All language subtitles for Profiling.Paris.S03E08.Der.Wert.der.Freiheit.German.DL.1080p.BluRay.x264-RSG

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Original subtitles

Ich bin in der 10. Woche schwanger. Ich wollte nur, dass du das weißt.

Dieses Kind hat ein Recht, seine Herkunft zu kennen.

Du musst dir keine Sorgen machen, ich erwarte nichts.

Ich bekomme das Kind, das habe ich für mich entschieden.

Also klar, deine Entscheidung respektiere ich auch.

Das ist überhaupt keine Frage...

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Hallo? Gut, ich eile.

SPURENSICHERUNG - ZUTRITT VERBOTEN

Hallo, was haben wir?

Jeanne Krakowski. Sie hat allein gelebt.

Den Nachbarn ist heute früh die offene Wohnungstür aufgefallen.

Es sieht nicht nach einem Einbruch aus.

- Guten Morgen. - Guten Morgen.

- Wurde sie erwürgt? - Ja, zwischen 22 und null Uhr.

Und zwar mit diesem Schnürsenkel.

Sie hat versucht sich zu wehren, aber ich fürchte, es gibt kaum Spuren.

Ihr Angreifer hat Handschuhe getragen.

Wir haben keine Zeugen. Es ist niemandem was aufgefallen.

Das Opfer scheint wohlhabend gewesen zu sein. Wurde etwas gestohlen?

- Auf den ersten Blick nicht. - Haben Sie es sich angesehen? Das Bild?

Nein, damit wollte ich auf Sie warten.

Erwürgt und zum Schweigen gebracht, eine überlegte Tat,

schnell und entschlossen begangen.

Aber gleichzeitig unter den Glassplit- tern des Bilderrahmens begraben worden.

Das ist merkwürdig.

Menschen verschwinden in der Masse, verschwimmen im Hintergrund,

aber da, durch ein Gesicht werden die Gestalten zu Menschen.

Es ist, als wolle der Fotograf Frauen und Männer des Alltags würdigen.

- Schön! Heben wir uns die Kunstkritik fürs nächste Mal auf. - Verzeihung.

- Suchen Sie mir alles zusammen, was Sie über das Opfer finden können. - Okay.

Haben Sie die Signatur gesehen?

Sie war die Fotografin.

PROFILING PARIS

DER WERT DER FREIHEIT

Das Opfer war die Frau von Alain Krakowski.

Er ist Wachmann in einem Kaufhaus. Sie haben eine gemeinsame Tochter.

Ihr Loft hatte nur ein Zimmer. Haben sie nicht zusammengewohnt?

Sie waren getrennt. Und dem Mann wurde das Sorgerecht zugesprochen.

Aha? Das ist ungewöhnlich. Weißt du, was da passiert ist?

Noch nicht, aber ich werde es herausfinden.

Was wissen wir noch über ihr Berufsleben?

Sie hat auf jeden Fall gut verdient.

Ein Krakowski-Foto ist derzeit circa 80.000 Euro wert.

Dieses unscharfe Ding kostet 80.000 Euro?

Du hast null Ahnung von Kunst, es ist zum Weinen.

Hat sie ihre Bilder schon lange ausgestellt?

Nein. Sie hat sie erst seit zwei Jahren verkauft.

Sie wurde bei einer Amateur-Ausstel- lung von einem Galeristen entdeckt.

Das hat ihr einen Senkrechtstart beschert. Vorher hatte sie nur Teilzeitjobs.

Einfache Verhältnisse und die Liebe zur Fotografie.

Und dann plötzlich strahlender Erfolg und unerwartete Anerkennung.

Das kann einem leicht zu Kopf steigen.

Vielleicht haben sie sich deswegen getrennt.

Viel Geld und Erfolg lassen andere neidisch werden. Kontaktieren Sie den Galeristen.

Ich will wissen, was er zu sagen hat.

Das würde mich wundern. Ist wohl ein Missverständnis. Wiederhören.

Die war irgendeine Entbindungsstation wegen eines Ultraschalltermins.

Die rufen bei uns an?

- Hallo? - Wann klären Sie das Team über Ihre Schwangerschaft auf?

Bald. Ich möchte vorher mit Alexandre darüber reden.

Dann tun Sie das bitte. Mir gehen nämlich langsam die Ausreden aus.

Okay, ich sage Bescheid.

- Was hat sie denn? - Magen-Darm-Virus.

Das war Frau Doktor.

Der Mann des Opfers erwartet Sie, um die Leiche zu identifizieren.

Okay. Wir fahren hin.

Es tut mir leid.

Nein, das muss Ihnen nicht leid tun.

Ich muss Sie fragen, wo Sie gestern zwischen 22 und null Uhr waren.

- Das ist Vorschrift. - Ich war in meinem Fitnessclub.

Der Chef kann das bestätigen, wenn Sie wollen.

Haben Sie irgendwelche Informationen, die uns bei der Aufklärung helfen könnten?

Nicht wirklich, nein. Wir haben kaum miteinander gesprochen.

Der nächste Schritt wäre die Scheidung gewesen.

- Hatten Sie noch Gefühle für Jeanne? - Wie bitte?

- Haben Sie sie noch geliebt? Jeanne? - Die Jeanne von früher schon.

Ich dachte, sie wäre mit uns glücklich.

Wissen Sie, ich habe alles für uns getan, aber ich konnte es ihr nie recht machen.

Ihrer Frau wurde vor kurzem das Sorgerecht entzogen.

