All language subtitles for Profiling.Paris.S03E11.Unter.Verdacht.Teil1.German.DL.1080p.BluRay.x264-RSG

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Original subtitles

Ruhe bitte!

Ruhe bitte! Frau Staatsanwalt, Sie haben das Wort für Ihr Plädoyer.

Monsieur Morand, treten Sie vor.

Danke, Herr Vorsitzender. Julia Rocher war 28 Jahre alt.

Die glückliche Ehefrau von Hauptkommissar Thomas Rocher.

Die Mutter des kleinen Lucas, der zum Zeitpunkt der Tat fünf Jahre alt war.

Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich, als dieser Mann,

Pascal Morand, ihr das Leben nahm.

Sein Wagen ist mit dem Wagen von Julia Rocher am 25. Juli 2006 zusammengestoßen.

Pascal Morand hatte drei Promille Alkohol im Blut.

Dank der Zeugenaussage seiner Tochter

wissen wir, dass die diplomatische Immunität,

die seine Zuwiderhandlungen gedeckt hat, null und nichtig ist.

Ich möchte Sie nun also bitten, Recht walten zu lassen.

Vielen Dank, Frau Staatsanwalt.

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- Also? - Es stecken vier Kugeln in ihrem Körper.

Es wird etwa zwischen zwei und vier Uhr morgens passiert sein.

Nachts fallen vier Schüsse und niemand hat es gehört? Eine Waffe mit Schalldämpfer.

So wie es hier aussieht muss der Täter irgendwas gesucht haben.

Gab es auch einen sexuellen Übergriff?

Das weiß ich noch nicht, aber Ge- schlechtsverkehr kann ich bestätigen.

Wir haben benutzte Kondome gefunden

und schicken sie zur Analyse ins Labor. - Okay.

Entschuldigung? Wir haben das hier gefunden.

Das gibt es ja wohl nicht.

Ich rufe sofort Lamarck an.

- Hallo? - Ja, hallo, Chef? Hier ist Kancel.

- Sie müssen entschuldigen, aber es ist wichtig. - Schon gut, ich höre?

PROFILING PARIS

UNTER VERDACHT (1)

Wie lange dauert das denn noch?

Ganz ruhig, ist doch alles gut verlaufen.

Möchten Sie, dass ich Ihnen was zu trinken hole? Gegenüber ist ein Café.

Nein, lieb von Ihnen, ich gehe einfach mal an die frische Luft.

- Möchten Sie etwas? - Ich rufe Sie an, wenn sich was tut.

Schön, dass Sie hier sind.

Morand wird 15 Jahre kriegen. Minimum.

Oje, ich hab mich überhaupt nicht vorgestellt.

Barbara Cluzel. Sehr erfreut.

Ach, ich weiß doch, wer Sie sind. Ich verstehe aber nicht,

was Sie hier machen, um ehrlich zu sein.

In meiner 10-jährigen Karriere hat mich außer Morand nie ein Mandant gefeuert.

Deshalb wird es mir heute ein große Freude sein, der Urteilsverkündung beizuwohnen.

Ist es für eine Anwältin nicht gefährlich, Rache und Gerechtigkeit zu verwechseln?

Unser Beruf gibt uns doch viel zu wenig Genugtuung. Ein bisschen Spaß muss sein.

Laure Brévin, Polizeirätin bei der Bandenkriminalität.

Haben Sie sie gekannt?

Wir haben gemeinsam an vielen Fällen gearbeitet. Sie war eine der Besten.

Es tut mir sehr leid.

Gut, dass Sie mich angerufen haben.

Es sollen alle an dem Fall mit- arbeiten. Er hat höchste Priorität!

Die Sitzung geht weiter, Sie können sich setzen.

Monsieur Morand, treten Sie vor.

Im Fall Rocher gegen Morand verurteilt das Gericht

Monsieur Pascal Morand zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe

wegen fahrlässiger Tötung mit erschwerenden Umständen.

Fahrerflucht, Trunkenheit am Steuer und unterlassener Hilfeleistung.

Monsieur Morand wird die Gefängnis- strafe mit sofortiger Wirkung antreten.

Die Sitzung ist geschlossen!

- Ich freue mich sehr für Sie. - Jetzt bezahlt er dafür, was er getan hat.

Also, Herr Hauptkommissar, was sagen Sie? Sind wir quitt?

Sieht so aus. Ja? Ja, 15 Jahre, ist gut verlaufen.

Ja, ist gut, wir kommen sofort.

Tja, sieht so aus, als würde bei Ihnen die Arbeit rufen.

Dann bis bald irgendwann.

Laure Brévin. 45, ledig, nie verheiratet, keine Kinder, beeindruckende Polizeirätin.

Seit sieben Jahren zuständig für Bandenkriminalität,

eine Frau der Tat, die sehr eng an ihren Leuten war.

Der Panzerwagen-Fall von Champs-sur-Marne

und die Verhaftung des Perreau-Clans, das war alles sie.

Das bringt einem viele Feinde. In welchem Fall hatte sie jetzt ermittelt?

Laut meiner Information war ihre Abteilung

seit ein paar Monaten einem Kinderhandel-Netzwerk auf der Spur.

