All language subtitles for Der.Maulwurf.-.Undercover.in.Nordkorea

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Original subtitles

Alles begann mit einem Vorschlag

von einem mir unbekannten Mann aus Dänemark.

Das ist er, in seiner kleinen Wohnung

am Stadtrand von Kopenhagen.

Wäre es ein Spielfilm, hielte man das für unrealistisch:

Er trifft sich mit nordkoreanischen Waffendealern in Afrika.

"Gehen Sie rein."

Oder holt bei der nordkoreanischen Botschaft

in Schweden geheime Dokumente ab.

"Wenn etwas schief geht, weiß die Botschaft von nichts, okay?"

"Klar."

Aber das ist kein Spielfilm.

Alles in diesem Film ist wahr

und über einen Zeitraum von zehn Jahren passiert.

Das ist unser Mann mit 14 in Dänemark.

Er feiert seinen Geburtstag.

Zu seinen Gästen gehören auch Kinder aus der damaligen DDR.

Heute behauptet er, dass die Freundschaft zu diesen Kindern

und deren Erfahrungen in einem totalitären Regime

zu seiner Entscheidung geführt hat.

Er wollte eine der brutalsten Diktaturen der Welt unterwandern:

Nordkorea.

Falls das stimmt, wäre es eine gute Erklärung.

Aber warum sich der Mann wirklich in Lebensgefahr begibt,

spielt letztlich keine Rolle.

Was zählt, ist seine Arbeit als Maulwurf.

Ich bitte eine Expertin, alles zu beurteilen.

Annie Machon ist in der Welt der Geheimdienste als Person umstritten.

Nicht aber ihr Talent,

Agenten nach einem Einsatz kritisch zu befragen.

Annie, der Maulwurf ist gestern angekommen

und steht bald zur Verfügung.

Sie haben Zweifel?

Wir besprechen das vielleicht besser,

nachdem Sie den Maulwurf kennengelernt haben.

Hallo, Ulrich, ich bin Annie. Hallo, Annie.

Sehr erfreut.

Ich habe für den britischen Nachrichtendienst gearbeitet,

den MI5.

Eine meiner Aufgaben war die Befragung von Agenten.

Deshalb hat mich das Filmteam gebeten,

Sie über Ihr Leben in den letzten zehn Jahren zu befragen.

Können Sie mir mehr über den Maulwurf sagen? Seinen Hintergrund?

Wenn er eine Bank ausrauben würde, könnte ihn keiner beschreiben.

Unauffällig?

Absolut. Perfekt.

Warum interessieren Sie sich für Nordkorea?

Das ist eine lange Geschichte.

Ich kürze die lange Geschichte mal ab.

2006 drehte ich als dänischer Journalist

in Nordkorea den Dokumentarfilm "The Red Chapel".

Das Regime in Pjöngjang hasst meinen Film.

Darum darf ich nie wieder nach Nordkorea einreisen.

Aus westlicher Sicht hat der Film durchaus enthüllende Momente.

Aber er bringt keine Beweise,

dass Nordkorea ein böses und kriminelles Gebilde ist.

Seither versuche ich, das zu belegen.

Doch mir sind die Hände wegen der Einreisesperre gebunden.

Der Mann, den ich Maulwurf nenne,

hat in Dänemark meinen Film gesehen.

Er kam auf die Idee,

dass er an meiner Stelle nach Nordkorea reisen könnte.

Warum nicht? Einfach los.

Dann habe ich eine E-Mail an Mads geschickt.

Vor etwa zehn Jahren schrieb er mich an.

Er wollte wissen, ob ich einen Film über ihn machen möchte,

wie er die dänische

"North Korean Friendship Association" unterwandert.

Wie sind Sie vorgegangen?

Erzählen Sie mir genau, wie Ihre ersten Schritte waren.

Was haben Sie dabei gedacht?

Bei der "Korean Friendship"? Ja.

Ich habe die dänische Gruppe kontaktiert

und ihr Vorsitzender, Anders Kristensen,

hat mich zum nächsten öffentlichen Treffen eingeladen,

drei Wochen später.

Als ich ankam, war er alleine,

und versuchte gerade, eine nordkoreanische Flagge aufzuhängen.

Ich bin also hin, sage Hallo, gebe ihm die Hand.

Das war sehr...

Das war kein Handschlag, seine Hand war richtig schlüpfrig.

Ich dachte: Das ist doch kein Mann.

Eine Qualle? Genau.

Er hatte es eilig, mich als neues Mitglied vorzustellen.

"Nordkorea machte gestern um 11.57 Uhr

seinen dritten Atombombentest.

Die Explosion war deutlich stärker als 2006 und 2009."

Ich habe ihm gesagt, dass ich an Informationen

von internationaler Brisanz interessiert bin.

Weil die dänische "North Korean Friendship Association" selbst

eher ein kläglicher Haufen ist.

Er sagte: "Informiere mich, wenn es interessant wird, okay?"

Ich habe ihm auch mitgeteilt,

dass er von mir kein Honorar bekommt.

Das war ihm egal. Und dann hat er losgelegt.

Der Maulwurf verschwindet im Kaninchenbau

und entdeckt eine groteske Welt:

Dänische Rentner, die echte Fans von Nordkorea sind.

Langsam steigt der Maulwurf auf, bis er im Vorstand sitzt.

In der Hierarchie gleich hinter dem Vorsitzenden Anders Kristensen,

einem überzeugten Kommunisten.

Der hat in seiner Glanzzeit sogar den Gründer Nordkoreas,

den ewigen Präsidenten Kim Il-sung getroffen,

den Großvater des heute herrschenden Kim Jong-un.

"Du kannst es jetzt aufhängen."

Der Maulwurf filmt während der gesamten Zeit.

Angeblich für YouTube-Videos über seine Arbeit im Vorstand.

"Ich bin stolz, im Vorstand zu sein.

Ich kämpfe dafür, das fantastische Land Nordkorea zu verteidigen.

Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Freunde oder Genossen

morgen schon die größten Feinde sein können.

Es gibt immer eine fünfte Kolonne an Spionen.

Dessen müssen wir uns bewusst sein."

Wie ging es weiter, als Sie im Vorstand saßen?

Mein größter Wunsch war, nach Nordkorea zu kommen.

Dafür muss man Mitglied einer Vereinigung sein.

"Ulrich ist ein Vorstandsmitglied.

Er macht einen Film über unsere Arbeit.

Er wird uns auch in etwa einer Woche nach Nordkorea begleiten."

"Bei unserer Ankunft machen wir ein Gruppenbild für die Zeitung."

"Alles klar?"

Der Maulwurf geht nach Nordkorea,

und die Nordkoreaner mögen ihn.

Seine wichtigste Kontaktperson ist ein Mann namens Kang.

Er arbeitet für das Kulturministerium.

"Alles unter Kontrolle?" "Ja, ja."

"In Korea haben sie immer alles im Griff."

Kang ist eine Schlüsselfigur

in dieser Geschichte voller Betrug und Intrigen.

"Wir vertrauen euch wie guten Freunden."

"Ja."

"Aber ihr versteht sicher, dass es sensible Orte gibt.

Spione könnten daran interessiert sein.

Das sind militärische Einrichtungen." - "Ja."

"Darum sind alle Koreaner sehr wachsam."

"Hi. Schön, Sie zu treffen. Hallo."

Wo auch immer der Maulwurf in Nordkorea ist, er filmt.

Oder lässt filmen.

Zum Beispiel, als er einen Orden bekommt

für seinen Einsatz für das Regime.

"Herzlichen Glückwunsch."

Wann kam die Sache in Bewegung?

2012 traf ich in Nordkorea den Spanier Alejandro Cao de Benos.

Erkennen Sie ihn auf diesem Foto?

Das ist er. Ja?

Er ist der Vorsitzende der "Korean Friendship Association", der KFA.

Er sagt, es gibt hunderttausende Mitglieder auf der ganzen Welt.

Unter den Freunden des Regimes von Pjöngjang

ist Alejandro Cao de Benos eindeutig der Wichtigste.

Seine "Korean Friendship Association"

ist ein internationaler Dachverband.

Hier versammeln sich Menschen aus aller Welt,

die Nordkorea für das Paradies halten.

Alejandro Cao de Benos ist Gründer der "Korean Friendship Association".

Wer Geschäfte in Nordkorea machen will,

kommt an ihm nicht vorbei.

So war er auch für mich Eintrittskarte und Tourguide,

als ich 2006 nach Nordkorea reiste.

Hier posieren wir für eine nordkoreanische Zeitung.

Alejandro ist in Spanien geboren und lebt auch dort.

Ich habe damals nicht verstanden, was ihn daran reizt,

den Cheerleader für Nordkorea zu spielen.

Laut UN foltert und tötet die nordkoreanische Regierung

systematisch politisch unliebsame Bürger.

Für Alejandro Cao de Benos sind das Fake News.

Ist Alejandro gefährlich?

Ja. Besonders, wenn er in Nordkorea ist.

Er hat die Macht, Dinge zu verändern, die ihm nicht passen.

Er ist ein kleiner Diktator in seiner eigenen Welt.

Sie treffen ihn also in Pjöngjang und fliegen nach Europa zurück.

Und Ihr zweites Treffen ist in Spanien. Ja.

"Hallo, wir sind hier in Barcelona

vor dem Hotel Astoria.

Mein Kollege Ulrich und ich hatten gerade ein wunderbares Treffen,

wir haben interessante Dinge besprochen."

Wie lief das Treffen ab?

Es fand in einem kleinen Hotel am Stadtrand statt.

Wir haben zwei oder drei Stunden geredet.

Natürlich viel über Nordkorea.

"Ich hatte ein großartiges Treffen

mit unserem spanischen Genossen Alejandro Cao de Benos."

Er sprach auch von Anders.

Er ist gut darüber informiert,

was Anders in den letzten Jahren gemacht hat.

Es gibt bei ihm keine Entwicklung oder neue Impulse.

Ich stimme dem zu.

Und was wollte Alejandro?

Ich sollte der offizielle Beauftragte

der KFA in Dänemark werden.

Darum gründe ich jetzt meine eigene Sektion der KFA in Dänemark,

wie mit Alejandro vereinbart.

