Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Arabic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
English
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
Ondertitels door Mister Bee Bart Besems
Es frustriert mich,
dass Frauen-Rockbands so schlecht sind.
Manche Bands in den Staaten versuchen zwar, echten feministischen Rock zu machen.
Aber das ist nichts im Vergleich zur Kreativität von Männerbands.
Irgendwie haben Mädchen nie 'ne Gitarre angefasst.
Die meisten Mädchen haben's aufgegeben.
Es hat sie gelangweilt oder sie brauchten Zeit für ihre Dates oder andere Sachen.
Ich hab dafür den Großteil meiner Jugend geopfert.
Nur wenige sind dazu bereit. Vermutlich zu Recht, denn nur wenige schaffen es.
"Eine Rockerin, Zweiflerin, Eigenbrötlerin, ein Teufelsweib, eine Wildkatze,
ein Sturmkind, geflüchtet aus dem verängstigten Detroit..."
SEIT 1973 HAT SUZI QUATRO WELTWEIT MEHR ALS 55 MILLIONEN PLATTEN VERKAUFT.
Wollt ihr abrocken?
SUZI WAR DIE ERSTE BASSISTIN, DIE EIN ECHTER ROCKSTAR WURDE.
Sie ging voran und öffnete uns Frauen die Türen.
Sie war eine echte Pionierin
als Rock 'n' Rollerin.
Als wir anfingen, 1964, 1965, 1966,
da gab es kaum Mädchenbands. Fast keine.
Klar, es gab frühe Wegbereiterinnen,
die in Rockbands spielten.
Tolle Musikerinnen, aber immer im Hintergrund.
Suzi war die, die es geschafft hat,
mit einer Reihe weltweiter Top-Ten-Hits im Mainstream anzukommen.
Sie war die erste.
Hast du was wirklich Neues gemacht?
Warst du damit erfolgreich?
Wie lange lief deine Karriere?
Hatte es Substanz?
Warst du innovativ?
Suzi war innovativ, ohne Frage.
Es war einfach unglaublich.
Schauer jagen dir durch den Körper,
du flippst aus und fragst dich: Hab ich das wirklich gerade gehört?
Suzi war glaubwürdig.
Eine junge Frau mit ihrer Gitarre, ganz in Leder,
das Publikum dreht durch!
Bis heute.
Die Kids von heute
kennen Suzi nicht mehr, und das ist traurig für die Kids selbst.
Es ist echt schade, denn das sollten sie.
Vor allem die, die ins Musikgeschäft wollen,
sollten sich Suzi Quatro genau ansehen.
Die meisten erfolgreichen Künstler erkennen erst im Nachhinein,
dass man für Erfolg und Ruhm
immer große Kompromisse machen muss.
Riesige.
Riesige! - Wie kommt man damit klar,
dass man einen Preis zahlen muss, den die Öffentlichkeit nicht sieht?
Du musst dich von einem bequemen, perfekten Leben verabschieden.
Das wusste ich, als ich das erste Mal mit der Band unterwegs war.
W-J-B-K!
So klingt Radio in Detroit!
Hey, Suzi Q, was geht ab?
Frequenz 1500.
WJ Radio, Detroit.
Ich wurde als Susan Kay Quatro geboren.
Meine Eltern waren Arthur und Helen Quatro.
Mein Vater wollte nicht, dass seine vier Töchter unselbständig blieben.
Er hat uns zu mutigen Menschen erzogen.
Er hat meine Mutter sehr geliebt, mehr als 50 Jahre.
Meine Mutter war eher streng. Ich stand ihr sehr nahe.
Sie hat mich wohl als Einzige wirklich gekannt.
Ihr konnte ich nichts vormachen. Wenn ich mit 13, 14 Jahren heimkam
und ein Bier getrunken oder geraucht hatte,
rief sie vom anderen Ende des Hauses: "Susan, komm her!
Du hast geraucht und getrunken." Ich konnte nicht lügen.
Was die Prinzipien angeht, komme ich nach meiner Mutter.
Sie war katholisch und das sehr strikt.
Sie hat mich in die Spur gebracht, der ich bis heute folge.
Daneben gibt es das Künstlerische in mir, das hab ich von meinem Vater.
Ich liebe dieses Lied...
..."Heart of my heart".
Es erinnert mich...
...an die Kinderzeit.
Wir waren fünf Kinder in einer sehr musikalischen Familie.
Mein Vater spielte diverse Instrumente in verschiedenen Bands.
Wir hatten Millionen Musikstunden.
Ich hab trommeln gelernt, Klavier...
Es ging sehr fröhlich zu bei uns.
SCHWESTER
Wir haben ständig gesungen.
Mickey war als Kind berühmt.
Er war als Wunderkind im Fernsehen zu sehen.
Suzi hatte das Entertainer-Gen. Sie konnte Leute in ihren Bann ziehen, war witzig und locker.
Dad war begeistert, dass wir alle in seine Fußstapfen traten.
Im Januar 1956 guckte die ganze Familie die "Ed Sullivan Show".
Elvis trat auf, und als der dann so machte...
Tja...
Mit fünfeinhalb Jahren wusste ich mit einem Schlag:
Das werde ich machen.
Keiner hat zu ihr gesagt:
"Das geht nicht, du bist ein Mädchen."
Sie wollte wie Elvis werden.
"Das ist cool, das mache ich."
Und genau das macht doch Rock 'n' Roll aus.
Direkt nach dem Auftritt der Beatles
redeten wir Mädchen am Telefon darüber, wie toll sie waren.
Patti schlug vor, eine Mädchenband zu gründen.
Und wir alle: "Ja!"
Die erste Band bestand aus Nachbarskindern, darunter zwei Schwesternpaare.
Ich weiß noch genau, Nan sagte: "Ich spiele Schlagzeug!"
Und Mary Lou: "Ich die Rhythmusgitarre!"
Patti: "Ich die Leadgitarre!" Und ich: "Hallo?"
Sie sagte: "Du spielst Bass." Da hab ich meinen Vater nach einem Bass gefragt.
Er gab mir den hier,
ich hab ihn eingestöpselt und gesagt: "Ja!"
Ein entscheidender Moment in meinem Leben,
mit dieser Band anzufangen,
zum ersten Mal auf der Bühne mit den drei Songs, die wir konnten.
Drei gleiche Akkorde in drei Songs.
Und ich stand da oben mit dem Bass und dachte:
"Das ist es. Das ist mein Ding.
Für immer."
Die Gitarre sah immer zu groß aus, weil sie so klein war.
Warum wollte sie keine kleinere?
Da steht diese kleine Frau, sie ist wirklich klein,
und spielt diesen riesigen, schweren Bass.
Und es sieht aus, als wäre er federleicht.
Wir wurden immer bekannter, brachten eine Single raus.
Suzi war 14, ich 16.
Die Mädchen-Garagenband singt "What a Way to Die". Das war Punk, bevor es Punk gab.
Fünf katholische Mädchen machen einen Trink- und Partysong.
Der wurde sehr bekannt.
Wir sind in einer Turnhalle aufgetreten, ohne Bühne.
Jemand meinte: "Wir sehen die Sängerin nicht, stellt sie auf einen Tisch."
So stand ich dann da oben.
Ich hab auf die Leute geguckt und machte:
Sie zuckten zusammen. Ich dachte: "Das gefällt euch wohl."
Mein Vater erlaubte mir, die Schule zu verlassen und zu touren.
Ich hatte dann diesen Schulalltag nicht mehr, bei Freundinnen übernachten und so...
Ich war auf Tour!
Fünf Auftritte pro Nacht in Clubs,
in die hätte ich gar nicht reingedurft.
Und ich weiß noch, dass ich dachte:
"Alle meine Freunde sind in der Schule
und ich gehöre nicht mehr dazu?"
So hab ich einen Teil des Erwachsenwerdens verpasst.
Das erklärt wohl diesen verletzlichen Teil in mir, auch wenn ich ein taffes Mädchen bin.
Dieser Teil ist nie erwachsen geworden.
Und ich hab mich danach gesehnt, wieder bei ihnen zu sein,
aber ich konnte nicht zurück, denn ich hatte ja mein Ding gefunden.
"Ich bin Koffer-Lizzie aus Detroit City, probiere meine Flügel aus.
Ich bin Koffer-Lizzie aus Detroit City
und schaffe alles."
GEDICHTE UND ERINNERUNGEN
Ihr Vorteil: Sie sind nicht nur gut,
sie sehen auch noch gut aus: The Pleasure Seekers!
Als der Mann meiner älteren Schwester anfing, die Band zu managen,
sagte er: "Mehr Scheinwerfer auf Suzi,
sie ist die Frontfrau."
Irgendwie wusste ich das immer
und entwickelte mein Handwerk unter diesem Vorzeichen.
Durch meinen Bruder sind wir in die Konzertbranche gekommen.
Er brachte Hendrix rein, die Rolling Stones,
organisierte überall Festivalauftritte. Er war DER Promoter.
Als ich die Agentur hatte, war es total einfach,
die Mädchen zu promoten.
Von 1965 bis 1970 brachte ich sie in alle Shows,
half ihnen beim Plattenvertrag, hab alles gemacht.
Als ich zum ersten Mal wieder zu Hause war, rief ich meine Freunde an:
"Bin wieder da!" Keiner wollte mit mir reden.
Sie waren wohl neidisch,
weil ich ausgebrochen war.
Wenn du in Detroit lebst, musst du immer Gas geben. Das ist einfach so.
Die Kids wollten nicht in die Autofabriken,
nicht so enden wie ihre Eltern.
Was anderes gibt's da nicht. L.A. hat den Strand,
New York bietet alles Mögliche.
In Detroit gibt's nichts, da willst du nur weg.
Wir waren die erste Frauenband, die harten Rock gespielt hat.
Wir machten kein Mädchengeklimper. Wir kamen schließlich aus Detroit.
