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*Schritte*
(alle) Guten Morgen, Herr Hansen.
Guten Morgen.
Haben Sie Fragen zum Stundenplan oder zum Ablauf des letzten Jahres?
Dann erscheinen Sie �bermorgen zur nullten Stunde.
Setzen!
*Motor surrt.*
Film ab!
*Gittarrenkl�nge*
Martin! Die Wasseramsel.
Birgit! 6. Ordnung.
Stefan! Sperlingsvogel.
Nancy! 2 Bruten im Jahr.
Ulla, Sch�lerin
Winfried, Sch�ler
Hansen, Lehrer
Lateinischer Name Cinclus cinclus.
Ern�hrt sich von Insektenlarven aus dem Boden von B�chen.
Sie taucht unter Nutzung vorhandener Str�mungskr�fte in rei�enden B�chen.
Bis zu 1,5 Meter tief und 30 Sekunden lange.
Ja, Ulla, danke.
(vom Band) "Bei der einfachen Job-Behandlung des R 10 ..."
*Motorradl�rm*
*Motorenl�rm*
Hat der eine Macke? Wo f�hrt der �berhaupt hin?
Hast du was zum Schreiben dabei? Meinen Lippenstift.
*Er h�rt weiterhin den Text auf siner Kassette an.*
Guck mal: ein Walkman.
Guck mal jetzt nicht hin!
Das ist der, von dem ich dir erz�hlt habe.
Meinst du? Unseretwegen hat er extra gewendet.
Meinst du?
*Bus bremst.*
Tag auch!
Was Besseres ist mir nicht mehr eingefallen.
Winfried.
Sch�mt er sich gar nicht?
Stop!
*romantische Gitarrenkl�nge*
" ... des R 10 spielen die Tasks eine wichtige Rolle.
Die Hierarchie der Tasks bildet eine Grundlage f�r das EA-System des R10.
Die Hierarchie der Tasks bildet eine Grundlage f�r das EA-System."
Guck mal! So, sieht sie so aus?
Du musst mir ein paar Daten geben.
Haare, Augen, Ohren.
Lippen.
Die ist einfach klasse.
Die hat Stil, die sieht durch.
Das merkst du bei jeder Kleinigkeit auf den ersten Blick.
Und das alles haut dich einfach um.
Durch und durch.
Dann sag mir das doch gleich.
Und lass mich nicht ewig falsche Programme eingeben.
Dem Elektriker tut es selber leid.
Aber er sagt: "Erstens m�ssten alle Leitungen im Haus erneuert werden.
Zweitens reicht der Hauptanschluss nicht, um elektrisch zu kochen."
Altbau bleibt Altbau.
Und Ruine bleibt Ruine?
Wenigstens den Schornstein k�nnten sie reparieren.
Da sind doch gar keine Kapazit�ten vorhanden.
Es geht doch wieder alles nach Berlin.
Was meinst du, was da los ist?
Im Jahr 2000 und vorher schon.
50 Jahre 1945.
50 Jahre 1949.
Und dann 2000.
Hallo!
Hallo.
Hallo.
Du darfst die Zeitung nur lesen, wenn es dich nicht aufregt.
Mutti muss erst mal kontrollieren, was sie so heute schreiben.
Waren gestern wieder so viele V�gel am Netz?
Winfried!
Wir sollten eine Ger�uschanlage gegen die V�gel bauen.
Du meinst, ich soll.
Man k�nnte fast glauben, ihr wollt ein Fischzuchtkombinat errichten.
Oder du hast einen kleinen kapitalistischen Lebensabend im Sinn.
Frau Serrahn, Frau Schneider, Kabine 1 ud 2 bitte!
(Arzt) Bitte, Fr�ulein Schneider. Kommen Sie! Ja, hier herauf.
Ganz locker bitte!
�ber die m�glichen Konsequenzen der Pille sind Sie informiert.
Nicht so verkrampfen!
So.
Ach so, Sie hatten noch gar keinen Geschlechtsverkehr.
Wissen Sie, ich nahm an, dass ...
*Jemand w�scht sich die H�nde.*
Ist es Ihnen lieber, wenn ich eine Kollegin f�r Sie hole?
