All language subtitles for Profiling.Paris.S03E06.Der.heimliche.Beobachter.German.DL.1080p.BluRay.x264.RSG-1

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Original subtitles

Danke, für den Anruf bin ich dir was schuldig.

Wir haben Pascal Morand gestern Abend in die Ausnüchterungszelle gesteckt.

Er hatte mehr als zwei Promille. Er hätte jemanden totfahren können.

Sag mal, an was für einer Geschichte war der eigentlich beteiligt?

- Hat er irgendwas gesagt? - Nein, er hat nur nach seinem Anwalt verlangt,

der seit einer halben Stunde da ist.

Ach so, und er ist Schweizer, darum haben wir seine Botschaft informiert.

- Was ist denn hier los? - Mein Mandant wird entlassen, das ist hier los!

Was soll denn der Scheiß jetzt?

In seiner Funktion als Sonder- berater der Schweizer Botschaft

gehört mein Mandant zum diplomatischen Korps. Er genießt volle Immunität.

- Erinnerst du dich an den 10. April 2006? - Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen.

- Wir gehen, Pascal. - Pascal geht nirgendwohin.

Wir können nichts dagegen machen.

Glaubst du, du kannst dich so aus der Affäre ziehen?

- Verzeihung, ich hab Ihren Namen nicht ver- standen. Sie sind? - Provoziere mich nicht!

Reiß dich zusammen, Rocher!

Schön. Nun hat ja alles seine Ordnung.

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Wo ist denn das Problem?

Was hast du gegen diesen Typen?

Gar nichts.

PROFILING PARIS

Ich störe Sie doch nicht, oder?

Doch, würden Sie zur Seite gehen.

Ich möchte gern eine Gesamtaufnahme machen.

Ach so.

Er heißt Francois Renier, 42, aus Paris.

DER HEIMLICHE BEOBACHTER

Aber er lebt offenbar in Spanien.

Der Nachbar von unten hat gegen 23 Uhr 30 etwas Lautes gehört wie einen Schuss.

Er ging dann aber ruhig schlafen,

und heute früh sprach er den Hausmeister an, der es der Polizei gemeldet hat.

Solche Nachbarn liebe ich. Doch zeitlich entspricht das der Leichenstarre.

Er starb zwischen 23 und ein Uhr morgens. Und ich habe...

- Hilfst du mir? - Ja.

...einen einzelnen Einschuss.

- Eine Hinrichtung? - Nein, der Mörder stand etwas entfernt.

Ich denke, dass das Opfer überrascht wurde.

Tja, keine Einbruchsspuren, die Tür stand offen, als die Kollegen ankamen.

Der Mörder muss es eilig gehabt haben.

- Kommt der Herr Haupt- kommissar nicht? - Nein.

Tja, ich hab ihm zweimal auf die Mailbox gesprochen.

Er muss wohl heute in einem anderen Fall aussagen, glaube ich.

Guten Tag, Wachtmeister Damesne aus dem Archiv.

Ich rufe an wegen des Falls Pascal Morand.

Genau, ja. Ich brauche nur noch seine Adresse, um den Fall abzuschließen.

Okay. An der Défense, haben Sie gesagt?

In Ordnung. Gut, vielen Dank.

Hast du was entdeckt?

Ja, das passt.

Was hast du an dieser Stelle gemacht?

Nicht schlecht.

Er war vielleicht Fotograf oder ein Fan der Astronomie.

Nein, die Astronomie kann man ausschließen.

Oh, guten Tag.

Hallo. Ich lese mich gerade in den Fall ein.

Und, lief es heute früh gut mit der Zeugenaussage?

Ja.

- War die nicht erst nächste Woche? - Nein.

Tief durchatmen, es wird schon alles gut.

Du bist wirklich keine große Hilfe. Es wird nicht gut, sondern sicher ganz schlimm.

- Jetzt hör doch mal auf damit! - Ich will, dass du mich begleitest.

- Ärgert sie Sie? - Bitte? Nein, aber...

Es geht um die jährliche Untersuchung beim Amtsarzt.

Hast du keinen Brief bekommen? So ein blaues Schreiben?

Nein, soweit ich...

- Ach, doch. Ich bin morgen dran. - Na, siehst du. Alle müssen hin!

- Hyppo hat nämlich Angst vor Spritzen. - Geht es noch lauter?

Verschick doch gleich ein internes Rundschreiben.

Na dann, was wissen wir über das Opfer?

Francois Rénier, Versicherungs- vertreter, verheiratet, ein Kind.

Hat, ohne einen Grund anzugeben, Paris vor 13 Jahren verlassen, ging nach Barcelona.

Seine Frau hat vor zehn Jahren

wegen böswilligem Verlassen die Scheidung durchgesetzt.

Zehn Jahre? Und kommt sie zur Identifizierung?

Ich glaube nicht, nein. Ich hatte sie am Telefon.

Sie hat zu mir gesagt, ich darf zitieren:

"Ich will nie wieder von ihm hören, ob tot oder nicht."

Ihr Mann verlässt sie von einem Tag zum anderen

ohne ein Lebenszeichen, da wundert mich das nicht.

Vielleicht ist er wegen einer Strafverfolgung ausgewandert?

Taucht er vielleicht in irgendwelchen Strafverfahren oder Sexualdelikten auf?

Nein, ich finde nichts. Hier steht nur, dass er 13 Jahre lang

die gleiche Wohnung gemietet hat und dort nur wenige Wochen im Jahr war.

