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Untertitel, 2016 TV Text International
*Laute Musik erklingt.*
*Die Musik wird lauter.*
Moin!
Moin!
Würden Sie mir bitte das Handtuch reichen?
Danke!
130 Einbrüche seit letztem Herbst.
Immerhin 20 weniger als letzten Winter.
Wie hoch ist die Aufklärungsquote?
Wie hoch ist der Frucht- anteil in Fruchtjoghurt?
Liegt im einstelligen Bereich.
Der Fruchtanteil in Fruchtjoghurt.
Ich bin keine Einbrecherin. Die Tür war offen.
Schlamperei!
Was machen Sie noch hier, Frau Niemann?
Polizeiobermeister Brendel hat meine Wäsche getrocknet.
Holm reicht.
Echt? Waschen für einen guten Zweck?
Ja, Freund und Helfer ...
Scheinst ja noch freie Kapazitäten zu haben.
Die hat wohl einen gebrauchten Tag erwischt.
Wo kann ich mich umziehen?
Oder wollen Sie wieder zugucken?
Ne, heute nicht.
Tschö!
Alles in Ordnung bei dir?
Nur Kopfschmerzen.
Hättest deine Reha nicht abbrechen sollen.
Du solltest dich um deinen eigenen Scheiß kümmern.
Okay.
Mach ich mal.
Woher hast du die?
Da war ich noch ein Kind.
Kannst du dich dran erinnern?
Selbst gemachte Marmelade?
Eigentlich ist das Konfitüre.
Das ist Konfitüre, also mit Stückchen.
Marmelade hat keine Stückchen.
Das hab ich das letzte Mal gegessen, da war ich sieben.
*Schritte nähern sich.*
*Jemand klopft.*
Ja.
Hallo! Hab Essen fertig. Willst du rüber kommen?
Nee, mir geht's nicht so gut.
Bist du krank?
Ich habe Frauenprobleme.
Ach, so.
Du sagst Bescheid, wenn du was brauchst, ja?
Eine Wärmflasche oder Fencheltee.
Liegen reicht.
Ich nehme die Sachen mit.
Wärmflasche? Fencheltee?
Alkohol? Ja.
Gibt's zu der Oma auch einen Opa?
Nee, der ...
Den hat sie erschossen.
Das war so eine Eifersuchtsgeschichte.
Bist du auch eifersüchtig?
Vielleicht.
Tag, junger Mann!
Moin Moin!
Wie lange kennt ihr euch?
Eine Woche.
Da trennen sich andere schon wieder.
Ja.
Guck mal!
Süß!
Wie heißt dein Prinz?
Jacky.
Und was macht er?
Er ist Fleischer.
Fleischer?
Nein, Spaß! Er macht irgendwas mit Autos.
Hier auf der Insel?
Keine Ahnung!
Ich finde es schön, dass du hier bist!
Und hier in meinem Gartenhaus wohnst!
Als ich so alt war wie du, wollte ich auch von zu Hause weg.
Ein bisschen Freiheit. Das verstehe ich schon.
Aber wenn hier irgendwelche Jungs aus- und eingehen,
möchte ich schon gerne wissen ...
Hallo!
Kann ich ihn noch mal sehen?
Okay.
Ich hab nicht richtig hingeguckt.
Also würdest du gern wissen ...?
... wer hier kiloweise meine Konfitüre aufisst.
Jäckie.
Hab ich doch gesagt.
Jäckie.
Mark! Hier hat wieder jemand reingeschissen.
Lass das Simone wegmachen!
Wieso soll ich das immer machen?
Weil du hässlich bist. Fick dich!
Weiber wie du sind der Grund, dass wir uns selbst befriedigen.
Verfickte Schlampe!
Ich schnapp sie mir. Ich kümmere mich selbst drum.
*Etwas klappert.*
Simone!
Jäckie!
Und, läuft's?
Seit du weg bist, ist alles noch schlimmer geworden.
Alle sind solche Wichser.
Haben die dich noch mal angefasst?
Das sollen die sich trauen.
Ich hab noch dein Messer.
Vorsicht, das ist scharf! Gib mal her!
*Laute elektronische Musik.*
*Die Explosion kracht laut.*
*Jemand schreit laut "Hilfe".*
*Tanzmusik ertönt.*
Scheiße!
Kommen Sie mit, Sie beide!
Wir haben den Herrn Groth und den Herrn Tack.
Dem Herrn Groth gehört das Boot.
Erlebnisorientierte Erziehungs- und Freizeitarbeit.
Klingt nicht so sexy. Wir haben an der Formulierung lange gebastelt.