Das soll ein neues Beschäftigungsfeld von Aurel Maroubi sein,

einem albanischen Schmuggler, dem seit Jahren das Handwerk gelegt werden soll.

Und wie läuft das ab für gewöhnlich?

Der Maroubi-Clan lässt schwangere Frauen

aus ganz Osteuropa nach Frankreich kommen.

Die Frauen entbinden hier und reisen ohne ihre Kinder wieder ab,

die an den Meistbietenden verkauft werden.

Aber Laure haben die Beweise dafür gefehlt.

Und die Ermittlungen werden ausgebremst durch ihren Tod.

Vielleicht wurde ihre Wohnung deswegen durchwühlt.

Wenn es Maroubis Leute waren, ist es möglich,

dass sie herausfinden wollten, ob sie was gegen die in der Hand hatte.

Kann sein. Aber es gibt einen deutlichen Kontrollverlust.

Zeigen Sie mir die Fotos vom Tatort noch mal?

1. Einschuss. 2. Einschuss, 3. Einschuss. Der vierte Einschuss war tödlich.

Das ist es. Die vier Schüsse. Die passen nicht ins Bild.

Ein Profi hätte Laura Brévin mit einem Schuss ermordet

oder hätte versucht, sie zum Reden zu bringen,

dann hätten wir Folterspuren gefunden.

Diese Tat hat eine starke persönliche Dimension.

Und laut Autopsiebericht hat sie am Abend des Mordes einvernehmlichen Sex gehabt.

- Ja. Ein Liebhaber? - Ja, das ist möglich.

Wir warten noch auf die DNA-Analyse vom Tatort,

aber es gab laut Zeugenaussagen in ihrem Leben keinen Mann.

Okay. Ich möchte alles über ihr Privatleben wissen.

Ihre Tagesabläufe, ihren persönlichen Umgang und wer dieser Mann gewesen ist.

- Ich will ihn sofort sehen, es ist dringend! - Er ist in einer Besprechung.

Es ist mir scheißegal, dass er in einer Besprechung ist!

Haben wir etwas im Computer des Opfers?

Ich bin schon dabei, ihn mir vorzunehmen.

Ich will zu Polizeirat Lamarck, und zwar umgehend!

Julie Neuman, sie gehört zu Laures Team.

Keine Diskussion! Dieser Fall gehört zu unserer Abteilung!

Ich fürchte, dass das unmöglich ist.

Davon abgesehen, dass die Leiche in unserem Bezirk gefunden wurde,

wissen Sie, dass es noch ein anderes Problem gibt.

Was denn bitte für ein Problem?

Dass Sie durch die persönliche Beziehung zum Opfer nicht objektiv sein können.

Reden Sie keinen Quatsch! Wenn jemand herausfinden kann,

wer das getan hat, dann sind wir das!

- Worauf warten die Affen da? - Auf das Ende der Verhandlung.

Bringt man denen in ihrer Abteilung bei, wie Mörder auszusehen,

oder ist das angeboren? - Hör schon auf.

Die haben gerade ihre Chefin verloren und dürfen nicht mal ermitteln.

- Da würde ich auch eine Fresse ziehen. - Hast ja recht.

Aber ich könnte doch ein, zwei Witzchen machen,

um die Stimmung ein wenig aufzulockern. - Mach ruhig.

Ich wollte schon immer sehen, wie du mit gebrochener Nase aussiehst.

Kann man hier einen Kaffee bekommen?

- Ja, aber klar. Mit Zucker, oder...? - Nein, Süßstoff.

Hören Sie doch. Wir schließen Sie nicht aus dem Fall aus. Im Gegenteil!

Wir werden Sie und Ihre Leute brauchen.

Wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden

und entscheiden gemeinsam die Vorgehensweise.

Dann werde ich Ihnen jetzt mal erzählen, wie wir vorgehen.

Wir ziehen eine Razzia bei Maroubi durch

und quetschen alle so lange aus, bis einer redet.

Noch wissen wir nicht, ob der Maroubi-Clan dahintersteckt.

Es gibt viele Spuren, die wir verfolgen sollten.

Wissen Sie, ob es im Leben von Laure vielleicht jemanden gegeben hat?

Nein, das weiß ich nicht. Und es ist mir auch scheißegal!

Aber ich weiß, dass letztes Jahr die Leute von Maroubi die Bremsen

an Laures Wagen manipuliert hatten und sie deshalb im Krankenhaus lag.

Es war Maroubis Handschrift, eindeutig.

Ich versichere Ihnen, dass ich das alles sehr ernst nehme,

aber Sie würden das Ergebnis monatelanger Ermittlungen gefährden.

Wollen Sie, dass Maroubi weiterhin Kinder wie Vieh verkauft?

Sie werden Laure viel besser gekannt haben als ich,

aber ich glaube, dass sie das nie gewollt hätte.

- Hatten Sie einen langen Tag? - Was machen Sie hier?

Wir haben doch etwas zu feiern.

Das ist sehr nett, aber mein Sohn wartet auf mich.

Das würde mich wundern, da er bei seinen Großeltern ist

und dort seine Ferien verbringt. Also gehen wir kein Risiko ein.

Woher wissen Sie das mit meinem Sohn?

Hören Sie, für das, was Sie getan haben,

bin ich Ihnen sehr dankbar, und das ist alles.