Detroit war die Hauptstadt des Hardrock. Detroit war einzigartig.
Als wir die Pleasure Seekers das erste Mal sahen, so ganz in weiß, so...
Wir wussten nicht, was die wollten.
Aber sie konnten Detroit nicht leugnen.
Sie waren trotzdem Hardrockerinnen.
Nach den Covern kamen eigene Songs.
Und dann gingen wir nach New York
und bekamen durch den Chef von ABC-Management einen Vertrag bei Mercury Records.
Ich hab schnell kapiert, dass es im Rockbusiness viele Großmäuler gibt.
Da lauerten viele Gefahren, viele Agenten und Clubs waren zwielichtig.
Ich hab das schnell durchschaut und mir eine große Klappe zugelegt,
das hat die Idioten abgeschreckt.
Der Erfolg blieb aus. Keine der Singles wurde ein Hit.
Aber man kannte uns, weil wir eine reine Mädchenband und anders waren.
Wir waren nur unterwegs, sind mit allen aufgetreten.
Als wir nach Hause zurückkamen, war alles anders.
Wir waren plötzlich überholt.
1969 spielten wir auf einem Festival.
Da waren Bands wie MC 5, Frijid Pink, Alice Cooper...
Ganz lässig, barfuß und in Jeans...
Und wir waren eine Showband,
traten in Outfits auf. Wir waren völlig out.
Plötzlich gab es diesen harten Detroit-Rock-Sound.
Arlene heiratete wieder und wollte sich um die Kinder kümmern.
Dafür kam Nancy.
Die konnte richtig aufdrehen. Was für eine Stimme!
Ich sagte Suzi, sie sei überholt und wir bräuchten eine neue Stimme.
Ohne Erneuerung hätten sie nicht überlebt.
Sie wären eine Showband geblieben.
Cradle mochte ich nie. Das war nicht meine Band.
Ich blieb gerne in der zweiten Reihe, dachte mir: "Erst mal gut werden."
Ich wurde zu einer guten Bassistin, konnte jammen.
Sie war nicht nur in der zweiten Reihe. Sie war beides.
Aber damals mussten wir einfach etwas härter werden.
Suzi kam aus Detroit, genau wie The Stooges.
Detroit war damals sehr düster und... - Ist es noch.
Detroit hat seinen eigenen Herzschlag.
Und der hat viel mit der Autoindustrie zu tun.
Und mit Schwarz und Weiß und Arm und Reich. Das macht etwas.
Ihr seid im Eastown! Willkommen im Herzen Detroits.
Einen herzlichen Applaus für die Band Cradle!
Der Drummer meinte damals, wir müssten ernsthafter werden,
etwas aussagen, selber schreiben, politisch werden...
Warum?
Mir hat's den Spaß an der Band geraubt, ich hab mich so nicht wohlgefühlt.
Wir wollten einen Plattenvertrag. Das war damals mehr als schwer.
Egal, wie gut wir waren, die Schlipsträger wollten uns nicht unter Vertrag nehmen.
Wir könnten ja schwanger werden
oder uns verlieben, es irgendwann zu leicht nehmen.
Es war so schwierig, wir waren völlig entnervt.
Und Suzi wurde ungeduldig.
Ich habe immer nur gewartet.
Seit es mit Cradle losging.
Ehrlich gesagt, seit ich mit 14 anfing, hab ich auf meine Chance gewartet.
Mickie Most kam mit Jeff Beck aus London für eine Aufnahme bei Motown.
MICKIE MOST PRODUZIERTE HITS FÜR DIE ANIMALS, HERMAN'S HERMITS...
Mein Bruder erfuhr davon und bat ihn, sich die Mädchenband anzusehen.
Das mit Mickie Most hat mein Bruder arrangiert. Er wollte uns immer helfen.
Und wir haben gespielt.
Wir haben gespielt,
Nancy hat gesungen und dann kam ich.
Ganz cool. "Jetzt eins von mir:
'Brain Confusion'."
Genau so.
Als wir fertig waren, machte er so,
ging nach hinten und meinte: "Hast du Lust, ein Album zu machen?"
Und ich sagte: "Ja, hätte ich. Was machst du denn so?"
Völliger Blödsinn.
Er sagte: "Ich bin Produzent." - "Echt?"
Ich hab mich dumm gestellt.
Ihm gefiel wohl meine Art.
Er fragte: "Hast du Lust, heut Abend ins Motown-Studio zu kommen?
Du allein?" Ich sagte: "Okay."
Also fuhr ich hin.
Das ist das Studio, Studio 8, wo all die Hits entstanden sind.
Er brachte mich hier mit Jeff Beck und Cozy Powell zusammen.
Wir haben hier gejammt und den Song "Cissy Strut" gespielt.
Mickie bestellte meinen Bruder nach New York.
Er machte ein Angebot. Darüber musste ich dann mit den Schwestern reden.
Über meinen Bruder machte er Suzi ein Angebot.
Und er...
wollte nur sie.
Mickey erzählte meinem Vater und Patti,
dass Mickie Most nur mich und nicht die Band wollte.
Und sie entschieden, mir nichts davon zu erzählen,
denn sie wollten, dass er die ganze Band nimmt.
Das war wirklich nicht sehr nett.
Jemandem seinen Weg zu versperren, das ist nie in Ordnung.
Patti wollte es so sehr. Also wurde es sehr emotional.
Meine Familie war sehr liebevoll.
Wir waren uns alle sehr nah, unsere Eltern waren toll, es war eine heile Welt.
Bis ich älter wurde und einfach wegmusste.
Sie machten mit Cradle noch zwei Jahre weiter. Patti ging zur Band Fanny.
Ihre Einschätzung,
wie wir ihren Weggang empfunden haben,
unterscheidet sich sehr von dem, was ich gefühlt habe.
Sie waren am Boden zerstört.
Und ich auch, gefühlsmäßig.
Es fiel mir unheimlich schwer, aber ich ging trotzdem.
"Durch die Astralebene zum Himmelstor, immer höher steigt mein Geist.
Auf Engelsflügeln zum Licht
lasse ich alle anderen zurück."
Ich ging nach London
mit diesem Bass, der schwerer war als ich, und mit einem Koffer.
Ich wohnte in einem Zimmer, so groß wie...
Ganz winzig.
Ein winziges Bett,
ein Waschbecken, ein kaputter Spiegel, kein WC,
ein Kleiderhaken. So hab ich gelebt.
Vom wunderschönen Haus in Grosse Pointe
mit einem Cadillac in der Auffahrt und gutem Essen
kam ich in ein winziges Zimmer, ohne Geld, ohne Freunde, ohne Familie.
Ich machte nichts, kannte niemanden, ging nicht aus.
Das war wohl der absolute Tiefpunkt in meinem Leben.
Mickie gab mir eine Chance, die wollte ich nutzen, das war klar.
Aber ich hab mich sehr oft in den Schlaf geweint.
Weinend auf den Boden getrommelt.
Sehnsucht, Weinen.
Sehnsucht, Weinen.
Aber ich hab nie dran gedacht, zurück nach Hause zu fliegen.
Ich weiß nicht mehr, ob mich ihre Eltern anriefen oder ich sie.
Sie machten sich Sorgen, weil Suzi nach London ging.
Und ich sagte: "Keine Sorge, ich kümmere mich um sie."
Von da an fühlte ich mich verantwortlich für sie.
Suzi rief Mickie eines Nachts an und sagte, es ginge ihr nicht gut.
Er sprang aus dem Bett, packte Medikamente ein und fuhr zu ihr.
Er war eine Vaterfigur.
Sie hatte einen tollen Vater, sie suchte keinen Ersatz,
aber beim Geschäftlichen passte er auf sie auf.
Ich bin allein in London, meine Familie fehlt mir, aber ich will es schaffen.
Mein Vater fragte, ob ich nicht zu Thanksgiving kommen wolle,
aber ich hasste das Fliegen und sagte Nein.
Und, ganz wichtig: Ich wollte nicht ohne einen Hit zurückkommen.
Da hat mein Vater mit einem Kassettenrekorder Gespräche aufgenommen,
hat die anderen gebeten, was zu sagen. Und dann hat er mir die Kassette geschickt.
Ich war ganz aufgeregt!
Suzi spielt gut Bass, aber nicht so toll.
Anders gesagt: Sie ist keine so tolle Bassistin...
Suzi ist schlampig! Sie ist sehr schlampig...
Sie hat keine gute Technik. - Sie will nicht schlampig sein.
Ist sie aber. Das ist einer ihrer Fehler und sie würd's auch zugeben.
Sie ist zu schnell.
Lauter unschöne Dinge. Ich hab mich gefragt:
"Warum sagt ihr all das, und warum schickst du mir das auch noch?"
Jemand, mit dem ich darüber gesprochen habe, meinte:
"Vielleicht war er einfach nur sauer, weil du ohne die anderen Mädchen gegangen bist."
Irgendwie konnte ich seine Haltung verstehen. Er war ein Familienmensch.
"Ich liebe euch Kinder alle gleich stark. Ihr seid alle talentiert und toll." So war er.
Vermutlich hab ich ihn wirklich verärgert.
Patti meinte dazu:
"Vielleicht hat sich da meine Seele für einige Zeit verdunkelt, als du gegangen bist.
Ich musste wohl einiges loswerden."
Suzi hatte immer den Drang, ein Rockstar zu werden. Eine erfolgreiche Musikerin.
Dafür war sie bereit alles zu tun.
Das gibt es nicht oft. Manche wollen einfach Musik machen.
Sie wollte Erfolg haben, ein Star werden.
Um es zu schaffen,
musst du fest entschlossen sein.
Du musst alles aus dem Weg räumen.
Ich wollte es unbedingt.
Wenn du jung bist, lebst du diese Entschlossenheit.
