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Stromboli Gottes Land
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"Ich lie� mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten.
Ich lie� mich finden von denen, die mich nicht suchten." Jesaja 65, 1
Fr�hling 1948 Eines der Lager f�r Kriegsfl�chtlinge
aus vielen L�ndern, die nach Italien geflohen sind.
Leihst du mir deinen blauen Pullover?
Die Weiber sind alle verr�ckt, seit die Soldaten im anderen Lagerteil sind.
Die Armen sind zu lange allein gewesen.
Jetzt sind sie wieder zu Hause und wollen sich am�sieren.
Na und? Wir haben auch unsere H�user und Familien verloren
und wissen nicht, wohin wir sollen!
Keiner von uns ist zum Spass hergekommen.
Mein Soldat versucht seit Wochen zu erfahren, wo seine Eltern sind.
Sie waren in Cassino.
Die Polizei sagt, man hat sie nach der Evakuierung nicht mehr gesehen.
Er war schon zweimal in Rom, aber auch da gab es keine Spur.
Karin, da ist dein Troubadour!
Wir sehen uns!
Das hoffe ich.
Hallo! - Guten Abend!
Ich warte schon lange. - Es ist frisch heute Abend.
Kalt? - Ja.
Was sagst du nur, anstatt von sch�nen Dinge zu erz�hlen?
Ich verstehe dich nicht. - Verstehst du mich so besser?
Komm, gr�� sie und dann geh! - Lass mich doch in Ruhe!
Ich will keinen �rger kriegen!
Ist ja gut. Ich gehe schon.
Weitergehen! - Ja, ich gehe gleich.
Lass das M�dchen da in Ruhe!
Macht alle, dass ihr wegkommt!
Ich bin in dich verliebt. Hast du dich entschieden?
Nimm's an oder lass es!
Ich weiss es noch nicht.
Nimm's an oder lass es!
Warum lachst du?
Du Verr�ckter! Du wei�t nichts �ber mich.
Wir treffen uns hier ein paar mal, und schon willst du mich heiraten? - Klar!
Und warum? - Weil ich dich sehr mag! Wie ein Verr�ckter!
Und was ist, wenn ich anders bin, als du denkst?
Ich kenne die Frauen. Und wenn du anders bist, dann zeige ich's dir!
Ihr redet wie die Taubstummen. Ihr macht immer so und so und so!
Ich schlage dich! - Willst du mich schlagen?
Dieser Stacheldraht! Du musst dich entscheiden.
Ich will weg von hier!
Wenn du es ernst meinst, dann warte bis morgen Abend.
Er ist ganz nett. Er kommt von einer Insel im Mittelmeer.
Er sagt, es w�re wundersch�n. - Gef�llt er dir?
Er spricht einen seltsamen Dialekt. Leider verstehe ich nicht alles.
Aber er ist verr�ckt wie ein Kind.
Und jetzt? - Ich weiss noch nicht, was ich tun soll.
Er will mich heiraten, der Verr�ckte.
Mal sehen, ob ich morgen das Visum f�r Argentinien bekomme.
Wenn nicht, weiss ich, was ich mache.
Lassen wir die N�chste rein. - Die ist eine absolute L�gnerin.
Wir haben wahrhaft phantastische Informationen �ber Sie.
Sie spricht nur italienisch oder litauisch. - Soll reinkommen.
Guten Tag.
Ihr Name? - Karin Jansen.
Wo sind Sie geboren? - Kosno, Litauen.
Geburtsdatum? - 4. Januar 1920.
Name des Vaters? - Karl Jansen.
M�dchenname der Mutter? - Maria Pascalis.
Beruf? - Keiner.
Erz�hlen Sie dem Herrn Konsul, wie sie hierher gekommen sind.
Ich lebte in der Tschecho- slowakei mit einem Architekten.
Er starb beim Einmarsch der Deut- schen. Danach war ich in Jugoslawien.
Nach der Eroberung bin ich nach Italien geflohen,
verfolgt von der Gestapo.
Ich schaffte es mit falschen Papieren, Rom zu erreichen.
Nach Mussolinis Sturz, w�hrend der deutschen Besetzung, litt ich sehr.
Dann wurde ich von den italienischen Beh�rden interniert.
Haben Sie eine Bescheinigung der argentinischen Beh�rde?
Der Herr Konsul sagt, dass dieser Brief nicht reicht,
um Sie in Argentinien einwandern zu lassen. - Ich verstehe.
