass meine Stunde gekommen ist.
Ich weiß nur noch nicht, wie ich den Burschen fasse.
Zuerst muss ich rauskriegen, wo diese Anna wohnt.
Ich habs. - Was?
Na die Melodie...
Hör zu, mein Goldengelchen, wenn du nicht willst,
dass ich dich mit meinen eigenen Händen erwürge,
dann trampel nicht auf meinen Nerven herum.
Take it easy, kapiert? Du bist mir zu fröhlich heute Morgen.
Das endet immer mit blutigen Tränen. Ich kann nur wiederholen: Take it easy, Baby.
Take it easy.
Schlafende Hunde soll man nicht wecken.
Ich habe eine tolle Idee, aber was mache ich, wenn es schief geht?
Im höchsten Fall kann er mich umbringen. Na wenn schon.
Hotel, Hotel, Hotel...
Ah, da haben wir sie ja.
Mamma mia.
Sei ruhig.
Komm ins Bettchen.
Ach du dicker Vater, immer diese Aufregungen, zum Kotzen.
American Hotel.
Hallo?
Wer ist da? Wer ist denn da?
Hören Sie mich? - Ist dort jemand?
Ja, ich möchte Franco Botta sprechen.
Franco wer? - Botta.
Einen Augenblick bitte.
Ja?
Bitte, ist dort Franco Botta?
Ja, was ist?
Ich bin eine Freundin von Anna.
Hören Sie gut zu, ich kann mich nicht wiederholen,
es ist äußerst wichtig.
Wieso? Ist Anna etwas zugestoßen?
Ich habe eine Nachricht, aber vorher muss ich sicher sein,
dass Sie auch Franco sind.
Schnell, sagen Sie mir, wo Anna wohnt.
Sagen Sie mir Ihre Adresse.
Via Lenjani, Nummer sechs.
Verlassen Sie sofort die Stadt, Anna ist schon abgereist.
Was? Wo ist sie hingefahren?
Das kann ich Ihnen bedauerlicherweise nicht sagen.
Sie sind in Lebensgefahr.
Was? In Lebensgefahr? Ich?
Hey! Was machst du denn da?
Ich glaube, ich habe eben eine Wanze gekillt.
Mach endlich das Scheißlicht aus, sonst kille ich dich.
Ja, sofort.
Ach du grüne Neune, schlank müsste man sein.
Taxi!
Die streiken wohl mal wieder.
Welches Zimmer hat Franco Botta?
121, Signore.
Wecken Sie ihn.
Er hat gerade die Rechnung verlangt, ich glaube, er kommt gleich runter.
Lassen Sie, Mann, ich gehe zu ihm rauf.
Entschuldigung, ich wollte nach unten.
Ich auch. - Aber Sie sind doch oben.
Na wer nach unten will, muss erst mal oben sein, nicht?
Ungemütlich, so früh wegzufahren, nicht wahr?
Oh ja.
So eine unvorhergesehene Abreise ist immer etwas Schreckliches, nicht?
Oh, ja.
Entschuldigen Sie, ich will meine Nase nicht in Ihr Privatleben stecken...
Apropos Nase, ich muss mich mal schnäuzen, wenn Sie gestatten.
Nun sehen Sie sich das an, sieht wie eine Pistole aus und ist nur ein Feuerzeug.
Was die nicht alles erfinden.
Bitte, heben Sie es mir auf.
Wieso?
Weil ich mich nicht bücken kann,
schwer kriegsbeschädigt durch Torpedosplitter im nassen Schützengraben.
Gute Nacht.
Torpedo im nassen Schützengraben?
Wir sind da, Nummer sechs.
Jesus, Maria und Josef, ich muss es tun, Erbarmen.
Ich wage es.
Mamma mia.
Na was ist denn?
Erlauben Sie?
Ist gestattet?
So, das hätten wir. Danke, Schätzchen.
Du hast dich schwer verrechnet, Charlie, mh?
Ist dort die Polizeipräfektur?
Im dritten Stock der Via Lenjani Nummer sechs liegt eine tote Frau.
He, hallo. Eine Telefonmünze, aber ohne Senf und Curry.
Sechs helle Cappuccini, jawohl, sechs mit viel Zucker.
Ja, und dann noch fünf schwarze. Nein, fünf.
Aber nicht doch, es waren sechs Helle mit sehr viel Zucker.
Und dann habt ihr noch mal fünf Schwarze bestellt, auch mit viel Zucker.
Es waren elf und nicht zehn.
Sechs helle Cappucini und fünf schwarze.
Erst habt ihr die Hellen bestellt, und dann die Schwarzen.
Ich habe sie doch selber rübergebracht.
Was heißt, Fredo hat keinen getrunken? Ich habe ihm auch einen hingestellt.
Charlies Feuerzeug, sein Feuerzeug.
Dieser Schwachkopf Chopin hat es vergessen.
Mamma mia.
Sei ein Scheiß, wo mag er es bloß hingetan haben?
Es ist nicht da, es ist einfach nicht da.
Taxi! Taxi!
Das ist kein Taxi, es sieht nur so aus.
Da haben Sie etwas Schönes angerichtet.
Die ganze Bescherung auf dem Gehsteig,
meinen Ellenbogen habe ich mir auch noch aufgeschlagen.
Was soll ich jetzt meinem Chef sagen?
Nicht doch, es waren sechs helle Cappucini und dann nochmal fünf schwarze.
Ich habe sie persönlich rübergebracht. - Halt mal die Luft an.
Sind Sie frei? - Gleich oder nachher?
Machen Sie die Tür auf. - Wie meinen?
Mach die Tür auf. Mach doch auf! - Ach so.
Na endlich, schnell weg.
Los, Tempo, Beeilung. Hier geht es um Leben und Tod.
Ah, L'amour toujour. Wir müssen zurück sein, bevor der Gatte erwacht.
