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Original subtitles

DIE M�SSIGG�NGER

Dies ist der Kursaal unserer kleinen Stadt.

Heute findet das letzte Fest der Badesaison statt, die Wahl der " Miss Sirena 1953" .

Ein angenehmes Publikum.

Fremde, Ausl�nderinnen und sogar eine Schauspielerin,

die eigens aus Rom angereist ist, um der Jury anzugeh�ren.

Keiner fehlt.

Und nat�rlich sind auch wir dabei.

Die M��igg�nger.

Das ist Alberto.

Leopoldo, der lntellektuelle.

Und hier ist Moraldo, der J�ngste unter uns.

Da unten blitzt es!

Der Tenor, das ist Riccardo. Wie jedes Jahr ist das ein wenig sein Abend.

Und hier kommt Fausto, unser Anf�hrer und Vorbild.

Glaubst du mir jetzt?

H�ltst du mich f�r dumm?

Los, gib mir den Schuh.

lm Tausch gegen einen Kuss.

- Lass mich. - Ein Kuss.

Ich sagte: " Lass mich."

- Stell dich nicht so an. - Lass mich, du ungezogener R�pel!

- Hast du verstanden? - Aber du hattest es versprochen...

Was hab ich versprochen?

Du sagtest, bevor du abreist...

Oh, mein Armer, versprechen tut man viel. Was du Sandra alles versprochen hattest!

- Sandra? Wer kennt die schon? - Was? Du willst sie nicht kennen?!

Miss Sirena 1953 wird mit vier von f�nf Stimmen

- Signorina Sandra Rubini! - Oh, mein Kind!

Siehst du, mein Schatz? Und du wolltest nicht antreten!

Deine Schwester!

Geh schon, mein Schatz.

Miss Sirena 1953.

- Sie ist ganz ger�hrt. - Meine Damen und Herren!

Unsere Schauspielerin Lilia Landi, die eigens aus Rom anreiste,

legt unserer wundersch�nen Mitb�rgerin die Sch�rpe der Miss Sirena 1953 um.

Es regnet!

Richte ein paar Worte an deine Bewunderer.

- Ich... - Wunderbar! Sie sagte: " Ich."

Tomiazzi, bring mir meinen Mantel!

- Claudia! - Seht, ein Blitz!

- Ich wollte nicht... - lmmer mit der Ruhe!

Nichts als eine kleine Wolke, das Fest geht weiter!

- Sie sind alle fort. - Zahlen Sie zumindest.

- Stell mich der Landi vor. Ich bitte dich! - Ausgerechnet jetzt!

Verehrteste, ich stelle Ihnen einen namhaften B�rger unserer Stadt vor,

- der Kom�diendichter Leopoldo Vannucci. - �beraus erfreut.

- Ich bin ein gro�er Fan. - Er schrieb ein Drama...

- Es hei�t " Sex" . - ..f�r die Theatergruppe.

Es ist toll drau�en. Die reinste Sintflut.

Jetzt gehst du zum Film, was?

Signora, ich m�chte Ihnen meine Tochter vorstellen.

Oh Gott!

- Was ist? - Deiner Schwester geht es nicht gut!

- Lasst mich durch. - Ein Arzt! Hol einen Arzt!

Mama, beruhig dich. Es ist nichts.

- lst denn kein Arzt hier? Macht Platz! - Mancinelli ist hier.

- Was ist passiert? Macht Platz. - Dottore, mein Kind!

- Zur�ck, lasst sie atmen. - Macht bitte Platz!

Geht zur Seite!

Es ist nichts, sie braucht nur etwas Luft.

- Moraldo, sieh dir Sabrina an! - Es ist nichts, Mama.

Fausto! Fausto! Leopoldo, Fausto soll herkommen.

Fausto, komm her!

- Mama, beruhig dich, es ist nichts. - Aber sieh doch nur!

Lasst mich durch.

- Ich bin eine Freundin. - Kommen Sie zur�ck!

- Lassen Sie mich doch durch. Was ist los? - Sandra wurde ohnm�chtig.

Geht es ihr besser?

Mein Schatz, was hast du?

Ich will tot sein! Ich will tot sein!

Sandra, was sagst du da? Ausgerechnet heute, wo man dich zur Miss Sirena k�rte!

So was darfst du nicht sagen! Doktor, was fehlt ihr?

- Antworten Sie! - Bitte verlasst den Raum!

Lassen Sie mich durch.

Ach, du bist es! Du bist schon zur�ck.

Darum regnet es. Was treibst du da?

H�r zu, Vater, ich muss weg, es geht um ein Gesch�ft.

Ich hab dir doch von dem Mail�nder erz�hlt, der mir eine Stelle besorgen will?

Ich hab's mir �berlegt, ich fange an zu arbeiten.

Um diese Zeit?

- Was ist los? - Nichts. Freust du dich etwa nicht?

- Um was f�r eine Arbeit handelt es sich? - Sie haben eine Firma gegr�ndet.

Alles ehrenhafte Leute.

Borg mir 5000 Lire f�r die Fahrkarte, ich geb sie dir zur�ck, sobald ich da bin.

Sag schon, du Gauner, was hast du ausgefressen?

- Was hast du ausgefressen? - Nichts, ich fange an zu arbeiten.

Glaubst du mir nicht? Ich nehm den D-Zug um eins.

Bleib hier, ich seh nach.

Guten Abend, Signor Francesco. Wie geht es Ihnen?

Moraldo, komm rein!

Komm!

Mach's dir bequem.

Entschuldige uns...

Was f�r ein Regen! Der Sommer ist zu Ende. Zigarette?

- Es ist die letzte. - Ich rauche nicht.

Der Regen wird drei Tage dauern.

Nimm einen tiefen Zug.

- Du reist ab? - Ja, ich gehe fort.

- Bleibst du lange weg? - Ich wei� noch nicht.

- Und Sandra? - Sie wurde zur Miss Sirena gek�rt.

Sie sah toll aus. Ich wette, sie ist gl�cklich.

Sandra erwartet ein Kind.

Ja, ich wei�.

Deshalb geh ich fort.

Versteh doch! Ich will es wieder gutmachen, aber was soll ich tun?

Ich bin arbeitslos. Ich hab keinen Pfennig.

Darum geh ich nach Mailand! Ich will mir eine Stelle suchen.

Nat�rlich komme ich wieder, sobald ich etwas gefunden habe.

Glaubst du mir nicht?

- Ich hab nichts gesagt. - Wir verstehen uns doch.

Ich hab Sandra wirklich gern, ich schw�r's dir!

Soll ich's dir bei meiner Mutter schw�ren?

Das Schicksal hat es so gewollt.

Sag die Wahrheit: W�rdest du dir an meiner Stelle nicht zuerst eine feste Arbeit suchen?

- Ich wei� nicht. - Na also...

Moraldo, warum kommst du nicht mit mir? Was willst du hier im Winter?

- Aber... - Finden wir in Mailand keine Arbeit,

dann eben woanders. Wir wollten doch immer von hier fort.

- Jetzt? - Jetzt ist die richtige Gelegenheit.

Sandra wird gl�cklich sein, du wirst schon sehen.

Los, reden wir drau�en weiter.

Sei leise, okay? Komm!

- Aber... - Mach schon!

Mach das Licht aus.

Vater! Entschuldige, Moraldo.

Vater, gibst du mir die 5.000 Lire?

Was willst du, 5.000 Lire?

- Wof�r? Um fortzugehen? - Nein, Vater...

Zuerst stellst du was an und dann haust du ab? Ich dreh dir den Hals um!

- Vater, ich bitte dich! - H�r auf zu schreien.

Was soll das, Vater?!

Ich schw�r dir... Geh mir aus dem Weg!

Feigling!

Schw�r beim Grab deiner Mutter, dass dies deine letzte Dummheit war!

Der Vater des M�dchens ist ein Ehrenmann, der sein Leben lang arbeitete -

genau wie ich -, um die Ehre seiner Familie aufrechtzuerhalten.

Ich sorg daf�r, dass du vor dem Altar stehst,

und wenn ich dich mit F��en treten muss!

Elender!

Was ist denn los?

Nichts.

Mirellina, geh wieder schlafen.

Du wirst sie heiraten!

