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Ein Jahr ist vergangen und es kommt mir vor wie gestern.
Wir haben die Fahne vergessen.
Lass uns noch einmal nachsehen, ob auch alles in Ordnung ist.
Ich sehe hier noch einen Beweis, den wir verstecken müssen.
So, jetzt kann dein Mann zurückkehren. Es wird ihm nichts auffallen.
Egal wie sorgfältig wir aufräumen,
steht immer noch unser glühendes Verlangen in unseren Augen geschrieben.
Es ist zu riskant, ich bitte dich.
Ich möchte nicht, dass er uns überrascht.
Ich kenne ihn noch gar nicht. Er hat mich auf eine Empfehlung hin eingestellt.
Es wäre furchtbar für mich, wenn er feststellt, dass du und ich
eine Liaison haben. — Mach dir deswegen keine Sorgen.
Er hat mich nicht geheiratet, weil er mich für keusch und züchtig hält.
Das wird er sein.
Elio. — Schatz.
Lass dich anschauen. Es ist ein Traum dich zu berühren.
Ein Privileg der Götter. Du siehst erschöpft aus.
Deine Augen sagen mir, dass du müde bist.
Liegt es daran, dass du solange auf mich gewartet hast?
Es ist die Hitze, Elio.
Das Verlangen und die Sehnsucht.
Oder liegt es vielleicht an Velma, meiner neuen Mitarbeiterin.
Velma, wenn mir etwas zu Ohren kommt, werde ich sie zu Rechenschaft ziehen.
Pepe, lade den Wagen aus und bring das Gepäck ins Haus.
Ich hoffe der Champagner steht schon bereit.
- Es war gar nicht einfach den Veuf Licot zu kriegen.
Das ist eine wirkliche Überraschung. Du hast fantastische Sachen mitgebracht.
Diese großartigen Farben, sieh dir das an Velma.
Ich freue mich wirklich. — Hier ist auch noch etwas.
Schaut mal hier. Das ist eine Maske. Mal schauen, wie sie dir steht.
Eine Figur. Das sind hinreißende Sachen.
Wo sollen wir das alles hinstellen? — Nun werft doch nicht alles auf den Boden.
Was ist denn das hier? Oh Gott, was ist das?
Du schamloser Kerl.
Der hat mir gefehlt.
Das sind wirklich ausgefallene Geschenke.
Hast du noch mehr mitgebracht? Du bist aber sehr großzügig.
Sekunde. Hier ist für euch die Perle Nordafrikas.
Mein Gott, wer ist denn das? Soll das ein Scherz sein?
Sie ist meine persönliche Beute. Zu irgendetwas muss der Krieg doch gut sein.
Sie ist eine echte Prinzessin. Ich kann euch garantieren, dass sie keine Kannibalin ist.
Sie heißt Zerbal. Los, zeig dich Zerbal.
Meine Frau ist ganz begierig darauf, dein Gesicht zu sehen.
Nimm dieses Tuch ab. — Um Gottes Willen, sie ist eine Negerin.
Was ist dir bloß in den Sinn gekommen, mir eine Negerin ins Haus zu bringen?
Sie ist ganz schmierig und fettig. Was soll das?
Sag ihr, dass sie sofort das Öl von ihrer Haut entfernen soll,
sonst wird sie keinen Schritt in meinem Haus tun.
Reg dich nicht auf. Sie wird eine gehorsamen Dienerin sein.
Versteht sie uns? Kann man sich mit ihr unterhalten?
Natürlich Liebling. Sie kennt schon 300 Worte.
Sie hat bereits eine Menge von mir gelernt.
Lass hören Zerbal. Stell dich vor. Sag den beiden Damen Guten Tag.
Nur Mut. Begrüße sie.
Ihr Huren, ihr sollt zum Teufel gehen.
- Was? — Nein, Zerbal.
Das hier ist mein Haus. Du hast die falschen Begriffe verwendet.
Das durftest du immer sagen, wenn es hoch herging und
uns die Frauen nicht in Ruhe ließen. Tue mir den Gefallen und sage nur
„Guten Tag, Sefora Alexandra.“
Ich begrüße sie Sehora ...
Alekandra. — Alexandra.
Alexandra.
Wie sind sie an die geraten?
Das ist eine komische Geschichte.
Ihr Vater war einer der Tyrannen, die die Hochebene beherrschten.
Velma notiere bitte, dass ich das in mein neues Buch aufnehme.
Ein Zug Schwarzhemden belagerten sein Haus
und die Männer waren kurz davor das Dorf in Schutt und Asche zu legen.
Aber da ich Kommandant war und den Einsatz leitete,
stoppte ich sie und der Tyrann begriff, dass er mir sein Leben verdankte.
So hat er mir nach der feudalistischen Tradition Abessiniens
seine älteste Tochter geschenkt. Ich unterstreiche, dass es ein Geschenk war.
Deshalb gehört mir Zerbal jetzt mit Leib und Seele.
Ich habe sie mitgenommen, weil du dich in deinen Briefen immer beklagt hast,
dass du in Italien keine Dienstbotin findest.
Das erwähnen wir nicht in dem Bericht. - Ich habe Recht, mich über das Personal zu beklagen.
Die einheimischen Frauen sind arrogant, arbeitsscheu
und im übrigen stehlen sie. — Alexandra du sprichst von einem
Volk der Dichter, Seefahrer und Heiligen.
Und seit kurzem sind wir ein Volk der Herrscher.
Hör auf, bist du verrückt?
- Warum? Unterscheidet sich dieser Abend von den anderen?
- Hier sind wir unter zivilisierten Menschen. Das Thema Afrika ist erledigt.
Auf diesen Tag musste ich eine Ewigkeit warten.
Du, mein Traum, empfängst mich nach Monaten des Krieges und der Entbehrung.
Es war eine lange Trennung.
Auf unsere Liebe. — Ja, auf unsere Liebe.
Mein Liebling!
Eigentlich wollte ich dich diese Nacht in Ruhe schlafen lassen,
aber es ist ein Brief gekommen, der sehr wichtig ist.
Er ist schon vor einigen Tagen angekommen.
Schon wieder dieser Anwalt.
Ein geldgieriger Raubritter ist das.
Schau, er trägt das Datum 9.Mai.
Er gibt mir einen Monat für die Bezahlung sämtlicher Schulden.
Dieser Mistkerl. Dieser Rechtsverdreher. Wäre ich gefallen,
hätte er die Schulden niemals eintreiben können.
Irgendwie schaffe ich das schon. Ich habe bereits einen Vertrag mit dem Verleger.