Beim Segelkurs wird das Jugendheim sofort unruhig, könnte Spaß machen.
Lassen Sie gewaltsame Jugendliche mit therapeutischer Knete spielen,
ist alles in Ordnung.
Aber ein Segelboot? Oh je!
Sie hätten die da draußen mal sehen sollen!
Wie aus dem Bilderbuch! Ein Team!
Da sitzt jeder Handgriff.
Es ist völlig egal, aus was für kaputten Familien die kommen.
Ein paar von denen sind vorbestraft.
Das spielt alles keine Rolle. Das lernen die.
Sie werden bei uns natürlich auch psychologisch betreut.
Sie sind der Psychologe? Sozialpädagoge.
Ich kümmere mich um die WG, um die Kids.
Mädchen für alles.
Das Mädchen, das im Krankenhaus liegt, Simone ...?
Anstrengend.
Ah. Ein bisschen kompliziert.
Hat aber ein gutes Herz, oder was meint der Psychologe?
Kommt hin.
Wissen Sie, was sie letzte Nacht am Hafen wollte?
Sie? Keine Ahnung!
Danke!
Gerne.
Gehe nach den Jungs gucken!
Hey! Du kannst hier nicht sein.
*Eine Radiosprecherin:*
Eben hab ich noch eine Meldung reinbekommen.
Bei dem Brand am Friesener Hafen
hat eine 53-Jährige Obdachlose schwere Verbrennungen erlitten.
Alle Details dazu erfahrt ihr gleich.
*Die Stimme verstummt.*
Sophie!
*Sie begrüßen sich auf Polnisch.*
Hallo Agneska!
Hallo Jakob!
*Ein Telefon klingelt.*
*Ein Sprecher:*
Das Opfer hat bei dem Brand schwere Verbrennungen erlitten.
Sein Zustand ist kritisch.
Ob es sich um einen Unfall oder Brandstiftung handelt,
bleibt noch Gegenstand der Ermittlungen der Polizei
in Zusammenarbeit mit der Friester Feuerwehr.
Über die Höhe des entstandenen Sachschadens ist nichts bekannt.
Vor kurzem erst hatte die Jugend- hilfe den Einmastsegler erworben.
Das Boot hatte vor einigen Jahren traurige Berühmtheit erlangt,
als bei einer Havarie vor Usedom zwei Menschen ums Leben kamen.
Entschuldigung!
Wir haben Besuch. Deine Mutter ist da.
Ich komme gleich.
Ich wusste nicht, dass du so neugierig bist.
Mach's gut! Tschüs!
Es gab eine Verletzte, hab ich gehört?
Ja. Kennst du die Obdachlose, die vor dem Supermarkt sitzt?
Steffi Niemann? Ja.
Wer hat den Brand gelegt?
Wissen wir noch nicht. Aber du bist die Erste, die es erfährt.
Weißt du, dass das Schiff früher "Beachgirl" hieß?
Ja.
Wir können diese Simone vernehmen. Das Krankenhaus hat angerufen.
Ich fahr gleich hin.
Und, genießt mein Kind seine Freiheit?
Denk schon.
Du hast Stefan und mir ver- sprochen, dass du aufpasst.
Das werde ich tun.
Tschüs!
Toll, dass du Frau Niemann geholfen hast!
Was wolltest du am Hafen?
Nichts.
Du läufst die zwei Kilometer von eurer WG zum Hafen
und hängst einfach ab, oder was?
Manchmal halte ich es da nicht mehr aus.
Das sind alles Wichser und Arschlöcher.
Was hast du am Hafen gemacht?
Ich wollte auf dem Boot pennen.
Als ich da ankam, hat es schon gebrannt.
Warum hast du nicht die Feuerwehr gerufen?
Das wollte ich ja.
Dann kam da diese Frau raus.
Weißt du, wer den Brand gelegt hat?
Nein.
Mehr wollte ich erst Mal gar nicht.
Ich hab noch ein paar Sachen geholt.
Klamotten und ein bisschen Obst.
Ich kann dir das nachher in den Schrank sortieren.
Thiel, Kripo.
Peters. Ellen Peters.
Ich bin eine Freundin.
Warum warst du gestern Abend nicht bei deiner Freundin?
Gestern Abend war ich gar nicht zu Hause.
Ich hab meine Mutter besucht in Wolgers.
Ach so.
Gute Besserung!
Schokolade?
Jakob Emmerich.
Geboren: 26.8.1999.
Letzte Wohnadresse der Eltern: Anklammerstraße 14a in Greifswald.