Ich werde einer seiner engsten Vertrauten.

Er will, dass ich auch international Kontakte herstelle."

Und so beginnt der Maulwurf,

in der "Korean Friendship Association" zu graben,

um die Geheimnisse der Unterstützer von Pjöngjang zu lüften.

"Lang lebe unser Oberbefehlshaber Kim Jong-un."

"Die letzte Rede hält Ulrich Larsen.

Genosse Ulrich, du sprichst im Namen der KFA Dänemark?"

"Ich bin Ulrich Larsen

und ich vertrete den neuen Ableger der KFA Dänemark.

Ich freue mich sehr, hier auf dem Jahrestreffen zu sprechen.

Jonas, kannst du filmen, wie wir uns begrüßen? Prima."

"Nur nichts verdecken. Es muss eine Totale sein."

"Die Gesichter nicht verdecken."

"Alejandro, wie schön, dich zu sehen.

Ich freue mich, wie immer, hier zu sein."

Auf meinen Rat hin hatte der Maulwurf

einen Profi-Kameramann in die KFA Dänemark eingeschleust.

Als seinen persönlichen Assistenten.

Kennt Alejandro Ihre Lebensumstände? Ja.

Das ist einer der Gründe, warum er mich wollte.

Er dachte, ich habe viel Zeit,

um der Mann für Nordkorea in Skandinavien zu sein.

Der Maulwurf hat so viel Zeit,

weil er im echten Leben ein Koch im Vorruhestand ist.

Wegen einer chronischen Erkrankung

lebt er von staatlicher Unterstützung.

Er ist verheiratet,

hat Kinder und wohnt in einem Vorort von Kopenhagen.

Ein scheinbar ganz normales Leben.

Insofern ist er der beste Maulwurf, den man sich wünschen kann.

"Es ist ein harter Kampf gegen die dänischen Medien.

Sie drucken meist imperialistische Propaganda."

Übrigens sind viele Mitglieder der KFA arbeitslos.

Er ist für sie so wichtig, weil sie sich angenommen fühlen.

Jeder braucht was. Genau.

"Lasst uns noch stolzer und stärker werden,

bis zum endgültigen Sieg.

Danke."

Ich nahm an den Jahrestreffen der KFA quer durch Europa teil.

"Ich rufe Ulrich Larsen auf,

unseren offiziellen Vertreter in Dänemark.

Ulrich, zeige bitte deinen Orden."

Zwei Jahre später war ich der KFA-Vertreter Skandinaviens.

Er gab mir also vier Länder.

Ein schneller Aufstieg. Ja, ziemlich.

Wofür waren Sie da verantwortlich?

Er wollte natürlich, dass ich auf Medien reagiere,

wenn sie Lügen verbreiten, aus nordkoreanischer Sicht.

"Jonas dreht kurze Videoclips, die wir heute auf Facebook posten.

Die könnt ihr dann teilen."

Wissen Sie, ob er seine Frau eingeweiht hat?

Ich glaube nicht.

In Nordkorea riechen die Menschen schlecht.

Also, ich meine, nicht sie selbst, sondern ihr Parfüm.

Sie riechen stark nach Alkohol.

Ich hatte das Glück,

so ein Parfüm von meinem Vater zu bekommen.

Ich habe mir angewöhnt, mich damit einzusprühen,

wenn ich mich mit ihnen treffe.

Der Geruch erinnert mich dann immer daran,

dass ich unter Nordkoreas Flagge laufe.

Was hat Ihre Frau zu dem komischen Geruch gesagt?

Ich habe es anders erklärt.

Ich konnte sie nicht einweihen, sie hätte mich nicht gehen lassen.

"Sasha. Und?" Hi.

Wir sind fertig für heute. Ich bin müde.

War ein langer Tag mit Besprechungen.

Viele komische Informationen. "Okay."

Geht's den Kindern gut? "Ja, wir waren im Tivoli."

Okay. "Sie hatten viel Spaß.

Ich rufe später zurück."

Morgen? Okay. "Gut."

Was will Alejandro vom Maulwurf?

Ich soll Leute finden, die Geld in Nordkorea investieren.

Schon 2013 erzählt der Maulwurf

in einer Einsatzbesprechung in Dänemark,

dass der KFA-Vorsitzende die Akquise von Investoren fordert.

Er hat von drei Investment- Projekten in Nordkorea gesprochen.

Welche? Hat er nicht gesagt.

Er sucht Kapital zwischen 50.000 und einer Million Euro.

Nordkorea fehlen Devisen.

Wegen der strengen UN-Sanktionen ist es schwierig,

dort zu investieren.

Kein vernünftiger Mensch

würde Nordkorea freiwillig mit Geld beglücken.

Darum erfinde ich einen Investor.

Mit ihm soll der Maulwurf hinter die Pläne des Spaniers kommen.

Es gibt übrigens noch eine zweite involvierte Person.

Mr. James, er heißt in Wirklichkeit Jim,

spielt für mich die Rolle eines skrupellosen Milliardärs.

Im echten Leben war Jim in der französischen Fremdenlegion.

Später hatte er die Schickeria von Kopenhagen mit Kokain versorgt.

Die Folge: Acht Jahre Gefängnis.

Heute ist er ein seriöser Geschäftsmann.

Der perfekte Mann für dieses gefährliche Rollenspiel.

Der Maulwurf verspricht Alejandro

ein Treffen mit dem Investor seiner Träume:

Mit Mr. James, einem eleganten skandinavischen Öl-Milliardär.

Wie sind Sie vorgegangen?

Ich kannte James erst fünf Stunden.

Ich hatte ihn morgens am Flughafen getroffen,

und wir haben noch nicht einmal nebeneinander im Flugzeug gesessen.

Der Plan war, die beiden einander vorzustellen.

Und dann schauen, was passiert? Genau.

Welche Art von Investition in Nordkorea

würde Alejandro Cao de Benos wohl Mr. James vorschlagen?

"Hoffentlich geht alles glatt. Du machst das oft, ich nicht."

"Natürlich."

"Ich bin nervös."

"Sekunde. Kommen Sie rein. Bin gleich so weit."

"Okay, danke."

"Entschuldigung. Erfreut, Sie kennenzulernen.

Danke, dass Sie gekommen sind."

"Das ist Alejandro, der Vorsitzende der KFA."

"Ich bin bei der Regierung Nordkoreas

für internationale Beziehungen zuständig."

"Danke, ich würde Ihnen gerne meine Karte geben,

aber mein Koffer steckt noch in Kuala Lumpur.

Wir werden sie Ihnen per Mail schicken."

"Kein Problem."

Was für eine Tarngeschichte haben Sie sich für James ausgedacht?

Alejandro würde ja sicher seinen Hintergrund überprüfen?

Er wollte unbedingt, dass Geschäfte in die Gänge kommen.

Er dachte, er hätte einen großen Fisch gefangen

und dass die Nordkoreaner ihn befördern.

Ihm war der Name unwichtig?

Ich habe ihn einfach als James vorgestellt.

"Ich arbeite für eine Investmentgesellschaft.

Bislang haben wir in Öl, Gas, Waffen, Metall

und pharmazeutische Produkte investiert.

Unser minimales Investment ist 50 Millionen Euro."

"Fünf null?" - "Ja, fünf null.

Sonst lohnt sich der Gewinn nicht."

"Ich habe Kontakte bis hinauf zu Marschall Kim Jong-un,

wenn nötig erstatte ich unserem Obersten Führer direkt Bericht.

Wie Sie vielleicht wissen,

steht unser Land unter Sanktionen der Vereinten Nationen,

auf Betreiben der USA.

Darum haben wir uns andere Wege geschaffen.

Zum Beispiel wickeln wir über Firmen in China,

Südostasien und Malaysia Transaktionen ab.

Offiziell werden die Sanktionen der UN eingehalten,

tatsächlich werden sie umgangen."

Wurde auch über die Art der Geschäfte gesprochen? Ja.

Alejandro erzählte schon nach ein paar Minuten,

dass sie in der Demokratischen Volksrepublik Korea

alles produzieren können, er sagt DPRK.

"Die DPRK ist das einzige Land auf der Welt,

das keinen internationalen Regeln folgen muss.

Nordkorea ist abgeschirmt. Keiner kann Ihre Konten einfrieren.

Selbst Interpol hat keine Chance,

weil wir kein Mitglied bei Interpol sind.

So können wir tun und lassen, was wir wollen.

Das kann kein anderes Land."

"Wir entwickeln pharmazeutische Produkte,

die überall sonst verboten sind.

Ein Pharmaunternehmen aus Kanada hat angefragt,

ob wir so etwas Ähnliches wie Methamphetamin herstellen können.

Das ist praktisch das Gleiche wie Crystal Meth, für den Drogenmarkt.

Sie haben mir die Formel geschickt, und ich habe das prüfen lassen.

Natürlich haben wir das Know-how, sogar so etwas zu produzieren.

Waffen sind unser Hauptprodukt.

Es ist allerdings momentan ein bisschen kompliziert.

Wir können aber U-Boot-Fabriken oder Panzer-Fabriken bauen.

Von der ersten bis zur letzten Schraube 'Made in DPRK'.

Oder Raketen. Alle aus Nordkorea.

Wir verkaufen sie in den Iran. Die haben nur Mittelstreckenraketen.

Wir haben ballistische Interkontinentalraketen.

Damit kann man jeden Punkt auf der Welt erreichen."

"Das ist wirklich interessant. Ich notiere das kurz."

"Ich verschaffe Ihnen direkte Kontakte

zu unseren Staatsunternehmen

und allen Ämtern oder Ministerien des Landes.

Überhaupt kein Problem.

Sie bekommen von mir jederzeit Visa.

Dank mir sind Sie jetzt in direktem Kontakt mit dem Land."

Das Treffen mit Alejandro Cao de Benos in Oslo

wirft ein neues Licht auf die "Korean Friendship Association".

Offiziell will sie eine friedliche Vereinigung sein

und Kultur, Geschichte und Werte Nordkoreas verbreiten.

Dafür sorgen die Mitglieder in angeblich 120 Ländern.