Jetzt muss ich nur noch das Buch schreiben.
Du wirst dich morgen um alles kümmern, nicht wahr?
Pass doch auf! Hast du keine Augen im Kopf?
Schau, was du angerichtet hast.
Seforina, passen sie lieber auf, wo sie hinschauen.
Sei schön vorsichtig, was du sagst. Du verdammtes Miststück.
Sei nicht so aufgebracht, Velma. Das hat doch keinen Sinn.
Hör zu, ich möchte nicht, dass sich nochmal solche billigen Hinterhofszenen abspielen.
Wer hat dir gesagt, dich so zu kleiden? — Das war Sefiora Alexandra.
Hör zu Alexandra, Zerbal ist wie eine Katze.
Sie ist ein Jaguar, der auf Palmen klettert und du versuchst sie zu bändigen.
- Das ist auch bitter nötig, denn das hast du versäumt,
bevor du sie hier angeschleppt hast.
- Ich habe ihr etwas anderes beigebracht. In nur 3 Monaten
hat sie soviel gelernt, wie ein Hure im Bordell in 10 Jahren.
Also wollen wir nun arbeiten, ja oder nein?
Velma, setz dich an die Maschine.
Es geht los. Erstes Kapitel.
Entschuldige Velma, hol' mir bitte noch etwas zu trinken.
- Sie haben schon den ganzen Krug getrunken.
- Es geht dich nichts an, wieviel ich trinke, merke dir das.
Ein Schriftsteller braucht schließlich Inspiration. — Ich gehe schon.
Seit ihr endlich fertig?
- Er trinkt zuviel. Ich verstehe nicht, wie er einen klaren Kopf behalten kann.
Erst wenn der Wein alle ist, sind wir fertig.
Nenn mir einen abstinenten Schriftsteller, der kein grausames Laster hat.
Du bist das grausamste Laster.
Du bist sehr erregt.
Velma, wo steckst du denn?
Wie müssen vorsichtig sein. Jetzt ist nicht der richtige Augenblick.
Geh' jetzt. — Velma! — Ja doch!
- Also.
Das ist das erste Mal, dass ich am Morgen zweimal mit dir schlafe.
- Du hast mir so gefehlt, Elio.
- Du mir auch.
Aber dein wollüstiger Körper sagt mir, dass du noch Lust hast.
Du bist unersättlich, deshalb habe ich dich geheiratet.
Liebling! — Nein!
Nein, lass das! Ich hab' wirklich genug.
Du schaust so interessiert, Zerbal. Glaubst du, dass ich ...
Dass ich eine heilige Wachsfigur sei?
Nein, Sefora.
Ich habe dir beigebracht, dass man anklopft.
Da du jetzt da bist, geh und hole uns eine neue Flasche Champagner.
Du wolltest mir erzählen, was du Zerbal in den 3 Monaten Bordellschule beigebracht hast.
All die Tricks und Spiele, die ich von den Huren auch gelernt habe.
Und wie ist sie im Bett?
So gut, wie alle Frauen, die durch meine Schule gehen.
Dann muss sie fabelhaft sein, wenn der Meister sie unterrichtet hat.
Starte den Motor. — Wie? — Dreh den Schlüssel rum.
Hör auf, das reicht.
Elio, wieso überlegst du es dir nicht? Du könntest doch morgen früh fahren.
Ich habe bereits um 9 Uhr einen Termin beim Verleger
und ich möchte noch vor Einbruch der Dunkelheit in Livorno sein.
Ich bin schon seit einem Monat zurück und habe es nicht geschafft,
meinen Sohn in seinem Heimathafen zu besuchen.
- An seinem freien Tag hätte er dich besuchen können.
- Die Marineakademie ist kein Erholungsheim. Hast du alles fertig, Velma?
- Ich habe alles abgeschrieben und das eine Kapitel noch einmal umgestellt.
- Danke, das müsste für einen Vorschuss reichen.
Gehst du fort, mein Herr? — Ich habe Termine, doch ich bin bald zurück.
Du hast geschworen, dass du mich niemals verlassen würdest.
Ich verlasse dich nicht. Ich bin nur einige Tage weg.
In der Zwischenzeit wirst du meiner Frau gehorchen, in Ordnung?
Aber mein Herr. Mein Vater hat bestimmt, dass ich nur dir dienen soll.
- Ja, das mag stimmen.
Wenn ich wieder zurück bin, werden wir alles in Ruhe besprechen.
- Ist es wahr, dass sie mit Geld zurückkommen und meinen Lohn bezahlen?
- Selbstverständlich. Auch du kriegst dein Geld.
Diese Fragerei ist schrecklich. Als gäbe es kein anderes Thema.
Es ist 20:30Uhr. Sie hören die Abendnachrichten.
Rom: Der Ducce hat heute die Abgesandten
der abessinischen Regierung empfangen und im Namen
der italienischen Regierung versichert, dass jede Anstrengung unternommen wird,
um dem abessinischen Volk eine neue Ära zu eröffnen.
Er betonte ausdrücklich, dass dies eine Ära des Friedens...
- Such' bitte einen anderen Sender. —... Und dass die Beziehungen Italiens
intensiviert werden müssen.
Sein Wunsch ist es, dass in den östlichen Gebieten des Reiches
die Sonne der faschistischen ...
Gefällt dir das besser? — Oh ja. Das ist schön.
Um ihren Gefühlen des Dankes Ausdruck zu verleihen
für die diversen Anstrengungen italienischer Organe,
dem abessinischen Volk seine Würde wiederzugeben... — Wer hat dir das erlaubt?
Du Miststück! — ... wollen die Abgesandten dem Ducce einige...
Entweder sie verlässt das Haus oder ich gehe.
- Beruhige dich. Warum regst du dich so auf?
Sie tut dies ohne Überlegung. Vergiss nicht, sie ist eine Primitive.
Sie hat vielleicht noch nie in ihrem Leben Radio gehört.
Setz dich und lass uns den Abend genießen.
- Na gut.
Wenn wir uns lieben, fühle ich mich beobachtet. Sie spioniert uns nach
und du machst nichts.
Ich habe das Gefühl, als würde sie sich im Schatten verstecken.
Sie ist arrogant und ziemlich aufdringlich.
Komm. Jetzt red' nicht den ganzen Abend von ihr.
Sie ist nur eine Laune von Elio. Du wirst sehen,
es wird nicht lange dauern, dann hat er genug von ihr und wird sie
dem zoologischen Garten schenken.
- Zerbal. Komm runter.
