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Gustav Weil und seine tapfere Bande auf der Suche nach Frauen!
Brüder... lasst uns beten.
Der Adel in diesem Land ist dekadent...!
Ihr Leben widmen sie sündhaftem Vergnügen, dem Streben nach Lust.
Sie verehren den Teufel... Sie sind die Sklaven von Graf Karnstein...!
Er ist ihr boshafter Meister...
WELCHE IST DIE JUNGFRAU?
WELCHE IST DER VAMPIR?
Wir spüren diese Teufelsanbeter auf...
...indem wir sie verbrennen!
HAMMER SCHICKT IHNEN
Der Teufel hat mir Zwillinge des Bösen gesandt!
DAS FLEISCH UND DIE FURIE
ENTHÜLLUNG VON "TWINS OF EVIL"
Frankenstein erschuf die Frau.
HAMMER SETZT REIZE
In den Siebzigern wurde Hammer immer müder.
Sie gingen durch die Sequel-Mühle.
In den späten Fünfzigern erschufen sie viele Franchises...
...auch in den frühen Sechzigern gab es fantastische Klassiker.
Aber ab den späten Sechzigern folgte ein Sequel dem anderen.
Dann hieß es, den nächsten Mumien-Film und den übernächsten Mumien-Film zu machen.
Und keiner reichte dem Ersten das Wasser.
In vielerlei Hinsicht war das die Zeit des Verfalls von Hammer.
Die Entscheidungen, die sie trafen, hatten etwas Verzweifeltes.
Sie merkten, dass sie immer die gleichen Frankenstein-, Dracula-Filme machten.
Ich liebe diese Filme, ich habe sie immer wieder angeschaut.
Aber nach 10 Jahren spürten sie, dass sie das Publikum nicht mehr erreichten.
Diejenigen unter uns, die die Hammer-Filme in den frühen 50ern sahen...
...waren alle richtig beeindruckt von ihnen.
Es war eine neue Art von Film.
Wenn man betrachtet, was Amicus damals machte, was etwas anderes ist...
...oder was Tigon oder was American International produzierte...
Die Menschen sahen sich nun andere Arten von Film an.
In ihrer Anfangszeit schockierten Hammer-Filme die Menschen.
Aber dann begannen sie kuschelig zu wirken.
Es ist nicht einfach, ein Pionier zu sein, weil alle den Pionier imitieren.
Ich bin mir sicher, dass der Erfolg von Hammer ausschlaggebend dafür war...
...dass AIP mit Poe-Verfilmungen arbeitete.
Auch die Mario Bava-Filme und all die Filme, die etwas härter waren.
Hammer musste eine Möglichkeit finden, sich neu zu erfinden.
Sie brauchten etwas, was noch moderner war als Gewalt.
Also führten sie Erotikelemente ein.
Einer der großen Themen der späten 60er und frühen 70er war die sexuelle Revolution.
Bis dahin bedeutete ein "X" der British Board of Film, dass der Film ab 16 war.
Als dann mehr und mehr Filme mit Erotik aus Kontinentaleuropa gezeigt wurden...
...lockerten die BBFC-Zensoren ihre Zensur.
Das "X"- Zertifikat bedeutete nun, dass der Film ab 18 war.
Dadurch wurde in den Filmen mehr nackte Haut, Sex und Gore erlaubt.
Viele, darunter auch Hammer Films, nutzten diese neue Lockerheit.
Es gab Dinge, die man nun auf der Leinwand zeigen konnte, was zuvor nicht erlaubt war.
Vorher musste man tricksen, Anspielungen machen.
Jetzt durfte man nackte Brüste zeigen...
...was keine schlechte Sache war.
Mir fällt die britische Fassung von "Als Dinosaurier die Erde beherrschten" ein.
Mit Viktoria Vetri. Sie enthält ein paar Nackt- szenen, die für die USA weggeschnitten wurden.
Eltern, die sich mit ihren Kindern einen Dinosaurierfilm ansehen wollten...
...waren empört, als sie feststellten, dass es sich um einen Film mit Nackten handelte.
Na ja, es war amüsant, die Mädchen sahen gut aus, aber sie wirkten alle etwas high, nicht?
Das war nicht die Art von Film, die ich machen wollte.
Es gab immer schon einen erotischen Unterton in Hammer-Filmen.
Aber als der deutlicher wurde, wurden sie seltsamerweise schüchterner...
...im Vergleich zu anderen Filmen, die damals von unabhängigen Studios gedreht wurden.
Auf gewisse Weise stellten sie fest, dass sie ihre Stories verändern mussten.
Fühle den kühlen Griff seiner Anwesenheit.
Spüre den feuchtkalten Reiz, seiner Boshaftigkeit.
Schmecke die schneidende Angst, die nur er herbeiführen kann.
Während ihrer klassischen Phase in den späten 50ern und den frühen 60ern...
...produzierte Hammer in seinem eigenen Studio in Bray.
In den 70ern hatte Hammer bereits Bray verlassen.
Sie benutzten dann hauptsächlich Elstree.
Die Firma wurde vom Hammer House in der Wardour Street geleitet.
Dort hatte James Carreras sein prunkvolles Büro.
Wenn Carreras ein Projekt mochte, beauftragte er einen Künstler, ein Poster zu zeichnen.
Er würde es dann in den USA vorzeigen und fragen, ob sie den Film produzieren wollen.
Und sie fragen: "Wunderbar, wann kann ich das haben?"
Ich sage dann: "Ihr könnt es in 6 Monaten bekommen."
Dann frage ich: "Wollt ihr ein Skript sehen? Wollt ihr wissen, wer mitspielt?"
Daraufhin sagen sie: "Keine Sorge, es ist ein Hammer Film, wir wissen, es ist alles OK"
Dann kommen sie zurück und sagen: "Schreib das verfluchte Skript!"
So wurde die Firma Hammer vom Sitz in der Wardour Street aus geführt.
Gegen Ende der 60er Jahre gerieten die Großen von Hollywood in finanzielle Schwierigkeiten.
Sie konzentrierten sich auf eigene Produktionen in den USA.
Sie wollten nicht in britische Filme investieren.
Das war ein Problem für Hammer Films, denn wo sollten sie nun das Geld herbekommen?
James Carreras bekam das Geld hauptsächlich von EMI, wo er damals arbeitete.
EMI hatte ABPC und Elstree Studios aufgekauft.
Deshalb wurden ja viele der Produktionen in den 70er Jahren in Elstree gedreht.
Zu Beginn der 70er Jahre gelang es Hammer auch...
...die Rank-Filmverleih dazu zu bewegen, Hammer-Filme in sein Programm aufzunehmen.
Rank befand sich damals in den Pinewood Studios.
Zu der Zeit hatte Anthony Hinds, einer der Hauptsäulen bei Hammer...
...Produzent und Gothic Horror-Urvater, die Firma verlassen.
Er ging in Rente, er hatte wegen vielen Dingen keine Lust mehr auf das Geschäft.
Anthony Nelson Keys, von Hammer genervt, ging auch weg, machte sich selbstständig.
Jimmy Sangster, der einige tolle Psychothriller für Hammer produziert hatte, zog in die USA.
Hammer begann vermehrt, mit unabhängigen Produzenten zu arbeiten.
Sie konnten ihre Filme machen, ohne dass Hammer Films ihnen reinredete.
Aber grundsätzlich hat Hammer immer noch das Sagen gehabt.
Komm mit uns, wenn du dich traust... ... in das Zwielicht entsetzlichen Schreckens.
TRIO DES SCHRECKENS
1969 wurde Hammer von der unabhängigen Filmfirma Fantale Films kontaktiert.
Diese Firma wurde von den Produzenten Harry Fine und Michael Style...
...sowie dem Autor Tudor Gates angeführt.
Fine und Style waren außenstehende Produzenten, die zu Hammer kamen...
...mit der Carmilla-Idee im Gepäck.
Fine und Style wurden immer als illustre Figuren bei Hammer beschrieben.
Sie waren so unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Man kann nicht behaupten, dass sie Klasse besaßen.
Sie waren Blender.
Sie wollten, dass jede 10 Minuten eine Gallone Blut ausgeschüttet wurde.
Sie wollten, dass die Brüste größer waren.
Sie begegneten sich beim Dreh der ersten Hammer-TV-Serie "Journey to the Unknown".
Bei der Folge "The Madison Equation".
Harry Fine stammte vom Theater.
Sein Theaterhintergrund ist das, was er in das Team einbrachte.
Er war fanatisch, wenn es darum ging, seine Filme klassisch zu besetzen...
...und Charakterdarsteller an Bord zu haben.
Tatsächlich stammte die Idee der "Carmilla"- Adaption von ihm.
Sein Theater hatte nämlich eine Bühnen- adaption des Stücks produziert.
Style war da etwas anders. Er brachte das Sexploitation-Element in das Team.
Du brauchst einen guten, starken, richtig schurkenhaft aussehenden Schurken...
...einen guten Helden, eine starke Geschichte, jede Menge Action...
...viele hübsche Mädchen, eine gewisse Portion Sex, dann hast du deine Story.
Er war wegen der lesbischen Vampirelemente an einer "Carmilla"- Adaption interessiert.
Nicht wegen einer klassischen Besetzung.
Drehbuchautor Tudor Gates war derjenige, der tatsächlich etwas Talent hatte.
Auch Geschmack. Er war früher als Theater-Inspezient tätig.
Später sollte er nach Italien ziehen und für Mario Bava arbeiten.
Gates hatte zusammen mit Bava das Drehbuch für einen italienischen Horrorfilm erstellt.
Er ist heute unter dem Titel "Naked You Die" auf DVD erhältlich.
Aber für viele Jahre war er hier für "The Young, the Evil and the Savage" bekannt.
Er hat auch einen der vielen Drehbuchentwürfe von "Barbarella" verfasst.
In den späten 60ern kehrte er nach England zurück, begegnete Fine und Style...
...und wurde Teil des Fantale-Teams.
Die perversen Kreaturen der Nacht finden überall ihre Opfer.
Schlafende Schönheiten, deren Träume sich in wirkliche, schreckliche Albträume wandeln.
URSPRUNG VON CARMILLA
Wir wissen nicht, woher Sheridan Le Fanus Faszination für das Übernatürliche stammt.
Es gibt nichts in seinem Leben, was diese Faszination für das Makabre erklärt.
Er war ein Journalist, und er war verwitwet.
Er kam aus einem ähnlichen gesellschaftlichen Umfeld wie Bram Stoker.
Anglo-irisch, Verbindungen zum Dubliner Schloss, zur Journalistenszene.
Das gleiche soziale Milieu wie Bram Stoker, nur etwas früher.
Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob die beiden sich kannten. Stoker wusste von Le Fanu...
...aber dieser war ein sehr zurückgezogener Mensch.
Er verließ sein Stadthaus am Merrion Square nur selten.
Stattdessen verkroch er sich dort und verbrachte die Nächte mit Schreiben.
Das Interessante an Le Fanu und insbesondere an "Carmilla" ist...
...dass es geschrieben wurde, nachdem seine Frau gestorben war.
Nachdem sie lange an einer Geisteskrankheit gelitten hatte.
Er begann sich für die Werke von Emanuel Swedenborg zu interessieren...
...ein Wissenschaftler und Theologe.
Vor allem schien ihn die Idee eines inneren Auges zu interessieren, das man öffnen konnte.
Durch dieses könnten wir Engel, Dämonen, Geister sehen und von ihnen gesehen werden...
...und die Heilsschrift neu auslegen.
Wir dürfen vermuten, dass er mit Vampir- Literatur vertraut war wie...
...Théophile Gautiers "La Morte Amoureuse"...
...in der die Figur der Vampir-Kurtisane Clarimonde eingeführt wird.
Sie verführt nicht eine andere Frau, sondern einen Priester.
Eine weitere elegante, sehr nüchterne Interpretation des Vampirthemas.
Er war wohl auch mit der Heftromanreihe "Varney the Vampire" vertraut.
Es gibt auch verschiedene Abhandlungen über Vamprismus, die als Antwort auf...
...Vampirgeschichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert verfasst wurden.
"Carmilla" wurde 1872 zunächst als Serie in der Zeitschrift "The Dark Blue" veröffentlicht.
Später im selben Jahr wurde es mit 4 anderen Kurzgeschichten kombiniert...
...und mit einer anderen Erzählung zusammen als "In A Glass Darkly" verlegt.
"In A Glass Darkly" ist eine Sammlung von Erzählungen, die durch eine Einleitung...
...des Okkultforschers Dr. Martin Hesselius inhaltlich verbunden sind.
Stoker muss an diesen Namen gedacht haben, als er die Figur des Dr. Van Helsing...
...in "Dracula" erschuf.
"Carmilla" ist die letzte Geschichte in der Sammlung.
Interessanterweise hat Hesselius den Text am wenigsten redigiert.
Es wird hervorgehoben, dass der Bericht der jungen Dame so detailliert war...
...dass nicht viele Änderungen vorgenommen werden mussten.
Ihre Geschichte konnte zudem nicht überprüft werden, da sie beim Fund des Dokuments...
...bereits tot war.
Es ist eine interessante Geschichte über Verrat...
...und rücksichtsloser Sexualität.
Wir haben hier eine Gruppe umherziehender Vampire...
...die an einer matriarchalischen Ordnung festhalten.
Im Grunde gehen sie von einer reichen Familie zur nächsten und schleusen ihre Tochter ein...
...nutzen die Tradition der ritterlichen Gast- freundschaft aus.
Ich werde beginnen, indem ich sie beschreibe.
Sie war schlank und auf wundervolle Weise anmutig.
Aber ihre Bewegungen waren träge, sehr träge.
Aber tatsächlich deutete nichts in ihrem Erscheinungsbild auf eine Krankheit hin.
Ihre Gesichtsfarbe war gesund und glanzvoll.
Ihre Gesichtszüge waren fein und von wunderschöner Form.
Ihre Augen groß, dunkel und schimmernd.
Ihre Haare waren wunderbar.
Noch nie hatte ich eine solche Haarpracht gesehen...
...die voll und lang war und bis zu ihren Schultern reichte.
Oft legte ich meine Hände unter sie...
...und lachte verwundert über ihr Gewicht.
Nach Carmillas Ankunft wird Laura von merkwürdigen Albträumen heimgesucht.
Carmilla scheint ihr ihre Lebenskraft zu entziehen.
Ich sah... oder ich glaubte...
...das Zimmer und die Möbel zu sehen, wo ich sie zuletzt gesehen hatte.
Nur war es sehr dunkel. Und ich sah, wie sich etwas am Ende des Betts bewegte.
Ich konnte zunächst nicht genau erkennen, was es war.
Aber bald sah ich, dass es ein pechschwarzes Tier war, das an eine monströse Katze erinnerte.
Ich konnte nicht schreien, obwohl ich, wie man vermuten könnte, voller Angst war.
Es wurde schneller und der Raum rasch immer dunkler und dunkler...
...bis es so dunkel war, dass ich es überhaupt nicht mehr sah... bis auf seine Augen.
Ich spürte, wie es auf das Bett sprang.
Die 2 hellen Augen näherten sich meinem Gesicht...
...und plötzlich fühlte ich den stechenden Schmerz, wie von 2 langen Nadeln...
...die sich, 1 oder 2 Zoll voneinander entfernt, tief in meine Brust bohrten.
Die Tochter scheint immer kränker zu werden und stirbt schließlich.
Carmilla, die als Mircalla oder unter anderen Namensvariationen bekannt ist...
...verschwindet einfach.
Sie sucht nach dem nächsten Opfer und geht immer nach demselben Muster vor.
Sie nutzt aus, dass die Familien damals ziemlich isoliert gelebt haben.
Die Geschehnisse gelangen nicht ans Licht.
Die Geschichte wirkt nicht wie eine Horror- erzählung.
Sie war typisch für Le Fanus Stil.
Er war der erste Schriftsteller, der das Gothic Horror-Genre aus den Schlössern und...
...aus der Wildnis in den Lebensbereich normaler Menschen brachte.
Er platzierte es in die Städte, in die Krippen, Heime und Geschäfte.
Das war eine dramatische Veränderung. Eine relativ neue Entwicklung.
Stephen King hat das auch gemacht. Aber Le Fanu hat es lange vorher gemacht.
Was "Carmilla" so interessant macht, ist der wunderschöne Schreibstil.
Er ist elegant geschrieben und sicher kein Heftroman.
Eine seltsame Melancholie hatte mich beschlichen.
Eine Melancholie, die ich von mir aus nicht unterbrach.
Ich begann, mir trübe Gedanken über den Tod zu machen.
Und die Idee, dass ich langsam versank, ergriff sanft...
...aber nicht unwillkommenen Besitz von mir.
Wenn die Gedanken traurig waren, löste es eine Stimmung aus, die auch süßlich war.
Carmilla wurde mir gegenüber so hingebungsvoll wie nie zuvor...
...und ihre seltsamen Anfälle träger Anbetung ereigneten sich öfter.
Mit wachsender Inbrunst weidete sie sich an mir, und meine Kräfte schwanden.
Das erschreckte mich jedes Mal, wie ein kurzes Aufflammen von Wahnsinn.
Er war der erste, der eine abnormale Sexualität in die Vampirliteratur einführte.
Das Element der Zuneigung zweier Frauen bleibt zwar unausgesprochen, ist aber vorhanden.
In der Erzählung wird das lesbische Element nicht ausgesprochen. Es ist Teil des Ganzen.
Carmilla hat es auf junge Frauen abgesehen...
...und sie legt ihre emotionale, romantische Liebe für sie dar.
Im Falle der Erzählerin, Laura, die ja über ihre Zeit mit Carmilla berichtet...
...sieht man, dass das völlig getrennt wird.
Über lesbische Liebe sprach man zu der Zeit einfach nicht.
Wenn jemand jedoch einen herausfordern will und fragt...
"Was sagten Sie gerade zu menschlichen Abnormitäten...?"
Dann hättest du die Hände gehoben: "Ich habe nichts dergleichen gesagt."
Ein Aspekt war der des ultimativen Verrats an der männlichen Machtposition.
Männer wurden ja nicht benötigt...
...wenn eine Frau mit anderen Frauen Beziehungen einging.
Es gibt also diese Angst vor einer in sich geschlossenen weiblichen Gesellschaft.
Eine äußerst bedrohliche Vorstellung für die viktorianische Gesellschaft.
Die Erzählung erschien also äußerst bedrohlich für die viktorianische Elite.
Es handelt sich hier auch um eine bedeutende Vampirerzählung vor "Dracula".
Sie diente ebenso als Inspiration für ein Kapitel in "Dracula".
Die Vampirin im weggekürzten Kapitel "Draculas Guest" basiert auf Carmilla.
Aber seine Geschichte war Teil einer Sammlung, die nicht so bekannt war...
...wie Stokers Buch.
Und ich glaube nicht, dass er sich in seinem Stadthaus am Merrion Square in Dublin...
...all die Oben-ohne-Vampirinnen vorstellen konnte, die in späteren Jahrhunderten...
... auf die Welt losgelassen würden, aber er war der Urheber.
Sieh mich an. Was siehst du in meinen Augen?
Tod.
CARMILLA IM FILM
Die Erzählung diente als Inspiration für viele verschiedene Adaptionen.
Zunächst wurde sie in den 30er Jahren von den Earl of Longford-Leuten fürs Theater adaptiert.
Sie produzierten das Stück in Dublin und in London.
Anspielungen auf lesbische Liebe wurden damals als mehr als das aufgefasst.
Es dauerte recht lange, bis das Kino sich des Themas annahm.
Carl Dreyers "Vampyr" basiert gedanklich auf "In a Glass Darkly", aber...
...abgesehen davon, dass Vampire auftauchen, ist die Verbindung schwer zu erkennen.
Unbeachtet dessen gibt es dort Szenen von unglaublicher Schönheit.
Dazu noch die verstörenden Bilder.
Der interessanteste Aspekt ist, wie der Film gedreht wurde.
Das verschwommene, neblige Aussehen des Films war Resultat eines Zufalls.
Der Film wurde überbelichtet.
Dreyer bewies glücklicherweise seinen künstlerischen Riecher, indem er...
...den Rest des Films auf diese Weise drehte.
Was wir also da sehen, ist die erste visuelle Darstellung einer Welt...
...wie sie durch das innere Auge betrachtet aussehen würde.
Es ist, als ob man den Traum von jemand anderem zusieht.
Es ist kein angenehmer Traum, weil man nicht so recht versteht, was passiert.
Charaktere wie dieser geheimnisvolle Arzt tauchen auf...
...der etwas Böses macht. Man weiß, dass er etwas Böses macht.
Ich habe nicht kapiert, was er eigentlich macht.
In Le Fanus Erzählung begegnet man Figuren, bei denen man sich unsicher ist.
In "Vampyr" haben wir einen Arzt, der wirklich ein Diener der Untoten ist.
Und das ist ein durchgehender Sachverhalt in einer Reihe von "Carmilla"- Adaptionen.
Als Kunstwerk ist der Film phänomenal. Phänomenal und verstörend.
Als Film mit einem Plot... naja.
