All language subtitles for Charite - S03E02 - Blutsauger.deu

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Original subtitles

Ihr Kind hat sich wahrscheinlich mit Polio infiziert.

Kinderlähmung.

* Er röchelt. * Er bekommt keine Luft.

Wir brauchen die Eiserne Lunge! Die Eiserne Lunge, schnell!

Wir haben eine Patientin mit Verdacht auf Magenulkus.

Es ist ein Tumor.

Magenkarzinom? Ja.

Wir müssen den Krebs eher diagnostizieren.

Nur so haben wir eine Chance, ihn zu heilen.

Hören Sie auf, privat Krieg gegen Krebs zu führen. Er ist stärker.

Du machst die Mama doch wieder gesund, oder?

Ella Wendt Prof. Dr. Otto Prokop

Dr. Ingeborg Rapoport Prof. Dr. Helmut Kraatz

(Nachrichtensprecher) Somit bliebe es weiterhin unklar,

warum Präsident Kennedy die Atmosphäre zum Weißglühen brächte,

wenn er sich doch dessen bewusst sei,

was ein Krieg mit thermonuklearen Waffen bedeute.

Ein dritter Weltkrieg, wenn er denn ausbrechen sollte,

beschränke sich nicht auf ein Duell

ausschließlich zwischen den zwei Großmächten,

der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika,

so Staatschef Nikita Chruschtschow weiter.

Guten Morgen, Prof. Rapoport. - Guten Morgen.

Da braut sich was zusammen, wa?

Ja, das kann man wohl sagen.

Aber ich bin sicher, dass Ulbricht und Chruschtschow

noch ein As gegen die Kriegstreiber im Ärmel haben.

Na, das wollen wir mal hoffen, Professor. Die Kinder wohlauf?

Oh ja. Zumindest keine Klagen aus Eisenach.

Ach ja, Ferienlager.

Das waren Zeiten, wa?

(Rapoport) Vorsicht!

Oh nein.

Dr. Senkbeil, Entschuldigung.

Bleib drin. Schau nach den Kindern. - Tut uns leid.

Ist ja fast nichts passiert. Wirklich. Ist schon gut.

Sind denn die Kinder in Ordnung? Ja, die Kinder sind in Ordnung.

Wo wollen Sie denn hin?

Mensch, Senkbeil, das ist doch nicht Ihr Ernst!

Es geht hier auch um meine Familie.

Und meine Zukunft. Die sehe ich nicht mehr hier.

Das fasse ich nicht. Ich hätte nie gedacht, dass Sie so einer sind.

Das tut mir leid.

Der haut ab.

Der haut einfach ab.

Ja, wie viele denn noch? Herrgott noch mal!

* Türklopfen *

Einen wunderschönen guten Morgen.

(Schwester) Guten Morgen. - Alle Vögelchen brav im Nest?

Schwester Petra, schicke Frisur. - Welche Frisur?

Ich habe nicht mal mehr Zeit zum Haarewaschen.

(Gerda) Das sagen Sie so einfach.

Wir haben wohl keinen Oberarzt mehr.

Dr. Senkbeil hat mit allem das Gelände verlassen.

Nicht der auch noch.

Was soll man machen, wenn der goldene Westen lockt?

Was machen wir ohne Oberarzt?

Zusammenhalten, Dr. Nowack.

Der Partei beweisen, dass die Charite für diesen Staat steht.

Keine weiteren Abgänge.

Wer ist jetzt wieder weg?

Dann machen wir eben ohne Oberarzt weiter. Hilft ja nichts.

Improvisieren haben wir mittlerweile gelernt.

Schwester, wo ist denn Frau Dr. Wendt?

Na, wo schon. - Durchhalten.

* Türklopfen *

Oberschwester Gerda, zum 27. Mal: Ich habe erst ab Mittag Dienst.

Kleiner Tipp, Frau Doktor:

Im Clinch mit der Stationsschwester zieht man meistens den Kürzeren.

Die Nerven liegen eh gerade blank. Warum?

Was ist denn jetzt schon wieder? Senkbeil. Er hat sich abgesetzt.

Nicht Ihr Ernst. Mhm.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

* Düstere Streichermusik *

Guten Morgen, der Herr Professor. Guten Morgen.

Mhm.

Ganz tief in den Bauch atmen.

Ja. Ruhig, ruhig. Ganz ruhig. Ganz ruhig.

