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* Möwen schreien. *
* Karin Lossow *
* Ellen Norgaard *
* Dr. Brunner, Holm Brendel *
Micha! - Hallo, Rike!
Hi! - Wie schön!
Na, gut durchgekommen?
Ja. Ach, Problem ist erst mal, aus Berlin rauszukommen.
Soll ich dir was helfen? - Du hast Urlaub.
Schlüssel liegt in deinem Zimmer auf dem kleinen Tisch.
Die "2" oder? Wie jedes Jahr.
Die "2"! Wie jedes Jahr.
Ich habe mit meinem Pastor geredet.
Der sagte: "Jens hat es nicht leicht gehabt."
Das kann ich mir nicht vorstellen,
wie das ist, so ohne Eltern aufzuwachsen.
Und wenn der Junge ins Gefängnis kommt, da wird man auch nicht
unbedingt ein besserer Mensch. Oder? Nein.
Guten Morgen! (Beide) Morgen!
Frau Darbakow! Haben Sie sich entschieden?
Ich habe Frau Lossow gesagt,
wir machen diesen Täter-Opfer...
Ausgleich. Eben!
Wir sind doch alle keine Engel. Klingt gut!
Dann einen schönen Tag noch!
Danke!
Tschüs! Tschüs!
Aktionspreise für Genießer im "Pott un Pann"! ... Für Sie auch?
Kann ich, wenn ich auf Ihr Fahrrad aufpasse,
einen Euro bekommen?
Aktionspreise im "Pott un Pann"!
Ja. Wo geht es denn zu der Kneipe?
Die ist gleich da drüben. - Danke!
Vielen Dank! ... Aktionspreise im "Pott un Pann"?
Nee, danke! Wir kochen selber.
Oh! Tag, Frau Lossow!
Hat die Darbakow was gesagt? Frau Darbakow!
Sie hat lange nachgedacht.
Sie ist einverstanden. Alles andere liegt jetzt an dir.
Ihr sollte nichts passieren. Das war nicht geplant.
Ah! War nicht geplant. Vielleicht tut es dir überhaupt
leid, dass du eingebrochen bist. Na klar! Es war bescheuert.
Und die Tür mache ich wieder ganz. Aber war sonst noch irgendwas?
Da war sonst noch irgendwas.
Du wirst regelmäßig für sie einkaufen,
im Winter Schnee schippen, du wirst immer
für sie da sein, wenn sie dich braucht! Tag und Nacht!
Wie der Geist aus der Flasche.
Alternativ kannst du natürlich auch in den Knast gehen.
Hör zu! Ich mache das hier nicht für dich.
Ich mache das für deine Schwester.
Die tut mir nämlich leid. Du nicht!
* Ein Auto hupt. *
* Er spricht polnisch. *
* Nicht zu verstehen *
Hier! Der 3. von links, das bin ich.
Mittwoch treten wir im "Pott un Pann" auf. Kommst du?
Äh, Shanty? Ja. Was magst du denn so?
Ah, ich? Jazz. Aber cooler Jazz.
Und wie erkenne ich coolen Jazz?
Ja. Du kommst in einen Klub.
Und da sitzen lauter Männer mit Bart. Und die hören so zu.
Und das findest du cool? Nein! Das ist nicht cool.
Oh! Hallo, Karin! Hallo!
Hallo! ... Aber toi, toi, toi
für deinen Auftritt! Danke!
N'Abend, Frau Lossow! Das Schicksal führt uns immer wieder zusammen.
Jetzt engagieren Sie sich also in der Konfliktberatung.
Gibt nichts Gutes außer man tut es. Ja.
Und Ihr 1. Klient ist ausgerechnet Jens Kampwirth,
dessen Prozess in 4 Wochen
stattfindet. Ja, da spricht nichts dagegen.
Jens hat sich bei Frau Darbakow
entschuldigt und eine Wiedergutmachung angeboten.
Hier sind die Details und die Einverständniserklärung des Opfers.
Hm, hm! Hm, hm!
Was hat dieser Kampwirth so alles auf dem Kerbholz?
Drei Ladendiebstähle, Verstoß gegen ein Hausverbot
und 2 Einbrüche. Mit anderen Worten
ein mecklenburgvorpommerscher Intensivtäter, kurz MEVRI.
Bei den meisten Vergehen war er minderjährig.
Ein Einbruch ist kein Vergehen, sondern eine Straftat.
Als Juristin sollten ... Ja, Herr Staatsanwalt!
Ich kenne den Unterschied.
Jens Kampwirth.
"Das ist doch der Sohn vom alten Kampwirth,"
der vor 2 Jahren verschwunden ist. Ja.
Ich lass mir das durch den Kopf gehen. Sie hören von mir.
Willst du mir etwas sagen? Komm her!
* Er zieht den Abzug durch. *
Ein Täter-Opfer-Ausgleich. Na ja! Warum nicht?
Ist ja heute en vogue.
Oh! Ich nehme auch einen. Danke! Frau Hauptkommissarin!
Ich habe läuten hören, dass Sie Frau Lossow geraten haben,
sich als ...
Danke! ... ehrenamtliche
Konfliktberaterin zu betätigen. Habe ich.
Bemerkenswerte Karriere, die die Frau hat:
Von der Staatsanwältin zur Gattenmörderin zur Mediatorin.
Frau Lossow hat vor einem halben Jahr ihre Tochter verloren.
Ich bin froh, dass sie eine Aufgabe gefunden hat
und sich und anderen helfen kann.
Mir fehlt Frau Thiel auch.
"Bist du dir sicher,"
dass das dein Vater war? Zu 99 % ja.
Aber es gab doch damals polizeiliche Ermittlungen.