Ein interessanter Film und eine interessante Darstellung von Le Fanus Weltanschauung.
Aber natürlich fallen sexuelle und lesbische Elemente komplett weg.
Dann wollte Val Newton den Stoff umsetzen, was ich faszinierend finde.
Er wollte den Schauplatz in die Zeit der Besiedelung Amerikas verfrachten.
Das hatte später Beaumont mit ihrer "Nightmare Classics"- Episode mit Meg Tilly gemacht.
Die Idee einer Vampirin taucht im Kino zum ersten Mal in "Draculas Tochter" auf.
Der ist oberflächlich gesehen ein Sequel von Lugosis Film aus dem Jahr 1931.
Er war flüchtig an der "Dracula"- Kurzgeschichte angelehnt...
Die Rechte wurden von David O. Selznick erworben, der sie an Universal verkaufte.
Wie Carmilla will Gräfin Zaleska, Draculas Tochter...
...nicht das sein, zu was sie der Fluch gemacht hatte.
Sie will davon wegkommen.
"Draculas Tochter" inspirierte Ann Rice...
...ihre "Chronik der Vampire"- Reihe zu verfassen.
Die Idee von innerlich zerrissenen Vampiren...
Die Idee von sexuell grenzüberschreitenden Vampiren...
Vampire selbst wurden zu einer Art Metapher.
Sie vertraten Bisexualität und Lesbianismus.
Die meisten Horror-Autoren wissen, dass "Carmilla" eine lesbische Vampirstory erzählt.
Dieser Gedanke etablierte sich in der Subkultur.
Und zwar in dem Maße, dass man eine Vampirin grundsätzlich für lesbisch hält.
Jeder Vampirfilm, der eine beliebige Menge an Lesbianismus beinhaltet...
...ist "Carmilla" etwas schuldig oder stellt eine Art von Umsetzung von "Carmilla" dar.
Ich stimme dem nicht zu, da "Carmilla" viel mehr als nur eine lesbische Vampirstory ist.
Es gibt eine ikonische Szene, in der Gloria Holden...
...ein junges Modell in ihren Bann schlägt, als diese doch nicht für sie Posieren will.
Magst du Edelsteine, Lili?
Sie sind sehr alt und sehr schön.
Bitte kommen Sie mir nicht näher!
Es ist nicht überraschend, dass "Draculas Tochter" lesbische Elemente beinhaltet.
Es ist ein Witz, dass sie aus dem Wandschrank kommt, als sie das Schloss verlässt.
Aber rein vom Thematischen kann er nicht mithalten.
Horrorfilme mit lesbischen Elementen gab es da noch nicht.
Es war 1936. Man kann sich vorstellen, wie das Publikum tickte.
Vadims "Blood and Roses" ist die nächste Adaption.
Er hat den Ruf eines Horrorfilms für Intellektuelle.
"Blood and Roses" ist eine interessante Ausnahmeerscheinung.
Ein Horrorfilm von einem großen Studio, von einem großen Regisseur gedreht...
Zu einer Zeit gedreht, als Horrorfilme immer noch ausgegrenzt waren.
Horrorfilme waren der Schund, der als Zweitfilm zum Jeff Chandler-Film gezeigt wurde.
Er ist vielleicht nicht ganz so furchterregend, aber es ist die "Carmilla"- Story.
In der Erzählung "Carmilla" geht es um den Krieg der Geschlechter.
Die Männer sind dort im Nachteil, es wird kunstvoll mit der Furcht gespielt.
In "Blood and Roses" sehen wir den Krieg zwischen Frauen, die um Männer streiten.
Die Kulisse ist wie "Dolce Vita", eine Art kosmopolitischer, europäischer Highlife...
Kein schlechter Weg, der da eingeschlagen wurde.
Mircalla nimmt also diese Carmilla-Figur in Besitz.
Sie benutzt sie für ihre Absicht, einen Mann zu finden.
Wir haben hier also eine unglaublich starke übernatürliche Macht...
...die 300 Jahre lang nur darauf gewartet hat, einen Mann zu finden.
Es war wieder ein Versuch, Vampire etwas anders darzustellen.
Wie oft kletterten Vampire aus ihrem Sarg und täuschten den Menschen etwas vor?
Hier gibt es den romantischen Aspekt, den erotischen Aspekt und...
...die Frage, ob sie von ihrer Ahnin besessen ist oder nicht.
Immer wieder wird hier mit lesbischen Andeutungen gespielt...
...zugleich aber ihre heterosexuelle Neigung fortlaufend bekräftigt.
Er hat sicher den lesbischen Aspekt stärker betont...
...als Carl Dreyer.
Es ist keine Überraschung, dass Vadim den Ruf hatte...
...versucht zu haben, seine Partnerinnen für einen Dreier mit anderen Frauen zu gewinnen.
Daher haben wir es hier mit einem auf den Mann zentrierten Pseudolesbianismus zu tun.
Lesbische Aktivität dient hier dem Zweck...
...nicht nur des Amüsements, sondern auch der Bestärkung des männlichen Zuschauers.
Die Frauen in diesem Film sind alle außergewöhnlich schön.
Hm, also ich finde, das ist eine gute Idee.
Das ist im Grunde die "Last Bitch Standing"- Version von der "Dating Game"- TV-Show.
Ein wunderbarer, unangetasteter Horrorfilm. Ich bin überrascht, dass es kein Remake gibt.
Es gibt mindestens einen Karnstein-Film, der vorher gedreht wurde, in Italien.
Er hieß "Terror in the Crypt".
Regie führte Camillo Mastrocinque, und Christopher Lee spielte mit.
Der Film richtete sich ziemlich stark nach Le Fanus Ideen.
Aber natürlich haben sie ihn überarbeitet...
Und am Ende war es Christopher Lee, der das Geheimnis des Schlosses aufdeckt, usw.
Als jemand, der eine ganze Menge italienischer Horrorfilme aus der Zeit kennt...
...fand ich interessant, dass Kulissenelemente eines früheren Horrorfilms benutzt wurden.
Der hieß "The Playgirls and the Vampire".
Er handelte von einen Bus voller Revue- tänzerinnen, denen der Sprit ausgeht.
Vor dem Schloss des Vampirs.
Die Vampirfigur hieß Graf Kernassy.
Im Schloss hängen überall diese Schilder...
...mit einem großen "K" verziert.
Es ist durchaus möglich, dass Ernesto (Gastaldi) das Drehbuch von...
..."Terror in the Crypt" so verfasste, nur um auf dieses Set zurückgreifen zu können.
Er hätte das Argument gehabt: "Oh ja, sie sind die Karnsteins."
Er musste nur "Carmilla" vorzeigen, um dieselben Schilder benutzen zu können...
...und sie überall in Christopher Lees Heim aufzuhängen.
Und dann kam der Stoff zu Hammer.
Sie wollten expandieren.
Sie planten eine Koproduktion mit AIP.
Etwas mit mehr Sex drin.
Sie wählten "Carmilla" aus, was schon damals als lesbische Vampirstory gesehen wurde.
Es ist klassisch, es ist viktorianisch, und man konnte dieselben Sets benutzen.
Und das Neue war, dass dort eine Art lesbische Dreiecksbeziehung vorkommt.
Natürlich war James Carreras, besonders in Zeiten der gelockerten Zensur, begeistert.
Die Vampirserie war geboren.
Für Hammer war das ein wahrer Glücksfall. Das sollte das 3. Kapitel sein.
Kapitel 1 ist Frankenstein, Kapitel 2 Dracula, und Carmilla sollte Kapitel 3 sein.
Sie denken, dass alle Vampire hässliche Kreaturen der Nacht sind?
Dann werden Sie erschüttert sein.
HAMMER TRIFFT AUF CARMILLA
Tudor Gates hat alle 3 Drehbücher der Karnstein-Trilogie von Hammer verfasst.
Der erste Film war eine Adaption der Erzählung...
...welche Gates gelesen hatte und liebte.
Vieles von dem Film basierte auf dieser Erzählung.
"Vampire Lovers" gilt als die Adaption, die der Vorlage am treuesten ist.
Bezüglich der allgemeinen Wiedergabe des Plots kann man dem absolut beipflichten.
Komm mit uns, wenn du dich traust... ... in das Zwielicht entsetzlichen Schreckens.
"Vampire Lovers" ist eine Kombination des Horror- mit dem Erotikgenres.
Die Story wurde quasi mit männlichen, pubertären Sexfantasien versetzt.
Was eine zulässige Interpretation der Vorlage ist...
...da Hammer mehr offensichtliche Sexualität in ihren Filmen wollte.
Aber zu der Zeit gab es Filme wie "Daughters of Darkness"...
...die deutlich freizügiger waren.
Je schlüpfriger der Film, desto mehr ist der Zuschauer...
...ablehnend gegenüber jedem lesbischen Inhalt in der Story.
Ingrid Pitt hat in ihren Interviews mehrmals betont...
...dass sie Carmilla nie als sexuell betrachtete, vor allem aber nicht als homosexuell.
Dann gibt es den Regisseur des Films, Roy Ward Baker, der sagte...
...er las die Erzählung 2 Mal, ohne irgendeinen lesbischen Inhalt aufzuspüren.
Laut ihm gäbe es keine lesbischen Elemente, und er kenne die Story sehr gut.
Was lustig ist: Er sagte, dass, falls es lesbische Inhalte gab...
...dann waren sie unbeabsichtigt, denn Le Fanu war Ire und Viktorianer.
An dem Kommentar ist besonders komisch, dass...
..."Vampire Lovers" am Schluss mit einer Referenz an das Bildnis des Dorian Gray endet.
Wir sehen ein alterndes Porträt.
"Das Bildnis des Dorian Gray" wurde vom viktorianischen Iren Oscar Wilde verfasst.
Ich glaube wirklich, dass man doch durchaus behaupten könnte, das ein viktorianischer Ire...
...nicht fähig war, Homosexualität in seine Erzählungen einzubeziehen.
Aber trotzdem gibt es in "Vampire Lovers" sehr deutliche...
...lesbische Szenen mit Ingrid Pitt und Madeline Smith...
...die filmgeschichtlich recht berühmt sind.
Du musst sterben! Jeder muss sterben!
Das ist Ingrid Pitts große Stunde im Horrorfilm.
In gewisser Weise beißt sie sich durch den Film, prägt ihn.
Ingrid Pitt wird für immer in der Erinnerung der Briten bleiben.
Wir haben wirklich keine lesbische Vampirin gesehen, die ihr das Wasser reichen kann.
Und zwar für die Ewigkeit. Eine wunderbare schauspielerische Leistung.
Während "Vampire Lovers" produziert wurde, saß man bereits am nächsten Film...