Dem hat wohl die Aussicht gefallen.

Voyeurismus. Eine recht gewöhnliche sexuelle Abweichung.

Der Voyeur verschafft sich Lust durch die Intimität anderer.

Oft ist das verbunden mit einer unbewussten Angst

vor dem sexuellen Akt oder einem Kastrationskomplex.

Vielleicht war es einem nicht recht, vor seiner Linse zu landen.

Ach, wartet mal. Mir fällt da was ein. Dieser Hausmeister.

Letzte Woche hat er auch schon die Polizei gerufen.

Weil jemand wie irre gegen Réniers Tür gehämmert hätte.

Als die Kollegen eintrafen, war der Typ bereits verschwunden.

Und Rénier hat gesagt, er kannte ihn nicht.

- Interessant, gibt es auch eine Beschrei- bung? - Nein. Aber der Hausmeister meinte,

der Typ hätte ein Mofa von so einem Lieferservice gefahren,

mit einem rötlichen oder vielleicht auch grünen Logo drauf.

- Da wartet eine Menge Spaß auf jemanden. - Auf Sie aber auch.

Der Stapel Videos da! Ich fahre zur Autopsie in die Gerichtsmedizin.

Viel Spaß Ihnen allen! Sie werden Courtène helfen, das gefällt ihm sicher.

Wie vermutet. Das Opfer starb durch diese 9-mm-Kugel.

Schuss in die rechte Lunge.

Es hat ein paar Minuten gedauert, bis er tot war. Hier haben Sie sie.

So etwas benutzen keine Chorknaben.

Ich habe vor sechs Monaten einen Priester obduziert.

Sie sollten Chorknaben ja nicht unterschätzen.

Gut, ich schicke sie in die Ballistik. Und sonst?

Eine Menge. Das Opfer weist mehrere frische Hämatome auf.

Der Färbung nach wurden sie ihm ein, zwei Tage vor dem Mord zugefügt.

Den hat man ja ganz schön vertrimmt. Von einem, der weiß, wie es geht.

Voll in die Rippen, auf das Brustbein.

- Wollen Sie hier für mich übernehmen? - Nein.

Ich musste nur selbst viel einstecken.

Jungs! Auf jeden Fall hat er sich ohne Fair Play verteidigt.

- Sagen Sie mir, was das heißt? - Er hat den Angreifer gebissen. Ziemlich böse.

Auf seinen Zähnen gibt es Spuren von Blut und Haut.

- Und mehr ist nicht zu sehen? - Jedenfalls nichts Sexuelles.

Sobald es zwischen den Eltern heißer zugeht, wird immer abgeschaltet.

Wir haben es nicht mit Voyeurismus zu tun,

sondern mit einem obsessiven Verhalten, das seit 13 Jahren anhält.

Francois Rénier hat nicht irgendwelche Nachbarn gefilmt,

sondern speziell diese Leute. - Nur die, ja? Von Anfang an?

Unsere kleine Farm, die ungekürzte Fassung.

Und hier habe ich The Best Of. Viel Spaß.

Okay. Wir sehen die Kleine aufwachsen.

Auf den ersten Aufnahmen wird sie etwa zwei sein.

Rénier hat jahrelang die Privatsphäre der Familie verletzt.

Auch wenn er kein Voyeur war, hatte er trotzdem ein ernsthaftes Problem.

Gut. Dann lassen Sie uns rausfinden, wer diese Familie ist.

Da können wir Zeit sparen.

Ich habe im Netz das Haus schon längst ausfindig gemacht. Also...

In dem Wohnblock hier hat das Opfer gewohnt.

Dann ist das das ungefähre Sichtfeld seines Teleobjektivs.

Demnach hat er das Haus da beobachtet, und hier ist die Adresse.

Das gesamte Grundstück gehört Sandra und Victor Maréchal.

Da muss doch keiner so erstaunt gucken.

Es weiß doch jeder, dass hier ein Genie sitzt.

Ich wüsste gern, ob Sie einen Francois Rénier kennen.

Francois Rénier? Nein, das sagt mir nichts.

Sein Gesicht wird Ihnen vielleicht was sagen.

- Das gibt es doch nicht. - Sagen Sie uns, was Sie meinen?

Er heißt nicht Francois Rénier, das ist mein erster Mann.

Marc Langmann. Aber ich verstehe das nicht. Wo ist das Foto her?

Er wurde heute früh tot aufgefunden, hier in der Nähe.

Was? Aber Marc ist vor 13 Jahren gestorben. Das muss ein Irrtum sein.

Darf ich?

- Ist das Ihr Mann? - Das ist Marc, ja.

- Ich kann das gar nicht fassen. - Er hat einen falschen Namen benutzt.

- Francois Rénier. - Den Namen hab ich vorher nie gehört.

Wird es gehen?

Es ist bereits das zweite Mal, dass ich ihn identifizieren muss.

Das erste Mal war vor 13 Jahren.

Er war unterwegs nachhause. Die Straße war rutschig.

In einer Kurve kam der Wagen von der Straße ab

und überschlug sich und der Wagen fing Feuer. Er verbrannte.

Ich konnte nur seine Uhr und den Ehering wiedererkennen, sonst nichts.

Dann war es offenbar nicht Ihr Mann.

Haben Sie eine Ahnung, was ihn dazu ge- bracht hat, vor 13 Jahren zu verschwinden?