Sie haben ihn doch gesucht. Aber nicht gefunden.
Nur die Blutspuren am Kutter, die Schnapsflasche an Deck
und den Abschiedsbrief. Hast du den noch?
Nein. Den habe ich verbrannt. Ich habe auch keine Fotos mehr.
Jens hat eins aufgehoben. Das habe ich mitgebracht.
Wenn er also damals nicht ertrunken ist,
sondern hat sich aus dem Staub gemacht,
dann lebt er jetzt ein paar Kilometer weiter
auf der polnischen Seite?
Ist auch etwas unwahrscheinlich. Hm?
Ich weiß es nicht. Das ist ja, was mich so wahnsinnig macht.
Aber ich glaube, ja. * Ein Telefon klingelt. *
Da muss ich mal ran.
Lossow.
Hallo, Frau Darbakow!
Ja. Seine Schwester ist hier. Ich frag sie mal.
Ja. ... Frau Darbakow fragt, wo dein Bruder bleibt.
Keine Ahnung! Er ist heute früh aus dem Haus.
* Deutsche Schlagermusik. Der Mann pfeift mit. *
* Telefon klingelt. *
Ja? - "Bist du unterwegs zum Flughafen?"
Ja, bin ich. ... Fuck!
(Telefon) "Ingo?"
"Hallo!"
"Ingo? Hallo! Was ist los?"
Natürlich kann ich rauskriegen, ob dein Vater noch lebt.
Ich meine, ich kann es versuchen. Aber willst du das wirklich?
Ihr habt die Lebensversicherung kassiert.
Ist davon noch was übrig? Natürlich nicht.
Bekommen wir Ärger, weil wir das Geld genommen haben?
Ich würde keine schlafenden Hunde wecken. Vielleicht hast du
dich geirrt. Hm?
"Mailbox von Stefan Thiel.
Sprechen Sie nach dem Piepton!"
Hallo, Stefan! Ich bin es.
Ruf mich doch mal bitte zurück! Ja?
Ich müsste mal mit dir reden.
* Stimmen im Hintergrund *
Hier, bitte! Danke!
Sieht nach einem Raubüberfall aus, der in die Hosen gegangen ist.
"In die Hose ..." Ja, das heißt ...
Ich weiß: missglückt, gescheitert. Ja, genau.
"Jens Kampwirth"?
Und der im SUV ist Ingo Wiek, der Besitzer vom "Pott un Pann".
Das Restaurant, in dem euer Shantychor auftritt?
Ja. Er hat mit seiner Frau telefoniert,
als es passiert ist.
Ich kann Sie nicht durchlassen.
* Nicht zu verstehen *
Wer wusste alles, dass Ihr Mann heute nach Malta fliegen wollte?
Äh ... Ich, Putzfrau, Personal im Restaurant,
meine Schwiegermutter und ein paar Leute
auf dem Flughafen. Ingo brauchte einen Slot für den Start.
Ihr Mann hatte eine Pilotenlizenz? Ja.
Als Resultat seiner Midlife-Crisis
etwa 6 Affären und den Pilotenschein.
Was wollte Ihr Mann in Malta?
Puh! Relaxen, Surfen. Hat er auch gerade erst gelernt.
Mit 56.
Sie haben mit Ihrem Mann telefoniert, als das passiert ist.
Hm! Ja. Haben Sie noch etwas gehört?
Nein. Das Gedudel im Radio, sonst Totenstille.
Es kam mir seltsam vor, und ich habe die Polizei alarmiert.
Hast du die aufgemacht? Nö! Ich hab
auf seiner Seite geguckt, ob er noch lebt.
Aber die Tür war schon offen.
Der hat keine Schuhe an.
Ach, echt? Ja!
Ja.
Kein Geld, keine Brieftasche. Eigenartig!
Wie gut kannte Ihr Bruder den Herrn Wiek?
Jeder kennt den hier. Halb Usedom war da schon mal essen.
Aber sehr teuer.
Ihr Bruder war Whisky-Liebhaber? Hat ihm, glaub ich, einer geschenkt.
Ich weiß nicht, warum mein Bruder den Überfall gemacht hat.
Wahrscheinlich weiß er es nicht mal selbst. Aber so war der nun mal.
Labil? Unberechenbar?
Ich habe mal in einer Gesundheitszeitung gelesen,
dass bei Männern unter 25 Jahren
das Gehirn einfach noch nicht so entwickelt ist.
Und mein Bruder war scheinbar ein großes Kind.
* Stimmen von draußen *
Wer ist denn das eigentlich?
* Nicht zu verstehen *
Micha. Der kommt oft hierher, ist ein Berliner.
* Rike weint. *
Eine P83 Semiautomatic, 9 mm, "made in Poland".
Geben Sie mir bitte
"die Registriernummer! Dann kann ich sehen, ob wir was haben."
TE 6215 ...
... 1950. Jau! Ich habe es. Danke!
Die Waffe geht jetzt zur Ballistik.
Wenn die was finden, melde ich mich.
Ja, gut! Okay! "Guten Appetit noch!"
Danke!
Frau Hauptkommissarin, helfen Sie mir mal! Hat nicht erst gestern
hier Frau Lossow gesessen und uns beschworen,
ihren Protege vorm Gefängnis zu bewahren?
Hat sie? Ja, sie hat. Gut! Und keine 12 Stunden
später begeht dieser einen Raubüberfall,
bei dem er sich so dämlich anstellt, dass er ...
So sieht es aus. Unglaublich!
Was wurde eigentlich geraubt?
Die Ehefrau des Opfers hat ausgesagt,
ihr Mann hatte beim Verlassen des Hauses einen Aktenkoffer.
