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*Die Reifen quietschen.*

Nimmst du mich mit?

Klar, komm!

Bist du bereit?

Alter!

Hey!

Und raus!

Raus!

*Er spricht polnisch.*

Behalte deine Frechheiten für dich! Auch, wenn ich sie nicht verstehe.

Bullen-Schweine!

*Der Körper schlägt krachend auf.*

*Ein Hund bellt.*

Fuck!

Scheiße! Das ist René.

Nicht anfassen! Komm!

Nicht anfassen!

Komm!

*Der Hund jault.*

Es ist gut, eine Freundin wie dich zu haben!

Ich bringe ihn dir heil zurück. Versprochen!

*Sie verabschiedet sich auf polnisch.*

Alles Gute!

Bis bald! Komm!

Gefällt er dir?

Es dauert nicht lang und dann ist die Mama wieder zu Hause.

Du verstehst mich, oder?

Dann sag mal:

Alles wird gut.

Alles wird gut.

Alles wird gut!

Alles wird gut!

Und wie heißt das auf polnisch?

Wszystko bedzie dobrze. Wie?

Wszystko bedzie dobrze.

Wszystko bedzie dobrze.

Will der nicht rüberfahren?

*Sie hupt.*

*Sie hupt noch mal.*

*Der Hund jault.*

Ganz brav!

Der Hund hat sein totes Herrchen verbellt.

Hm? Jägersprache.

Der Hund verbellt das tote Wild.

Wer hat euch verraten, dass hier ein Autorennen stattfindet?

Hinweis aus der Bevölkerung.

Wie der junge Mann überfahren wurde, habt ihr nicht erfahren?

Nee, zumindest hat sich keiner bei uns gemeldet.

Reifenspuren?

Nee. Die sind sicher einfach durchgebrettert.

Hat sie das Auto- rennen fotografiert?

Das nehme ich an.

Von der Leiche? Auch. Bis ich es ihr verboten hab.

Frau Butenschön, Ihre Kamera!

Ihnen auch einen guten Abend, Frau Kommissarin!

Sie haben Fotos von einem Tatort. Die Bilder hätte ich gern.

Herrgott noch mal!

*Der Hund jault.*

Hallo Frau Thiel!

*Der Hund winselt laut.*

Ist was mit René?

Hallo!

*Laute Hubschraubergeräusche.*

Das Blut hab ich weggekriegt.

Wir lassen den Wagen verschwinden.

Reicht es nicht, wenn wir ein paar Teile austauschen?

Oder überlackieren?

*Lautes Klopfen.*

Liebe Gäste!

Ich möchte mich noch einmal, da spreche ich für uns alle,

bei unseren Gastgebern bedanken.

À votre santé!

Sie wollten uns auch noch etwas sagen, Julia?

Machen Sie reinen Tisch!

Danach geht es Ihnen viel besser.

Erinnern Sie sich noch,

wie vor sechs Monaten draußen in Kamminke ein Kutter gebrannt hat?

An Bord war eine Obdachlose.

Sie hat schwere Ver- brennungen erlitten.

Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen? Frau Steffi Niemayer.

Ich dachte erst, dass ein junger Mann die Tat begangen hat.

Verehrtes Publikum, Jakob Emmerich alias Jackie.

Ich ließ ihn frei, weil 'ne zweite Tatverdächtige gestanden hat.

Simone Simmer.

*Er singt:* # Ich hab im Traum gewandelt.

Geträumt, du lägest im Grab. #

*Sie schreit entsetzlich.*

Last but not least Sophie Thiel.

Willst du einen Kaffee? Nee.

In zwei Tagen beginnt der Prozess.

Ich muss los.

*Ein Telefon klingelt.*

Wenn dem Jungen was passiert ist, dann...

Karin, mach dir nicht solche Sorgen!

Vielleicht wollte er einfach Hilfe holen.

Was ist genau passiert?

Mir ist ein Auto entgegen gekommen.

Auf meiner Seite.

Ich hab gehupt wie eine Blöde und Lichtzeichen gegeben.

Dann hat er mich in den Graben gedrängt.

Dann war alles schwarz.

Was ist das für ein Junge? Was macht der in deinem Auto?

Wir haben uns am Strand kennen gelernt, seine Mutter und ich.

Wir haben uns angefreundet.

Ich hab seiner Mutter ver- sprochen, auf ihn aufzupassen.

Mit der eigenen Familie ist sie nicht so eng.

Kennen Sie den Jungen?

Nein.