Nach dem Tod seiner Eltern
wurde Jakob der dortigen Kinder- und Jugendhilfe übergeben.
Was ist danach mit ihm passiert?
Da kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen.
Aus Datenschutzgründen.
Nach dem Tod seiner Eltern gab es Ermittlungen.
Ich war die leitende Staatsanwältin.
Ich weiß, wer Sie sind, Frau Lossow.
Und was Sie gemacht haben.
Mehr kann ich Ihnen wirklich nicht sagen.
Dann schönen Tag noch!
Erzählen Sie von Simone! Mutter Alkoholikerin, Vater unbekannt.
Hier geht's lang.
Als Kleinkind war Simone oft tagelang alleine zu Hause.
Die Mutter war unterwegs mit wechselnden Männerbekanntschaften.
Dürfen Sie das?
Einfach kommen und sich alles anschauen?
Brauchen Sie nicht einen Durchsuchungsbefehl oder so was?
Beschluss. Hat man ihr das Kind weggenommen?
Suizid.
Als man sie gefunden hat, war Simone fast verhungert.
Warum fügt sie sich so schlecht in die Gruppe ein?
Sie ist in sich zurückgezogen. Aggressiv. Affektgesteuert.
Gestern hat sie einer ihrer Mitbewohner angegriffen.
Könnte man so sagen.
Sie hat das Chemie-Klo über mir ausgekippt.
Das haben Sie ihr durchgehen lassen?
Hätte ich nicht.
Aber sie hat sich nicht mehr her getraut.
Oder sie hatte was anderes vor.
Was denn zum Beispiel? Das Boot abfackeln.
Warum hätte sie das tun sollen?
Weil sie weiß, dass wir das Boot cool finden.
Da abhängen, dran rumschrauben ...
Weil sie eine hinterhältige, kleine Ratte ist.
Bierchen?
Was haben Sie gestern Abend gemacht?
Wir waren hier.
Haben Film geguckt, oder?
Alle: Ja.
Sie sind hier wohl der große Checker.
Man könnte sagen, ich bin populär.
Haben Sie einen Freund?
Und ist es was Ernstes?
(flüsternd) Die Einen sagen so, die Anderen so.
Kriegst du nicht langsam Schwimmhäute?
Nee, wieso?
Konfuzius sagt: Gefahr entsteht, wenn der Mensch sich sicher fühlt.
Verderben tut dem, der versucht, einen Zustand zu erhalten,
Unordnung entsteht, wenn wir alles ordnen.
Daher vergisst der überlegene Mensch nicht die Gefahr,
wenn er in Sicherheit ist,
der Waise vergisst nicht das Gespenst des Verderbens ...
Was ist das denn?
Das ist meine neue Brille.
So gehe ich mit dir nirgends hin.
Wieso? Ich sehe jetzt viel besser. Du siehst ziemlich heiß aus.
Und du siehst mit der Brille so scheiße aus.
Du bist trotzdem atemberaubend.
Du gehst jetzt zu einem Optiker und besorgst dir was Vorzeigbares!
Dann habe ich ein sehr schönes Berliner Modell.
Ich weiß nicht. Bin ich das?
Passt hervorragend zu Ihrem Typ!
Was bin ich denn für ein Typ?
Intelligent.
Männlich.
Freundlich.
Abenteuerlustig.
Und was kostet die?
Das Gestell 290 und dann die Gläser noch mal je 70 Euro.
Ganz schön viel für eine Lesebrille, oder?
Na, ja. Sie müssen sich ja nicht gleich entscheiden.
Ich überlege noch mal.
Herr Thiel, wo ich Sie grad hier hab ...
Wären Sie so lieb, sich den Laden sicherheitstechnisch anzuschauen?
Gerne, Frau Böhlich.
Maike.
Stefan.
Cappuccino?
Gerne.
Geht es so? Ja.
Ich gucke mal.
Die Luft ist rein.
Mach's gut!
Auslöser war eine Flasche mit Brandbeschleuniger.
Wahrscheinlich von außen durch die Bootsluke geworfen.
Im Hinterschiff war Propangas gelagert.
War das Boot versichert? Ja, mit 50.000 Euro.
Dann sollten wir auch die Möglichkeit prüfen,
ob wir es mit einem Versicherungs- betrug zu tun haben, oder nicht?
Die sensibelsten Stellen sind die Schaufenster und die Tür.
Sicherheitsglas alleine bringt's nicht.
Man könnte mit Roll- gittern was machen.
Wenn dir das aber...