Sei vernünftig, und tue das was ich sage.
Du hast einen Fehler gemacht. Du solltest sie wie ein Tier behandeln.
Tiere behandelt man vorsichtig, sonst werden zu Raubtieren.
Zerbal, ich bitte dich. Du willst doch nicht, dass ich raufkomme
und dich an den Haaren herunterziehe. Ich sag's nicht noch einmal.
Komm runter! Ich werde dich auch nicht bestrafen. Du hast keine Schuld.
Ich habe dir ein Geschenk aus Livorno mitgebracht.
Zum Teufel, was soll dieser Unsinn?
Wieso hast du nicht gehorcht? Warum bist du weggelaufen?
Wieso wirfst du mit Steinen? Kannst du mir das erklären?
Mein Herr, ich weiß nicht mehr, wem ich gehöre.
Ich gehöre nur einem Menschen und kann auch nur von einem Befehle empfangen.
Nicht von zwei oder von drei.
Oder vielleicht von allen. Dann verliere ich etwas von meiner Persönlichkeit
und muss meine Seele unendliche Male teilen.
Mein Liebes Kind, es gibt nur eine Lösung, denn ich kann dir nicht immer Befehle erteilen.
Ich werde dich meiner Frau unterstellen.
Von diesem Moment an wirst du meiner Frau dienen.
Du wirst dich genauso opfern, wie damals, als dich dein Vater mir schenkte.
Gib dir Mühe und lies ihr jeden Wunsch von den Augen ab.
Sind denn so viele Worte für eine einfache Sache nötig?
Wir behandeln sie als Freundin, sie hilft im Haushalt und
wir geben ihr dafür Essen und Lagerstatt.
Ich bitte dich, Elio. Können wir darauf nicht verzichten?
Nein, das ist ein unentbehrlicher Ritus. Damit ist der Vertrag besiegelt.
Du, Zerbal, Tochter des Stammeskönigs der Absälinnen,
gehst ab sofort in den Besitz meiner Frau Alexandra über und
wirst ihr treu für alle Zeiten dienen.
- Ich finde diesen Ritus geschmacklos. — Der Akt ist vollzogen.
Wir alle sind Zeugen, dass Zerbal jetzt meiner Frau gehört.
Du kannst dich glücklich schätzen, denn das Problem der Dienstbotin ist jetzt beseitigt.
Diese Zeremonie mag euch komisch vorkommen, doch sie ist von großer Bedeutung.
Auf die ersten Schwierigkeiten können wir uns gefasst machen.
Das ist doch alles Unsinn. — Steh' bitte wieder auf, Zerbal.
Geh in die Küche und kümmere dich um den Abwasch.
Ab jetzt bin ich deine Herrin, nicht wahr?
Danke, Elio.
Bitte. — Danke.
Wir müssen kräftig was tun. Wir sind im Rückstand.
Kein Wunder, wenn sie erst um 12 anfangen zu arbeiten.
Um 2 wollen sie Essen und danach halten sie Siesta.
Hör auf mit den Vorhaltungen, sonst musst du in einem Büro arbeiten.
Nun Elio, wie läuft es? — Schlecht wäre geprahlt.
Der Verleger verlangt die letzten 100 Seiten bis zum Ende des Monats.
Aber wir schaffen es. Ich stelle mein Buch fertig und
du malst genügend Bilder für die Ausstellung. — Oh, ja.
Denn jetzt habe ich ein hervorragendes Model gefunden.
Ja, Zerbal. Das ist eine gute Idee.
Sie kann stundenlang still stehen. Du brauchst es ihr nur zu befehlen.
Sie wird alles tun, was du verlangst, nicht wahr Zerbal?
Du sorgst dafür, dass er arbeitet.
Ciao.
Siehst du Zerbal, dies ist der geeignete Platz. Hier haben wir hervorragendes Licht.
Sei so gut und leg dich hin.
Am besten gleich hier.
Versuche ganz entspannt zu wirken, leg den Kopf etwas nach hinten.
Und gib den Blick auf deine Schenkel frei.
So.
Sekunde.
Du musst etwas lockerer wirken.
Nimm eine bequeme Haltung ein.
Du hast wundervolle Haut. Sie ist wie Seide.
Du wirkst zerbrechlich. Dein Körper ist fest, straff und sehnig, wie der eines Raubtieres.
Wie schön du doch bist.
Sind die Frauen aus Absälinien alle so schön?
Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber niemand von meinem Stamm wollte mich heiraten.
Weil ich so hässlich bin.
Macht ihr in deiner Heimat auch Liebe zwischen Frauen?
Ja, das kommt vor.
Hattest du schon einmal das Vergnügen mit einer Frau zu schlafen?
Selbstverständlich, ich habe es schon oft getan.
In meinem Kopf.
Aber noch nicht mit meinem Körper.
Du gehörst mir Zerbal, das weißt du doch?
Ich sehne mich danach, meiner Herrin zu dienen.
Velma!
Wo steckst du?
Velma!
Warum muss ich dich dauernd rufen? — Ich war im Bad.
Geh und sage diesen Störenfrieden, dass ich nicht zu Hause bin.
Ich weiß warum die klingeln. Sie wollen alle ihr Geld haben.
Er ist nicht da. Was willst du? — Ich möchte hereingelassen werden.
Das ist das Haus meines Vaters.
Dann bist du Furio, der berühmte Sohn des Kommandanten.
Du musst Velma sein, die berühmte Sekretärin.
Mein Vater erzählt allen, wie gut du sein sollst.
Komm mit, er ist im Haus.
Und so besiegten wir einen weiteren feindseeligen Stamm in der Hochebene.
Wir begruben 36 unserer besten Soldaten und zum Schluss waren wir nur noch 30 Mann.
Es war uns eine Genugtuung, 80 Leichen unser Feinde in den Abgrund zu werfen.
Und sofort kamen die Hyänen.
Das muss ja furchtbar gewesen sein.
Mein Sohn, merke dir: Krieg ist immer ein hartes Geschäft gewesen.
Wenn du einen Feind tötest, kommst du dir wie Gott vor,
doch wenn du ihn begraben musst, ekelst du dich vor ihm.
Im Krieg muss man die Gefühle verdrängen. Ein Feind ist ein Feind, den man vernichten muss.
Wenn er aber eine andere Hautfarbe hat, dann erleichtert es den Kampf.
Dann gelingt es dir, ihn sich als Tier vorzustellen.
Es muss ein harter Kampf gewesen sein auf den Hochebenen.
Der Feind war listig wie ein Wolf. Er war nicht auszumachen.