Wie der offizielle Abgesandte Skandinaviens, der Maulwurf.

Wird die KFA tatsächlich als Netzwerk

für nordkoreanischen Waffen- und Drogenhandel genutzt?

Und ist Alejandro die Spinne im Netz?

Oder spielt er mit uns, um an das Geld von Mr. James zu kommen?

Wer ist Alejandro wirklich?

Ein größenwahnsinniger Angeber,

ein nützlicher Idiot im Dienste des Regimes von Pjöngjang?

Oder ein internationaler Super-Krimineller?

Jetzt hat der Maulwurf eine echte Mission:

Der Spur von Alejandro Cao de Benos folgen

und herausfinden, wohin sie uns führt.

Und nach dem Treffen?

Alejandro wurde in Spanien verhaftet. Wegen Waffenhandels.

Zum allerersten Mal treffen sich die braven Soldaten der KFA

ohne ihren Vorsitzenden zum Jahrestreffen.

Es ist die Stunde des Maulwurfs.

"Herzlich willkommen zur internationalen KFA-Konferenz 2016.

All die Jahre waren wir bösartigen reaktionären Angriffen ausgesetzt.

Der schlimmste traf unseren Vorsitzenden Alejandro.

Die faschistischen spanischen Behörden

haben seine Rechte eingeschränkt

und klagen ihn eines Verbrechens an, das er nicht begangen hat.

Vielleicht verstehen sie eines Tages,

dass wir recht haben und sie unrecht.

Bis dahin haltet durch, Genossen. Danke sehr."

"Ohne Alejandro würde ich hier heute nicht stehen.

Er hat immer an mich geglaubt, mich unterstützt und geführt.

Ich bin sicher, in Zukunft werden mehr Westler wie ich verstehen,

dass sie in einem kaputten und bösen System leben.

Auch sie werden erkennen, dass Träume wahr werden.

Lang lebe unser oberster General Kim Jong-un.

Für die Einheit Koreas. Vielen Dank."

Korea is one.

"Hallo?" Hallo Alejandro, Ulrich hier.

Ich würde jederzeit alles für dich und die KFA tun.

"Danke. Ich vertraue dir.

Du tust so viel für uns.

Das wissen auch meine Kameraden in Pjöngjang zu schätzen.

Wir haben nicht viele enge Freunde wie dich.

Nur ganz wenige sind so enge Freunde des Landes."

Danke, ich liebe euch alle in der KFA.

Als nächstes fliegen der Maulwurf und Mr. James nach Madrid,

um Alejandro Cao de Benos zu treffen.

Mr. James hat einen Auftrag

für nordkoreanische Waffen und Methamphetamin im Gepäck.

Wird der Vorsitzende der "Korean Friendship Association"

für diese Geschäfte noch offen sein?

Schließlich steht er gerade wegen Waffenhandels im Visier.

Oh, hallo.

Alejandro hat James nur auf Ihre Empfehlung hin vertraut?

Wir haben uns eine Geschichte ausgedacht, woher wir uns kennen.

Und woher?

Ich bin ausgebildeter Koch und habe für eine Gruppe gekocht,

da war James dabei.

Er habe mich dann gefragt, ob ich für ihn kochen könnte,

weil er viele Partys gäbe.

So war es einfach, da reinzurutschen.

"Immer beschäftigt.

Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen. Nur kurz telefoniert.

Auf E-Mails antwortet er nicht."

"Hallo, mein Freund."

"Da sind wir wieder." - "Schön, Sie zu sehen."

"Setzen Sie sich."

"Ich werde von verschiedenen Geheimdiensten überwacht.

Sie haben meinen Pass eingezogen.

Der Richter hat mir verboten, Spanien zu verlassen,

weil ich in Waffenbesitz war.

Ich hatte Maschinengewehre und Gewehre zu Hause.

Ich habe schon immer Waffen geliebt."

"Wer tut das nicht?"

In Madrid... Ja.

...erzählt da James, warum er diese Sachen kaufen will?

Er will sie an die Feinde Israels verkaufen.

Das gefällt Alejandro sehr.

"Wir sind an Waffen interessiert.

Wenn man Israel treffen kann, würgt man auch den USA eine rein.

Wir müssen uns sofort mit den entscheidenden Leuten treffen."

"Ja, allerdings verkauft unsere Armee sonst

komplette Technik an Regierungen.

Es wird etwas komplizierter sein,

Kurz- oder Mittelstreckenraketen an eine Privatperson zu verkaufen.

Aber bei den chemischen Komponenten ist es einfacher.

Wir liefern die Technologie

und sorgen für die Experten, die Sie dann anheuern.

Aber wir verkaufen nicht das fertige Produkt."

"Ach so, das ist prima."

"Ich kann Sie garantiert mit den richtigen Leuten zusammenbringen,

und die Wissenschaftler dürfen auch ins Ausland.

Verhandeln müssen Sie natürlich selbst.

Einer meiner engsten Genossen wird Sie empfangen.

Er weiß, worum es geht.

Genosse Ulrich kennt ihn, es ist Kang Jum-ju.

Herr Kang Jum-ju wird Sie am Flughafen abholen

und dafür sorgen, dass Sie mit den richtigen Leuten sprechen."

"Ab jetzt bewegen wir uns auf dünnem Eis.

Wir müssen sehr vorsichtig sein.

Aber da steckt jede Menge Geld drin."

Das Gericht hat ihm verboten, Spanien zu verlassen.

Aber Ihre Reise konnte er trotzdem organisieren?

Ja. Wir vereinbarten, im Januar 2017 nach Nordkorea zu reisen.

Eine Undercover-Mission in Nordkorea

muss sorgfältig vorbereitet sein.

Auf unserem ersten Treffen zu dritt soll vor allem Mr. James

die wichtigsten Regeln dieses Spiels erfahren.

Fangen wir mit banalen, aber wichtigen Dingen an: Geschenke.

Eines der besten Geschenke in Nordkorea ist Hennessy-Cognac.

Ihr solltet jeder mindestens eine Flasche mitnehmen.

Wichtig: Macht euch niemals lustig über den Großen Führer,

den Geliebten Führer, den jungen General.

Auch niemals über andere der Kims.

Es wird euch reizen, aber lasst es bleiben.

Okay.

Es ist eine militarisierte Kultur, und eine sehr alkoholisierte.

In kaum einem anderen Land wird so viel getrunken wie in Nordkorea.

Wenn man Alkohol nicht verträgt und die Kontrolle verliert,

sollte man nicht nach Nordkorea fahren.

Filmt niemals mit versteckter Kamera und macht nichts heimlich.

Je weniger ihr erzwingt, desto besser.

Lasst die Leute auf euch zukommen.

Ich will nichts von ihnen, sondern sie von mir. Genau.

Hi, Jim, ich bin Annie.

Freut mich sehr. Mich auch.

Bitte antworten Sie so kurz und genau wie möglich.

Klar.

Wie haben Sie die Risiken zu diesem Zeitpunkt eingestuft?

Als ehemaliger Krimineller

interessieren mich die Risiken nicht so sehr.

Eigentlich habe ich mir mehr um Ulrich Sorgen gemacht,

weil er ganz anders involviert war.

Ich war ja nur ein Schauspieler.

Ich mache mir damals auch Sorgen um den Maulwurf.

Mr. James ist mit allen Wassern gewaschen.

Aber der Maulwurf ist nur ein Koch im Ruhestand.

Deshalb bekommt er einen Crashkurs verpasst im Handwerk der Spione.

Und zwar bei dem ehemaligen CIA-Agenten Max.

Wenn er einen Fehler macht, wird er in der Stadtmitte aufgehängt

und mit einer Lötlampe gefoltert.

Als abschreckendes Beispiel.

Ist es ein Risiko, einem ehemaligen CIA-Agenten

die Identität des Maulwurfs preiszugeben?

Max ist bei der CIA rausgeflogen.

Er hat keinen Kontakt mehr zur Firma.

Das macht es leichter, ihm zu vertrauen.

Ich bringe dich um. Warum?

Okay, gut.

Jedenfalls brauche ich jemanden,

der dem Maulwurf das kleine Einmaleins beibringt.

Wenn dich jemand mit der Waffe bedroht,

wartet er nicht, bis du sie ihm wegnimmst.

Das muss in Sekundenbruchteilen gehen.

Wie heißt es doch so schön? Wem kann man heute noch trauen?

Das A und O der Überwachung:

Achte darauf, ob alles normal ist oder nicht.

Normal heißt, üblich in der Region.

Wenn etwas abweicht, gibt es immer einen Grund dafür.

Achte darum immer gut auf die Umgebung.

Vielleicht gibst du ihnen unschuldig dein Smartphone,

damit sie es überprüfen können.

Gehe davon aus, dass sie alle Nachrichten lesen.

Sie schauen in deinen E-Mail-Account,

und zwar richtig weit zurück.

Und dann fühlen sie sich verarscht.

Weil du nicht total an den Sozialismus

oder Kommunismus glaubst,

nicht an Nordkorea als das Land der Verheißung.

Du bist dann überführt. Dann bist du ein Maulwurf.

Gehe davon aus, dass man dir Fallen stellen wird.

Sie gehen aus dem Zimmer und lassen Dokumente liegen.

Fass die bloß nicht an, halte dich fern davon.

Sie werden sonst sagen: "Wir haben gewusst, dass er schnüffeln wird."

Denk nicht mal drüber nach.

Du bist ein echter Held, so etwas Gefährliches zu tun.

Jetzt wird's ernst.

Gute Reise, viel Glück. Tschüss.

Gemischte Gefühle vor einer heiklen Mission.

Und dann wird in Nordkorea ein amerikanischer Student verhaftet.

Dabei geht es nur um den Diebstahl

eines politischen Posters aus seinem Hotel.

"Keine Bilder von den Soldaten."

"Okay."

Was ist bei Ihrer Ankunft passiert?

Wir landeten auf einem nagelneuen Flughafen in Pjöngjang.

Kaum waren wir aus dem Flugzeug,

wurden wir rausgezogen, weil ich eine Kamera hatte.

Es wurde ein höherer Beamter gerufen, um das zu prüfen.