Keine Widerrede!

Rei�t ihr nur dumme Witze, w�hrend mein Vater weint!

Und sie heirateten wirklich.

Es war eine sch�ne Hochzeit, auch wenn wenig Zeit f�r Vorbereitungen blieb.

Riccardo sang Schuberts "Ave Maria"

und r�hrte alle zu Tr�nen.

Und der Erzbischof, der uns schon als Kinder kannte, hielt eine r�hrende Rede.

Mein liebes Brautpaar,

ihr k�nnt euch nicht vorstellen, mit welcher Freude

ich euch in den heiligen Stand der Ehe f�hre.

Und du, lieber Fausto, und du, liebe Sandra...

- Siehst du, es war ganz leicht. - Danke.

- Gl�ckwunsch, Fausto! - Danke!

- Unser Fausto! - Gl�ckwunsch!

Eine sch�ne Zeremonie.

Du bist auch bald dran.

Siehst du, ich hab geheiratet!

Meine Tochter!

Du hast sch�n gesungen, alle haben geweint.

Bleibt so!

Du verdeckst die Braut... L�cheln!

Zankt euch nicht und passt auf, wenn ihr in Rom �ber die Stra�e geht!

Gr�� Baldini, 63-0-7, denk dran!

Warum weinst du?

Sie ist eine Signora, keine Signorina.

Eine sch�ne Feier, nicht, Signor Rubini?

- Riccardo, gehen wir. - Ich komme.

Moraldo, komm schon.

H�rst du denn nie auf zu singen?

Gina, du musst einkaufen gehen...

- Und jetzt? - Fahren wir nach Marino.

- Signor Francesco, auf Wiedersehen. - Vielen Dank f�r alles, Signor Rubini.

- Fausto ist kein schlechter Junge. - Ja, ich wei�.

Und das ist lhre kleine Tochter, was? Ein nettes M�dchen.

Wir sind uns also einig, Fausto wohnt bei uns,

solange er nicht in der Lage ist, f�r sich und seine Frau zu sorgen?

Warum behandelt sie ihn so?

Fahr uns nach Hause!

- K�nnen wir Sie auf etwas einladen? - Nein danke, ich geh nach Hause.

- 9 plus 2 macht 1 1 . - 1 1 zu 20.

- Denkst du, du hast gewonnen? - Du bist erledigt!

Leopoldo, zwei Punkte f�r mich.

- Was machst du f�r ein Gesicht? - Ich bin etwas melancholisch...

- Ah, nur weil die beiden verreist sind... - Ob Fausto schon in Rom ist?

Glaubt ihr, in Rom findet man sich so einfach zurecht? Rom muss man kennen!

W�re er mit mir gefahren, ja dann...

Ein paar Telefonate und wir h�tten einen netten Abend...

Und Sandrina?

- Wenn er nicht verheiratet w�re. - Ich...

Wenn ich heiraten sollte, w�rde ich eine gro�e Reise machen...

nach Afrika, wie Hemingway - freie Natur, ein Jeep...

Das w�r sch�n.

Hebst du jetzt v�llig ab? Afrika?

- Mit Esther Williams ginge ich nach Afrika. - Und Franca Marzi?

Franca Marzi, Ginger Rogers...

Wisst ihr noch, die Freundin des Geometra, die mit dem Sonnenbrand?

- Die Ciuffini. - Genau. Mit der ginge ich nach Afrika.

- Oder nach lndien. - Auch gut.

Komm schon, wenn dich jemand ruft.

Was willst du? lmmer stehst du im Weg!

Was willst du denn?

Sagt, was ihr wollt, er ist in Rom und wir sitzen hier fest.

ln diesem verdammten Ort...

Aber sie sind ein sch�nes Paar.

Wie bitte? Sie ist h�bsch. Ein sch�nes M�dchen.

Aber Fausto hat ein Gesicht...

- Er ist gut gebaut... - Und er hat eine sch�ne Stimme.

Stimme? Was hat das damit zu tun? Eine Stimme haben wir alle.

Sag, hast du nie gemerkt, was zwischen Fausto und deiner Schwester lief?

Mal ganz objektiv gesehen: Fausto hat sich schlecht benommen.

- Fausto ist ein Schuft. - Nicht doch.

Fausto ist kein Schuft, er handelt instinktiv, er ist leidenschaftlich... Gib mir Feuer.

Was sagst du da? Du meinst, alles sei eine Kom�die. Der ist ein Schuft, ein Schwein...

- W�rdet ihr was mit meiner Schwester... - Das w�rde ich gerne!

- Gib ab! - Zu mir!

Alberto, zu mir!

- Los, gib an Nordhal ab! - Der Ball geht an Nordhal!

Oscetta!

Alberto, lass sie in Ruhe!

Geht nach Hause, ihr Schufte! Landstreicher!

Was bleibt uns jetzt noch zu tun?

Auch dieser Tag ging zu Ende

und uns bleibt nur der Weg nach Hause - wie jeden Abend.

Alberto lebt mit seiner Mutter und Schwester,

und er wei�, seine Mutter geht erst zu Bett, wenn er heimkommt.

Da kommt Alberto!

Riccardo stellt wie jeden Abend fest, dass er dicker wird.

Jetzt erst kommst du heim, du Gauner!

Gute Nacht, Papa! Gute Nacht, Mama!

Leopoldo arbeitet nach dem Abendessen, das ihm die Tanten ins Zimmer stellen,

an seiner neuen Kom�die.

Er legt seine Lieblingsplatte auf, "Vola nella notte" ,

und setzt sich an den Schreibtisch.

Er nimmt die F�llerkappe ab,

zeichnet ein Dreieck

und verfolgt seine Charaktere an der Decke.

Das Hausm�dchen der Nachbarn.

Ciao, Caterina, wie geht es dir?

Schlecht, bei dieser K�lte!

Und du?

Soso, ich arbeite.

Ach ja?

Was f�r ein sch�ner Mond!

- Sch�n wie du. - L�gner.

Warum spielst du immer das gleiche Lied?

Es inspiriert mich.

Wie immer bleibt allein Moraldo in den menschenleeren Stra�en.

Und wenn ich wirklich fortgehen w�rde?

Wo willst du um diese Zeit hin? Es ist drei Uhr.

- Gehst du nicht schlafen? - Ich bin gerade aufgestanden!

Ich stehe jeden Tag um drei auf.

- Warum? - Ich geh arbeiten.

- Arbeiten? - Ich arbeite am Bahnhof.

Aber... Komm her, setz dich. Was machst du?

- Was f�r eine Arbeit machst du? - Ich sagte doch, ich arbeite.

lst das die Eisenbahnerm�tze?

Bist du zufrieden?

Es ist nicht �bel.

Willst du eine Zigarette?

Ich hatte eine eingesteckt.

- Tut mir Leid. - Macht nichts. Ich muss los.

H�r mal...

- lngegnere, wie passt der Helm? - Sehr gut.

- Gut? Und fliegt es? - Fr�her als meinen Feinden lieb ist...

Sagen Sie mir Bescheid, wenn's so weit ist, ich bring was zum Aufsammeln mit.

Olgalein, kannst du einen Moment runterkommen?

Tu mir einen Gefallen. Sonntag mach ich ein Gesch�ft und geb es dir wieder.

Gib mir 1 .000 Lire.

Seh ich sie wieder?

Hast du die ganze Nacht gearbeitet?

Der muss dir den Lohn erh�hen, wenn er will, dass du so schuftest!

Ich hab nur 500 Lire.

Danke, Olgalein.

Guten Tag, der Herr!

Massimo und Leopoldo fahren nach Bologna zum Rennen.

Es ist ein sicherer Tipp, warum wetten wir nicht auch?

1 .000 Lire w�rden gen�gen. Ich hab 300, und du?

Jetzt ist der Strand auch am Sonntag leer.

Aber wir gingen trotzdem hin und sahen aufs Meer hinaus.

Wenn dir jemand 1 .000 Lire geben w�rde, w�rdest du dann schwimmen gehen?

Ich schon.

- Gehen wir? - Wohin?

Sehen wir Giudizio beim Fischen zu.

Komm schon, Riccardo.

Wisst ihr, wem Leopoldo �hnlich sieht? Dem Pfarrer.