..."To Love a Vampire", bevor man die Reaktionen auf "Vampire Lovers" kannte.
In gewisser Weise spielten sie die zugrundeliegende Story.
Sie gingen das Material recht schnell durch.
Sie hatten schon die Erzählung verfilmt. Ein Sequel-Problem wollte man vermeiden.
Hammer hatte ja oftmals dieselbe Geschichte immer wieder neu aufgewärmt.
Sie überlegten sich, wie eine Liebesaffäre von Vampir und Mensch ankommen würde.
Im Grunde ist das eine sexuelle Abenteuer- Story...
Zunächst ist da dieser lüsterne junge Mann...
...der in dieser Mädchenschule Aussichten auf Sex ausmacht.
Er macht sich an eine der Lehrerinnen heran.
Dann taucht Carmilla auf dem Campus auf und zieht die erotische Aufmerksamkeit auf sich.
Willkommen auf dem Mädcheninternat... in der sie dich wirklich fertigmachen.
Merkwürdigerweise... und im Unterschied zu früher, als sie in ihren Rollen zurückkehrte...
...konnten sie Ingrid Pitt nicht mehr zurückgewinnen.
Bei Yutte Stensgaard, die Dame, die Ingrid Pitts Rolle übernahm...
...war die Figur heterosexuell geworden.
Es ist möglich, dass die Zensoren Druck ausgeübt hatten.
Carmilla ist in diesem Film im Grunde ein Sexköder.
Sie wird benutzt, Opfer für den Vampiranführer anzulocken, dem Mann in Schwarz.
Natürlich hatte Michael Style mit seiner Sexploitation-Idee die Finger im Spiel.
Der Titel wurde in "Lust for a Vampire" abgeändert.
Damit wurde das Sexploitation-Element hereingebracht.
Ich muss sagen, "Lust for a Vampire" ist kein toller Film.
Sie hatten viele Produktionsprobleme, die auch in den Film einsickerten.
Dann werden Lieder eingespielt. In "Lust for a Vampire" gibt es einen Song, der...
...vermutlich einer der schrecklichsten ist, der jemals in einem Film zu hören ist.
Er löst Gelächter aus, wenn die Leute es zum ersten Mal hören.
Sie waren vom Weg abgekommen.
Das war ein wirres Gemisch eines Films, und er war in keinster Weise erfolgreich.
Trotzdem der erste Film, der der Idee einer Vampir-Mensch-Liebe nachgeht.
Und diese Idee sollte für die meisten modernen Vampirstorys zum Standard werden.
Jedes 12-jährige Mädchen, das ein "Twilight"- Fan ist, kann das bestätigen.
Dann kommen wir zum 3. Film.
Der 3. Film war ursprünglich ein anderer. Er hieß "Vampire Virgins".
Er handelte von einer Gruppe von Kopfgeldjägern.
Es gab immer noch eine Verbindung zur Karnstein-Trilogie.
In der Zwischenzeit hat Michael Style die Oktober 1970-Ausgabe des Playboy gelesen.
Er sah die Doppelseite mit den Collinson- Zwillingen und dachte sich...
"Vampirzwillinge, das ist eine großartige Idee!"
Er eilte zu Tudor Gates und schlug einen Film mit lesbischen Zwillingsvampiren vor.
Zwillinge. Das wäre mal etwas Anderes.
Tudor reagierte etwas zögerlich: "Nun.. Ja... ich sehe das Skript vor mir..."
Seine Hauptfigur, um die sich die gesamte Story drehen sollte...
...wurde schließlich von Peter Cushing übernommen.
Er begann mit den Hexenjägern, und baute die Zwillingsvampire ein.
Er legte das Skript bei Hammer vor, Hammer fand das besser als "Vampire Virgins".
So wurde "Twins of Evil" zum 3. Film der Reihe.
GEBURT DER ZWILLINGE
Natürlich ist der Film anders als die Vorlage.
Theoretisch handelt es sich um ein Prequel von "Carmilla".
Er wurde in eine frühere Zeit verlegt. Es gibt in der Erzählung einen Hinweis.
Es wird auf ein Portraitgemälde von Mircalla Karnstein Bezug genommen.
Dieses stammt aus den 1680er oder 90ern.
Es gibt also diesen Zeitbezug. Und der Film versucht, diesen aufzugreifen.
Die Geschichte wird in das späte 17. oder frühe 18. Jahrhundert zurückversetzt.
In die Zeit von Mircalla, vor der Zeit von Carmilla.
Er handelt mehr von der Karnstein-Sippe.
Sie wussten, wie es geht. Sie haben nicht die Bösen gespielt.
Sie beteten den Teufel an, und er lehrte sie Freuden, die du dir nicht vorstellen kannst.
Im Vergleich zu den beiden früheren Filmen ist dieser etwas weiter weg...
"Vampire Lovers" und "Lust for a Vampire" handelten von Carmilla oder Mircalla...
...wie auch immer ihr wirklicher Name ist.
Und deswegen fand ich "Twins of Evil" ganz gut.
Sie entfernten sich von "Vampire Lovers" und "Lust for a Vampire".
Sie verstanden, dass sich eh niemand für lesbische Vampire interessierte.
Im Film gibt es nur sehr wenig lesbische Elemente.
Er entwickelt sich interessanterweise in eine andere Richtung.
Er greift das Unbehagen in der Story gegenüber dem Weiblichen und der Sexualität auf.
Und er stellt dar, wozu dieses Unbehagen führen kann.
Wir sehen diese Figuren, Graf Karnstein und den von Peter Cushing gespielten Onkel Gustav.
Beide weisen eine äußerst sadistische und herrische Haltung gegenüber Frauen auf.
Beide betrachten Frauen im Grunde als Tiere...
...die sie jagen und zwingen, ihnen zu dienen: Dienerinnen.
Sie haben sozusagen die Genres vermischt.
Wir sehen hier eine fanatische Truppe von Hexenjägern, wie in "Witchfinder General".
Dieses Element wird mit der Vampir-Story kombiniert.
Ich sehe den Film in einer Kategorie mit "Vampire Circus" oder "Lust for a Vampire".
Sie fügen Komplikationen hinzu und überladen den Film, was eigentlich nicht funktioniert.
Aber am Ende erhält man unterhaltsame 90 Minuten.
Das Gute an "Twins of Evil" ist, dass er ein netter Kinofilm ist.
Jeder kommt auf seine Kosten: Es gibt viel expliziten Gore und Horror...
...und die Charaktere sind toll.
DER RÄCHER DES GOTHIC HORRORS
Als "Twins of Evil" gemacht wurde, traten viele junge britische Talente in Erscheinung.
Hammer hatte damals nicht mehr wirklich einen eigenen Stil.
Im Unterschied zu den 50ern und 60ern ähnelten sich die Filme nicht, bezüglich ihrer Regie.
Sie hatten Leute wie Terence Fisher, Freddie Francis und Seth Holt engagiert...
...die wie im Fall von Francis möglicherweise keine Lust mehr auf die Art von Film hatten.
Terence Fisher hatte große gesundheitliche Probleme, so dass er lange nicht arbeitete.
Seth Holt war während der Arbeiten zu "Blood from the Mummy's Tomb" gestorben.
Hammer begann dann, die Tür für jüngere talentierte Regisseure zu öffnen.
Es war spannend zu beobachten, was für Horror- filme diese jungen Filmemacher drehten.
Das waren Leute, die viel fürs Fernsehen machten: Sasdy, Sykes, Gibson...
Ich finde, sie brachten frischen Wind rein.
Sie machten Hammer Films etwas weniger bieder...
...im Vergleich zu früher.
John Hough kam vom Fernsehen, er drehte "Mit Schirm, Charme und Melone".
Schnelle Abenteuerfilme, mit diesem ironischen Augenzwinkern.
Ich arbeitete zunächst in den Elstree Studios, bevor ich dazu kam, "Twins of Evil" zu drehen.
Dort war ich 3. Regieassistent für Spielfilme.
Ich wurde dann irgendwann Regisseur des 2. Stabs.
Bei der TV-Serie "Schirm, Charme und Melone" war ich Regisseur des 2. Stabs.
Ich war 5 Jahre bei der Serie dabei.
Nicht nur die Folgen, die in Schwarzweiß gedreht wurden, sondern auch die in Farbe.
Ich glaube, "Mit Schirm, Charme und Melone" ist der Bezugspunkt für einige...
...britische Horrorfilme aus den späten 60ern und frühen 70ern.
Das hängt mit dem Stil zusammen, welchen die Serie über die Jahre entwickelte...
Im Prinzip ging es darum, aus wenig das Meiste herauszuholen...
...und wie man britischen Exzentrismus in die Figuren einarbeitete.
Es war eine Art Mischung aus Surrealem und Glamourösem.
Etwa Carnaby Street-Mode.
Die Arbeit an "Mit Schirm, Charme und Melone" führte mich im Grunde...
...zu meinem ersten Spielfilm.
Dieser hieß "Wolfshead".
Leider hat ITV ihn nicht genommen, aber...
...Hammer erwarb die Rechte daran.
Und Hammer hatte vor, ihn in die Kinos zu bringen.
Wenn er erfolgreich war, planten sie eine Spin Off-TV-Serie daraus zu machen.
Ich glaube, dass der Erfolg von "Mit Schirm..." führte dazu, dass ich "Twins of Evil" drehte.
Es gab kein Vorsprechen. Ich bekam einen Anruf, sie sagten, ich soll das Skript lesen...
...und mich an die Arbeit machen.
Das war nicht das erste Mal, dass Hammer einen Horror-Neuling als Regisseur...
...für einen ihrer wichtigen Vampirfilme einsetzte.
Das passierte bereits zwei Mal zuvor.
Don Sharp hatte nie einen Horrorfilm gedreht, bevor er "Kiss of the Vampire" machte.
Das war ein fantastischer Film mit Gothic Horror-Atmosphäre.
Dasselbe war auch bei Peter Sasdy der Fall, der noch nie einen Spielfilm gedreht hatte...
Er führte bei "Taste the Blood of Dracula" Regie.
Und auch er stellte sein Gothic Horror-Talent unter Beweis.
Ich würde mich als Regisseur für übernatürliche Themen bezeichnen, nicht als Horror-Regisseur.
Blut und Gore interessierten mich nicht.
Mich reizte es, Spannung aufzubauen zu den Dingen, die möglicherweise passieren würden.
Hough drehte später einen Film mit dem Titel "The Legend of Hell House".
Er handelt von 4 Personen in einem Spukhaus.
Die Story stammte von Richard Matheson. Ein wunderbarer Film.
"Twins of Evil" gelang es, diese alte Gothic- Atmosphäre zu schaffen...