Was drin war wusste sie nicht.
Wahrscheinlich Pass, Bargeld, Kreditkarte. Der Koffer ist weg.
Ich denke, der Täter hatte einen Komplizen.
Der ist mit der Beute verschwunden? Wahrscheinlich.
Ich möchte Frau Lossow als Zeugin befragen.
Ganz offiziell.
* Ein Telefon klingelt. *
Moin! Moin!
Äh ... Du, Karin! Hast du einen Moment Zeit für uns?
Ich kannte den alten Kampwirth.
Ich habe den vor vielen Jahren vor Gericht gebracht,
weil er einen Arzt verprügelt hat, nachdem seine Frau gestorben ist.
Also als Sie noch Staatsanwältin waren, vor über 10 Jahren.
Führt diese Geschichte irgendwohin,
Frau Lossow? Er hat Wut gekriegt auf jeden und
fing an zu saufen. Seine Tochter machte ihm Vorhaltungen.
Irgendwann hat er mit dem heißen Bügeleisen Rike am Hals getroffen.
Seit dieser Nacht ist er verschollen.
Man hat seinen Kutter gefunden. Er war nicht an Bord.
Nachdem Jens seinen Vater verloren hat,
entschied er sich zu einer kriminellen Karriere.
Ihr Protege hat Sie vorgeführt.
Um mir das aufs Brot zu schmieren, sollte ich hier antanzen?
Jens hatte einen Komplizen.
Kann sein. Den kenne ich nicht.
Sie müssen wissen, mit wem er sich rumtrieb.
Der war ein Einzelgänger, genauso wie sein Vater.
Was sagt denn die Spurenlage am Tatort?
Also bitte! Was denken Sie denn?
Wir werden mit Ihnen keine Interna diskutieren.
Natürlich nicht. Natürlich nicht.
Schön, dass ich verstanden werde! Tja! Das war es dann wohl.
Ach, Frau Lossow! Wo waren Sie eigentlich heute früh?
* Karin schlägt die Tür laut zu. *
Ja. Frau Lossow stand mit dem Täter in Kontakt.
Sie erhält Sozialhilfe und ist vorbestraft.
So weit hergeholt ist meine Frage nicht.
"Out of the Box" denken, Frau Hauptkommissarin!
Gehört auch zum kriminalistischen Handwerkszeug.
Ja. Ich kann Frau Lossow natürlich als Verdächtige befragen
oder Ihnen einen Kamillentee machen.
Entschuldigung! Wir haben die Auswertung von Jens Kamwirths
Mobilfunkdaten. Super!
Wenn du über die Grenze fährst, kommst du ins polnische Netz.
Jens Kampwirth war in den letzten 2 Wochen 3-mal in Polen?
Ja. Und immer für mehrere Stunden. Und wo genau?
Das wissen wir nicht. Polenmarkt, Stripklub, weiß der Henker.
Mir ist noch was aufgefallen. Hm?
Hier! Der Whisky, den der Junge zu Hause hatte, ist nicht billig.
160 Euro die Flasche. Und ein antiker Sextant.
Beides geklaut aus 2 Häusern, die gerade zum Verkauf stehen.
Und von Evelyn Wieks Immobilienfirma vertreten werden.
Beide Hausbesitzer haben die Diebstähle gemeldet.
Der Mann hatte das Restaurant. Die Frau verkauft Immobilien.
Die Wiek leugnet, dass das während ihrer Führungen geschah.
Und was ist deine Theorie?
Darf ich? Hm!
Jens Kampwirth und die Wiek haben in der letzten Woche
9-mal miteinander telefoniert. Sieht nach einer Affäre aus.
Ja, würde ich auch so sagen.
Warum bist du eigentlich nicht bei der Kripo?
Tja! Kannst ja mal ein Wort für mich einlegen.
Kann ich.
Ach! Äh, Ellen!
Hier! Heute Abend im Klub Neptun. Das ist Latin Jazz.
Ich weiß nicht, ob das in die Kategorie "Cooler Jazz" fällt.
Aber, ich dachte ... Wir sind Kollegen.
Na und?
* Ein Telefon klingelt. *
Ja, Wiek.
"Frau Wiek! Norgaard hier."
Ich stehe vor diesem sehr schönen Haus in Ückeritz.
Kann ich mir das mal von innen ansehen?
Frau Kommissarin! Ich glaube nicht, dass das Haus
Ihre Preislage ist.
Außerdem keine Besichtigungen jetzt.
Mein Mann wurde gerade umgebracht.
"Das ist keine private Anfrage. Ich kann mir"
einen Durchsuchungsbeschluss besorgen.
Ja, gut. ... Komme gleich.
Ich muss noch ein Zimmer
fertig machen. Na komm!
Ich helfe dir. Danke!
Wie ist dein Bruder auf so eine schwachsinnige Idee gekommen?
Ich weiß nicht.
Ich weiß nur, dass dem Wiek sein Restaurant, dass es super läuft.
Und dass der Geld hat.
Es wird sogar gemunkelt, dass er regelmäßig Schwarzgeld ausfliegt.
Mein Vater hat den Wiek gehasst.
Und warum? Beide kommen aus Fischerfamilien.
Der eine ist Fischer geblieben. Der andere hat viel Kohle gemacht.
Das konnte dein Vater nicht verknusen,
oder wie? Verknusen hätte er das schon können.
Aber der Wiek ist total arrogant.
Am Anfang hat mein Vater dem noch Fisch verkauft.
Aber dann wollte der immer weniger zahlen.
Irgendwann haben die keine Geschäfte mehr gemacht.
Und auch nicht geredet. Und diesen Hass
hat dein Bruder dann übernommen, ja?