Wenn dir dieser Drang, dieser Ehrgeiz fehlt,
hast du vielleicht mal Glück, aber ganz oben kommst du nie an.
Das ist nichts für zaghafte Gemüter.
PRESSEAGENT FÜR DIE BEATLES UND SUZI QUATRO
Mickie rief mich an:
"Ich hab 'ne Sängerin entdeckt, machst du für sie die Pressearbeit?"
Und sie hockte da mitten im Raum
mit ihrem Wuschelhaar und so.
Man spürte sofort einen Unterschied.
Sie war anders als die Sängerinnen, die man so kannte.
Sie war irgendwie ganz sie selbst. Manche Menschen sind eben
irgendwie besonders.
Die Bridge muss ein völliger Kontrast zur Strophe sein.
Wir machen's so: Versuch's auf dem Bass, ich möchte es mal hören.
Wenn ich die Bass-Line in der Mitte kenne,
weiß ich, worauf ich beim Arrangieren achten muss.
Er wusste, was ich nicht war, nicht, was ich war.
Wir versuchten es herauszufinden.
Ich war eine Rockerin. Das war ihm klar,
aber er konnte es nicht so recht auf eine Platte bringen.
Wir machten ein paar Stücke im Studio,
arbeiteten mit verschiedenen Leuten, aber es klappte nicht.
Sobald du eine Idee hast, ruf mich an
und spiel's mir vor. Und wenn da was dran ist, machst du weiter.
Es bringt nichts, wenn du was fertig machst und ich's dann nicht mag.
Zeile für Zeile, und wenn's mir gefällt, ist das super.
Gut. - Wir sehen uns morgen.
Gut. - Enttäusch mich nicht.
Danke. Tschüss. - Tschüss.
Es fing an mich zu nerven, dass nichts passierte.
Er machte eine Platte mit ihr,
die seltsamerweise in Portugal auf Platz 1 kam.
Das war echt komisch.
Ich schätze, wenn du ein Jahr lang
in einem armseligen möblierten Zimmer
in London gehaust hast, so wie wir alle,
willst du, dass sich was ändert.
Ich sagte zu Mickie: "Ich brauch eine Band, ich muss auftreten. Ich bin unglücklich!
Ich kann nicht nur im Zimmer rumsitzen, Songs schreiben und nichts passiert."
Damals spielte ich noch bei den Nashville Teens.
Ich wollte gerade schlafen gehen in meiner kleinen möblierten Bude in Notting Hill,
als ich einen Anruf auf dem Münztelefon bekam, das alle im Haus gemeinsam nutzten.
"Ey, komm rüber! Suzi braucht einen Gitarristen."
Und ich fragte: "Suzi? Welche Suzi?"
"Suzi Quatro!"
Ich bin dann hin, und als ich reinkam,
saß Suzi auf dem Boden und spielte Scrabble.
Sie guckte hoch und machte...
Eine kleine, etwas ungepflegte Lady aus Amerika. Hübsch.
Wir haben uns verliebt. Er hat auf mich aufgepasst.
Mickie sagte immer, hätte ich mich nicht in meinen großen Gitarristen verliebt,
hätte er mir einen Bodyguard besorgt. Aber Lenny hatte ja seine Fäuste.
Die Band entwickelte ihren Sound. Mit meinen Songs.
Sie kamen alle vom Boogie-Rock.
Die Quatro-Band funktionierte sofort.
Es kamen wohl einfach die richtigen Leute zusammen.
Wir gingen mit Slade auf Tour. Ich war der Opener. 20 Minuten.
Alles eigene Songs.
Als Vorband von Slade zu spielen hieß damals, dass man in die Löwengrube geworfen wurde.
Sie konnte sich behaupten.
Ich dachte: "Die Lady traut sich was."
Man hat gemerkt, es klappte, sie würde es schaffen.
"Beim Warten auf den Sturm
wird die Arbeit zäh.
Ich hoffe, das Warten lohnt sich."
Eines Abends klingelte bei uns daheim das Telefon.
Es war Nicky Chinn. Er sagte zu Mickie:
"Wir machen Hit-Scheiben und würden dich gerne treffen."
Mickie gefiel diese Art,
dazu brauchte es Mut. Daher sagte Mickie: "Komm morgen um 11 Uhr ins Büro."
Ich wusste, was Nicky und Mike für Platten machten
und sagte zu Mickie: "Chinn und Chapman wären gute Produzenten für Suzi."
Er meinte nur: "Oh."
Am nächsten Morgen hörte ich ihn das am Telefon organisieren.
Er fragte: "Du kennst doch Suzi Quatro, oder?"
Ich sagte: "Ja, ich hab sie ein paar Mal im Büro gesehen."
Er meinte: "Ich mache seit Monaten Aufnahmen mit ihr.
Aber ich krieg's nicht richtig hin.
Ich komme nicht weiter mit ihr.
Möchtest du einen Song für sie schreiben und produzieren?"
Mike Chapman tauchte bei RAK Records auf.
Er sagte: "Spielt mal euer Set."
Also spielten wir unser Live-Set, Boogie-Kram, ein bisschen Rock 'n' Roll.
Er meinte: "Okay, ich hab ein paar Ideen. Ich ruf euch morgen an."
Aber er rief schon abends an: "Kommt morgen, ich glaub, ich hab's."
Sie schrieben "Can the Can".
Mickie hörte es sich an.
Er sagte nur: "Ja!"
Ich höre am Tag ein-bis zweihundert Songs.
Und bei einem,
als Demo-Tape oder auf dem Klavier gespielt, passiert etwas.
Du bekommst Gänsehaut.
Du weißt einfach: Der ist es!
Ich wusste, sie war Bassistin und auch,
dass Mickie nicht viel mit dem Bass machte auf ihren Platten.
Es ging ihm mehr um ihr Gesicht und ihre Stimme,
die Ausstrahlung einer 19-Jährigen.
Bei "Can the Can" bekam der Bass eine zentrale Rolle.
Durch das:
Sehr hart und treibend.
Und einfach cool.
Er sagte: "Sing höher." Hab ich gemacht.
"Jetzt so hoch." Hab ich gemacht. "Jetzt so hoch."
"Da bin ich mit der Bruststimme am Anschlag." Und Mike: "Darum geht es."
Ich: "Was?" Er: "Ja."
Ich: "Warum?"
"In der Lage bekommt deine Stimme eine ganz besondere Qualität."
Mickie Most fand es etwas zu langsam. Daher machten sie es schneller.
Deswegen klingt Suzis Stimme bei den oberen Tönen etwas schrill.
Mickie wollte über mein Outfit reden, weil das ein Nummer-1-Hit werden würde.
Ich wollte Leder, er war dagegen.
Aber ich wollte es unbedingt, weil ich so ein Elvis-Fan war.
Da sagte er: "Gut. Einen Jumpsuit."
Ich werd nie vergessen, wie Mickie an unserem Esstisch
einen Leder-Catsuit zeichnete.
So wollte er Suzi auf der Bühne sehen,
ganz in Leder.
Wie Jane Fonda in "Barbarella", das war seine Inspiration.
"Damit arbeiten wir", sagte er.
Bei meinem ersten Foto-Shooting lief die Platte.
Gered Mankowitz fotografierte, der Song lief und ich trug meinem ersten Lederanzug.
Es war ein wichtiger Moment, denn er sagte:
"Zeig mir den Suzi-Quatro-Look!"
Und alles kam einfach...
Und ich machte...
Zack! Ein wichtiger Moment.
Die Platte passt zum Look.
Das Bild erinnert mich immer an diesen Moment.
"Du willst 'nen Suzi-Quatro-Look?" Und schon hatte ich den.
In dem Moment wurde ich Suzi Quatro.
Wir waren am Dienstag bei "Top of the Pops",
gesendet wurde es am Donnerstag.
Damals guckten alle "Top of the Pops". Es war sozusagen
der Heilige Gral.
Jeder wollte da auftreten.
Wenn das klappte, wusstest du: Der Fuß ist in der Tür!
Ich hab nur dieses "Can the Can!" gehört.
Nur noch Neuronen und Synapsen, die in meinem Gehirn explodierten.
Mein Gehirn ist buchstäblich explodiert.
Alle sagten, dass sie geschockt waren.
Die erste Reaktion: Was zum Teufel ist das?
Am Mittwoch waren wir noch völlig unbekannt.
Suzi und ich sahen uns "Top of the Pops" auf unserem kleinen Schwarzweißfernseher an.
Dann kam es und alle rasteten aus.
Einfach so. "Verdammt, gehen wir ein Bier trinken!"
Oh ja, ich weiß noch, wie wir im Pub den "Top of the Pops"-Auftritt feiern wollten.
Ich hatte keine Ahnung, was uns da erwartete.
Wir kamen rein und alle fingen an zu schreien:
"Das ist sie!" Völliges Chaos.
Ich dachte nur: "Ach du Scheiße." Es war beängstigend.
Ich rannte raus und wusste, das war das Ende meines bisherigen Lebens.
Sie ist echt wild und einfach sie selbst.
Sie wirkt nicht wirklich bedrohlich,
sie steht da mit ihren Jungs
und sie ist die Leaderin. Und sie explodiert förmlich
vor lauter Talent,
Energie und Jugend und...
das lässt sie unabhängig wirken.
Und Suzi ist winzig!
Ein winziges Persönchen.
Wow! So ein kleines Mädchen macht so viel Lärm!
Ich hatte noch nie eine Frau gesehen, die in einer Band ein Instrument spielt.
Mir ist nie in den Sinn gekommen, dass es das geben könnte.
Man kann sehen,
welchen Einfluss sie hatte,
welche Symbolkraft sie für sehr viele Musikerinnen hatte.
Viele Musikerinnen haben sich Suzi Quatro zum Vorbild genommen.
Sie war damals so ziemlich die einzige Frontfrau einer Band,
die sang und ein Instrument spielte.