Gut.
Legen Sie schon mal Ihr Handtuch hierhin!
Da haben wir ja unser K�ken.
(lacht) Meine Mutter h�tte mich ... O Gott!
*Die beiden spielen ein Computerspiel.*
*laute Schussger�usche*
*heiter-romantische Gitarrenmusik*
*heiter-romantische Musik*
*lautes Zischen eines D�senflugzeugs*
Herr Hansen, dort ist eine Wasseramsel: Cincus cinclus.
Das war wohl ein Spa�vogel.
Die Wasseramsel ist nicht nur scheu, sondern vor allem selten.
Dann verschwinden wir lieber hier!
Im Landschaftsschutzgebiet darf nicht gebaut werden.
Gebaut werden darf schon, aber es bedarf einer besonderen Genehmigung.
Auch der des Kreisbeauftragten f�r Umwelt-und Naturschutz.
Und das bin ich.
Hat keiner eine Angel dabei? Hier sind jede Menge Forellen.
So ein Stau ver�ndert das gesamte Biotop.
Wir m�ssen wissen, wem das geh�rt. - Das ist doch egal.
Auf jeden Fall ist es ein Unding, dass niemand was davon wei�.
*Ein Sch�ler fotografiert.*
*geheimnisvolle Gitarrenmusik*
Na, �bst du?
Ich wusste, dass du hier bist. Ja? Woher denn?
Das ist dein Walkman. Nicht wahr?
Aber vor lauter Aufregung habe ich eh nicht so viel von dir gesehen.
Was denkst du so �berhaupt?
�berhaupt?
Was soll ich da denken?
Was sagst du dazu? Wozu?
Dass sich jemand im Schutzgebiet ein Wochenendh�uschen baut.
Das ist hier �brigens ein Kerbtal.
Und dann frage ich mich:
"Was geht es einen eigentlich an, ob hier jemand baut?"
Hier gibt es V�gel, die woanders l�ngst nicht mehr vorkommen.
Romantik.
Wenn es nur das g�be, s��en wir vor Sonnenaufgang wie hypnotisiert da.
Und wir w�ssten nicht einmal, wie deine vielen V�gelein hei�en.
*LKW-L�rm von nebenan*
Mein Geschmack ist es ja nicht.
Hier so. Ja, meiner schon.
Aber es ist keine Frage von Geschmack mehr, und darum geht es.
Hierauf k�nnen Kimpels bauen. - Die Radieschen sind aufgelaufen.
Kimpels: na gut, aber Baumanns: nein!
Wir m�ssen was unternehmen.
Die lauern ringsum in den B�umen und lauern nur auf unsere Abfahrt.
Denkst du? - Man muss sie kurzhalten.
Schlage dir die Baumanns aus dem Kopf!
Kimpels, ja. Und die anderen Angler sollen bleiben, wo sie sind.
Okay?
*Sie lacht.*
Ich fahre dann schon mal.
Hast du was rausgekriegt? Was kratzt du heute an dir rum?
Ulla, ich bin noch nicht dazu gekommen.
Die Sache muss unter uns bleiben. Sonst kommt das in falsche H�lse.
Klar?
Dann ist es ein Schwarzbau.
Im Bauaktiv der Gemeinde ist das Projekt nicht diskutiert worden.
Die Baugenehmigung k�nnte der B�rgermeister allein erteilt haben.
Oder ... - Es kommt von noch weiter oben.
Der Generaldirektor hat doch so was nicht n�tig.
Und Doktor T�bner schon gar nicht.
Generaldirektor T�bner? Chemieanlagen.
20.000 Werkt�tige.
Ulla.
Du l�sst dich da auf eine Sache ein, die du nicht �bersiehst.
An solchen Widerspr�chen sind schon ganz andere gescheitert.
Sollen wir deswegen vielleicht kuschen?
Wer ist denn das?
Wir?
Ich und Birgit, Olaf und Herr Hansen.
Hallo!
*Die Leute unterhalten sich.*
*Flugzeugl�rm*
Warum machst du das?
Weil Sie hier bauen.
Dann warst du das mit dem Schild?
Nat�rlich bauen wir hier.