Jedenfalls hat mein Vater nie ein gutes Haar an dem Wiek gelassen.
Kannte Jens denn diesen Wiek überhaupt?
Natürlich kannte der uns.
Uns kennt jeder: die Kinder vom Kampwirth,
der besoffen über Bord ging.
Klar! Fester Bestandteil der Inselfolklore.
So wie das Mörderhus. Tja!
Sie hatten ein Verhältnis mit Jens Kampwirth.
Er hat meinen Mann umgebracht.
Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Im Gegenteil.
Ich bin doch auch eine Frau, Frau Wiek.
Und ich habe ein bisschen Fantasie.
Sie haben die Schlüssel zu diesem Haus
und treffen sich hier mit Jens.
Was glauben Sie, wie schnell
die Kriminaltechnik beweisen wird, dass Jens hier war?
Mit Ihnen. Und dass Sie hier ...
Natürlich werden die Hausbesitzer Fragen stellen,
wenn hier die Spurensicherung auftaucht.
Polizeiwagen, Scheinwerfer. Ihre anderen Klienten auch.
Wir hatten 2-mal Sex. Hier und in einem anderen Objekt.
Beide Male hat Jens was gestohlen. Ja.
Die Eigentümer haben es mitbekommen. Jens machte mir Schwierigkeiten.
Wollte Ihr Mann gestern mit Schwarzgeld
nach Malta fliegen? Haben Sie Jens gesagt,
dass Ihr Mann mit Geldkoffer reist? Nein.
Muss ich jetzt meinen Anwalt anrufen?
Weiß ich nicht. Sollten Sie?
Erinnern Sie sich noch, was für Schuhe Ihr Mann trug?
Morgen!
Also gut! Kampwirths Komplize
dürfte dem Opfer nicht nur den Aktenkoffer geklaut haben,
in dem vermutlich Goldbarren, Diamanten oder Schwarzgeld waren,
sondern auch die Schuhe. Was wollte der von den Schuhen?
Hatte der sonst keine Sorgen? Vielleicht eine Art Trophäe?
Das Äquivalent zu einem Skalp,
einem abgeschnittenen Finger? Immerhin Sneaker für 435 Euro.
Seltsam!
Und die Frau des Opfers hatte eine Affäre mit Jens Kampwirth?
Ja. Finden Sie das auch seltsam?
Nun, Jens Kampwirth war ein grenzdebiler Krimineller.
Evelyn Wiek ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau,
attraktiv, intelligent. Zwischen den beiden liegen Welten.
Sie sind so ein Snob.
Frau Wiek wollte Jens ja nicht heiraten.
Denen ging es um etwas ganz anderes.
Oh!
Sie lieben Jazz. Das habe ich mir gedacht.
Da sehen wir uns ja heute Abend. Ich freu mich.
Da können wir den Fall noch mal deklinieren.
Also eigentlich ... Keine Widerworte!
* Stefan schnarcht. *
Ah!
Sag mal, hast du sie noch alle?
Ich schon. Und du?
Wie geht es dir? Hm!
Ich war in Polen. Aha!
Die haben mich abgeholt.
Wer die?
Zwei hohe Offiziere
von der polnischen Polizei und eine Dolmetscherin.
Kriminalhauptkommissarin
Julia Thiel
hat heute für die Umsetzung polizeilicher Aufgaben
die Verdienstmedaille in Silber erhalten,
posthum. Prost!
Den Brief mit dieser netten Nachricht
habe ich vor einem Monat bekommen. Ich habe
dich nicht eingeladen, weil ich da selber nicht hinwollte.
Warum soll ich denn dabei sein, wenn die meiner
toten Frau eine Medaille an die Brust heften?
Ich habe dann irgendwie
doch zugesagt.
War eine absurde Veranstaltung.
Gut gemeint, aber völlig absurd.
Hier!
Was soll ich denn jetzt
mit dem Ding machen?
Hör mal gut zu! Julia fehlt mir genauso wie dir.
Aber du kannst dich nicht so gehen lassen!
Du hast eine Tochter.
Gut, dass die woanders studiert und dich so nicht sehen muss!
* Lateinamerikanische Musik *
Herr Brendel! - Herr Staatsanwalt!
* Popmusik *
Einen Wodka und ein Bier! Alles klar!
Tanzen Sie?
Ungeheuer gern. ... Brendel! Halten Sie mal bitte!
Für einen Staatsanwalt sind Sie ein ziemlich guter Tänzer.
Keine Ahnung, was Sie damit
sagen wollen. Aber während meines Studiums
war Tanzen meine Leidenschaft.
Ein Profi? - Semiprofi.
Übrigens, als Tänzer bin ich auch ein ziemlich guter Staatsanwalt.
Man könnte durchaus sagen: Die Strafverfolgung ist ein Tanz
zwischen Verbrechen und Gesetz.
Hm! Godmorgen!
Dzien dobry!
Du bist noch da.
He! Lass das!
Lass das! Was ist das?
Gib es! Beruhig dich mal!
Wir haben zusammen geschlafen.
Das ist nicht dasselbe. Was soll das?
Fass nichts an, was dir nicht gehört! Kapiert?
Ellen!
* Er hämmert gegen die Tür. *
Ellen!
* Die Dusche plätschert. *
* Die Zimmertür wird geschlossen. *
"Hallo! Hier ist die Mailbox von Stefan Thiel.
Nachricht nach dem Signalton!"
Schade, dass du gestern nicht da warst!
Dafür war Brunner da.
War das ein Zufall? Ja.
Aber es war kein Zufall, dass ich nicht
gekommen bin.
Wir sind Kollegen, Holm.