Da gab es nicht viele. Gab es damals überhaupt welche?
Diese Art elementaren Rock 'n' Roll, Roots-Rock,
den sie gemacht hat,
hatte einen großen Einfluss auf das, was danach kam, den Punkrock.
Sie trug einen Jumpsuit, sie trug Leder,
hatte eine schlichte Frisur.
Sie war eine natürliche Schönheit, ohne viel Make-up.
Wenn attraktive Menschen nicht auf sexy machen, wirken sie noch anziehender.
Sie hatte dieses perfekte schmollende, unschuldige Gesicht. Einfach bezaubernd.
Vielleicht wurde Mädchen beigebracht,
diese Dinge nicht anzustreben,
zu sagen: "Ich kann das nicht."
Und es brauchte erst eine Suzi Quatro, die sagte: "Doch, es geht."
Zu der Zeit wollte ich Tina überreden, bei unserer Band mitzumachen,
sogar schon auf dem College.
Ich war bereit, ihm zu helfen,
bei seiner Karriere, seinem Zeitvertreib, bei allem, was er machen wollte.
Aber für mich konnte ich mir das nicht vorstellen. Ich spielte Folk-Gitarre.
Und Flöte.
Und Handglocken.
Tina sagte ganz weise:
"Ich weiß nicht, Rock 'n' Roll ist doch was für junge Männer.
Nicht für nette Mädchen."
Ich sagte: "Das stimmt nicht. Sieh mal!
Suzi Quatro. Und sie spielt den Bass
und singt. Und sieh dir ihr cooles Outfit an.
Hör's dir an. Sie rockt echt ab. Sie kann's wirklich.
Wie ein Kerl, vielleicht sogar besser."
IHR ERSTES ALBUM "SUZI QUATRO" WAR:
PLATZ 2 IN AUSTRALIEN, 32 IN GROSSBRITANNIEN,
5 IN ÖSTERREICH, 4 IN DEUTSCHLAND,
72 IN ITALIEN 142 IN DEN USA.
Suzi war echt.
Es kam so sehr aus ihrem tiefsten Innern,
so unmissverständlich,
es war viel mehr als nur zu zeigen, dass Frauen Musik machen können.
Sie zeigte uns, dass wir wir selbst sein konnten,
wenn wir genug an uns glaubten. Denn Suzi hat das nie infrage gestellt.
Als junger Teenie ging ich in den Teen-Club,
warf eine Münze ein und hörte "48 Crash".
Für mich ist "48 Crash" ihr Markenzeichen.
Mehr als "Can the Can" und "Devil Gate Drive". Einer ihrer besten Songs.
Ich singe überall mit.
Ich, Suzi und Lenny haben bei allen den Background gesungen.
Das war ein Riesen-Spaß.
Es gab viel Ablehnung, weil Suzi eine Frau war.
DEINE MAMA WIRD SIE NICHT MÖGEN!
Sie war keine Cilla Black oder Lulu,
eben keine "normale" Sängerin.
Sie wagte es, Bass zu spielen und das auch noch verdammt gut.
Sie wagte es, Rock 'n' Roll zu singen und das sehr gut.
Und sie wagte es, Leder zu tragen und richtig aufzudrehen.
Sie bewegte sich und spielte Bass
wie ein echter Bassist. Und ohne Plektrum.
Sie griff in die Saiten und hämmerte drauf herum, als gäbe es kein Morgen.
Und gleichzeitig sang sie,
was echt schwierig ist.
"DAYTON DEMON" SCHAFFT ES AUF:
Die britische Presse liebte Außenseiter.
Kamst du aber groß raus, zerriss sie dich. Das passierte mit Suzis Auftritten und Platten.
SEXISTISCHES WERKZEUG DES CHAUVINISMUS
Viele Schreiber des "New Musical Express" waren sehr politisch.
Offensichtlich alles linke Studenten.
"...UNTER DER FUCHTEL IHRER CHAUVINISTISCHEN PRODUZENTEN."
Viele verstanden nicht, dass eine Frau so erfolgreich wie ein Mann sein konnte.
Männer ja, Frauen nein.
Ich hab Millionen Platten verkauft.
Das zieht die Skeptiker an, die dich in eine Schublade stecken wollen.
Viele fanden meine Arbeit toll, andere meinten: "Kommerzprodukt."
Wenn ich eines nicht bin, dann ein Kommerzprodukt.
Dass sie ihren Weg gemacht hat,
beweist, wie viel Mut sie hat.
Denn Rockmusik war damals ein Geschäft, das von Männern dominiert war.
Werfen wir einen Blick auf den Hintern des Jahres.
Oh, na gut.
Was muss Suzi Quatro durchgemacht haben
in den bescheuerten 70ern.
Was wir heute erleben
sind nur die Überbleibsel von damals, als es ganz normal war.
Eine Frau durfte nichts sagen.
Ich habe mich nie, weder damals noch heute, als Frau gesehen,
die Musik macht. Das Geschlecht ist für mich unwichtig.
Ich war keine Emanze: "Seht her, ein Mädchen kann das auch."
So war ich nicht. Ich hab nur gesagt: "Hier bin ich."
Sie hat die Geschlechtergrenzen überschritten.
Heute gilt sie als Ikone. Zumindest für die meisten Leute, die ich kenne.
Wenn wir, L7, heute interviewt werden, spielen Genderfragen selten eine Rolle.
Früher war es ständig so.
Ich schätze, das Thema muss Suzi Quatro sehr genervt haben,
da es ihr wahrscheinlich scheißegal war.
Wir wollten so sein wie sie.
Wir wollten diese Kraft, diesen Glauben an uns selbst haben,
wie sie ihn ausgestrahlt hat.
Und als junges Mädchen willst du das auch.
In diese Szene konnte man sie perfekt stecken, in dieses Glamrock-Ding.
Sie war keine Glamrockerin, aber sie war Teil dieser Entwicklung.
Wir waren keine Glamrock-Band.
Ich hab nie Lippenstift benutzt.
Nur Suzi hat sich mal fürs Fernsehen oder für Fotoaufnahmen geschminkt.
Sie machte Marc Bolan, Slade,
David Bowie, Sweet den ersten Platz streitig.
Ja, sie war Teil der Glamrock-Szene.
Mike hatte ständig neue Ideen.
Er durchdachte alles genau
und sein Toningenieur Pete Coleman wusste, was Mike wollte.
Ich wollte, dass Mike Chapman Blondie produziert,
weil er Songs wie "Ballroom Blitz", "Can the Can" oder "48 Crash" geschrieben hatte.
Er war ein Zuchtmeister, er kam immer in Reithosen,
mit einem Stahlhelm wie MacArthur und einer Reitgerte.
"Also das sollten wir lieber noch mal machen."
Niemand macht ihm etwas vor.
Er schwingt die Peitsche, bis er genau das bekommt, was er sich vorgestellt hat.
Wie entstehen Suzi Quatros Songs?
Wir haben uns sehr intensiv mit Suzis Charakter auseinandergesetzt.
Sie braucht etwas Wildes, denn sie hat etwas Ungezähmtes an sich.
Dabei ist sie privat sehr ruhig.
Aber auf einer Bühne wird sie zu Mr Hyde.
Ich war total inspiriert: "Lasst mich loslegen."
Einen nach dem anderen hab ich rausgehauen.
"Devil Gate Drive" war der nächste. Das war in gewisser Weise der größte Hit.
"KÖNIG DES SUNSET STRIP"
"Devil Gate Drive" lief oft in meinem Club,
wegen der ersten Zeile: Willkommen zum Absturz!
IN DEN USA NICHT IN DEN CHARTS.
1. AUSTRALIEN-TOURNEE, 1974
Mickie Most sagte: "Der Flug dauert lange. Zieh an, was du willst,
aber beim Aussteigen musst du in Leder sein, denn du bist eine Legende." - "Gut."
Das war das erste Mal, dass lauter Kameras da waren. Ich fand's toll.
Eine englische Band mit einer amerikanischen Lady. Wie lange sind Sie beisammen?
Ich war schon immer beisammen. - Das wollte ich hören!
Wie lange werden Sie noch so weitermachen können?
Bis mich keiner mehr sehen will.
Wann wird das sein? - Weiß nicht. Vielleicht, wenn ich alt und faltig bin.
Wie sehen Sie Ihr Image? - Bitte?
Wie war der Empfang hier für Sie? - Der war sehr schön.
Wo waren Sie? Wir haben zwei Stunden gewartet. - Unser Gepäck kam nicht.
Wir haben eine Eskorte für Sie. - Wie?
Eine Motorrad-Eskorte. - Ja?
Wussten Sie das? - Nein.
"ROCK-QUEEN" UMLAGERT
Da waren diese ganzen Hell's Angels am Flughafen.
Und in Australien sind das nicht solche Muttersöhnchen wie hier.
Die waren ernst zu nehmen.
Es waren viele und sie waren echt furchteinflößend.
Die Single "Can the Can" kam in England in nur drei Wochen auf Platz 1.
In Australien wurden bislang 200 000 Stück verkauft,
mehr als von jeder Beatles-Single.
In den USA ist sie noch nicht so groß,
aber in Europa ist sie die First Lady des Rock.
So ein Gekreische wie in Melbourne hatte ich noch nie gehört.
2. AUSTRALIEN-TOURNEE, NOV. / DEZ. 1974
Wir hatten riesige Verstärker,
aber die kamen nicht gegen das kreischende Publikum an.
Hallo Melbourne!
Allen meinen Fans in Australien
frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Kauft meine Platten, damit ich mir Autos und Häuser kaufen kann.
AUSTRALIEN, PRESSEKONFERENZ
Die meisten Fans haben Sie vermutlich hier?
Ja, in Australien.
Wir sind auch viel in Deutschland, sind überall unterwegs.
In Amerika sollen Sie's noch nicht geschafft haben. Was sagen Sie dazu?