Wenn Ihnen das zu mächtig ist,
würde ich eine stabile Zweitscheibe aus Polycarbonat empfehlen.
Das sieht gut aus und hält.
Ich verlasse mich da ganz auf Sie.
Gut.
Ich hab Ihnen mal auch meine Privatnummer drauf geschrieben.
Ich muss ja eh noch mal kommen.
Tschüs!
Bis bald! Genau.
*Ein Telefon klingelt.*
Hi!
Julia, ich bin im Krankenhaus.
Mir geht's gut, aber hier ist jemand abgängig.
Jup.
Aber ich hab da so eine Idee.
Ich komme vorbei.
Ich schaue mich ein bisschen um.
Tag, Frau Peters!
Wo würden Sie sie suchen?
Weiß ich nicht.
Ich denke, Sie haben so ein inniges Verhältnis zu ihr?
Irgendeiner muss sich ja um die Kleene kümmern.
Guck mal!
Aha.
Ja, sie war kurz hier.
Ich hab ihr was zu essen gegeben.
Ein bisschen Geld.
Und dann?
Dann ist sie wieder los.
*Sie macht den Fernseher lauter.*
Tschüs, Frau Peters!
Julia!
Hat sich Sophie gemeldet?
Von der hört man gar nichts mehr.
Gehe ich ihr so auf die Nerven?
Quatsch!
Das ist normal für eine 17-Jährige.
Die hat im Moment keinen Bock auf ihre Alten.
Apropos, jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind,
könnten wir doch mal wieder einen schönen Pärchenurlaub machen, oder?
Ja.
Ausschlafen.
Lesen.
Sonne.
Du kannst wieder tauchen gehen.
Wieder schlafen.
Vielleicht kannst du auch deine scheiß Pillen absetzen.
Ich nehme die, weil ich Schmerzen hab, Stefan.
Und ich nehme nur so viele, wie der Arzt mir verschrieben hat.
'Tschuldigung!
Allein?
Jäckie musste weg. So plötzlich?
Er hat eine Arbeit.
Kann ich jetzt ins Bett?
Würdest du mir sagen, wie dein Jäckie wirklich heißt?
Vielleicht Jakob? Jakob Emmerich?
Und wenn es so wäre? Dann müsste ich mit deinem Jakob reden.
Ich kenne keinen Jakob.
Mit deinem Jäckie.
Ich weiß nicht, wo er ist.
Wenn er irgendwas mit dem Brand zu tun hat...
Hat er nicht. Okay?
Hat er dich mal nach deinem Großvater gefragt?
Nein.
Simone!
Scheiße!
Lass doch! Du tust dir nur weh.
*Sie schreit etwas.*
Wir haben uns im Seniorenheim erkundigt, in dem Ihre Mutter lebt.
Sie kommen zwei Mal die Woche, pünktlich wie die Maurer,
immer mit Lebens- mitteln und Blumen.
Sie müssten mal sehen,
was die zu fressen kriegen in diesem Seniorenheim.
Wann waren Sie aus Wolgers zurück?
Was weiß ich? So um vier.
Simone hätte Sie anrufen und die Nacht bei Ihnen verbringen können.
Was wollte sie am Hafen?
Simone hat diesen beknackten Karren nicht abgefackelt.
Warum hat sie sich dann bei Ihnen versteckt?
Weil sie Angst hat, dass sie sie wieder wegschicken.
Wegen dem ganzen Ärger in der WG.
Wie wegschicken?
Wo alle schweren Fälle hinkommen.
Zu irgendwelchen Polen-Familien.
Wer schickt die schweren Fälle nach Polen?
Diese Arschlöcher von diesem Jugendhilfe-Verein.
Mit dem Segen vom Jugendamt.
Ich hab einen Antrag gestellt schon vor Monaten,
dass ich Simone zu mir nehmen will.
Das interessiert keine Sau.
Stattdessen soll sie zu Leuten, die sie gar nicht kennt.
Was hat sie Ihnen über den Brand erzählt?
Da gibt es nichts zu erzählen.
Der Kahn stand in Flammen und dann ist die Pennerin raus.
Simone hat versucht, der zu helfen.
Simone hat ihr Leben riskiert für die arme Sau.
Ich muss pinkeln.
Und ich muss herausfinden, wer das Schiff angesteckt hat.
Es ist fast ein Mensch draufgegangen.
Wenn ich nicht da gewesen wäre, schon.
Das schließt nicht aus, dass du die Brandstifterin bist.
Warum bist du mit einem Messer unterwegs?
Das war ein Geschenk.
Da hängen Erinnerungen dran.