Wenn man nicht aufgepasst hat, wurde man brutal abgeschlachtet.
Schon beim leisesten Geräusch, war es ratsam zu schießen.
Doch dann musste man wieder Gräber ausheben,
um Epidemien zu vermeiden.
Ich verstehe, Vater. Bei uns, bei der Marine,
erhalten die Toten ein Seemannsgrab.
Das Meer ist die Vergebung des Todes, wie schon der Dichter sagte.
Ich frage mich, wie ihr den ganzen Abend über Tote reden könnt.
Ich finde das sehr unpassend. Es schlägt mir auf den Magen.
Ich möchte dich bitten, darauf zu achten was du sagst.
Hast du nicht gesehen, wie verstört sie war? Das ist doch wirklich nicht nötig.
Du sprichst über ihresgleichen, als wenn sie Tiere wären.
Du bist nicht sehr sensibel für einen Schriftsteller.
Vergiss bitte nicht, wir sprechen vom Krieg. Ich kann ihn nicht beschönigen.
Wir sind es, die die Geschichte schreiben.
Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt.
Allerdings stellt ihr euch immer so dar, dass ihr in einem guten Licht erscheint.
Es würde mich interessieren, was Zerbal darüber denkt.
- Gott ist es, der das Schicksal eines Volkes bestimmt.
- Jetzt hast du endlich einen Schuldigen gefunden.
Verzeih mir Elio, aber ich halte das für reine Theorie.
Im übrigen werde ich jetzt zu Bett gehen. — Was denn, so früh schon?
Bleib doch noch. — Eure heroischen Taten haben mir Kopfschmerzen bereitet.
Ich will euch nicht weiter stören.
- Da hast du es, Furio. Du kannst ein alter Mann werden und wirst nie
die Geheimnisse der weiblichen Psyche ergründen.
Entschuldige Velma, das Gespräch ist nichts für dich.
Du solltest vielleicht auch bald zu Bett gehen.
Zerbal?
Zerbal?
Zerbal, wo bist du?
Zerbal?
- Ich bin hier drüben Herrin.
- Um Himmels Willen, was hast du vor?
- Ich bete die Göttin der Nacht an, damit sie mich in ihre Arme nimmt und
mir erlaubt, in Frieden zu ruhen.
- Du bist verrückt. Du bist so schön, du darfst nicht sterben.
- Ich wäre lieber mit meinen Brüdern gestorben.
Das wäre besser gewesen, als mein ganzes Leben in einem fremden Land
in Knechtschaft zu verbringen. — Aber Zerbal, das entspricht nicht den Tatsachen.
Du bist keine Sklavin und ich bin nicht deine Herrin, wie du annehmen musst.
Ich bin eine Freundin, deine Freundin.
- Geh wieder rüber, sie erwarten dich.
- Komm. Lass uns ins Haus gehen. Wir beide werden diese Nacht gemeinsam verbringen.
- Nein, Herrin. Ich kann sowieso nicht die Nacht über in deiner Nähe sein.
Wenn dein Mann ins Bett kommt, wird er mich fortjagen.
- Sorge dich nicht. Vergiss nicht, dass ich deine Herrin bin.
Und ich bin deine Freundin, deine Schwester, deine Geliebte.
Was für ein herrlicher Abend, aber irgendwann ist es Zeit schlafen zu gehen.
- Gute Nacht, Papa. Ich bleibe noch ein wenig,
ich kann ja morgen ausschlafen.
- Das würde ich auch gerne tun, aber mein Verleger drängt mich.
Lass es nicht zu spät werden, Velma. Du musst morgen frisch sein. Gute Nacht.
- Gute Nacht. — Schlaf gut.
Erstaunlich wie er gealtert ist.
- Das finde ich nicht. Er ist in ausgezeichneter Form,
aber du bist erwachsen geworden und siehst die Dinge anders.
- Vielleicht hast du Recht. Die Erinnerung ändert sich.
Besonders, wenn man lange getrennt ist. Aber nach dem Tod meiner Mutter ist klar ...
- Hör zu Furio, dein Vater ist ein Mann voller Energie und
es gibt nichts dagegen einzuwenden, dass er nochmal geheiratet hat.
Kann es sein, dass dir seine neue Frau nicht gefällt?
- Sie gefällt mir nicht und sie kann mich auch nicht leiden.
Hallo Liebling, sag, was machst du da darin?
Warum hast du die Tür verriegelt? Alexandra, mach auf.
Zum Donnerwetter nochmal, du sollst aufmachen.
Alexandra, sei vernünftig. Mach mir auf.
- Nein! — Warum willst du mich nicht reinlassen?
Bist du verrückt geworden?
- Hör zu, ich will heute Abend allein sein. — Komm, mach doch auf.
Mach auf! Hörst du, ich will schlafen gehen. Ich bin müde.
- Du kannst auf der Couch schlafen. Wir sehen uns morgen früh.
- Ich denke nicht daran. Ich möchte in meinem eigenen Bett schlafen.
Jetzt reicht es mir aber. Mach endlich auf!
Vielleicht habe ich heute Abend ein bißchen viel geredet, es tut mir leid.
Das ist noch lange kein Grund mich auszusperren.
Was ist denn nun?
Sei vernünftig, ich möchte ich mein Bett.
Velma.
Du bist so eine verständnisvolle Frau.
- Du bist jung und rein, Furio. Bleibe immer so.
Du hast einen guten Freund, es ist das Meer.
Es hält dich von den Versuchungen der Erde fern.
- Aber das bedeutet, dass es mich auch von dir trennen würde.
- Ich bin nichts besonderes. — Ich finde, dass du eine sehr hübsche Frau bist.
- Auch du siehst sehr gut aus, Furio. Du bist intelligent.
Wer weiß, wieviele Mädchen hinter dir her sind und
ganz begierig darauf, dich glücklich zu machen.
- Aber die jungen Mädchen gefallen mir nicht.
- Schlaf gut, Furio. — Warte Velma.
Ich habe eine Bitte: Darf ich dich küssen?
- Du bist ein aufregender junger Mann.
Träume heute Nacht etwas Schönes.
Also. — Velma! — Gute Nacht, Furio.
Bis morgen.
Elio, was machen Sie hier?
Das überrascht mich.
Was ist denn los?
Bleib hier, Velma.
- Ich weiß nicht, ob das...
- Tu es. - Nein.
- Ich bitte dich. — Ich kann es nicht tun.
Entschuldige, Velma.
Ich wusste nicht ...
Entschuldige.