Was hat Sie zu diesem Mittel greifen lassen?

Es war etwa vor einem halben Jahr.

Lena musste zu einer Ausstellung ihrer Mutter.

Sie bekam eine Alkoholvergiftung, weil sie von der Bowle getrunken hatte.

Sie dachte, es wäre Saft.

Ihre Mutter hat nichts bemerkt, und deshalb habe ich das Sorgerecht gefordert,

um Lena zu schützen. Das hätte doch jeder gemacht, oder?

Was meinen Sie, ist passiert, dass es mit Jeanne so weit kommen konnte?

- Dass sie selbst Lena vernachlässigte? - Sie hatte sich verändert.

Für sie gab es nur noch Fotografie, Partys und Ausstellungen.

All dieser Scheiß in der Künstlerwelt hat ihr den Kopf verdreht.

Glauben Sie, dass ihr Tod etwas mit dem Erfolg zu tun haben könnte?

Erfolg? Sie hat ziemlich viel Geld verdient, wenn Sie das Erfolg nennen wollen.

Dieses verdammte Galeristenschwein! Der hat zwölf Jahre Ehe zerstört.

- Ist das der, der sie entdeckt hat? - Der, mit dem sie im Bett gelandet ist!

Ich weiß nicht, ob er meine Frau auf dem Gewissen hat, aber unsere Ehe schon.

Ach, was weiß ich, vielleicht ist das alles besser so.

- Nein, kein Mensch verdient so etwas. - Vielleicht nicht.

Aber Lena hätte eine Mutter verdient, die für sie da ist.

Und nicht so eine durchgeknallte Fotografin, die sich nicht mal für sie interessiert.

Wenn Sie mir kurz folgen würden? Ich brauche noch eine Unterschrift.

Ja. Lena, ich bin gleich wieder da, ja?

Guten Tag, Lena. Ich heiße Chloé. Ich arbeite bei der Polizei.

- Bist du mit deinem Papa hier? - Ja. Er will, dass ich hier warte.

Und weißt du, warum er hier ist?

Weil Mama gestorben ist.

Meine Mama ist auch gestorben. Ich weiß, wie sehr sie dir fehlen muss.

Sie fehlt mir aber schon ganz lange. Sie wollte uns nicht mehr.

- Wir waren ihr nicht mehr gut genug. - Hat dein Papa das gesagt?

Lena? Komm, wir gehen.

Dieser Mann ist rachsüchtig und will die Karriere seiner Frau schlechtmachen,

indem er alles auf eine Bettgeschichte reduziert.

Ist doch nachvollziehbar.

Seine Frau ist erfolgreich und schon kehrt sie ihm den Rücken.

Kehrt sie ihm den Rücken oder kann er es einfach nicht verkraften,

dass sie jetzt die Familie ernährt? Wenn er der Erfolgreiche gewesen wäre,

hätte seine Frau ihm wohl kaum vorgeworfen, dass er sich Zeit

für die Karriere nimmt und seine Familie vernachlässigt.

Ja, mag schon sein, aber das entschuldigt nicht ihre Nachlässigkeit.

Die Alkoholvergiftung ist unter mütterlicher Aufsicht passiert.

Wenn es sich wirklich so abgespielt hat.

- Jedenfalls werden wir sein Alibi über- prüfen. - Hauptkommissar Rocher?

Ja?

Wir hatten noch nicht das Vergnügen, uns kennenzulernen. Mein Name ist Cluzel.

Eine Anwältin. Kommen Sie wegen der Person in Gewahrsam?

- Nein, ich komme Ihretwegen. - Worum geht es?

Ich vertrete Monsieur Pascal Morand, der von Ihnen

mit einer Klage belästigt wird, obwohl er politische Immunität genießt.

Ich scheiße auf die Immunität.

Aber Herr Hauptkommissar.

Sie wissen nicht, worauf Sie sich einlassen, wenn Sie meinen Mandanten angreifen.

Eins kann ich Ihnen garantieren. Sie holen sich nur eine blutige Nase.

Die Adresse des Galeristen, der Jeanne Krakowski vertreten hat.

Danke.

- Alles klar? - Ja, alles bestens.

- Sagen Sie Saint-Laurent Bescheid, wir fahren gleich hin. - Okay.

- Das ist eine Installation von Boris Stauffer. - Sie meinen das Stroh?

Diese Arbeit thematisiert die Rückkehr zu den Ursprüngen der Materie.

Ein Statement gegen absolute abstrakte Kunst. Yoris Azkarian, sehr erfreut.

Hauptkommissar Rocher, Kriminalpolizei. Chloé Saint-Laurent, Kriminologin.

Sie sind hier wegen Jeanne Krakowski, oder?

Nein, wir hatten keine Affäre.

Aber es überrascht mich überhaupt nicht, dass ihr Mann mich hasst.

Dieser Primitivling konnte es nicht ertragen,

dass sie sich in der Kunst entfaltet hat, statt seine Hemden zu bügeln.

- Wissen Sie, ob er sie bedroht hat? - Ja, mehrfach. Und mich auch.

Aber soweit ich weiß, ist er nie weiter gegangen.

- Wie hat Jeanne auf den Erfolg reagiert? - Eher schwierig.

Sie war hin- und hergerissen zwischen Familie und Kunst.

So schwierig, wie an dem Abend, als ihre Tochter hier eine Alkoholvergiftung erlitt?

Halt, halt, halt. Diese Ausstellung war seit Wochen geplant.

Und am Abend der Vernissage fällt diesem Heini ein,

dass er arbeiten muss und er dreht ihr die Tochter an.