Da lacht ihr, was?

Alberto, sag Mama nichts davon.

Du hast gesagt, es sei aus zwischen euch.

- H�r doch... - Lass mich.

Los, Leute, hier gibt es nichts zu sehen.

Was ist, besuchen wir Giudizio? Gehen wir?

- Spuck's aus... - Wir sehen uns noch.

Ich will nicht wegen dir zum Gesp�tt werden.

Deine Freunde erlauben es sich, jemanden zu verspotten?

Mach mit diesem Schuft Schluss! Was versprichst du dir davon?

Nichts.

- Ich verspreche mir gar nichts. - Er ist verheiratet!

- Schrei nicht so, Mama schl�ft. - Er ist verheiratet!

Ich wei�. Aber sie leben nicht zusammen.

Na und? Heiratet er dich etwa? Heiratet er dich?

Misch dich nicht in meine Angelegenheiten.

Ich bin immer allein zurechtgekommen.

Das ist nicht wahr. Du bist meine Schwester!

R�hr mich nicht an.

Wehe, du bringst Mama zum Weinen...

Lass mich allein, Alberto, verschwinde!

Wehe, du bringst Mama zum Weinen...

Eines sch�nen Tages, als wir ihn beinahe vergessen hatten...

- He, Leute! - Wer ist das?

- Es ist Massimo. - Fausto ist da!

- Fausto ist da? - Er hat sich einen Bart wachsen lassen.

Da kommt er!

- Wie geht es dir? - Gut, danke.

Wir suchen euch seit einer Stunde! Seht, was ich mitgebracht habe.

Sandra, halt mal kurz.

Was habt ihr mitgebracht?

Wir haben Wanda Osiris gesehen.

Nicht �bel, eine schicke Vorstellung, aber wir wollen's nicht �bertreiben.

Sie kam eine lange Treppe hinunter...

- Genau so. - H�rt nur, was f�r ein Mambo!

Das Sch�nste war einer, der so tanzte...

- Das ist doch nicht schwer. - Dann lass mal sehen.

- Sch�n, nicht? - Bist du gl�cklich?

Ja, sehr sogar.

Alles w�re weitergegangen wie bisher,

w�re Faustos Schwiegervater nicht eine seltsame ldee gekommen.

- Gelobt sei Jesus Christus. - ln Ewigkeit. Amen.

Ah, mein Lieber, wie machst du das? Du wirst immer j�nger!

Wie geht es? Gut? Ah, das ist sicher der Schwiegersohn. Sehr erfreut.

Meine Gl�ckw�nsche, wenn auch versp�tet.

Sie sind ein Gl�ckspilz. Lassen Sie sich das gesagt sein.

- Wie hei�en Sie? - Moretti Fausto.

Also h�ren Sie, Fausto, ich will offen mit Ihnen sein.

Was Sie hier sehen, ist mein Gesch�ft.

- Bescheiden, so ist es nun mal... - Von wegen bescheiden.

Alles redlich verdient.

Ehrlich gesagt, br�uchte ich einen Hilfsburschen, jemanden,

der abstauben, putzen, ausladen, den Laden auf- und zumachen kann

und an die oberen Regale herankommt, aber eigentlich stelle ich lieber Sie ein.

Hast du geh�rt? Bedank dich bei dem Herrn.

Aber ich bitte Sie. Ich freue mich, helfen zu k�nnen -

einem jungen Mann, der sich dem Leben stellen muss.

Willkommen. Wann wollen Sie anfangen?

- Sofort. - Sofort?

Aber ja... So kannst du dich einarbeiten...

Giulia, das ist Sandrinas Mann, der ab heute bei uns arbeiten wird.

- Der Lieferwagen ist da. - Ich komme.

- Er sollte sich wohl auch so etwas zulegen. - Einen Kittel?

F�r heute leih ich ihm meinen. Ich hol ihn.

Zieh dir besser was �ber, sonst wirst du ganz dreckig.

Giulia, warte kurz. Probieren Sie ihn an.

Die Mama wird dir einen eigenen machen.

Lassen Sie sich ansehen. Was ist? Er ist frisch gewaschen.

Jetzt noch zukn�pfen und den G�rtel...

Zukn�pfen...

Wie ma�geschneidert!

Steht Ihnen gut!

Und jetzt an die Arbeit!

lm Hof ist eine Ladung angekommen.

Gehen Sie ausladen. Meine Frau gibt Ihnen den Lieferschein.

- Nur zu! - Nur Mut.

Halten Sie die Lieferanten im Auge, die machen sonst alles kaputt.

Die Ware ist zerbrechlich. Gehen Sie!

- Da ist er ja! - Was macht er?

- Gehen wir. - Lass mich doch.

Wegen dir verliert er noch die Stelle.

Sch�n, dass du wieder da bist. Wie sch�n du bist.

Was f�r ein h�bscher Hut.

- Wann bist du gekommen? - Wie ist es, Signora genannt zu werden?

- Wo ist Fausto? - Fausto arbeitet.

- Er arbeitet? - Ich gehe ihn abholen.

Ja, lass ihn nicht aus den Augen.

Aber er ist doch so ein guter Junge. Nur ein wenig wankelm�tig, nicht?

- Wie gef�llt es euch im neuen Heim? - Bisher wohnen wir noch bei Mama.

lhr hattet ja kaum Zeit. Es geschah alles so von einem Tag auf den anderen.

Man sieht aber noch �berhaupt nichts.

Es ist noch lange hin, oder?

- Entschuldigt, aber ich muss los. - Auf Wiedersehen.

- Wir m�ssen uns treffen, auch mit Fausto. - Sicher.

- Ich bin dich abholen gekommen! - Gut gemacht!

Warte. Sieh her!

- Hast du gesehen? - Sehr gut.

Bist du verr�ckt geworden? Mitten auf der Stra�e!

Na und? Wir sind doch verheiratet.

Heute hab ich eine Statue verkauft, die so hoch war.

- Wirklich? - Aber ja!

- Kompliment. - Und jetzt gehen wir ins Kino, nur wir beide.

- Toll! - Haben wir genug Geld?

- Ja. - So ist's richtig, meine Kleine.

Dort sind zwei Pl�tze.

Verzeihung.

Hierher.

Sitzt du gut?

Siehst du gut?

- Was f�r ein sch�ner K�hlschrank! - Wir schaffen uns auch einen an.

Wie h�bsch!

Suchst du die Zigaretten?

Ich hab Streichh�lzer.

Papa hat dich gern.

Mama hat mich heute fr�h gerufen,

und sie hat mir gesagt, dass Papa ausbauen will.

Aber wir m�ssen so tun, als w�ssten wir nichts.

Feuer, bitte.

- Dann sind wir alle zusammen. - Wie bitte?

- Dann sind wir alle zusammen, nicht? - Aber sicher.

- Glaub ihm nicht, meine Liebe. - Ich soll also deinen Worten trauen?

Ich war dem Anwalt gegen�ber immer misstrauisch.

- Sie sind gut, was? - Ja, sehr.

- Entschuldige mich kurz. - Was ist?

- Ich bin gleich wieder da. - lst dir nicht gut?

Nein, nein, ich komm gleich wieder.

Guten Abend, Signora.

- Wann kann ich Sie sehen... - Was wollen Sie?

Geben Sie mir lhre Telefonnummer.

- Was bilden Sie sich ein? Gehen Sie. - Warten Sie! Ich muss Sie sprechen!

Verzeihen Sie.

- Sind Sie verr�ckt geworden! - Ich kenne Sie.

Sie hatten ein wei�es Badekost�m. Wissen Sie noch? lm Kursaal.

Ich kenne Sie auch. Ich sah Sie mit einer Signorina im Kino.

Ich? Nein. Wann sehen wir uns?

Gehen Sie. Wof�r halten Sie mich? Ich bin eine Dame.

Mein Hausm�dchen wartet oben.

Sagen Sie mir wann. Morgen Abend?

Nein, niemals.

�bermorgen?

- Wann dann? - Wenn sich unsere Wege kreuzen.

�berlassen wir es dem Schicksal. Adieu.

- Nein, warten Sie! - Gehen Sie!

Ich muss Ihnen was Wichtiges sagen. Signora!