Vielleicht h�tten wir nicht gebaut ...
Mein Mann braucht sehr viel Ruhe.
Wei�t du?
Ich habe mich dir noch gar nicht vorgestellt.
Nicht n�tig, Frau T�bner. Ich wei� schon, wer Sie sind.
Trotzdem k�nnen Sie nicht einfach drauflosbauen.
Das ist alles genehmigt. Auf h�chster Ebene sogar.
Der Kreisbeauftragte f�r Umwelt- und Naturschutz h�tte nie zugestimmt.
Den haben Sie �bergangen.
Und den Gemeinderat hier auch.
Das h�re ich zum ersten Mal.
Fr�ulein? Serrahn, mit doppeltem "R".
Das ist ein Irrtum, sicher. Wir kl�ren ihn gemeinsam auf.
Du, Winfried?
Ihr kennt euch? Das ist ja wunderbar.
Ulla, das ist alles durcheinander.
Bleib, wo du bist! Verschwinde hinter deinem Grill!
Ulla, ich h�tte dir alles erkl�rt. Ich habe gesehen, was du denkst.
Ich bin auf deiner Seite.
Das bist du eben nicht.
Das kannst du gar nicht sein. Du geh�rst ja zu denen.
Eine Umweltsch�tzerin.
*L�rm des Flugzeugs*
Es kommt nicht in Frage, dass die sich da weiter ausbreiten.
Ein Wochenendhaus kann man woanderes bauen.
Landschaftsschutzgebiete nicht.
Na, warst du beim Arzt? Was ist los?
Taubenzecken.
Der Arzt wollte auf Allergie testen.
Aber die Schwester sagte, es sind Taubenzecken.
Die muschelf�rmige Taubenzecke schmarotzt auf jungen Tauben.
Sie geht auch auf Menschen �ber. Ihr Stich verursacht starkes Jucken.
Dieses breitet sich �ber die Adern weiter aus.
Dadurch entstehen Entz�ndungen und Anschwellungen.
Meyers Neues Lexikon, 1887.
Im Urania Tierreich, 1975, Insekten, ist das Tierchen nicht erw�hnt.
Der Sozialismus hat es abgeschafft.
Eine Zehntkl�sslerin sollte wissen, dass Zecken keine Insekten sind.
Sie sind in der Ordnung der Milben und Spinnentiere zu suchen.
Den Sozialismus verd�chtigt man nicht schneller, wie man etwas nachliest.
Wir hatten eine Abmachung, Ulla.
Die Sache mit T�bners bleibt unter uns.
Habe ich dich darum gebeten? Ich m�chte mit dir reden.
Habe ich dich darum gebeten? Antworte bitte!
Das hast du. Und?
Ich habe f�rchterlichen �rger mit dem B�rgermeister bekommen.
Er wirft mir vor, ich h�tte Dienstgeheimnisse verraten.
Du musst deinem Hansen alles br�hwarm erz�hlt haben.
Das sagte ich dir unter dem Siegel der Verschwiegenheit.
Soll unter dem Siegel der Verschwiegenheit alles kaputtgehen?
Heute habe ich eine feste Zusage f�r eine Neubauwohnung bekommen.
Die Kommission erinnert sich an mich und nebenan ist Geheimnisverrat.
Eine Neubauwohnung? Ausgerechnet jetzt?
Frau T�bner war wohl schon beim B�rgermeister.
Siehst du? So schnell geht das? Keine 24 Stunden.
Und sonst?
Warteliste, viele Antr�ge und schlimmere F�lle.
Einsicht, Einsicht, Einsicht! Bis zum Sankt-Nimmerleinstag.
Was soll das hei�en?
Man will uns bestechen, Mama. Siehst du das nicht?
Wir verbieten dir ein f�r alle Mal, so was zu behaupten.
Du bist ja wirklich da.
Das h�tte ich nicht gedacht.
Und ich war sicher, dass du nicht kommst.
Welchen Vogel meintest du?
Der ganze Brehm?
Von so was tr�ume ich.
*Tastaturger�usche*
Die Krallen m�ssten l�nger sein.
Das ist eine sch�ne Spielerei.
Es ist gut, wie du dich einsetzt f�r Sachen, die dir wichtig sind.