Es gibt nichts mehr zu sagen.

Ich bin ja auch nicht hier, weil ich reden will.

Ich möchte Sie jetzt bitten zu gehen.

Ganz wie Sie wollen. Gute Nacht, Herr Hauptkommissar.

Laure Brévin hat, wie mir berichtet wurde,

ihr Büro ungewöhnlich früh, kurz nach 20 Uhr, verlassen.

Sie galt als Arbeitstier. Jedenfalls hat sie ihrem Kollegen gesagt,

dass sie zu einer Feier des Präfekten gehen muss,

aber eine solche Feier gab es gar nicht, also war sie auch nicht da.

- Komisch. Ganz sicher? - Hier ist der Beweis.

Er war auf der Konferenz der Präfekten in Marseille.

- Warum erfindet sie das alles, um ihren Lover zu treffen? - Ja, seltsam.

Sie war nicht verheiratet und musste sich niemandem gegenüber rechtfertigen.

Nein, Laure Brévin nicht, aber vielleicht ihr Lover.

Oder er war jemand, von dem keiner was wissen sollte.

Ein Kollege aus Ihrem Büro oder ein ehemaliger Häftling. Ein Knacki.

- Es gibt doch bestimmt da ein Syndrom für "der Böse und der Bulle"? - Nein.

- Ganz sicher? - Ja.

Die von der Bandenkriminalität haben heute früh Telefone abgehört.

Zwei Leute von Maroubi, die über den Mord an Laure Brévin sprechen.

- Hast du von der Polizistin gehört? - Ja.

Kam das von dir?

Ich hab keinen Befehl gegeben. Aber Skela ist seit gestern verschwunden.

Gut, ich kümmere mich drum.

Sieh an. Alban Skela, einer der Handlanger von Maroubi.

- Arbeitet erst seit einem Jahr für ihn. - Wir haben kaum Informationen über ihn.

Keine Vorstrafen. Er soll aber in Albanien für mehrere Morde verantwortlich sein.

Und ohne dass er dafür beauftragt wurde

vergreift sich der erwähnte Skela an Laure Brévin?

Vielleicht wollte er beweisen, wozu er fähig ist.

Sein Clan scheint jedenfalls zu glauben, dass er es war.

Alle ihre Verstecke werden beschattet. Skela taucht sicher bald wieder auf.

Schließen Sie sich Neumans Team an. Sie dürfen keinesfalls allein ermitteln.

- Und halten Sie mich auf dem Laufenden. - Na, dann los.

Chloé, Sie müssen leider hierblieben, weil es ein klein wenig zu...

...zu gefährlich ist. Das kenne ich schon. Ich warte auf Sie!

Das ging gerade viel zu leicht, wieso?

Ich muss noch mal zurück an den Tatort.

Vermuten Sie was wegen Laures Liebhaber?

- Nein, leider. Ich kann nicht gut lügen. - Und ich werde Sie nie verstehen.

Sie kriegen Verstärkung.

Herr Hauptkommissar?

- Ach. Was will die denn schon wieder? - Werden wir gleich wissen.

- Was machst du hier? - Guten Tag zu sagen, hast du noch immer nicht gelernt.

Dabei hat ein wenig Höflichkeit noch keinem geschadet.

Da hast du wohl recht.

Noch mal wegen gestern Abend...

Was war denn gestern Abend? Deine Uhr, hier.

Die lag noch im Fahrstuhl, und ich dachte mir, dass du sie brauchen kannst.

Danke, du hättest sie zwar nicht vorbeibringen müssen, aber danke.

Ab 21 Uhr hätte ich Zeit.

LAURE BRÉVIN MORD

Ich passe hier auf, legen Sie los.

Einen Mucks und du bist tot! Steh auf!

Ich erkenne Sie wieder. Sie sind Alban Skela.

Waren Sie es? Haben Sie sie umgebracht?

Glaubst du, wir stehen drauf, dass alle Bullen hinter uns her sind?

Ihr sucht in der völlig falschen Richtung! Los, beweg dich!

Wenn Maroubi nicht hinter der Sache steckt, was machen Sie dann hier?

Du gehst jetzt ganz langsam zur Wohnungstür

und du sagst dem Bullen, der da steht, dass er unten warten soll.

- Was haben Sie vor? - Und keine Sperenzchen, sonst schieße ich!

Alexis? Holen Sie mir die Brévin-Akte?

Ich hab sie unten im Wagen liegen lassen. Ich Dummerchen.

Ja, ich soll Sie aber hier nicht allein lassen.

Was soll schon passieren in den fünf Minuten?

- Ich beeile mich. - Vielen Dank.

In der Wohnung von Brévin?

Geht es Ihnen gut?

Ja, ja, sagen wir einfach, es kam alles ein wenig überraschend.

- Und wie läuft es bei Ihnen? - Die Stimmung hier ist ganz schön angespannt.

Die drehen durch, wenn sie erfahren, dass Sie mit Skela gesprochen haben.

Nun, ich habe da etwas, das denen gefallen wird.

Aha, und was? Was will der denn jetzt? Sekunde, Chloé.

- Sind Sie Thomas Rocher? - Ja?

- Das ist für Sie. - Nicht auflegen, ja?

Ihre Unterschrift.