Wer schenkt dir ein Messer? Das geht Sie nichts an!
Ich muss aufs Klo.
Wann war die Zeugin zum letzten Mal auf Toilette?
Vor neun Minuten.
Was wolltest du wirklich am Hafen, Simone?
Sie würden es geil finden, wenn ich jetzt ein Geständnis mache.
Dann können Sie nach Hause zu Ihrer Familie.
Ihre Kinder fackeln nichts ab. Das machen nur solche wie ich.
Also muss ich es gewesen sein. Ist es gut, wie du dich aufführst?
Du hast auch nur einen Job, weil es uns gibt.
Fragen Sie den mal, was sein Chef für 'ne Karre fährt!
Luxusklasse nagelneu! Die verdienen an uns.
Euch stört es gar nicht, dass es uns gibt.
Ihr braucht das Assi-Pack, sonst würde euch keiner brauchen.
Ich muss verdammt noch mal aufs Klo.
Was wolltest du am Hafen, Simone?
Ganz toll!
Du kannst hier drinnen rumsauen, so viel du willst.
Wir gehen morgen mit dem Schlauch durch und fahren zum Haftrichter.
Ich hab die Welt da draußen nicht gemacht.
Und ich kann sie nicht für dich in Ordnung bringen.
Mein Job ist es, diesen Brandstifter zu finden.
Ob du das warst oder jemand anderes, ist mir scheißegal.
Simone!
Ich hab hier was Trockenes zum Anziehen für dich.
*Sein Telefon klingelt.*
Hallo Maike! Na?
Nein, ist kein Problem.
Ich mach das doch gerne.
Endlich ein Auftrag, der Spaß macht.
Ich melde mich gleich noch mal. Auf Wiederhören!
Na? Du hast wohl Heimweh?
Nee, ich will nur paar Sachen holen.
Du bist schon wieder gewachsen.
Ist alles in Ordnung?
*Er hört Mrs. Robinson von Simon and Garfunkel.*
*Die Musik verstummt.*
Tag, Klaas!
Das ist Klaas Wannhoff. Er war ein hohes Tier bei der Marine.
Korvettenkapitän, oder so.
Opa und er waren Freunde.
Sie waren mal segeln zusammen und das Boot hat Wannhoff gehört.
Mit dem hat er damals eine Jolle gerammt.
Mit Urlaubern drin. Einem Ehepaar und einem Kind.
Das war eine schlimme Sache.
Hat der Junge was mit dem Brand zu tun?
Ich war bei den Leuten, denen du dein haus verkauft hast.
Da hat er sich nach deiner Adresse erkundigt.
Kurz danach ist er bei mir aufgekreuzt und hat erfahren,
dass mein Mann tot ist.
Drei Tage später stand das Boot in Flammen.
Und jetzt?
Willst du mich warnen?
Er hat nicht vergessen, wer seine Eltern auf dem Gewissen hat.
Ich hab niemanden auf dem Gewissen.
Wer war Schuld? Niemand. Es war schlechte Sicht.
Das ist sicher?
Das weiß ich nicht, das ist so lange her.
Musst du Oma Fragen. Opa war dabei damals.
Opa war ja auch so ein ehrlicher Typ.
Er hat bestimmt alles genauso gesagt, wie es war.
Was ist los mit dir?
Steht dir, die neue Brille!
Danke!
Ich hab bei Jürgen 100.000 Euro im Nachlass gefunden.
Aha!
Er hat dir nicht den Arsch gerettet
und du hast dich dafür erkenntlich gezeigt?
Unsinn!
Diese Geschichte holt mich immer wieder ein. Lügen, nicht als Lügen.
Das ist zum Kotzen!
So sind die Menschen.
Wir lügen, betrügen, ducken uns weg.
Die Sache ist verjährt. Soll ich jetzt meinen guten Ruf ruinieren?
Wem würde das helfen?
Dem Jungen.
Vielleicht würde er dann nicht mehr so viel Unheil anrichten.
Wenn du glaubst, der Junge hat den Brand gelegt,
solltest du die Polizei informieren.
Das ist eine gute Idee.
*Die Musik spielt weiter.*
Hallo!
Hat gedauert, aber hier, wie erbeten, Akten von den Jungs,
die zur Einzelbetreuung nach Polen sind.
Sie meinen, das ist einer von denen?
Warum ausgerechnet Polen?
Hart katholisch und Herz.
Für manche Jungs eine ganz gute Mischung.
Alles gut bei Ihnen?
Die Verschickung auf- fälliger Jugendlicher
ist mit dem Jugendamt abgestimmt?