Danke!
Danke.
Allm�chtiger Gott, segne diese Brautleute,
die heute den Bund der Ehe schlie�en wollen.
Lass sie wachsen in dem Glauben, den sie in dieser Feier bekennen,
und f�hre auch die Kinder, die du ihnen schenkst,
in die Gemeinschaft deiner Kirche.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder. Amen.
Wie f�hrst du? - Ich gehe nach Rom und nehme den Zug nach Messina.
Dann mal sehen, wie wir nach Stromboli kommen.
Da kommt sie.
Fasst mit an!
Viel Gl�ck!
Mir ist kalt! - Da ist es besser. Komm.
Wollt ihr hier sitzen? - Ja, danke sehr.
Ich will meinen Mantel. - Ich war in Australien in Gefangenschaft.
Ich in S�dafrika. Fahren Sie nach Stromboli?
Ja, ich arbeite im Leuchtturm.
Der Vulkan, guck mal!
Komm.
Schau es dir genau an. Da oben gibt es immer Feuer.
Es gibt immer Feuer? - Ja, immer. Sieh mal, wie die Steine ins Meer rollen!
Warte.
Meine Koffer. - Ja, setz dich.
Gib mir den Rest.
Hier.
Wie geht's? - Alles klar! - Nehmt das Gep�ck.
War nett, Sie kennen zu lernen. - Ja, das stimmt.
Kennst du meine Tante Rosaria? - Ja. - Dann lauf und ruf sie!
Willkommen, Antonio! - Danke, Herr Pfarrer!
Mein Frau. - Angenehm. Und viele Gl�ckw�nsche.
Danke. - Willkommen.
Ihr habt also die Papiere bekommen und sofort geheiratet? Gut.
Ich freue mich sehr! - Nicht mehr als ich!
Ich freue mich immer, wenn jemand zur�ckkommt und eine Familie gr�ndet.
In den letzten Jahren haben uns viele verlassen.
Andere warten, auswandern zu k�nnen: Nach Argentinien,
Australien, Amerika, Frankreich oder England.
Zu jedem Ort, f�r den man das Geld f�r die Reise zusammenbekommt.
Das Leben ist hart hier!
Und auch die Erde ist hart! - Ja, aber ich...
San Bartolo, unser Schutzpatron, segne euch!
San Bartolo hat die Lava und das Feuer des Berges
mit seinen H�nden gestoppt und uns gerettet!
Sie werden hier sehr gl�cklich sein. Sie haben jetzt eine Heimat.
Danke, Herr Pfarrer! - Aber bitte.
Guten Tag.
Das ist ein Kind.
Warum hast du dem Pfarrer die Hand gek�sst? - Das ist bei uns so �blich.
Wie trostlos!
Niemand hier! - Wenn keiner da w�re, w�ren auch keine Kinder da.
Tante Rosaria! - Endlich bist du zur�ck, mein Junge! Wie geht's dir?
Gut! Das ist Karin, meine Frau. Tante Rosaria. Sie war in Amerika.
Willkommen. - Sie waren wirklich in Amerika?
Ich habe schon was von der Welt gese- hen. - Und Sie sind zur�ckgekommen?
Hier ist meine Heimat. - Ist mein Boot noch da? - Nein, es ist verfault.
Wie l�uft das Fischen?
Gut. Gestern haben sie 130 St�ck gefangen.
Ist Vincenzo Bernardo zur�ck? - Er ist nach Argentinien gegangen.
Du hast keinen, der dir Geld schickt.
Seine Schwester hat seine Reise bezahlt.
Als der da gefallen ist, ist seine Familie nach Argentinien gegangen.
Alle gehen weg von hier.
Das ist unser Haus!
Hast du die Schl�ssel? - Es ist nicht abgeschlossen.
Worauf wartest du? Komm, komm.
Es ist fast wie fr�her.
Wieso fast? - Weil fr�her M�bel da waren.
Sieh mal! Komm!
Hier ist das Schlafzimmer.
Sieh mal, wie sch�n! Komm!
Karin!
Karin, komm!
Wo sind meine M�bel? - Bei mir.
Ihr da! Ruft ein paar Leute und lasst alles zu mir bringen!
Guck mal, wie die Lava den Berg runter kommt!
Schrecklich, dieser Berg!
Die H�user, die Felder, alles wird von der Lava zerst�rt.