- Hatte er damals vielleicht Feinde? - Feinde? Er hatte niemals Feinde.

Und ich verstehe es nicht. Das ist einfach nicht möglich.

Ich glaube das alles nicht.

Sind Sie schon lange wieder verheiratet?

Nach Marcs Tod war ich am Boden zerstört.

Doch dann lernte ich glücklicherweise Victor kennen.

Er hat mir sehr geholfen. Und wir haben ein Jahr später geheiratet.

Guten Tag, Victor Maréchal. Der Mann von Sandra.

Warum hat er das nur getan?

- Geht es wieder? - Ja.

Verzeihen Sie die Frage, aber kannten Sie Marc Langmann?

Nein, er war, als wir uns kennengelernt haben, schon tot.

Zumindest haben wir das gedacht.

Ich muss leider fragen, wo Sie beide gestern Abend waren.

Wir waren mit unserer Tochter zusammen. Was soll die Frage?

- Wie alt ist Ihre Tochter? - 15.

Ich bedauere, Ihnen diese Frage stellen zu müssen, aber wir haben entdeckt,

dass Ihr Ex-Mann sie gefilmt hat. Er sah zu, wie sie groß wird.

Sie war seine Tochter?

Ja.

Als wir beide uns kennenlernten, war sie zwei.

Ich hab sie gleich nach der Hochzeit adoptiert.

- Weiß sie, dass Sie nicht Ihr leiblicher Vater sind? - Nein.

Wir wollten nur das Beste für unsere Tochter.

- Ach, hier versteckst du dich. - In Sichtweite.

- Was hast du denn da? - Nur eine Kugel von so einem Kugelstoßpendel.

Mehr bleibt mir nicht von Alexandre.

Dass die Geschichte so enden musste, tut mir leid.

Vielleicht habe ich nicht das Recht auf etwas Normalität.

Ach Quatsch, das wird alles schon.

- Kümmer dich jetzt um dich selbst. Das ist wichtig. - Danke dir.

Herr Hauptkommissar, was gibt's?

Gut, wir kommen.

Rocher weiß jetzt, warum Marc Langmann damals verschwunden ist.

Wollen wir?

Der Grund liegt näher als wir dachten. Es ging um Versicherungsbetrug.

Er und seine Familie sind damals hoch verschuldet gewesen.

Und kurz vor seinem Tod hat er noch mehrere Lebensversicherungen abgeschlossen.

Das Geld wurde seiner Witwe nach dem Tod ausbezahlt.

Und davon hat sie euch nichts erzählt?

Nein, dabei wurde ihr Haus mit dem Geld finanziert. Steht alles hier drin.

Hat sie ihm geholfen zu verschwinden?

In so was ist gewöhnlich mehr als nur eine Person verstrickt.

Nun, wäre sie seine Komplizin gewesen,

wäre sie ihm sicher nach Spanien gefolgt und hätte nicht neu geheiratet.

Dann opfert Langmann sich, um seine Familie zu retten, selbst?

Ist doch ein bisschen weit hergeholt.

Überschuldung ist eine starke psychische Belastung.

Je größer der Schuldenberg, desto mehr verliert man den Bezug zur Wirklichkeit.

Er kann keine rationale Lösung mehr für sein Problem finden.

Für Marc Langmann schien die Inszenierung seines Todes der einzige Ausweg zu sein.

Ihm wurde bewusst, dass er seiner Familie tot nützlicher wäre als lebendig

und so gab er das ihm Liebste auf der Welt auf.

Laut der spanischen Polizei lebte er wie ein Mönch

und hat nie wieder geheiratet. - Das wundert mich nicht.

Er wollte nicht wieder bei null anfangen.

Er lebte bis zum Schluss seine Opferrolle aus.

Aber seine Familie hat ihm einfach zu sehr gefehlt.

Und durch die Beobachtung aus der Ferne

lief er keine Gefahr, sie in ihrem neuen Leben zu gefährden.

Gute Nacht, mein Liebling.

Das war sicher die schwierigste Entscheidung seines Lebens.

- Seine Frau und die Tochter kamen damit gut zurecht. - Er aber nicht.

Ihnen in unmittelbarer Nähe so fern zu sein,

war wie Folter für ihn. Jahr für Jahr.

Vor allem hat er ihnen eine unnötige Trauer zugemutet.

Erinnerst du dich an den 10. April 2006?

Wo ist denn das Problem?

Jetzt ist also alles klar, nachdem Sie wissen, dass meine Frau gestorben ist.

Dass sie vor fünf Jahren von einem Raser überfahren wurde.

Sich mit seinem Zorn abzukapseln, bringt einen nicht weiter.

Ich will nicht mehr der sein, der keine Mutter hat.

Papa!

Du hast geschrien.

Entschuldige. Ich wollte dich nicht wecken.

Ich hab schlecht geträumt.

Du bist komisch im Moment.

Komm her.

Mache dir keine Sorgen. Ich werde schon wieder.

Das sagst du schon seit einer Viertelstunde.

Legen Sie nicht auf. Ihr Pizza Pass Team ist sofort für Sie da.

- Pizza Pass, guten Tag. - Ja, guten Tag. Kommissarin Kancel, Kriminalpolizei.

Ich würde gern wissen, ob sie die Zone Levallois beliefern?