H�ren Sie, ich muss mit Ihnen reden.

Gehen Sie!

- Sandra, hier bist du? - Wo warst du nur?

Ich hab ganz vergessen, dass jemand abreiste.

Ich war am Bahnhof. Bin ich zu sp�t dran?

lst der Film schon aus? Wie schade.

Wie ist es ausgegangen? Starb er?

Nein, er starb nicht.

- Was denn? - Sie heirateten.

Ach so. Wie gut die Schauspielerin war!

Wir sahen sie schon mal, in Rom. Wie hie� der Film noch?

Sandra, was ist denn? Weinst du?

Aber ja, du weinst. Was ist? Was hab ich dir getan?

Ich hab Angst.

Angst? Wovor denn?

Ich wei� nicht. Ich hab Angst, Fausto.

Verzeih.

Sandrina, nicht doch, h�r auf.

Es ist nichts, ich benehme mich t�richt. Der Film machte mich traurig.

Nein, Sandra, nicht doch.

Ich hab dich doch lieb.

Gib mir deine Hand.

Liebling, ich hab's schon vergessen.

- Ich kann dich nicht weinen sehen. - Wenn du bei mir bist, hab ich keine Angst.

Aber ich werde immer bei dir sein.

- Bring mich nach Hause. - Ja, gehen wir heim.

ln den folgenden Monaten lie� sich Riccardo, inspiriert von Fausto,

einen Schnurrbart wachsen und Alberto Koteletten.

Fausto dagegen hatte sich seinen Bart rasiert.

Manchmal gingen sein Vater und seine kleine Schwester am Laden vorbei,

um ihm beim Arbeiten zuzusehen.

Wie jeden Abend arbeitete auch Leopoldo. Er trug jetzt einen Spitzbart.

Zum F�rchten!

Oh, ich dachte, du magst es.

Und endlich kam - wie jedes Jahr zur gro�en Freude aller - der Karneval!

Dieses Jahr wird es lustiger, was? Die Leute wollen sich wieder am�sieren.

- Noch ein Mal auf die andere Seite. - Eins gen�gt. lst das Kleid fertig?

Hier. Aber jetzt lass mich in Ruhe,

die Laken f�r seine Mutter sind noch nicht fertig.

- Sie m�ssen gr��er sein, ich bin eine Frau! - Ich hab es etwas ausgepolstert.

- Ein so h�bscher Mann... - Von wegen ausgepolstert.

Alberto gef�llt Ihnen, was?

- Was redet ihr da? - ..da ist gar nichts.

- Die ist in dich verliebt. - Das wei� selbst Mama.

- Stimmt es, dass sie stinkreich ist? - Willst du sie heiraten?

- Mein Hut! - Ich hab keinen.

Wer hat einen Hut f�r mich? Halt mal. Mama!

- Du bist noch nicht fertig? Ich geh gleich. - Ich komme nicht mit.

Dann gib mir deinen Hut, mach schon!

- Du wei�t doch, ich hab keinen. - Was soll ich jetzt tun?

Macht ihr das absichtlich? Ich will mich am�sieren und keiner hilft mir.

ln der Truhe findest du bestimmt was, aber mach kein Durcheinander.

Was ist denn los? Die eine weint, die andere...

- Was hast du? - Nichts, nur etwas Kopfschmerzen.

Wir beide r�cken noch zusammen!

- Komm, die Truhe ist voller Sch�tze. - Lasst das, die Signora mag das nicht.

Riccardo, ich bin sicher, das ist der Grundschritt. Sieh her.

Wer ist der B�rtige?

Mein armer Papa.

- Sieh dir diese Fotos an! - Da haben wir ja den Hut!

Sind sie nicht witzig?

- Wer ist das? - Was wei� ich.

- lst das so richtig? - Ein Schattenschnitt.

Seht her!

Ich tr�um von dir...

Sieh nur, Alberto!

- Tanzen wir? - Ja, meine Liebe.

- Mama, wir gehen tanzen. - Aber erhitz dich nicht.

- Warst du schon mal auf dem Dachboden? - Nein, und ich bin auch gar nicht neugierig.

Leopoldo, warte, ich komm runter!

Wir hatten die gleiche ldee - China!

Ich hab dich sehr lieb.

Ich dich auch.

- Was dr�cken Sie mich denn so fest? - Unter uns Chinesen...

- Ich hol mir was zu trinken. - Die Bar ist dort dr�ben.

Eines Tages werden Sie hier eine Kom�die von mir sehen und applaudieren.

Ich bevorzuge das Variet�.

- Was trinken Sie? - Limonade.

- Antonio, eine Limonade! - Kommt sofort.

Waren Sie schon mal auf dem Dachboden?

- Erkennst du mich nicht? - Aber sicher.

- Bist du alleine hier? - Nein, mit meinen Freundinnen.

H�bsches Kost�m.

- Gestatten Sie. - Bitte.

Ich hab mich ganz spontan entschlossen, zu kommen. Sp�ter tanz ich mit dir.

- Gisella, warte! - Wer war das?

Ein Schriftsteller, er wohnt neben mir.

- Whisky, meine Liebe? - Whisky? Ich will ein gro�es Br�tchen!

Antonio, ein Br�tchen!

Bitte sehr, sie sind ganz frisch!

- Am�sant, was? Ein Glas MiIch. - Sofort, Signor Fausto.

Um diese Zeit isst du ein Schinkenbr�tchen?

- Wenn's mir schmeckt. - Du isst andauernd.

- Ich hab Hunger. - Es schickt sich nicht!

Gestatten Sie.

- Eine sch�ne Nase hast du da! - Lass das!

- Kann ich mit meiner Schwester tanzen? - Nur zu.

Lass das endlich...

Gehen wir.

Am liebsten w�rd ich noch mal essen.

- Signora Giulia, ein Kognak? - Nein, mir dreht sich schon alles.

Guten Abend.

- Sie am�sieren sich, ja? - Ja, sehr. Sie nicht?

- Man spielt den Sioux-Mambo. - Ja, ein sehr sch�nes Lied.

Gestatten Sie?

Nein, ich bin in Begleitung... Verzeihung.

Guten Abend, Signor Michele.

- Am anderen Buffet sind weniger Leute. - Entschuldigen Sie uns.

Zwei Limonaden, Antonio! He, was ist das f�r ein Gesicht?

Hast du Signor Micheles Frau gesehen? Die Frau meines Chefs.

Figur und Klasse, genau mein Typ.

Schreib's auf, Antonio!

Ich glaub kaum, dass man so tanzt.

Ein echter Meister, was?

- Was ist denn? - Nichts.

- Wo bringst du mich hin? - Komm.

Nicht �bel, was?

- Mir wird schwindlig. - Dann sieh nicht hin.

- Und jetzt? - Komm her.

- Morgen machen wir eine Spazierfahrt. - Ach ja.

Aber sicher. Lass mich deinen Nacken k�ssen. Bitte, bitte, sei lieb.

- Ein Kuss auf den Nacken. - Uff, was bist du f�r eine Nervens�ge.

Genug.

Jetzt ist genug.

Verschwinde!

Komm, mein lieber Kopf...

Anita, komm, wir gehen in die Messe.

Warum glaubst du mir nicht?

Wenn ich's doch sage..

Alberto, ist dir nicht gut?

Mir geht's bestens.

- Ich bring dich nach Hause. - Mir geht's gut.

- Verschwinde! - Ich bring dich nach Hause.

Los, ab nach Peking mit dir!

- Los, steh auf. - Lass ihn doch.

Ich kann ihn nicht hier lassen. Er ist ein Freund von mir.

Lass mich.

- Gehen wir. - Lass mich.

Gehen wir heim.

Mir geht's gut.

- Gehen wir schwimmen! - Aber zuerst gehen wir heim.

- Zuerst nach Hause. - Und dann gehen wir alle schwimmen.

Wir gehen zusammen.

- Wer bist du denn? - Moraldo.

- Wer? - Moraldo.

Du bist ein Niemand.

lhr seid alle Niemand. lhr alle.

Alle.

Aber ja...

Was bildet ihr euch nur ein?

- Was bildet... Lass mich. - Nichts.

Lass mich, ihr widert mich an.

- Aber Alberto... - Lass mich!