Als wir gelandet sind,

kamen zwei Offizielle der Regierung,

nahmen meinen Koffer vom Tisch und brachten mich in die VIP-Lounge.

Da sitzt sonst der große Boss höchstpersönlich, wenn er reist.

Nach etwa fünf Minuten sagte Kang:

"Trägst du deinen Orden? Zeig ihn vor."

Ist er das? Das ist Herr Kang.

Ich zog meine Jacke aus, und der Beamte sagte:

"Bitte entschuldigen Sie. Willkommen in Nordkorea."

Dann konnte ich meine ganze Ausrüstung

ohne weitere Checks nehmen und zum Mercedes gehen,

der draußen auf uns wartete.

Am ersten Abend gab es ein großes Dinner mit viel Alkohol.

"Cheese." "Cheese."

Ich bin früher auf mein Zimmer gegangen als James.

Kang kam dann zu mir und hat gefragt:

"Bist du sicher, dass dieser Mann wirklich so viel Geld hat,

wie er behauptet?"

Wie nahm der Deal dann Formen an?

Am Anfang hieß es erst mal Sightseeing.

Gebäude und Geschäftsviertel besichtigen.

"Kang? Erzähl doch kurz, wohin wir gehen."

"Zum Palast der Wissenschaft und Technik,

der letztes Jahr eingeweiht wurde."

Bis dahin hatte ich noch nichts von dem gesehen,

was mir versprochen worden war.

Wie lange wurden Sie so umworben?

Zwei Tage. Dann wurde es ernst.

Dann, am dritten Morgen holte man uns ab.

Wir dachten: Schon wieder Sightseeing?

Im Auto sagte er,

dass wir Leute treffen werden, die uns helfen können.

Seit wir in Nordkorea waren,

sind wir immer in Richtung Innenstadt gefahren.

Diesmal ging es aus der Stadt heraus.

Dann wurde plötzlich links abgebogen,

und wir kamen an einen Ort,

den man normalerweise keinem Touristen zeigt.

Sie fuhren uns aus Pjöngjang raus,

in ein runtergekommenes Viertel.

Der Fahrer hielt an.

Ich hatte ein ungutes Gefühl. Aber Augen zu und durch.

Wir sollten in einen Keller gehen.

Wir sind die Treppe runter, es war gruselig.

Aber dann ging eine große Tür auf

und dahinter war ein luxuriöser Konferenzraum

mit einem großen Tisch und Bergen von Essen.

Plötzlich standen wir in einem richtig tollen Restaurant.

In einem Keller in einem Abbruchhaus? Ja.

Hatten Sie Angst? Ich riss mich zusammen.

Es stellte sich heraus,

dass wir mit dem Vorsitzenden der Waffenfabrik zusammensaßen.

Entstand da dieses Foto?

Ja. Wer ist wer?

Das ist der Vorsitzende der Waffenfabrik. Mhm.

Und das ein Geheimdienstoffizier. Mhm.

Er sprach sehr gut Englisch

und stellte ganz andere Fragen als die anderen.

Er hat mich ausgefragt.

Und da musste ich einen Firmennamen erfinden,

weil wir bis dahin noch keinen Namen überlegt hatten.

Er fragte: "Wie heißt Ihre Firma?"

Ich sagte: "Die Firma, um die es hierbei geht, ist die Taga Group."

Und dann: "Merken Sie sich diesen Namen gut."

Da war noch einer, den wir Stoneface nannten.

Und dann präsentierten sie uns den Katalog ihrer Waffensysteme.

Ich dachte: "Okay."

Sie zeigten mir Bilder

und sagten: "Das können wir Ihnen beschaffen."

Wie eine Speisekarte?

Was für Waffen waren das?

Alle möglichen.

Raketen. Riesige Raketen.

Panzer.

Das ist alles zu haben?

Ja. Das wurde uns am Tisch gegeben.

Wow, Scud-Raketen.

Fünf Scud-Raketen für 14 Millionen Dollar.

Raketenwerfer.

Da gibt es ja sogar schon Scud-E-Raketen.

Oh Gott. 25 Millionen.

1350 Kilometer Reichweite. Praktisch von Nordkorea nach Japan.

Mit hochexplosivem Gefechtskopf.

Und hier, thermobarisch. Fast eine Atombombe. Ja.

Und was ist das?

Das ist der Vertrag zwischen James und Narae.

Der Waffenfabrik, okay.

Alles unterschrieben und gestempelt. Ja.

Was hat Ulrich bei dem Treffen gemacht,

als Sie unterschrieben haben?

Er hat gefilmt. Er durfte filmen?

Ja, das ist lustig.

Er ist so gut etabliert,

dass sie dachten, er filmt für Propagandavideos.

"Den koreanischen Vertrag auch?" - "Ja."

Sie sind also in einem geheimen Untergrundversteck in Nordkorea

und leiten einen Waffenhandel in die Wege.

Woran denken Sie da?

An vieles.

Vor allem, dass ich meine Frau sieben Jahre lang angelogen habe.

Daran musste ich denken.

Weiß Alejandro über alles Bescheid?

Er weiß alles.

"Ich werde bald den Genossen Alejandro in Spanien besuchen

und ihm berichten, was wir hier heute mit James erreicht haben."

"Und auf dich."

Wir vereinbarten, eine Fabrik zu bauen,

außerhalb von Nordkorea.

Für Waffen und Methamphetamin.

Und wie dort üblich, sollte sie unbedingt unterirdisch sein.

Machten die Koreaner Vorschläge, in welchem Land?

Die erste Idee war Namibia,

wo sie gute Beziehungen in Regierungskreise haben.

Das fiel wegen der Sanktionen aber aus.

Der nächste Vorschlag, der auf den Tisch kam, war Uganda.

Sie sind jetzt ein nordkoreanischer Waffenhändler und Vermittler?

Ja.

Erst mal herzlich willkommen zurück.

Vielen Dank. Danke.

Meine beiden Agenten sind bei unserem Treffen in Kopenhagen

fast vor Stolz geplatzt.

Mit Recht.

Sie haben brisantes Geheimwissen im Gepäck.

Nach einer Studie der Wissenschaftlerin Andrea Berger

über Nordkoreas Waffengeschäfte

ist nur wenig über die Preisgestaltung bekannt.

Jetzt hatten wir eine gedruckte Liste in der Hand.

Mr. James ist zum nordkoreanischen Waffenhändler avanciert.

Die Nordkoreaner haben ihm den Vertrag

sogar auf Englisch ausgehändigt, unterzeichnet und gestempelt.

Wir haben unterschrieben.

Über die Vermittlung von nordkoreanischen Waffen

durch ausländische Händler ist nur wenig bekannt.

2011 fädelt der Brite Michael Ranger

einen Deal zwischen Aserbaidschan und Nordkorea ein und fliegt auf.

Obwohl er ein erfahrener Waffenhändler ist.

Meine Amateure haben sich in diesem gefährlichen Geschäft

erstaunlich gut geschlagen.

Mr. James und der Maulwurf haben den Jackpot geknackt.

Ich bin sogar befördert worden

und habe jetzt einen offiziellen Auftrag.

Ich bin jetzt ehrenvoller Vertreter der Narae Trading Corporation.

Ich muss meinen Freund Alejandro darüber informieren.

Ich habe mit den Koreanern vereinbart,

dass ich ihm einen genauen Bericht über unseren Besuch erstatte.

"Bereit? Auch die Brustkamera?" "Alles bereit."

"Genosse Alejandro. Wie geht's?"

"Willkommen im Bunker." "Danke."

"Heiß hier. In Pjöngjang hatten wir minus 21 Grad." "Ehrlich?"

Alejandro will den Maulwurf auf seine nächste Mission vorbereiten:

Wie verhält man sich als Geschäftsmann in Uganda?

"In Afrika schert sich keiner um euch.

Das Leben von James ist 50 Dollar wert.

So viel nimmt ein Killer, um dir die Kehle durchzuschneiden.

Das machen sie wirklich.

Vergiss nicht, die sind sehr stark,

weil sie den ganzen Tag in der Sonne arbeiten.

Den Busch roden und so.

Mit dem Schwarzen ist das so:

Wenn du nicht hinguckst,

klaut er dir alles, bis zum letzten Tropfen Wasser.

Die brauchen einfach jemanden über sich,

der ihnen sagt, wo es langgeht.

Wenn nicht, dann schlafen sie oder klauen.

Wenn kein Weißer da ist,

verhalten sie sich wie Tiere und machen alles kaputt."

"Okay. Er muss also aufpassen, wen er einbezieht?"

"Unbedingt.

Und wenn er jemanden mit ins Boot nimmt,

muss der bereit sein, dafür zu sterben.

Was ist denn der Plan?"

"Die Produktion von Methamphetaminen und von Waffen."

"Wenn du über Geschäfte redest,

nimm nie mehr diese Worte in den Mund, okay?

Du musst wirklich aufpassen."

Plötzlich stand er auf und wollte mir etwas zeigen.

"Das ist ein Wanzen-Detektor.

Der entdeckt jede Wanze,

die du trägst oder die dir jemand verpasst hat.

Wenn du ein Mikrophon trägst, zeigt er das auch an."

Ach, das ist ja super."

Sie waren verkabelt? Ja.

"Und mein Telefon?

Ah, okay."

"Hier ist ein Signal."

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021

Vor zehn Jahren kam jemand auf Sie zu.

Er wollte eine Gruppe von Freunden Nordkoreas

in Dänemark unterwandern.

Sie fanden das nicht spannend.

Aber er sollte sich melden, falls er dabei auf brisante Dinge stößt.

Das tat er.

Ich arbeitete für den britischen Nachrichtendienst, den MI5.

Ich soll Sie für das Filmteam befragen.

Er ist ein Koch im Ruhestand

und lebt am Rand von Kopenhagen.

Gleich in den ersten Jahren stieg der Maulwurf auf

in der "North Korean Friendship Association".

Er hatte Kontakt zu dem wichtigsten Mann der Vereinigung in Europa.

Er ist der Vorsitzende der KFA.

Glauben Sie, Alejandro ist gefährlich? Ja.

Sie haben jemanden eingeschleust.

Er sollte die Rolle von Mr. James spielen.