...welche den Horrorfilmen in den 70ern gefehlt hatte.
Es war sehr actionreich. Wow, die Leute aus "Wolfshead" in Kampfszenen!
Und dazu sexy Chicks als Vampire, yay!
Ich fand das Drehbuch wirklich sehr gut.
Es hat viele überraschende Wendungen.
Damals begegnete ich auch Peter Cushing, mit dem ich schon immer arbeiten wollte.
Dieser Ort ist verflucht. Das Böse hat sich hier niedergelassen.
Aber die Zeichen sind klar. Gott erruft uns... PURITANER AUS GANZEM HERZEN
...der wir an seine Heiligkeit glauben... ... das Böse zu vertreiben!
Für Fantale war das Casting sehr wichtig. Aber es gab einen Darsteller, den sie wirklich liebten.
Sie wollten ihn, insbesondere um ihre Differenzen mit Hammer zu überbrücken.
Es handelte sich um Peter Cushing.
In "Vampire Lovers" spielte er die Rolle von General Spielsdorf.
Und als sie mit "Lust for a Vampire" den Nachfolgefilm planten...
...während sie noch "Vampire Lovers" drehten...
...erkrankte seine Frau, die sehr lange an schwerer Bronchitis gelitten hatte, ernsthaft.
Cushing nahm die Rolle nicht an, sie wurde sodann von Ralph Bates übernommen.
Fantale einigte sich am 5. Januar 1971 mit Hammer, "Twins of Evil" zu machen.
Eine Woche später begann Cushing mit der Arbeit an seinem nächsten Hammer-Film.
Der Film war "Blood on the Mummy's Tomb". Er war am 1. Tag auf dem Set.
Danach ging er nach Hause zu seiner Frau, deren Zustand sich verschlimmert hatte.
Dieses Mal war es noch ernster, und er musste sein Mitwirken an diesem Film auch absagen.
3 Tage später starb sie.
Der Tod seiner Frau Helen, nahm Peter Cushing richtig mit.
Eine Zeitlang sah es so aus, als ob "Twins of Evil" ohne ihn gedreht werden würde.
Aber Fantale unterhielt sich mit seinem Agenten, John Redway.
Dieser war der Meinung, dass Cushing, wie verzweifelt er auch war...
...zurück ins Filmgeschäft wollte.
Er wollte nicht leben. Im Grunde stürzte er sich in Arbeit, um seinen Verstand nicht zu verlieren.
Er drehte in schneller Folge viele Filme. Manchmal ohne darüber nachzudenken.
Ich glaube, er wollte sich mit all den Dingen umgeben...
...all der Arbeit, die ihm die Filme abverlangte.
Das diente ihm als eine Art Schutzwall gegen die Trauer, die er empfand.
Tatsächlich zwang er sich dazu, bei "Twins of Evil" mitzuspielen.
Auch danach war sein Terminkalender geradezu unmenschlich.
So konnte er seiner Trauer entfliehen.
Gustav Weil in "Twins of Evil" war einer von Cushings besseren Rollen für Hammer.
Es gab einen großen Wandel zu früher, als Gut und Böse noch klar gezeichnet waren.
Nun verschwammen die Grenzen, was ich sehr interessant finde.
Er ist sehr gut darin, kühl zu wirken.
In früheren Filmen ist er eher ein "warmer" Charakter.
Seine Darstellung von Van Helsing oder Holmes ist auf eine Art nicht konform...
...mit der Konzeption der Figuren aus der Sicht des Studios. Eine "warme" Figur.
Hier ist er nicht so.
Er war schon immer eine Art "Gottdarsteller"...
...aber sehr skelettartig.
Aber es passt zu dieser Figur. Weil diese Figur selbst...
...blutleer ist. Jemand, der sich absichtlich jeder Art von Gefühl entledigt hat.
Er hat diese Rolle mit schrecklich viel Pathos gespielt.
Und ich glaube, ein Großteil davon ist der echte Peter Cushing, der nach draußen dringt.
Man fragt sich, was im Leben dieser Figur des Gustav Weil...
...ihn dazu gebracht hat, eine solche Haltung einzunehmen.
Ich habe immer versucht, ein guter Mann zu sein.
Für mich ist das der beste Peter Cushing, den ich jemals in einem Horrorfilm gesehen habe.
Einer der besten Rollen überhaupt, in denen ich ihn gesehen habe.
Sie versammeln sich auf der Burg und feiern Orgien...
Man sagt, dass nackte Männer und Frauen sich dort heidnischen Ritualen hingeben.
Du hast Angst vor deinem eigenen Schatten, fürchtest dich vor dem lieben Onkel Gustav.
Ja, ich habe Angst. - Er wird Fehler finden, nur um uns zu bestrafen.
Er braucht nur einen Anlass dafür. DOPPELTES VERGNÜGEN
Ich kann es nicht mehr hören. - Also gut, aber eins ist klar: Das Leben hier wird die Hölle sein.
Hammer setzte von früh an Frauen ein, die nur dekorativem Zweck dienten.
Viele Models, die sich nackt für Zeitschriften fotografieren ließen...
Sehr oft engagierten sie Schauspielerinnen, die im Playboy waren.
Die Collinson-Zwillinge fielen zum ersten Mal Fantale Films auf...
...als Michael Style die Oktober-Ausgabe las von... falls man von Lesen sprechen kann...
Die Oktober 1970-Ausgabe des Playboy.
Die beiden waren auf der Doppelseite.
Mary und Madeleine Collinson waren historisch gesehen...
...die ersten Zwillinge auf Playboys Doppelseite.
Sicher dachten sie: "Zwillinge, wäre das nicht eine großartige Idee für den Karnstein-Film?"
Das ist so logisch, dass Hammer das machen wollte: "Vampirzwillinge, perfekt!"
Aber das bedeutete nicht, dass die Collinson- Zwillinge die Rollen sofort bekamen.
Sie mussten für die Rolle in Konkurrenz zu anderen Zwillingen vorsprechen.
Wir mussten entscheiden, wie wir es machen: Splitscreen oder Trickfotografie.
Wir hatten noch nicht die richtigen Zwillinge für die Rollen gefunden.
Die Collinson-Zwillinge wollten offenbar gar nicht so sehr Schauspielerinnen werden.
Sie hatten zuvor in einigen kleineren Programm- kinofilmen mitgewirkt.
Aber es waren Pin Up-Fotos und kleinere Nebenrollen...
...in nicht gerade Sexfilmen, aber doch eher schlüpfrigen Filmen.
Die Collinson-Zwillinge waren zuvor in einem Kurzfilm zu sehen...
...eigentlich eine Art Softporno. Er trug den Titel "Halfway Inn".
Seine Handlung spielt in der Tom Jones-Ära in einem unzüchtigen England.
Er handelt von einem Reisenden, der in eine Pension kommt und dort übernachtet.
Dort arbeitet ein Zimmermädchen...
Sie bietet ihm ihren Körper immerzu an.
Und wenn sie den Raum verlässt, kommt sie plötzlich wieder und treibt es wieder mit ihm.
Der Mann ist einfach völlig erschöpft. Und als er die Pension am Ende verlässt...
...stellt er fest, dass es Zwillinge waren.
Die beiden winken ihm draußen vor der Pension zu.
Was interessant ist: Auch in diesem frühen Projekt wurden sie...
...nur selten zusammen in einer Szene eingesetzt.
Sie traten als Individuen auf, die die Zuschauer in die Irre führten.
Ihre Rollen lagen jeweils andere Charaktere zugrunde.
Ob gut oder schlecht, es war etwas wie das Vorspiel für "Twins of Evil".
Womit sie filmische Unsterblichkeit erlangen wollten. Und hübsch waren sie ja auch.
Sie hatten so etwas Unschuldiges an sich, was ich auf gewisse Art mochte.
Für mich passte das gut.
Blickt man in der Geschichte der Vampirfilme bis hin zu "Black Sunday" zurück...
...dann taucht immer wieder das Thema der Heiligen und der Hure auf.
Und in diesem Film werden sie folgendermaßen dargestellt.
Eine der Schwestern ist sehr sanftmütig und sehr zurückhaltend.
Die andere will immer etwas erleben, was sie auf dunkle Abwege führt...
...und die andere mit hineinzieht.
Aber gegenüber der Crew verhielten sie sich so wie die Figuren, die sie spielten.
Ich werde euch nie auseinanderhalten können.
Madeleine Collinson spielte den bösen Zwilling, Frieda.
Sie hatte ein etwas herberes Temperament als Mary.
Diese spielte Maria, die viel sanfter war.
Ich sag es dir nur. Du weißt, was passiert, wenn du es doch tust?
Hör auf, du tust mir weh!
Das ist noch gar nichts im Vergleich zu dem, was passiert, wenn du deinen Mund nicht hältst.
Ich finde, sie verlieren sich etwas in diesem Film.
Und das ist etwas, was auf viele Darstellerinnen in Hammer-Filmen zutrifft.
Vielleicht sollte ich eher Sternchen sagen.
Diejenigen, die das Schauspielern gelernt haben, können dem standhalten.
Ich habe euch draußen gesehen. - Als Sie auf der Jagd waren?
Ja. - Das scheint die Beschäftigung von jedem hier zu sein.
Die Jagd nach der einen oder anderen Sorte.
Sie hatten auch Probleme, weil sie aus Malta stammten.
Sie hatten einen starken maltesischen Akzent. Ihr Englisch war nicht so gut.
Das führte zu Schwierigkeiten auf dem Set.
Peter Cushing war ein perfekter Gentleman.
Er setzte sich mit ihnen zusammen und half ihnen in all den gemeinsamen Szenen.
Sie waren nicht wirklich ernste Schauspieler. Sie wollten Spaß haben.
Das waren zwei 20-Jährige, die loszogen, die Welt zu entdecken.
Es ist schwer, sie dafür zu kritisieren.
Weißt du, was ich mehr als alles andere will?
Ich möchte Graf Karnstein treffen.
Oh Herr der Finsternis, ich bin dieser Welt und ihrer armseligen Freuden überdrüssig.
ANGEZÄHLT: DER GRAF
Zeige mir, wie ich über das Fleischliche hinauskomme.
Damien Thomas, der in dem Film Graf Karnstein spielt...
Das ist, wie für Hammer gewöhnlich, ein wundervoller Schauspieler.
Ein weiterer verkommener Hammer-Adliger.
Das sind immer die besten Bösewichter.
Wir suchen nach Dienern des Teufels.
Na, dann hast du einen gefunden. Mich.
Ich konnte mir nicht vorstellen, jemals etwas anderes als Theaterschauspieler zu werden.
Das ist das, was wir gelernt hatten...
...an der Royal Academy of Dramatic Art. Ich begeisterte mich für die Schauspielkunst.