- Lass mich. Ich will alleine gehen. - Du tust dir noch weh.

Ich will alleine gehen. Keine Sorge. lhr seid Niemand.

- Alberto, du f�llst hin. - lhr widert mich an.

- Ich bitte dich, gehen wir. - Ich kann ihn nicht hier lassen.

- Kann ich jetzt kommen? - Komm schon.

- Komm doch. Was willst du von mir? - Nichts. Los, gehen wir.

Wei�t du was?

H�r zu...

Wir m�ssen heiraten.

Genau wie Fausto.

Er ist zufrieden - verheiratet und gl�cklich

in seinem Heim.

Auch wir m�ssen...

Wer ist das?

Du musst heiraten, Riccardo!

- lst gut, ciao! - Siehst du? Ich hab's auch ihm gesagt.

Wei�t du, was wir machen?

Wir gehen fort.

Wir gehen nach Brasilien.

- Denk nur! Sie nehmen wir auch mit. - Ja genau.

Ja genau, nach Brasilien.

Wir nehmen einen Dampfer...

- Ich fall nicht hin. - Gehen wir heim.

- Nach Brasilien... - Und mich l�sst du einfach hier?

Aber ich kann ihn nicht allein lassen, komm mit!

Hier w�ren wir. Soll ich mit raufkommen?

Ich geh nicht heim, was soll ich daheim?

Ich hab auf dich gewartet.

Ich wollte dir Adieu sagen.

Ich geh fort, Alberto. Verzeih mir.

Ich halte es hier nicht l�nger aus.

K�mmere dich um Mama.

Ich werde immer an euch denken.

Adieu.

Werd erwachsen, Alberto.

Wo willst du hin?

Wo will sie hin?

Mama, was ist passiert?

Sie ist fortgegangen!

Das h�tte ich von meiner Tochter nie erwartet,

nach allem, was ich f�r sie getan habe!

Nicht weinen, Mama.

Ich bleib bei dir.

Ich gehe nicht fort.

Du wirst sehen, sie kommt zur�ck.

Und wenn nicht, umso besser.

Was denkt sie sich?

Das bisschen Geld, das sie heimbrachte...

Soll sie doch gehen!

Ich suche mir Arbeit, ich finde was...

- Wirklich, Alberto? - Sicher.

Hast du was gefunden?

Ich spiel Ihnen was vor.

- K�mmern Sie sich um die Dame. - Welche Dame?

Welche schon? Die da!

- Was w�nschen Sie? - Zwei Kerzen wie letztes Jahr.

Ich war letztes Jahr noch nicht hier...

Sie will zwei Kerzen wie letztes Jahr.

Holen Sie sie, sie sind dort dr�ben.

Verzeihung.

- Haben Sie sich gestern am�siert? - Sie sind sp�t dran.

Es ist bereits 1 1 Uhr. Wir �ffnen um 9 Uhr.

- Albertos Schwester ist verschwunden... - Sie haben immer eine Ausrede.

- Ich hab Kopfschmerzen... - Gehen Sie.

Giulia, bitte sieh nach, was los ist.

- Sehen Sie nur. - Sehr sch�n.

- Was machen Sie? - Sie sind runtergefallen.

Ich mach das schon.

Es tut mir Leid.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Aber der Karneval ist vorbei.

Sie sollten sich immer so kleiden wie gestern.

- Die Quittungen aus der Schublade, bitte. - Welche Schublade?

Die Tresenschublade.

- Bitte sehr, die Quittungen. - Danke.

Ich tat heute Nacht kein Auge zu,

ich tr�umte, ich tanzte einen Walzer nach dem anderen mit Ihnen.

- Bringen Sie bitte die B�cher weg. - Helfen Sie mir.

Dann mach ich es selber.

Welch Temperament! Erst gestern entdeckte ich die Frau in Ihnen.

Sie sind ja betrunken!

Betrunken von dir, deiner Haut, deinem Duft.

Genug dummes Gerede!

Wollen Sie mir weismachen, Sie finden keinen Gefallen daran?

Kein Wort!

Die Sonne scheint, aber es ist k�hl.

K�nnten Sie mir ein paar Engel zeigen?

- Auf Wiedersehen, ich gehe jetzt. - Einen Moment.

Warum kommen Sie nicht auf ein Glas Wermut mit hoch?

Heute ist unser 15. Hochzeitstag.

Gl�ckwunsch! Aber ich m�chte nicht st�ren...

lm Gegenteil, es ist uns eine Freude. Kommen Sie...

Wenn ich das gewusst h�tte, h�tte ich was mitgebracht. Blumen oder so.

Das ist nicht n�tig.

Wir wohnen hier oben. Das ist sehr praktisch.

- Bitte sehr. - Danke, sehr freundlich.

Ich gehe Ihnen voraus.

Kommen Sie herein.

Giulia, bitte bring uns etwas Wermut.

- Giulia, der Wermut! - Ja, Michele.

- Setzen Sie sich. - Sch�n ist es hier.

- Gef�llt es Ihnen? - Ja, sehr.

Es ist bescheiden, aber gem�tlich.

Auch ich muss mir ein eigenes Heim schaffen.

lst das dort ein antikes Segelschiff?

Da kommt ja der Wermut. Danke.

- Gl�ckwunsch, ich habe geh�rt, heute ist... - Danke.

- Ich hab dr�ben noch zu tun. - Geh nur.

Geh.

- Was f�r eine t�chtige Frau. - Ja, sehr. Und...

Und?

T�chtig.

Wir sind nicht mehr die J�ngsten.

Aber wir f�hlen uns wohl zusammen.

Und da wir nicht viele Freunde haben,

verbringen wir fast jeden Abend daheim.

ln diesem Zimmer.

- Ach, manchmal spielen wir sogar Karten. - Genug, danke.

Jetzt werden Sie lachen: "Was, Karten?"

Oder ich lese ein Buch

und meine Frau strickt.

Wir langweilen uns keineswegs.

Wissen Sie, warum?

Weil wir uns gern haben.

Aber das k�nnen Sie nicht verstehen.

Aber ich verstehe sehr gut.

- Nein, das tun Sie nicht. - Aber ja.

Nein!

Sie tun mir Leid.

Aber noch mehr tut mir lhre arme Frau Leid! Die Ungl�ckliche.

- Was hat... - Was wollen Sie?

Der Monatslohn. Schwindeln Sie lhrer Familie und lhrem Schwiegervater was vor,

sagen Sie, die Arbeit war zu schwer, es gefiel Ihnen nicht.

Sie haben immer eine Ausrede parat!

Warum wollen Sie mich fortschicken?

Um Sie etwas �ber das Leben zu lehren.

Ich nahm Sie hier wie einen Bruder auf,

aber Sie benahmen sich wie ein Schuft.

Gehen Sie, ich habe gro�e Lust, Ihnen die Fresse zu polieren!

Das h�tte ich von Ihnen nie erwartet.

Lassen Sie nur.

Giulia, Signor Fausto verl�sst uns.

Er wird nicht l�nger bei uns arbeiten. Er k�ndigt.

Ich soll also morgen nicht kommen?

Aber Signora, ich hab nur gespa�t...

Ich hab meine Arbeit verloren.

Alles wegen dieser dummen Kuh, meiner Chefin.

- Welche dumme Kuh? - Sie hatte sich verliebt

und da ich sie abwies, auch aus Respekt vor Signor Michele...

Als ob ich mir was aus alten Frauen machte...

Also schw�rzte sie mich an und ihr Mann k�ndigte mir unter einem Vorwand.

Was f�r ein Vorwand?

Er kann dich nicht einfach entlassen.

Oh doch. Stell dir vor, er sagte, ich soll einen Vorwand finden.

Ich soll einen Vorwand finden.

Das ist absurd. Das kann er nicht tun.

Hat er dir etwa auch keine Abfindung gegeben?

Au�erdem hast du einen Monat K�ndigungsfrist.

Nein, nichts dergleichen.

Er kann dir nicht einen Monatslohn unterschlagen.

Heute geht das nicht mehr so einfach.

Du bist fest angestellt...

Ah, das Wasser erfrischt.

Hast du keinen Durst?

H�r mal, Moraldo.

Kannst du ein Geheimnis bewahren?

Ich wei� nicht. Warum?