Aber die mutigen Menschen gehen nicht weg, sie bleiben.
Die bauen alles wieder auf. Die Erde... Wie hei�t das?
Aus der Erde w�chst wieder was von Neuem.
Fr�chte wachsen. Fr�chte.
Lass das!
Was soll ich mit euren Fr�chten und eurer guten Erde?
Ich will nur weg von dieses verfluchten Insel!
Selbst die, die hier geboren sind, sind fort gegangen! Weit weg!
Was sagst du da? Was hast du?
Du bist meine Frau und bleibst hier, so lange ich das sage!
19.337 Lire.
Ist das alles? - Ja.
Und was macht man damit? - Vieles.
Ich bin deine Frau, aber ich bin nicht wie du!
Du hast heute Nacht gut geschlafen, ich aber nicht!
Ich bin da anders, ganz anders.
Das ist nicht meine Welt!
Das ist kein Leben! Deine l�cherlichen 19.000 Lire!
Ein Frau wie ich ist teuer! - Sprich nicht so schnell, ich verstehe dich nicht.
Geld! Du brauchst Geld f�r eine Frau wie mich!
Ich bin ein zivilisierter Mensch, der bessere Zeiten erlebt hat!
Was willst du damit? Hier muss man alles �ndern!
Ja, wir werden alles �ndern! - Aber wann?
Du tust nichts! Ich bin deine Frau, ich bin kein Tier.
Ja, aber du wirst sehen... - Ja.
Weinst du?
Was ist?
Du hast geweint.
Nein, du warst es nicht.
Junge, wie hei�t du?
Ich... Ich... - Sag mir etwas
Sag mir etwas. - Nein.
Nein? Sprich mit mir! Sprich mit mir! Sprich.
Was tut ihr hier? - Ihr Mann hat uns geschickt.
Ich verstehe Sie nicht. - Ich verstehe Sie gut, ich war in Amerika.
Ihr Mann hat uns zum Arbeiten hergeschickt.
Ich habe in Amerika im Hafen gearbeitet.
Ich habe viel verdient.
Und sonntags bin ich mit einem Auto zum Angeln gefahren.
Ich bin auch mit dem Auto gefahren. Zur Wohlfahrt!
In Amerika fahren alle Auto!
Aber wir sind alle zur�ckgekommen! - Der Vulkan ist sehr gef�hrlich.
Oft bricht er aus, und gl�hende Brocken fallen auf uns herab.
Sie richten viel Schaden an, verbrennen alles! So wie 1942.
Warum haben sie Amerika verlassen? - Amerika ist was f�r junge Leute.
Ich bin alt und wollte zur�ck nach Stromboli.
Mein Freund ist alt und er war immer etwas beschr�nkt.
Ich bleibe nicht hier. Ich will zu meinem Sohn nach Brooklyn.
Mein Sohn spart, um mir die Reise zu bezahlen.
In zehn Jahren bin ich wieder zur�ck in Brooklyn.
Wie alt sind Sie? - 73!
Da ist sie!
Guten Tag, wie geht es Ihnen heute? - Guten Tag, Herr Pfarrer!
Haben Sie sich schon eingelebt? - Ich bin immer drau�en,
denn mein Haus ist voller alter M�nner, die nur von Amerika sprechen.
Bleiben Sie sitzen. - Danke.
Mit der Zeit und etwas Geduld wird das schon was werden.
Was werden? Meinen Sie vielleicht den Vulkan?
Nein, ich spreche von Ihrem Haus und von Ihnen.
Vielleicht kann ich Ihnen helfen.
Ich sagte Ihrem Mann, dass er die Ziegel vom Haus der Moletas nehmen kann.
Die Moletas sind seit 26 Jahren fort. Die kehren sicher nicht zur�ck.
Ich bin eine Art Treuh�nder f�r die Leute, die nicht mehr hier sind.
Diese Ziegel werden euch n�tzlich sein. Keiner wird sich daran st�ren.
Die, die fort sind, helfen denjenigen, die hier geblieben sind.
Und ich bin der Vermittler.
Bitte helfen Sie mir! Ich kann hier nicht leben. Antonio ist noch ein Junge!
Ja, ich mag ihn sehr, aber er versteht eine Frau wie mich nicht.
Ich glaube, er versucht, eine Arbeit zu finden.
Die Fangzeit hat begonnen. Und die Boote waren schon alle besetzt.
Auf Stromboli gibt es nur vier Boote.