Und falls dem so ist, brauche ich dann auch die Namen der Lieferanten

vom Donnerstagabend letzter Woche von Ihnen.

- Warten Sie, ich verbinde Sie mit dem Chef. - Nein! Nein, nein, nein, nein, warten Sie!

Bitte legen Sie nicht auf, Ihr Pizza Pass-Team ist sofort für Sie da.

Alles in Ordnung? Sie sehen erschöpft aus.

Ich hab schlecht geschlafen, aber es geht, danke. Was haben wir?

16 Lieferfirmen, aber noch nicht einen Hinweis.

Konzentrieren wir uns auf Victor und Sandra Maréchal, sie haben beide ein Motiv.

Wäre Langmanns Rückkehr bekannt geworden,

hätte die Versicherung ihr Geld zurückgefordert.

Das Ungleichgewicht in der neuen Familienstruktur nicht zu vergessen.

Victor steht der Adoptivtochter überaus nah

und hat sich vielleicht in seiner Vaterrolle bedroht gefühlt.

Vielleicht wussten sie ja doch von Marcs Rückkehr?

Was genau geschah vor 13 Jahren?

Wen könnten wir fragen? Er hat keine Eltern, keine Geschwister

und wuchs in Kinderheimen und Pflege- familien auf. - Ja, das habe ich gelesen.

- Soll ich versuchen, alte Bekannte wiederzufinden? - Gute Idee.

So, ich habe gerade mit dem Wachschutz gesprochen,

der für das Maréchal-Haus zuständig ist, und die haben am Abend

vor dem Mord einen Notruf aufgezeichnet.

Die Bewegungsmelder im Garten haben um 22 Uhr 17 was registriert.

- Sind die Wachmänner hingefahren? - Nein, dazu kamen sie gar nicht.

Maréchal rief sie an und meinte, es war ein Fehlalarm.

Ein Alarm am Vorabend des Mordes.

Vielleicht hat sich Marc letztendlich doch nicht fernhalten können.

Das werden wir überprüfen.

Die Leiche in Marcs Grab soll exhumiert werden.

Statt ihm ist ein anderer beigesetzt worden, und ich will wissen, wer.

Ich kümmere mich drum.

Ich weiß nicht, wonach Sie suchen.

Ich hab mich an dem Abend früh hinge- legt, und wenn Victor Ihnen gesagt hat,

dass es ein Fehlalarm war, dann war es auch einer.

- Sind Sie von der Polizei? - Ja, ich bin Kriminologin.

Aha.

- Stimmt es, dass jemand getötet wurde? - Ja.

Und wer?

Ich sehe doch, wie seltsam sich meine Eltern verhalten.

Ach, sie sind einfach nur in Sorge um dich.

- Und wieso sagt mir dann keiner was? - Saint-Laurent?

Oh, ich muss los, tut mir leid.

Rede doch einfach mal mit deinen Eltern.

Du darfst mit deinen Fragen nicht alleine bleiben. Okay?

- Sagten Sie Fehlalarm? - Davon habe ich nichts gewusst.

- Wo finden wir jetzt Ihren Mann? - Er arbeitet, leitet eine Boxhalle, wieso?

Gut, das war's! Hör auf.

- Sie wieder! Geht es um die Ermittlung? - Sozusagen, ja.

- Sie sind gar nicht mal schlecht. - Ach, boxen Sie auch?

Ein bisschen, aber ich finde, Ihre Deckung ist ein bisschen niedrig. Seltsam.

Darf ich vielleicht? Geben Sie mir eine Minute.

Erinnern Sie mich bitte daran,

die Faszination der Männer für das Boxen zu analysieren?

- Wollen wir? - Ja, klar.

Oh, das tut mir leid.

Sie scheinen da eine Verletzung zu haben, lassen Sie mal sehen.

Ich hoffe für Sie, dass das kein Biss war. Ein Biss von Marc Langmann zum Beispiel.

Vor drei Tagen hab ich nachts einen Typen in unserem Garten rumstromern sehen.

Ich dachte, dass es ein Dieb wäre oder ein Spanner, und da hab ich zugeschlagen.

Er hat mich gebissen, ist weggerannt, und das war's.

In diesem Augenblick durch- suchen unsere Leute Ihr Haus.

Sie wissen, was passiert, wenn wir die Waffe finden,

mit der man Marc Langmann erschossen hat? - Ich hab nie eine Waffe gehabt.

Ich hab mich mit dem Typen nur geprügelt, mehr nicht.

Und außerdem war ich mit meiner Frau zusammen am Mordabend.

Sie haben Ihrer Frau den kleinen Zwischenfall verschwiegen, wieso?

Damit sie sich keine Sorgen macht.

Und die Polizei sollte sich auch keine Sorgen machen.

Wieso haben Sie das nicht erzählt?

Weil ich nicht darauf kam, dass das was mit dem Fall zu tun hat.

Ich hab den Typen wirklich nie wiedergesehen.

Aber Sie verdanken dem "Typen" zum Beispiel auch Ihre Boxhalle.

Sie haben sie von dem Geld, das Ihrer Frau ausgezahlt wurde, finanziert.

Da geht mitten in der Nacht ein Typ durch meinen Garten

und da beschütze ich natürlich meine Familie.

Das hätten Sie an meiner Stelle auch gemacht.

Da stimme ich Ihnen zu, aber ich hätte es noch viel besser gemacht.