Meine Mutter passt manchmal auf ihn auf.

Keine Lackspuren von einem anderen Fahrzeug.

Wahrscheinlich haben sich die Wagen nicht mal berührt.

Anscheinend nicht.

Und die Reifenspuren ...?

Werden geprüft.

Gestern zu viel gefeiert?

Haben Sie von dem illegalen Autorennen gestern gehört?

Nein.

Die Polizei hat es gegen 19 Uhr aufgelöst.

Ein Fahrer hat bei der Flucht 'nen Mann überfahren. Er ist tot.

Der Unfall hier eine knappe Stunde später.

Zweimal Fahrerflucht.

Sicher ein Zufall.

Was hätte der Fahrer in Polen verloren?

Bei dem Autorennen waren auch Polen dabei.

Und dieser Pole hat erst einen Deutschen überfahren,

und dann diesen Unfall verursacht?

Ich sag nicht, dass es so war.

Aber wir sollten es überprüfen.

Frau Butenschön!

Ich glaube, die gehört Ihnen. Ja, danke!

Ich fotografiere selbst ein bisschen.

Mehr als Hobby.

Wir können uns Ihre Arbeiten ge- meinsam ansehen, Herr Staatsanwalt.

Das ist eine wunderbare Idee!

Frau Thiel! Nach der Nummer schulden Sie mir ein Interview.

Zum Thema "Beweismittelsicherung"?

Nein, danke!

Aber was ist mit dem Verfahren gegen die kleine Brandstifterin?

Ich verstehe Sie nicht.

Entspannte Beziehungen zur Presse sollten uns wichtig sein.

Dann finde ich die Tatortfotos von Frau Butenschön im Internet?

Nein, Frau Butenschön und ich haben ein Agreement.

Hallo, Butenschön. Ich möchte gerne Doktor Müller sprechen.

Ja, ich warte.

Hi! Du, zu diesem Verfahren gegen diese kleine Brandstifterin ...

Ja.

Die sind hier alle ganz schön nervös.

Das Opfer: René Bahske.

17 Jahre alt, Klempnerlehrling.

Laut vorläufigem Obduktions- bericht schwere Aortaverletzung.

Er ist nach zwei Minuten verblutet.

Angehörige?

Die Mutter, geschieden. Eine kleine Schwester.

Wir fanden an der Kleidung und an diesem Ring Lackspuren.

Amazonas-grün metallic.

Die Butenschön hat diesen Wagen fotografiert.

Wo ist da das KFZ-Kennzeichen?

Ja, das ist leider nirgends mit drauf.

Hast du mal die Liste? Hier.

Alle Fahrer des selben Fahrzeug- typs mit derselben Lackierung.

Das reduziert die Zahl der zu überprüfenden Personen auf 1, 2.

Sechs.

Es kann aber auch sein, dass der Halter nicht mit drauf ist,

weil er den Wagen umlackiert hat, das nicht im Fahrzeugschein steht.

Nicht so pessimistisch!

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir diesen Mistkerl haben.

Für den Brandstiftungsprozess sehe ich auch keine Schwierigkeiten.

Sieht so aus, als hätten wir einen guten Lauf.

Nicht wahr, Frau Thiel?

Bei dem Autorennen waren Sie dabei.

Frau Schmidt, das sind doch Sie.

Ja, ich war da.

Könnten Sie uns aufs Revier begleiten?

Wir brauchen Sie als Zeugin.

Obdachlosenzeitung?

Wo brennt's denn?

Wir müssen zu meiner Mama gehen und ihr alles erzählen.

Okay.

Dann erzählen wir es deiner Mutter.

Bei dir zu Hause oder auf der Wache?

Du denkst, gut rauszukommen, weil du beim Brand nicht dabei warst.

Aber was ist mit mir? Ich gehe in den Knast.

Nur, weil du ein sensibles, anständiges Mädchen bist.

Ich kann nicht mehr.

Kann nicht alles so bleiben, wie es ist?

Ja, ich war am Hafen, weil da was los war.

Dafür kriegen Sie auch keinen Ärger.

Was uns viel mehr interessiert, ist ...

Kennen Sie den Fahrer dieses Wagens?

Auf den hab ich gar nicht geachtet.

Der hat ja nicht mal gewonnen.

Noch nie gesehen?

Was ist mit dem jungen Mann, der überfahren wurde?

Das ist der René.

René Bahske.

Der wohnt ein paar Häuser weiter. *Jemand klopft.*

Jetzt nicht! Komm mal, bitte!

Komm!