Gestern auf eurer Party war ich ein bisschen sehr ...
Du warst super.
Du bist �berhaupt super.
Und sch�n.
Deine ganze Art, Wahnsinn!
Tut dir was weh?
Du machst mich ganz wuschig.
Wuschig?
Da m�ssen wir durch.
Ja, aber nicht hier.
*melancholische Gitarrenmusik*
Eben wart ihr noch daf�r.
Wir wollten auf der Bezirksmesse eine Ausstellung machen.
Sie werden uns nachweisen:
Wir sehen das gesellschaftlich nicht im richtigen Zusammenhang.
Eine Ausstellung, wenn es nicht nur um V�gel geht.
Was hei�t, nur um V�gel?
Ich bin mir sicher: In der Bachrinne lebt ein Wasseramselp�rchen.
Ich habe es gesehen.
Wir brauchen eindeutige Beweise.
Genaue Angaben der Brutst�tten.
Fotos.
Was werden Sie tun, wenn Sie den Bau nachtr�glich genehmigen sollen?
Das wird niemand von mir verlangen.
Und wenn doch?
Ihr erwartet zurecht von mir ein Wort zur Situation.
Ich tue das an dieser Stelle, indem ich euch bitte zu handeln.
Mach dir keinen Kopf! Das kriegen wir hin.
Hast du dich schon mal gefragt, wie ich mit der Sache klarkomme?
Weil es zuf�llig dein Vater ist, kann ich nicht alles hinschmei�en.
Wie du das sagst: zuf�llig! Zuf�llig ist es mein Vater.
Deiner nicht. Meine Eltern lass raus!
Ach, nein! Aber meinen kann man auf die Finger gucken.
In deinem Brehm steht was von Austauschen.
Schn�beln.
Man tauscht Z�rtlichkeiten aus.
Aber die Erwartungshaltungen der Geschlechtspartner sind verschieden.
Diese alten Buden haben was.
Das ist alles so direkt.
Damit du gesund nach Hause kommst.
Hier f�llt das Ungeziefer der Kirchturmtauben aufs Dach.
Aber wir sollen ja eine Neubauwohnung kriegen.
Ein amerikanischer Medienforscher hat gesagt:
"Durch Computer und das heutige Leben verschwindet die Kindheit.
Es gibt keine Kinder mehr, weil die Idee davon abhanden kommt."
Keine Kinder mehr, weil die Idee davon abhanden kommt?
Ja, das Spiel aller Spiele ist das Verstecken.
Es wird von den Kindern der Industriel�nder nicht mehr gespielt.
Ich sage dir: "Erst der Computer wird die Menschen frei machen."
Das sagst du, weil du einen hast.
Wo ist hier das Klo?
Die linke Rolle ist unsere.
Du Kulturpessimistin.
Lehnen Sie sich bitte zur�ck!
Die Beine hoch.
Ein bisschen nach vorn! Das andere.
Und ein St�ck nach vorn.
*Die Ger�te klappern.*
Nur noch diesen halben Satz, Ursula.
Ein Landschaftsschutzgebiet besteht nicht nur aus Verbotsschildern.
*Winfried klatscht Beifall.*
Lang anhaltender, nicht enden wollender Beifall.
Umweltschutz geht nicht ohne die Kooperation aller Organisationen.
Und schlie�lich die kritischen jungen Leute, die unbequeme Fragen stellen.
Quittengelee.
Das hatte ich Ihnen mitgebracht.
Deine Ulla ist ein bisschen zu still f�r ihre radikalen Vorstellungen.
Du redest alle tot mit deinen ewig geschliffenen Reden.
Ich kann das nicht mehr h�ren. Eure Augenauswischerei!
Sie kotzt mich an!
*schnelle Gitarrenmusik*
*Musik wird spannend.*
Wollen Sie Ulla wirklich mit reinnehmen?
Nat�rlich, sie ist am besten informiert.
Genosse T�bner hat f�r unsere Gegend mehr getan als alle vor ihm.
Er und kein anderer hat den Laden hier in Schwung gebracht.
Was hast du eigentlich gegen den General?
Nichts.