Fast hätte ich geflucht, das lasse ich lieber.
1974 kam ich für meine erste Amerika-Tournee nach Hause.
Ich hatte Hits gehabt, kam also erfolgreich zurück, was ich ja wollte.
SUZI KOMMT ALS STAR ZURÜCK
Das erste Mal seit 1971, ich war also sehr aufgewühlt.
Nach Hause kommen, zur Familie, oh mein Gott!
Ich hatte Herzklopfen.
Ich hatte sie ja verlassen und wusste nicht, wie es sein würde.
Ich bin mit Lenny in mein altes Zimmer im Keller gegangen.
Meine Kleidung war weg.
Alle Bilder waren weg, das ganze Zimmer war wie nackt.
"Wo sind meine Klamotten?", fragte ich meine Mutter.
"Die hat Patti zerschnitten und sich daraus was geschneidert."
Ich war wie aus ihrem Leben radiert, als gäbe es mich nicht mehr.
Das war ein echter Schock. Es war sehr hart.
Patti tat mir immer leid.
Sie dachte wohl, ich hätte ihr was weggenommen.
Aber das hab ich nicht.
Du hast wohl ein schlechtes Gewissen, weil du die Familie verlassen hast
und projizierst deinen Mist auf uns.
ICH HAB MEINER SCHWESTER DIE FINGER ABGEKAUT.
Sie waren wohl stolz auf mich, haben mir aber auch gegrollt
und dachten, ich hätte ein sorgloses Leben.
Du freust dich auf "Hallo!", aber alle machen dicht. Das ist hart.
Es würde sich was ändern, wenn sie sich ändern würde.
Davon merke ich aber nichts. Es würde sich auch was ändern,
wenn ich was drauf geben würde, eine berühmte Schwester zu haben.
Tue ich nicht.
Suzi ist Suzi. Sie lässt sich nicht festnageln. Sie schützt sich.
So ist sie.
"Reicht Liebe, um die Last zu teilen
oder das innere Kind zu heilen?
Oder ist auf dieser unendlichen Straße etwas gestorben?"
Einen Riesen-Applaus für ehrlichen 5-Finger-Rock:
Mit dem ersten Album machte sie 74 eine Club-Tour.
Ende 74 tourte sie als Vorband für Uriah Heep.
Und 75 bei Alice Coopers "Welcome to My Nightmare"-Tour.
Eine große Tour.
Wir überlegten, wen wir für die Tour nehmen und sie hatte Zeit.
Wir wussten, Suzi ist toll, die enttäuscht das Publikum nicht.
Ich sah sie als Opener von Alice Cooper. Und ich war voller Bewunderung.
Dieses kleine Kraftpaket,
den Bass ganz tief,
machte so 'n Chuck-Berry-Ding auf der riesigen Bühne des "Forum".
Wir hatten eine wirklich gute Zeit.
Sechs Auftritte am Stück, dann ein Tag frei,
dann wieder sechs Auftritte und so weiter.
Wir sind in Großbritannien getourt, in Amerika,
Italien, Skandinavien und Japan.
Und jetzt Australien, Neuseeland und Indonesien.
Gibt's auch mal Pausen?
Ein paar Stunden hier und da.
Man war immer auf Tour. Und je erfolgreicher man war, desto mehr.
65 Städte in 72 Tagen. In dem Alter bist du unverwüstlich.
Du bist 20, 21, 22, immer unterwegs.
Und jeden Abend volle Säle.
Nach dem Auftritt saßen wir irgendwo,
eine Flasche Scotch tauchte auf und wir blieben endlos auf.
Dann wieder in den Bus oder ins Flugzeug und das Ganze von vorn.
Suzi Quatro trank Bier,
rauchte Zigaretten.
Härtere Drogen hab ich bei ihr nie gesehen.
Ich war kein "Sex, Drugs and Rock 'n' Roll"-Girl. Nichts davon hab ich gemacht.
Der Rockstar war ich nur auf der Bühne.
Ich bin gern so auf der Bühne, gehe nach Hause und lebe ganz normal.
Auf der Bühne sind Sie immer in Leder, ganz rockig.
Haben Sie mal überlegt, etwas anderes zu machen?
Ja, ich stell mir immer vor, wie ich in einem Abendkleid Liebeslieder singe.
Werden Sie es tun? - Das war doch nur 'n Witz.
Ich erinnere mich noch an das erste Rolling-Stone-Cover.
Ich dachte: "Das ist es! Amerika ruft!"
Bei dem Cover dachte ich: "Wow! Du hast es wirklich geschafft."
Ich glaube, das ist ein Gradmesser. Bist du auf dem Cover, dann bist du wer.
Ich las von einem Club in L.A.,
der hieß "Rodney's English Disco".
Da wurde dieser britische Glittersound gespielt, der hier nicht zu hören war.
Ich schätze, ich fing 1975 an, ins "Rodney's" zu gehen
und auch ins "Sugar Shack".
Mann, hab ich getanzt auf "Can the Can"
und "Your Mama Won't Like Me"!
Sie fand erst in den Discos und im Underground statt,
bevor das Radio sie aufgriff.
Einmal bin ich mit 'ner Horde Kids aus dem Club,
die wir "Glitzertierchen" nannten,
zum Flughafen von L.A. gefahren,
um Suzi Quatro und ihre Band zu treffen.
Die Musiker hörten Suzi Quatro, viele Mädchen lernten ihretwegen Gitarre.
Vielen lernten ihretwegen Schlagzeug und Bass.
Vorher hätten sie sich das nie getraut.
Joan Jett war eine von denen,
die Suzi Quatro als Prototyp sahen. Weil sie's wirklich drauf hatte.
Joan Jett sah genau aus wie Suzi Quatro.
Wir mussten ihr die Haare färben,
die Kleidung ändern.
Sie arbeitete an der Art sich zu bewegen,
um alles von Suzi draufzuhaben,
den Gang oder wie sie ihre Haare schüttelt.
"Joan, du bist doch toll!
Sei Joan und lass Suzi Suzi sein."
Ihr Einfluss war entscheidend für mich,
um herauszufinden, wer ich war, um meinen Stil zu finden,
eine eigene Persönlichkeit zu werden.
Und durch sie habe ich die Kraft bekommen,
es zu tun.
Wir kamen nach L.A. und freundeten uns mit Joan Jett und einigen von den Runaways an.
Joan war eine große Verehrerin,
wirklich ein ganz großer Fan von Suzi.
Alle Bands waren immer im Hyatt House, auch bekannt als "Riot House".
Sobald man reinging, kam Joan Jett angerannt.
"Gib mir ein Autogramm!" Sie war immer da.
Sie läuft bloß wieder fort. Ich kenn das, ich war drei Jahre mit Ausreißern zusammen.
Es gab eine tolle Zeitschrift in Deutschland, die "Bravo".
Da war Suzi Quatro oft auf dem Titel.
In ganz Europa war sie groß.
In der "Bravo" waren auch Poster.
Diese Poster hab ich in meiner englischen Disco aufgehängt.
Auf einem war Suzi Quatro in einem Leder-Bikini.
Und Joan Jett saß immer in der Ecke, wo das Poster hing.
Irgendwann war das Poster weg.
Ich hatte eigene Poster. Ich hätte Rodney nicht beklaut.
In den Staaten liegt der Schlüssel zum Erfolg beim Radio.
Wenn du im Radio bist, hast du eine Chance.
In Amerika waren wir ständig bei Radiosendern. Immer 4 oder 5 am Stück.
Du kommst in einer Stadt an und gehst zu einem Sender, bevor du ins Hotel gehst.
Und dann noch ein Sender und noch einer.
Wenn du damals in Amerika eine Platte reinbringen wolltest,
hast du Jungs mit reichlich Kokain losgeschickt
und wenn alle high waren, wurde die Platte vielleicht ein paar Mal gespielt.
RAK RECORDS' NEUER WEIBLICHER STAR EROBERT AMERIKA!
Mickie hatte in den USA riesigen Erfolg gehabt.
Mit den Animals, den Yardbirds und so weiter.
Aber die Leute, mit denen er arbeitete,
verstanden Suzi nicht.
Er ging einfach zu seinen Leuten...
Es spricht auch nichts gegen Clive Davis.
Ich saß mit Clive in einem Bungalow des Beverly Hills Hotels
und hab ihm "Can the Can" und "48 Crash" vorgespielt.
Und seine ganzen Talentscouts im Raum meinten,
daraus würden sie riesige Hits machen.
Seine Promoter haben's nicht hingekriegt.
Ich dachte, sie würde in Amerika ein Star werden. Aber das passierte nicht.
KOMPONIST UND PRODUZENT
Als ich die Platte hörte, dachte ich:
"Das beste Mädchen, das ich je gehört hab."
Aber dieser Musikstil hat's irgendwie nie geschafft, dabei dachte ich,
es ist ein Selbstläufer.
Es war vermutlich zu früh für die Branche, zu früh für den Markt.
Sie waren nicht bereit dafür.
In den Staaten war man noch nicht bereit dafür,
da gab's noch mehr Machotum.
Es gab so eine Lynyrd-Skynyrd-Haltung.
Das Publikum hier mochte diese britische Glamrock-Musik nicht.
Irgendwas fehlte ihnen daran. Irgendwas ließ sich nicht übertragen.
Und nach der Alice-Cooper-Tour
gab es keinen wirklichen Anlass, sie wieder in die Staaten zu bringen.
Für sie war nichts Größeres in Sicht.
Das hab ich nicht verstanden.
Sie hat das nie verwunden, im eigenen Land nicht so erfolgreich zu sein.
Denn eigentlich hätte sie hier ein großer Star sein müssen.
Wir haben in England geheiratet.
Wir kauften ein Haus in der Nähe seiner Eltern.
Wir waren uns sehr nah, bildeten eine Einheit,
kamen nie in Versuchung...