Aber vorher muss ich noch telefonieren. Nun fahren Sie doch schneller!
Falls Sie ein Telefon finden, das funktioniert.
Gibt es hier noch irgendwo anders so ein Scheißtelefon?
Nein, tut mir leid, wir haben nur ein Scheißtelefon.
Nein, nein, die Schwarzen waren auch mit viel Zucker.
Doch, Fredo hatte auch einen...
Dringendes Stadtgespräch Oma, los, gib den Hörer her.
Widerstand ist zwecklos. Verflucht nochmal, du sollst den Hörer hergeben.
Was erlauben Sie sich hier, einfach mein Gespräch zu unterbrechen.
So hier. Was macht es? - 1100.
Ach, ich habe die Tasche liegen lassen.
Hier das Feuerzeug, reines Gold. Behalten Sie es.
Warten Sie, wir müssen nochmal zurück.
Sie müssen auf mich warten, sonst bin ich tot.
Scheißtelefon.
Ha, hallo?
Was denn, du, Pupa?
Ja, natürlich, dumme Frage.
Quatsch keine Opern. Wer ist es? - Chopin.
Nun, was ist?
Du Holzkopf, selbstverständlich muss es da sein.
Ja, ich habe es doch da gelassen, ja, da.
Dann komme ich jetzt selber.
Unmöglich, Boss, ich habe doch schon angerufen, bei...
Ich komme sofort.
Alles muss ich alleine machen, dieses verdammte Rindvieh.
Ich habe doch schon die Polizei verständigt.
So gehst du mit den Sachen um, die ich dir kaufe.
Glaubst du, ich finde das Geld auf der Straße?
Hast du die vergessen?
Ich stelle hier die Fragen und sonst niemand.
Haben Sie eben den Citroen wegfahren sehen? Wir müssen vor ihm da sein.
Und wo?
Immer hinterher und dann überholen, los, los!
Unterentwickelter Idiot, und so was hat man als Leibwächter.
Hier ist ja der Citroen.
Überholen Sie ihn, los, überholen Sie ihn.
Den haben wir abgehängt.
Nun aber nicht langsamer werden, geben Sie Gas.
Hier ist es doch, nicht wahr, Signora?
Nicht halten, um Gottes willen nicht halten! Weiter, weiter.
Halten Sie hier.
Das Feuerzeug, schnell. Warten Sie hier. - Jawohl.
Super, Chopin.
Ach, was mache ich denn?
Es muss hier irgendwo sein.
Arsch und Zwirn.
Und da drüben, hast du da auch nachgesehen, du Ochse?
Ja, Boss, natürlich.
Es ist nicht da, ich schwöre es. - Da, hast du da gesucht?
Aber klar, habe ich.
Also los, nochmal, such weiter. Es muss hier irgendwo sein.
Bin ich blöd? Wenn es da wäre, hätte ich es doch gefunden.
Und unter dem Bett hast du auch nachgesehen?
Ja.
Kannst du mir vielleicht sagen, was das hier ist?
Und was bist du?
Ein super Kaffer.
"Fernet-Branca, die Liebe der Männer und Frauen"
Das ist eine Idee.
Wenn diese plattfüßigen Bullen es dann immer noch nicht kapieren,
sollen sie sich pensionieren lassen.
Charlie, bitte mach nicht so ein böses Gesicht, sag mir irgendwas nettes.
Leck mich am Arsch.
Danke, Charlie.
Verschwinde, du Töle.
Hey! - Ja?
Schläfst du neuerdings mit den Schuhen? Völlig bescheuert, was?
Dumme Kuh.
So, ich glaube, jetzt haben wir erst mal die wichtigsten Punkte, oder?
Ja, ich hoffe. - Und was sagt der Doktor?
Hat jedenfalls alles notiert.
Sie ist etwa vier oder fünf Stunden tot, seit ungefähr vier Uhr morgens.
Haben Sie schon einmal eine Tote gesehen, die sich Lippenstift auflegt?
Vielleicht wurde sie beim Schminken ermordet, das kommt vor.
Ja sicher, jeden zweiten Tag.
Haben Sie etwas gefunden?
Auf der Pistole nicht, entweder hatte der Mörder Handschuhe an,
oder er hat sie später abgerieben.
Auch der Türknopf, wie auf Hochglanz gewienert.
Und wann bequemt ihr euch mal etwas zu finden?
Hey, Sie da. - Meinen Sie mich?
Ja, Sie, ich habe nur ein paar Fragen.
Aber ich weiß doch gar nichts, ich habe nur zweimal die Treppe gekehrt
und dann bin ich ins Nebenhaus.
Haben Sie Angst vor der Polizei?
Ja.
Wissen Sie, wer das Mädchen besucht hat?
Ich weiß nichts, ich habe bloß die Treppen gekehrt
und dann bin ich fort.
Na gut, dann gehen Sie jetzt und vielen Dank für Ihre Mitarbeit.
Bitte, bitte, bitte.
Herr Kommissar, sehen Sie mal.
Was sagen Sie dazu?
Perry Mason, was soll ich dazu sagen? Zu viele Kriminalromane gelesen.
Aber ist das nicht...
Da ist ein Fleck vom Lippenstift drauf, na und?
Na was machen denn die Frauen, bevor sie essen, trinken oder knutschen?
Sie tupfen die Farbe ab, so.
Na, sind Sie nun zufrieden, Sherlock Holmes?
Ja, danke.
Und wenn nicht, dann fragen Sie Perry Mason.
I love you, Darling. I love you, Darling.
I love you, Darling. I love you, Darling.
I love you, Darling. I love you, Darling.
Deine Aussprache ist zum Weglaufen.
Früher hat es dir gefallen.
Und lutsch nicht dauernd dieses süße Zeug,
du wirst noch breit wie ein Kleiderschrank.
Das kann dir doch wurscht sein.