Sekunde!

Wir haben ihn.

Ja.

Gute Arbeit!

Danke!

Das kann ich mir jetzt gar nicht erklären.

Den muss jemand geklaut haben.

Aus der Garage?

Ja.

Die kommen ins Haus rein, so minimalinvasiv.

Das merkt man gar nicht.

Dann klauen sie den Wagen- schlüssel, sonst nichts.

Soll nicht auffallen. Nachts holen sie den Wagen aus der Garage.

Waren Sie gestern Abend in Peenemünde?

Nein.

Das sind Amateurvideos aus'm Netz, wo man Ihren Wagen gut sehen kann.

Na, wo ist er?

Da ist er doch.

Okay. Ich war auch dabei.

Sieht man ja da.

In dem Video.

Als die Polizei kam, bin ich natürlich weg.

In welche Richtung?

Richtung Hafen, dann nach Hause.

In die Garage? Ja.

Dafür, dass Sie wen überfahren haben, sind Sie recht entspannt.

Weil ich ein reines Gewissen habe.

Ihren Wagen, wo lassen Sie den reparieren, wenn er kaputt ist?

Irgendwo.

Wie's gerade kommt.

Nicht in einer polnischen Auto- werkstatt, weil es billiger ist?

Aber auch polnischer.

Ich geb mein schönes, deutsches Auto nicht in eine Polenbude.

Ein Satz Sommerreifen, Werk- statt Kopschinski, Swinoujscie.

Praktisch! Westlich der Swina muss man nicht mal die Fähre nehmen.

Okay, ja.

Kleinigkeiten.

Die lasse ich schon mal da drüben machen.

Kommen wir zu Unfall Nummer Zwei.

Wer ist das?

Wer soll das sein?

Herr Kopschinksi, woher kommen Ihre Kunden?

Ich habe viele Kunden aus Deutschland.

Einen Sören Wulff?

Ja, der ist auch Kunde bei mir.

Wann hatte er seinen Wagen das letzte Mal hier in der Werkstatt?

Das muss ich im Computer nachsehen. Worum geht es überhaupt?

Kommen Sie ins Büro!

Was soll ich der Mutter sagen, wo der Junge ist?

Sag ihr, was passiert ist!

Und sag ihr, dass die polnischen Kollegen den Jungen finden werden.

Vielleicht haben wir auch eine Spur.

Was für eine Spur?

Gestern Nach wurde ein 17-Jähriger überfahren.

Der Unfallverursacher ist flüchtig.

Wahrscheinlich hat er seinen Wagen in Swinemünde entsorgt.

Gut möglich, dass sich eure Wege gekreuzt haben.

Was?

Da hat so ein dummes Schwein jemanden überfahren

und danach mich von der Straße gedrängt?

Vielleicht.

*Ein Handy klingelt.* Hast du nach Tamas gefragt?

Was denkst du denn?

Störe ich, oder was?

Ich möchte Sophie von der Arbeit abholen.

Klar.

Klar.

Hat sie mal mit dir gesprochen?

Nein, spricht nicht mehr mit mir, die Dame.

Als sie letzten Sommer bei mir eingezogen ist...

Sie ist nicht bei dir eingezogen.

Nein, sie ist nicht bei mir eingezogen.

Als sie letzten Sommer ein paar Wochen bei mir gelebt hat,

da dachte ich, wir werden Freunde.

Ich hab mit ihr über alles reden können.

Wir haben viel unternommen.

Und dann kam dieser Jackie.

Und dann kam dieser Jackie.

Bis nachher!

Schönen Feierabend! Tschüs!

Wofür bestrafst du dich, Sophie?

Du triffst keine Freunde mehr, der Job. Du stinkst nach Fisch.

Vielleicht hab ich eine auto-agressive Ader wie du.

Mit deinen Scheißtabletten und deiner Arbeit.

Du sagst mir jetzt, was an dem Abend passiert ist!

Was hast du mit dem Brand zu tun?

Ist das jetzt ein Verhör?

Hat Jackie das Boot angesteckt?

Mama, du hast deine Schuldige.

Ein halbes Jahr redest du darüber nicht. Wieso jetzt?

Ich hatte Angst, was du mir sagst.

Warst du dabei?

Simone!

Besuch für dich.

Was war das Schlimmste, was du jemals in deinem Leben getan hast?

Ich hab meine Dienstwaffe zu Hause liegen lassen.

Meine Mutter hat damit meinen Vater erschossen.

Das hab ich mir nie verziehen.