Hey, du. Wo willst du denn in diesem Aufzug hin?
Kannst du dich nicht richtig kleiden? — Ich gehe doch nur spazieren.
- Ich bitte dich, habe Respekt vor meinem Vater und bedecke dich.
- Sehe ich wirklich so hässlich aus? - Darum geht es nicht.
Du lebst hier unter zivilisierten Menschen.
- Es hat keinen Sinn. Das sind Gewohnheiten der Eingeborenen.
Tropische Bräuche oder soll ich sagen, von den Barbaren?
Die Bräuche der Weißen sind heuchlerisch und voller Scham.
Nein, Furio. Lass sie gehen.
Komm, machen wir einen Spaziergang.
Nun alter Mann, was schaust du so?
Hast du noch nie eine nackte Frau gesehen?
Hey, ihr vornehmen Italiener.
Lernt euch zu waschen.
Also, Velma? — Nein, Furio.
Das ist absurd, völlig unmöglich. — Aber warum?
Du hast mir doch gesagt, dass du mich magst.
- Es ist wahr. Ich mag dich und hoffe, dass dieses Gefühl noch lange anhält,
aber wir kennen uns gerade einen Tag und haben noch das ganze Leben vor uns.
Du musst verstehen...
Ich bin 23 und habe schon viel im Leben gelitten.
- Das Alter ist ohne jede Bedeutung. Nur der Mensch zählt.
Ich habe dir in die Augen geschaut und gesehen, dass du eine liebe und sensible Frau bist.
Du bist die Frau, die ich schon immer suchte.
Die Frau, die ich mein ganzes Leben ehren und lieben möchte.
Für immer.
- Nein. Tu es nicht, Furio.
Nein, Furio. Bitte nicht.
Geh nicht weiter, bitte.
Sei ein guter Junge.
Ich bin noch Jungfrau.
- Entschuldige. Ich wollte dir nicht in irgendeiner Weise zu nahe treten.
Aber ich ...
Ich liebe dich.
Ich liebe dich auch, Furio.
Ich glaube es wird Zeit, dass wir ins Haus gehen.
Guten Morgen, Liebling. — Guten Morgen, Elio. — Hast du gut geschlafen?
- Natürlich. Obwohl ich die meiste Zeit kein Auge zugetan habe.
Wann kommst du wieder zurück? — Ich weiß es nicht.
Ich bringe Furio nach Livorno und dann muss ich den zweiten Teil des Buches
beim Verleger abgeben und kassieren. Ich denke, dass ich 3 oder 4 Tage weg bin.
- Hetz dich nur nicht zu sehr ab, Liebling.
Aber dass du auf keinen Fall vergisst, mir Geld mitzubringen.
Jetzt ... Jetzt wo die Schreibarbeiten erledigt sind, musst du Velma bezahlen.
- Zunächst muss von ihr noch einiges Korrektur gelesen werden.
Aber auch dieses Problem werden wir lösen und Velma wird ihr Geld bekommen.
- Kannst du das nicht allein machen?
- Was hast du denn Alexandra? Ist die große Liebe schon vorbei?
Glaubst du denn ich hätte nicht gemerkt, dass zwischen euch etwas gewesen ist?
Du scheinst mich für recht dumm zu halten.
Allerdings habe ich für gewisse Dinge Verständniss.
- Ich habe wirklich Glück, dass ich solch einen verständnisvollen Mann habe.
Ich habe gelernt, das Leben zu nehmen wie es ist, und meine Frau ist nur ein Teil davon,
wenngleich ein wichtiger. Ich gewissen Dingen muss man großzügig sein.
- Ich weiß, dass du mich nicht grenzenlos liebst.
Auf jeden Fall möchte ich, dass sie geht. Sie stört mich.
Sie ist den ganzen Tag um mich herum.
In letzter Zeit wurde sie sogar etwas aufdringlich.
- Soweit ich das beurteilen kann, glaube ich, dass sie sich sogar recht reserviert verhält.
Wenigstens verbringt sie, im Gegensatz zu manch anderen, die Nacht auf ihrem Zimmer.
- Was soll das heißen?
Kleine Affären sind das Salz des Lebens und ich gestatte sie dir.
Aber pass gut auf, dass dich die reizende Kannibalin nicht auffrisst.
Glaubtest du, dass wäre mich auch entgangen? Immerhin hast du mich vor der Tür stehen lassen.
Ich habe euer Treiben gehört. Wie zwei läufige Hündinnen habt ihr euch benommen.
Heute Nacht hast du dir das Leben aussaugen lassen.
- Möglicherweise war es gut für meine Gesundheit. — Wie dem auch sei...
Ich möchte dir einen Rat geben. Sei auf der Hut und unterschätze Zerbal nicht.
Das ist Furio. Ich bitte dich, sei nett zu ihm. — Aber sicher
- Aber sicher, Liebster. Ich tue was du wünschst.
Auf Wiedersehen, Alexandra.
- Auf Wiedersehen, Furio. Danke für den Besuch. Schade, dass du uns so schon wieder verlässt.
- Ja, es ist ein Jammer, aber die Pflicht ruft.
Darf ich dir schreiben, Velma? — Aber selbstverständlich.
Wenn ich nach Livorno komme, werde ich dich besuchen.
- Wir müssen los, Furio.
Also, nun kann das heimliche Spiel wieder beginnen.
Hör zu, es gibt Momente, die nicht wiederholt werden dürfen,
denn dann verlieren sie ihre Faszination.
Die Vergangenheit kehrt nicht zurück, Velma.
- Musst du immer neue Gefühle entwickeln, damit du dich lebendig fühlst?
Begreifst du nicht, dass du innerlich ausgebrannt bist?
- Gebrauchte Dinge langweilen mich.
Ich frage mich wirklich, wer dir diese Ideen in den Kopf gesetzt hat.
Im Gegenteil. Frauen haben nur einen Gedanken. Sie wollen, dass der Mann als Sieger zurückkehrt.
Es sei denn ihre Briefe kommen zurück, weil der Geliebte gefallen ist.
Ich fahre heute übrigens noch bei einer Kriegerwitwe vorbei.
- Um sie zu trösten? — Aber nicht im Traum!
Hör zu mein Sohn, ich bin ein Wahrzeichen der Treue.
Denke daran: Einmal den Frauen treu, immer den Frauen treu.
Das ist schon recht gut für den Anfang. Pass auf.
Ich zeige es dir.
So, deine Finger müssen geschmeidig sein.
Du wirst sehen, wie schnell du es lernen wirst.
Pass auf, da.