Verschickung, ja.
Ja, was meinen Sie denn?
Ich kann kein Fenster aufmachen, ohne einen Antrag zu stellen.
Wo ich gerade bei Anträgen bin, ich hab den Schreibtisch voll.
Ich fahre wieder Bitte! Guten Tag!
*Ein Handy klingelt.*
Jäckie!
*Ein Telefon klingelt.*
Autoservices Robert.
Hallo!
Scheiße!
Was gibt es so Dringendes?
Jakob Emmerich.
Das ist der Junge, der vor zehn Jahren diese Havarie überlebt hat.
Mit der Beachgirl.
Ich hab ihn hier auf Usedom gesehen.
Vor ein paar Tagen.
Vor dem Brand.
Und das erfahre ich erst jetzt?
Ich dachte, vielleicht wisst ihr ja bescheid.
Ich wollte mich nicht schon wieder in deine Arbeit einmischen.
Sonst noch was, was ich wissen muss?
Nein, das war's.
Das sind ganz schöne Hammer- dinger, die du da nimmst.
Kannst du damit überhaupt arbeiten?
Danke!
Ich würde gerne mit Jakob Emmerich sprechen.
Dafür brauche ich Amtshilfe in Polen.
Seine Eltern sind damals bei dem Schiffsunglück gestorben.
Die letzten zehn Jahre verbrachte er in Pflegefamilien und Heimen.
Vor einem Jahr ist er bei der Blink für Jugendhilfe gelandet.
Die hat das Problem nach Polen ausgelagert.
Kurz vor dem Brand hat er sich auf Usedom rumgetrieben.
Woher wissen Sie das?
Von einer Zeugin.
Sophie!
Kennst du den?
Sie wissen eh, wer das ist.
Kennst du ihn aus der WG? Ja. Na, und?
War er im Hafen, als das Schiff gebrannt hat?
Nee, war er nich.
Was ist das für ein Typ, dieser Jäckie?
Er ist nett.
Nett. Zu dir? Zu allen?
Was soll das jetzt?
Wenn er nach Polen geschickt wurde, muss er aufgefallen sein.
Das hat mir deine komische Freundin Ellen Peters erklärt.
Wer sich nicht anpasst, fliegt. Red jetzt endlich!
Er hat sich eben nicht alles gefallen lassen.
Wie du.
Wie ich.
Wann hast du ihn das letzte Mal gesehen?
Vor 'nem Jahr.
Okay.
*Der Fahrer hupt.*
Was ist los?
Willst du uns umbringen, oder was?
Tut mir leid! Das ist ein Notfall.
Komm! Bitte!
Wo ist Jakob Emmerich?
Keine Ahnung! Keine Ahnung?
Warst du nicht auf dem Weg zu ihm? Ich wollte auf den Polenmarkt.
Shoppen gehen?
Und dafür hast du dir Zahnbürste und Klamotten eingepackt?
Ich hab nicht gedacht, dass du mich mal von vorne bis hinten belügst.
Muss wohl in der Familie liegen.
In der Familie muss das liegen.
Das ist ganz toll.
Meine Liebe!
Was weißt du über den Brand?
Das, was alle wissen. Was wissen denn alle?
Was wissen alle?
Jäckies Eltern sind gestorben auf der Ostsee. Ja.
Alle Zeitungen haben geschrieben, da war Nebel.
Aber da war kein Nebel. Und Opa war dabei.
Der Quatsch von der Nebel- wand war nur erfunden.
Das hat Jäckie erzählt?
Ihm hat keiner geglaubt. Er hat gesagt, dass die beiden lügen.
Aber nein, er war ein Kind. Er wusste das alles.
Hat er dir das erzählt?
Er wurde sein ganzes Leben nur rumgeschubst und verarscht.
Deswegen ist er kein Verbrecher!
Das hab ich auch nicht gesagt. Hast du nicht gesagt. Toll!
Dann ist er kein Verbrecher.
*Sie atmet erregt.*
Komm, bitte! Komm mit!
Komm bitte nach Hause!
Ich konnte deinem Jäckie damals nicht helfen.
Aber vielleicht kann ich es jetzt.
Guten Morgen!
Und jetzt?
Dann helfe ich dir mal.
Man muss sein Gehirn einschalten! Ihr könnt ihn nicht weglassen.
Da hat ein Arschloch mein Boot abgefackelt!
Wenn der kleine Penner was damit zu tun hat, dann ist hier Ende!
Es ist traurig, dass seine Eltern vor zehn Jahren gestorben sind.