- Das kommt von mir. - Wie, von Ihnen? Was ist da drin, ich verstehe das nicht.

Das liebe Handy von Alban Skela.

Wie jetzt, haben Sie ihn beklaut,

während er Sie mit seiner Waffe bedroht hat?

Kann man so sagen. Glauben Sie, dass er mich jetzt anzeigt?

Wow, Sie sind der Wahnsinn! Und ich werde es sofort Neuman geben,

dann sehen wir weiter. Warum haben Sie es denn nicht selbst vorbeigebracht?

Ich schätze, ich weiß, wo Laure Brévin ihren Lover getroffen hat,

wenn sie nicht bei ihr waren. - Hören Sie, das spielt keine Rolle!

Der Typ, mit dem sie gestern geschlafen hat,

hat nicht zwangsläufig was mit dem Mord zu tun.

Wenn Skela in der Wohnung des Opfers war, dann um seine Spuren zu verwischen.

- Er hängt da voll mit drin, verstehen Sie? - Ich bin da. Auf Wiederhören!

So, hier haben Sie die Zeitung. Genießen Sie Ihren Kaffee.

- Guten Tag. - Oh, guten Tag. Was kann ich für Sie tun?

Tja. Es ist mir ein wenig un- angenehm, aber meine Chefin

hat letzte Woche recht überstürzt abreisen müssen

und hat vergessen zu zahlen. Würden Sie mir die Rechnung ausdrucken?

- Natürlich. Würden Sie bitte? - Vielen Dank.

- Wie heißt denn Ihre Chefin? - Brévin. Laure Brévin.

Das tut mir leid. Wir hatten keinen Gast mit diesem Namen.

Warten Sie, ich habe zufällig immer ein Foto von ihr bei mir.

Na ja, weil meine Chefin gern öfter mal Pseudonyme benutzt,

weil das dem Ganzen mehr Würze gibt. - Oh.

Ehrlich, ich schwöre Ihnen, dass ich keinen leichten Job habe.

- So, hier. - Ach, diese Dame. Ja, die kenne ich gut.

Die kommt regelmäßig mit ihrem Freund her.

Und er hat die Rechnung auch schon beglichen.

Ihr Freund. Welcher denn?

Nein, ich bin nicht befugt, Ihnen diese Information zu geben. Tut mir leid.

- Ja, aber das verstehe ich doch. Danke. - Immer wieder gern.

Was mach ich?

Was manche Leute für Ideen haben.

- Mein Gott. Das haben Sie noch nicht gesehen! - Was ist passiert?

- Da! - Wo denn?

- Hey. - Lecker. Und? Hast du neue Freunde gefunden?

Ja. Jedenfalls tut es zur Abwechslung gut, mit echten Männern

zusammenzuarbeiten, du verstehst? - Ich lach mich tot.

Auf jeden Fall kommen wir dank des geklauten Handys gut voran.

Chloé ist wirklich irre.

- Weißt du, wen wir getroffen haben? - Nein.

Barbara Cluzel.

- Und? - Sie hat was mit Rocher!

Was ist? Du machst Witze?

- Hat der ein Glück. - Wieso Glück?

- Na ja... - Die ist doch voll ordinär.

- Ordinär? Du meinst damit doch überwältigend? - Nein, ich meine ordinär.

Klar. Frag doch mal deine "echten Männer", ob die das genauso sehen.

Wir müssen reden!

Ja, genau das meine ich.

Ich muss Sie zurückrufen.

Und sagt dir das irgendwas?

Ich bin fast erleichtert, dass du es rausgefunden hast.

Ich steh seit gestern komplett neben mir.

Und Christiane? Weiß sie Bescheid?

Nein, und sie darf es auch auf keinen Fall erfahren.

War das mit Laure und dir was Ernstes?

Es lief seit drei Jahren.

Wir haben uns regelmäßig getroffen.

Wir haben es aber nie in Betracht gezogen zusammen zu leben.

Wir waren zufrieden damit, wie es war.

Sie war eine echte Freundin.

Eine Verbündete.

Es tut mir sehr leid, Grégoire.

Warum hast du mir das denn nie erzählt?

Hast du angenommen, wir würden es nie herausfinden?

Ich sitze jetzt voll zwischen den Stühlen.

Es ging mir aber doch nicht anders. Niemand hat von uns gewusst.

Laure war genauso diskret wie ich. Sie wollte selbst nicht,

dass jemand davon erfährt und ihr Schwierigkeiten machen könnte.

- Dann warst du also gestern Abend bei Laure. - Ja.

Grégoire. Ich frag dich das nicht gern, aber ich muss es einfach.

Ich muss es einfach von dir hören.

Hast du irgendetwas zu tun mit ihrem Tod?

Ich schwöre dir, es ging ihr gut, als ich weggegangen bin.

Ich glaube es nicht.

Wo waren Sie denn? Ich suche Sie seit einer Stunde!

Können wir kurz reden?

Ist etwas passiert?

Vielen Dank.

Wir haben die Ergebnisse vom Labor bekommen

und wir haben jetzt die DNA von Laures Liebhaber.

- Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen sagen soll... - Ich weiß es.

Sie wissen es? Und wann genau wollten Sie es mir bitte sagen?

- Wir sind ein Team, oder? - Ich wollte es Ihnen ja sagen,

aber ich hab es eben erst erfahren.