Also erschien mir das wie eine fantastische Chance.
Bete für mich, Weil! Das ist doch das, was du für Sünder tun sollst, nicht?
Bete für mich!
Der Trailer für "Twins of Evil"...
...deutete an, dass Hammer ihn zum nächsten großen Horror-Star aufbauen wollte.
Er ging etwa so: "Hammer präsentiert Damien Thomas als den blablabla..."
Man gewann den Eindruck, dass einem eine Chance gegeben wurde.
Die Gage war unterirdisch... meine Güte.
Auch wenn ich es Ihnen sagen wollte, es würde mir im Hals stecken bleiben.
Wie sich herausstellen sollte, drehte er nur diesen einen Film für Hammer.
Vermutlich war es sehr vernünftig, nicht eine große Menge an Horrorfilmen zu machen.
Damien Thomas ist ein recht bemerkenswerter Vampir.
Aber er ist nicht die große Gegenkraft von Christopher Lee als Dracula.
Ich war groß genug für die Rolle. Wie Sie wissen, war Christopher Lee sehr groß.
Sie maßen meine Körpergröße ab, die Stelle wurde in einem Türrahmen markiert.
Ich erreichte knapp unter 6 Fuß, was aber OK war.
Es wäre verrückt für ihn gewesen, sich auf die Pläne von Hammer einzulassen...
...aus ihm den neuen Horror-Star zu machen.
Nicht dass es ihnen gelungen wäre.
Es fühlte sich für mich damals an, wie einen Fuß in der Tür zu haben.
Die magische Tür mit der Filmkarriere dahinter, was mir wie ein verrückter Traum erschien.
Sie bringen ihnen Gesang bei. Aber wir lehren sie den Pfad Gottes und die Gefahr des Teufels.
Noch ein Scheiterhaufen... Noch eine Opferung...!
BESETZUNG DER TRUPPE Sie fürchten sich.
Ist das eine Entschuldigung für mutwillige Grausamkeit?
Der Film reicht fast an "Vampire Circus" heran...
...was die Vielzahl der Darsteller und der Nebenhandlungen betraf...
...von denen viele am Ende aufgelöst werden.
David Warbeck war John Houghs Robin Hood in "Wolfshead".
Er war so real, dass ich wusste, dass er diese Art von Eigenschaften besaß.
Interessanterweise habe ich Warbeck ein paar Jahre vor seinem Tod getroffen.
Er starb leider sehr jung an Krebs.
Er war eine offen bekennende schwule Person.
Sehr nett, aber sehr offen schwul.
Ich habe John Hough gesprochen, aber niemand hatte damals davon gewusst.
Ich habe es eben gehört.
Das war der Grund, warum er immer diese Macho-Heldenrollen bekam.
Sofern ich mich entsinnen kann, hat er in Italien mit Spagettiwestern Karriere gemacht.
Er war eine Zeit lang auch Kandidat für die James Bond-Rolle.
Jemand muss etwas unternehmen.
Mit Kathleen Byron spielt eine hervorragende Darstellerin mit, bekannt aus "Black Narcissus".
Eine wundervolle Schauspielerin, die danach von der Bildfläche verschwunden zu sein schien.
Eine großartige britische Darstellerin, die auf Herumstehen in der Küche reduziert wurde.
Aber Gottes Willen wird obsiegen. - Amen.
Es ist aber trotzdem gut, da es dem Film etwas mehr gibt.
Einer der großen Charakterdarsteller in "Twins of Evil" war natürlich Dennis Price.
Er hatte vorher schon für Hammer gearbeitet.
Er war der Hauptdarsteller in der Komödie "Watch it, Sailor!" aus dem Jahr 1961.
Auch war er in "The Horror of Frankenstein" zu sehen, in einer tollen Rolle eines Grabräubers.
Er spielte einen älteren Diener, der ziemlich unter den Mätzchen des Grafen litt.
Ich weiß nicht, warum ich dich eingestellt habe, Dietrich. Du ödest mich an.
Alles was du für mich tust, finde ich langweilig.
Dieses Affentheater mit eingeschlossen.
Natürlich findet er ein böses Ende.
Während der Dreharbeiten zu "Twins of Evil" hatte er große Schmerzen wegen Arthritis.
Offenbar trug er auf dem Set die ganze Zeit über Haussandalen.
Eine ganze Menge der Darsteller, die in der Gruppe der Hexenjäger war...
...hatte auch in meinem früheren Film mitgewirkt, "Wolfshead".
Zu den vielen britischen Pin Up-Models aus den frühen 70er Jahren...
...die in den Filmen nur dazu dienten, auf dem Scheiterhaufen zu landen...
...gibt es heute sogar Bücher.
Der Teufel hat wieder zugeschlagen... - Nicht der Teufel selbst, aber seine Diener.
Der Herr wird unseren Pfad erhellen. Machen wir uns auf den Weg!
BILDUNG DER BRUDERSCHAFT
In den späten 50ern und frühen 60ern war Hammer eine Repertoiretheaterfirma.
Sie hatten ihr eigenes Studio, die Bray Studios, wo sie immer nur einen Film drehten.
Jeder der dort arbeitete, arbeitete hart an diesem einen Film.
Natürlich versuchte man, immer dieselbe Crew zurückzuholen, wie bei einem Repertoiretheater.
Ein Merkmal von Hammer ist, dass man eine gewisse Vertrautheit spürt.
Vertraute Locations, vertraute Schlösser, vertraute Landhäuser...
Hammer pflegte eine Art gleichbleibende Geschichte.
Das fällt auf, wenn man sich die Kulissen ansieht.
In den 70ern zerfiel diese Crew mehr und mehr. Viele arbeiteten woanders.
Es war also nicht mehr so, dass eine Crew einen Film nach dem anderen drehte.
Hammer hielt das "Mainstream-Team" in den Elstree Studios.
Viele aus der Crew, die "Twins of Evil" drehte, waren noch nicht lange für Hammer tätig.
Den Kameramann Dick Bush, der mit einigen sehr großen Regisseuren arbeiten sollte...
...wollte ich wirklich für das Projekt haben.
Artdirector Roy Stannard arbeitete für Hammer bei "Countess Dracula" mit...
...ein in Pinewood produzierter Film.
Auf der anderen Seite gab es einen Scott McGregor, der für Elstree-Filme zuständig war.
Hier drüben, in den Pinewood Studios, haben wir den Film gedreht.
Wir nutzten diese Produktionshalle, die einer der größten hier ist...
Wir hatten die Möglichkeit mehr als ein Set zu bauen.
Also hatten wir mehrere Sets und gingen von einem zum nächsten.
In "Twins of Evil" hat er einige von diesen...
...meiner Meinung nach ziemlich klassischen Sets aufgebaut.
Sie benutzten auch das Außengelände.
Das Außengelände sieht dem von "Countess Dracula" vom Vorjahr recht ähnlich.
Wir haben das ganze Dorf in Pinewood aufgebaut.
Das Gute an Pinewood war auch, dass...
...das "zweite Zuhause" von Hammer, Black Park, gleich nebenan war.
Viele Szenen in "Twins of Evil" haben wir hier in Black Park gedreht.
Er ist gleich nebenan von den Pinewood Studios gelegen.
Er ist bekannt für die Art von Bäumen, die hier wachsen.
Er ist sehr "transsylvanisch".
Black Park bei Windsor ist ein gruseliger Wald, wie er im Buche steht.
Eine archetypische Location, wenn man einen Film in Pinewood oder Bray dreht.
Perfekt für Außenaufnahmen.
Hammer benutzte Black Park schon lange. Es passte hervorragend, die Lage...
...in der Nähe von Pinewood, der dekorative See in der Mitte...
Hammer setzte ihn für transsylvanische Wälder ein, für russische Wälder...
...für karibische Dschungelwälder in "Pirates of Blood River".
Man erkennt die Schauplätze wie die Bäume, den Teich wieder.
Ein gruseliger und dorniger Wald, wie aus einem Märchen.
Eine Location, wie sie sich Hammer wünschte. Vermutlich haben sie jeden Winkel abgefilmt.
Diese Szenen mit der Kutsche...
...wurden im Black Park vor Ort gedreht.
Aber das Dorf war hier in Pinewood.
Man sieht also, wie die Kutsche vom Land, von Black Park, in das Dorf kommt.
In das Studio also.
Praktisch für die Crew, die von Pinewood aus agieren konnte.
Sie mussten einfach in den Black Park für die Außenaufnahmen.
Die Dreharbeiten vor Ort waren sogar günstiger als damals, als sie in Bray waren.
Damals mussten die Crew für den ganzen Tag in den Black Park, um diese Szenen zu drehen.
Im Black Park drehten wir viele der Action- Sequenzen.
Nur die Szenen mit Feuer...
...und die meisten Szenen mit Nebel wurden im Studio gedreht.
Wir hatten also einen ganzen Waldbereich im Studio gebaut.
So konnten wir die Beleuchtung und die Feuereffekte regeln.
Ich hatte den Eindruck, dass Hough den Puritanern mehr Begeisterung als den...
...Vampiren entgegenbrachte. Ungewöhnlich, da es normalerweise umgekehrt ist.
...diese Teufelsanbeter aufzuspüren... ... ihre Geister zu reinigen...
...auf dass sie bei Gott Gnade finden... Indem wir sie verbrennen!
HEXENJÄGER CUSHING
Der Drehbuchautor Tudor Gates benutzte Le Fanus Carmilla-Figur...
...im Grunde als Ausgangspunkt für eine wirklich interessante Betrachtung...
...verschiedener Schattierungen von Gut und Böse... von Schwarz und Weiß.
Es ist die Geschichte eines Konflikts.
Eher als Gut gegen Böse geht es hier um den Kampf von Böse gegen Böser.
Grausame, hexenjagende Puritaner gegen dekadente, adlige Vampire.
Und ein paar traurige und arme Normalbürger, die darunter leiden.
Wie lange sehen sich ehrbare Leute das schreckliche Treiben...
...von Gustav Weil und seinen religiösen Freunden noch an?
Es gibt eine Szene, in der die Hexenjäger auf Pferden...
...angeführt von Peter Cushing, eine junge blonde Frau jagen.
Sie sehen sie durch den Wald laufen, sie lässt ihren Korb fallen und rennt...
...sie verfolgen sie auf diesem Weg, fangen sie ein.
Dann nehmen sie sie mit, um sie zu verbrennen.
"Twins of Evil" bezieht sich auf damals recht populäre Filme, die von Hexenjagd handelten.
Ich glaube, dass das der einzige Hammer-Film ist, der Hexenjagd thematisierte.
Aber ich glaube nicht, dass sie den Kern von "Witchfinder General" begriffen...