Kollegen date ich nicht. Schlechte Erfahrungen.
Daten?
Ach! Seit wie vielen Monaten bist du jetzt hier?
Freunde hast du nicht groß, soweit ich das sehe.
Ich dachte, du könntest etwas Gesellschaft gebrauchen,
so unter Kollegen. Es war kein Date?
Nein. Einfaches Nachfragen hätte genügt.
Aber ...
Hier! Die waren gar nicht so schlecht.
Danke!
* Ihr Telefon klingelt. *
Stefan? "Hallo, Karin! Ich wollte dir
nur sagen, ich bin auf dem Weg nach Berlin zum Töchterchen."
Und keine Angst! Ich bin nicht besoffen
und ich sehe auch ganz vorzeigbar aus.
Ja dann! Meld dich mal, ja? "Ja, mach ich!
Tschüs!" Tschüs!
Vor einigen Wochen haben wir einen illegalen Schießplatz gefunden.
Geschosshülsen,
Projektile. Das hier wurde mit derselben
P83 Semiautomatik verschossen, mit der Ihr Gastwirt getötet wurde.
Ist es schwer, hier illegal eine Waffe zu kaufen?
Wenn man die richtigen Leute kennt, nein. Außerdem
gibt es alles im Darknet. Jens war nicht der Typ,
der sich im Darknet auskennt. Die sind gut. Nicht?
Hm!
Hallo, Herr Kampwirth!
Lassen Sie den Quatsch!
Funktioniert wieder mit dem Deutsch. Hm?
Frau Lossow! Bitte, lassen Sie die Toten ruhen!
Ist besser für alle. Ich soll Fluchthelfer spielen
für jemanden, der seine Tochter fast totgeprügelt hat
und aus Schiss vorm Knast abgehauen ist?
War für alle besser, dass ich weg war.
Die Kinder haben die Lebensversicherung.
Davon kann Jens sich was kaufen.
In den letzten 2 Jahren habe ich jeden Tag an meine Kinder gedacht.
Ich bin auch öfter zu unserem Haus.
Und ... Ich habe gesehen, wie gut Rike klarkommt ohne mich.
Besser sogar. Dann haben Sie gesehen,
wie toll sich Ihr Sohn entwickelt hat. Fantastisch!
Ein Ding nach dem anderen gedreht, bis hin zum Finale.
Ich rufe jetzt Ihre Tochter an.
* Ein Telefon klingelt. *
Karin? "Hallo, Rike!
Ich bin auf dem Grenzmarkt. Du hattest recht.
Dein Vater lebt. Und ich ... Ich gebe ihn dir jetzt mal. Ja?"
Rike?
* Nur Mundbewegungen *
Ich will dich nicht sehen.
"Du bist tot."
Hey! Wer war das? - Mein Vater.
Was?
Was hast du jetzt vor?
Rike?
Vielen Dank, Karol! Gern geschehen. Tschüs.
* Ein Telefon klingelt. *
Norgaard hier.
* Telefon * Polizei.
Geben Sie mir den Schlüssel!
* Sie seufzt. * Den Schlüssel!
Wir müssen da lang.
* Er spricht polnisch. *
* Nicht zu verstehen *
* Karol spricht mit Danuta auf Polnisch. *
(Karol) Danuta Nowak?
Wo ist Heiner Kampwirth? Er ist weg.
Aber ich habe sein Autokennzeichen.
Ja was? Bin ich jetzt schuld, oder was?
Die Lossow treibt mich in den Wahnsinn.
Seit sie auf der Insel wohnt, ist bei uns Land unter.
"Land unter"? Frau Norgaard! Bitte!
Kaufen Sie ein Notizbuch, schreiben alle komischen deutschen Wörter
und deren Bedeutung rein und schlagen zu Hause nach!
Ich kann natürlich auch in ganz einfachem Deutsch sprechen.
Nicht nötig. Aber das mache ich doch gerne.
Also: Gestern war ein Raubüberfall. Der Räuber ist dabei gestorben.
Die Beute ist weg. Jetzt sucht die Polizei nach dem Komplizen.
Vielleicht war der Vater des Räubers der Komplize.
Der lebt nämlich in Polen.
Die Pistole vom Räuber war auch aus Polen.
Vielleicht hat der Vater die Pistole gekauft.
Leider fehlt von ihm aber jede Spur. Und die Staatsanwaltschaft
und die ermittelnden Behörden sind so ziemlich schön gelackmeiert.
Frau Norgaard!
Ich kenne Ihre Geschichte.
Ich weiß, Sie stammen aus Usedom.
Ich weiß, dass Ihre Mutter vor 20 Jahren verschollen ist.
Und ich weiß, dass sie mit Frau Lossow befreundet war.
Aber ist das wirklich ein Grund, die Nähe dieser Frau zu suchen?
Wenn es eine Person auf dieser Insel gibt,
von der Sie sich fernhalten ... Stopp!
Sie meinen es wahrscheinlich gut mit mir,
Herr Staatsanwalt. Aber ...
Aber halten Sie sich aus meinem Leben raus!
Entschuldigung! Wie konnte ich nur?
Die Frau Kampwirth wäre dann da.
Ich komme raus. Okay!
"Ich habe gehört,"
Ihr Vater hatte ein viel besseres Verhältnis
zu Ihrem Bruder als zu Ihnen.
Ja. Wieso?
Ich wollte, dass mein Vater mit dem Saufen aufhört.
So was kommt bei Alkoholikern nicht gut an.
Nein.
Und Ihr Bruder?
Der hat seinen Vater vergöttert.
Könnte Ihr Bruder gewusst haben,
dass sein Vater noch lebt? Hatten die beiden Kontakt?