Laure hatte einen Liebhaber und dieser Liebhaber ist Grégoire,

das heißt aber nicht, dass er sie ermordet hat.

Er ist kein Mörder, das wissen Sie so gut wie ich.

Er hat uns aber angelogen. Und wenn Laures Abteilung davon erfährt?

Das dürfen die nicht. Wenn diese Info das Haus verlässt, kann er einpacken.

Man wird nicht Polizeirat, ohne sich auch Feinde zu machen.

Und was erwarten Sie von mir? Soll ich die Ergebnisse des Labors fälschen?

Ach, nein, wie kommen Sie denn auf so etwas? Aber...

Oh Mann, ich weiß es nicht. Aber wie wäre es,

wenn Hyppolite die Information ein wenig zurückhalten würde?

Wissen Sie, was Sie da sagen? Wenn er das macht, hängt er in der Sache mit drin.

Ich weiß, aber wir haben doch keine Wahl.

Wir müssen Zeit gewinnen, bis Alban Skela dingfest gemacht wurde.

Tut mir leid. Julie Neuman ist am Telefon, es ist dringend.

Er war es bestimmt nicht. Wir finden heraus, wer es war.

- Ja? - Maroubi plant für morgen Abend einen Coup.

- Morgen Abend. - Ja, und Skela ist dabei. Morgen erwischen wir ihn!

Okay. Vielen Dank.

Ich glaube, wir müssen reden.

So wie es aussieht, wäre es wahrscheinlich von Vorteil,

wenn Sie sich ein paar Tage Urlaub nehmen würden. - Wie bitte?

Das hier ist die DNA-Analyse aus Laure Brévins Wohnung.

Wir halten die Info zurück, aber das können wir nicht ewig machen.

Was genau unterstellen Sie mir?

Gar nichts. Ich möchte Ihnen helfen, auch wenn es nicht so wirkt.

Wenn Neuman und ihr Team erfahren, dass Sie gestern

bei ihrem Boss waren, verpfeifen die Sie bei der Dienstaufsicht.

Einen Moment. Sie selbst verfolgen seit sechs Jahren den Mörder Ihrer Frau.

Ich lass diese Ermittlung nicht fallen!

Doch, nur für ein paar Tage!

Ich habe mit Neuman telefoniert. Ihr Team wird morgen Abend einen Einsatz durchführen.

Die liefern uns Skela, er wird gestehen und Sie kommen wieder.

- Gehst du schon? - Ja. Das hier ist Laure Brévins Rechner.

Sie hat eine superheftige Firewall, aber

zuhause habe ich das eine oder andere Programm dafür.

- Brauchst du dabei Hilfe? - Kennst du dich mit Informatik aus?

- Nein, aber mit Sushi. - In einer Stunde?

- Ich werde da sein. - Cool.

- Bis gleich. - Bis gleich.

- Lasst mich los, bitte, lasst... - Ach, du Scheiße!

Los, weg!

- Hyppolite, alles okay? - Hol den Computer, der ist jetzt wichtiger.

Mach schon, schneller. Gib her!

- Wir trennen uns. - Okay.

- Keine Bewegung! - Ist ja gut, ganz locker!

Jetzt legst du dich auf den Bauch! Auf den Bauch, hab ich gesagt!

Hände auf den Rücken und keinen Mucks mehr, du Wichser!

Didier Roubot. Sechs Verurteilungen wegen schweren Raubes.

Du musst dich ja hier wie zu Hause fühlen.

Das ist der zweite Angriff auf ein Mitglied meines Teams innerhalb von 24 Stunden,

und du kannst dir vorstellen, dass ich davon schlechte Laune bekomme.

Und jetzt sagst du mir ganz schnell, wer dich damit beauftragt hat.

Ich hab echt keinen Schimmer, was Sie meinen.

Maroubi sagt dir nichts?

Skela?

Kevin, dein Sohn, sitzt in der Jugendstrafanstalt ein.

Ich lass ihn morgen in den richtigen Knast verlegen,

dann ist er mit den schweren Jungs zusammen.

- Wie alt ist er jetzt? 17? - Sie lassen meinen Jungen da raus, klar?

- Das hängt ganz von dir ab. - Was sind Sie für ein Arschloch?

Ich höre!

Den, der mich beauftragt hat, den hab ich vorher nie gesehen.

Aber der sah nicht so aus wie ein Maroubi oder wie dieser andere hieß.

Was kein Problem ist. Wir fertigen ein Phantombild an. Und ich warne dich.

Solltest du mich verarschen, wird es mit deinem Sohn bergab gehen.

Seien Sie unbesorgt. Ihr kleines Phantombild wird ganz fix gehen.

- Typen wie den trifft man nicht alle Tage. - Na dann.

Es war so ein großer Schwarzer im Anzug, er hatte ein Ziegenbart.

Er wusste genau, was er will, und hat mich für den Job gut bezahlt.

So ein vornehmer Typ.

Oh mein Gott, bitte, das gibt es nicht.

- Lamarck ist der Auftraggeber? - Das ergibt doch keinen Sinn.

- Hyppolite. - Na, ihr?

Was willst du denn hier? Du sollst dich doch schonen.

- Du bist ja komplett verrückt! - Deswegen bin ich hier.