Der Typ hat permanent versucht, Jeanne das Leben schwer zu machen.

Glauben Sie mir.

Wie ging es Ihnen damit, dass Jeanne bei Ihnen nicht mehr ausgestellt hat?

Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen.

Sie haben in einem Jahr mehr als 50 ihrer Fotos verkauft,

und ihre letzte Arbeit war hier ausgestellt

vor sechs Monaten, und seitdem nichts mehr?

Ich wollte es nicht an die große Glocke hängen,

aber ja, sie hat schon eine Weile nichts mehr gemacht.

Sie hat was von einem persönlichen Projekt erzählt, aber mir nie was gezeigt.

- Was haben Sie davon gehalten? - Ich hatte mich in ihr getäuscht.

- Was soll das heißen? - Künstlerisch hatte sie einfach nichts mehr zu sagen.

Ich habe sie selbst entdeckt, und es ist hart sich das einzugestehen,

aber letztendlich war Jeanne Krakowski nur ein Strohfeuer.

Kancel, wissen wir schon mehr über den Ehemann?

Er war früher mal Ringer. Eine Ver- letzung hat ihn die Karriere gekostet.

Seit sieben Jahren ist er beim Sicherheits- dienst in einem Kaufhaus in Saint Denis.

- Abgesehen davon nichts Auffälliges. - Und sein Alibi?

Würdest du dich bitte woanders hinsetzen?

Ich bin nämlich super anfällig für Magen- Darm und würde mir ungern was einfangen.

Entschuldigen Sie, ich hab was gefragt.

Ach so, der Inhaber des Fitnessstudios bestätigt,

dass Krakowski den ganzen Abend im Studio war und dort Krafttraining gemacht hat.

- Und der ist vertrauenswürdig? - Ja.

Gut. Was verschafft uns die Ehre?

Ich habe hier für Sie den Obduktionsbericht.

Die Fraktur des Zungenbeins bestätigt die Strangulation.

Ich denke, die toxikologischen Ergebnisse könnten Sie interessieren.

Danke sehr. Anti-Depressiva, Beruhigungsmittel. Eine Depression.

Die Pillen hat sie seit Monaten regelmäßig genommen. Ich muss wieder.

Danke Ihnen.

Aus dem Schatten ins Licht, wie die Menschen auf ihren Fotos.

Jeanne trat heraus aus der Masse ins Rampenlicht. Und dann kam der Absturz.

Ihr Privatleben, ihr Berufsleben. Sie hatte nichts mehr unter Kontrolle.

Was ist passiert? Wurdest du von deinem eigenen Drang nach Freiheit übermannt?

Der Preis dafür war so hoch, dass du dich am Ende verrannt hast.

Zum Thema "Verrannt" hab ich hier,

glaub ich, einen Volltreffer gelandet. Hier!

Eine Strafanzeige gegen Jeanne Krakowski.

Ein gewisser Christophe Mirant hat sie wegen Belästigung

seines 15-jährigen Sohnes angezeigt.

Vor 10 Tagen wurde eine Unterlassungsanordnung erwirkt,

die ihr Dauer der Ermittlungen jeg- lichen Kontakt zu dem Kind untersagt.

Waren die beiden etwa ein Paar?

Eine 35-Jährige und ein Minder- jähriger, das musste ja schiefgehen.

Diese Frau war geistesgestört. Eine Perverse! Lionel ist erst 15.

Sie könnte seine Mutter sein. Er musste schon so viel ertragen.

- Was wollen Sie damit sagen? - Mein Sohn ist sehr verletzlich.

Seine Mutter ist gestorben, als er fünf war. Und er ist gesundheitlich sehr anfällig.

Er hat seit Jahren Hepatitis und ich kümmere mich um ihn,

aber es wird kaum besser. - Wie haben Sie von dem Verhältnis der beiden erfahren?

Sein Schulleiter hat mich angerufen. Sie war in der Schule,

um dort einen Vortrag zu halten, über künstlerische Berufe.

Offenbar haben sie sich öfter getroffen. Er muss ihretwegen geschwänzt haben.

Und in seinem Handy habe ich Anrufe von ihr gefunden.

Das beweist doch aber nicht, dass zwischen den beiden was lief.

Mein Sohn hat zugegeben, dass sie ein Verhältnis hatten.

Dürfen wir uns mit Lionel unterhalten?

Es wäre mir lieber, wenn Sie ihn damit in Ruhe lassen.

Der Tod dieser Frau ist tragisch, aber sie hat ihm nicht gut getan,

also weiß ich nicht, warum er damit behelligt werden soll.

Ich sage Ihnen, warum. Diese Frau ist jetzt tot.

Und Sie haben jeden Grund, ihr böse zu sein.

Wo waren Sie gestern Abend, Monsieur Mirant?

Bitte? Was ist denn das für eine Frage? Steh ich unter Verdacht?

Ich habe den Abend bei meinem Sohn verbracht. Er hatte 40 Grad Fieber.

Ich war die ganze Nacht bei ihm. Ich muss los.

Tja. Und? Was meinen Sie?

Na ja, seine juristischen Schritte waren erfolgreich,

also hat er erst mal keinen Grund

für einen physischen Angriff gegen Jeanne gehabt.

Und nichts beweist, dass diese Geschichte mit der Affäre wahr ist.

Stimmt. Aber sie hat sich verloren gefühlt, hat Medikamente genommen.

Unmöglich scheint mir das nicht.

Eine starke mütterliche Projektion.