Du sagtest, ich h�tte einen Monat K�ndigungsfrist.

Ich hol mir meinen Monatslohn.

Wir machen halbe-halbe.

Was meinst du?

- Hast du Angst, auf ein Dach zu steigen? - Welches Dach?

Ein Dach.

- Ich wei� nicht. Wieso? - Hast du Angst, ja oder nein?

- Aber nein! - Dann komm.

Gehen wir.

- Sei leise! - Geh besser zur Seite.

- Wo sind wir? - Sei still.

Das ist der Hof.

Vorsicht mit den Z�ndh�lzern, hier ist �berall Stroh.

- Fausto, wo bist du? - Hier, komm!

Was machst du da?

H�bsch, was?

- Was ist das? - Ein Engel. Wir nehmen ihn mit.

Wei�t du, was der wert ist? Mindestens 40.000 Lire.

Ich hab die Rechnung gesehen. Er ist antik.

Willst du ihn stehlen? Lass uns gehen, Fausto!

Wir stehlen ihn doch nicht. Er wurde vor zwei Monaten beim Ausladen vergessen.

Sagtest du nicht, er schuldet mir was?

- Ich nehm nur, was mir geh�rt. - Das ist Diebstahl.

H�r zu. Ich habe jetzt Familie. Ich brauche das Geld.

Ich muss mich um vieles k�mmern.

Wenn du Angst hast, sag es, ich mach es allein.

Mach mir wenigstens Licht!

Sieh nur, wie sch�n er ist.

Sch�n.

- Fausto, sag ihm, er soll still sein. - Giudizio, Schluss mit der Trompete!

- Guten Tag, ist die Oberin da? - Um was handelt es sich?

Um ein interessantes Gesch�ft.

Die Oberin ist im Besuchszimmer.

Fausto, lass uns gehen.

Zeig der Schwester das Prachtst�ck.

Zeig es ihr.

Ein Engel, ganz aus massivem Holz.

Wir haben keinen Platz mehr f�r ihn.

Also dachten wir, im Kloster w�rden sie sich �ber so eine Gelegenheit freuen.

- Sehen Sie sich den Gesichtsausdruck an. - Sch�ner Engel!

Sch�ner goldner Engel!

- Keine Angst, er tut keinem was. - Wir haben bereits genug Engel.

Schwester!

Da! Da oben, da oben!

- Was wollt ihr? - Guten Tag, wie geht's ? Zigarette gef�llig?

Augenblick. Fangen Sie sie?

Gut gefangen!

Sch�n ist es hier. So l�sst sich's leben.

- Wie hei�en Sie? - Bruder Felice.

lst der K�ster nicht da?

Wer vertritt ihn?

- Ich. - Sehr gut.

Ich biete Ihnen ein gutes Gesch�ft an.

lnteressiert Sie eine pr�chtige Statue?

- Eine bunte Altarfigur. - Haben Sie sie dabei?

Zeig sie ihm, Moraldo.

Sch�ner Engel, sch�ner goldner Engel.

Sehen Sie, was f�r ein Gesichtsausdruck.

Wo haben Sie ihn her?

Familienbesitz, aber wir haben keinen Platz,

also dachten wir, wir bringen ihn dem Kloster.

Wir brauchen nichts.

Bei D�mmerung hatten sie die Statue noch immer nicht verkauft

und so vertrauten Fausto und Moraldo sie Giudizio an - mit vielen guten Ratschl�gen.

Da kommt Papa.

- Moraldo, komm her. Bleib stehen! - Alessandro, was hast du?

- Was hab ich getan? - Da fragst du noch? Bleib stehen!

Aus dem Weg!

Bleib stehen, sonst setzt es was!

- Ich hab nichts getan. - Was hat der Arme denn getan?

Von wegen arm, das ist ein Monster!

lhr habt Schande �ber uns alle gebracht.

- Diebe! Verlasst mein Haus! Alle beide! - Was ist passiert?

Sie stahlen eine Statue!

- Aber nein... - Streite es nicht ab!

Du und dieses Prachtst�ck da, ihr seid Diebe!

Ich musste mich wie ein Heiliger entschuldigen, als die Carabinieri kamen.

Ja, die Carabinieri, hier, in meinem Haus.

Und dieser Mistkerl da hat die Frau meines besten Freundes bel�stigt.

Was f�r eine Schande!

Nichts als eine Menge Geschichten.

Dass ein Mann wie Sie darauf hereinf�llt!

- Und laut wirst du auch noch! - Ich lass mich nicht wie ein Kind abkanzeln!

Ich bin 30!

Mir reicht es! Mich seht ihr nicht wieder!

Nie wieder.

Sandra, er tr�gt keine Schuld.

Signora Giulia hat ihn provoziert.

Und dann hat sie ihren Mann gegen ihn aufgehetzt.

Sandrina, h�rst du mir zu?

- lst das wahr? - Aber ja.

Weil Fausto sie abwies.

Fausto hat sie nicht mal angesehen.

Sie wollten ihm nicht mal eine Abfindung geben.

Deswegen haben wir den Engel genommen.

Er wies sie wirklich ab?

Ich schw�r's .

Los, weine nicht.

- Wo ist er hingegangen? - Er ist unten im Garten.

Ich warte nur auf Moraldo.

Dein Vater sieht mich nie wieder. Ich will niemandem zur Last fallen.

Was sagst du da, Fausto?

Moraldo hat mir alles gesagt.

- Was alles? - Ich werde es Papa erkl�ren.

Sie hat sich an dich rangemacht.

- Sprechen wir nicht mehr dr�ber. - Nein, sie m�ssen es erfahren.

Nimm, es ist ein Kotelett.

Du hast �berhaupt nichts gegessen.

Zum Himmel noch mal...

Warum habt ihr die Statue genommen?

Brauchtest du Geld?

Warum hast du mir nichts gesagt?

Wir m�ssen uns alles sagen.

Wir m�ssen immer zusammenhalten.

Wir haben nur uns.

Mama hat ein so gutes Herz, aber...

sie behandelt mich wie ein kleines Kind.

Und Papa hat so viel zu tun, er kennt mich kaum...

Ich hab nur dich, Fausto. Wenn du fortgehst...

Wein doch nicht.

Hast du mich noch lieb, Fausto?

- Hast du unser Kind lieb? - Meine Sandrina, unser Kind...

Dann bleibst du bei mir?

- Dann komm nach Hause. - Nein, lass mich.

Gehen wir zu Papa. Komm.

Und so wurde Fausto verziehen

und er machte sich in aller Ruhe auf Arbeitssuche.

lm �brigen hatte die Familie andere Sorgen, seitdem das Kind geboren war.

Wundersch�n.

Es �hnelte dem Papa, der Mama, den Tanten, den Gro�eltern und selbst Moraldo.

Er sieht aus wie mein Mathelehrer. H�sslich wie ein Marsmensch.

Sandra war gl�cklich.

Und eines Tages, fast heimlich,

besuchte sie den Schwiegervater, um ihm Moraldino zu zeigen.

- Der Kaffee ist aufgesetzt. - T�chtiges M�dchen.

Warum bist du so dick?

Gestern hat er " blu" gesagt, was das wohl hei�t?

Hat Fausto Arbeit gefunden?

Anscheinend, es kann nur noch ein paar Tage dauern.

- Ich schau nach, ob der Kaffee fertig ist. - Nein, nein, ich geh schon.

- Lass nur, ich geh. - Kann ich ihn im Arm halten?

Sei vorsichtig, lass ihn nicht fallen.

Mein lieber Moraldino, gib deiner Tante einen Kuss.

- Komm mal her zu Opa. - Nein, Papa, du h�ltst ihn nicht richtig.

So h�lt man kein Baby.

Den kenn ich nicht.

Der da, der am weitesten weg ist von allen?

Ja, das ist Sirius.

lst er bewohnt wie die Erde?

Ich glaube nicht.

- W�rdest du dort wohnen? - Ja.

- Ach was. - Aber ja.

- Begleitest du mich? - Ja.

Die Abende waren jetzt milder.

Man konnte schon den Fr�hling sp�ren.

Und nun f�r euch - ein gro�er Name und ein gro�es Herz!

Er ist gro�artig, h�rt gut zu.