Laure Brévins Computer. Und, wie läuft das Verhör?

Hier ist nicht viel privates Zeug drauf. Alte Ermittlungsfälle und all so was.

Doch in ihrem Postfach war das hier.

Der Entwurf einer Mail, die sie aber nicht mehr abgeschickt hat.

"Grégoire, das ist deine letzte Chance. Rede mit deiner Frau,

sonst werde ich es machen! Leider lässt du mir keine Wahl."

Scheiße. Tut mir sehr leid.

Na, wenn das kein perfektes Motiv ist. Tag, meine Herrschaften.

Meine Name ist Philippe Maistre, von der Dienstaufsicht.

Tja, das Labor der Rechtsmedizin hat uns interessante Ergebnisse übermittelt.

Und über Ihre hübsche Verschleppungs- taktik werden wir noch reden müssen.

Sie werden jetzt offiziell von dem Fall abgezogen.

Und Polizeirat Lamarck kommt in Untersuchungshaft

wegen des Mordes an Laure Brévin.

- Und? - Lamarck ist jetzt in U-Haft!

Na ja, bei der Beweislast wird schnell ein Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Ich glaube das aber nicht.

Lamarck ist fremdgegangen, aber ein Mörder? Und der Angriff?

Er hat uns nicht zum ersten Mal belogen, und das weißt du.

Wovon sprichst du?

Von dir.

Er hat uns deine Vergangenheit und seine Beziehung zu dir verschwiegen.

Das war doch aber was völlig anderes!

Ich glaube ja nicht, was ich mir gerade anhören muss. Wir reden hier über Grégoire!

Und dahinter stecken doch ganz sicher Maroubis Leute.

So sicher sind wir da nicht mehr.

Na komm.

Ich hab mir schon gedacht, dass du auftauchst.

- Geht es dir gut? - Im Moment besser als ich dachte.

Es tut mir so unheimlich leid für dich, aber ich glaube trotzdem,

dass Grégoire dich mehr brauchen wird als je zuvor.

Es muss dafür eine Erklärung geben und die werden wir rausfinden.

Wen versuchst du hier zu beruhigen?

Entschuldige. Ich stehe einfach neben mir.

Ich bin nicht zum Jammern herge- kommen. Und, wie fühlst du dich sonst?

Wie eine betrogene Frau. Was willst du von mir hören?

Aber die Sache hat mich nicht überrascht!

Warum sagst du das?

Weil das nicht zum ersten Mal passiert ist.

Hör zu, Chloé. Würdest du dich setzen?

Dieses Band zwischen dir und Grégoire hab ich immer respektiert.

Aber er ist überhaupt nicht perfekt! Er hat auch dich betrogen.

Wovon redest du?

Von deiner Mutter.

Er war nicht zufällig als Erster am Tatort an dem Tag, als sie ermordet wurde.

Sie hatten sich schon gekannt.

Und ich weiß, dass da etwas zwischen ihnen war.

Das glaube ich dir nicht.

- Sind die Handschellen notwendig? - Ich befolge nur die Vorschriften.

Es tut mir leid, dass du das erleben musst.

Chloé!

- Stimmt das mit Mama? - Was?

- Hattest du was mit ihr? - Wer hat das erzählt?

Die Sache hat nichts damit zu tun.

Wer bist du? Ich kenne dich nicht!

Chloé!

Wir müssen reden.

Was bist du für ein Schwein? Ich dachte, wir teilen alle Infos?

Du hältst den Bericht der Gerichtsmedizin zurück,

um diesen Arsch von Polizeirat zu retten?

Ich hatte einen ziemlich harten Tag. Würdest du bitte etwas leiser sprechen?

Scheiße, Mann. Er hat sie ermordet!

Und ihr habt das auch noch gedeckt? Haltet ihr uns für Witzfiguren?

Du hättest das Gleiche auch für Brévin gemacht, und das weißt du genau!

Eine Sache noch. Du und dein Team, ihr könnt den Maroubi-Clan vergessen, klar?

Der Einsatz wird ohne euch stattfinden.

Ich habe den Eindruck, dass du ganz woanders bist.

Stimmt irgendwas nicht?

Sag es mir.

Früher oder später kriege ich es sowieso raus.

Ich bin an einem schwierigen Fall dran, und mein Chef ist leider darin involviert.

Oh. Und worum geht es? Etwa um Bestechung?

- Nein. Um Mord! - Autsch.

Er braucht einen guten Anwalt.

Aber dein Chef ist doch Lamarck, hab ich recht?

- Ja. - Und, war er es?

Das weiß ich nicht.

Ist aber eine irre Herausforderung.

Und ich glaube, ich kenne jemanden, den das interessieren würde,

falls Lamarck sich das leisten kann.

Ich glaube, er würde dafür im Moment wirklich alles geben.

- Und an wen denkst du da? - Na, an die Beste. An mich!

Die Kleine hat die Leiche ihrer Mutter entdeckt.

Zeugen haben den Vater fluchtartig die Wohnung verlassen sehen.

- Er war blutüberströmt. - Informiert alle Einheiten.

- Wir müssen ihn auf der Stelle finden. Und wo ist das Mädchen? - Da nebenan.

Er hat mich in seine Arme genommen,

mich von dort weggebracht und nie wieder losgelassen.