Ich hab gewusst, was Jackie vorhat.

Und ich hab ihm dabei geholfen.

Er hätte das niemals gemacht,

wenn er gewusst hätte, dass da ein Mensch auf dem Schiff war.

Ein paar Tage später habt ihr das Mädchen verhaftet,

das gar nichts damit zu tun hatte.

Jackie!

Hey!

Sie hat alles gestanden, weil sie in ihn verliebt war.

Und Jackie, dieses Arschloch, lässt alles einfach so weiter laufen.

Ich freu mich, dass du da bist! Klar!

Mama, ich kann nicht mehr.

Ich werde das alles aussagen.

Das lässt du schön bleiben!

Das ist mein Fall, ich kümmere mich drum.

Das ist wirklich interessant!

Dankeschön!

Während des Studiums hab ich mich fürchterlich gelangweilt.

Dann hab ich das Strafgesetz- buch in Haikus übertragen.

In was?

In Haikus, japanische Kurzgedichte.

Prost! Prost!

Dirk!

Dreizeiler. Versminiatur.

Da hinten sitzt unser lieber Doktor Brunner.

Der alte Weiher, ein Frosch springt hinein,

oh, das Geräusch des Wassers.

Das ist ein Haiku?

Ja, eines der berühmtesten. Fünf, sieben, fünf. Silben.

17 japanische Lauteinheiten, so genannte Moren.

Niemals verjähret, auch nicht im Winter des Lebens,

höchstschädlicher Mord.

Das ist von mir.

Hast du gesehen, mit wem er da ist?

Guck dir die mal an!

Lassen Sie uns was bestellen!

Such uns was aus, Herr Rechts- anwalt! Ich bin gleich wieder da.

Staatsanwalt.

Ich hätte mit dem Kleinen eher los sollen.

Ich weiß, dass ich im Dunkeln nicht gut fahre.

Hast du auch eine für mich?

Danke!

Morgen kündigst du in dieser beknackten Fischfabrik!

Karin, mach dir nicht solche Vorwürfe!

Du hattest nichts getrunken,

warst nicht auf Drogen.

Es ist nicht deine Schuld.

*Sie sprechen polnisch.*

Okay.

Hast du mitgekriegt, wie meine Mutter mit deinem Auto weg ist?

Nö.

Ein Nachbar von Frau Czechowska hat bei der Polizei angerufen

und 'ne verwirrte Person gemeldet.

Habt ihr mal gequatscht, du und Sophie?

Ja, ähm nein.

Sie hat total dicht gemacht.

Ich werde aus ihr nicht mehr schlau.

Wir haben uns nicht mal über ihr verkacktes Abitur beschwert.

Lass uns fahren!

Hier hatte ich den Unfall. Bis zur Grenze sind es zwei Kilometer.

Ist der Junge in Deutschland?

Wir haben die deutschen Kollegen um Hilfe gebeten.

Wir suchen in Polen und in Deutschland.

Vertrauen Sie uns!

Haben Sie Kinder?

Ich lebe allein.

Glauben Sie, deshalb ist mir ein verschwundener Junge egal?

Sie riechen nach Alkohol.

Ein 8-jähriger Junge ist ver- schwunden und Sie feiern nachts?

Es gibt eine Ermittlungsgruppe, die Tamas sucht. Über zehn Leute.

Tag und Nacht.

Ja, gelegentlich mache ich auch Dienstschluss und treffe Freunde.

Haben Sie das anders gemacht, als Sie Staatsanwältin waren?

Alles in Ordnung?

Ja. Ihre Mutter ist nur sehr überspannt.

Soll ich nicht mit rein kommen?

*Karin klopft.*

Hey Karin! Hallo!

Wo ist Tomas?

Ich soll dich ganz lieb von ihm grüßen.

Er hat sich ein bisschen erkältet.

Was, erkältet? Nicht so schlimm.

Die Ärzte finden es besser, wenn ihr im Moment keinen Kontakt habt.

Ich bin eh bald wieder draußen.

Wie geht's dir? Gut.

Hat er Fieber?

Wie?

Hat Tomas Fieber? Ein bisschen.

Ein bisschen. Kaum.

In der kleinen Kammer unter dem Fenster ist Honig.

Und ... *Sie sagt ein Wort auf polnisch.*

Tee.

Lindenblütentee, genau.

Nicht schlecht!

Davon kannst du ihm was geben.

Bring ihm was zu Lesen mit! Er liest gerne, wenn er krank ist.

Ja, klar.

Das mache ich.