Alle anderen geh�ren den Nachbarinseln.
Antonio bem�ht sich sehr, Arbeit zu finden.
Es ist sehr hart f�r ihn.
Es hat ihm einmal ein Boot geh�rt.
Er wird alles f�r Sie tun. Das hat es mir gesagt.
Ja, das glaube ich.
Aber er versteht nicht, dass ich hier nicht bleiben kann.
Zum Auswandern braucht man Geld. Und einen Ort, wohin man gehen kann.
Sogar die, die hier geboren sind, wollen von hier weg!
Und ich bin noch dazu eine Ausl�nderin!
Dieser f�rchterliche Felsen, diese �dnis! Und immer diese Angst!
Ich werde hier verr�ckt Helfen Sie mir, bitte!
Ihr seid beide jung. Antonio soll sparen, dann k�nnt ihr irgendwann fort.
�ben Sie t�glich Ihre Pflichten, und die Wartezeit wird nicht so schwer sein.
Und vertrauen Sie in Gottes Barmherzigkeit.
Gott war mit mir nie barmherzig.
Hast du was gefangen? - Ganz viel!
Unser Boot ist voller Fische!
Karin! Sieh nur!
Tausende davon haben wir gefischt! Die Boote sind voll! Wir sind reich!
Verstehst du? Morgen bringen wir sie nach Messina.
Wovon redest du? - Von etwas Phan- tastischem. Ich bin noch ganz nass!
Wir werden sie selber verkaufen.
Direkt! Ciao!
Signora! - Ja?
Wir sind fertig. Kommen Sie? - Ja, ich komme gleich.
Gef�llt es Ihnen? - Bravo! Wunderbar!
Ist es so sch�n. - Gro�artig! Wunderbar!
Vielen Dank!
Diese Bank. M�chte ich hier haben.
Was ist mit diesem Stuhl? - Ich wollte, dass Sie die Beinen k�rzen.
Habe ich schon. - Nein, ich m�chte, dass alle die gleiche H�he haben.
Ach so. - Gut.
Guten Tag!
Wollen Sie nicht reinkommen?
Sehr freundlich, dass Sie mich besuchen!
Ich zeige Ihnen das Haus. Oh mein Gott! Kommen Sie rein!
Sagen Sie Ihnen, sie m�chten reinkom- men? - Sie sagt, ihr sollt reinkommen.
Wieso gehen Sie? Was haben Sie gesagt?
Was Sie gesagt haben. - Guten Tag, Tante Rosaria. Treten Sie ein. - Nein.
Was habt ihr alle gegen mich? Ich habe nichts getan. Warum gehen die weg?
Weil du schlecht bist. Du bist nicht bescheiden.
Aber ich habe nichts verbrochen!
Was kann ich daf�r, wenn ich anders bin, anders spreche und anders denke?
Ich versch�nere nur unser Haus. Was ist daran schlecht?
Du bist nicht bescheiden genug!
Glauben Sie, mein Mann wird heute zur�ckkehren? - Eher nicht.
Dann bringen Sie mich zu dieser Frau mit der N�hmaschine.
Sie kann mir helfen, mein neues Kleid zu n�hen.
Wenn man zu tun hat, ist das Warten nicht so schlimm.
Die ist keine Frau f�r Sie. Sie hat ein schlechte Ruf!
Das ist egal, denn ich kann auf mich aufpassen.
Wohnt Sie weit weg? - Hinter der Kirche.
Warten Sie. Ich hole den Stoff, und Sie begleiten mich.
Warum hat sie das getan? - Es war bestimmt keine Absicht.
Das ist ihr Haus. - Kommen Sie mit mir mit?
Nein. - Um mich vorzustellen. - Nein. - Warum nicht?
Weil meine Frau sehr eifers�chtig ist! - Ach so. Guten Nacht. Danke.
Guten Nacht!
Guten Abend! - Guten Abend!
K�nnen Sie das hier n�hen? Mit der Maschine? - Ja.
Hier und auch noch hier.
Ach, Sie sind das!
Sind Sie krank? Was haben Sie? - Ein bisschen Malaria.
Oh, Malaria! Und wer ist dann im Leuchtturm?
Mein Helfer.
Der �rmste muss da bleiben, bis Sie zur�ck sind? - Tja.
Signora! - Ja?
Danke.
Noch etwas hier.
Wollen Sie es anprobieren? - Sicher. Danke.