*Sie hupt.*
*Sie hupt immer wieder.*
Arschloch!
Mann!
Ist alles okay?
Pass auf:
Ich mache dir jetzt einen Vorschlag.
Ich werde dich zu Wannhoff fahren.
Und da klären wir dann, was vor zehn Jahren passiert ist.
Und du wirst dich danach der Polizei stellen. Ist das okay?
Danach stellst du dich der Polizei!
Gibt's was Neues?
Danke!
Und?
Jakob Emmerich arbeitet in einer Autowerkstatt.
Er hat dort gearbeitet, im Moment ist er auf der Flucht.
Ist die Fahndung schon raus? Ja.
Gut.
Halten Sie mich auf dem Laufenden!
Hast du dich an Sophie rangemacht,
um was über ihren Großvater rauszukriegen?
Ich hab mich nicht an sie rangemacht.
Ich wusste nicht, dass Sie Ihre Enkeltochter ist.
Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Ich saß in der Nähe von Ihrem Haus.
Und hast spioniert?
Ich wusste nicht, was mit Ihrem Mann ...
Dass ich meinen Mann erschossen hab?
Dann weißt du es jetzt. Und weiter?
Weiter!
Wir sind ins Quatschen gekommen, Sophie und ich.
Ist das deine Masche, an Frauen ranzukommen?
Armes Waisenkind, aber ganz cooler Typ?
Bullshit!
Hast du ihr erzählt, was dich mit meinem Mann verbindet?
Aber du hast ihr erzählt, warum du dieses Schiff abfackeln wolltest.
Damit hab ich nichts zu tun.
Natürlich nicht. Klar.
Was ist jetzt los?
Ich muss tanken. Oder willst du laufen?
Ich übernahm den Fall, weil Ihre Mutter in der Sache Zeugin war.
Aber den Jungen hatte ich nicht mehr auf dem Schirm.
Dass er dann auf dem Boot landet, das an der Havarie beteiligt war,
hätte jemandem auffallen müssen. Hätte, hätte, Fahrradkette.
Ja.
Holm hier. Deine Mutter hat an der Tankstelle Diesel geklaut.
Und zwei Schokoriegel.
Wäre ich deine Anwältin, würde ich auf mildernde Umstände plädieren.
Schweres Kindheits- trauma nie verarbeitet.
Und immer den Wunsch gehabt, die Schuldigen zu bestrafen.
Da du die nicht gefunden hast, hast du dir das Schiff vorgenommen.
Das ist eine heftige, aber entschuldbare Reaktion.
Damit würden wir vor Gericht durchkommen.
Wenn du nicht noch mehr Mist baust.
*Sie sprechen polnisch.*
Sophie!
Hast du eine Ahnung, wo deine Oma ist?
Was?
Weißt du, wo Oma ist?
Hast du hierfür eine Erklärung?
Was ist los? Bist du krank?
Oh Mann!
Kennst du den Jungen?
Seid ihr zusammen?
Hat Jakob Emmerich dir gesagt, dass er Feuer legen wird?
Dein Vater hat einen Mörder ge- deckt und Jäckies Leben versaut.
Aha.
Vielleicht erklärst du mir mal das hier.
Sie hat gesagt, sie will mit ihm reden.
Das ist doch ...
Seid ihr denn alle ...?
Macht hier jeder ...? Scheiße!
Du redest mit niemandem darüber! Hast du das verstanden, Sophie?
Du redest mit niemandem darüber! Hast du mich verstanden?
Die Geschichte, Jäckie, das Boot, Opa ... Kein Wort zu niemandem!
Hast du mich verstanden?
Ja.
Stefan? Ich bin bei Sophie. Kannst du bitte vorbeikommen?
Jule, das ist jetzt ganz schlecht.
Was ist denn los?
Bitte! Es ist wichtig.
Gut. Bin unterwegs.
Tut mir leid, ich muss los. Irgendwas ist mit meiner Tochter.
Ich melde mich.
Wannhoff ist kurz nach der Havarie aus Heringsdorf weggezogen.
Er hat sein Haus und Boot verkauft.
Zehn Jahre später geht genau dieses Boot in Flammen auf.
Kurz nachdem Jakob Emmerich auf der Insel gesehen wurde.
Also cancele ich den Haftrichter-Termin für Simone?
Besser ist das.
Bist du jetzt völlig verrückt geworden?
Ich schlage dir vor, zuzuhören!
Sie waren Offizier. Da gibt es einen Ehrenkodex.
Dass man zu seiner Verantwortung steht.