Avancen eines unsicheren Jugendlichen. Irgendwann wird sie schwach.

Möglich, aber ich müsste mich mit Lionel unterhalten.

Er muss uns auch das Alibi seines Vaters bestätigen.

Weil er minderjährig ist, wird das nicht einfach. Morgen sehe ich den Staatsanwalt.

Ich frage ihn, wie wir das am besten angehen.

- Danke sehr. Bis morgen. - Ja, bis morgen.

Ich hoffe, dass das mit uns funktioniert.

Darf ich stören? Valérie Hoffman, freut mich.

Treffen wir uns dann zuhause?

Ich muss Sie sprechen, hätten Sie kurz Zeit für mich?

Sie finden es wahrscheinlich erbärmlich, dass ich komme,

um mit der Geliebten meines Mannes zu sprechen. - Es ist vorbei.

Für Sie vielleicht. Aber ich glaube nicht, dass es Alexandre so sieht.

Und aus diesem Grund bin ich auch hier.

Ich möchte, dass Ihnen klar ist, dass wir zwei Kinder haben.

- Für mein Heim und meine Familie werde ich kämpfen. - Hören Sie...

Nein, lassen Sie mich ausreden!

Für Sie ist das bloß ein Abenteuer ohne Konsequenzen,

also bitte ich Sie, falls er Sie kontaktiert, halten Sie sich fern!

Geben Sie uns eine Chance. Vor allem der Kinder wegen.

Sagen Sie irgendwas, bitte.

Ich weiß nicht was.

Alles in Ordnung?

- Ja. - War das gestern die Frau des Richters?

Sie hat mich gebeten, mich von ihm fernzuhalten.

Bedenkt man Ihre Lage, wird das kompliziert.

Dieses Kind wird ihre Familie zerstören.

Bringen Sie nicht die Fakten durcheinander.

Er hat Ihnen verschwiegen, dass er verheiratet ist.

- Der einzige, der was zerstört hat, war er, niemand anders. - Mag sein.

Ich weiß nicht. Ich weiß nicht, ob ich so eine Situation für mein Baby möchte.

Das kann ich nachvollziehen, aber dieses Kind wird eine Familie brauchen.

Auch wenn sie nicht perfekt ist. Sie sollten es ihm sagen.

Hey. Ich habe schlechte Nachrichten.

Der Staatsanwalt sagt, es kann dauern, bis wir mit Lionel sprechen können.

Wir müssen dieser Sache unbedingt auf den Grund gehen.

Wenn Lionel und Jeanne ein Verhältnis hatten, dann ändert das alles!

Ich kenne jemanden im Jugendamt. Viel- leicht kann der uns die Akte organisieren.

Das kann Tage dauern!

- Auch einen Schluck? - Nein, danke.

Entschuldigung! Entschuldigt. Kennt ihr Lionel Mirant?

- Ja. Wieso? - Wisst ihr, wo ich ihn finde?

- Was gibt's denn? - Hier.

Treibt es Lionel wieder mit einer Älteren?

Schon wieder so eine Mutti, der Typ ist gut. Respekt!

- Ist er in eurer Klasse? - Da drüben, hallo?

Da drüben ist Lionel.

Vielen Dank.

- Guten Tag. Lionel? - Ja. Was wollen Sie?

Hey, reißt du dir wieder was auf?

Ich heiße Chloé Saint-Laurent. Ich bin Psycho-Kriminologin.

Ich würde gern mit dir über Jeanne Krakowski sprechen.

- Haben Sie die Informationen, die ich wollte? - Ja. Also...

Barbara Cluzel, 36, sie hat einen unglaublichen Lebenslauf.

Sie war bei den besten Kanzleien in Paris, London und Zürich.

Seit kurzem arbeitet sie für Taylor und Lündig.

Sagt Ihnen das was? Ihre Quote ist beeindruckend.

Sie hat noch keinen einzigen Prozess verloren und konnte viele weitere vermeiden.

Darf ich fragen, warum sie Sie interessiert?

Sie hat einen Schweizer Klienten. Pascal Morand.

- Ein Verdächtiger? - Ein Schuldiger.

Er ist der Mörder meiner Frau. Danke, Courtène.

Es geht um die Anzeige. Oder? Hat der Richter Sie geschickt?

Nein. Hast du Jeanne seit der Unterlassungsanordnung gesehen?

Noch nicht. Aber kein Richter oder Psychologe wird mich davon abhalten.

Lionel. Jeanne ist tot. Sie wurde vor zwei Tagen ermordet. Es tut mir leid.

Nein, das darf nicht wahr sein, unmöglich.

Bitte sag mir die Wahrheit. Du hast nie mit ihr geschlafen, oder?

Nein.

- Ich bin das Letzte. - Ich habe gesehen, wie deine Freunde mit dir umgehen.

Du wolltest nicht mehr die mitleiderregende Halbwaise sein,

also hast du die Liebesgeschichte mit Jeanne erfunden.

Als sie zum ersten Mal in die Schule kam, hat sie uns von ihrem Beruf erzählt.

Und ich hab gedacht, das ist es. Das will ich später mal machen.

- Du willst Kunst studieren? - Mein Vater will davon nichts wissen.

Für ihn gibt es nur die Handelsschule. Da hab ich mich an Jeanne gewendet.

Sie konnte deine Probleme wahrscheinlich gut verstehen.

Sie war genial. Wir haben uns öfter getroffen.

Sie hat mir bei meinem Projekt geholfen. Ich drehe ein Videotagebuch.