Dein Duft der Wildheit und der Zügellosigkeit dringt mir ins Blut.
Meine Geliebte, du machst das sehr gut. Ich habe ein Verlangen nach dir.
Ich genieße deine Nähe. Sie ist göttlich.
Ich begehre dich.
Könnte ich doch mein Verlangen stillen.
Ich halte es nicht aus. Lass uns miteinander schlafen.
Ich habe leider nicht viel in meinem bescheidenen Zelt aufheben können.
Und ich bedauere zutiefst, dass einige Dinge nach seinem Tod verloren gegangen sind.
Hier ist seine goldene Uhr. — Sie war ein Geschenk von mir.
Er sagte immer: Jede Stunde, die vergeht, sei eine Stunde des Gedankens an mich.
Er hat häufig von ihnen gesprochen.
Wir wollten zusammen einen Film drehen, nach einem Stoff von mir,
denn der arme Filiberti war ein großer Regisseur.
Sie können ruhig sagen, dass er begnadet war,
leider kannte er nicht die richtigen Leute.
Ich war früher Schauspielerin und versprach mir eine große Zukunft.
Als noch sehr junges Mädchen habe ich Filibert kennengelernt.
Ich will ihnen etwas zeigen.
Ich habe Fotografien, die mich in meiner Jugend zeigen.
Hier, all diese Bilder zeigen mich.
War ich nicht ein reizendes junges Ding?
Ist das nicht sehr geschmackvoll? — Überaus attraktiv.
Ich bin fasziniert.
Wunderschön.
Sehr interessant.
Wirklich gute Fotografien.
- Aber Filiberti war eifersüchtig und so wurde nichts aus meiner Karriere.
Ich kann ihnen wirklich nichts zu trinken anbieten? Einen Tee oder Kaffee
oder Likör oder irgendetwas anderes Sefor? — Danke, bemühen sie sich bitte nicht, Sefora.
Welche Ausdruckskraft und welche Grazie.
- Mein Mann hatte in letzter Zeit gewisse Pflichten vernachlässigt, verstehen sie?
Nein, ich sollte besser schweigen. Tote verdienen doch Respekt.
Seien sie unbesorgt. Wir waren enge Freunde und sprachen oft miteinander.
- Oh Gott, so einer war also mein Filiberti. Er hat über mich geredet.
Nun ist es egal, da sie doch schon alles wissen.
Bedienen sie sich. Ich stehe ihnen zur Verfügung.
Machen sie mit mir, was sie wollen.
- Sehen sie Sefora, ich möchte nicht, dass irgendwelche Missverständnisse aufkommen.
Ich möchte nur einen der Filme erwerben, von denen Filiberti immer sprach.
- Und sie wollen ihn nicht in Gesellschaft der Hauptdarstellerin genießen?
- Das würde ich zu gern tun, doch meine Zeit ist begrenzt.
- Wie sie wollen, aber ich sage ihnen, der Preis bleibt der gleiche.
Ob mit oder ohne Gesellschaft: 5000 pro Rolle.
Es sind 15 Rollen inklusive der Rollen mit dem Ton.
- Filiberti hatte mir angedeutet, dass eine Rolle um die 2000 kosten würde.
Ich verstehe, dass der Krieg die Inflation mit sich bringt,
aber das grenzt bereits an eine galoppierende. Sagen wir 3000, ohne sie vorher gesehen zu haben.
- Ich fühle mich gedemütigt. Sie können doch nicht mit einer Witwe über den Preis handeln.
Sagen sie, mein Lieber. Sie wollen wirklich nicht noch ein bisschen bleiben?
Sehr gern ein anderes Mal, aber ich habe es eilig. Könnten sie mir die Rollen geben?
- Natürlich.
Ich werde ihnen ein paar Kunden vorbeischicken.
Ich melde mich wieder, wenn ich etwas mehr Zeit habe.
- Impotenter Kerl!
Ich möchte gern noch ein Glas.
- Velma. Bring uns noch eine Flasche Champagner.
Ich bin nicht deine Dienerin und ich bin auch nicht schwarz.
- Du verdammtes kleines Miststück. Du hast in diesem Haus freie Kost und Logis
und möchtest auch noch geachtet werden.
- Dein Mann hat mich angestellt und für das Geld arbeite ich den ganzen Tag.
Und wenn ich das Geld erstmal in der Hand habe, werde ich das große Glück haben dich ...
und diese dahergelaufene Wilde zum Teufel zu schicken.
- Velma! Wie redest du mit uns?
Du hast wohl vergessen, welche Position du inne hast.
Ich weiß, wie gut es dir gefiel die Zunge dahin zu stecken, wohin ich es dir nicht mehr erlaube.
Es reicht dir wohl nicht, nur den Lohn zu nehmen.
Die Seforina scheint noch weitere Pläne zu haben.
Sie will die Frau von Desilvestres Junior werden.
Aber darauf würde ich nicht spekulieren.
Ich verspreche dir, dieser Junge wird eher schwul, als dass er in dein Bett kommt.
Komm Liebling. Lass uns gehen. Wir holen uns den Champagner allein.
Hier drinnen stinkt es mir zu sehr nach Aas.
Lade den Wagen aus. — Jawohl.
Aber ich verstehe das nicht. — Das ist ein Sommergewitter. Ein Schauer, und es ist vorbei.
Liebling, komm doch her.
Schließt wieder Frieden und dann wird kein Wort mehr darüber verloren.
- Warum sollte ich Frieden schließen? Ich führe doch gar keinen Krieg?
Ich werde dich umbringen, du dreckiges Luder.
- Ich hingegen liebe dich, du dummes Stück.
- Pepe, schaff bitte alles ins Haus.
Ihr werdet begeistert sein. Ich habe etwas mitgebracht und habe ein unglaubliches Projekt vor.
Ich habe eine komplette Filmausrüstung gekauft,
so können auch wir einen Film drehen.
Es geht los.
Dilettantisch.
Ich hätte das bedeutend besser gemacht.
Pepe. Geh zum Tor.
- Jawohl, Seforina.
Die Post ist da!
- Ja, ich komme.
- Das dauert immer eine Ewigkeit. — Ja, ich habe einen weiten Weg. Danke.
Na ja, er ist ein bisschen hochgerutscht. Was schaust du so? Geh endlich!
Meine Freundinnen, der Himmel klärt sich auf.
Es droht kein Gewitter, aber es kündigt sich ein kleiner Süd-West-Wind an.
- Rede nicht drum herum. Drück dich etwas klarer aus.