Als Persönlichkeit wirkte er vielleicht etwas blass,
aber ich glaube, seine Standhaftigkeit und Statur waren für sie wirklich wichtig.
Mir war bewusst, dass es immer nur um "Suzi" ging.
Im Privatleben habe ich daher versucht,
ihn umso wichtiger zu machen.
Und er wusste, dass ich das tat.
Er sollte nie "Mr Quatro" sein.
Mr Udo, der Promoter, meinte:
"Ihr müsst etwas für mich machen."
"Was denn?"
"Ihr habt gerade geheiratet."
Das sollte geheim bleiben, irgendein ein Idiot hatte es ausgeplaudert.
"Das wird japanische Fans verärgern.
Aber wenn wir in Japan eine Hochzeit spielen,
wird sie das versöhnen." - "Na gut."
Wir wussten ja nicht, was das hieß.
Ich musste einen Scheiß-Kimono und viel zu kleine Schuhe anziehen,
watscheln wie ein Geisha.
Und gerade da kamen auch die Runaways in die Stadt
und wurden natürlich eingeladen.
Sie sahen uns an wie: "Was zum Teufel macht ihr da?"
"Das erfahrt ihr noch früh genug. In Japan nennt man das Promotion."
Langsam aber sicher bekam ich das Gefühl,
dass Nicky meine Fähigkeiten ausnutzte.
Ich wollte nicht so fühlen, aber er brachte mich dazu.
Mike gefiel vermutlich nicht,
dass Nicky als Songschreiber mit auf den Platten stand.
Nicky ist Geschäftsmann, kein Musiker.
Ich wollte in Amerika durchstarten und er hatte nicht die leiseste Ahnung vom Markt dort.
Also ging ich.
Als er sich damals von Nicky trennte
und für niemanden mehr arbeiten wollte, für den er gearbeitet hatte,
dachten alle: "Das war's. Neustart."
In dem Vertrag mit Mickie war pro Jahr ein Album vereinbart,
und als Mike ging, entstand eine Lücke.
Daher produzierte Mickie ein Album mit mir.
Mickie Most produzierte "Aggro-Phobia".
Mickie hatte es nicht drauf, mich zu produzieren.
Das Album war nicht schlecht, aber Mickie konnte meine Kanten nicht darstellen.
Das ist nicht der Sound, den man von Suzi und der Band will.
"TEAR ME APART" SCHAFFT NUR PLATZ 27 IN GROSSBRITANNIEN.
"AGGRO-PHOBIA" SCHAFFT ES NICHT IN DIE US-CHARTS.
SUZIS US-LABEL VERLÄNGERT IHREN VERTRAG NICHT.
Im Studio sind Joan Jett und Suzi Quatro.
Wie geht's euch?- Gut.
Suzi, lange nicht gesehen.- Einige Jahre.
Suzi, weißt du, dass Joanein großer Fan von dir war? - Ja.
Sie war bei all meinen Auftritten. Und in der Lobby des Hyatt House.
Jetzt ist Joan ein Rockstar...
Stimmt.
Suzi, wann gibt's wieder ein Konzert in L.A.?
Sobald ein neues Album kommt. Wir wechseln gerade die Plattenfirma in Amerika,
deswegen ist es etwas ruhiger.
"Ein Ort in deiner Seele, wo du leben kannst.
Niemand kennt ihn, es ist nichts zu sehen.
Die Antworten, die du suchst, warten dort,
ob richtig oder falsch, das entscheidest du."
Eine Casting-Agentin, die für "Happy Days" arbeitete, fragte mich:
"Meinen Sie, Debbie Harry würde für diese Rolle in 'Happy Days' vorsprechen?"
Ich sagte: "Das ist keine Rolle für Debbie Harry, sondern für Suzi Quatro."
Meine älteste Tochter
hatte lauter Rolling-Stone-Cover in ihrem Bad.
Ich beschrieb ihr die Rolle und sie sagte: "Setz dich auf die Toilette und guck da hin."
Und da war ein Titelbild von Suzi.
Ich stellte mir diese Figur sehr niedlich und sexy vor.
Wir brauchten nichts "Heißes".
Wir waren keine Fernsehsendung
mit Mädchen mit großen Brüsten.
Wir wollten hübsche, sexy Mädchen.
Wir suchten also jemand Süßes und Niedliches, und das war Suzi.
SUZI QUATRO BEKOMMT IHRE EIGENE FERNSEHSENDUNG
GLÜCKLICHE TAGE FÜR SUZI
SUZI QUATRO TRIFFT FONZIE
Es war total hip. "Fonzie" war so cool.
Und plötzlich kam Tuscadero. Leather Tuscadero.
Und das war Suzi! Und wir alle: "Das ist unsere Suzi!"
Hier, Leather!
Da ist sie.
Hi, Joanie, was geht ab?
Ich wusste, sie war eine Rock 'n' Rollerin,
aber nicht, dass dieses unglaublich kleine Persönchen
so viel Power hatte.
Suzi Quatro musste man ernst nehmen.
Man erkennt sofort, dass Richie Cunningham so tut, als könnte er Saxophon spielen,
echt albern in seinem Uni-Outfit,
während sie ganz offensichtlich eine echte Musikerin ist.
Viele Leute sagten zu mir:
"Ich hab dich bei 'Happy Days' gesehen.
Leather Tuscadero!"
Die ersten paar Male sagte ich:
"Nein! Das ist Suzi Quatro, Mann!"
Aber die Leute waren so überzeugt.
Also hab ich nach den ersten paar Malen nur gesagt: "Und? Was meinst du?"
Das hinterließ Eindruck
und bewegte Mike Chapman dazu, wieder Platten mit ihr zu machen.
Wir waren noch mit Mike befreundet.
Ich sagte zu Suzi, wir sollten ihn zurückholen.
Er meinte: "Okay, ich denke mal über einen Song nach."
Einen Tag später rief er an: "Ich hab eine Idee. Kann die Band kommen?"
"Wann?" - "Jetzt!"
Das war eine Chance, Suzi wieder in die Plattenwelt zu bringen.
Und Mike ergriff sie.
Mickie Most wusste nichts davon. Dabei waren wir bei ihm unter Vertrag.
Mike schickte ihm das fertige Stück und Mickie meinte: "Ich hör's mir mal an."
Er wirkte überhaupt nicht glücklich.
Wir gingen in sein Büro und er legte es auf.
Nach der Hälfte brach er ab: "Wird schon in Ordnung sein."
Und wir dachten: "Glücklich ist er nicht."
"If You Can't Give Me Love" schlug ein und wir waren wieder unterwegs.
SUZI KOMMT ZURÜCK
Direkt danach kam auch noch "Stumblin' In".
Die Ballade mit Chris Norman von Smokie
ist eine meiner Lieblingsplatten von ihr.
Ein Riesenerfolg in Amerika,
wohl ihr größter Hit dort, aber hier lief es nicht so gut.
Damals konnte Großbritannien wohl nichts mit einer Suzi anfangen,
die kein Glam-Rocker in Leder mit einer großen Bassgitarre ist.
Nicky Chinn traf die Leute von "Happy Days".
Und er sagte ihnen,
"Happy Days" beschädige meinen Ruhm als Rockstar.
Ich solle aufhören damit. Das hab ich dann auch.
Spinnst du? - Rich, ich mach das.
Spinnst du?
SUZI QUATRO SPIELTE IN DREI STAFFELN "HAPPY DAYS"
Es war toll, ich habe jeden Moment genossen.
Sie boten an, für mich eine eigene Serie um Leather Tuscadero zu entwickeln.
Ich hatte die Rolle gern gespielt, wollte aber keinen Ableger von "Happy Days" machen.
Danke, Milwaukee.
Wir haben "Happy Days" in den letzten zwei Jahren abgelehnt,
sonst bin ich zu festgelegt auf diese Rolle, dann ist Suzi nur noch Leather Tuscadero.
Ich hab gezeigt, dass ich schauspielern kann. Jetzt sehen wir uns Drehbücher an.
Ihr wurde ein Film angeboten
über eine wahre Begebenheit in Australien, wo Rocker eine Stadt beherrschen.
Das hat sie auch abgelehnt.
Nicky und Mike lebten jetzt beide in L.A..
Ich dachte, ich wäre ihn los.
Anderthalb Jahre später kaufte er ein Haus,
drei Türen weiter in meiner Straße in Beverly Hills.
Ich dachte mir: "Vom Geschäft versteht er ja was."
Also sagte ich: "Nicky, ich mache ein Plattenlabel
und du betreibst es!
Ich finde die Talente, mache die Platten,
du führst das Geschäft."
Ich sagte zu Nicky, es wäre gut für unser Label,
einen Star zu haben.
Warum nicht Suzi?
Mike sagte zu mir:
"Ich arbeite nur noch mit denen zusammen,
die bei meinem Label sind."
Mike war mein Produzent.
Die meisten meiner Hits waren von ihm. Ich dachte nur:
1980 VERLÄSST SUZI MICKIE MOST UND UNTERSCHREIBT BEI DREAMLAND RECORDS.
Ich machte einen Deal mit Robert Stigwood. Es ging um Millionen.
Das musste klappen, sonst war's das.
Mickie glaubte nicht daran. Ich glaube, sie haben viel Geld verloren.
TROTZ GUTER KRITIKEN SCHEITERT "ROCK HARD" AM SCHLECHTEN VERTRIEB.
Es klappte nicht und das war's.
Das Ende unserer Partnerschaft. Weil er seinen Job nicht gemacht hat.
Und tschüss!
Hi, ich bin Suzi Quatro. Ich war schon 1974 bei "Countdown"
und werde auch 1984 noch dabei sein.
Wäre Suzi in den 80ern gestartet,
hätte MTV sie zum Megastar gemacht.
Da wäre "Can the Can" sicher Nummer 1 in Amerika geworden.