"Unser minimales Investment ist 50 Millionen Euro."

"Waffen. Wir können U-Boot-Fabriken oder Panzerfabriken bauen."

Wir vereinbarten, eine Fabrik zu bauen,

außerhalb von Nordkorea.

Für Waffen und Methamphetamin.

Und dann holte er einen Wanzendetektor.

"Das ist ein Wanzendetektor.

Der entdeckt jede Wanze, die du trägst."

Und ich hatte eine Kamera vor der Brust.

Und das Gerät schlägt an.

"Hier gibt's ein Signal."

"Hast du etwas, das Funksignale sendet?"

"Ja, der Schlüssel von meinem Mietwagen."

In einer kleinen Tasche auf dem Tisch ist der Autoschlüssel.

"Vielleicht sendet er Signale nach unten."

"Er ist eine Fernbedienung und hat gerade gesendet.

Ich kontrolliere das sehr oft. Alles ist sauber."

"Mach das bitte immer vor unserer Ankunft."

"Ja, das ist ein notwendiges Werkzeug.

Wir reden nicht über Kleinigkeiten.

Wenn das schiefgeht, sind Millionen den Bach runter.

James muss verstehen, dass das kein Spiel ist." "Habe ich ihm gesagt."

"Im Ernst, da macht man einfach so...

und schon hast du ein Mikrophon.

'Hallo, willkommen in Barcelona.'

Du ahnst nicht mal, dass du Informationen überträgst."

"Okay, so etwas brauchen wir.

Aber ein gutes Gerät. Das russische."

"Das hier ist zu einfach.

Das war's. Oder?

Wir haben alles besprochen."

Wie ging es weiter?

Dann fahre ich los, und mir wird schlecht.

Bei mir geht das Kopfkino los.

Ich muss die Verkabelung loswerden.

Das war so knapp.

Verstehe ich das richtig:

Er wusste im Detail von den Plänen,

in Uganda eine geheime Fabrik zu bauen?

Er war begeistert, ja.

In Uganda spielt jetzt Mr. James die Hauptrolle.

Für die Aufnahmen sorgt ein professioneller Kameramann.

Angeblich macht er einen Imagefilm

über ihn und sein aufregendes Leben.

Und der Maulwurf hat seine versteckte Kamera dabei.

"Wo ist der Aufnahmeknopf?" "An der Seite."

"Okay. Leuchtet jetzt rot.

Bis nachher."

Und dann?

Dann kamen die Nordkoreaner in Kampala an.

"Da seid ihr ja.

Schön, euch zu sehen.

Guten Morgen. Ich freue mich."

Einer von ihnen war im Keller

bei der Vertragsunterschrift dabei gewesen.

Der? Ja.

Wir haben ihn Stoneface getauft.

Und der?

Mr. Danny, der nordkoreanische internationale Waffenhändler.

"Bitte kommt rein.

Einfach reingehen. Kein Problem.

Danke. Danke.

Ich denke, Mr. James wird gleich hier sein.

Vorher können wir ein bisschen reden."

"Nordkorea hatte heute Morgen einen erfolgreichen Raketentest?"

"Ja."

"Ich mache mir keine Sorgen,

aber ich finde, Donald Trump ist verrückt."

"Was hat er gesagt?"

"Wir werden so lange Raketen abfeuern,

bis die Amerikaner mit den Provokationen

gegen unser Land aufhören."

"Ah, hallo."

"Sehr erfreut, hi.

Schön, Sie zu sehen."

"Moment, ich mache hier zu."

Der Plan war, eine Insel zu kaufen

und dort eine unterirdische Waffenfabrik zu bauen.

"Ich habe mir eine Insel angeschaut.

Sie ist perfekt. Mitten im Viktoriasee.

Wenn dort Flugzeuge landen,

kriegen die Leute auf dem Festland nichts davon mit."

"Zur Erinnerung."

Wir sind also hin, um die Insel zu checken.

Wie haben Sie die Insel gefunden?

Oh...

Google.

Ich habe einen Makler für private Inseln gefunden.

Sie sollte fünf Millionen Dollar kosten.

"Diese Insel ist eine sehr gute Idee.

Wir bauen die Fabrik

und dann müssen wir spezielle Maschinen hinbringen.

Je nachdem, welche Produkte sie von uns wollen.

Wir können zum Beispiel mit den Raketen anfangen.

Oder verschiedenen Raketen.

Sie kommen mit Ihrem Flugzeug nach Nordkorea

unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe.

Mit Kleidern und Lebensmitteln.

Dann laden wir alle vereinbarten Artikel ein.

Sie bezahlen uns und fliegen zurück.

Wir können alles liefern.

Von einfacher Munition bis zu großen Raketen.

Auch elektronisches Kriegsgerät.

Radar- und Kommunikationssysteme.

Alles, was Sie wünschen."

Wir wollten also herausfinden,

ob die Insel für unsere Zwecke geeignet ist.

Bevor wir das erste Mal hinfuhren, sagte der Makler den Inselbewohnern,

da lebten nämlich Menschen,

dass wir dort ein Krankenhaus bauen wollen.

Das komplette Dorf hat uns begrüßt.

"Oh, danke."

Das habe ich erzählt,

um sie positiv bei den Inselbewohnern einzuführen.

Sie sollen nichts von dem Geschäft zwischen dem Grundbesitzer

und uns erfahren."

"Und darum haben Sie ihnen gesagt,

dass ich ein Krankenhaus bauen will?"

"Ja." - "Verstehe."

"Ich brauche aber eure Mitarbeit, okay?

Gut. Nun lasset uns beten.

Ich segne diese Menschen im Namen Jesu..."

"Der Typ erklärt: 'Ich habe ihnen gesagt,

dass Sie ein Krankenhaus bauen.'

Ich: 'Was? Ich und ein Krankenhaus?'"

"Es ist meine Aufgabe, diese Menschen dort wegzuholen.

Ohne dass es Ärger gibt."

"Wie schnell können Sie die Insel räumen?"

"Maximal vier Monate."

"Das ist im Preis enthalten, oder?" - "Ja."

"Hier spielen sie Fußball?

Das wäre eine perfekte Landebahn." - "Ja, genau."

"Perfekt."

"Okay, sehr gut.

Aber im Moment beobachtet Amerika unser Land.

Die US-Geheimdienste dürfen keinen Wind davon bekommen."

Sie haben den Plan, dass wir oberirdisch ein Hotel bauen.

Ein Resort. Dadurch wundert sich keiner über die Landebahn.

Alles andere soll unterirdisch gebaut werden.

Hatten Sie den Eindruck, dass das ihr übliches Vorgehen ist?

Ein standardisiertes Verfahren,

um diese Art von Fabriken zu verstecken?

Dass Sie mit anderen Leuten genauso gearbeitet haben?

Klar, das hatten die ja schon gesagt.

Wir haben die Ingenieure, wir haben das Know-how.

Es ging nie darum, dass ich Vorschläge mache,

wie etwas umgesetzt wird.

Weil...

Ich bin ja der Investor.

Ich investiere, weil ich die Idee gut finde.

Aber die Pläne für die Umsetzung kamen von ihnen.

"Bye bye."

Mir ging es da wirklich schlecht.

Es leben Tausende auf dieser Insel.

Diese Menschen wollen sie innerhalb von vier Monaten verjagen,

wenn ich fünf Millionen auf den Tisch lege.

Und wie? Mit Unterstützung der Regierung?

Der Makler arrangierte ein Treffen mit Regierungsvertretern.

Ich war da sehr direkt.

"Wir planen etwas auf der Insel. Ich werde nicht sagen, was.

Wir müssen zu 100 Prozent ungestört bleiben. Keine Einmischung.

Wenn das nicht geht, kaufen wir die Insel nicht."

"Wenn ja, stehen wir in den Startlöchern.

Holen die Leute von der Insel und legen los."

"Okay."

"Wie klingt das?" - "Sehr interessant.

Ich arbeite seit 15 Jahren für die Regierung.

Was ist das für ein Projekt? Ein Golfresort? Ein Yachthafen?

Ein Wellnesshotel?

Wir müssen an die Bevölkerung denken.

Wir haben soziale Verpflichtungen."

"Wir können ja ein paar Schulen bauen.

Wir brauchen eine Start- und Landegenehmigung für die Insel."

"Die Genehmigung für den Flughafen ist kein Problem,

wenn er Teil des Investmentplans ist."

Das kriegen wir durch." - "Das ist Musik in unseren Ohren."

"Das ist mein Job."

Amen. "Amen."

Uns wurde auch versichert,

dass die Zollbehörde unsere Insel beschützt.

"Lasset uns beten.

Himmlischer Vater, segne unser Projekt und unsere Ideen."

"Amen." "Amen."

Die Afrikaner erfahren zwar nicht den wahren Hintergrund,

aber es verläuft alles im Sinne der Nordkoreaner.

Eine Insel in Uganda ist für sie der ideale Standort

für eine geheime Waffen- und Drogenfabrik.

Der nordkoreanische Waffenhändler Mr. Danny

treibt das Geschäft während des Aufenthalts noch weiter voran.

"Um wie viel Uhr?

Okay, bis dann. Alles Gute. Tschüss."

"Sie benötigen also auch noch andere Transporte?"

"Ja, können Sie zum Beispiel unsere Produkte

in den mittleren Osten bringen?

Ein Geschäft mit Syrien."

"Was für Produkte wollen die?"

"Munition, Bomben.

Wenn Sie diese Produkte von unserem Land

nach Syrien transportieren können, melden Sie sich.

Wir können uns in Peking treffen und die Kosten besprechen."

Dass Nordkorea Rüstungsgüter nach Syrien transportieren will,

ist eine interessante Information.

Schweifen wir mal etwas ab.

Nordkorea unterhält seit vielen Jahren

freundschaftliche Beziehungen zu Syrien.

Sie sollen dort sogar mit dem Bau eines Atomreaktors begonnen haben.

Bis Israel dem ein Ende setzte.

Laut der New York Times hatte Nordkorea

das syrische Regime während des Bürgerkriegs

bei der Produktion von Chemiewaffen unterstützt.

Außerdem waren nordkoreanische Handfeuerwaffen

in die Hände des islamischen Staates gelangt.