So, einen Moment. Ich höre.

Wehen haben heute Morgen gegen halb vier eingesetzt.

Stethoskop.

Ganz ruhig. Tief in den Bauch. So ist gut.

Der Muttermund ist noch nicht...

Ja.

Ich plädiere daher für eine Sectio. Der OP ist schon informiert.

Unsinn.

Frau Rösler, mein Name ist Helmut Kraatz.

Die Herztöne Ihres Kindes geben keinen Anlass zur Beunruhigung.

Wir brauchen keinen Kaiserschnitt.

Das Risiko sparen wir uns, hm?

Das sitzen wir aus.

* Ruhige Klaviermusik *

* Druckluft entweicht. *

Guten Morgen. Guten Morgen.

Ich habe mich verspätet. Entschuldigung.

Deine Werte haben sich sehr gebessert.

Ich habe auch ganz viel gelesen. Sehr schön.

Schau mal, was ich dir mitgebracht habe.

Danke. Von meinem Sohn.

Danke. Wie ist die Temperatur?

(Arianna) 36,7. Wunderbar.

Unauffällig.

Gib mir mal deine Hand, Werner.

So, und jetzt drück mal feste. Geht's noch fester?

Toll.

Und jetzt beweg mal dein Bein. Dieses hier.

Mhm. Und das andere?

Wunderbar.

Ich denke, wir können's wagen.

Was ist, wenn das nicht funktioniert?

Er muss so schnell wie möglich selbständig atmen.

Seine Werte sind stabil.

Es gibt keinen Grund, ihn in der Eisernen Lunge zu lassen.

Mama, ich will da raus.

(Bruncken) Nichts zu beanstanden. Die Wunden verheilen gut.

Sie haben eben magische Hände. Das habe ich gleich gesehen.

Das ist reine Übungssache.

Kann da noch mal was nachwachsen von dem Magenkrebs?

Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht sagen.

Da müssen wir die Nachuntersuchung abwarten.

Jetzt hoffen wir alle zusammen das Beste.

Sie kommen erst mal zu Kräften? Das kann ich am besten zu Hause.

Dann erholen Sie sich gut bei Ihrer Familie.

Alles Gute.

Einfalls- ist gleich Ausfallswinkel.

Das haben Sie schon in der Volksschule gelernt.

Denken Sie ans Abendessen mit Ihrer Gattin.

Der Tisch ist auf 18 Uhr reserviert.

Sie sind ein Engel, Frau Dammrau. Vielen Dank.

Achtung bei der Lunge.

Da müssen wir gute Stücke rausnehmen.

Los, vorsichtig.

Guten Morgen, Herr Hauptmann. - Frau Dammrau.

Hertweck. Ist die Kriminalpolizei wieder da.

Die Freude ist ganz meinerseits.

Wie immer behellige ich Sie nicht freiwillig.

Ich habe einen neuen Fall.

Wollen Sie mit meiner Frau essen gehen?

Aber Ihre Frau möchte doch mit Ihnen Zeit verbringen, nicht mit mir.

Das dauert länger. Vielleicht gleich auf morgen verschieben.

Machen Sie das. Sie sind diplomatischer als ich.

Fangen wir gleich an. Wittenberg.

Wo haben Sie die gefunden? Im Wald?

Im Blumenthal bei Prötzel. Durch einen Jäger.

Könnte sie gestürzt sein? Nicht laut der Hutkrempenregel.

Danke.

Alles was oberhalb dieser gedachten Linie auf den Schädel trifft,

stammt in der Regel nicht von einem Sturz,

sondern von einem Artgenossen.

In aliis verbis: ein Schlag mit einem stumpfen Gegenstand.

Einem Stein vielleicht. Mord.

(Wittenberg) Laut Laborergebnis hatte die Verstorbene

Geschlechtsverkehr kurz vor ihrem Ableben.

Dem Eindruck nach nicht einvernehmlich.

* Tastenklimpern *

Ah. * Lacht. *

Da schau her. Kommen Sie näher.

Schauen Sie. Graust es Ihnen? Wollen Sie einen Speibsackerl?

Wittenberg. Lineal. Licht.

Lineal.

Ein Biss? Tierfraß?

Sie kennen doch den Ausdruck "jemanden zum Fressen gernhaben".

Homo homini lupus est. Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf.

So, Werner. Wir schalten jetzt die Eiserne Lunge ab, ja?