Aber du als B�rgermeister f�llst auf die Knie und dr�ckst die Augen zu.
Dagegen habe ich was.
Nun mache doch du nicht all zu sehr in Gr�n!
Schutz der Natur und Landschafts-Reicht�mer f�r alle.
Wir kl�ren das.
Demokratisch.
Das ist ein Verfassungsauftrag. Daran musst auch du dich halten.
Ihr bekommt einen Termin, wie es bei uns �blich ist.
Wenn du nicht sofort was tust, dann tun es diese jungen Leute.
Und ich werde an ihrer Seite sein.
Der Termin.
Ulla, ich muss mit Ihnen reden.
Sie pochen auf Vorschriften herum ... Darum geht es gar nicht.
Aber das kommt dabei heraus. Woanders kriegen wir nichts.
Es ist �berall dieses Landschaftsschutzgebiet hier.
Alles f�r die Urlauber. Und wir?
Sie verstehen das falsch. Es geht um die Art und Weise ...
Ich verstehe nur:
Meine Kinder d�rfen nicht dorthin, damit Ihre V�gel ungest�rt bleiben.
Und dass Sie daran schuld sind, weil Sie einen Antrag ...
Ich habe keinen Antrag gestellt!
M�ssen Sie unbedingt gewinnen?
Ich finde nur ...
Ein Genaraldirektor kann auch woanders bauen.
Wenn mein Vater etwas gewollt hat, dann hat er es immer durchgesetzt.
Und im Moment klammert er sich an diesen Forellenstau.
Au�erdem geht es ums Prinzip.
Irgendwie verstehe ich ihn sogar.
Er hat im Moment nichts weiter als seine M�glichkeiten.
Und Zeit und diesen Bach.
Fotos der Wasseramsel wie im Brehm und im Hintergrund unser Stein.
Wenn wir das h�tten, w�re es der Beweis daf�r ...
So was ist heutzutage machbar.
Der Computer zerlegt 2 Fotos in Einzelpunkte.
Und baut sie dann neu nach Programm auf.
Er kann sie sogar ...
... visualisieren.
Computer-Animation.
Dann w�rde das Tal vielleicht gesperrt werden.
Zutritt nur f�r Liebende.
Wenn das Raster der Computerbilder zu gro� sein sollte ...
... dann ginge auch eine normale Fotomontage.
Ob du das schaffst ...
Was?
Die Fotos zerlegen und neu aufbauen, animieren.
Das w�re F�lschung.
Das finde ich nicht.
Fass mich an! Ja.
*L�rm einer Kaffeem�hle*
Tag.
Entschuldigung, ich bin bei Winne geblieben.
(Fernseher) "Das ist das traurige Schicksal der meisten Journalisten."
War es sch�n?
Ich habe den letzten Bus verpasst. Was sollte ich da machen?
Hast du Halsschmerzen oder was?
Ist alles gut? Ja.
(Fernseher) "Manche Politiker sind noch immer dagegen.
Aber es dauert nicht mehr lange, bis wir soweit sind.
Deshalb habe ich meinen heutigen Schritt getan.
Auch wenn er pers�nliche Konsequenzen haben kann.
Einmal kommt die Zeit, wo alle Journalisten ehrlich sein k�nnen.
Statt wie heutzutage die F�llfeder der Kriegshetze."
*Beifallklatschen im Fernsehen*
*L�rm des Computerspiels*
Die habe ich westlich von der Baustelle aufgenommen.
Das hast du gro�artig gemacht, Ulla.
Darauf h�tte ich nicht zu hoffen gewagt.
Wenn ich die w�re, w�rde ich trotzdem nicht feiwillig aufgeben.
*Schulklingeln*
Staatsb�rgerkunde.
Mit dem Stau f�r die Forellen w�rde ich an eurer Stelle noch warten.
Ich habe hier die Kopie einer Anfrage.
Direkt von Wirtschaftsrat an unsere �rtliche FPG.
�hm ...
"... inwieweit Vorraussetzungen f�r �konomische Nutzung und Erweiterung
des vom Anglerverband geschaffenen Fischgew�ssers (Exportchancen)
gegeben sind und wie wir das Territorium einsch�tzen."