Schön!

Ich hab ihn ja bei mir.

Und, wie war's?

Na, ja ... Gibt es hier einen Copyshop?

Klar. Hast du den gemacht?

Hast du ein paar Zloti? Man kann mit Euro bezahlen.

Dann fahren wir!

Ich hab Butenschön gestern mit dem Anwalt von Simone Simmert gesehen.

Hamburger, eine Art Promi-Anwalt.

Er hat schon zweifache Mörder rausgehauen.

Wenn ein Anwalt lange dabei ist, haut der mal einen Mörder raus.

Ja. Wenn Sie Zeit haben, schauen Sie die Akten in der Sache an!

Ich will vor Gericht nicht alt aussehen. Sie sind meine Zeugin.

Simone! Am ersten Prozesstag wird nicht viel passieren.

Der vorsitzende Richter wird die Zeugen belehren.

Dann wird die Anklage- schrift verlesen.

Die Anklage lautet: Brandstiftung mit schwerer Körperverletzung.

Aber das weißt du ja bereits.

Simone!

Als Erstes nimmst du dein Geständnis zurück!

Ja, aber ich war's doch.

Das ist das Einzige, was sie gegen dich in der Hand haben.

Oder ...

Haben sie es aus dir rausgeprügelt?

Karin, lass uns drüben noch ein paar verteilen!

Gut.

Sophie hat mit mir geredet.

Was machst du, wenn sie aussagt?

Das ist nicht besonders clever von ihr.

Vielleicht sind nicht alle so clever wie du.

Sich hinter einer Unschuldigen verstecken ...

Was wollen Sie von mir?

Wir fahren jetzt zum Revier.

Ich schreibe ins Protokoll, dass du dich freiwillig gestellt hast.

Vor Gericht sag ich aus, du hast den Brand aus Verzweiflung gelegt.

Weil du als Kind so viel Schlimmes erfahren hast.

Strafmildernd, zwei Jahre, nach der Hälfte draußen.

Ich gehe nicht in den Knast.

Deine Akte liegt auf meinem Tisch. Unterschätz mich nicht!

Drohen Sie mir?

Ja.

Bin ich dran, ist Sophie auch dran. Sie hat beim Brandsatz mitgeholfen.

Die war so wütend über ihre Sippschaft.

Der Opa, der so korrupt ist. Dass die Oma ihn erschießt.

Sie, die Polizistin, die alles vertuscht. Und fremdgegangen ist.

Wenn Sie das alles auf Ihrem Tisch haben wollen, nehmen Sie mich mit!

Du hältst Sophie da raus! Hast du mich verstanden?

Simone - wie die auf mich wirkt?

Ohne jedes Schuldbewusstsein.

Irgendwie stolz.

Man könnte auch sagen abgebrüht.

Das muss ich ihr abgewöhnen. Vor Gericht kommt das nicht gut.

Weißt du, dass diese Hauptkommissarin ... Thiel?

Die Thiel hat sie nicht mal aufs Klo gelassen.

Nicht dein Ernst?

Simone hat sich während des Verhörs in die Hosen gemacht.

Frau Thiel hat ihr untersagt, die Toilette zu benutzen.

Diese Stasi-Methoden passen zur Frau Kommissarin.

Inwiefern?

Frau Lossow war mal Staatsanwältin.

Aber dann hat sie vor zehn Jahren ihren Mann abgeknallt.

Wow!

Wow!

Ich bin gespannt, wer zuerst zwangseingewiesen wird.

Die Tochter oder die Prinzipalin.

Du wusstest die ganze Zeit Bescheid?

Du weißt es und sagst mir nix?

Es tut mir leid!

Es tut dir leid.

Wie soll das jetzt weitergehen?

Wir müssen das jetzt durchziehen.

Als ob nichts war?

Sonst geht ein Scheiß- regen auf uns runter.

Du willst Unschuldige in den Knast bringen, um Sophie zu schützen?

Spinnst du? Du bist Polizistin.

Erst mal bin ich Sophies Mama.

Willst du sie ein Leben lang mit schlechtem Gewissen leben lassen?

Das macht sie kaputt früher oder später.

Sonst verliere ich meinen Job.

Es wird heißen, Thiel hat bewusst in die falsche Richtung ermittelt.

Und was hilft es Sophie, wenn sie verurteilt wird?

Meine Mutter hat es durch.

Sie wird für alle für immer die Mörderin sein.

Sogar für mich.

Ich will nicht, dass Sophie wie eine Verbrecherin behandelt wird.