Ich bin aus Amerika gekommen und hab's hier geschafft.
Hier waren sie schon so weit, in Amerika nicht.
Dann machte ich "Happy Days", und durch "Leather Tuscadero"
war Amerika plötzlich bereit für einen Hit von Joan Jett.
1982 WAR JOAN JETTS "I LOVE ROCK 'N' ROLL" 7 WOCHEN AUF PLATZ 1.
1975 HATTE MICKIE MOST DAS ORIGINAL MIT DEN ARROWS PRODUZIERT.
Die Leute dachten, ich wäre das. "Top of the Pops" rief an:
"Oh, du bist wieder da!" - "Nein.
Da habt ihr euch wohl geirrt."
Du denkst, du hast alles getan, weißt, was du brauchst, was du willst.
"Ich geh nicht in die Falle.
Ich nicht", schrie der Narr. Und doch bist du hier.
Ich wollte immer Kinder haben. Ich liebe Kinder.
POPSTAR SUZI QUATRO NACH 5 JAHREN ENDLICH MUTTER.
Ich hatte so viele Titelseiten wie Prinzessin Diana.
Das wunderte mich, es passte nicht zu meinem Image.
Ich bin ein normaler Mensch, wollte Kinder, eine Familie.
Und dann waren da 200 Fotografen vor dem Krankenhaus.
Lenny sagte zu mir: "Mach jetzt nicht auf Mama."
Und ich dachte nur: "Wie?"
"Vergiss nicht, dass du Suzi Quatro bist!"
Was für 'ne blöde Bemerkung! Ja, ich bin Suzi Quatro, aber auch Lauras Mutter.
Da ich seine Existenzgrundlage war, wollte er, dass ich "Suzi" blieb.
Wer singt da?
1984 WIRD RICHARD TUCKEY GEBOREN.
Richard. - Das ist nicht Richard!
Sie weiß, dass Mama Suzi Quatro ist.
Sie zeigt auf den Fernseher: "Suzi Quatro".
Sie weiß, dass es die Mama gibt und die Mama, die arbeitet.
Sie war letztens mit beim Auftritt. Auf dem Heimweg sang sie nur: "48 Crash".
Sie sollten keine verzogenen Promi-Gören werden.
Sie waren beide auf einer normalen Schule, sollten ganz normal leben.
Ich bin so aufgewachsen und hatte tolle Eltern.
Meine Mutter hat mir feste Werte vermittelt.
Das wollte ich auch bei ihnen.
Ich war einfach eine normale Mutter.
Andere kamen nicht so gut klar damit.
Nachdem die Kinder da waren,
hat Lenny sich einfach... irgendwie entfernt.
Er war ständig aus, ging in Pubs,
hat sich irgendwie von mir getrennt, war distanziert.
Als ich "Annie Get Your Gun" machte, mal was anderes ausprobierte,
spürte ich Lens Ablehnung.
Er wird das bestreiten, aber ich hab's gespürt.
Er wollte Rock 'n' Roll machen und nicht zusehen, wie ich ein Musical mache.
Das war nichts für Lenny.
Ich verstehe seinen Groll.
Geh da rüber und ich bring dir bei, wie man richtig trifft.
Du könntest mir nicht mal das Weitspucken beibringen!
DAS MUSICAL STARTET IN CHICHESTER.
NACH BEGEISTERTEN KRITIKEN
WECHSELT ES NACH LONDON.
Es war gut, dass sie Amerikanerin war. Auf jeden Fall fürs britische Publikum.
Aber sie kann spielen und singen, hat eine tolle Bühnenpräsenz.
Und Annie Oakley ist eine Frau wie sie,
eine Suzi Quatro des 19. Jahrhunderts.
Ich habe mein Leben lang auf ein Lob von meinem Vater gewartet.
Ich hoffte immer vergeblich auf ein Lob meiner Familie.
Ich weiß noch, wie ich vor der Vorstellung dachte:
"Brauche ich ein Lob von meinem Vater?" Und mit 36 Jahren dachte ich zum ersten Mal:
"Ich brauch's nicht."
Und er kam: "Verdammt, Suzi, ich bin echt stolz!"
Das hatte ich noch nie gehört.
Nie.
Als sie "Annie Get Your Gun" machte, war ich im Gespräch mit jemandem von CBS in London.
Er hatte großes Interesse.
Als die Presse darüber schrieb, dass sie das Musical macht,
sagte er: "Sie kann das natürlich machen, ihre Entscheidung.
Aber erwarte nicht, dass das britische Publikum
von der gleichen Künstlerin Rock-Platten kauft."
Danach: Pantomime.
Für einen Rock 'n' Roller ist das in Großbritannien der Todeskuss.
Der absolute Todeskuss.
Lenny fing wohl an, sich wie Mr Quatro zu fühlen.
Als hätte er irgendwie seine Eier verloren.
Er blieb außen vor. Und sie wollte sich nicht kleinhalten lassen.
Ganz wichtig für sie: Keiner darf sie aufhalten.
Nicht der eigene Mann, niemand. Nicht die Schwestern. Sie will immer weiter.
Immer Gas geben.
Ich lasse mich nicht in eine Schublade stecken.
Ihr wollt meine Flügel beschneiden.
Wie könnt ihr das, egal wem, antun?
Nur weil ihr die Suzi Quatro mit dem Bass liebt, heißt das nicht, dass ich nur die bin.
Ich hatte Lust, so viel zu machen.
Zufällig fand ich ein Buch über Tallulah Bankhead. Als ob es zu mir gewollt hatte.
Ich fing an es zu lesen und dachte: "Ich schreibe ein Musical über die Lady."
CO-AUTORIN TALLULAH
Sie hatte viel Rockmusik gemacht
und wollte ihr Spektrum erweitern.
Mit dem Tallulah-Bankhead-Musical konnte sie das.
Ich mochte sie, weil ich den Eindruck hatte,
dass sie nicht zu ergründen war,
niemand ihr Inneres kannte.
Sie hatte diese Fassade.
Ich hab alles über sie gelesen,
um ihr nahezukommen.
Als kleines Mädchen war sie einsam.
Ihr Vater liebte sie nicht, und so setzte sie eine Art Maske auf.
Tallulah war unangepasst. Sie hat geflucht, geraucht, getrunken,
sie war bisexuell.
Sie war wirklich eine beeindruckende Persönlichkeit.
Ich breche alle Regeln. Mir doch egal!
Die Welt ist voll von Heuchlern.
Wenn sie sich doch bloß trauen würden,
mit mir zu fliegen.
Sie hatte sich von der Familie entfernt.
Ich habe sie einige Mal besucht.
Auch unsere Eltern.
Wir wussten, dass sie Probleme mit ihrem Mann hatte
und dass sie sich wohl trennen würden.
Aber wir wurden nicht wirklich einbezogen und plötzlich war die Trennung da.
Das war schwer, denn ich bin ein Papa-Kind.
TOCHTER
Ich hab ihm meinen Hund geschenkt, damit er nicht alleine ist.
Sechs Jahre hab ich für die Trennung gebraucht,
denn ich bin katholisch und wollte ganz sicher sein.
Entweder meine Ehe stirbt oder ich.
Und ich wollte leben.
"Der Vorhang fällt.
Der Applaus verklingt.
Die Menge verlässt den Saal, nur eine Glühbirne noch erhellt die Bühne.
Noch eine Minute stehe ich da und lausche dem Klang der Stille.
Der Donner ist vorbei,
ich spüre, wie ich runterkomme."
Suzi punktet wieder und muss nur noch ein Ziel treffen.
ROCK-JOURNALISTIN / AUTORIN
Suzi stellte sich ganz breit auf, blieb offen.
Sie ging ans Theater,
ging weiterhin auf Tournee.
Sie moderierte eine Talkshow,
spielte in Fernsehfilmen, hatte eine Radiosendung,
spielte bei "Absolutely Fabulous" mit.
Ich bin aus Detroit. Ich labere nicht rum. Also: Sex? Drogen? Rock 'n' Roll?
Rock 'n' Roll.
Diese Frau hat so viel Energie,
Persönlichkeit, Talent, das ist verrückt.
Sie hätte alles machen können.
Wenn sie Gedichte oder einen Roman schreiben will, dann macht sie's.
Hier ist Suzi Quatromit der neuen Reihe "Quatrophonic".
Suzi Quatro, heute Abend bei "Das ist dein Leben".
Sie waren eine Wegbereiterin für viele andere Rock-'n'-Roll-Stars.
Suzi, du weißt, du hast mich sehr inspiriert.
Chrissie Hynde von den Pretenders!
Die Ehre, hier zu stehen...
SUZI ERHÄLT DIE EHRENDOKTORWÜRDE.
Eure Möglichkeiten sind grenzenlos.
"Viele Träume verkauft,
viele Geschichten erzählt,
viele Jahre vergangen."
DETROIT, HEUTE
Wenn du älter wirst, fängst du an zu überlegen:
"Hätte ich auch ohne das alles auskommen können?
Nein." Aber du denkst: "Ja, in der Tat,
ich hätte kompromissbereiter sein sollen oder besser gesagt,
ich hätte manches besser annehmen sollen."
Es wird immer eine kleine Leere in mir geben,
weil ich gern mehr Zeit in Detroit gehabt hätte,
mehr Zeit, einfach Kind zu sein.
Ich wollte immer weg. Jetzt mag es mir leidtun,
aber ich war so viele Jahre weg und es war eine tolle Zeit.
Aus irgendeinem Grund will ich dorthin zurück
und ich weiß nicht, warum.
Erwarten Sie vielleicht, dass Ihnen das Kind die Tür öffnet?
Das tue ich. Ich sehe die kleine Suzi, ich spüre sie.
Ich könnte einfach wieder in dieses Leben zurückgehen.