...oder auch von "Blood on Satan's Claw", dem anderen großen Hexenjägerfilm aus der Zeit.
Das ist ebenfalls ein stark überladener Film, aber irgendwie auch großartig.
Diese Filme stützten sich sehr stark auf Landschaftsaufnahmen.
Sie wurden in ihrer Atmosphäre von "Night of the Living Dead" geprägt.
Figuren, die man als traditionell heldenhafte Gestalten wahrnahm...
...wurden plötzlich infrage gestellt.
Wir befinden uns in einer Art transsylvanisch- bayrischen Welt...
...in einer Zeit von fanatischen Hexenjägern vor 400 Jahren...
...in der Frauen bezichtigt werden, dem Teufel zu dienen, und lebendig verbrannt wurden.
Die Aussage hier ist, dass diese Frauen nicht bedrohliche Magierinnen sind.
Es ist ganz klar, dass jedem von ihnen, einschließlich ihres Anführers...
...einer abgeht. Sie sind ganz klar sexuell erregt...
...wenn sie Frauen ermorden.
Das spielte sicher bei der Inquisition damals eine Rolle.
Diese merkwürdige, schreckliche, vergeistigte Sexualität, die sich in Gewalt äußerte.
Im Wald steht eine Hütte. Dort lebt ein junges Mädchen, alleine.
Sie lehnt es ab einen Mann zu heiraten. - Man sagt, dass sie viele Männer hat.
Der erste, der dieses Thema so aufgriff, war Mario Bava, mit seinem Film "Black Sunday".
Er machte im Prinzip dasselbe, aber auf eine sehr eigene Weise.
Der Film fiel in eine Kinoära, Ende der 60er, Anfang der 70er, als...
...wir uns von der Idee des Gelehrten im Horrorfilm abwandten...
...den Cushing mit Van Helsing verkörperte.
Junge Kinobesucher mochten es nicht, dass Peter Cushing ihnen sagte, was sie tun sollen.
Für sie war das ein alter realitätsfremder Typ.
Wir lehren sie den Pfad Gottes und die Gefahr des Teufels.
Hier ist Peter Cushing ein aktiv heuchlerischer und bösartiger Mensch.
Er ist Sinnbild für das korrupte Establishment.
Es ist interessant, Peter Cushings Interpretation von Weil mit...
...Vincent Prices Figur in "Witchfinder General" zu vergleichen.
Im Grunde spielt er in einer ähnlichen Welt in derselben Ära.
Aber Price, der die wahre historische Figur von Matthew Hopkins spielt...
...ist gänzlich kalt und zynisch. Man weiß, dass Hopkins nicht an das glaubt, was er sagt.
Peter Cushing ist gleichermaßen kalt.
Aber man bekommt den Eindruck, dass er wirklich glaubt, Gottes Werk zu verrichten.
Brüder, lasst uns beten.
Vergleicht man Peter Cushing hier mit Van Helsing in "Dracula"...
Als Van Helsing in "Dracula" ist er der Gute.
Er erledigt die Bösen mit dem Kruzifix und allem, was er sonst noch gebraucht.
Aber dieses Mal wird er dafür kritisiert, zu fundamentalistisch zu sein.
Das Feuer reinigt! - Nicht wenn Sie etwas über Vampire wüssten!
Aber trotzdem wirkt er nie verrückt. Das ist eine interessante Gratwanderung.
Er ist der Zwischenschritt zum Van Helsing in Coppolas "Dracula"- Verfilmung.
Dort ist er zum Bösewicht geworden und Dracula der letzte überlebende Romantiker.
Van Helsing ist der Fundamentalist.
Man kann nachfühlen, warum sich die Menschen eher zum dekadenten Adligen wenden.
Aber in typischer Hammer-Manier wird hier gesagt: "Auch das ist schlecht!"
Oh Herr der Finsternis, ich bin dieser Welt und ihrer armseligen Freuden überdrüssig.
Zeige mir, wie ich über das Fleischliche hinauskomme.
Offenbare dich, so dass ich vor dir als dein Diener niederknien kann.
BESCHWÖREN SCHWARZER MAGIE
John hat wirklich ein Talent für den Gothic-Horror.
Man sieht das in der ersten Szene, in der Gräfin Karnstein wiederaufersteht.
Hammer kehrt hier zu dieser Darstellung eines verkommenen Adels zurück...
...was sie zuvor schon erfolgreich gemacht hatten.
Der Adel in diesem Land ist dekadent...!
Wenn man sich Karnstein vorstellt...
...wirkt er zu Beginn wie ein gelangweilter, dekadenter junger Adliger.
...der nicht genug Spaß hat.
Er beschwört den Teufel herauf. - Nun, das kann ich ebenso... oder du.
Aber wird der Teufel erscheinen?
Sein Diener, gespielt von Dennis Price, muss sich immerzu neue Ideen einfallen lassen.
Zum Beispiel, einen Menschen zu opfern. Warum auch nicht?
Ist das deine Teufelserscheinung?
Seht, ich habe ihn soeben exorziert!
Ihr seid Scharlatane, allesamt!
Die Hammer-Filme sind eigentlich auf eine recht ernsthafte Art inszeniert worden.
Sie wurden auf dramatische Weise gedreht, auch wenn das Thema nicht real ist.
Die einzige Regieanweisung war, die Rolle wie eine Shakespear-Rolle zu spielen.
Ich war mir nicht ganz sicher, was er meinte.
Ich glaube, es ging ihn darum, die Rolle etwas pompös zu interpretieren.
Als Zeichen meines Glaubens biete ich dir diese Frau an!
Die Szene, in der Graf Karnstein von Carmilla zu einem Vampir gemacht wird...
...ist eine ungemein epische Szene.
Der Rauch aus dem Sarg nimmt diese körperliche Gestalt an...
...und er wird am Ende zu Mircalla.
Dann bewegt sich ihr Geist in Richtung von Damien Thomas.
Heute wäre es leicht, das zu inszenieren.
Aber damals hatten wir nicht die Technologie und drehten alles direkt am Set.
Es wurde mit Spiegel und Nebel gearbeitet.
Vielleicht sind wir diese Effekte heute gewohnt, aber damals war das ziemlich beeindruckend.
Dieses merkwürdige, wabernde Ektoplasma, das zu einem Vampir wird.
Es verabschiedet sich dann vom Film, und sein Schicksal bleibt unserer Fantasie überlassen.
Es ist so schade, dass Ingrid Pitt nicht Mircalla spielen wollte.
Diese Szene, in der sie vom Sarg aufersteht...
Es wäre wundervoll gewesen, Ingrid Pitt in dieser Rolle zu sehen.
...sie noch einmal in der Rolle zu sehen, die sie im ersten Film gespielt hatte.
Ich erinnere mich an die Szene mit Katya Wyeth, die meine Urururgroßmutter spielt...
Sie ist sehr erotisch, wie ich finde.
Das wurde ja auch auf dem Set gedreht. Sie war ein sehr hübsches Mädchen.
Seine Hand strich über ihre Füße...
...und dann über ihren Körper. Und so weiter.
Ich fand das irgendwie anschaulicher.
Es gibt einige sexuelle Anspielungen...
Ich erinnere mich an diese Kerze, was 1971 vielleicht etwas Künstlerisches hatte.
Leider kichert man heute nur darüber.
Nun, man kann es kaum als Anspielung sehen, dafür war es wohl zu offensichtlich.
Ich habe in diesem Film einige Einstellungen wiederholt.
Eine Person, die in den Spiegel sieht und die andere Person, die daneben steht...
...wird darin nicht gespiegelt.
Ich kann dich nicht sehen.
Wir sind die Untoten, der Spiegel sieht nur die Sterblichen.
Ich habe mir für diese Einstellung bei Roman Polanski Rat geholt.
Er hatte in "Tanz der Vampire" eine Szene gedreht...
...in der er etwas machte, was ich auch vorhatte.
Ich fragte ihn einfach, wie er das angestellt hatte.
Und er erzählte mir, dass er in der Tanzszene eine Menge Zwillinge einsetzte.
Er wies die jeweiligen Zwillinge an, im anderen Set die Bewegungen zu spiegeln.
Im Vordergrund waren all die Vampire, die nicht im Spiegel zu sehen waren.
Nur die Zwillinge waren im Spiegel. Und das konnte ich auch bei mir machen.
Diesen Trick wandte ich in diesem Film also 3 Mal an.
Sieh hin. Sag mir, was du siehst.
Die dekadenten Vampire in diesem Film haben diesen Carnaby Street-Look.
All diese Samtjacken, diese welligen Haare und die komischen Hemden...
Es mag als passend für Österreich im 18. Jahrhundert gegolten haben...
...aber es ist ein bisschen stärker King's Road, etwas mehr Disko-Mode, nicht wahr?
Du bist sehr schön.
Für dich sollte es nur die höchsten Freuden geben.
Und eine solche Freude ist es, einem Menschen das Leben zu nehmen.
VERKOMMENHEIT DER VERDAMMTEN
Obwohl es sich hier um den 3. Film von Hammers Karnstein-Reihe handelte...
...und wir sehr viel nackte Haut in "Lust for a Vampire" gesehen hatten...
...tendierte John Hough dazu, vieles abzubremsen.
Und obwohl er ja dieses Mal zwei Vampirinnen hatte, die Zwillinge...
...geht es doch sehr viel züchtiger zu.
Ich wollte die Sexualität eher andeuten, ohne sie zu zeigen.
Nein, noch nicht.
Ich weiß, dass die Mädchen so arbeiten konnten, sie trugen ja sehr dünne Kostüme.
Darunter waren sie komplett nackt.
Man sieht sogar Schamhaare, was heutzutage vielleicht kein Aufsehen erzeugt.
Damals, 1971 oder 1972, tat es das. Das gab es normalerweise nicht zu sehen.
Die Mädchen waren hinreißend.
Es gibt diese Szene, in der eines der Mädchen mit dem Helden kämpft...
Ihr Nachthemd schiebt sich weg und so weiter.
Dann sieht man für einen Moment etwas.
In einigen Szenen deuten wir an, dass sie vielleicht darunter nackt ist.
Es war schon ein Streitpunkt.
Die Frage war, wie viel Sexualität würde ich in diesen Film hineinbringen.
Es gab sehr viel Werbung zu dem Film, in der sie nackt gezeigt werden.
Tatsächlich wird nur ganz wenig gezeigt.
Diese Filme entstanden zur Hochphase der Sexploitation-Welle.
Natürlich ließ Hammer es sich nicht nehmen, damit zu werben.
Daher all diese Fotos vom Film mit nackten Frauen hier und nackten Frauen dort.