M... Möglich ist alles.
Ich habe es nicht gemerkt. Könnte der Raubüberfall
die Idee Ihres Vaters ... Ich weiß es nicht! Fragen Sie ihn!
Wir müssen ihn finden. Ich weiß nicht, wo er ist.
Und es ist mir egal. Ganz egal kann es Ihnen nicht sein.
Frau Lossow sollte ihn doch finden. Ich wollte Gewissheit.
Das heißt nicht, dass ich ihn sehen will.
Ich bin müde.
Ich will zurück zu meiner Tochter. Vielleicht kann Rike mir verzeihen.
Ich bin nicht aus der Welt. Wir können uns immer treffen.
Vielleicht kann ich etwas Geld für dich auftreiben.
Tut mir leid!
"Ihr könnt doch froh sein, dass ich den gefunden habe."
Ohne mich wüsstet ihr nicht, dass er noch lebt.
Willst du nicht essen? Du hättest mich informieren können
über deine Recherchen. Wieso hast du
überhaupt nach Kampwirth gesucht? Weil Rike mich darum gebeten hat.
Sie wollte Gewissheit haben, ob ihr Vater noch lebt.
Hast du dich nie gefragt, ob deine Mutter wirklich tot ist?
Die ist tot.
Damit habe ich mich abgefunden.
Ich kann mich nicht an sie erinnern.
Warum bist du nach Usedom gezogen?
Nicht, um nach meiner Mutter zu suchen.
Hat Rike dir verraten,
wo ihr Vater jetzt sein könnte? Nein.
Aber wer sucht, der findet.
Das macht die Polizei doch. Oder? Finden?
Vielleicht war es doch ein Fehler, hier einzuziehen.
Kannst gerne wieder gehen. ... Bist ein freier Mensch.
Ich bedanke mich für die Anteilnahme und Beileidsbekundungen.
Ich weiß, dass Sie alle Ihren Chef sehr geschätzt haben.
Auch wenn er manchmal etwas ungeduldig war
und etwas streng. - (Leise) War ein Arschloch.
Aber Sie müssen wissen, dass auch er
von jedem von euch eine sehr hohe Meinung hatte.
An der Stelle sei aber auch eins gesagt.
Sollte jemand von Ihnen Kenntnis von Tatsachen haben,
die mit dem Tod meines Mannes zu tun haben könnten,
dann erwarte ich, dass derjenige damit zu mir kommt.
Und ich erwarte, ...
Ich verlange absolute Offenheit.
Sollte sich herausstellen, dass jemand etwas verschweigt, ...
Aber ich glaube, wir haben uns verstanden.
Auf gute Zusammenarbeit!
Ö Away! Ö - Ho! Haul away,
Ö we haul away together.
Ö Away, haul away. We haul away, Joe.
Ö Away! Ö - Haul away! We hope for
Ö better weather. Away, haul away. We haul away, Joe.
Ö Once I had a Cornish girl but she was fat
Ö and lazy. Ö - Away, haul away.
Ö We haul away, Joe.
Ö And now I had an Irish girl, she damned drove me crazy.
Ö Away, haul away. We haul away, Joe.
Ö Away! Ö - Ho!
Ö We haul away together.
Ö "Away! Haul away. We haul away, Joe." Ö
Komm mir nicht zu nah!
Ich rufe die Polizei.
5 Minuten. Bist mich gleich wieder los.
Ich will nur mit dir reden.
Ich will nicht reden.
Wenn du wüsstest, wie ich mich damals
geschämt habe. Immer noch.
Du, das ... das war doch nicht ich.
Wenn du wüsstest, wie ich mich schäme.
Jeden Tag. Muss nur in den Spiegel schauen.
Als ich abgehauen bin, ...
Damit wollte ich mich doch auch
selbst bestrafen.
Weißt du, wie ich gelitten habe?
Die ganzen Jahre, wo ich euch immer nur von Weitem gesehen habe.
Komm mir nicht zu nah!
Und jetzt bist du einfach wieder da.
Ich komme gut klar ohne dich.
Ich war froh, dass du tot warst.
Schön, dass ich dich noch mal gesehen habe!
Hast dich nicht unterkriegen lassen.
Trotz allem.
Äh ... Ich habe da jemanden in Polen.
Die hat viel für mich gemacht. Ich ... Ich schulde der noch was.
Was?
Du willst Geld?
Muss doch noch was da sein.
Von der Versicherung.
Verschwinde!
* Laute elektronische Musik *
* Nicht zu verstehen *
Hey! Hey!
* Gesang ohne Text *
* Jubel und Applaus *
Ö (Alle) Hey, haul away! Ö
Tschüs, Ansgar! - Tschüs! - Mach es gut, Holm!
Tschüs, Holm! - Tschüs, Tommy!
Entschuldigung! Ich wollte dich nicht erschrecken.
Kann ich einen Schluck?
Schicke Schuhe hat er.
"Ja. Ich habe mich gefragt,"
was der auf Jens seinem Kutter macht.
Und ich gehe näher ran, rufe, aber er zuckt sich nicht.
Sie sind auf den Kutter gegangen. Genau!
Haben Sie den Mann erkannt? Ja. Das ist der Vater von Jens.
Der vor 2 Jahren ertrunken ist.
Also, sein sollte. Haben Sie was angefasst?
Nö.
Vielen Dank erst mal, Herr Kober!
Jau.
Nun komm, komm!
Gestern Abend nach unserem Auftritt,
da habe ich ein Taxi am Hafen gesehen. Vielleicht ...
Kannst du rauskriegen, wer der Fahrer war?
Ja, kriege ich hin. Ist ja nicht New York.