- Sie sind nicht bereit den Wechsel zu prolongieren.
Nicht einmal, wenn ich ihnen überhöhte Zinsen zahle.
- Wir schaffen es schon. Wir werden auch Nachts durcharbeiten müssen.
- Es gäbe da noch eine Möglichkeit wie wir schnell zu Geld kommen könnten.
Als ich die Filmausrüstung kaufte, tat ich das nicht, um eure Begierde zu stillen.
Nicht wahr, Alexandra? — Tatsächlich?
Ich habe bemerkt, dass Filiberti mit seinen schmutzigen Filmen
einen bemerkenswerten Markt bediente. Dazu zählen Reiche,
Würdenträger, Industrielle. Leute, die genug Geld haben,
um für ihr Vergnügen zu bezahlen und bei denen man von einer Anzeige,
wegen unmoralischen Handels absieht. — Und wer wären die Darsteller?
- Na ihr. Ihr seit schön, jung und leidenschaftlich.
Ihr wärt geeignet. Ihr drei seit ideal. Ich kann es mir sehr gut vorstellen.
- Mir passt das nicht. Ich gebe doch meine Persönlichkeit auf,
wenn fremde sich an meinem Körper ergehen. — Daran habe ich auch gedacht.
Es werden Filme sein, die in Venedig, zu Zeiten des Casanova, spielen.
Die Frauen werden Masken tragen, damit man sie nicht erkennt.
- Oh, dann bin ich dabei.
Aber nur, wenn Alexandra mitmacht. — Aber sicher wird sie das.
Ich mache mich jetzt daran ein Drehbuch zu schreiben.
Ich bitte euch, sagt zu niemandem etwas. Die Sache ist streng geheim.
Ich stelle mir das so vor: Sie wird eine Nonne spielen. Die andere ...
eine Freidenkerin, die in Männergarderobe auftritt.
- Sag mir Elio. Wie willst du hier drin einen venezianischen Schauplatz schaffen?
Noch dazu aus dem 18. Jahrhundert.
- Nun, ich denke mit Bildern.
Ich werde das geschickt arrangieren.
Das einzige was zählt, ist eine erregende Geschichte und das nackte Fleisch.
- Wie schön du doch bist, Zerbal.
- Ich habe mich nur für dich schön gemacht.
Du kannst mich nicht zwingen, diese Schweinereien mitzumachen.
Du wirst mich jedenfalls nicht mit deiner Kamera filmen.
Es reicht mir.
Ich habe es getan, damit du Spaß hast. Für deinen Profit tue ich es nicht.
- Sie hat Recht.
Suche dir Schauspielerinnen, die bereit sind sich nackt zu zeigen.
Auf mich wirst du auch verzichten müssen. Ich mache da nicht mit.
Wenn wir den Wechsel nicht bezahlen können, pfänden sie uns das Haus
und wir sitzen auf der Straße. Du verstehst nicht was es heißt,
Schulden zu haben, schöne Prinzessin.
Wenn du nicht mitmachst, schicke ich dich in ein Flüchtlingslager.
Wir werden in einem möblierten Zimmer Unterschlupf finden.
Natürlich mit Küchenbenutzung.
- Wir haben doch Schmuck. Den könnten wir versetzen. Verkaufen wir ihn einfach.
- Der Schmuck gehört Furio. Seine Mutter hat ihn hinterlassen.
- Einverstanden, Elio. Wir machen mit in deinem Film.
Beweise dein Talent als Regisseur.
Wir sollten am besten mit einer Szene beginnen, die grausam und erregend ist.
- Warum nehmen wir nicht meine Lebensgeschichte?
Als ich noch ein jungfräuliches Mädchen war, kamen Männer in mein Dorf,
die jede Form von Gewalt anwendeten.
Sie trieben es wild mit den Frauen und sogar mit den Kindern.
Unsere Krieger hatten sie bereits umgebracht.
Ich floh vor ihnen in eine Grotte,
Und in der Dunkelheit fand mich ein Mann,
der mir, mit dem Maschinengewehr in der Hand, meine Jungfräulichkeit nahm.
Ich bin sicher, dass diese Geschichte deinen Freunden,
den glorreichen Eroberern, gefallen wird.
- Du hast eine ganze Menge hinzugedichtet.
- Ich will, dass das der Film schonungslos zeigt,
aber an meiner Stelle muss eine weiße Frau leiden.
Velma! Alexandra!
- Wir sind umgezogen. Bist du soweit? - Ich habe Scheinwerfer aufgebaut.
Ihr müsst euch immer im Licht halten.
Die Kamera ist auf das Bett eingerichtet, also bleibt möglichst drinnen.
Ihr wisst doch noch, was ihr tun sollt? Wiederholen wir es noch einmal.
Der Titel heißt: „Die Mysterien der Inquisition“. Leg dich hin Velma.
Gut so.
Du bist eine unschuldige Jungfrau, und du Alexandra
bist die Oberin eines Klosters.
Das ganze muss leidenschaftlich und möglichst brutal aussehen.
Du lässt dich foltern Velma. Binde ihre Hände und Füße fest.
Zieh den Strick fest, denn es soll echt aussehen.
So, das hätten wir. Also wie gesagt, du bist gefesselt,
Alexandra kommt rein und möchte von dir das Geständnis,
dass du eine Hexe bist. Sie zerreist dir das Nachthemd und
verliebt sich in dich, statt dich zu foltern.
Dann beginnt sie langsam dich am ganzen Körper zu küssen.
Ist das soweit klar? — Ja. — Sekunde noch, binde auch diesen FuR fest.
Ihr hört auf mein Kommando und wenn ich Action rufe, fangt ihr an.
Aber schaut nicht in die Kamera. Macht es mit Leidenschaft.
Spielt nicht nur eure Geilheit, sondern seid es auch.
Das tut mir aber weh.
- Es ist besser, wenn du Schmerzen hast, denn nur so kannst du ausdrücken,
wie sehr du gequält wirst. Aber später wirst du es genießen.
Ich garantiere dir, du wirst Gefallen daran finden.
- Die Maske. Bitte, setze sie mir auf.
- Meine Liebe, die brauchst du doch nicht.
- Alexandra! Setz mir sofort die Maske auf.
Alexandra! Ich bitte dich!
Ihr habt mir versprochen, dass ich eine Maske tragen darf.
Alexandra! — Vergiss sie!
- Action! — Nein, ich will die Maske haben!
- Schau' mich an! So wolltest du mich doch über dir haben!
- Nein!
Nein! — Halt still!
Nicht doch!