Und wo habt ihr euch getroffen? In der Schule?

Nein. Seit kurzem hatte sie ein Atelier,

weil sie einen Tapetenwechsel gebraucht hat.

Da hat sie an neuen Fotos gearbeitet

und ich zweimal die Woche an meinem Projekt.

Und dann hat mich irgendwas geritten, über- all diesen Scheiß über uns rumzuerzählen.

Ich hab alles versaut.

Was sollte das? Sie wissen, dass wir ohne seinen Vater nicht mit ihm reden dürfen.

Als Polizistin vielleicht nicht, als Psychologin schon.

Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

Ich hoffe, Sie haben auch gleich nach dem Alibi des Vaters gefragt.

Natürlich, Ihre harte Schule trägt sogar schon Früchte.

Laut Lionel war der Vater den ganzen Abend bei ihm,

aber er kann sich nicht genau erinnern, denn Zitat: "Ich hatte hohes Fieber."

Das hier ist es. Sie hatte dieses Atelier seit sechs Monaten gemietet.

Und ich habe immer gedacht, der Junge wäre ihr Sohn.

Und sonst ist niemand vorbeigekommen?

Das ist ja komisch. Es ist offen.

Hauptkommissar Rocher. Ich brauche hier ein Team.

Du gehörst mir!

Danke.

Frau Kollegin, was meinen Sie, wie der Schriftzug zu deuten ist?

Verwüstung, Diebstahl, Enttäuschung.

Eine Kombination von Besitz- anspruch und Zerstörungswahn.

Und ein Verlangen sich mitzuteilen.

Die Fotos wurden gestohlen, aber nicht die Ausrüstung.

Kontaktieren Sie die Zentralstelle für den Schutz von Kulturgütern.

Vielleicht tauchen diese Werke auf dem Schwarzmarkt auf.

Dieses Atelier ist wie ein neues Reich für Jeanne.

Um in ihrer Karriere eine neue Etappe zu beginnen. Ein Neuanfang.

Außer Lionel hat niemand von der Existenz dieses Ateliers gewusst.

Vielleicht ist er doch nicht so unschuldig, wie er aussieht.

Am Ende hat er doch was mit ihr gehabt und Saint-Laurent angelogen.

Jeanne, eine Mutter, die über Nacht zur erfolgreichen Künstlerin wird,

in einer Welt, deren Regeln sie nicht beherrscht.

Die Karriere kostet sie ihre Ehe und ihre Tochter.

Und Lionel, einsam, ohne Mutter,

mit anfälliger Gesundheit und einem überfürsorglichen Vater,

der von seinen Künstlerambitionen nichts wissen will.

Zwei verlorene Seelen, die zu- sammenpassen wie zwei Puzzleteile.

Jeder trägt genau das in sich, wonach sich der andere sehnt.

Jeanne findet das Verständnis und die Zuneigung,

die sie bei ihrer Tochter vermisst.

Und Lionel die liebevolle Aufmerksamkeit einer Mutter.

Er erfindet zwar eine sexuelle Komponente, um seine Freunde zu beeindrucken,

aber das, was er jede Woche in diesem Atelier sucht,

ist die Zärtlichkeit einer Mutter und der künstlerische Austausch.

Keine romantische Liebe.

Das war Hyppolite. Er hat Neuigkeiten.

Ist das die Website von dem Fitnessstudio?

- Ja. Bitte einmal auf die Öffnungszeiten achten. - Was sollen wir da sehen?

In einem Vertrag sind immer das Sternchen

und das Kleingedruckte am unteren Bildrand interessant.

"Außer am ersten Montag und Mittwoch des Monats."

Also konnte er am Abend des Mordes gar nicht trainieren.

Das heißt, er hat kein Alibi für den Tod seiner Frau.

Er hat es nicht ertragen, dass seine Frau sich ihm entzogen hat,

kann ich mir vorstellen.

Die schließen in einer Stunde. Wir fangen den Chef am Ausgang ab.

- In zehn Minuten am Auto, okay? - Geht klar.

Nein, Sie bleiben hier. Sie müssen sich schonen.

- Hä? - Wegen Ihrer Krankheit.

Chloé. Ich hatte gerade Christophe Mirant am Telefon.

- Was hat er gesagt? - Dass du ohne Erlaubnis seinen Sohn befragt hast.

Und auch, dass Lionel wieder einen schweren Anfall hatte.

Er ist im Krankenhaus in Lariboisière.

Oh nein. Weil ich ihm gesagt hab, dass Jeanne tot ist.

- Ich soll dich bitten, dich von ihm fernzuhalten. - Natürlich, mach ich.

Was wollen Sie hier? Hatte ich mich nicht klar ausgedrückt?

Ich werde Sie gar nicht lange stören. Ich will mich nur entschuldigen.

Um genau das hier zu verhindern, wollte ich nicht, dass Sie ihn verhören.

Verzeihen Sie, dass ich gegen Ihren Willen gehandelt habe,

aber ich habe es für wichtig gehalten, ihm von Jeannes Tod zu erzählen.

Wie Sie meinen.

- Geht es ihm besser? - Er ist stabil. Haben Sie Kinder?

- Noch nicht. - Ich wünsche es Ihnen. Ich wäre niemand ohne meinen Sohn.

Also bitte ich Sie als Vater, lassen Sie uns einfach in Frieden.

- Was machst du denn hier? - Hyppolite hat mir die Adresse gegeben.

- Wo ist denn Rocher? - Das Studio ist seit einer halben Stunde zu,

aber der Chef hat sich noch nicht blicken lassen.