Hm, leider!
* Ellen schluchzt laut. *
* Sie räuspert sich. *
Wie geht es Rike?
Gut.
Woran ist ihr Vater gestorben?
Die Sektion hat noch nicht stattgefunden.
Außerdem kann ich dir das nicht sagen. Du bist eine Privatperson.
Und ich bin die Polizei. Vergessen? Ellen!
Äh ... Ich wollte nur sagen:
Schön, dass du bei mir gelandet bist!
Und ich möchte nicht,
dass du ausziehst.
Hey!
Hast du Zigaretten?
Weiße Sneaker!
Was? Die Kommissarin wollte wissen,
was mein Vater für Schuhe anhatte, als er gestern bei mir war.
Ob er weiße Sneaker anhatte. Hatte er?
Natürlich nicht. Wie kommt sie darauf?
(Brunner) "Ich weiß. Wir haben den alten Kampwirth"
bisher als möglichen Mittäter
auf dem Zettel gehabt. Aber die Schuhe!
Ja. Ich kann mir ja gerade noch vorstellen,
dass sich der alte Kampwirth die Beute greift,
obwohl da sein totes Kind liegt.
Aber der hat dem Opfer nicht noch die Schuhe geklaut.
Dazu war er gar nicht in der Lage,
Trophäe hin oder her. Sehen Sie das auch so?
Ja, ja. Das wäre schon sehr abgebrüht. Trophäe hin oder her.
Ja. Außerdem: Kampwirth hat seine Tochter um Geld gebeten.
Warum hätte er das tun sollen, wenn er gerade Beute gemacht hätte?
Also! Wie kommen dann die Sneaker von Ingo Wiek an die Füße
von Heiner Kampwirth?
Jemand hat dem Toten die Schuhe angezogen, damit wir glauben,
dass der Vater den Überfall mit seinem Sohn gemacht hat.
Fall gelöst. Die Ermittlungen werden eingestellt.
Dieser jemand hat den Aktenkoffer mit allem, was drin war.
Und freut sich, die Polizei verarscht zu haben.
Pardon my french!
* Er schnarcht. *
Huh! - Ich bin unschuldig.
Ja, das sagen sie alle. - Tag, Hannes!
Tag, ihr 2! Was kann ich denn für euch tun?
Gestern Abend gegen 11 kam ich aus dem "Pott un Pann".
Da habe ich ein Taxi im Hafen gesehen.
Du willst wissen, ob das einer von uns war. - Ja.
Mach doch mal, bitte! - Ja.
Kollegen, Ohren aufgesperrt!
War einer heute Nacht am Hafen gegen 11? - "Ich nicht."
"Hafen? Nee!" - "Ich hatte frei gestern Abend."
Tut mir leid! - Danke! Versuch war es wert.
Gestern haben sich 2 Kollegen beschwert.
Kümmert euch mal darum! - Um was denn?
Hier gondelt ein Berliner Taxi rum und nimmt Fahrgäste auf.
Ich will wissen, wer das ist. - Nicht unser Bereich.
Und das hier ist nicht meiner.
Ein Berliner Taxi? - Ja, hier. Das geht gar nicht.
Wie sah denn der Fahrgast aus?
Er sah so klein aus, ... als er gegangen ist.
Und hätte er sich nicht umgedreht wegen dem Geld,
dann wäre ich vielleicht hinterher
und hätte gemerkt, dass was nicht stimmt.
Pass mal auf!
Wenn dieser Irrsinn vorbei ist, haust du mal
für ein paar Wochen ab. Du musst mal hier raus.
Ich habe Reservierungen bis Weihnachten.
Könnte ich übernehmen.
Ist das dein Ernst?
Klar! Du, ich habe ganz andere Sachen im Knast gemacht.
Und du musst nicht alleine fahren. Nimmst diesen netten Berliner mit.
Nee. Michael ist nur ein Freund. Musst doch nicht mit ihm pennen.
Danke!
Tag, Herr Sturm!
Hallo! - Sie wissen, dass man mit einem Berliner Taxi hier
keine Beförderungsleistung
erbringen darf. - Was bitte?
Taxen dürfen das nur in der Gemeinde,
wo das Unternehmen seinen Sitz hat.
Personenbeförderungsgesetz, Paragraf 47.
Ich erbringe hier keine Personenbeförderung.
Ich mache doch hier Urlaub. Sie sind gestern Abend
mit einem Fahrgast gesehen worden.
Genau! 20:35 Uhr auf der Swinemünder Chaussee
von Richtung Polen kommend. - Richtig! Das war eine Privatfahrt.
Wen haben Sie denn gefahren?
Einen Mann um die 60? Mit einem Käppi?
Was ist denn los?
Herr Sturm hat gestern Ihren Vater aus Swinemünde abgeholt
und zum Kutter im Hafen gefahren.
Stimmt das?
Er hat mich angerufen.
(Rike) Wieso denn dich?
Wir haben uns immer mal wieder getroffen,
die letzten Jahre.
Was?
Als er das mit dir gemacht hat, mit dem Bügeleisen,
sagte ich ihm: "Es reicht!" Er soll sofort verschwinden.
Sonst zeige ich ihn an. Nächstes Mal hätte er dich ...
Der hätte dich totgeschlagen.
Ich hatte Angst um dich. - Moment mal!
Du hast meinen Vater immer mal wieder getroffen?
Und du hast es mir nicht gesagt?
Er hat sich wirklich geändert, Rike.
Ihr Wagenschlüssel, Herr Sturm. Hä?
Wieso? Sie sind die letzte Person,
mit der Heiner Kampwirth vor seinem Tod zusammen war.
Ihr Taxi ist ein potenzieller Tatort.