Ich probiere es mal an.
Angiolina! Magst du uns nicht mehr? - Weiterspielen!
Wo kommt die Frau her?
Was macht ihr da? - Eine tolle Frau! Sieh mal!
Was ist los?
Karin! - Bist du schon zur�ck?
Komm sofort mit! - Lass mich erst umziehen, sonst sehen die mich so!
Ich sagte, dass wir sofort gehen!
Komm jetzt.
Geh schon!
Wenn ich dich da wieder erwische, schlage ich dich tot!
Ich war bei ihr wegen der N�hmaschine!
Bei dieser Hure?
Sch�mst du dich nicht? - Ja, Ja! Du machst mir keine Angst -Vorw�rts!
Vielleicht bist du so, weil du jetzt reich bist.
Das Geld steigt dir zu Kopf. Deswegen bist du so.
Wie viel hast du f�r deine Fische bekommen? - Hier.
Wie viel? - 30.000 Lire.
30.000 Lire! - Die anderen haben mehr bekommen. - Warum?
Die haben mich betrogen.
Die m�gen dich nicht und wissen, dass ich f�r dich sorgen muss.
So lange ich kein eigenes Boot habe, kriege ich den kleinsten Anteil.
Aber ich werde weiter f�r dich arbeiten.
Ja. - Ich werde immer f�r dich arbeiten.
Mach dir keine Sorgen.
Mach das Licht an. - Ja.
Schau mal!
Du hast alles ver�ndert.
Die Bilder... - Die Bilder von deiner Familie sind nicht mehr da.
Und die Madonna? - Auch die.
Meine Mutter hat sie aufgeh�ngt. - Ich weiss.
Ich habe sie auch aufgehoben.
Schau mal!
Wird das im Haus bleiben? - Ja, gef�llt es dir nicht?
Ja, sehr h�bsch.
Ich habe alles getan, um das Haus f�r ihn und mich sch�n zu machen,
damit das Warten nicht so schwer ist.
Aber als er es gesehen hat, hat er nichts dazu gesagt.
Er hatte nicht den Mut, etwas zu sagen. Aber ich kenne ihn.
Ich wollte ihn damit �berraschen, dass ich das Haus versch�nere.
Diese scheu�lichen M�bel, die Fotos seiner Eltern!
Da habe ich gef�hlt, wie w�tend er auf mich war.
Ich verstehe. Antonio hat ein gutes und einfaches Gem�t.
Seine einzige Lebenserfahrung hat er beim Milit�rdienst gemacht.
Das verstehe ich. Aber ich brauche jemanden, der auch mich versteht.
Sie sind ein Mann, der Verst�ndnis f�r mich hat.
Helfen Sie mir. Bleiben Sie in meiner N�he, sonst werde ich ungl�cklich.
Ich leide sehr. Glauben Sie mir.
Sie m�ssen tapfer sein Sie sind beide noch jung.
Verlangen Sie, dass ich hier meine Jugend vergeude? Das mache ich nicht.
Und was wollen Sie machen? - Ich weiss es nicht.
Deshalb bin ich hier. Sie m�ssen einen Ausweg finden. Helfen Sie mir.
Antonio ist unreif, das wissen Sie.
Man muss mit ihm wie mit einem kleinen Kind reden.
Er erregt sich wegen jeder Kleinigkeit. Sie m�ssen mit ihm sprechen.
Das wird nicht helfen. Ihr Mann ist so ungl�cklich wie Sie,
wenn nicht ungl�cklicher. - Sie sehen also keine Hoffnung?
Verlieren Sie nicht den Mut und die Geduld.
Ich werde seinen Verwandten in Amerika und Australien schreiben
und sehen, ob eine Auswanderung m�glich ist.
Bitte, tun Sie das. Denken Sie, es w�re m�glich?
Ich glaube schon. Die Leute von dieser Insel sind sehr gutm�tig.
Zum Beispiel ging Francesco Di Mattina nach Amerika und starb dort.
Er war Witwer, ohne Kinder. Er hat sein Verm�gen, 3000 Dollar,
Stromboli hinterlassen, um den Alten zu helfen und den Friedhof zu pflegen.
Ich verwalte sein Geld.
Ich wusste, Sie sind der Einzige, der mir helfen kann.
Ich bin nur ein armer Priester, aber ich habe gelernt, die Leute zu verstehen.