Rocher wollte herausfinden, ob es einen Hinterausgang gibt.

Was treiben die da?

In der letzten halben Stunde sind da über zehn Männer rein.

Guten Abend, die Herren. Polizei. Ich habe einige Fragen an Sie.

- Wer ist hier der Chef? - Hier gibt es keinen Chef.

Das ist Privatgelände. Wir tun hier nichts Illegales.

Also kommst du mit deinen Fragen morgen wieder

oder ziehst die Jacke aus und kämpfst.

Bis morgen dann.

Ist wohl besser so! Deine Alte macht sich schon Sorgen.

Das ist Alain Krakowski da vorn. Ich geh auch rein.

Rühr dich nicht vom Fleck!

- Regeln? - Nur eine. Ich höre auf, wenn du am Boden bist.

- Und dann beantwortest du meine Fragen. - Wir werden sehen.

Auf die Fresse! Töte ihn!

Scheiße! Was zur Hölle machen Sie hier?

- Ich? Habe auf Sie gewartet. - Polizei!

Weg da!

Scheiße!

- Wovor flüchten Sie? - Ich habe meine Frau nicht umgebracht!

- Lassen Sie mich gefälligst in Ruhe! - Ist ja gut!

Verdammt noch mal, was machen Sie denn? Sind Sie irre?

Die Männer da in diesem Studio sind wie Sie, nicht wahr?

Ich habe Ihre Akte gelesen. Sie waren professioneller Ringer.

Eine ungünstige Verletzung hat Ihre Karriere zerstört.

Von einem Tag auf den nächsten. Aber aufgeben...

Halten Sie die Schnauze!

Sie mussten eine Lösung finden. Für Jeanne. Für Lena.

Sie sind Wachmann geworden. Sie opfern sich für Ihre Familie,

und was macht Jeanne? Sie geht mit einem Galeristen in der Künstlerwelt flanieren.

Die Fotografin und der Nachtwächter. Das ist jämmerlich!

Jeanne war erfolgreich und Sie nur noch die Witzfigur.

Jedes Foto, das sie verkauft hat, war wie eine Ohrfeige für Sie.

Und für jeden Schlag ins Gesicht musste jemand bezahlen.

Sie waren so frustriert, so eifersüchtig auf Jeannes Erfolg,

dass Sie versucht haben, ihr den Weg zu verbauen.

Erst wollten Sie ihr das Fotografieren wegnehmen, das hat nicht funktioniert.

Und dann die Tochter, um sie zu bestrafen.

Ich habe gesagt, Schnauze halten!

In Wahrheit haben Sie ein Alibi. Aber Sie schämen sich dafür.

Sie waren in dem Fitnessstudio und haben sich geprügelt,

um Ihrem Schmerz einen Sinn zu geben. All der Frustration, die an Ihnen nagt.

Denken Sie überhaupt nicht an Lena? Sie sind alles, was sie noch hat.

Sprechen Sie nicht über meine Tochter!

Für Jeanne ist es zu spät. Aber Lena braucht Sie.

Sie sollen nicht über meine Tochter sprechen.

Ich verstehe, dass die Wut in Ihnen brennt.

Sie müssen sich von dieser Wut befreien. Und vom Selbsthass.

Tun Sie es für Ihre Tochter, bevor es zu spät ist.

- Ist gut, ist gut. - Was?

Genug.

Krakowski, war er am Montag hier? Die ganze Nacht über?

Ja, die ganze Nacht über, bis zwei Uhr morgens. Alle können das bestätigen.

Wir waren alle hier. Ist ja gut. Lassen Sie meinen Arm los!

Meine Herren.

Ich wollte das nicht.

Ich wollte das nicht.

Ich weiß.

Sind Sie wahnsinnig? Was Sie da getan haben, ist Ihnen schon klar, oder?

Ich habe an einem ungewöhnlichen Ort ein gewöhnliches Verhör geführt.

Es geht um Selbsthass und soziokulturell bedingten Minderwertigkeitskomplex...

Dieser Irre hätte Sie fast umgebracht!

Sie müssen anfangen, sich verantwortungs- voll zu verhalten! Sie werden bald Mutter.

Das müssen Sie gerade sagen!

Wer von uns beiden hat sich denn in einem Keller geprügelt?

War das verantwortungsvoll?

Und wann wollten Sie mit mir über die Anwältin von gestern sprechen?

Hat Courtène hat Ihnen davon erzählt?

- Nein... - Das gibt's doch nicht!

- Dem kann man aber auch nichts an- vertrauen. - Im Gegenteil, er hatte recht.

Sie ist gefährlich.

Ich mache trotzdem keinen Rückzieher.

- Passen Sie auf sich auf. - Ja.

Ist Ihr Auge in Ordnung?

Na bitte. Das Alibi von Alain Krakowski

wurde von über einem dutzend Zeugen bestätigt.

- Habt ihr diesmal alles geprüft? - Ja.

Er kannte auch nicht die Adresse von Jeannes Atelier.

Es ist also unwahrscheinlich, dass er dort eingebrochen ist.

Wie wird ein Fluchtversuch geahndet?

In seinem Fall? Mit bis zu zwei Jahren.

Würdest du dich beim Richter für ihn einsetZen?

- Er braucht eine Therapie und keine Haftstrafe. - Ich sehe, was ich tun kann.

Und Herr Hauptkommissar,

ich habe gehört, dass Sie einige Überzeugungsarbeit leisten mussten.