Ich hätte den Typen wiedergefunden und ermordet,

um nicht alles zu verlieren, was mir etwas bedeutet.

Wissen Sie, was das für eine kranke Geschichte ist?

Der Typ soll doch seit 13 Jahren tot sein.

Und dann taucht der bei mir auf, wie hätte ich das ahnen können?

- Was halten Sie davon? - Er hat ein überdeutlich ausgeprägtes Bedürfnis,

seinen Status als Ehemann und Vater legitimieren zu müssen,

aber das macht ihn nicht zwangsläufig zu einem Mörder.

Erklären Sie mir noch, was Sie da vorhin zu ihm gesagt haben?

Ich wollte ihn einfach nur provozieren. Und ich muss Ihnen nichts erklären.

Die Hausdurchsuchung hat nichts ergeben,

wir haben nichts, um Victor Maréchal hier zu behalten.

- Dann suchen wir eben weiter. - Was Sie nicht sagen.

Die Gerichtsmedizin hat gerade die Autopsie

der Leiche abgeschlossen, die in Marcs Grab lag.

Gut, ich fahre hin, kommen Sie mit?

Sag mal, wie lief denn deine Untersuchung? Alles okay?

Nun, die Schwester kam aus Afghanistan und konnte nicht mit Spritzen umgehen.

Da hat sie einen Aderlass gemacht, so wie früher.

- Sehr witzig. - Du mich auch.

Es war kein Spaziergang, die Leiche zu untersuchen, oder was von ihr übrig ist.

Die Zähne entsprechen denen eines gewissen Francois Rénier

aus dem Register vermisster Personen. Sagt Ihnen das was?

Das ist seit 13 Jahren Marc Langmanns Identität.

Wissen Sie, was die Todesursache war?

Es war Kleinstarbeit, aber ich konnte mehrere Verletzungen am Schädel entdecken,

die von einem heftigen Schlag stammen.

- Entweder durch den Unfall... - Oder aber Langmann hat ihm nicht nur

seine Identität genommen, sondern auch das Leben.

Vielleicht war das Opfer ja ein Mörder.

Nach der endlosen Selbstverleugnung soll er zum Mörder geworden sein?

Wie Sie schon sagten, Langmann war zu allem bereit, um seine Familie zu retten.

Verzweiflung treibt einen zum Äußersten.

Herr Hauptkommissar.

Was machst du hier?

Ich hatte einen Termin mit Polizeirat Le Coz wegen eines Verfahrens.

- Und wie geht es dir? - Gut. Glaube ich.

Weißt du, ich habe mir diese Frage noch nicht gestellt.

Und wie geht es dir?

- Ich muss dann. - Ja, ich auch.

Ich hab keinen Beweis dafür gefunden, dass Rénier und Langmann sich kannten.

Sie lebten kilometerweit entfernt voneinander,

hatten keine gemeinsamen Bekannten, unterschiedliche Jobs.

Dann war es vielleicht eine Zufallstat.

Langmann brauchte eine Leiche und eine neue Identität und

Rénier war zur falschen Zeit am falschen Ort.

Blau. Das Logo war blau. Weder rot noch grün. Blau.

Ich verstehe nicht?

Ein Lieferant vom Queen Pizza Service hat letzten Donnerstag die Zone

von Langmanns Wohnhaus beliefert, also an dem Abend,

als es an seiner Tür den Krach gab. Der Geschäftsführer sagt,

seitdem sind der Lieferant und sein Roller nie wieder gesehen worden.

- Und? - Und nun kommt der Hammer.

Der Typ heißt Emmanuel Rénier. Der Sohn von Francois Rénier.

Falls Langmann Rénier getötet hat, könnte der Sohn sich dafür gerächt haben.

Sagen Sie mir mal langsam, was ich hier soll?

Sie kreuzen auf, zerren mich in den Wagen und keiner sagt mir was.

Haben Sie nicht eine kleine Ahnung?

Sie verstecken sich seit einer Woche in Ihrer Wohnung.

Ich verstecke mich da? So ein Quatsch. Ich hab nur Zeit für mich gebraucht.

Sie arbeiten nicht mehr und verlassen Ihre Wohnung nicht mehr

seit Ihrem Besuch bei Marc Langmann.

Fällt Ihnen dazu irgendwas zu ein?

- Ist er tot? - Nach Ihrem kleinen Zusammen- stoß wurde ihm in den Rücken geschossen.

Wollen Sie mir hier irgendwas anhängen?

Sie waren zehn, als Ihr Vater ohne jedwede Erklärung verschwunden ist.

- Na und? - Wie haben Sie seine Abwesenheit erlebt?

Na ja, meine Mutter erfuhr irgendwann, dass er in Spanien lebt.

Und da sollten wir nicht mehr über ihn reden, weil sie so unglücklich war.

Und ich hab gehorcht, damit sie nicht sauer wird.

Doch Sie haben ihn nie so wirklich vergessen.

Ich habe ewig so getan, als würde es mir egal sein, und ich hab gedacht,

ich würde ihn mal in Barcelona finden, doch dann hab ich erfahren,

dass er jedes Jahr nach Paris kommt.

Und dann bin ich zu seiner Wohnung gefahren und hab gehofft,

dass er mir die Tür aufmacht und mir alles erklärt.

Aber der, der aufgemacht hat, war Marc Langmann.

Und Sie wussten, dass er ihren Vater ermordet und seinen Platz eingenommen hat.