Ich bin auf dem Weg zu den polnischen Kollegen.

Ja, es ist Sören Wulffs Wagen. Die Fahrzeugnummer stimmt.

Gut.

Damit ist noch nicht gesagt,

dass dem Verdächtigen der Wagen nicht gestohlen wurde.

Da war jemand.

Was?

Kurz nach dem Unfall war wer da und hat Tomas aus Wagen geholt.

Bist du sicher?

Ja.

Tomas hat mit wem gesprochen und der hat ihn aus'm Wagen geholt.

Seitdem ist der Junge verschwunden.

Weißt du, was das heißt?

Danke für die guten Neuigkeiten!

Gerne.

Wie sind Sie auf den Mann gekommen?

Ein Werkstattbesitzer wird nie seine Existenz riskieren,

um einem Kriminellen zu helfen.

Aber ein vorbestrafter Arbeiter mit Schnittnarben auf seinem Arm ...

Die gehören zu einem kriminellen, polnischen Schulzimmer.

Wie viel war Sören Wulff bereit,

springen zu lassen, dass er Ihnen den Wagen wegschafft?

3.000 Euro.

Die Stelle, an der meine Mutter von der Straße gedrängt wurde ...

... liegt auf dem Weg hierher.

Sören Wulff hat einen Menschen totgefahren.

Er ist panisch, fährt zu weit links.

Meine Mutter kommt ihm entgegen.

So kann es gewesen sein.

Wenn unsere Kriminal- Technik nachweist,

dass die Bremsspuren am Unfallort von diesen Reifen stammen,

ist bewiesen, dass Wulff einen zweiten Unfall verursacht hat.

Ich habe es Ihnen schon erklärt.

Wir haben Spuren des Opfers an Ihrem Fahrzeug,

und Spuren des Fahrzeugs an Ihrem Opfer gefunden.

Sie müssen nicht gestehen, dass Sie wen überfahren haben.

Das ist bewiesen.

Was uns viel mehr interessiert:

Als Sie auf dem Weg nach Polen waren,

und Ihnen dieses Auto in die Quere gekommen ist ...

Es waren Bremsspuren am Unfallort.

Bremsspuren von Ihrem Wagen.

Moment! Ich bin schön langsam gefahren.

Das war praktisch eine Schleichfahrt.

Ich wollte nicht auffallen.

Sie waren auf der Flucht, da haben Sie aufs Gaspedal getreten.

Würde jeder so machen.

Ich wollte schnell nach Polen, bin aber nicht schnell gefahren.

Sie wissen selbst, dass es überall Blitzer gibt.

Nach dem Unfall:

Sie sind erst mal ausgestiegen.

Die Frau am Steuer,

sie hat sich nicht gerührt.

Was für eine Frau?

Dann war da all das Blut.

Sie haben gedacht, sie ist tot.

Aber dann war da noch der Junge.

Verletzt.

Ängstlich.

Bestimmt hatte er Schmerzen. Was für ein Junge? Wovon redet er?

Hier!

Dieser Junge.

Natürlich haben Sie erst mal den Jungen aus dem Wagen geholt.

Aber dann ist Ihnen klar geworden, dass Sie ein Problem haben.

Der Junge hatte Sie gesehen.

Er war ein Zeuge.

Wo ist Tomas?

Was hast du mit ihm gemacht? Lebt er noch?

Ich weiß nicht, wovon Sie... Geht das nicht in deinen Schädel?

Es gibt Bremsspuren am Unfallort.

Von deinen Reifen.

Ich hab diesen Polen- Jungen noch nie gesehen.

*Glas klirrt laut.*

*Lautes Schluchzen.*

Der Brunner muss mal flachgelegt werden.

Holm! Kommst du mal?

Das ist der Bericht der polnischen KTU.

Ich kann kein polnisch.

Die haben in Sören Wulffs Kofferraum Haare gefunden.

Farbton: Aubergine.

Die Friseurin. Trixi Schmidt.

Ich muss mit ihr sprechen.

Weißt du, was noch merkwürdiger ist?

Vor drei Monaten war Sören Wulff in der polnischen Autowerkstatt.

Wo er die Sommerreifen gekauft hat.

Die in Polen sichergestellten Reifen waren Allwetterreifen.

Warum fährt er in Peene- münde mit Sommerreifen los

und kommt in Polen mit Allwetterreifen an?

Okay.

Dann hole ich mal die Schmidt.

Und ich spreche noch mal mit Sören Wulff.

Du willst doch hier raus?