Sie haben Glück, dass Sie nicht wegen Körperverletzung im Amt angezeigt wurden.

- Das wird nicht wieder passieren. - Verstanden.

Courtène? Haben Sie die Zentralstelle für den Schutz von Kulturgütern kontaktiert?

Im Augenblick versucht niemand neue Werke von Jeanne Krakowski zu verkaufen.

Weder auf dem Schwarzmarkt noch auf legale Weise.

Allerdings habe ich mir die Kontobewegungen der Galerie Azkarian genauer angesehen.

- Du meinst, während der Zeit, in der er ihre Fotos verkauft hat? - Genau.

Stellt euch vor, dass Jeanne Krakowski für ihre Werke insgesamt

nur drei verschiedene Käufer hatte. Käufer, deren Namen ich nicht nenne,

da sie in Wahrheit nur Strohmänner für ein und dieselbe Person sind.

Ein einziger Sammler hat sämtliche Werke des Opfers gekauft?

- Weiß man, wer es ist? - Das ist das Beste.

Es ist der Galerist höchstselbst, Yoris Azkarian.

Was? Was hat er denn davon?

Er muss in ihrem Atelier gewesen sein.

Ich habe Jeannes Werke aus reiner Spekulation gekauft.

Das ist nicht wirklich berufsethisch, aber auch nicht kriminell.

Und der Einbruch ins Atelier?

- Verdanken wir Ihnen dieses Kunstwerk? - Ich habe so viel Geld.

Warum sollte ich da einbrechen?

Weil die Fotos, an denen sie gearbeitet hat, nicht zum Verkauf standen.

Wirklich? Woher wissen Sie das?

Sie haben Jeanne entdeckt, richtig?

Sie haben sie gefördert. Sie hat Ihnen alles verdankt.

Mehr als sie sich vorstellen konnte. Ihr gesamtes Werk zu kaufen,

gab Ihnen ein Gefühl, als würden Sie Jeanne besitzen,

und plötzlich nimmt sie Abstand und emanzipiert sich.

Ich hatte Ihnen das bereits erklärt. Sie war ausgebrannt, ihre Karriere war am Ende.

Das glaube ich nicht. Und Sie genauso wenig.

Seit sie das Sorgerecht für ihre Tochter verloren hatte,

hat sie anders gearbeitet, unabhängig von Ihnen.

Es hat Sie wahnsinnig gemacht, dass sie etwas erschaffen

und es Ihnen verwehrt hat. Sie sind wie ihr Mann.

Mit diesem Proleten habe ich nichts gemein.

In dem Fall können Sie sich entspannen.

Dann werden die Kollegen, die gerade Ihre Wohnung durchsuchen, ja nichts finden.

Absolut alles in diesem Atelier gehört mir.

Jeanne Krakowski ist mein Geschöpf.

Ohne mich würde sie immer noch Hoch- zeitsfotos machen! Ihre Fotos gehören mir!

Ich fasse zusammen: Sie haben ihr Atelier entdeckt,

die Nachricht geschrieben und sie ermordet.

Nein, hab ich nicht.

Niemals hätte ich Jeanne etwas angetan.

Warum denn nicht? Sie hatten doch das Recht darauf. Sie war Ihr Geschöpf.

Ihre Fotos waren großartig. Ich habe sie mir lange angesehen.

Sie konnte die Kindheit einfangen wie keine andere.

- Eine unglaubliche Gabe. - Tja. Das ist alles sehr ergreifend.

Im Klartext: Sie lagen seit Monaten mit dem Opfer im Streit.

Sie waren in der Tatnacht in ihrem Atelier und haben kein Alibi.

Monsieur Azkarian, machen Sie es sich gemütlich.

Wir werden Sie eine Weile bei uns behalten.

Gut, er hat kein Alibi, aber für einen Prozess brauchen wir mehr als das.

Irgendwann wird er weich. Er hat ja auch schon den Diebstahl im Atelier zugegeben.

- Was wurde bei ihm gefunden? - Alle ihre neuen Abzüge und Rohmaterial.

Yoris hatte recht, sie sind wunder- schön. Es sind Fotos ihrer Tochter,

verblendet mit Bildern von Orten und Objekten. Wahrscheinlich waren sie für Lena.

Das beweist erst mal nur den Einbruch.

Analysieren Sie alles, was Sie bei ihm gefunden haben.

Und finden Sie heraus, ob er und Jeanne in der Nacht des Mordes Kontakt hatten.

Okay, ich frage mal bei der Spurensicherung nach.

- Die hier wollte ich dir zeigen. - Das bin ich.

Und das sind alles Sachen, die ich kenne.

Der Spielplatz, wo wir waren.

Hier. Das ist meine Schule.

Und da haben wir früher immer eingekauft mit Mama.

- Guck mal, Papa! - Ja.

- Ja, sie sind schön. - Ja.

Ich weiß, dass deine Mama sich verändert hat

und es zwischen deinen Eltern schwierig war.

Aber ich wollte sie dir zeigen, damit du weißt, wie lieb sie dich hatte.

Sie hat recht, mein Schatz.

Weißt du, Lena, wir beide haben Mama in letzter Zeit zu selten gesehen.

Und das war meine Schuld. Mir tut das so leid.

Lena, sie hat dich geliebt. Sie hat dich über alles geliebt.

- Das weiß ich. Schöne Fotos, oder? - Ja.

- Darf ich die haben? - Wenn wir mit den Ermittlungen fertig sind,

bringe ich sie dir vorbei. Versprochen.