Ja, das war mein erster Gedanke, aber Marc hatte meinen Vater nicht ermordet.

- Hat er Ihnen das gesagt? - Ja, als er verstanden hatte, wer ich war.

Ich habe ihm wohl leid getan und da hat er mir alles erzählt.

Er brauchte vor 13 Jahren eine Leiche und er kannte einen vom Rettungsdienst.

Und eines Abends ist bei einer Baustelle ein Fußgänger schwer verletzt worden.

Und der Fußgänger ist dann auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

Der Bericht ist dann irgendwie verschwunden

und Marc Langmann hat die Leiche mitgenommen.

- Diese Leiche war Ihr Vater. - Ja. Es war ein Schock zu erfahren,

dass er tot ist und dass ihm seine Identität gestohlen wurde.

- Es war ein Schock und trotzdem auch ein... -... erlösendes Gefühl.

Ja. Als ob ich meinen Frieden gefunden hätte.

Jetzt weiß ich, dass er uns niemals verlassen wollte.

Und dass er meine Mutter nie ver- lassen hat, um nach Spanien zu gehen.

Er hat die Leiche Ihres Vaters geraubt und Sie haben nichts unternommen?

Das wäre doch ein Fall für die Polizei.

Er hat mir doch alles von dem Versicherungsbetrug erzählt

und dass er mit dem Geld seiner Familie helfen wollte.

Und ich hab mir gedacht, da sitzt einer völlig vereinsamt

und fleht mich an, nichts zu verraten,

dass er schon für das Leben bestraft genug ist.

Seine Geschichte ist stimmig.

Er hat am Abend des Mordes zwei Stunden mit seiner Mutter telefoniert.

- Könnte es sein, dass sie ihn deckt? - Glaube ich nicht.

Laut der Anrufliste hat sie ganze vier Mal aufgelegt,

bevor sie sich angehört hat, was er will.

Er hat gewagt, den Namen seines Vaters auszusprechen,

und sie musste sich die Wahrheit anhören.

Wie schön für sie. Und wir haben keinen Verdächtigen mehr.

Aber wenigstens wissen wir, dass Marc Langmann

Francois Rénier nicht umgebracht hat.

Er hat einfach nur eine Leiche gebraucht, und ich glaube, der einzige,

der unter seinem Verschwinden wirklich gelitten hat, war er selbst.

Ja. Langmann hat eine Leiche geraubt.

Finden Sie doch mal über den Rettungsdienst raus,

wer ihm mit der Leiche von Rénier geholfen hat.

Ein fast perfekter Plan.

Du raubst eine Leiche, versteckst dich 13 Jahre lang

und tauchst auf einmal wieder auf, wieso?

Warte.

Ein Computer-Kriminalistik-Experte, der total schlecht bezahlt

und von seinen Vorgesetzten völlig unterschätzt wird, hat was Neues.

Na, ich! Hier ist der Ballistikbericht über die Kugel von Langmann.

- Die Waffe ist registriert. - Hundertprozentig?

Denn dann würden wir wissen, wer ihn ermordet hat.

Ich weiß nicht, wer ihn ermordet hat, aber die Waffe kennen wir.

Sie wurde vor drei Jahren bei einem Tankstellenüberfall benutzt.

Franck Terroux hat zwei Jahre dafür gesessen,

aber die Waffe wurde nie sichergestellt.

Mehrfacher bewaffneter Raub, schwere Körperverletzung.

Wo können wir den Typen finden?

Die Meldeadresse, die er seit der Entlassung haben soll, gibt es nicht.

Okay. Geben Sie seine Beschreibung an alle Teams weiter

und melden Sie sich, wenn Sie was Neues haben.

Wo will er denn jetzt hin?

Elisabeth? Ich bin es, Thomas. Ich wollte fragen,

ob du morgen die ganze Nacht bei Lucas bleiben würdest.

Ich hab nämlich viel um die Ohren und komme erst spät nach Hause.

Das wäre super, ruf mich zurück, ja?

- Ja, Elisabeth? - Hier ist nicht Elisabeth. Hier ist Chloé.

Elisabeth ist Ihre Schwägerin?

Hören Sie, ich telefoniere nicht gern beim Autofahren.

Ich wollte Ihnen ja auch nur kurz sagen, dass ich eine Spur verfolge.

Reden Sie weiter.

Na ja, es geht um diese mehr als peinlich genaue Vorbereitung von Langmann.

Um die Inszenierung seines Todes, die gemietete Wohnung hier

und Francois Réniers Leiche, die er sich vom Rettungsdienst besorgt hat.

Es war alles perfekt. Er hat auch den Sohn von Francois Rénier angefleht,

ihn nicht zu verraten. Und am Vorabend des Mordes

hat er sich dann im Garten der Maréchals geprügelt. Wirklich, das...

Ich denke, ich habe es gerade verstanden.

Sie haben gesagt, ihn hätte die Einsamkeit belastet.

Er hat sich zu erkennen gegeben, Herr Hauptkommissar,

und damit seine jahrelange Opferbereitschaft riskiert.

Und zwar aus irgendeinem Grund.

Wir haben jetzt einen Verdächtigen, der die Waffe vor drei Jahren benutzt hat.

Du warst all die Jahre hier...

...und hast ihnen zugesehen.

Und? Sind Sie noch dran?

Ich rufe Sie zurück.

Sehr schön, machen Sie das.

Anna, was hast du gemacht?