- Das Drehbuch lässt Variationen zu, Velma! — Lasst mich in Ruhe!
- Du wirst es gleich spüren.
Schau mich an! — Nein!
- Etwas mehr Leidenschaft. Gebt euch Mühe.
- Genieße es. - Ich will das nicht.
- So, Pepe. Jetzt bist du dran.
Los, besorg es ihr. Worauf wartest du noch?
- Ich bitte euch, was habt ihr vor?
Das dürft ihr nicht tun! — Sei ruhig!
Nein!
- Beine auseinander!
Stoß ordentlich zu, Pepe!
- Das ist Realismus.
Aber, was sagst du da Zerbal?
Das ist doch nicht möglich.
Es darf nicht wahr sein, dass alles vorbei sein soll.
Das Leben hat keinen Sinn mehr, wenn du mich nicht mehr liebst.
Hör zu, ich bin immer noch deine Herrin.
Du gehörst mir. Du bist meine Sklavin.
- Nein, Alexandra. Du täuschst dich. Ich gehöre dir nicht mehr.
- Aber ich liebe dich doch. Ich gehöre dir.
Lass mich deine Sklavin sein.
- Ja, Alexandra. Du bist mein und wirst tun, was ich verlange.
Du bist meine große Hure. Du bist die beste aller Huren.
Hör zu. Da du meine Sklavin bist, musst du tun, was ich von dir verlange.
- Ich bin deine Dienerin, aber bitte Zerbal, küss mich.
Ich verlange drei Dinge von dir. — Von mir aus auch Tausend.
Erstens...
Du wirst das kleine Luder Velma umbringen, weil sie gefährlich ist.
- Ja, wir werden darüber reden. — Nein, jetzt.
Versprich mir, dass du es tun wirst. Schwöre es!
- Ja, mein Liebling, ich schwöre es.
Zweitens: Ich möchte den ganzen Schmuck haben, der Furio gehört.
Ich will alles haben, was ihm seine Mutter überlassen hat.
- In Ordnung. Du bekommst ihn.
Und drittens?
- Ich will auch deinen Mann als Sklaven haben.
- Er ist schon jetzt mein Sklave. Ich werde ihn dir schenken.
Küss mich.
Sei ganz zärtlich zu mir.
Ich muss dringend telefonieren. — Das Telefon hängt an der Wand. — Danke!
Wer ist da? Ich möchte bitte den Kadetten Furio Del Sivestres sprechen.
Es ist schrecklich gewesen, Furio.
Ich bin jetzt nicht mehr die, die du vor Wochen kennengelernt hast.
- Sei tapfer. Wir werden jetzt zusammen nach Hause gehen.
Mein Vater wird mir einiges erklären müssen.
Es ist sinnlos, dass du mich so prüfend anschaust.
Meine Antwort ist unwiderruflich: Nein.
Ich denke nicht im Traum daran jemanden umzubringen.
Genauso wenig werde ich meinem Sohn sein legales Erbe wegnehmen.
Mit der Unterwerfung bin ich, dir zu Liebe, einverstanden; aber nur,
wenn du heute Nacht mit mir schläfst.
- Wie stellst du dir das vor? Sie ist eifersüchtig und besitzergreifend.
Sie verlangt, dass mich niemand anfasst. Nicht einmal mit dem kleinen Finger.
Schon gar nicht mein eigener Mann.
- Darin sehe ich kein Problem.
2 von denen in einem Glas Rum aufgelöst und sie wird 10 Stunden schlafen.
Du könntest es mit einer ganzen Fußballmannschaft treiben und
sie würde es nicht mitbekommen.
Irgendwie hat die Sache ihren Reiz, oder?
Sie hat uns eine Menge Ärger gemacht. Warum tun wir es nicht?
- Mir hat sie nur Freude bereitet.
Es ist alles soweit in Ordnung. Er ist bereit. Die Zeremonie kann beginnen.
- Was ist mit dem Miststück? — Er wird sie finden und herbringen.
- Der Schmuck? — Er sagt, dass es Probleme mit seinem Sohn geben wird,
aber er findet auch dafür einen Weg.
- Na dann, trink auf meine Unterwerfung.
Siehst du, was sie tun? Schau dir diesen Blödsinn an.
Elio, du wirst jetzt aus meinem Besitz in die Hände von Zerbal übergeben.
Schwöre, dass du gehorchen wirst oder lieber stirbst.
- Ich schwöre es.
Du wartest hier auf mich.
Darf ich auch an diesem schönen Fest teilnehmen?
- Hast du dich entschlossen zurückzukommen?
Benimmt man sich so? Einfach das Haus zu verlassen.
Wo hast du dich versteckt? Wir sind in Sorge um dich gewesen.
Du hast dir sicher nur ein Spaß erlaubt, oder?
Nein.
Ich bin dort hingegangen, wo ich hingehen sollte.
Jetzt kehre ich zurück, um es euch heimzuzahlen.
- Was willst du damit sagen, was hast du getan?
Wie dumm du doch bist, du großes Genie.
Held der Liebe, Schriftsteller des Krieges und talentierter Geschäftemacher.
Man erreicht nicht immer seine hochgesteckten Ziele.
Du bist ein mieser Wurm, dessen Schicksal es ist,
vor Nutten auf Knien rumzurutschen.
Nur einer wie du konnte mir antun, was du mir angetan hast.
Was wird dir die Zerstörung meiner Jungfernschaft einbringen?
Du hast damit deinem eigenen Sohn seine Befriedigung genommen.
- Was hat denn sein Sohn damit zu tun?
Ich habe dich doch mit meinen Händen entjungfert.
Dann habe ich dich solange benutzt, wie ich es wollte.
Du bist nichts weiter als eine Hure und ein lesbisches junges Ding.
- Was für ein leidenschaftlicher Auftritt. Den solltest du dir für bessere Gelegenheiten aufheben.
Du redest nur Unsinn.
Was euch noch interessieren könnte: Ihr habt den Film nicht mehr.
Es sieht so aus, als hättet ihr es noch gar nicht entdeckt.
Du gemeiner, dreckiger, kastrierter Säufer.
Was hast du mit dem Film gemacht? Wem hast du ihn gegeben.
Ich habe ihn, Papa.
- Gib ihn mir.
Los, mach schon!
Gib ihn mir!
- Zurück!
- Zerbal!
- Du kannst ihr nicht helfen! — Um Gottes Willen, unternehmt doch etwas!
Oh Gott! Geliebte!
- Beherrsch dich! — Das ist so furchtbar!
Zerbal!
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