Ja, spiel du nur ordentlich verrückt, so lange du es noch kannst.
Du wirst schon sehen, was sich dein Kleiderschrank ausgedacht hat.
Es hat geklingelt. - Ja.
Beweg dich, Pupa.
Ja, ich gehe schon, ich gehe schon.
Zwei Zeilen über die Leiche, aber über Franco Botta kein Sterbenswort.
Hast du da auch wie wieder Mist gemacht?
Die Sache habe ich wie ein Uhrwerk abschnurren lassen, das weißt du ganz genau.
Hierzuland funktioniert überhaupt nichts mehr.
Das muss man denen an die Wand schreiben,
den Namen und die Anschrift vielleicht auch noch.
Was soll ich mir jetzt um den Hals binden? Einen Strick zum Aufhängen?
Wo ist der Kragen?
Gestern war noch einer drin, wo ist der geblieben?
Ja, ich habe ihn... Der muss irgendwie... Ich weiß auch nicht.
Ich habe ihn weggeworfen, er war schon ganz ausgefranst.
Himmel, Arsch und Zwirn, ist denn wenigstens kein angeschmutzter da?
Reg dich nicht auf, ich habe gestern zwei Dutzend bestuhlt,
äh, zwei Dutzend bestellt, im Hemdengeschäft gleich um die Ecke.
Aber ein bisschen plötzlich, Galopp!
Ja, ja, ich renne ja schon. Hopp, hopp, hopp.
Möchte ich dir auch raten.
Chopin, mach mir die Manschetten zu.
Du bist immer noch da? Du sollst eine Fliege machen!
Gratuliere, Boss, das ist genau der Ton, den die Weiber verstehen.
Was soll denn der Regenmantel? Regnet doch gar nicht.
Die spinnt doch mal wieder.
Hoffentlich ist da nicht irgendwas schief gelaufen, mit der Polizei.
Die können doch unmöglich so blöd sein
und lassen diesen Franco Botta ganz einfach entwischen,
mit so vielen Fingerabdrücken auf der Pistole, falls welche drauf waren.
Hörst du, wenn es welche gab.
Die waren da, kannst dich drauf verlassen.
Hallo, bitte, Signore... - Wir haben geschlossen, Signorina.
Es geht um Leben und Tod.
Zwei Dutzend Kragen Größe vierzig, ich brauche sie dringend. Bitte.
Bitte! - Kommen Sie.
Schnell, bitte schnell, bitte!
Ja, kommen Sie, kommen Sie.
Wenn die Fingerabdrücke von dem Botta wirklich da drauf sind,
warum erwähnen die Zeitungen das nicht?
Also ich denke mir, dass sie von den Bullen Anweisungen haben, die Sache erst mal...
Die Kragen! Zwei Dutzend.
Kann schon sein, dass sie ihn in Sicherheit wiegen wollen,
damit er ihnen in die Falle geht.
Und du bringst jetzt die dreckige Wäsche zum Waschen, verschwinde, du Kuh.
Kann ich sie morgen hinbringen?
Das blöde Stück hat immer noch nicht gelernt, dass bei mir nur einer Fragen stellt
und das bin ich. Du gehst sofort.
Du warst auf sie scharf, aber sie kratzte das nicht.
Sie hat dir einen anderen vorgezogen, und da hast du die Nerven verloren.
Plötzlich hattest du die Waffe in der Hand,
natürlich nicht, um sie zu töten, sicher nicht,
aber du hast auf sie gezielt, um sie einzuschüchtern, um sie zu erschrecken.
Weib, entweder gehörst du mir, oder du stirbst.
Und sie lacht dir herzlos ins Gesicht und ruft dir zu:
Schieß doch, du Feigling, du wagst es ja nicht.
Sie dreht dir den Rücken zu, dir steigt das Blut in den Kopf,
es brennt die Sicherung durch, du drückst ab und Bumm.
Nur ein Schuss und die große Liebe deines Lebens ist des Todes.
Mehr oder weniger dieselbe Platte,
Verbrechen aus Leidenschaft, wie es so schön heißt.
Also gib schon zu, dass du es warst.
Ich? Eine Frau? Ich muss doch sehr bitten.
Ich hasse Frauen, aber ich würde sie nicht gerade ermorden.
Bist du nun zufrieden?
Pleite auf der ganzen Linie.
Und was ist mit dem Lippenrot, dieser verschlüsselten Botschaft?
Die stammt nicht von der Toten, sondern später von einer dritten Person.
Ach nein, und was gibt es sonst noch bemerkenswertes?
Ich könnte mir vorstellen, die Tote war eine von Carlos Mädchen.
Von Carlo Locaccio? - Ja, genau.
Na da haben wir es wieder.
Das ist schon bald eine fixe Idee mit deinem Carlo Locaccio.
Ständig willst du ihm etwas anhängen und immer bringst du ihn ins Spiel,
wenn es irgendwo einen Toten gibt.
Carlo wird auch Stehkragen-Charlie genannt, er hat es sogar gern,
wenn man ihn bei diesem Spitznamen nennt.
Gut, aber was hat das mit uns zu tun?
Sehr viel.
Du wirst mir doch nicht einreden, dass der Kragen in dem Magazin
ein Hinweis auf Carlo Locaccio wäre? - So ist es.
Du hast eine blühende Fantasie, mein Lieber.
Ich sage ja immer, du liest zu viel, zu viele Kriminalromane.
Große Klasse, Boss, bravo!
Ein Vorschlag zur Güte,
ich werde weitere sieben Mädchen an den Autobahnring schicken
und überlasse dir die ersten 400 Meter am Corso Sempione,
das sind die gewinnträchtigsten, gib mir dein Okay.
Und was geschieht mit Joe Mozzarella?
Operativer Vorschlag: dem treten wir in den Arsch.
Gut, okay, so kommen wir uns näher, Charlie.