- An der Tür war ein Amtssiegel. - Ja, ich weiß, und ich habe es kaputt gemacht.

Wenn dadurch Kosten entstehen, komme ich dafür auf.

Wie war das mit den Narben an den Handgelenken der Tochter?

Anna wollte sich das Leben nehmen, erst vor kurzem.

Ob Langmann diese Narben auch gesehen hat?

Ja. Er hat bestimmt deshalb sein Versteck verlassen,

weil er es nicht verkraftet hat zu sehen, wie schlecht es ihr geht.

Ja? Ist gut, Fred, bleiben Sie da, ich komme.

- Es gibt eine Spur von Franck Terroux, gehen wir? - Anna Maréchal.

Langmann hat sich in Gefahr gebracht. Wir müssen wissen, wieso.

Vielleicht nehmen wir gleich seinen Mörder fest.

- Nehmen Sie Kontakt mit der Mutter auf. - Vielen Dank.

Franck Terroux?

Ist mein Bruder. Ich soll ihm ähnlich sehen.

Kriminalpolizei.

Sitzen bleiben!

Nervt mich nicht. Ich bin brav, seit ich raus bin.

Deine Waffe ist aber nicht so brav wie du. Sie hat jemanden erschossen.

Marc Langmann, sagt Ihnen das irgendwas?

Nie von ihm gehört. Ihr sauft bei der Polizei einfach zu viel.

Wo warst du am Mittwochabend?

Bei deiner Freundin, weil du es nicht mehr bringst.

Frag sie. Ich hab mit ihr Sachen ge- macht, die kannst du dir nicht vorstellen.

- Hey. Was soll denn das? - Ihr haltet die Schnauze!

Die Freundin wird dir gleich die Fresse polieren, du Arsch!

Dann ähnelst du auch nicht mehr deinem Bruder.

Die Strafe für Überfälle kennst du ja,

und jetzt bekommst du mal die Strafe für Mord zu spüren.

Ich habe doch nichts getan, die Knarre hab ich einem Typen verkauft.

Den kenne ich über einen Kumpel aus der Boxhalle.

- Victor Maréchal. - Mahlzeit.

Du Wichser. Findet ihr das witzig?

Es war vor sechs Monaten, im Dezember.

Mir war schon länger aufgefallen, dass irgendwas mit ihr ist.

Sie hatte, als sie klein war, auch immer schon Alpträume.

Sie ist so zerbrechlich, aber dass sie so weit gehen würde, das...

- Ist Ihre Tochter in Behandlung? - Ja, aber sie erzählt uns nie davon.

Ich glaube, dass es ihr jetzt besser geht,

aber ich habe es beim letzten Mal einfach nicht kommen sehen.

Weiß sie denn Bescheid über Marc Langmann?

Sie stellt sich wegen der Ermittlung viele Fragen.

Ich weiß nicht, was ich da machen soll.

Würde es gut für sie sein zu erfahren, dass sie die Tochter eines anderen ist

und dass er ermordet wurde? - Ich sage Ihnen das nicht wirklich gern,

aber es gibt viele Dinge, die Ihre Tochter nicht weiß. Viel zu viele.

Die Alpträume können von Erinnerungen an das Verschwinden

ihres echten Vaters stammen, die ihre Psyche noch nicht richtig einzuordnen weiß.

Im Kopf eines Kindes kreist das Universum nur um einen selbst

und vielleicht hat sich Anna für das Verschwinden

Ihres Vaters verantwortlich gefühlt.

Und da ihre vielen Fragen nicht beantwortet wurden,

könnte sie bis heute ein diffuses Schuldgefühl verfolgen.

All das Unausgesprochene, mit dem sie aufgewachsen ist,

lastet schwer auf ihrer Seele.

Sie müssen wirklich ganz dringend mit ihr reden.

Ich spreche mit Victor darüber.

Er hat sie immer beschützt, wahrscheinlich weil seine beiden Eltern ganz schlimm waren.

- Was heißt das? - Sein Vater war ein Säufer, seine Mutter war nie da.

Das Jugendamt hat oft eingegriffen.

Maréchal hat die Waffe am Morgen des Mordtages gekauft.

Terroux hat ihn auf einem Foto eindeutig identifiziert,

er muss Langmann erschossen haben.

Er hat gesagt, dass er an diesem Abend mit seiner Frau zusammen war.

Er hat vielleicht gewartet, bis sie schläft.

Zu Langmanns Wohnung hin und zurück hat er höchstens eine Viertelstunde gebraucht.

Er hat sich die Waffe besorgt,

weil er Langmann bei der Prügelei im Garten wiedererkannt hat.

Er wusste auf jeden Fall, dass er vor 13 Jahren nicht gestorben ist.

Also, Victor Maréchal hat Langmann vor 13 Jahren geholfen.

Hyppolite hat rausgefunden, dass Victor früher beim Rettungsdienst beschäftigt war.

- Und geholfen, weil...? Wegen Geld oder wegen... - Nein.

Langmann und Maréchal haben fast zwei Jahre

in der gleichen Pflegefamilie verbracht

und kennen sich seit der Kindheit. Eine Schicksalsgemeinschaft.

Ist kaum zu glauben. Langmann bittet seinen Jugendfreund um Hilfe

und der nimmt einfach dessen Familie und das Versicherungsgeld dafür.

Was für ein Schwein.