"Tatort"? Wieso denn das?
Nee! Ich hatte keinen Streit oder so mit Heiner.
Kerstin.
Herr Sturm, bitte mitkommen!
Ja. Du bleibst hier,
bis die Spurensicherung kommt. Okay!
Guten Appetit!
Willst du auch eine Stulle?
Gern. Schmalz.
Hm!
Selbst gemacht?
Ist ja nun nicht so schwer. Hm! Hm! Sag mal!
Wer hat den Kampwirth gefunden?
Na, du doch.
Nee! Heute früh auf dem Kutter.
Ich brauche nur rumfragen. Das weiß die halbe Insel.
Ja. Die Küchenhilfe aus dem "Pott un Pann".
Hm! Weißt du? In meiner Zeit, als ich noch Staatsanwältin war,
weißt du, wie oft das vorkam,
dass der, der den Toten gefunden hat,
auch der Täter war? Na! Wie oft?
Na ja! Gab es jedenfalls.
Sag mal! Was ist eigentlich mit den weißen Sportschuhen?
Warum interessieren die euch? Schluss mit der Fragestunde!
Ich habe einen schönen, sicheren Job. Das soll so bleiben.
Das kriege ich auch noch raus.
Diese Woche Aktionspreise im "Pott un Pann".
Aktionspreise im "Pott un Pann"!
Danke schön! - Jo, gerne! ... Aktionspreise im "Pott un Pann".
Super, danke! - Jo! Einen schönen Tag Ihnen!
Diese Woche Aktionspreise im ...
Sie kochen selber. Ciao, ciao!
Aktionspreise im "Pott un Pann".
Für Sie! 1, 2. Jo, gerne! - Danke schön!
Alles Gute! - Ja, ebenfalls! - Gleichfalls!
Heiner war fertig, weil sein Junge
tot war. Hätte der das Ding mit Jens gedreht,
hätte er Rike nicht mehr unter die Augen
treten können. Der ... Ich weiß nicht.
Der hätte sich totgesoffen. - Wo waren Sie
zum Zeitpunkt des Überfalls?
Ich habe gefrühstückt mit anderen Gästen.
Wie schon gesagt. - Haben Sie das geprüft?
Hm!
Nach dem Überfall sagten Sie Heiner Kampwirth,
dass Jens tot ist und die Polizei unterwegs zu ihm ist.
Ich habe ihn angerufen und gewarnt. Ja.
Er hat mit Rike gesprochen.
Und dann haben Sie ihn zum Hafen gefahren.
Zu seinem Kutter. Ja.
Er wollte sich nur noch verkriechen.
Als wir von Rike weg sind. Der hat kaum ein Wort gesagt.
Er ist auf seinen Kutter rauf.
Ich hatte Schiss, dass der über Bord geht, dass er ins Wasser fällt.
Wieso? Weil er kaum stehen konnte.
Er war betrunken? Eine Fahne hat er nicht gehabt.
Er roch nicht nach Alkohol.
Aber er war runter mit seinen Nerven.
Das war schon so, als ich ihn in Polen abgeholt habe.
Der hat mir den Wagen vollgekotzt.
* Ein Telefon summt. *
* Nicht zu verstehen *
Hallo!
Ja, wie das so ist.
Gesoffen.
Und dann Job los, Frau los, den Jungen los.
3 Jahre auf der Straße.
Krankenhaus, ... Entzug.
Ich war so froh, dass die mich in der Kneipe genommen haben.
Seitdem darf mein Sohn mich wieder besuchen.
Weil Sie Arbeit haben.
Und einen festen Wohnsitz. Ja.
Er ist ... Er ist das Einzige, was mich am Leben hält.
Ja. Aber ich kann ihm halt nichts bieten.
Nicht mal ein Geburtstagsgeschenk.
Und da hatten Sie die idiotische Idee mit dem Überfall. Ja?
Ja. Haben Jens den Tipp gegeben.
"Ja." "Und Sie haben Schmiere gestanden."
Ich konnte nicht ahnen, dass der Idiot
eine echte Knarre hat. Mein Gott!
"2 Menschen!"
Und das alles für ... für einen Schnorchel?
Taucherbrille? Dieser Computer? Und das Geld.
Warum haben Sie Ihrem Opfer die Schuhe geklaut?
Die Sportschuhe.
Ja.
Rinderfilet neu!
Er war so scheißendreck stolz
"auf diese beschissenen Schuhe." - Mann! Was soll das?
Mein Gott! Du Idiot! Scheiß Inselaffe, Mann!
Dir werde ich es zeigen, Mann! Scheiße!
"Die Einzigen auf der Insel", sagt er.
Die haben so viel gekostet wie mein Monatsgehalt.
"Verstehe."
"Der vorläufige Obduktionsbericht ist ganz eindeutig.
Heiner Kampwirth ist an einer Hirnblutung"
aus einem kleinen Gefäßast gestorben.
So was kann sich Stunden oder Tage hinziehen.
Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel.
Also kein Totschlag oder Mord, sondern einfach nur ein Unfall.
Das war Ihnen schon nach der Zeugenschilderung klar?
Ja. Ich hatte so einen Fall schon mal vor ein paar Jahren.
Kommen Sie rein! ... Das ist Herr Kober.
Er ist Küchenhilfe im "Pott un Pann"
und möchte gerne was zu Protokoll geben.
So?
Glaubst du, dass meine Mutter noch lebt?
Manchmal denke ich, ich habe sie viel zu wenig gesucht.
Du hast nie aufgehört, sie zu suchen.
Sonst wärst du nicht hier.
* Untertitelung 2018: Untertitel-Werkstatt Münster *
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