Vielen Dank.

Sie arbeiten noch?

Sie schaffen das wirklich immer wieder.

Wollen Sie vielleicht, dass ich noch tot umfalle, oder...?

- Was tun Sie denn da? - Das, womit wir nie hätten aufhören dürfen!

Ich gehe den Fall durch, bevor die Dienstaufsicht uns alles wegnimmt.

Ich liebe Sie!

- Darf ich dazu kommen? - Auf die dunkle Seite?

- Was sehen wir uns an? - Ich hab Laure Brévins Tagesablauf dank ihres Handys

von ihrem Büro aus bis nach- hause nachverfolgen können

und stelle die Bilder der Überwachungs- kameras entlang der Strecke sicher.

Hier werden heimlich Nachtschichten geschoben?

- Es ist so. Wir haben nachgedacht und... - Dann geht es Ihnen wie mir.

Lamarck braucht Hilfe und wir übernehmen gemeinsam die Verantwortung, okay?

Die Dienstaufsicht hat uns den Fall ent- zogen, und Sie wissen ja, was das heißt.

Hier ist was.

Das ist Skela. Er hat sie verfolgt. Er ist es gewesen.

- Wann war der Einsatz gegen die Maroubi-Leute geplant? - In einer Stunde.

Wir werden ihn nicht mehr verhören können, wenn Julie Neuman ihn erwischen sollte.

Und nach alldem, was passiert ist, werden wir sie wohl auch kaum darum bitten können.

Das müssen wir doch vielleicht auch gar nicht.

- Sag mal, geht es noch? - Nein, Chloé, passen Sie auf.

Es ist schwer zu sagen, ob Maroubis oder Neumans Leute gefährlicher sind.

Glaubt hier etwa einer, dass ich mich allein zu diesem Einsatz begeben würde?

Hier oben ist alles okay.

Alles klar. Halt die Augen offen, bis Maroubi kommt.

Einen Mucks und Sie sind tot!

Du machst mir keine Angst!

Was soll denn das werden?

Mach ich Ihnen vielleicht Angst?

Beruhigen wir uns, okay? Ich bin Bulle.

Ich wurde vor knapp einem Jahr in den Maroubi-Clan eingeschleust.

Laure hat mich dafür rekrutiert. Ihr Team weiß nichts davon.

Warum sind Sie gestern in Laures Wohnung gewesen?

Ich hab Hinweise auf den Mörder gesucht. Und was wollt ihr jetzt hier?

Wir haben entdeckt, dass Sie Laure Brévin verfolgt haben kurz vor dem Mord.

Na, das ist ja witzig. Und ich habe euren Polizeirat

kurz vor dem Mord in ihre Wohnung gehen sehen.

- Er hat damit nichts zu tun. - Ich weiß!

Ich hab gehört von dieser Mail, die Laure geschrieben haben soll.

Das ist ein Fake. Sie hätte nie gedroht, die Affäre zu verraten!

- So war sie nämlich nicht! - Kannten Sie beide sich schon lange?

Seit über zehn Jahren. Sie war etwas Besonderes.

Um welche Uhrzeit sind Sie von ihr weg?

Gegen 21 Uhr, sie hatte den monatlichen Bericht bekommen.

Kann vielleicht dieser Maroubi den Mord in Auftrag gegeben haben?

Auf keinen Fall, das würde ich wissen. Und warum auch?

Er weiß lieber, mit wem er es zu tun hat.

Er hätte sich selbst geschadet durch Laures Ermordung.

Also, wenn der Maroubi- Clan nicht dahintersteckt

und wenn Laure das Problem nicht ausgelöst hat, heißt das,

dass jemand Grégoire den Mord in die Schuhe schieben will.

Es wird eurem Polizeirat nicht an Feinden mangeln.

Er hat bestimmt viele hinter Gitter gebracht.

Wir müssen jetzt los. Maroubi wird gleich eintreffen.

Einen Moment, nicht so schnell. Ihr wisst von der Übergabe hier? Woher?

- Ach, du hast mir mein Handy geklaut? - Wir müssen jetzt wirklich los.

Wenn ich nicht gleich festgenommen werde, ist meine Deckung hin. Ich bleibe.

Ich gebe nicht auf, bis ich Laures Mörder habe.

Wenn ich was erfahre, lass ich es euch irgendwie wissen.

Na los, steigt aus! Kommt raus da, schneller, schneller.

- Los, bewegt euch. Das muss schneller gehen. - Ihr da hinten, raus mit euch.

Schlaft nicht ein. Zu mir. Los, los, los!

Los, umdrehen!

Hände hinter den Kopf, Maroubi, und keine Bewegung!

- In den Wagen mit ihm! - Kopf runter!

Wie viele Ermittlungen hat Lamarck in 25 Jahren geführt?

- 1000 vielleicht, oder? - Direkt oder indirekt 3842.

Dementsprechend viele Feinde wird er haben.

Die Generaldirektion hat bestätigt, dass Skela Undercover arbeitet.

- Und ihr kommt voran? - Konzentrieren wir uns auf die langen Haftstrafen.

Der Plan ist so raffiniert, dass Grégoire ihn sicher

für was Schwerwiegendes verhaftet hat.