Hat Langmann sicher auch gedacht,

aber hat über 13 Jahre nichts dagegen unternommen.

Er sah seine Frau lieber in den Armen eines Mannes, den er kennt.

Ja. Bis er die Narben bei seiner Tochter bemerkt hat.

Ich hab mich geirrt. Langmann war ein guter Mensch,

der sich für seine Familie geopfert hat. - Und er ist für sie gestorben.

Und ich frage mich, ob diese Art von Opferbereitschaft gut ist.

Das werden Sie verstehen, wenn Sie mal Kinder haben.

Keine Bewegung!

- Nehmen Sie die Hände aus der Tasche! - Papa? Was ist hier los?

- Anna, geh bitte zurück. - Was wollen Sie von meinem Vater?

Was haben Sie vor, Victor?

Wollen Sie Ihre Waffe zücken und riskieren, damit Ihre Tochter zu verletzen?

- Was für eine Waffe? - Wo ist sie?

Hier! Sagt mir jetzt endlich mal jemand was?

Schon seit zwei Tagen spricht keiner mit mir!

Wer war dieser Typ, der erschossen wurde?

Anna! Leg die Waffe auf den Boden, du brauchst sie nicht.

Ich stecke meine auch weg, in Ordnung?

- Mein Herz, bitte tu, was er sagt. - Nein! So läuft das ständig in der Familie.

Denkt ihr, dass ich nichts höre, dass ich nichts mitkriege?

Euer verlegenes Schweigen, euer Getuschel? Was ist denn los?

Anna, leg die Waffe hin, ich flehe dich an!

Neulich Abend hast du die Waffe im Garten vergraben. Hast du diesen Mann ermordet?

- Du verstehst das nicht. - Dann erkläre es mir doch, Papa!

Sagen Sie es ihr. Das ist Ihre letzte Chance, ihr Ihre Liebe zu beweisen.

- Sie sind es ihr schuldig, Victor! - Mir schuldig? Was denn?

Er war dein Vater. Ich hab dich adoptiert, als du zwei warst.

- Du hast mich angelogen. - Er hat sich dazu entschieden wegzugehen,

euch zu verlassen. Ich wollte ihm nur helfen.

Dann hab ich deine Mutter gesehen und mich gleich in sie verliebt.

Und du warst mir sofort so lieb wie mein eigenes Kind.

- Du hast meinen Vater erschossen. - Aber Anna, ich bin dein Vater!

Ich hatte einfach Angst, euch zu verlieren, dich und deine Mutter.

Und wieso hat er sich, wenn er dich so geliebt hat,

die ganze Zeit versteckt und euch beobachtet, ohne was zu sagen? Wieso?

Weil er sicher geglaubt hat, dass es so am besten war.

Und dass du das Beste in seinem Leben warst.

Anna, du musst mir jetzt die Waffe geben. Ich danke dir.

Anna.

- Kommen Sie. - Anna?

Wenigstens kennt Anna jetzt die wahre Geschichte und wird damit umgehen lernen.

Ach, Lamarck sorgt dafür, dass Emmanuel Rénier seinen Vater beerdigen kann.

Das ist ja wundervoll. Dann wird er ein Grab mit seinem Namen kriegen.

- Bist du allein hier? - Ja, ja, ja.

Ich dachte, Rocher würde dich her begleiten?

Nein, er hat mir gesagt, er würde bei dir sein.

Nein. Merkwürdig.

Du meine Güte.

Was machen Sie hier? Wo ist er?

Er ist zum Flughafen gefahren. Vor einer halben Stunde.

Ich hab ihm erklärt, dass es für ihn besser ist, zurück in die Schweiz zu fliegen.

Warum haben Sie das getan? Er hat meine Frau umgebracht.

Ich habe die vielen Flaschen gesehen. Morand ist ein krankhafter Alkoholiker.

Das entschuldigt nichts, aber er war wahrscheinlich betrunken,

als er Ihre Frau überfahren hat. - Mit welchem Recht mischen Sie sich hier ein?

Wieso haben Sie das getan, wieso? Wieso mischen Sie sich einfach ein?

Wieso? Wieso?

Ich mache das nur für Sie und Ihren Sohn.

- Ich hab Sie nicht darum gebeten! - Indirekt schon.

Sonst hätten Sie seine Akte nicht auf Ihrem Schreibtisch liegenlassen.

- Eine Freudsche Fehlleistung. - Sie können das nicht verstehen.

Ich will so nicht mehr leben. Ich will so nicht mehr leben, hören Sie?

Und dieser...

...Morand kann sich wieder aus der Affäre ziehen.

Schon möglich.

Aber Sie verdienen es, das Kapitel hinter sich zu lassen.

Thomas, Sie sind kein Mörder, das weiß ich.

Und Sie wissen das doch auch.

Und meine Frau? Sie hätte damals überleben können.

Sie würde noch leben, wenn er Hilfe gerufen hätte. Aber er hat nicht mal angehalten.

Ihr Tod hat Stunden gedauert. Sie war ganz allein

und lag da am Straßenrand, weil er weitergefahren ist.

Sie war ganz allein da am Straßenrand.

Guten Tag, ich bin Doktor Ménard, der Amtsarzt.

Ich melde mich wegen der Untersuchungsergebnisse.

Es ist nichts Beunruhigendes. Sie sind einfach nur schwanger!

Herzlichen Glückwunsch, rufen Sie mich zurück? Wiederhören.

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