Als du das Rennen gefahren bist, was hattest du für Reifen drauf?

255er, 17 Zoll.

Sind das Sommerreifen? Winterreifen?

Sommer.

Keine Allwetterreifen?

Die bringen nix.

Okay.

Frau Schmidt!

Wie kommen Ihre Haare in den Kofferraum von Sören Wulffs Wagen?

Was?

Sören Wulff hat René Bahske überfahren.

Dafür geht er in den Knast.

Und dann ist da noch dieser Junge.

Ist das der Polen-Junge, den alle suchen?

Ja, das ist der Polen-Junge, den alle suchen.

Tomas Czchowska, acht Jahre.

Ein Haufen Leute ist halb verrückt vor Sorge um ihn.

Hat Sören Wulf was mit seinem Verschwinden zu tun?

*Jemand klopft.* Was denn?

Der Gerichtstermin. Ich weiß.

Mann!

Ich hätte nicht gedacht, dass er so ein Arsch ist.

Wer?

Sören.

Er bringt meine Pakete.

Dann haben wir uns beim Autorennen getroffen.

Als die Polizei gekommen ist, bin ich mit ihm weg.

Ich hab gesehen, wie er René überfahren hat.

Sören hat gesagt, er ist tot.

Ich bin voll ausgeflippt, ich wollte wirklich Hilfe holen,

aber dann hat er mich in den Kofferraum gesperrt.

Dann sind wir nach Polen gefahren.

Da hat er mich frei gelassen.

Und mich gefragt, ob ich mich beruhigt habe.

Ich hatte Schiss, der bringt mich auch noch um.

Sie hätten es bemerkt, wenn er scharf abgebremst hätte, oder?

Hat er nicht.

Ganz sicher?

Ja, wir sind einfach glatt durchgefahren.

Sören Wulf hat den Unfall meiner Mutter nicht verursacht.

Er hat also auch nichts mit dem Verschwinden des Jungen zu tun.

Aber es wurden die Bremsspuren seines Wagend dort nachgewiesen.

Da stimmt was nicht. Ich weiß.

Sie lügt nicht.

Sophie!

Sophie!

20.000 Euro.

20.000 für den, der uns hilft, Tomas zu finden.

Das ist eine Menge Geld. Ja, es ist eine Menge Geld.

Ich hab ein Haus.

Ich könnte 'ne Hypothek aufnehmen.

Das können wir machen.

Das wäre nicht das erste Mal. Ich rede mit meinen Vorgesetzten.

Danke!

Verzeihung!

Dankeschön!

*Ein Handy klingelt.* Doktor Brunner!

Sie sind heute die Hauptperson. Mama.

Ich bin bei Gericht. Das klingt verrückt, was ich habe.

Du hast sicher die Sachen gesehen von dem Tomas im Auto, oder?

Ja, hab ich. Warum?

Kannst du dich an so ein Spielzeug erinnern, an so einen kleinen ...

So ein Ding mit Flügeln.

Nee, ich bin nicht sicher. Wieso?

Aber du unternimmst nichts! Ist das klar?

Herr Doktor Brunner! Kommen Sie mal!

Wir haben uns letztes Mal auf dem falschen Fuß erwischt. Kann sein.

Wir ziehen am selben Strang. Kommen Sie mal, bitte!

Wir haben einen Hinweis, wo der Junge ist.

Einen Hinweis? Von wem? Von meiner Mutter.

Von Ihrer... Holm! Krieg raus, wo Tomaszewski wohnt!

Aber diskret!

Ja, wie mache ich das?

Telefonbuch?

Danke, da hätte ich selbst drauf kommen können.

Ich hab ihn.

Punica Starego Portu 5. Das ist in der Nähe vom Hafen.

Danke, Holm!

Tomaszewski wohnt nur zwei Kilometer vom Unfallort entfernt.

Ihre Mutter glaubt, dass der Junge bei ihm ist?

Ja.

Vor zwei Nächten findet unser polnischer Kollege Wulfs Wagen.

Er hat die Idee, den Deutschen zum Sündenbock zu machen.

Was nur funktioniert, wenn er dessen Reifen verschwinden lässt,

durch die ersetzt, deren Abrieb wir am Unfallort gefunden haben.

Was, wenn Ihre brillante Theorie nicht stimmt?

Ein 8-jähriger Junge ist verschwunden.

Ja, Sie haben Recht.

Was soll's! Die Polen sind sowieso sehr empfindlich.

Der Richter soll meine Befragung verschieben.