Wenn Mozzarella weg ist,
kann ich zwanzig von meinen Mädchen an den Autobahnring schicken.
Ich will ja nicht angeben, Charlie,
aber meine Mädchen sind besser für den Ring geeignet, als für den Corso Sempione.
Signore Charlie, da ist ein Herr von der Polizei.
Wird ein Freund sein, ich habe eine ganze Reihe, hier im Revier.
Hör mal, wenn du nicht zurückkommst, übernehme ich auch den übrigen Ring.
Der Junge an der Bar.
Sie kommen mir bekannt vor, irgendwo hatte ich doch schon einmal das Vergnügen.
Vize-Kommissar Lambelli.
Ah, Herr Kommissar, dann darf ich wohl annehmen, dass Sie dienstlich hier sind.
Wie standen Sie zu Anna Chino?
Anna Chino.
Anna Chino, Anna Chino. Ich kann mich im Moment nicht erinnern.
Sie wissen ja, all die Mädchen in unserer Branche.
Anna Chino, nein, nein, die kenne ich nicht.
Da haben Sie Glück, sie ist gestorben, Dienstagnacht.
Entschuldigen Sie, aber ich wüsste nicht, was mich das angeht.
Oh ja, ich kann mir schon denken,
dass Stehkragen-Charlie das völlig kalt lässt, nicht wahr?
Ah, Sie kennen also auch schon meinen Spitznamen.
Ich trage nämlich immer diese steifen Kragen,
da haben meine Freunde mir scherzhafterweise diesen Namen gegeben.
Ich weiß, ihr seid alle sehr scherzhaft veranlagt,
aber vielleicht sollten wir nun doch endlich mal zur Sache kommen.
Sagen Sie, wo waren Sie Dienstagnacht?
Ja Himmel, Arsch... Entschuldigen Sie.
Natürlich im Bett mit meiner Puppe, wo soll ich denn sonst gewesen sein?
Gleich nach Lokalschluss kam ich nach Hause.
Um welche Zeit?
Etwa gegen drei, eine Minute früher oder später.
Herr Kommissar, ich habe viele einflussreiche Freunde bei der Polizei
und die können alle...
Oh ja, das hat man mir gesagt, ich weiß Bescheid.
Na sehen Sie.
Also gut, dann auf Wiedersehen, Signore Charlie.
Auf Wiedersehen, Herr Kommissar.
Ärger, Charlie?
Komm mit.
Die riechen Lunte. Verdammte Scheiße, die Schweine sind hinter mir her.
Wenn du alles gemacht hast, wie ich es gesagt habe,
warum kommt er dann her, um mich auszuhorchen?
Ich habe alles so gemacht, wie du es gesagt hast.
Scheiße hast du gebaut, gequirlte Scheiße.
Nein, dich meine ich nicht, gib mir mal Pupa.
Wenn die Geschichte diesmal schiefgeht,
ist dein Begräbnis fällig, darauf kannst du dich verlassen.
Ja, bitte? - Bist du allein?
Allein wie ein Hund.
Allein auch mit Hund.
Versuch jetzt nicht komisch zu werden, wenn du noch etwas leben willst.
Weißt du noch, was ich dir Dienstag früh gesagt habe?
Ja, ich sollte sagen, du wärst ab drei zuhause gewesen,
obwohl du erst ab vier zuhause warst.
Also das Miststück bringe ich um, glaubst du, dass das Telefon überwacht wird?
Aber warum denn? Wir sind nur Kriminelle, aber keine Minister oder Abgeordneten.
Ist auch wieder wahr.
Hör zu, du lebender Leichnam... - Ja?
Bei dir wird wahrscheinlich in Kürze ein Oberbulle aufkreuzen.
Ein wer?
Nicht einmal unseren Jargon versteht sie.
Ein Polizeikommissar.
Und da ich wissen möchte, was dir der dämliche Kerl zu sagen hat,
wirst du den Hörer nicht auflegen, verstanden?
Meinst du wirklich, er kommt hierher?
Ob er kommt oder nicht, du legst den Hörer nicht auf,
sonst mache ich Hackfleisch aus dir.
Und wenn du nur ein einziges Wort zu viel sagst, dann ist...
Der Ofen aus. - Der Ofen aus!
Gib mir dein okay.
Okay Charlie, ich leg den Hörer hin, aber nicht auf, in Ordnung?
Schließ das Gerät an, ich will wissen, was er sagt.
Es hat geläutet, ich werde gehen und aufmachen.
Hallo? Hört ihr mich? Es hat eben geläutet.
Sie mal wieder.
Polizei.
Na so was.
Ich kann es nicht ändern.
Polizei? Wieso, was ist geschehen? Was wollen Sie von uns?
Was ist denn los?
Sie sind die Frau von Charlie Locaccio? - Ja, so könnte man es nennen.
Darf ich eintreten? - Ja sicher, kommen Sie, nehmen Sie Platz.
Sagen Sie mal, schreien Sie immer so?
Ja, das ist meine normale Stimmlage, kommen Sie, nehmen Sie Platz.
Setzen Sie sich.
Sind Sie allein?
Wie Sie sehen.
Wollten Sie sich mit Charlie unterhalten?
Wann kommt Charlie gewöhnlich nach Hause?
Immer um drei, gleich nach Geschäftsschluss.
Kommt es nie vor, dass er später kommt?
Nein, eigentlich nie. Er kommt immer sofort nach Hause.
Und wann kam er Dienstagmorgen nach Hause?
Ach, Sie meinen den Dienstag, der gleich auf den Montag folgt?
Ach ja, Dienstag war er noch etwas früher bei mir.
Ja, aber warum denn heute so früh, frage ich,
und er: Wenig Gäste. Und ich hatte solche Sehnsucht nach dir, mein Häschen.
Wir lieben uns ja so wild.