Und so weiter.
*Telefon klingelt.*
Warum erfahre ich das jetzt erst? - Das Schreiben kam erst heute.
Wer da jetzt spaziert oder badet, f�hlt sich wie ein Einbrecher.
Nicht wahr, Ulla?
Statt einen Fehler zuzugeben, werden immer endlos neue gemacht.
Das ist auch heute erst gekommen.
Einige Tiere und Pflanzen aus dem Landschaftsschutzgebiet.
Darunter Aufnahmen der Wasseramsel.
In der 1. Durchf�hrungsbestimmung zur Naturschutzordnung vom 1.10.1984
musste sie in die Kategorie b: gesch�tzt und bestandsgef�hrdet
aufgenommen werden.
Wer hat die Aufnahmen gemacht?
Ich.
In diesem Schreiben wird gefragt, wie wir das Territorium einsch�tzen.
Die Rote Liste der Ornithologie gibt es l�nger als bauliche Ver�nderungen.
Die Schwarze Liste der gef�hrdeten Luftkurorte, Seeb�der, Heilbrunnen.
Sie w�chst unaufh�rlich.
Sie macht um unsere Heimat keinen Bogen.
Und es ist eine Don Quichotterie, den Baustopp gegen T�bner zu fordern.
Naturgezogene Fische werden immer beliebter im internationalen Markt.
10 Jungfische, 4 Wochen alt, einen Dollar auf die Hand.
Wirtschaftliche Konzeptionen von �u�erster Entschlossenheit:
Nur damit k�nnen wir allen Schwarzen, Roten und sonstigen Listen begegnen.
Wir werden alle Probleme gemeinsam l�sen.
Wenn wir nur endlich und richtig arbeiten, arbeiten und arbeiten.
*nachdenkliche Gitarren-Musik*
Leg mal auf!
Die sind alle von meinem Vater.
Der war mal Saxofonist in einer Jazzband.
Und dann hat er eine M�cke gemacht.
Er ist jetzt Plattenverk�ufer.
Jeden Monat schickt er mir welche. Die kriegt er umsonst.
Da habe ich meinen Plattenspieler verkauft.
Was willst du mit der Sammlung?
Verkaufen wahrscheinlich.
Vielleicht bekomme ich hier mal eine andere Wohnung als meine Mutter.
Dann kann ich sie sogar m�blieren.
Aber im Moment wei� ich einfach gar nichts mehr.
*romantisch-heitere Gitarrenmusik*
*Musik wird heftiger.*
Alle G�rten m�ssten verwildern.
Dann g�be es in der Republik eine zus�tzliche Naturschutzfl�che von ...
Unserer Neuerervorschlag hei�t: "Du und kein Garten".
Teiche, T�mpel, S�mpfe, Moore und einzelstehende B�ume:
Sie m�ssen als Oasen der Artenvielfalt gesch�tzt werden.
So muss es auch das Dach als Biotop.
Wasserpfeife f�r Haushalt und Industrie.
Polyter.
Fahrradwege. - In Stadt und Land.
Ich werde turnen.
Lieber Vorbeugen durch Sport als Heilen mit Gift.
Alles ist Gift. Es kommt nur auf die Dosis an.
Paracelsus.
*liebliche Geigenmusik*
*weiter liebliche Musik*
Du bist die Ulla. Stimmt's?
Es tut mir leid, wir haben uns schon ein paar Tage nicht gesehen.
Keine Ahnung. Ich dachte, er hockt bei dir.
*Schritte*
Winfried ist bei Ralph.
Guten Abend, Frau T�bner. Guten Abend, Fr�ulein Serrahn.
Ich sagte Ihnen schon ein Mal: Stiften Sie nicht Unruhe!
Die Gesundheit meines Mannes erfordert Ruhe.
Ich wei�, dass Sie sich beim B�rgermeister K�nzel beschwert haben.
Die Art und Weise empfinde ich infam.
Und bringen Sie unseren Winfried nicht weiter gegen uns auf!
Das werde ich verhindern. Es ist genug.
Ich gehe ja schon.
Aber Ihren Sohn und mich bringen Sie nicht auseinander.
Ich will Sie in meinem Haus nicht mehr sehen.