Brunner. Ich brauche Amtshilfe für einen Einsatz in Polen.

*Er spricht polnisch.*

Tomaszewski!

Tomaszewski, kommen Sie zurück!

Dass der Polen-Junge weg ist, ist nicht meine Schuld.

Hinter Gittern bleibst du trotzdem.

Ich hab 'nen Besoffenen überfahren. Für so was...

Du hast eine Unfall- zeugin entführt.

Körperlich misshandelt.

Du hast einen Menschen überfahren. Fahrerflucht mit Todesfolge.

Da ist nix mit Bewährung.

Arschloch!

Danke, das reicht.

Simone!

Was macht ihr denn hier?

Ich will die Wahrheit sagen.

Sophie! Wir haben über alles gesprochen.

Du hast gesagt, du klärst das mit Jackie.

Was hast du bis jetzt gemacht?

Mama, was du bis jetzt getan hast?

Sophie, bitte, ich ...

Simone geht in den Knast. Unschuldig.

Julia, wir müssen die Wahrheit sagen.

Sophie geht an dieser Lügerei kaputt. Das geht nicht.

Simone wird nicht ins Gefängnis gehen.

Das verspreche ich dir.

Vertrau mir!

Bitte!

Frau Hauptkommissarin, berichten Sie vom Ablauf der Vernehmung!

Ich habe die Angeklagte festgenommen,

weil sie zum Zeitpunkt des Brandes vor Ort war.

Und weil sie aus meiner Sicht ein Motiv hatte.

In der Vernehmung hat die Ange- klagte die Tat erst bestritten.

Aber dann hat sie ein Geständnis abgelegt.

Nachdem ich sie zwei Tage lang massiv unter Druck gesetzt hatte.

Massiv unter Druck gesetzt?

Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Das Fragerecht hab gerade ich.

Massiv unter Druck gesetzt ...

Dass eine Vernehmung nie gemütlich ist, wissen wir alle.

Ich will das genauer! War die Vernehmung nur nicht gemütlich,

oder was ist noch passiert?

Der Herr Verteidiger ist anscheinend nicht informiert.

Ich habe ihr gedroht.

Ich hab ihr Fragen in den Mund gelegt.

Ich hab ihr nicht erlaubt, zur Toilette zu gehen.

Ihnen ist klar, dass das auf eine Aussageerpressung hinausläuft?

Ja.

Sie müssen sich hier nicht selbst belasten, Frau Hauptkommissarin.

Ich war immer eine gute und faire Vernehmerin.

Vor zwei Jahren hatte ich einen Unfall.

Ich leide noch immer unter den Folgen.

Ich nehme starke Schmerz- mittel, mehrmals täglich.

In steigender Dosierung.

Inzwischen auch Psychopharmaka.

Ich kann mich kaum konzentrieren

und neige zum Verlust der Selbstkontrolle.

Ich hätte die Ermittlungen in der Brand-Sache nie führen dürfen.

Das Geständnis der Angeklagten ...

Mit einem halben Jahr Abstand kann ich nur sagen,

ich hab mich unangemessen harter Vernehmungsmethoden bedient.

Das Geständnis war erpresst.

Damit ist unsere Angeklagte wohl raus.

Frau Thiel!

Frau Thiel!

Erklären Sie's mir!

Ich verstehe es nicht.

Sie wissen, was Ihre Aussage für Folgen haben wird.

Freispruch. Es tut mir leid!

Es tut Ihnen leid?

Simone Simmak ist schuldig.

Simone ist schuldig. Wo liegt dann das Problem?

Ich sag Ihnen, wo das Problem liegt.

Wir können sie nicht ein zweites Mal anklagen.

Strafklageverbrauch. So nennt man das.

Niemand kann wegen derselben Tat zwei Mal angeklagt werden.

Ich werde die Konsequenzen tragen.

Na, du!

Schwein gehabt!

Jetzt bist du draußen.

Mich kriegen sie nicht mehr dran.

Sophie auch nicht.

Und die liebe Kommissarin ist ihren Job los.

Wie geht's dir?

Mit dir wird's nicht langweilig.

Freispruch aufgrund eines Form- fehlers der leitenden Kommissarin.

Das war das Einzige, was mir eingefallen ist,

um Sophie rauszuhalten.

Wahnsinn!

Sophie, machst du bitte auf!

Das Mädchen ist raus.

Sophie ist raus.

Und du bist auch raus.

Tomas!

Mama!

*Sie spricht polnisch.*

Untertitel: TV Text International, 2017

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