Vermutlich waren sie aber in Syrien gestohlen worden.

Wenn also der nordkoreanische Waffenhändler Mr. Danny

Bomben und Munition nach Syrien liefern will,

ist der Kunde höchstwahrscheinlich das syrische Regime.

Was haben Sie auf Dannys Vorschlag geantwortet,

beim Syrienkrieg zu helfen?

Ich sagte: "Ja, gerne."

Er meinte: "Dann müssen Sie nach Peking."

Das bereitet mir Bauchschmerzen.

Mr. James in Peking,

um nordkoreanische Waffenhändler zu treffen?

Kenner der Szene raten uns dringend davon ab.

Wenn der chinesische Geheimdienst Mr. James durchleuchtet,

dann ist das ein ganz anderes Kaliber.

Aber Mr. James steht auf Action.

Und ich als Filmemacher liebe Sensationen.

Also fliegt er.

Vor Peking war ich nochmals mit Mr. Danny in Kontakt.

Er sagte, er hat es an seine Geschäftspartner weitergegeben

und treibt alles voran.

"Setzen Sie sich.

Ich habe Ihnen wie immer etwas aus Dänemark mitgebracht.

Das ist für Sie und das für Sie."

Am ersten Tag kommen nur zwei Männer.

Der eine stellt sich als Leiter der Waffenindustrie vor.

Beide sind Nordkoreaner.

Das kann man an ihrem Dialekt erkennen.

"Wir stecken in der Sackgasse.

Aber wir sind bereit, alles in die Wege zu leiten."

"25 Arbeiter könnten sofort

nach Uganda geschickt werden."

Die beiden Männer wissen über die Insel in Uganda Bescheid.

Und es scheint eilig zu sein.

"Wenn er die Insel schon gekauft

und die Fabriken gebaut hätte, wäre es etwas anderes."

Aber können sie Mr. James trauen?

"Hat Danny Sie über unsere Geschäfte informiert?"

"Ja, Waffen." - "Waffen, okay."

"Er sagte: 'Wir arbeiten mit Syrien zusammen,

aber wir haben ein Problem, unsere Waffen zu liefern.'

Ob ich dabei helfen könnte.

Ist das richtig?"

"Ja."

"Haben Sie Kontakte in Syrien?" - "Ja."

"Wenn Sie mir eine Liste von Personen geben,

die Sie offiziell nicht kontaktieren können,

dann mache ich das für Sie.

Ich kann frei reisen."

"Darf ich hier rauchen? Lieber draußen?"

"Keine Ahnung."

"Kein Problem, ich gehe auf die Toilette."

"Die ist draußen.

Nein, die ist hier drin."

Die Frage nach Kunden und Kontakten in der Welt des Waffenhandels

scheint ein Fehler zu sein.

"Er will wissen, wer unsere Kunden sind."

"Man kann ihm nicht trauen.

Aber wenn er das Geld hat..."

"Ich war etwas enttäuscht, als ich in Nordkorea war.

Das war im Januar."

"Sie waren in Nordkorea?" - "Ja."

"Wann haben Sie unser Land besucht?"

"Im Januar war ich in Korea."

"Wer hat Sie eingeladen?" - "Kang."

"Mr. Kang?" - "Ja."

Am zweiten Tag taucht auf unserem Treffen plötzlich

dieser Stoneface auf.

Und wer hatte das Sagen?

Das ist seltsam.

Die Hierarchie scheint kompliziert.

"Freut mich sehr."

Wurde Stoneface nach Peking beordert,

um die Identität von Mr. James zu bestätigen?

Er spricht kein Wort.

Er lächelt nicht.

Bei Stoneface weiß man nie, woran man ist.

Sein Auftauchen ist allerdings entscheidend.

"Wir müssen alles genau überprüfen.

Selbst die Wände haben hier Ohren."

"Wir suchen jemanden, der Transporte organisieren kann.

Zum Beispiel so was.

Gewehre. Pistolen.

Luft-Luft-Raketen.

Es gibt gerade ein bestimmtes Land, die wollen das unbedingt haben.

Können Sie die Insel sicher

innerhalb von zwei bis drei Monaten kaufen?"

"Ich werde persönlich hinfliegen und bleiben,

bis der Kauf abgeschlossen ist.

Der einzige Grund, warum ich Uganda ausgewählt habe, ist,

weil Sie es wollten."

"Im Vorstand der Handelskammer von Uganda sitzt ein Rechtsanwalt.

Er ist mein Partner. Ich kann Ihnen also helfen.

Aber vergessen Sie nicht,

dass dort Lebensweise und Arbeitsstil sehr anders sind."

"Heute 'ja', etwas trinken, morgen 'vergessen'."

"Überlegen Sie es sich.

Bis zum nächsten Treffen."

Wann war der nächste Kontakt?

Es dauerte ziemlich lange. Über ein Jahr.

Mein Schauspieler, Mr. James,

scheint sein eigenes Leben führen zu wollen.

Auch der Maulwurf bereitet mir Sorgen.

Er will Alejandro Cao de Benos in Spanien

über das "Touristenprojekt" informieren.

So lautet der Codename für die Waffen- und Drogenfabrik in Uganda.

Der Maulwurf ist jetzt schon sieben Jahre undercover unterwegs.

Die Angst, aufzufliegen, nimmt zu.

Bis jetzt hat uns noch kein Geheimdienst im Visier.

Bei Alejandro Cao de Benos müssen wir aber jederzeit damit rechnen.

Außerdem könnte Alejandro inzwischen seine Technik

zur Spionageabwehr auf einen besseren Stand gebracht haben.

Ab sofort bestimmen wir die Hotels für Treffen mit ihm.

Und Bodyguards stehen bereit,

falls der Maulwurf enttarnt wird.

Doch Alejandro hat eine andere Überraschung parat.

Einen Ausflug in unsere gemeinsame Vergangenheit.

2006 war er mein Tourguide auf einer Drehreise in Nordkorea.

Er hinterließ einen nachhaltigen Eindruck auf mich.

Offensichtlich hinterließ auch ich

einen nachhaltigen Eindruck auf ihn.

Genau wie mein erster Dokumentarfilm über Nordkorea,

"The Red Chapel".

Darin gehen zwei dänisch-koreanische Comedians

nach Pjöngjang und verspotten die Regierung.

Seitdem bin ich in Nordkorea nicht besonders beliebt.

"Mads Brügger...

Ich habe immer noch seinen Pass.

Brügger und die anderen Arschlöcher.

Ihre erste Reise habe ich organisiert."

"Waren sie öfter dort?" "Ja.

Sie waren dreimal für 'The Red Chapel' in Nordkorea.

Dann bekomme ich einen Anruf aus Pjöngjang:

'Alejandro, weißt du etwas von 'The Red Chapel'?'

Ich wusste von nichts.

Ich habe nur die erste Reise organisiert

und wusste gar nicht, dass sie dreimal da waren.

Ich sagte: 'Ihr habt das verdient,

weil ihr mir nicht Bescheid gesagt habt.

Sie haben euch betrogen und hintergangen.

Jetzt verdienen sie damit ein Vermögen.'"

"Du hättest sie aufgehalten?"

"Natürlich. Ich erkenne Spott und Hintergedanken.

Als sie das sagten:

'Miezekatze',

hätte ich Brügger die Fresse poliert und ihn ins Arbeitslager geschickt.

Das hätte in Nordkorea kein Nachspiel für mich gehabt.

Das wäre vom Gesetz gedeckt gewesen.

Na ja, Schwamm drüber."

Nach diesem Exkurs kommt Alejandro Cao de Benos zum Geschäft.

Er erzählt dem Maulwurf von einem ehrgeizigen Plan.

Ein Dreiecksgeschäft.

Zwischen Mr. James, Nordkorea und einem jordanischen Geschäftsmann.

Das ist Hisham Al Dasouki aus Jordanien.

Er will Öl nach Nordkorea liefern.

Alejandro hat dann die Idee mit dem Dreiecksgeschäft.

Aha.

Wir sollen das Öl nach Nordkorea liefern

und James wird mit Waffenteilen und pharmazeutischen Produkten

in Uganda bezahlt.

Mhm.

"Die Idee dahinter ist das Dreiecksgeschäft.

Und keiner merkt es."

"Okay, verstanden."

Der Maulwurf soll Mr. James nach Spanien bringen,

damit Alejandro ihm den Plan erklären kann.

Wir haben das Treffen auf einer Yacht

im Hafen von Barcelona angesetzt.

"Hallo, mein Freund."

"Lange her." - "Stimmt."

"Wie geht's?" - "Super. Vorsicht."

"Schön, Sie zu sehen." - "Sie werden auch immer jünger."

"Man tut, was man kann."

"Normalerweise trinke ich nicht,

aber können Sie mir auch einen mixen?"

"Ja, klar.

Es geht nichts über Bloody Mary."

"Fangen wir mit dem Dreiecksgeschäft an."

"Ja, es ist ein einfaches Konzept.

Als wir Öl gebraucht haben, hat mich Pjöngjang beauftragt,

wegen der Sanktionen nach neuen Quellen zu suchen.

Jemand, der uns Öl verkaufen will

und sich nicht um die Sanktionen schert.

Unsere Firma Narae

will das mit Herrn Dasouki abwickeln.

Mr. Kang hat mir gesagt,

da wir ohnehin gleichzeitig mit Mr. James Geschäfte machen,

könnten wir ja ein Dreiecksgeschäft aufziehen.

Sie brauchen also nicht direkt an unser Land zahlen.

Was wegen der Sanktionen kompliziert ist,

auch wegen dieses speziellen Geschäfts.

"Wir machen einen Umweg.

'Das kann doch James bezahlen', meint er.

Sie und nicht Nordkorea würden also dieses Öl kaufen,

obwohl wir es bekommen.

Und dieses Geld würden wir Ihnen wieder gutschreiben,

bei unserem Touristengeschäft."

"Wir bekommen die Waffen,

geben ihm das Geld und er liefert Öl.

Hat er kein Problem damit, Öl an Nordkorea zu liefern?" - "Nein."

"Dann weiß er also, wie er das Öl dorthin bekommt,

ohne dass die Schiffe auffliegen?"