Also um drei lagen wir bereits innig umschlungen
in den Federn, wie es so schön heißt.
Schauen Sie, in diesem Bettchen hier.
Sind Sie sicher?
Wir haben nur das eine.
Es war drei, ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen.
Es war ja auch gestern.
Na sehen Sie, deshalb erinnere ich mich auch so gut.
Ach, bin ich heute wieder bescheuert.
Charlie war also am Dienstagmorgen hier und zwar...
Drei Uhr Sommerzeit, drei Uhr. Das könnte ich beschwören.
Warum starren Sie denn so intensiv auf die Badezimmertür?
Wenn Sie mal müssen, können Sie natürlich.
Ich meine...
Darf ich mal reinschauen?
Ja, von mir aus, aber ich muss Sie enttäuschen,
Sie finden da nichts weiter als dreckige Wäsche.
Ja, und genau die dreckige Wäsche möchte ich gern einmal sehen.
Ein sehr seltsames Ersuchen.
Der Korb dort links.
Der ist ja leer.
Sonst bringe ich die Wäsche immer Montags in die Wäscherei,
aber diesmal hatte ich es vergessen und habe sie heute hingebracht.
Hätte Charlie mich nicht extra darauf aufmerksam gemacht,
wäre sie jetzt vielleicht noch da.
Wenn Sie Angst haben zu sprechen, kommen Sie aufs Kommissariat.
Sie sind dort unter meinem Schutz.
Nein!
Also auf Wieders...
Schau mal, Liebling, was ich in der Mülltonne unten im Hof gefunden habe.
Wo hast du denn bloß dein Köpfchen, mein Schatz.
Ah, zuerst im Club und jetzt in meiner Wohnung.
Es geht also auf mich persönlich.
Das habe ich mir beinahe schon gedacht, mein Schatz.
Sag mir doch, was dieser Herr von dir will.
Die Karten auf den Tisch, wenn ihr etwas gegen mich habt, sprechen Sie.
Im Übrigen ist es jetzt fast zwei Uhr,
auch wir haben ein Recht auf unser Privatleben.
Ich glaube, das war deutlich.
Sie haben heute eine Stunde früher geschlossen, wieder so wenig Gäste?
Ich schließe, wann es mir passt, oder brauche ich vielleicht dazu Ihre Erlaubnis?
Warum regen Sie sich auf? Ich sagte schon, ich habe nichts gegen Sie.
Umso besser.
Die Signorina sollte mir nur Ihr Alibi bestätigen.
Und hat sie es getan?
Ja, sie hat es bestätigt.
Das wollte ich nur wissen.
Chopin? Okay, lass mich das Band hören.
Halt, spul nochmal zurück. Ich möchte die Stelle nochmal hören.
Ja, von der Wäsche an.
Okay, du kannst alles löschen.
Du hast das besser gemacht als ich dachte.
Da ist nur eine Kleinigkeit, die mir nicht schmeckt.
Und zwar?
Dieser Wäschekorb. Du stehst mit einem Bein im Grab.
Waren Kragen in der Wäsche, die du da weggebracht hast?
Kragen? - Ja oder nein?
Nein, auf meine Ehre.
Trotzdem, sobald sie heute früh öffnen,
wirst du hingehen und das ganze Zeug zurückholen.
Aber es ist doch noch schmutzig.
Das war doch keine Frage.
Es lag schon eine halbe Frage drin.
Jedenfalls wirst du das Zeug abholen, denn schmutzige Wäsche wäscht man zuhause.
Schieß doch, du Feigling, du wagst es ja nicht.
Sie dreht dir den Rücken zu, dir steigt das Blut in den Kopf,
es brennt die Sicherung durch, du verlierst die Nerven und: Bumm.
Nur ein Schuss und die große Liebe deines Lebens ist des Todes.
Also, so war es doch, nicht wahr?
Komm, sei ein braver Junge und gib es endlich zu.
So war es doch, nicht wahr?
Nein, ich war im Hotel, bis dieser Anruf erfolgte, um fünf.
Das hat er doch schon nachgeprüft.
Aber wieso regen Sie sich denn so auf?
Weil Sie dieses Drama so gefühlvoll geschildert haben.
Arme Anna, arme Anna.
Boss.
Sie haben ihn geschnappt.
Wen?
Na unseren Vogel. Sie haben ihn erwischt.
Und wieder weggeschickt.
Ali B., wer ist denn Ali B?
Alibi. - Alibi?
Was mischt du dich da ein? Ich habe dir doch gesagt,
du sollst sofort die Wäsche zurückholen, dreckig oder sauber.
Wehe, wenn ein Kragen dabei ist. - Ich fliege.
Isst du nichts mehr?
Mir ist der Appetit vergangen.
Aber wieso bist du so besorgt wegen diesem Kragen?
Was würde dieser Scheißbulle wohl in meinem Wäschekorb suchen wollen,
wenn nicht meinen Kragen.
Also, wie machen die das bloß, dass die so was spitz kriegen?
Woher wissen die nur diese Geschichte mit dem Lippenstift?
Du hast doch den verschmierten Kragen nicht liegenlassen.
Also irgendwas stimmt bei der Geschichte nicht.
Es sei denn, dass...
So, ich haue ab.
Also bis gleich.
Es sei denn, dass...
Es ist doch nicht zu fassen. - Es könnte vielleicht sie...
Wir haben einen Verdächtigen, seine Fingerabdrücke sind auf der Waffe
und er wird wieder freigelassen. Was ist das eigentlich für ein Land?
Geh mal schleunigst zu unseren Freunden auf dem Präsidium
und klopf bei denen Mal auf den Busch, was da so gesprochen wird.
Aber ohne selbst etwas zu erzählen, du Holzkopf. Hast du mich verstanden?
Halt. Wieso trägt die bei der Hitze einen Pelzcape?
Das kann dir doch scheißegal sein, beweg dich.