*Bach pl�tschert vor sich hin.*
(Winfrieds Vater) Diese Ulla ist ein nettes M�dchen.
Und ich habe im Prinzip Verst�ndnis f�r das Engagement dieser Kinder.
Aber ihre Hirngespinste bringen mich nicht davon ab, Forellen zu z�chten.
Wenn Natur bleiben soll, wie es war, was ist daran so hirngespinstig?
Das Geschrei pl�tzlich: halt, Umkehr. Das ist blanke Verdummung.
Mir ist es ein R�tsel, wie sich ein Lehrer daf�r hergeben kann.
Es ist nicht zu begreifen.
In jeder Entwicklung, auch heute, werden gelegentlich Fehler gemacht.
Deshalb ist die Entwicklung zu einem sch�nen Leben nicht falsch gewesen.
Wer will auf das verzichten, was wir m�hsam errungen haben?
Hansen, Ulla, du?
Ich denke, wir hatten uns verstanden.
Ihr entfernt die Fotos, oder die Ausstellung wird nicht er�ffnet.
Ich gebe euch 10 Minuten.
Das werden wir ... Das k�nnen wir gar nicht tun.
Wei�t du, was das ist?
Das ist ungesetzlich, Hansen. Willst du dich an die Spitze stellen?
10 Minuten. 8 Minuten.
Wir beide werden uns doch wegen solcher Kindereien nicht entzweien.
Wir sind aus einem Holz.
Du bist mein Vater, ich bin dein Sohn.
Ja, ja, ja!
Und ich wei�: Es gehen Leute gegen unser Haus hier vor.
Nicht jeder w�rde darauf verzichten, wenn er es selber haben k�nnte.
Aber es geht nicht um andere.
Und es ist bitter, dass ich dir das sagen muss.
*Sie weint.*
Mein Georg.
*heitere klassische Musik*
Na, wie haben wir das mit dem Wetter wieder hingekriegt?
Bei �bertriebener Ordnung im Graten k�nnen wir auf Tiere ewig warten.
Auf dem Bildschirm sieht man, was man erarbeitet hat.
Man macht durch die Tastatur Eingaben und kann es ausdrucken.
Der Computer ist noch klein und leistet wenig.
Na bitte, es ist doch alles in Ordnung.
Offenbar eine Kritik an unserer Landschaftspolitik?
Ja.
In unserem Raum gibt es eine Reihe seltener V�gel.
Zum Beispiel die Wasseramsel, die hier ausgestorben schien.
Diese Fotos sind vor wenigen Tagen erst gemacht worden.
Sie beweisen, dass es zumindest noch ein Brutpaar des Vogels gibt.
Noch.
Denn Vermehrung und Fortbestand sind gef�hrdet durch Bauma�nahmen.
Dieses Landschaftsschutzgebiet soll zum Naturschutzgebiet erkl�rt werden.
*Fl�stern*
Pass mal auf! Sogar der wei� davon.
Das w�re ein Ding.
Mir wird ganz schlecht.
Genossen! Liebe Freunde!
Hier gibt es offenbar 2 Probleme.
Das sieht eher nach einer Provokation aus, Genosse Abel.
Georg, wir werden das kl�ren und den Vorgang in richtige Formen bringen.
Und wir sprechen uns noch.
Junger Mann, damit ist das Problem nicht aus der Welt.
Die Fotos sind gef�lscht. Das kann ich beweisen.
Nicht jeder Zweck heiligt die Mittel.
Schade! Schade!
Aber lasst euch nicht entmutigen!
Aufrichtigkeit sind wir einander schuldig. Ja?
Ulla! Ulla!
Ulla, meine Ulla!
Bitte mach auf! Ich bin es.
Die Fotodokumentation wird disqualifiziert.
Deshalb erh�lt den 1. Preis die Computer-AG mit Baumann, Ralph.
Und T�bner, Winfried.
*Beifallklatschen*
Wir freuen uns, f�r Sie spielen zu d�rfen: The Breads.
Der erste Tanz den Gewinnern.