Commendatore Sergio Natali.

Ich rezitiere " Phantasie der Jugend" .

lst das Natali?

Er ist ganz sch�n h�sslich.

Gro�vater, wann kommt Papa zur�ck?

Mein Kleiner, dein Vater ist bereits zur�ck.

Er ist hier unter uns, in der Menge,

er sieht dich an, er l�chelt dich an, er streift dich,

und du, mein Kleiner, du merkst nichts.

Warum, Gro�vater?

Weil du unschuldig bist,

weil Papa im Fr�hling fortging,

genau wie der Opa,

als Leutnant, unter Blumen,

Liedern

und einer Fahne.

Von diesem Abend tr�umte Leopoldo seit langem.

Der gro�e Star hatte seine Kom�die gelesen

und erwartete ihn nach der Vorstellung in seiner Garderobe.

Die gro�e Stunde war gekommen.

Auch wir verstanden die Tragweite dieses Treffens.

Wir waren genauso aufgeregt wie Leopoldo.

Oh, Sie sind's ! Und in Begleitung... Bitte, kommen Sie herein.

Bitte, treten Sie ein.

- Bringt St�hle! - Wir stehen gerne.

Entschuldigen Sie die Kerze, aber in diesen Provinztheatern klaut man die Lampen.

- Machen Sie sich keine Umst�nde. - Zigarette gef�llig?

Es sind einheimische, weil...

die amerikanischen der Gesundheit schaden.

- Ich bin ein gro�er F... - Ich sah Sie in " l due Foscari" .

Ach ja, zum Schluss wurde das Meiste rausgeschnitten.

Machen Sie es sich gem�tlich. Ich schminke mich schnell ab.

Commendatore, ich bewundere Sie seit Jahren.

Das erste Mal sah ich Sie in Bologna, 1943.

Es war ein unvergesslicher Abend. Sie haben mir lbsen offenbart.

Ha, lbsen. Alte Zeiten. Es kommt mir vor wie gestern.

Mein lieber Freund, das Kom�dienspielen bringt Verantwortung mit sich,

und Sie sehen mich hier in einer Pause, die ich Urlaub nennen m�chte.

Mein lieber Freund, ich verrate Ihnen ein Geheimnis,

ich habe gro�e Pl�ne f�r das neue Jahr,

ich will ein au�ergew�hnliches Ensemble zusammenstellen,

eines von denen, die Geschichte machen.

Ferrati und vielleicht auch Gassman sind dabei.

Habt ihr geh�rt? Ferrati und Gassman!

Ich werde junge Autoren auff�hren, wegen der Subventionen und der Herausforderung.

Apropos, ich habe lhr St�ck gelesen.

Ich habe es �berflogen, Sie verstehen,

ich bin immer so besch�ftigt, das Theater tyrannisiert einen, aber...

- Es hat was. - lm Ernst? Es hat Ihnen gefallen?

Es hat das...

und auch das.

Sie sind Kinder ihrer Zeit, ich habe keine Autorit�t mehr,

ich wei� nicht, ob du meine Seelenqualen verstehst.

Frida lacht.

- Ich verstehe, dass dein Stolz dich auffrisst. - Salz!

Roberto lacht.

Was k�nnte der Stolz einer bereits verbrannten Seele anhaben?

Oh Blinder, nur die Furcht k�nnte dich retten.

Gro�artig! Aber das ist Fridas Zeile.

Frida: H�rst du in der Stille deiner Leere keine Stimme, die dich ruft?

Roberto, ironisch: Deine Stimme, Frida?

Nein, die Stimme Gottes.

So...endet...

der zweite Akt.

- Wunderbar. Findest du nicht? - Ja, mir kommt es sch�n vor.

- Darf ich den dritten Akt lesen? - Nur zu.

Dritter Akt...

- Die T�r! - Ich mach sie gleich zu.

- Haben Sie gut gegessen? - Darf ich fortfahren?

Sehr gut, danke. Lesen Sie.

Dritter Akt, dieselbe Szene.

Roberto sitzt vor dem Kamin und betrachtet d�ster das Feuer...

- Hier ist das Men�. - lst das Omelette � la Romagnola fettig?

- Das ist kein Fett, sondern B�chamel. - Gut, dann nehm ich es.

Frag den Commendatore, ob er uns vorstellt.

- Warum? - Als Hauptspeise...

..gegen�ber werden Fridas Gedanken von zwei in Wei� geh�llten Figuren angedeutet.

Schwarzlicht-Effekte geben der Szene etwas Alptraumhaftes.

Frida steht am Fenster. Der Schrei der M�wen ist zu h�ren.

Wie von einem K�lteschauder ergriffen, dreht sich Frida um. Sie ist m�de, gealtert.

Zu Luca: "Heute Nacht wird kein Mond scheinen."

Kleine, du gef�llst mir, und wer nicht mit mir trinkt, den soll die Pest holen.

K�nnen Sie auch Gary Cooper imitieren?

Alberto, mach die S�ge!

Gut, aber schlie�t die Augen, sonst geht es nicht.

Seid still und h�rt zu!

Jetzt imitiere ich jemanden - meine Gro�mutter.

Meine sch�ne Gro�mutter, ich verlass dich nie.

Und du imitierst niemanden? Warum so ernst?

Mir gef�llt der Dunkelhaarige, er ist so distinguiert.

Ja, das stimmt.

..das Verbrechen!

Nichts kann mir mehr Angst machen! Und doch entsinne ich mich eines anderen...

Leute, ich schalte das Radio ein.

He, he, so was sagt man nicht...

- Wo willst du hin? - Sp�ter.

Mir ist eine lnspiration gekommen, ein dichterischer Einfall.

Wind des Meeres, Wind der Nacht!

- Commendatore, meine Freunde... - lhre Freunde haben mich entt�uscht.

Wer die Kunst verschm�ht, verschm�ht das Leben.

- Geht es hier zum Meer? - Ja.

Bestens.

Deine Frida ist wunderbar, ausgezeichnet, perfekt!

Wie f�r die Ferrati geschrieben.

Ich schreibe ihr noch heute Abend,

sie wird sicher zusagen.

Wenn der vierte Akt so gut ist wie die ersten zwei,

versichere ich dir, dass wir alle Karten in der Hand haben!

- Wie hei�t du? - Poldo.

Leopoldo, in zwei Monaten musst du mit mir nach Mailand kommen!

- lst das lhr Ernst, Commendatore? - Nenn mich Sergio.

- lst das wirklich lhr Ernst? - Gehen wir den vierten Akt lesen.

Du wei�t nicht, wie viel mir das bedeutet,

ich war nahe dran, alles aufzugeben, meine Jugendtr�ume, meine Hoffnungen...

- Zum Meer geht's da lang? - Aber ja.

Wenn du w�sstest, wie mir zumute ist!

Hier macht sich keiner was aus Kunst, keiner versteht meine Arbeit,

nicht einmal meine Freunde, sie interessiert nur Materielles,

sie haben nur Frauen und Geld im Kopf,

und ich f�hle mich bedr�ckt und allein.

Der Winter ist am schrecklichsten, er dauert ewig.

Eine Traurigkeit �berkommt einen...

Um Mitternacht sind die Stra�en menschenleer,

wie kann ein K�nstler in dieser Stille seinen Phantasien nachjagen?

So vergehen die Jahre und eines Morgens wacht man auf...

und die besten Jahre sind vorbei.

Oh, der Hut.

Aber das ist jetzt vorbei.

..dass ich eines Tages hier sein werde...

Wo bist du?

Der Wind hat nachgelassen.

lst das da unten der Kai?

Komm und lies mir den vierten Akt vor.

Commendatore... Sergio...aber...

- Wo willst du hin? - Da unten finden wir schon ein Pl�tzchen.

Aber dort ist es dunkel.

Komm.

Komm schon.

Hast du etwa Angst vor mir?

Poldo, wo willst du hin?

Ich hab nur Spa� gemacht. Was denkst du denn?

Komm zur�ck! Poldo!

Ciao, Baby. Zieh dir was �ber, es ist kalt.

Morgen fr�h komm ich zum Bahnhof, um mich zu verabschieden.

Was machst du hier?

- Ich hab auf dich gewartet. - Danke.