Signorina, Ihre Wäsche ist schon fertig.
Wie bitte? - Es ist alles schon gewaschen.
Warum so schnell bitte?
Wir aus Castellaneta haben vom großen Valentino gelernt.
Für schöne Frauen muss man es schnell und gut machen.
Na wunderbar, und wie viel macht es?
7800 Lire. - Danke.
Die Liste ist drinnen.
Und 200 zurück.
Ich bin es, ich habe den Kragen, ich bringe ihn zur Analyse.
Gut, aber machen Sie schnell.
Ich übernehme persönlich Ihren Schutz.
Ja, bis zum Friedhof, nicht wahr?
Ich brauche nur die Bestätigung,
dass es sich um den Lippenstift des Opfers handelt, ehe ich etwas unternehmen kann.
Bravo. Bravo.
Falls es für Sie gefährlich wird,
ziehen Sie die Gardine an Ihrem Fenster etwas hoch, aber nur halb.
Ja. Wie wenn einer gestorben ist.
Wo bleibst du denn?
Na die mussten es doch erst einpacken.
Und keine Kragen. - Wieso, habe ich dir nicht gesagt...
Verzeihung.
Trotzdem wird der Armleuchter in der Wäsche herumgeschnüffelt haben,
na sehen wir mal...
Oh Gott, die Wäscheliste. Jetzt knallt es, da ist der Kragen drauf vermerkt.
Ah, da ist ja die Liste. Also, zwei Hemden.
Ach, heut scheint so schön die Sonne, fahren wir doch ein bisschen an den See.
Mach mich nicht nervös, du siehst doch, dass ich zähle.
Also, vier Taschentücher: Zwei, drei, vier.
Sechs Unterhosen: drei, vier, fünf, sechs.
Na los, mach schon auf.
Du musst abhauen, Boss, sofort verduften. Alarmstufe eins.
Schnell die Koffer und sofort packen.
Ja, sofort.
Ich war bei der Polizei, wie du gesagt hast.
Jetzt verstehe ich überhaupt nichts mehr. Ich werde noch verrückt.
Schieß los, mach das Maul auf. - Keine Fingerabdrücke,
sie sagen, sie hätten auf der Pistole keine Fingerabdrücke gefunden.
Dabei hat er sie vor meinen Augen aufgehoben, ich schwöre es.
Nein, nicht.
Und warum wurden seine Fingerabdrücke darauf nicht entdeckt?
Boss, das ist nicht meine Schuld, sie sagen, blitzblank wäre sie gewesen.
Glänzend wie ein Bidet, als ob es jemand nachpoliert hätte.
Nachpoliert?
Ja, sie hätte gefunkelt und geglänzt, als wenn sie jemand abgerieben hätte.
Nachträglich, Boss. Sie behaupten, dich hätte ein Weib verpfiffen.
Was denn für ein Weib?
Die Ermordete.
Rede nicht so einen Mist, du Idiot, sonst erwürge ich dich.
Es ist aber so, Boss, es ist so.
Dann erkläre mir mal gefälligst den Widerspruch.
Vielleicht haben Sie bei ihr irgendwas in der Hand gefunden,
ich weiß ja selber nicht, vielleicht...
Ah, vielleicht meine Adresse?
Was weiß ich, vielleicht war sie noch nicht ganz tot, als wir da weggegangen sind.
Mensch, die war tot, du Superkaffer, die war mausetot.
Da will mich einer aufs Kreuz legen. Eine Luftveränderung wäre nicht schlecht.
Ich bin gleich fertig. - Wird auch Zeit.
Ich ziehe mich nur um, wollt ihr inzwischen etwas trinken?
Wir hauen ab in die Schweiz und übergeben das Ganze den Anwälten.
Wenn ich den rauskriege, der versucht hat, mir etwas anzuhängen,
dem serviere ich seine eigenen Eier zum Frühstück.
So wahr ich Stehkragen-Charlie heiße. - Da ist noch etwas, Charlie.
An dem Morgen in der Via Lenjani, da ist noch irgendwas gewesen...
Fertig, wir können fahren.
He, und das Zeug da? Der Zug wartet nicht.
Ach, wenn ich bloß noch wüsste, was mich da stutzig gemacht hat.
Ja, sicher, der Zug wartet nicht.
Was denn für ein Zug, fahren wir nicht mit dem Wagen?
Quatsch nicht so viel und schnapp dir die Koffer.
Hey, anscheinend hast du etwas gegen den Mantel.
Die Koffer waren so schwer.
Natürlich, das war es, der Mantel. Ja, genau der war es, Boss.
Wieso? Was meinst du?
Dieser Frühjahrsmantel. Die vor dem Hause von Anna
trug auch so einen Mantel an diesem Morgen, Boss.
Jetzt ganz ruhig und ganz fest nachdenken. Wer war es?
Wer es war?
Die war es.
Wer? Ich?
Du wolltest doch wissen, wer dich reinlegen wollte,
dann frag sie, Boss.
Wen? Mich? - Ja, dich.
Dich!
Wer hat denn die Pistole abgewischt, die Leiche vielleicht?
Und alle diese Hinweise an die Polizei, die stammen wohl auch von der Leiche, was?
Oh nein, Boss, oh nein, sie ist das gewesen.
Aber so geistig minderbemittelt sind wir nun auch wieder nicht.
Auch unsereins hat einen Kopf zum Denken.
Wir sind nicht so blöd, wie du meinst. Jetzt endlich ist mir alles klar.
Der muss verrückt sein. Wie konnte ich denn dort gewesen sein,
während ich hier im Bett lag?
Außerdem, wer war es denn, der dir am Telefon geantwortet hat?
War ich es, oder nicht?
Das warst schon du, aber völlig atemlos, vom schnellen Laufen.
Charlie, das ist doch alles Quatsch,
was der da zusammenredet, dieser verfluchte Lügner.