Ich hab auf dem Bürgersteig vor dem Haus
nach Kreidestrichen gesucht, weil ich dort früher gemalt habe.
Wenn die kleine Suzi die Tür geöffnet hätte...
Sie starren auf Ihr altes Haus, plötzlich geht die Tür auf und sie steht da...
Was würden Sie sagen?
Ich würde sagen:
"Bleib und genieß es, solange du kannst.
Es wird nicht immer so bleiben." Das würde ich sagen. "Lass dir Zeit,
lauf nicht so schnell."
Das ist das kleine Mädchen.
Vielleicht wende ich mich jetzt wieder an das kleine Mädchen.
Ich würd nicht sagen: "Geh nicht", sondern nur: "Renn nicht so,
lass dir Zeit mit dem Leben."
Meine Mutter sagte, sie hat mich zu früh gehen lassen.
Sie sagte: "Du bist immer dahin gegangen, wo du hin wolltest.
Meine kleine Susan."
Helen Quatro starb 1992 mit 78 Jahren.
Ich erzähle dir nun etwas,
was ich nie sagen wollte.
Arthur Quatro starb 2008 mit 94 Jahren.
Ich gehe das Risiko ein,
werde nicht auf die Nase fallen.
Für einen Tag mit meinen Eltern würde ich alles geben. Alles! Lasst mir nur eine Gitarre.
Den Rest könnt ihr haben. Für einen Tag dieser...
...bedingungslosen Liebe.
Das kann man nicht kaufen. Erfolg kann dir das nicht geben.
Sehen Sie? Ich bin immer so.
Ich muss die große Suzi hervorholen. Suzi Quatro. Klappt nicht.
Ich sagte, du würdest frei sein, keine Fesseln, die dich halten.
Ich möchte meine Background-Sängerinnen vorstellen. Das ist vielleicht ungewöhnlich,
aber sie sind nicht irgendwelche "alten" Background-Sängerinnen.
Mit Betonung auf "alt", denn sie sind seit fast 40 Jahren bei mir.
Und warum? Es sind meine Schwestern.
Bitte begrüßen Sie Patti, Nancy und Arlene!
Sie wünschen sich eine Beziehung
zu Ihren Schwestern, die manchmal nicht bereit dazu sind.
Genau, das sind sie nicht.
Aber ich will es und versuche es weiterhin.
Auf der letzten Australien-Tour habe ich die Lektion bekommen.
Ausverkauft, tolles Publikum,
die Band ist großartig, ich bringe eine Spitzenleistung!
Und trotzdem brauchte ich ein Lob von meiner Schwester.
Sie war in Brisbane und sagte: "Gutes Konzert."
Vielleicht etwas genauer?
Eine Einser-Absolventin, ein Profi für Sprachen und Worte,
und die sagt nur: "Gutes Konzert."
Und wieder: Warum brauchte ich das? Tja, es war einfach so.
Ich werde nie ein Fan von Suzi Quatro sein.
Nie.
Und das ist auch nicht wichtig. Ich bewundere alles an ihr
und glaube, sie wird weiter erfolgreich sein, aber ich werd nie ihr Fan sein.
Weil sie meine Schwester ist.
Du musst dich selbst lieben. Egal, was du im Leben machst.
Du musst es in dir finden, kannst es dir nicht immer von außen holen.
Denn die Fans werden nicht an deinem Sterbebett stehen.
Die sind nicht da.
Es ist wichtig, von denen geschätzt zu werden, die du am meisten liebst.
Genau das ist der Grund.
Von denen geschätzt werden, die du am meisten liebst.
Vielleicht ist das ihre Rache. Weil ich sie nicht mitgenommen habe.
Vielleicht wollen sie mir einfach nicht geben, was ich will.
Weil ich ihnen nicht gegeben habe, was sie wollten.
Ich glaube, ich hab jetzt meinen Frieden damit gemacht.
Es ist egal. Ich kann den Rest meines Lebens darauf warten, es wird nicht passieren.
Ich muss mich damit zufriedengeben.
Ich erkenne jetzt, ich hab es trotz ihnen geschafft.
Aber noch wichtiger ist, ich habe es wegen ihnen geschafft.
Ich sehe den Widerspruch darin, aber beides gehört zusammen.
Man kann immer bedauern: "Hätte ich doch bloß..."
Aber wenn man sich ansieht, was man hat, merkt man, dass nichts davon ein Fehler war.
Suzi hat keine Fehler gemacht.
Der Fehler ist, dass man sie übersehen hat. Da liegt der Fehler.
Meiner Meinung nach hat Suzi Quatro in der Musikwelt
eine entscheidende Rolle gespielt.
Sie hat überall unglaubliches Talent bewiesen.
Sie ist noch da.
Und sie packt es noch.
Das ist schon was.
Sie sollte wirklich viel mehr Beachtung finden,
viel mehr in der Musikgeschichte gewürdigt werden.
Dafür, dass sie so früh Bandleaderin war und solche Hits gehabt hat.
Suzi hatte in Detroit einen Traum
und nach all den Jahren lebt sie immer noch diesen Traum.
Das ist großartig.
Ich glaube, das Positive überwiegt bei Weitem das Negative.
Das Negative daran ist: Du musst irgendwann den Preis dafür zahlen.
Du kannst irgendwann sehr einsam sein,
in Versuchung geraten und denken:
"Ich würd ja gern, aber ich habe ja eine Beziehung."
Irgendwann, häufig sogar, sprichst du mit Leuten
und weißt nicht, ob sie Suzi Quatro oder dich mögen.
Das ist der Preis des Ruhms.
Manchmal gehst du vor die Tür, siehst beschissen aus
und jemand fragt: "Sind Sie nicht Suzi Quatro?" Und du denkst nur: "Oh Gott."
Du bist auf dem WC
und jemand schiebt Papier und Stift unter der Tür durch für ein Autogramm.
Das ist mir passiert. Manchmal wird es zu aufdringlich.
Ich bin jedem verpflichtet, der meine Platten kauft,
jedem, der zu meinen Konzerten kommt.
Ich bin verpflichtet, immer mein Bestes zu geben.
Wenn sie ein Autogramm möchten, muss ich das machen.
Wie kann ich es wagen, aus schlechter Laune heraus
einen von ihnen anzuschnauzen?
So gehe ich auch in meine Auftritte.
Egal, was in meinem Leben los ist,
wenn ich eine Show mache, mache ich eine Show.
Dann kriegst du alles von mir. Alles, was ich zu geben habe.
SOHN
Ihre Musik hält sie jung, ist ihre einzige wahre Liebe.
Mein Sohn Richard hat 25 Jahre lang immer mal wieder gesagt,
dass er Songs schreiben will.
Irgendwie war nie der richtige Zeitpunkt.
Aber vor sechs Monaten meinte er: "Mum,
ich muss ein paar Songs mit dir schreiben."
Gerade, bevor du aufgehört hast,
hattest du ein gutes...
Lass mich einfach noch mal...
Er wolle mich daran erinnern, wer ich sei. Was meinte er damit?
Er gab mir nur ein paar Riffs, das war Neuland für mich,
aber irgendwie hat er den Suzi-Quatro-Knopf gedrückt.
Er hat den Teil von mir berührt, und ich ging ab.
Es sollte nach mir klingen, aber im Jetzt.
IM MÄRZ 2019 ERSCHEINT "NO CONTROL", IHR 24. ALBUM.
"Ich sehe die Welt in ihrer ganzen Pracht. Die Geschichte ist nun erzählt.
Und durch meine Augen grüße ich das Leben
und lasse meine Wahrheit sich entfalten."
Ich weiß noch, diese Sommernächte... Im Auto cruisen, in Prügeleien geraten...
Eine Bar nach der anderen, jede Nacht.
Lasst mich sein, wie ich bin. Wie auch immer das sein mag.
Ich glaub, ich hab das erreicht, wofür ich auf diese Welt gekommen bin.
Ich hab zwei wunderbare Kinder, eine wunderbare Enkelin,
eine gute zweite Ehe.
Immer noch sagen Frauen: "Du bist meine Heldin!"
und Männer: "Du hingst an meiner Wand."
Ich sage immer zu Rainer: "Das nehme ich gar nicht ernst.
Vielleicht war ich ein Pin-up, aber...
dieses Pin-up war Suzi Quatro."
Das Filmteam aus Australien hat mich interviewt, was mich sehr gefreut hat.
Ich fühlte mich sehr geehrt.
Am Ende sagte Liam, der Regisseur: "Schreib doch einen Song dafür!"
Und ich so: "Ach..."
Aber dann: "Das würde ich echt gern machen, denn da gibt's so viel zu sagen!"
Sie kommt aus der Autostadt,sie ist einmalig.
Ganz in Leder,bist deiner Zeit weit voraus.
Dein Bass hängt so tief, du singst,als hinge dein Leben davon ab.
Einmal nur mit dir "Can the Can"auf dem Devil Gate Drive.
Suzi, du hast mich komplett verhext!
Red Hot Rosie, ich will frei sein!
Rock 'n' Roll Rosie, Glycerine Queen,wilde, einzigartige Suzi.
Little Bitch Blue,die wilde, einzigartige Suzi Q.
Sie verließ ihr Zuhause für London,lebte ein Jahr im Hotel.
Zog durch die Straßenim Takt ihres furchtlosen Herzens.
Ich bin nur eine von 50 Millionen,
die dieser Stern verzaubert hat...
Q - U - A - T - R - O!
Hast dich in meine Seele gerockt!
Ich bin nur eine von 50 Millionen.
Es gibt keinen Zweifel,du hast den Funken gezündet.
Denn ich war daund hab "48 Crash" gesehen.
Die Typen sagen:
"Die Welt gehört den Männern!"und grinsen sich einen ab.
Aber du schreist:"Ich bin 'ne Rockerin!
Und ihr könnt mich mal!"
Ondertitels door Mister Bee Bart Besems
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.