- Wir gehen besser gemeinsam heim. - Sicher.

Was f�r eine Frau! Spitzenklasse. Wei�t du, was sie sagte?

Wenn ich singen k�nnte, w�rde sie mich engagieren.

Ehrenwort! Sie w�rde mich mitnehmen.

Das w�re kein schlechtes Leben.

Du kommst rum, bist unabh�ngig, am�sierst dich, hast keine Sorgen,

bist immer unter Frauen...

Ah, was ging's uns fr�her besser...

Was ist mit dir?

Nichts.

Warum? Sie war bestimmt nicht h�sslich.

Was hast du?

Nichts, ich dachte nur an...

An was?

An Sandra.

Was hat das mit Sandra zu tun?

Willst du mir Moralpredigten halten?

Deshalb hast du also auf mich gewartet!

Los, antworte!

Du hast Lippenstift im Gesicht.

Auf der anderen Seite.

Sandra, du schl�fst noch nicht?

- Was f�r ein s��es... - Fass ihn nicht an.

Wieso?

- Was ist? Weinst du? - Verschwinde!

- Was hab ich dir getan? - Lass mich allein!

Sandrina, sag schon...

- Lass mich! - Du weckst noch das Kind auf.

- Sandrina, sag mir, was los ist! - Geh weg.

Jenen Morgen ging Sandra fr�hmorgens ohne ein Wort aus dem Haus.

Mittags war sie noch immer fort...

Da kommt Riccardo mit Papas Wagen.

Hallo, Riccardo. Adieu, Roberto. Steig ein, Fausto.

Moraldo sieht bei Sandras ehemaliger Lehrerin nach. Vielleicht ist sie dort.

Er hat Recht, Fausto. Dort k�nnte sie sein.

Also zuerst zur Schule und dann zur Amme?

Wie weit ist es bis zur Amme? Langt das Benzin?

Was ist passiert? Habt ihr euch gestritten?

Und?

Sie war nicht hier.

Steig ein, wir sehen bei der Amme nach.

Fahrt ihr ruhig, ich suche alleine weiter.

- Aber was ist passiert? - Nichts, Signora.

Lass ihn. Fahr los!

Sag mal, Leopoldo...

Was, wenn wir vorher was essen w�rden?

- Wenn wir was essen w�rden? - Sei still.

Ich hab das Gef�hl, sie ist bei der Amme.

Nat�rlich ist sie da. Sie wollte ihr sicher das Kind zeigen.

Aber ja, das glaub ich auch. Sie zeigt ihr das Kind.

Hast du was gegessen, bevor du aus dem Haus gingst?

- Nichts? - Ich hab keinen Hunger.

- Ein Br�tchen... - Ich hab keinen Hunger.

- Wo wendet man hier? - Steigen wir aus.

- Fragen wir jemanden. - Wen denn? Hier ist niemand.

Da unten ist ein Haus.

Ein Haus schon, aber verlassen.

Wir sind am Ende der Welt...

Fausto, wo willst du hin?

Schau nur, Leopoldo!

- Los. - Ruhig.

- Du h�ttest mich treffen k�nnen. - Er war's .

Seid leise, h�rt ihr den Wiesenpieper?

- Was? - Den Wiesenpieper.

- Das ist ein RotkehIchen. - Von wegen. Ein RotkehIchen macht so...

Wie macht das RotkehIchen?

Nein, es macht so...

Aber Sandra war auch nicht bei der Amme.

Fausto bekam es mit der Angst.

- Wir m�ssen sofort zur�ck. - Das Auto springt nicht an.

Der Vergaser ist blockiert.

- Leihen Sie mir das Fahrrad? - Cesare braucht es heute nicht.

Fahren Sie vorsichtig. Wollen Sie etwas essen?

- Wo willst du hin? - Lass mich.

H�r mich an, Fausto, Sandra ist zu Hause.

- Sandra ist zu Hause, darauf wette ich. - Lass mich vorbei.

Du h�ttest vorher an sie denken sollen!

Aus dem Weg! K�mmere du dich um deine Schwester, die abgehauen ist.

Feigling! Schweinehund!

- Dreckskerl! - Lass ihn.

- Sagten Sie was von Omelette? - Mit Speck?

- Lass mich in Ruhe. - Mit Speck.

- Mit Speck? - Ja.

- Wo sind sie alle? - Auf der Wache.

Man sucht am Meer nach ihr.

Am Meer?

Aber warum am Meer?

- Warum am Meer? - Was wei� ich.

Was soll ich tun? Soll ich f�r Mittag was kochen?

Oh, Sie sind's .

Sehen Sie, wir sind uns wiederbegegnet.

Es war Schicksal.

Was denn, mit so einem langen Bart gehen Sie auf die Stra�e?

Und wohin so eilig? lns Kino?

Ich geh nach Hause.

Wollen Sie ein Kavalier sein?

- Nehmen Sie mir das P�ckchen ab. - Tut mir Leid, ich kann nicht. Ich hab's eilig.

lst sie zur�ck?

Wenn sie nicht wiederkommt, bring ich mich um.

Das w�rdest du niemals tun.

Du bist ein Feigling.

Moraldo, h�r doch...

Was ist denn?

Sandrina ist verschwunden.

Arbeiter!

Schei�arbeiter!

- Was hat der Karren schon wieder?! - Was ist denn?

- Mach die K�hlerhaube auf. - Tu was!

- Was soll ich denn machen? - Was soll das hei�en?

- Lass mich durch. - Los.

- Der da schl�ft! - Beeil dich!

- Mach schon! - Sie kommen.

- Wir haben nur Spa� gemacht. - Los, er haut ab!

Was ist passiert?

Ich? Sie waren das. Ich hab geschlafen.

- Ich bin Sozialist. - Ach ja?

Du bist nicht mal ein Mann, von wegen Sozialist!

Suchst du Sandra?

Sie ist hier bei uns. Schon den ganzen Tag.

Keinen Schritt weiter.

Sandra, sei so lieb und lass uns allein.

- Aber Papa, lass doch. - Bitte, geh.

Geh nur.

- Du auch, geh mit Sandra mit. - Papa, lass mich hier bleiben.

Sei brav.

Wenn du w�sstest, was ich f�r einen Tag hatte.

Aber...

Aber Papa, was hast du vor?

- Oh Gott, h�ren Sie das? - Ich h�re nichts.

- Er verpr�gelt ihn. - Sie diskutieren nur etwas lebhaft.

Oh Mirella, er tut ihm weh.

- Ich bitte dich, Papa! - Sie machen nur Spa�.

Lassen Sie mich zu ihm. H�ren Sie nicht, wie er schreit?

Aber nicht doch, ihm passiert nichts.

Mirellina, er bringt ihn um.

Wegen dir komm ich noch ins Grab, aber ich geh dir an den Kragen!

- Er schl�gt ihn gr�n und blau. - Das schadet ihm nicht, ganz im Gegenteil.

- Armer Kleiner. - Halten Sie bitte das Kind, ich muss zu ihm.

H�r auf, Papa!

Nimm.

Gestatten Sie? Ich bin Michele Corti.

Es ist mir eine Ehre.

- Du hast mir einen Schrecken eingejagt... - Hat dir Papa wehgetan?

Wie geht es dir?

Gute Nacht, Papa.

Du hast mir soIche Angst eingejagt, mach das bitte nie wieder.

Wenn du mich noch mal ver�rgerst, dann mach ich's genauso wie dein Vater.

Oder sogar heftiger.

Ich schlag dich windelweich.

So gef�llst du mir.

Gib mir den Kleinen.

- Du H�bscher. - Deck ihn gut zu.

Mirella ist am Fenster.

Die Geschichte von Fausto und Sandra endet hier vorerst.

Und die Geschichte von Leopoldo, Alberto, Riccardo, von uns allen?

lhr k�nnt es euch vorstellen.

Wir redeten immer davon, fortzugehen,

aber nur einer ging, eines Morgens,

ohne ein Wort zu verlieren,

wirklich fort.

Verreist du?

- Ja, ich verreise. - Wohin?

Ich wei� nicht...

Alles einsteigen!

Abfahrt!

- Was hast du vor? - Ich wei� nicht. Ich muss fort.

Gefiel es dir hier nicht?

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