Jäckie! Das ist keine gute Lösung!
Es war Nebel, Jakob.
Ich hab das Boot von deinen Eltern nicht gesehen.
Sie lügen ja immer noch!
Seit diesem Tag hat mich die Geschichte nie losgelassen.
Es ist für mich der selbe Albtraum wie für dich.
Da war kein Nebel!
Geben Sie zu, dass Sie lügen!
Sagen Sie, wie es war!
Ich war nicht am Steuer als es passiert ist.
Ich war in der Kajüte, was zu Trinken holen.
Jäckie, ich ...
Hör mir zu!
Ich bin genauso schuld wie er.
Ich hab immer geahnt, dass mein Mann lügt.
Aber ich hab nichts gesagt, damit er nicht geht. Verstehst du?
Ich brauchte jemanden, der für mich aussagt.
Und er brauchte neues Kapital für sein neues Leben.
Ich hab's ihm gegeben.
Ich hätte ihn anzeigen müssen.
Dann hätten alle gewusst, wie deine Eltern ums Leben gekommen sind.
Aber ich habe es vorgezogen, ihn zu erschießen.
Jäckie, wenn du jetzt den Racheengel spielen willst,
dann musst du mich auch erschießen.
Willst du das?
Ja?
Uns beide?
*Der Schuss kracht.*
Komm!
Gib her!
Es gibt gute Nachrichten.
Du kannst gehen.
Wieso?
Jakob hat das Schiff angezündet.
Soll ich dir helfen?
Das Benzin war in einer Weinflasche.
Da hab ich ein Papier- taschentuch reingesteckt.
Ich hab Molli durch die Deckenlucke geschmissen.
In der Kombüse hat es zuerst gebrannt.
Warum hast du das gemacht?
Ich wollte meinen Hass raus- lassen auf dieses scheiß Boot!
Diese Wichser der WG und meine Betreuer.
Der Arsch, der mich zu Polaken- Pflegeeltern schicken will.
Und diese Jugendamt-Penner! Das ist alles beschissen!
Wir hatten einen Deal.
Was ist mit Simone?
Sie hat ein Motiv, sie war am Tatort, sie verfügt über Wissen,
das nur der Täter haben kann und sie hat gestanden.
Und Jakob Emmerich?
Es gibt mehrere Gründe, warum ein Verdächtiger eine Tat bestreitet.
Einer dieser Gründe kann sein,
dass er die Tat nicht begangen hat.
Wie konnten Sie den jungen Mann auf diesem Boot arbeiten lassen?
Ja, das ist richtig. Das ist furchtbar.
Das ist eine Sache, die nicht passieren darf.
Das bedeutet für mich, dass ich in Zukunft noch gewissenhafter...
Simone hat uns erzählt,
dass Sie seinen polnischen Be- treuern monatlich 500 Euro zahlen.
Das Jugendamt zahlt Ihnen aber 5.000.
Das ist ein schöner Gewinn pro deportiertem Kind.
Wie bitte?
Deportiertem Kind?
Da wollen Sie bitte mal Ihre Wortwahl überlegen!
Unsere Schützlinge kommen in ausgesuchte Pflegefamilien.
Im Fall von Jakob Emmerich wurde er als Hilfsarbeiter eingesetzt.
Er ist nicht zur Schule gegangen.
Und psychologisch betreut wird er schon gar nicht.
Sie geldgeiles Arschloch!
Wir sollten uns Ihren Verein mal etwas genauer anschauen.
Jäckie!
Hat geil gebrannt der blöde Kutter!
Kann ich kurz ...?
Kurz.
Ich krieg maximal ein Jahr. Dann kann ich mein Quali machen.
Ist immer noch besser, als zu den Wichsern zurück zu gehen.
Jetzt aber!
Schönen Feierabend!
Schönen Feierabend!
Es ist noch alles da.
Das ist dein Erbe.
Es war klar, dass das kein ehrliches Geld ist.
Meinst du wirklich, das ist eine gute Idee?
Ja.
Gegen dich liegt übrigens eine Anzeige vor.
Wannhoff?
Tankstelle.
25 Liter Diesel.
Guten Tag, Frau Niemann!
Ich komme von einem gemeinnützigen Verein.
Wir sind da nur ein paar Leute.
Wir kümmern uns ...
Ja, wir kümmern uns.
Das hier ist für Ihren Neustart.
Wenn Sie hier rauskommen.
Ich stelle die in Ihren Schrank.
Ich leg den hier rein.
Alles Gute!
Wiedersehen!
Scheiße!
Untertitel: 2016 TV Text International
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