Wenn man sich die Fotos ansieht...
...dann zeigt eines die Szene, in der ein Zwilling in die Brust einer Frau beißt.
Im Film selbst ist das kaum zu sehen.
Es wurden einige Fotos gemacht, nicht nur 1 oder 2.
Mir wurde gesagt, dass die Fotos mehr nackte Haut zeigen müssen als der Film selbst.
Die nackte Haut, die man tatsächlich sieht, wurde von John Hough recht gut versteckt.
Ist es wahr, dass ein Pflock durch ihr Herz oder ihre Enthauptung...
...die Unschuld des Opfers zurückkehren lässt...
...und ihre Seelen zu Gott schickt?
Falls ein Funken von Gottes Geist übrig ist, dann ja.
ÜBEREILTE ENTHAUPTUNG
Es gibt keine Dialogzeile im ganzen Film, in der Weil seine Handlungen hinterfragt:
"Tun wir denn überhaupt das Richtige, wenn wir all diese Menschen töten?"
Aber am Ende, als ihm klar wird, dass er seine Nichte umbringen muss...
Oh Gott... Oh Gott...
...wird er plötzlich von Zweifeln geplagt.
Er sagt, dass das nicht richtig sein kann, aber wenn das nicht richtig ist... was dann?
Das ist sagenhaft.
Herr... Herr, vergebe mir.
Wirst du dich trauen, ihn zu verbrennen?
Für die Figur konnte es kein anderes Ende geben als das, was dann passieren sollte.
Er musste Graf Karnstein entgegentreten.
Gott ist mit uns!
Der Höhepunkt wirkt etwas überhastet.
Nach dem Motto: Alle zur Burg und tötet sie.
Jeder einzelne, mit einem Vergeltungsschrei auf den Lippen.
Ja. Joachim, wir wissen, dass sie kommen.
Wir erwarten sie schon.
Gegen Ende wirkt er fast schon wie ein Tier. Wie ein spöttischer Hund.
Gustav...
Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet...
Und es musste zu einem Kampf um Leben oder Tod kommen, was es ja auch war.
Vielleicht nicht auf genau die Weise, wie man es von Hammer-Filmen mit Cushing kannte.
Ich habe versucht zu knurren und zu brummen.
Er wird also zu einem Tier reduziert, bevor David Warbeck schließlich diesen hier macht.
"Twins of Evil" und "Vampire Circus" sind die Filme, in denen sie fast alle umbringen.
Das junge Liebespaar ist in gewisser Weise unbesiegbar...
...es schwebt irgendwie davon in eine glückliche Zukunft, und das war es dann.
Der Film ist eine Herausforderung der Fantasie für die beteiligte Crew und die Techniker.
Sorgfalt und Hingabe, die in die Horrorfilme hineinfließen, sind atemberaubend.
Für Spezialeffekte wandte sich Hammer oft an Les Bowie.
Aber hier benutzten sie einen Spezialeffekte- techniker, der meist für Pinewood arbeitete.
Eine Person namens Bert Luxford.
Sein Lieblingsthema war die Enthauptung von Frieda.
Die Einstellung bestand aus 2 Teilen.
Beide wurden von Luxford selbst durchgeführt, nicht von Peter Cushing.
Luxford hat also Frieda enthauptet, und nicht Cushing.
Im ersten Teil sieht es so aus, als ob die Klinge an den Hals der Schauspielerin gehalten wird...
...und sie dann weggezogen wird. Wenn man die Szene dann sieht...
...wird sie zurückgespielt. Das heißt, die Klinge scheint auf das Mädchen hinabzufallen.
Und dann wird sie enthauptet.
Es handelte sich um eine Modellpuppe mit einer großen deutschen Wurst auf dem Kopf.
Die Klinge trifft also auf die Wurst, Blut spritzt heraus und der Kopf fällt ab.
Ich gebe mich der extremsten Wonne Satans hin.
Ich kann mich vom Blut eines menschlichen Opfers nähren. Das ist eine Prüfung.
Jemand, der sich dem Teufel und seinen Taten hingibt, stirbt nicht durch einen Vampirbiss...
DIE DUNKELHEIT DURCHSCHNEIDEN
Es gibt etwas, was sie bei Hammer sehr gerne in der Nachbearbeitung machten.
Dubbing. Sie benutzten andere Stimmen und setzten sie als Stimmen der Darsteller ein.
Sogar wenn die Stimme völlig akzeptabel war...
...ersetzten sie die Stimme mit der eines anderen.
Manchmal wurde das nur gemacht, weil beim Ansehen der Endfassung...
...die Stimme als unpassend empfunden wurde.
Ein klassisches Beispiel ist Leon Greene in "Devil Rides Out".
Die Collinson-Zwillinge waren Teil einer langen Tradition von Hammer...
...europäische Schauspielerinnen einzusetzen.
Ihre Stimmen wurden von britischen Schauspielerinnen ersetzt.
Die Collinson-Zwillinge hatten einen sehr starken maltesischen Akzent.
Meiner Meinung nach war das der Grund, dass sie ihre Stimmen ersetzen mussten.
Damit das ganze Dorf vermutlich sieht, wie aufrichtig und gesetzestreu sie sind.
Nicht nur wegen der Tatsache, dass Ingrid Pitt in "Countess Dracula" nicht selbst spricht...
...so vermute ich doch, dass es dieselbe Sprecherin war.
Die Synchronisation ist ziemlich gut.
Ich bin sicher, es waren dieselben Leute, die bei den James Bond-Filmen sprachen.
Harry Robinsons erste Arbeit für Hammer war die TV-Serie "Journey to the Unknown".
Der erste Spielfilm, an dem er für Hammer arbeitete, war "Vampire Lovers" von 1970.
Er kam nicht dazu, aber sein Traum war es, Musik für einen Western zu schreiben.
Reiten wir los!
Ich hatte keine konkreten Anweisungen für die Musik herausgegeben.
Aber ich war der Meinung, dass die Musik den Film vorantreiben sollte.
Man sieht die fanatischen Hexenjäger die ganze Zeit auf ihren Pferden reiten.
Das gab dem Film einen Western-Touch.
Ich liebe diese wundervollen Reitszenen in dem Film.
Harry setzte verschiedene Arten von spannungs- erzeugender Musik ein.
Wenn zum Beispiel das Tempo verlangsamt wurde...
Ich hatte nichts damit zu tun. Harry hat das gemacht, was er für passend hielt.
Im alten gotischen Europa hatten die Menschen zwei lodernde Leidenschaften.
Hexenjagd und Teufelsanbetung.
Der Teufel hat mir Zwillinge des Bösen gesandt!
DAS X MARKIERT DIE STELLE
In den späten 60ern und frühen 70ern wurde die Altersklassifizierung eingeführt.
Ursprünglich war die Vorstellung verbreitet, Horror sei für Kinder.
"Dracula has Risen from the Grave" wurde für das allgemeine Publikum freigegeben.
Der Film endet mit einer der gore-lastigsten Pfählungen aller Zeiten.
Der BBFC war in den 60ern viel strenger gegenüber Hammer-Filmen als die US-Zensoren.
Die britischen Zensoren ordneten viele Schnitte an.
So erhielt man ein X-Zertifikat und konnte die Filme ab 16 Jahren freigeben.
Dieselben Filme wurden in den USA in der Frühvorstellung für Familien gezeigt.
Die Eltern fingen an, dies zu bemerken. Die MPAA bekam viele Beschwerden.
In den 70ern wurde die X-Altersgrenze von 16 auf 18 Jahre angehoben.
Dadurch gab es mehr Sex, Blut und Gore im britischen Film.
Wir sind bereit, wenn Sie es sind, meine Herren.
Als "Twins of Evil" startete, war das eingeschränkte "R Rating" gleichbedeutend...
...mit "PG", die Freigabe für Kinder mit erwachsener Begleitung.
Die britischen Zensoren hatten hier vor allem ein Problem...
...mit Szenen, die sexuelle Anspielungen beinhalteten, die sie für zu deutlich hielten.
Auch die Szene, in der Damien Thomas das nackte Mädchen auf dem Altar tötet.
Auch der Film, den Universal im Inland verlieh, war geschnitten, trotz einem "R Rating".
Jede Menge gutes Zeug wurde weggeschnitten.
Damit er ein "R Rating" erhielt. Das ist ziemlich lächerlich...
...aber es war eine sehr repressive Zeit.
1971 hat Hammer 10 Filme produziert.
6 dieser Filme waren für Doppelvorstellungen gedacht.
Hier begann der Verfall.
Sie konkurrierten nunmehr nicht nur mit anderen Firmen.
Zu der Zeit machten Tigon Pictures oder Amicus Productions ähnliche Sachen.
Sie konkurrierten nun mit sich selbst.
1971 kamen etwa zur gleichen Zeit 2 Doppel- vorstellungsfilme von Hammer in die Kinos.
Es gibt eine bestimmte Anzahl von Horrorfilmen, die sich das Publikum ansehen würde.
Deswegen nahm das Interesse an diesen Filmen damals ab.
Brüder. Wir haben heute Nacht genug vom Tod gesehen.
Es soll im Morgengrauen stattfinden!
Warum sollte dem Teufel Zeit gegeben werden, seinen Dienern zu Hilfe zu kommen?
Verbrennt sie jetzt!
SPIELZEUG DES TEUFELS
Ich finde, dass die Doppelvorstellung "Twins of Evil" und "The Hands of Ripper"...
...eine der besten Doppelvorstellungen von Hammer war.
Das waren wunderschön und elegant gemachte Exploitation-Filme.
Ein sehr schön inszenierter und gut gespielter Film, der herauskam, als...
...man hoffte, dass Hammer wieder stärkere Sachen machte.
Und es war ein Schritt in diese Richtung.
Die anderen Filme, die Hammer damals herausbrachte, handelten von Dracula und...
...weiteren Themen, die neu aufgewärmt wurden.
Die Doppelvorstellung von "Twins of Evil" und "Hands of the Ripper" war recht erfrischend.
Sie schlugen hier eine andere Richtung ein, weshalb sie für mich herausragen.
Man sieht, was der Film in Bezug auf seine Zeitlosigkeit erreicht.
Er ist nicht nur im Vergleich zur damaligen Mode zu sehen.
Man kann "Twins of Evil" nicht allzu oft sehen.
Der Film wurde vor 40 Jahren gedreht und kann auch heute noch mithalten.
Man kann ihn sich auf der großen Leinwand vorstellen. Er hat immer noch etwas.
Die Kameraarbeit, die Einstellungen... er hat immer noch etwas.
Er sieht nicht wie ein altmodischer Film aus.
Aber nun mal wirklich... Sie machen die Filme heute nicht mehr so.
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