- Ich würde mich sehr darüber freuen! - Sehr gern.

- Es war gut, Lena herzubringen. - Nächste Woche ist schon der Prozess.

Und wir werden öfter Jeannes Eltern besuchen.

Die beiden sollten Lena von ihrer Mutter erzählen.

- Ich danke Ihnen. - Liebend gern.

- Lena, wir gehen. - Mach's gut, Prinzessin.

- Auf Wiedersehen. - Danke.

Was wolltest du mit diesem Bild zeigen? Es ist zu unpersönlich.

Das Motiv ist nicht Lena. Dieses Foto stammt nicht von dir.

Die Spurensicherung hat nichts gefunden.

Wir müssen Azkarian wahrscheinlich laufen lassen.

- Die Aufnahmen von Lionel. - Das scheint Sie ja brennend zu interessieren.

Wo wollen Sie hin?

Das Videotagebuch von Lionel Mirant.

Wahrscheinlich hat der Galerist geglaubt, er hätte da ein Millionenwerk vor sich.

Und nun der heiß ersehnte Moment der täglichen Verabreichung.

Bitte leg das weg, Lionel.

Halten Sie mal an. Sie hat ein Standbild aus dem Film ausgedruckt.

Ein signifikantes Detail. Tablettenschachteln. Wieso?

Lionels Vater ist doch Apotheker. Vielleicht gibt es da eine Verbindung?

Paracetamol. Das ist Paracetamol.

Ein stark hepatotoxisches Mittel.

- Das heißt? - Lionel hat Hepatitis.

Eine zu hohe Dosis Paracetamol kann für ihn zum tödlichen Gift werden.

- Sie wollen sagen, dass... - Er seinen Sohn vergiftet.

Christophe Mirant wird jung Witwer.

Er ist ein alleinerziehender, einsamer Vater.

Alle sehen in ihm den traurigen Helden.

Einen aufopferungsvollen, bewundernswerten Vater.

Die Jahre vergehen, Lionel wird älter,

und wie alle anderen Jugendlichen ist er ein wenig distanziert.

Lionel, kannst du bitte Watte aus dem Lager holen?

Menschen verändern sich.

Lionel, Lionel!

Die Bewunderung für Christophe Mirant ist erloschen.

Er ist nur noch ein Vater wie alle anderen.

Also vergiftet er seinen Sohn, um sich wieder um ihn kümmern zu können.

Lionel? Hier, mein Schatz.

Das ist es. Er kehrt auf sein Podest zurück.

Er wird wieder der Vater,

der sich vom Opfergeist ge- trieben seinem Schicksal beugt.

Und diesen zurückerlangten Status muss er um jeden Preis bewahren.

Gute Nacht. Und träum was Schönes.

Er vergiftet mit einer Dosis nach der anderen

seinen Sohn immer weiter.

Es handelt sich um eine vorgetäuschte Störung.

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom.

Er vergiftet seinen Sohn, um selbst der Held sein zu können?

Ja. Und Jeanne hatte das in Lionels Film entdeckt.

Sie hat es ausgedruckt, weil sie die Sache ansprechen wollte.

Und in der Hoffnung, das Verhältnis zwischen Vater und Sohn zu verbessern,

hat sie Christophe Mirant kontaktiert, um ihn zur Vernunft zu bringen.

Oder um sich umbringen zu lassen.

Ruh dich aus, mein Kleiner.

Mach den Mund auf.

Treten Sie sofort von dem Jungen weg.

Lassen Sie mich los! Lassen Sie mich!

Spuck sie aus!

Alles wird gut.

Ich war bei Lionels Großeltern. Er kann ab jetzt bei ihnen wohnen.

Es geht ihm auch schon besser.

Wunderbar. Ich freue mich, dass er zu den Großeltern kommt.

Haben Sie sich wegen Hoffman schon entschieden?

Sagen Sie ihm, dass Sie von ihm schwanger sind?

Ich werde mit ihm sprechen.

Was?

- Was hast du denn gemacht? - Er wollte sich alleine anziehen.

Grégoire? Ich bin es. Bist du noch im Büro?

Fred auch und Hyppo? Okay.

Ich wollte noch mal vorbeikommen. Würdet ihr so lange warten?

So etwa in 20 Minuten?

Okay, danke. Ich...

Ich habe eine gute Nachricht für meine Familie.

Ja, das bin ich.

Während des Falls war ich leider gezwungen...

Sie können mir den Vorfall während der ersten offiziellen Anhörung erklären.

Die wird nicht lange dauern, denn Ihre Akte ist ja fast voll.

Hören Sie, Frau Richterin, ich glaube, hier liegt ein Irrtum vor.

Dieser Mann hat mich bestimmt nicht angezeigt, er war einverstanden.

Ich weiß nicht, wer die Menschen auf diesem Video sind,

und das ist auch nicht von Bedeutung.

Es wurde eine Sorgerechtsunter- suchung gegen Sie eingeleitet.

- Es gab einen anonymen Hinweis. - Was heißt das, Sorgerechtsuntersuchung?

Ich habe Sie inoffiziell vorgeladen, aus reiner Höflichkeit.

Ich habe Verständnis für Ihre schwierige Situation.

Aber ich muss Sie warnen.

Sinnlose Gewalt und dass Sie Ihre Mitarbeiterin in der Schule Ihres Sohnes

als seine Mutter ausgegeben haben, kommen Ihrem Fall nicht zugute.

Aber...

- Herr Hauptkommissar. - Frau Richterin.

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