Die Toten f�hlen nichts! Die ruhen in ihren Gr�bern,
aber was wird aus uns Lebenden? - Ich weiss.
W�re es nicht besser, wenn das Geld f�r junge Menschen verwendet w�rde?
Vielleicht... - Bitte h�ren Sie zu!
Sie wissen nichts �ber mich und meine Vergangenheit.
Ich bin eine verlorene Seele. Ich habe ges�ndigt, Abenteuer gehabt.
Ich bin den schlimmsten Instinkten gefolgt.
Jetzt weiss ich, dass ich gefehlt habe.
Ich will ja mein Leben �ndern, aber das ist zu viel!
Ich weiss nicht mehr, was ich noch tun soll!
Schon als ich Sie zum ersten Mal sah, habe ich Mitleid mit Ihnen gehabt.
Deshalb m�chte ich Ihnen helfen.
Sie sind so gut zu mir.
Danke.
Das wird Sie erfrischen.
Trinken Sie. - Ich sch�me mich so.
Vielleicht habe ich Fehler gemacht. Ich komme aus einer reichen Familie.
Durch den Krieg verloren wir alles. Dann lernte ich einen Mann kennen,
einen deutschen Offizier.
Er schien menschlicher als die anderen zu sein,
so jung und fr�hlich.
Ich war hingerissen, verloren.
Ich habe ges�ndigt, aber daf�r bezahlt.
Sie sind so einf�hlsam, voller Erfahrung.
Ich bin nur ein einfacher Priester.
Aber ich kann mich Ihnen �ffnen. Bei Antonio kann ich das nicht.
Sie sind der einzige Mann, dem ich vertraue.
Ich bin nur der Priester einer kleinen Fischergemeinde!
Aber Sie k�nnen viel mehr als das. - Ich bin ein Priester!
Ich kann Ihnen nur durch Gottes Wort und Gebete helfen.
Sie... Sie...
Ihr Gott kann mir nicht helfen! Sie...
Ich kann f�r Sie nur Mitleid f�hlen!
Gott segne Sie! Gehen Sie in sich, bereuen Sie, beten Sie!
Oh! Du bist schon da? - Ja.
Wieso bist du heute schon so fr�h zur�ck? - Wo warst du?
Ich war spazieren und danach in der Kirche.
Ach, was ist das? - Ich habe ein Frettchen gekauft.
S��! Ein Frettchen!
Was hast du bezahlt? - Nicht viel. Morgen fangen wir Thunfische.
Was ist das? - K�der f�r die Fische.
Warum hast du so ein Tier gekauft? - Es f�ngt wilde Kaninchen.
Kaninchen? Wie? - Willst du es sehen?
Schau! - Was willst du da tun?
Nein, lass es! - Her damit!
Nein! Nein! Nein!
Wie schrecklich! Aufh�ren!
Aufh�ren! Es reicht! - Beruhige dich!
Du grausamer Mensch!
Ach, Sie sind es!
Wie geht es Ihnen? Geht es Ihnen besser? - Ja.
Er ist weg.
Was war das? - Ein Tintenfisch.
Tintenfisch?
Schauen Sie.
Sehen Sie ihn?
Hier!
Geh�rnt!
Geh�rnt! Geh�rnt!
Lass das! Deine Frau ist daran schuld. - Was hat sie getan?
Nichts, aber sie bleibt eine Fremde!
Das Essen steht auf dem Tisch. Ich habe keinen Hunger.
Was hast du? Ich habe nichts getan!
Gehen wir!
Die Messe f�ngt gleich an.
Lass uns gehen. - Du bleibst hier! Verstanden?
Komm, wir warten die ganze Zeit schon auf dich!
Hast du alles mitgenommen?
Antonio!
Was gibt es? - Nichts, ich wollte dich �berraschen.
Komm her!
Komm her, ich steige ins Boot.
Die hat uns gerade noch gefehlt.
Ich hoffe, es st�rt dich nicht, dass ich gekommen bin.
Ich wollte dich sehen, bei dir sein.
Sag mir, dass du dich freust! Lach! Freu dich!
Ich kann auch gehen. Ich will dich nicht vor den anderen in Verlegenheit bringen.
Nein, bleib!
Warte, die haben einen Fisch! Fahren wir!
Lass uns gehen!
Wie f�hlst du dich? - Besser. - Hat es dir nicht gefallen?
Nein, es war schrecklich!
Was hast du? - Ich f�hle mich nicht wohl.