Der erfindet doch den ganzen Blödsinn nur, um mich bei dir...
Au! Ist was?
Chopin würde sich das niemals aus den Fingern saugen können, und weißt du warum?
Weil er keine Fantasie hat.
Ausgerechnet ich soll das gewesen sein?
Warum nicht eine andere, die den gleichen Mantel getragen hat?
Als wir ihn kauften, hast du vergessen,
was die Verkäuferin wohl ein Dutzend Mal zu uns gesagt hat?
Signorina, ein einmaliges Modell.
Und wenn es tausendmal von der Stange ist, das sagen die immer.
Das Rasiermesser.
Charlie, wenn du es hier machst, lässt du noch eine Tote auf deinen Namen zurück.
Ja, da hat er Recht. Sei vorsichtig.
Okay, die Spritze.
Pardon? - Die Pistole.
Ah entschuldige, wir nennen das Ding Ballermann,
nach einem berühmten Vorfahren unserer Gilde.
Halt hier keine Vorträge von mir aus Ballermeister,
scheißegal, wie man das Ding nennt, Hauptsache es funktioniert.
Aber ich nenne sie Ballermann, du kannst sie von mir aus Spritze nennen.
Du wolltest doch an den See, nicht wahr, mein Schatz?
Es wird deine letzte Fahrt.
Chopin, kümmere dich um die Koffer.
Ich kümmere mich um unsere Todeskandidatin.
Alpha sieben, Alpha sieben, kommen.
Hier Alpha sieben.
Gib mir Kommissar Lambelli.
Lambelli?
Komm, Junge, bring den Wagen zurück. Schluss mit den Kindereien.
Wie Sie meinen.
Aber bitte sofort, Junge, sonst gibt es Schwierigkeiten, klar?
Okay, verstanden.
Wenn es dir mit dem Sterben nicht so eilt, dann halt gefälligst die Schnauze,
sonst machst du schon die Fahrt als Leiche, da hat man nicht so viel davon.
Wie kannst du nur, nach allem, was zwischen uns gewesen ist?
Denkst du noch an unser Lied?
Hör auf mit dem Gegröhle. Rita Hayworth bist du gewesen.
Weg da vom Fenster, für dich gibt es nichts mehr zu glotzen.
Deine Stunden sind gezählt.
Ich wollte ja nur sehen, ob die Sonne scheint.
Lass nur, bei deinem letzten Bad im See siehst du, wie sie untergeht.
Zum Heulen ist es jetzt zu spät. - Ich heule ja gar nicht.
Los, los, im Tangoschritt.
So sieht nun dein Schutz aus, Salvatore Lambelli.
Von wegen Retter. Mörder und Henker solltest du heißen.
Was war das?
Nichts, wir haben nur einen Ast gestreift.
Sag mal, täusche ich mich, oder sehen uns wirklich alle Leute nach?
Scheint wirklich so zu sein, Boss. Vielleicht gibt die irgendwelche Zeichen.
Womit sollte die denn Zeichen geben, du Holzkopf.
Guck mal, Chopin, die Leute glotzen und lachen.
Vielleicht haben die dich erkannt.
Charlie, ich sage dir, die gibt Zeichen. Wie du, wenn du pokerst.
Ich würde sie sofort umlegen.
Jetzt ist auch für dich die letzte Frist abgelaufen, Pupa.
Du wirst dir den ganzen Wagenhimmel beschmutzen.
Den lass ich auswechseln. - Der ist noch ganz neu. Salvatore!
Wer ist das? Wo? - Hilfe!
Den Kerl hole ich da runter.
Los, du, komm runter.
Nein. - Sonst schieß ich dich runter.
Nein! - Du hältst die Schnauze.
Willst du mich ermorden, du Hornochse?
Leg ihn um, Boss.
Charlie, hier, ich blute.
Auf dein Blut scheiße ich, hör auf zu plärren.
Komm runter, du Hund!
Du elender Feigling!
Zeig dich, damit ich dir eins vor die Birne knalle!
Ihr Mörder!
Stärker. Stärker!
Scheiße, die Polizei. Fahr schneller!
Weiter so, gut.
Haben Sie sich verletzt? - Nehmen Sie die Pfoten weg.
Sie haben städtischen Grund als Abstellfläche benutzt.
Dafür verpasse ich Ihnen einen saftigen Strafzettel.
Ach regen Sie sich doch nicht auf.
Ich rege mich nicht auf, ich tue meine Pflicht.
Das ist ja zum Lachen. - Na gut, dann lachen Sie doch, bitte.
Was will der von uns?
Keine Ahnung.
Stärker schaukeln. Los, stärker schaukeln, Chopin.
Hey, was soll das? Seid ihr wahnsinnig?
Lasst mich los, lasst mich los, ihr Heinis.
He, pass doch auf!
Zieh den Lastwagen rüber!
Na endlich, Polizei. Hilfe! Hier bin ich, Polizei, hier!
Seht ihr mich denn nicht? Polizei! Hilfe!
Polizei!
Oh Gott, oh Gott. Weg da! Weg da, Hilfe! Hilfe!
Ich kann nicht ausweichen!
Pass doch auf.
Mama, Hilfe!
Da vorne. Halt! Brems doch, du Affe!
Tue ich schon.
Ich hätte gar nicht gedacht, dass der Kasten wasserdicht ist. Gestatten?
Was bist denn du? Einer-Kajak?
Zeig dich, wenn du Mumm hast.
Fahrkarte, du Niete.
Feig wie alle Bullen. Zeig dich, du Hund.
Charlie, sieh dir das an, sieh dir das an. Hilfe!
Hilfe, Charlie, Hilfe!
Geh doch weg! - Der Kerl ist ja verrückt geworden.
Runter du Hund.
Sehen Sie, hier haben Sie mir den Kotflügel angekratzt.