*Die Band spielt lauten Punk-Rock.*
*laute Musik*
# Den alten Krimi zu oft gelesen. Rohe Spaghetti zu viel gekaut.
# Zu lange gestanden, zu oft gebadet.
# Vor allem zu viel Fernsehen geschaut.
# Bin rumgerannt, zu viel rumgerannt.
# Immer rumgerannt ...
Du wolltest Fotos, damit eventuell daraus ein Naturschutzgebiet wird.
Ich dachte, wenn es weiter nichts ist.
Und was war? Du prangerst meine Familie in aller �ffentlichkeit an.
Mit meinen Montagen! Was bildest du dir ein?
Was glaubst du, was die jetzt mit dir machen?
Mensch, Winne, bist du klein! Das war Verrat.
Du hast die Fotos gef�lscht, mit mir geschlafen, du hast mich verraten.
Und jetzt, jetzt tanzt du mit mir!
*weiterhin Musik*
# Zu viel gesoffen, zu viel geredet.
# Zu viele N�chte, wo nichts passiert.
# Ich bin rumgerannt, zu viel rumgerannt.
# Immer rumgerannt.
# Ich bin rumgerannt, zu viel rumgerannt. Immer rumgerannt.
# Und es ist doch nichts passiert.
*schnelle Punkmusik*
# Dasselbe Land zu lange gesehen. Dieselbe Sprache zu lange geh�rt.
# Zu lange gewartet, zu lange gehofft.
# Zu lange die alten M�nner verehrt.
*weiterhin Punkmusik*
*Punkmusik verstummt langsam.*
Die Leistungsschau "Junge Erfinder- und Forscherkollektive":
Sie wurde von einer Sch�lerin unserer 10. Klasse r�cksichtslos missbraucht.
Ursula Serrahns Versto� gegen alle Prinzipien des Zusammenlebens
zwingt uns, die urspr�nglich erwogene und der Sch�lerin
in Aussicht gestellte EOS-Delegierung wieder r�ckg�ngig zu machen.
In Beratung mit der FDJ-Leitung schlagen wir der Sch�lerin vor,
an 5 Wochenenden unbezahlte T�tigkeit im Naturschutzbereich zu leisten.
Das bandagieren von Jungb�umen gegen Wildverbiss erscheint uns geeignet.
Allen versammelten Klassen empfehlen wir eine gr�ndliche Diskussion
und kollektive Bewertung eines solchen Mangels an moralischer Reife.
Das Wort hat jetzt der Vertreter unseres Patenbetriebes
und Vorsitzender des Elternbeirates Genosse Erich Hoffmann.
Unsere Produkte realisieren sich nur durch ein H�chstma� an Pr�zision.
Die f�r alle Bereiche erforderliche Ganauigkeit kommt nicht von ungef�hr.
Sie f�llt nicht vom Himmel.
Sie setzt eine hohe charakterliche Qualit�t voraus: die Ehrlichkeit.
Man muss den Mitmenschen und sich selbst gegen�ber ganz ehrlich sein.
Nur dann wird man den Anforderungen der Jahrtausendwende gewachsen sein.
Gro�e Offenheit und Tugend in die Medien und Leitungen unseres Landes.
Ja, aber auch in jede einzelne Familie.
Und vor allem in die Herzen der Heranwachsenden.
Wir unterst�tzen die erzieherische Ma�nahme deshalb f�r Serrahn, Ulla.
Danke.
Wenn du jetzt weiterk�mpfst, Ulla, wird alles nur noch unertr�glicher.
Mama!
Mama! Mama!
Mama! Ich habe dich gewarnt.
Nein, Mama, nein, nein, nein!
Tja.
Es ist leider alles in Ordnung.
*heiter-beschwingte Gitarrenmusik*
*Musik wird intensiver.*
*Bremsen quietschen.*
Was soll das sein?
Eine Sperrkette. - Eine Sperrkette.
Eine Sperrkette!
Wir verhindern, dass hier gebaut wird.
*Laster f�hrt wieder vorw�rts.*
So einfach kommen Sie uns nicht davon.
Vielleicht halten Sie bald mal an!
*L�rm eines weiteren Fahrzeugs*
*Fahrzeugl�rm wird lauter.*
Copyright MDR 2021 UT: Frank H. Richter
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