Warum?
Bist du vielleicht... - Ja, seit drei Monaten weiss ich,
dass wir ein Kind bekommen.
Karin! Ich bin so gl�cklich!
Und du? - Ja. Ich bin auch gl�cklich.
Ein Motorboot! Kommen die, um uns zu helfen? - Nein, die sind aus Ginostra.
Was ist Ginostra? - Ein Dorf auf der anderen Seite der Insel.
Unser Haus steht noch! - Ja.
H�r zu, ich muss mit dir reden.
Ich kann hier nicht bleiben. - Und?
Ich werde gehen. Ich will das Kind nicht hier bekommen.
Wirklich? - Ich werde gehen. - Ja?
Ja, ich werde gehen!
Wenn das Kind hier geboren wird... - W�hrend des Ausbruchs 1930...
Mir reicht der von gestern. Der von 1930 interessiert mich nicht.
Ich werde gehen! Und nichts wird mich aufhalten! - Karin, h�r mal...
Gib mir das Geld. Du brauchst es nicht. Es ist sowieso so wenig.
Vielleicht f�r dich. - Ich habe hier nur Angst. Woanders lebe ich freier.
Versuch nicht, mich hier zu halten.
Und schau mich nicht so an! Das �ndert nichts
Antonio, geh Wasser holen! Ich will mich waschen.
Hast du verstanden?
Antonio, was machst du?
Antonio! Antonio!
Mach auf! Mach auf! Was machst du, Antonio? Du bist ja verr�ckt!
Mach die T�r auf!
Antonio!
Hallo! Hallo!
Sie in dem Boot! Ja, Sie!
Hilfe! Hilfe!
Kommen Sie her!
Sie m�ssen mir helfen. Ich kann nicht raus, mein Mann hat die T�r verriegelt.
Helfen Sie mir. - Warum hat er das gemacht?
Lassen Sie mich erst raus, dann erz�hle ich es.
Danke. - Was ist passiert? - Nicht hier. Es ist zu gef�hrlich. Gehen wir.
Da!
Das ist wirklich sch�n.
Hier ist es ruhig.
Setz dich.
Mein Mann ist eifers�chtig.
Und gemein.
Er ist auf Sie eifers�chtig.
Wissen Sie noch, als Sie krank waren, und ich zum N�hen da war?
Er war so w�tend! Dann erfuhr er von der Geschichte mit dem Tintenfisch.
Er hat mich damals geschlagen. Wie ein Tier.
Ich kann nicht mehr! Ich muss von hier weg, aber ich kann es nicht ohne Hilfe.
Wenn ich das Dorf auf der anderen Seite der Insel erreichen k�nnte!
Aber ich habe kein Geld.
Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen helfen. - Wirklich?
Aber er ist zu allem f�hig!
Haben Sie keine Angst? - Ich habe keine Angst vor ihm.
Ich will ihn nicht mehr sehen. Ich will nur weg! - Ich fahre Sie mit dem Boot.
Nein, man wird das sofort bemerken.
Ich muss alleine gehen. - Das schaffen Sie nicht, so lange zu rudern.
Ich gehe zu Fu�. - Sie m�ssten �ber den Vulkan laufen. - Das macht nichts.
Und dann? - In Ginostra gibt es gr��ere Motorboote.
Ich finde vielleicht eines, das mich nach Lipari oder Messina bringt.
Meine Hilfe wollen Sie also nicht? - Doch, ich will sie.
Aber Sie m�ssen beim Leuchtturm bleiben.
Nein, in ein paar Tage habe ich Urlaub.
Ich kann nicht warten. K�nnen Sie mir Geld geben? - Das werde ich.
Das ist das Ende!
Genug!
Ich werde es niemals schaffen!
Ich habe Angst!
Gott, wenn es dich gibt,
dann schenke mir etwas Frieden.
Schenke mir etwas Frieden!
Oh Gott!
Gott!
Was f�r ein Wunder!
Wie sch�n!
Nein, ich kann nicht zur�ck.
Ich will es nicht.
Die sind schrecklich.
Es ist alles schrecklich.
Die wissen nicht, was sie tun.
Aber ich bin noch schlimmer!
Ich werde dich retten, mein Kind!
Gott! Mein Gott! Hilf mir!
Gib mir die Kraft, den Verstand und den Mut!
Gott! Gott! Mein Gott!
Gott, sei barmherzig!
ENDE
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