Ach, da ist doch überhaupt nichts zu sehen.
Na aber wie. - Weg da!
In Deckung! - Schnell weg!
Ab durch die Mitte.
Madonna, sei mir gnädig.
Ich hänge fest. Hilfe!
Hilfe!
Lass meine Hose los!
So bleiben bitte.
Vorsicht.
Beschissener Fahrer. Drück doch endlich auf die Tube!
Nein, bitte nicht. - Vollgas, Mann!
Oh sole mio...
Vorsicht, Enrico, die Polizei.
Was?
Mach keine Witze.
Mann, guck nach vorne. Richtung Schweiz, verstanden?
"SACKGASSE"
Ist der Hund immer noch da oben? - Ja.
Den mache ich fertig, ich mache ihn fertig.
Nein!
Charlie, bleib hier, mach dich nicht unglücklich.
Carlo Locaccio, ich erkläre dich wegen Mordes für verhaftet.
Und ich verurteile dich wegen Schnüffelei und Belästigung zum Tode.
Lässt du mich wohl los, du falsches Biest.
Runter mit die, du Drecksack.
Chopin, die Tür.
Jetzt lässt du mich wohl los.
Himmel, Arsch.
Hilfe! Hilfe! Der Hund bringt mich um, Mama!
Mamma mia. Chopin, halt doch an, du Vollidiot!
Jesus, Maria und Josef, ich bin verloren.
Hilfe! Hilfe!
Großer Gott, Hilfe!
Chopin!
Scheiße.
Nein!
Chopin.
Saukerl! - Ihr Mistviecher, ihr gemeines Pack.
Ein so gütiger Mensch. Und so edelmütig.
Halt endlich an, du Schuft!
Und du Saustück hast ihn verraten, diesen Heiligen.
Du sollst anhalten! - Aber das Bad wirst du trotzdem nehmen!
Hinterfotzige Nutte, du! - Lass mich los, Chopin!
Deinen Wohltäter hast du in den Rücken gedolcht.
Den besten Mensch der Welt, der dich von der Straße aufgelesen hat.
Halt an Chopin, halt an, sofort! Halt an, Chopin!
Du sollst endlich anhalten.
Wie ein Vater war er für mich, wie ein Vater.
Vorsicht, Laster!
Lass! - Chopin, weich aus!
Unser Wohltäter...
Der Bus, der Bus!
"Fliegen Sie nächstes Mal mit PAN AM"
Chopin!
Ja, was ist denn?
Du falscher Fuffziger, mich wolltest du beschützen.
Wollte ich auch.
Und ich wollte nicht mitmachen, um dich nicht in Schwierigkeiten zu bringen.
Weil du mir gefallen hast, du elender Hund.
Du wolltest Charlie an den Kragen, deshalb hast du mir schöne Augen gemacht,
hast mir Liebe vorgeheuchelt und hast den schüchternen Verehrer gespielt.
Aber nein! - Aber ja!
Jetzt habe ich aber genug!
Als ich dich zum ersten Mal sah, hast du mir wirklich gefallen,
begreifst du denn das nicht? - Nein!
Ich bin nur deswegen hinter Charlie her gewesen, weil ich hinter dir her war.
Hast du verstanden?
Au! Die Schulter.
Entschuldige, Darling. Ich glaub dir ja, ich glaub dir ja.
Sag: I love you, Darling. - Warum auf Englisch?
Das ist doch piepsegal, sag es.
I love you, Darling, I love you, Darling. I love you, Darling!
I love you, Darling, I love you, Darling. I love you, Darling!
I love you, Darling, I love you, Darling. I love you, Darling!
Weiter, I love you, I love you, darling!
Gut so, nochmal.
Komm, schalt die Sirene ab.
Die Ärmste, ist ihre Seele zu Gott gegangen?
Nein, sie schenkt sie gerade dem Kommissar.
Weißt du, wer da drin ist?
Wer? - Das Mädchen aus deinem Wagen.
Das arme Ding. Sie hat ein schlimmes Ende genommen.
Und der Autobahnring? Der war immer eine Goldmine.
Unerschöpflich, eine Mine, die nie versiegt.
Beruhige dich, sie ist es auch heute noch.
Zwei Millionen pro Tag.
Zwei Millionen?
Charlie, wenn wir in zwanzig Jahren hier rauskommen, sind wir ja Milliardäre.
Du Rhinozeros, weißt du denn, wer das Geld bekommt?
Ja, natürlich, sicher, das heißt, nein, wer?
Das geht alles an die PSV. - Was ist denn das?
Prostituierten Selbstverwaltung.
Und was hast du da für eine Funktion, in diesem Verein?
Generalsekretärin, legal gewählt.
Und die Mädchen überweisen ordnungsgemäß alle ihre Einnahmen?
Ja, ehrlich und gewissenhaft.
Dann werden also jetzt die Nutten von Nutten bezahlt?
Ja, sie werde nicht mehr um die Früchte ihrer Arbeit betrogen.
Ihr verdammten Weiber habt mich ganz schön reingelegt.
Was hast du denn von uns erwartet?
Mein ganzes Imperium...
Geh doch mal weg. Mein ganzes Imperium ist zerstört.
Die Epoche der Imperien ist vorbei.
Und an mich denkt keiner.
Nicht doch, Charlie, ich bin ja auch noch da.
Wir geben dir einen Anteil für deine Rente. Okay?
Moment mal, aber wie hoch ist dieser Anteil?
Stehkragen-Charlie, bei mir wird nicht gefragt, verstanden?
Hallo. - Da bist du ja.
Ich komme gerade von Tiffany, habe den Kleinen ein bisschen Gassi geführt.
Nett von dir.
Ein paar Vitamine für euch.
Und mach nicht so ein Gesicht, das steht dir doch gar nicht.
Ciao.
Gehen wir, Bubi. - Ciao, Charlie.
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