"Genau."

"Er ist eine Art Pirat?" - "Irgendwie schon."

"Hm."

"Welche Rolle spielen Sie dabei?"

"Ich sorge dafür, dass alles funktioniert, würde ich sagen.

Ich arrangiere alles auf internationaler Ebene,

so, wie man Ehen arrangiert."

"Man kann schon sagen, dass ich die meisten Dinge angeleiert habe

und bei den wichtigsten Transaktionen unseres Landes

die Fäden in der Hand halte.

Ich habe eine sehr hohe Position in einem Ministerium.

Dieses Ministerium steht über allen anderen."

"Sie dürfen also in ihrem Auftrag unterschreiben?"

"Genau."

"Und garantieren für meine Sicherheit?" - "Genau."

Die dachten, ich bezahle einfach.

Ich habe gesagt: "Ich zahle gar nichts.

Ich kenne Sie und vertraue Ihnen,

aber Herrn Dasouki will ich persönlich treffen."

Mr. James und der Maulwurf

fliegen also nach Jordanien.

Sie wollen wissen, ob dieser Mann namens Al Dasouki

wirklich existiert.

Und ob er zu einem Dreiecksgeschäft mit Nordkorea bereit ist.

"Herr Dasouki?

Schön, Sie kennenzulernen. Ich bringe Sie zu Mr. James.

Viele Grüße von Alejandro."

"Er hat eine E-Mail geschrieben."

"Ich habe ihn gestern noch gesprochen.

Ich bin froh, dass wir endlich hier sind."

"Ich mag Alejandro wirklich sehr."

"Er ist mein engster Genosse. Ich mag ihn auch."

"Er hat mir viel von Ihnen erzählt."

"Vielen Dank. Er brennt leidenschaftlich für die Sache."

"Er ist ein Kämpfer."

"Bitte. Hallo, James.

Ich habe jemanden an der Rezeption getroffen."

"Endlich ist es so weit.

Setzen Sie sich.

Was für Geschäfte machen Sie eigentlich?"

"Mein Geschäft ist momentan Chemikalien und Öl.

Ich habe Freunde in der Regierung.

Gute Geschäfte, gute Ideen, Vertrauen.

Mehr braucht man nicht. Geld öffnet alle Türen."

"Sie bestechen also die Regierung, und wir sind sicher?"

"Ich schaukle das schon. Es tauchen keine Namen auf.

Ich musste auch rausgehalten werden."

"Natürlich." - "Ich muss sauber bleiben."

"Haben Sie einen Sündenbock, wenn es Probleme gibt?

Es ist ja gerade ziemlich kompliziert, nach Korea zu liefern."

"Ja."

"Alles satellitenüberwacht."

"Immer, wenn ich nach Korea liefere,

ändere ich danach den Namen des Schiffs.

Weil man dann auf der Schwarzen Liste ist.

Wenn man importieren oder exportieren will,

darf man das Schiff nie direkt laufen lassen.

Es muss einen Zwischenstopp geben,

wo die Dokumente geändert werden.

Ich kann das arrangieren.

Auch bei brisanten Sachen.

Maschinen oder was auch immer."

"Hallo, bitte kommen Sie rein.

Ich müsste mal kurz.

Hier draußen, oder?" "Ja."

Wir wollten am nächsten Tag den Vertrag unterschreiben.

Mhm.

"Ich freue mich, Sie zu sehen." "Danke."

"Zum Geschäft."

"Das ist mein russisches Visum.

Für den Ölhandel.

Ich verschiffe es von Russland nach Jordanien,

dann nach Dubai und dann..."

"Sie fahren also von Wladiwostok irgendwohin

und dann mit einem anderen Schiff nach Namp'o?

Oder ändern Sie nur den Namen?"

"Mal so, mal so.

Manchmal geht es auf dem gleichen Schiff nach Nordkorea.

Manchmal funktioniert das nicht

und man muss auf internationalem Gewässer umladen."

"Okay."

"Das braucht natürlich Zeit. 30 bis 40 Tage wegen des weiten Weges."

"Ja, sie müssen..." "Wir müssen Kontrollen vermeiden.

Den Vertrag macht die russische Regierung.

"10.000? 10 Millionen?

Und dann kann man es verschiffen, wohin mal will."

"Okay, verstehe."

"Mafia halt." "Wir sind die Mafia."

"Die sind die Mafia. Wir auch."

"Wir sind genau so."

"Geschafft.

Ich brauche noch ein Foto mit Herrn Dasouki für Alejandro."

Der Vertrag war unterzeichnet? Ja.

Über wie viel?

Ich glaube...

etwa 3,2 Millionen US-Dollar.

"Wir legen bald los."

"Vielen Dank."

"Könnte ich bitte fünf Minuten unter vier Augen..." "Ja.

Ich werde draußen etwas trinken.

Ich nehme den Kaffee mit und komme in fünf Minuten wieder."

Ulrich geht raus, aber ich zeichne die Unterhaltung weiter auf.

"Können Sie sicherstellen, dass die Regierung nicht einschreitet?"

"Das muss jetzt unter uns bleiben.

Ich arbeite mit..."

"Er ist einer meiner Freunde."

"Okay."

Al Dasouki nennt hier den Namen

eines großen jordanischen Börsenmaklers.

Aus rechtlichen Gründen dürfen wir ihn nicht enthüllen.

Als Nächstes wird der Maulwurf nach Schweden beordert.

Er soll dort bei der Botschaft Nordkoreas ein Päckchen abholen.

"Hallo, Ri. Hier bin ich. Wie geht's?"

"Gut." "Ein sonniger Tag heute.

Kang hat mir geschrieben."

"Ja, er hat diese Fotos geschickt."

"Danke."

Ich habe bei der Botschaft in Stockholm Zeichnungen abgeholt.

Das ist ein nordkoreanischer Entwurf für unsere Fabrik

für Waffen und pharmazeutische Produkte in Uganda.

Mhm. Ah, okay.

"Das sieht super aus.

Von außen wie ein Resort, oder?"

"Genau." "Aber innen so durchdacht.

Wie in einem Film." "Ja.

Ja, ein Film nach meinem Geschmack.

So wird es von oben aussehen."

"Ein Golfplatz?"

"Möglich, ja."

"Super.

Wie soll das Hotel heißen?"

"Diese Details werden in den nächsten Treffen

mit dem Investor besprochen."

"Es darf nicht nach Nordkorea klingen."

"Genau."

"Ich hoffe, das wird ein Erfolg." "Ich auch."

"Es muss geheim bleiben." "Natürlich."

"Wenn etwas schiefgeht,

weiß unsere Botschaft von nichts."

"Klar."

"Hallo."

Das ist ein Angestellter von Mr. James.

Er führt uns zum Zimmer.

Dann taucht in dieser Geschichte

voller Intrigen und Betrug eine weitere Person auf.

Mr. Ju.

Der Nordkoreaner soll mit Mr. James Geschäfte machen.

Das letzte Mal war Mr. Ju Anfang 2020

weltweit in der Reportage "60 Minutes Australia" zu sehen.

Als lächelndes Sprachrohr des Regimes von Pjöngjang.

Wow.

"Ich bin in Dänemark, um das Touristengeschäft

auf die skandinavischen Länder auszudehnen.

"In welcher Beziehung

stehen Sie zu unseren Geschäftspartnern?"

"Ich bin seit vielen Jahren eng mit Mr. Kang befreundet.

Mr. Kang will, dass ich mich um die Waffengeschäfte

der Narae Trade Company kümmere

und den Vertrag unterschreibe.

Hier ist das Dokument.

Ich soll außerdem die Kommunikation

für das Tourismusprojekt übernehmen."

"In Uganda?"

"Ja."

Der Vertrag legt das Dreiecksgeschäft fest.

Mr. James kauft Öl für Nordkorea,

und Nordkorea schickt im Gegenzug Material und Techniker

auf die Insel in Uganda,

wo angeblich touristische Produkte hergestellt werden.

"Bitte schön. Den Kuli dürfen Sie behalten."

"Dänische Tradition."

"Dänische Tradition. Es ist der Hotel-Kuli."

Wusste Alejandro darüber Bescheid?

Er war informiert.

Skal.

"Versuchen wir mal den hier."

Jetzt entdecken die Nordkoreaner, dass auch Dänen den Alkohol lieben.

Skal.

"Guckt ihn euch an."

"Cheese."

Wir haben die Kleine Meerjungfrau besucht.

Aber sie waren so betrunken, dass sie es bestimmt vergessen haben.

Wenn es Mr. James mit dem Vertrag ernst wäre,

müsste er jetzt Millionen Dollar an Al Dasouki in Jordanien überweisen.

Für Öl für Nordkorea.

Im Gegenzug würde ihm Nordkorea Spezialisten und Material

auf seine Insel schicken.

Wie von Alejandro geplant.

Doch Al Dasouki droht bereits

mit rechtlichen Schritten gegen Mr. James,

weil er den Vertrag nicht erfüllt und kein Geld transferiert.

Gleichzeitig drängt der nordkoreanische Waffenhändler,

Mr. Danny, auf ein Treffen mit Mr. James.

Er will das Geschäft beschleunigen.

Sie treffen sich in einem Hotel in Kambodscha.

Dort werfen Sie für Mr. James weitere Köder aus.

Er gab mir eine neue Bestellliste.

"Ich erkläre das mal.

Das sind Sonderposten. Nichts Gewöhnliches.

Mit Nummer eins greift man Panzer an.

Nummer elf attackiert Drohnen.

Es sendet einen Störimpuls, und dann ...

stürzt die Drohne ab.

Wie hier."

Bei diesem Treffen zeigt sich,

dass die Sanktionen wirksam sind.

Die Nordkoreaner suchen verzweifelt nach Kunden für ihre Waffen.

Mr. James scheint ihre große Hoffnung zu sein.

"In Syrien ist der IS besiegt.

Wir finden dadurch nur schwer Kunden für militärische Ausrüstung.

Wenn Sie Kunden haben, können wir die über Sie beliefern."

Wenn ich sage: "Hört zu, wir wollen eine große Menge Waffen kaufen",

dann kriegen wir die.