Zehn Jahre Gefängnis und mehr ergeben 1200! Immer noch viel!

Hat er einer davon mit Didier Roubot im Knast gesessen?

Ich glaube nicht, dass Lamarck ihn beauftragt hat, sie zu überfallen.

Didier Roubot. Das hier könnte was sein.

Mit ihm hier saß Roubot drei Jahre im Knast.

Er wurde '92 von Lamarck verhaftet. Sulian Frégé. Sie waren Zellenkumpel.

Er ist hinter dem Ohr tätowiert.

Vielleicht wollte er seinem alten Kumpel einen Gefallen tun.

Zeigen Sie mal.

Also, Frégé war 19 Jahre in Haft wegen des Doppelmords an Christian

und Valérie Gorse, 1992. Die 19- jährige Tochter war nicht zuhause.

Ein aus dem Ruder gelaufener Einbruch. Da war er 18 Jahre alt.

- Und seit wann ist er draußen? - Seit ein paar Monaten.

- Steht da eine Adresse? - Nein, er ist nirgendwo gemeldet.

- Haben Sie Zugang zur gesamten Akte? - Der Rest wird im Archiv sein.

Darum kann ich mich kümmern.

Ist gut, aber unauffällig, und wir suchen nach dem Typen.

- Polizeinotruf? - Bitte helfen Sie mir! Er hat auf meinen Mann geschossen.

- Ich flehe Sie an! - Bitte beruhigen Sie sich!

- Er hat ihn umgebracht! - Bleiben Sie ganz ruhig, Madame. Beruhigen Sie sich!

- Er hat ihn umgebracht! - Bestätigen Sie mir Ihre Adresse.

- Rue Béranger 14? - Ja.

- Ist der Täter noch im Haus? - Ich weiß es nicht!

Bitte verlassen Sie das Haus umgehend. Ein Wagen ist auf dem Weg.

Madame Gorse?

- Madame Gorse! - Nein!

Hallo? Madame Gorse? Madame Gorse!

Ein jugendlicher Einzelgänger. Keine Vorstrafen, doch dann dieser

aus dem Ruder gelaufene Einbruch. Du hast sie von vorn erschossen

und dich ihrem Blick ausgesetzt, ihrer Furcht.

Ich bin es, Chloé. Gibt es schon was Neues?

Nein. Gar nichts, der Typ ist verschwunden. Und bei Ihnen?

Na ja, es gibt viele Ungereimtheiten in seinem Bericht.

Vieles, das psychologisch völlig unstimmig ist. Ich müsste ihn genauer analysieren.

Das Haus seiner Kindheit sehen, sein gesamtes Umfeld.

- Ich fürchte, dass uns dafür die Zeit fehlt. - Aber es ist wichtig.

Ich muss verstehen, wie sich seine Persönlichkeit entwickelt hat,

um in solche Gewalt zu münden. - Okay, ich hole Sie ab. Wo sind Sie?

- Suchen Sie die Frégés? - Ja, kennen Sie sie?

Sie sind doch beide tot. Zirrhose bei ihm, Krebs bei ihr.

- Die wird keiner vermissen. - Sie haben sie wohl nicht sehr gemocht, oder?

Ich war 27 Jahre lang ihre Nachbarin, junge Frau, und ich sage Ihnen,

die beiden waren wirklich keine guten Menschen.

Sie werden sicher wissen, dass ihr Sohn im Gefängnis war?

- Das wundert mich überhaupt nicht. - Haben Sie ihn mal wiedergesehen?

Ja, vor ein paar Monaten, er wollte das Haus hier verkaufen.

Und wissen Sie vielleicht, wo wir ihn finden können?

Ach, Sie machen mirja Spaß. Ich hab kein Wort zu ihm gesagt.

Sulian war als Kind wirklich niedlich.

Er sah aus wie ein Engel, aber ich konnte ihn nie wirklich leiden.

- Und wieso nicht? - Wegen der Streiche.

Er hat öfter heimlich Scheiben eingeschlagen, Post geklaut,

war aber clever genug, sich nie erwischen zu lassen.

Außer natürlich nach dem Mord an diesen armen Menschen.

Es war reines Glück, dass die Tochter nicht zuhause war,

denn dann hätte es sie genauso erwischt, nicht wahr?

Und noch immer kann ich es ja kaum fassen.

Was? Dass er zum Mörder wurde?

Nein, dass er so blöd war, sich erwischen zu lassen.

Na wissen Sie, Sulian ist ja der geborene Lügner gewesen

und konnte sich immer und überall rausreden, ja.

Der Polizist, der ihn festgenommen hat, konnte seinen Job.

Das wird ihm da, wo er jetzt ist, keinen Trost spenden.

- Aber vielen Dank, Madame. - Gern.

- Wiedersehen. - Wiedersehen.

Ein hinterlistiger, Grenzen überschreitender Jugendlicher,

der 19 Jahre später den zu Fall bringen möchte,

durch den ihm eine Grenze gesetzt wurde.

Es gibt noch sehr viele Fragen, aber das Profil kommt hin.

Solange wir ihn nicht gefunden haben, bleiben es aber nur Vermutungen.

Und wir brauchen mehr als das, um Lamarcks Unschuld zu beweisen.

Ich weiß, aber die Spur ist heiß.

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