Und wie ist der Stand beim Dreiecksgeschäft?

Wir haben die Insel. Wir könnten morgen loslegen.

Okay. Und die vertrauen Ihnen noch?

Bis jetzt ja.

Aber nicht mehr lange.

Unsere Undercover-Recherchen haben ihr Ziel erreicht.

Mr. James muss untertauchen.

Ich lasse ihn vom Radar verschwinden.

Er geht nicht mehr ans Telefon und beantwortet keine E-Mails.

Er löst sich einfach in Luft auf.

Der Maulwurf ist weiter in Aktion.

Als skandinavischer Abgesandter der "Korean Friendship Association"

protestiert er gegen die BBC.

Zusammen mit seinem britischen Waffenbruder Dermot Hudson.

"Hallo zusammen. Hier sind Ulrich und Dermot.

Vor der BBC. Die..." "Britische Gehirnwäschevereinigung."

"Die BBC verbreitet weiter Lügen über die Volksrepublik Korea."

Dann fliegt der Maulwurf nach Spanien.

Zum letzten persönlichen Treffen mit Alejandro Cao de Benos.

"Oh, vielen Dank. Wenn du darauf bestehst."

Es stehen einige Themen im Raum.

"Dermot ist ja Brite, und ich war bei ihm zu Hause.

Ehrlich gesagt sind die Briten eher schmutzig.

Sie lieben schmutzige, schäbige, verrostete Sachen.

Er hat nicht nur alte Teppiche,

sondern betritt sie auch mit matschigen Schuhen.

Matsch im Haus. Verstehst du?"

Am wichtigsten ist allerdings das Verschwinden von Mr. James.

"Man darf niemandem trauen. Auch nicht Leuten, die man kennt.

Wie James."

"Ja, dadurch haben wir viel Geld und Zeit verloren.

Du, ich und Korea."

"Ich bin ein großer Idiot.

Wollt ihr mich überhaupt noch? Ich fühle mich verantwortlich."

"Aber nein, wir kennen dich genau.

Und ihn auch.

Ich habe öfter reiche Typen getroffen. Ich bin daran gewöhnt.

Herr Dasouki ist eine Ausnahme.

Er ist sehr reich, sehr mächtig,

hat großen Einfluss.

Aber er ist bescheiden.

James dagegen ist ein Opportunist.

Er kickt jeden raus, ohne seine Arbeit zu würdigen.

Du warst loyal.

Eigentlich unterwürfig.

Ehrlich gesagt...

Ich habe mir das verkniffen,

aber euer Umgang war wie vom Diener zum Herrn.

'Mach mir 'ne Bloody Mary, und Sie, Alejandro?

Ulrich, bediene mich.'

Du bist mein Genosse.

Es war schrecklich, das anzusehen.

Aber in unserem Spiel muss man das akzeptieren."

"Ich habe ihm ja auch was vorgespielt."

"Ich weiß. Wir spielen alle unsere Spielchen."

"Du weißt, man braucht Leute, denen man wirklich vertrauen kann.

Wenn nur einer zur CIA geht, nur einer ...

bist du geliefert."

Zum krönenden Abschluss ist der Maulwurf Gastgeber

für das Jahrestreffen der "Korean Friendship Association".

Ich hatte bislang alle seine Reden geschrieben,

jetzt wird er seine letzte Predigt halten.

"Liebe Genossen, unser Vorsitzender darf heute nicht bei uns sein.

Die KFA ist im Krieg.

Wir haben das Recht, einen Krieg gegen den Feind zu führen.

Ein Mensch kann den Lauf der Geschichte verändern.

Falls ihr euch fragt, was ich,

der KFA-Delegierte Skandinaviens, gemacht habe...

Ich will euch heute das Touristenprojekt vorstellen.

Mana, kannst du das bitte runterstellen?"

Wie geplant, teilt der Maulwurf die Früchte

seiner und Alejandros streng geheimer Arbeit.

"Ein schönes Hotel mit Pools und Zimmern,

Konferenzräumen, Golfplatz."

Der Maulwurf verwendet Codewörter für Metamphetamin und Waffen,

die ihm Alejandro eingebläut hat.

"Wenn es um etwas Essbares geht, sagst du 'Meeresfrüchte'. "Ja."

"Meeresfrüchte in Dosen.

Und das andere nennst du zum Beispiel 'Holz'.

Kunsthandwerk aus Holz.

Handgemacht von den Einheimischen."

"In diesen Räumen können Meeresfrüchte verarbeitet

oder Kunsthandwerk hergestellt werden.

Eine neue Straße wird zu einer Landebahn führen.

So können wir die Produkte ausfliegen

und international verkaufen.

Ihr dürft gerne Fotos machen.

Okay. Danke."

Nach dem Jahrestreffen

berichtet ein Mitglied der "Korean Friendship Association"

begeistert über das Tourismusprojekt.

Auf der Nachrichtenseite der KFA.

Alejandro Cao de Benos weist den Maulwurf an,

sofort alles zu löschen.

Ein Mitglied namens Jean Paul tritt aus der Vereinigung aus.

Er hat Angst vor Spionen und Hackern.

Dann heuere ich

die ehemalige Nachrichtenoffizierin Annie Machon an.

Sie hatte beim britischen Nachrichtendienst MI5 gearbeitet,

bevor sie als Whistleblowerin

illegale Vorgänge des Dienstes an die Öffentlichkeit brachte.

Als Geheimdienstmitarbeiterin hatte sie Agenten

auf deren langjährigen Missionen betreut.

Und diese anschließend mit ihnen zusammen analysiert.

Wenn jemand zehn Jahre seines Lebens in eine Sache investiert

und dabei völlig auf sich allein gestellt ist,

dann braucht er eine Möglichkeit, sich jemandem anzuvertrauen.

Und alles genau zu erzählen.

Es ist fast wie eine Beichte.

Man will die Leitung ja auch mit Anerkennung belohnen.

Die bekommen sie woanders nicht.

Weil sie nicht darüber sprechen dürfen.

Außer vielleicht mit ihrem Ehepartner.

Anerkennung ist wichtig, wenn man so lange undercover arbeitet.

Mit einem opulenten Essen? Das funktioniert normalerweise gut.

Ich möchte auf Sie beide und Ihre Erfolge anstoßen.

Das ist die beeindruckendste private Geheimoperation,

von der ich je gehört habe.

Wie wollen Sie die beiden vor Racheakten Nordkoreas schützen?

Mr. James lehnt das ab.

Er will keinen Schutz und keine Sicherheitsbelehrungen.

Okay.

Für den Maulwurf haben wir ein Nachsorgeprogramm

mit Personenschutz.

Und seine Familie? Für die Familie auch.

Beim Maulwurf macht mir eher Sorgen,

dass er über zehn Jahre lang den Maulwurf gelebt hat.

Er ist seit zehn Jahren Teil seiner Identität.

Wie wird es, wenn das vorbei ist?

Das Betreten von geheimen Welten ist sehr verführerisch,

wie ich sehr gut weiß.

Wer ein Doppelleben voller Gefahren und Adrenalinschüben geführt hat,

für den ist es unglaublich schwierig,

in die Realität des Alltags zurückzufinden.

Früher oder später muss auch ich mich einer Realität stellen.

Ich besuche den Maulwurf und seine Frau

in ihrem Vorort von Kopenhagen.

"Ulrich möchte dir etwas erzählen."

"Eine lange Geschichte."

Die Geschichte kennen wir schon.

Hier ist das Ende.

Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich.

Und ich hoffe, dass du irgendwie

auch etwas beeindruckt davon bist, was ich ...

erreichen...

was ich der Welt zeigen möchte.

Ich bin schockiert.

In meinen Augen bist du ein Idiot. Weil du nichts zu mir gesagt hast.

Eine Lüge nach der anderen.

Das ist so scheiße.

Ich möchte etwas zu Ulrichs Verteidigung sagen.

Es ist wichtig.

Ulrich ist einer der mutigsten Menschen, die ich kenne.

Im Alltag merke ich davon nichts.

Da denke ich eher: "Reiß dich mal zusammen und mach sauber."

Er hat sich immer mehr von der Familie zurückgezogen. Immer mehr.

Er verschwindet. Und das geht jetzt zehn, elf Jahre so.

Ich weiß nicht.

Ja.

Es war einfach verrückt.

Auch für mich.

Ich konnte es niemandem erzählen.

Ich habe mich oft gefragt, was du denkst.

Ich habe nicht viel gedacht.

Aber ich denke darüber nach, was jetzt passiert.

Jetzt, am Ende.

Was hat das für Konsequenzen für uns als Familie?

Du sitzt da und ich hier drüben.

Zu guter Letzt folgt noch ein schwieriges Gespräch.

Mein Herz klopft wie verrückt.

"Hallo?"

Hallo, Alejandro. Ich kann dich nicht sehen.

"Oh, ich aktiviere das Video."

Wie geht's?

"Gut, und dir?"

Gut. Bevor wir starten, muss ich dir ein paar Dinge erzählen.

"Ja." Warum ich so an Nordkorea interessiert war.

Und warum ich die Wahrheit über dich herausfinden wollte.

Alle unsere Treffen wurden gefilmt.

Ich war ein Maulwurf. Für einen Film.

Mit dir.

Ich möchte dir gerne den Regisseur vorstellen,

der mich durch diesen Film begleitet hat.

Ich hoffe, du beantwortest seine Fragen. Hier ist er.

Hallo, Alejandro.

"Hallo." Lange her.

"Ja."

Wir nehmen dieses Gespräch auf,

und ich informiere Sie darüber, dass wir alles auf Band haben

und alles wissen.

Das ist das Ende einer sehr langen Geschichte.

Alejandro?

Mhm.

Er hat die Verbindung getrennt. Er hat auf Stopp gedrückt.

Als er auf dem Bildschirm auftauchte,

wäre ich fast auf die Toilette gerannt.

Aber als ich anfing zu sprechen,

war ich wieder in meiner Rolle als Maulwurf.

Wärst du gerne wieder der Maulwurf? Nicht genau so.

Aber man weiß ja nie.

Mach's gut.

Schauen wir es noch mal an?

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021

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