Das wird sich am Anfang komisch anfühlen,

weil du nicht gewöhnt bist, allein zu atmen,

weil die Maschine das gemacht hat.

Du bekommst Luft von uns, versuchst trotzdem tüchtig mitzuatmen.

Wir helfen dir. Es wird alles gut, Werner.

Und Luft. Und Pflaster, abschalten.

Klappe auf.

Sehr gut. Gut machst du das.

Ganz toll, und dann versuche ich, dir zu helfen,

dass du mit dem Kopf durchkommst.

Da geht die Luft kurz weg. Keine Sorge.

Wir sind gleich auf der anderen Seite wieder da.

Alles gut, alles gut.

Sehr gut, und komm hoch.

Ganz ruhig. Ganz ruhig. Luft kommt. Luft kommt. Genau, so.

So ist gut. Ich atme mit dir.

Brustkorb hebt sich und senkt sich.

Gut. So ist gut. Sehr gut.

Jetzt trage ich dich mit deinem Papa aufs Bett.

Der hilft mir. Alles gut. Drüben kommt wieder Luft.

Und eins, zwei, drei.

Ganz ruhig. Luft kommt.

Gut.

So ist gut. Ganz ruhig. Ganz ruhig atmen.

Genau. So ist gut. Ganz ruhig atmen. Sehr gut.

* Gefühlvolle Klaviermusik *

Ich würde mir gerne Ihr Blut noch mal genauer anschauen.

Ich bin mir sicher, irgendwo im Blut,

da gibt es einen Weg, den Krebs zu erkennen.

Und je früher wir ihn sehen, desto besser können wir helfen.

Ah. Schön rot ist es ja noch, das Blut.

Geschafft. Das war's schon.

Na dann.

Viel Erfolg bei allem, was Sie damit vorhaben.

Danke.

Packst du deine Sachen zusammen. Wir wollen dann auch langsam los.

(flüstert) Genau. Einfach da rein.

Das ist für dich. Das sind Mama, ich und du.

Weil du die Mama gerettet hast.

* Mysteriöse Klaviermusik *

Danke.

Alles Gute.

So. Nimmst du mal meine Tasche? - Ja.

(Frau) Papa wartet schon unten.

Probieren wir's mal ohne.

Weiteratmen. Genau, sehr gut. Genau. Schau mich an.

Setzen wir uns mal zusammen hin.

Ganz langsam. Genau.

Ist gut. Wir schaffen das schon. Gehen Sie ruhig zu Ihrer Frau.

Ist dir schwindelig? Ein bisschen.

Das ist kein Wunder.

So, versuch mal ganz vorsichtig, die Füße auf den Boden zu stellen.

Einen. Jetzt wollen wir mal den Boden ein bisschen abtasten.

Ganz kalt.

Jetzt versuchen wir mal aufzustehen.

Ich bin aber da. Ich lass dich nicht los. Keine Angst.

Sehr gut. Gut.

Wollen wir mal den rechten Fuß ein Stückchen vorsetzen?

Genau. So. Und jetzt:

links.

Und den rechten.

Und guck mal, da steht die Mama, und der Papa.

Jetzt laufen wir ganz langsam zu denen hin.

Jetzt das eine Füßchen und der rechte Fuß.

Und rechts und links.

Sehr gut. (Herr Simoneit) Prima.

Gut machst du das.

So. Und jetzt läufst du mal alleine.

Schau mal.

Genau. Schaffst du. Schaffst du.

* Hoffnungsvolle Musik *

Toll, Werner.

* Kuss * Ganz toll.

* Frau Simoneit schluchzt. *

Gut gemacht, meine Teuerste.

* Babyschreien *

Herzlichen Glückwunsch, Frau Rösler.

Das haben Sie gut gemacht.

Danke, Herr Professor. - Herr Professor.

Ja? Bitte.

Einen Moment.

(Schwester) Die Kleine ist gelbstichig.

Ja, ich sehe. Ungewöhnlich, so kurz nach der Geburt.

Benachrichtigen Sie die Neonatologie.

Wir lassen sie rüberbringen.

Sollten wir es nicht mal beobachten? Nein, das sollten wir nicht.

Was ist mit ihr? Anzeichen einer leichten Gelbsucht.

Gelbsucht ist bei Neugeborenen nicht ungewöhnlich.

Tritt aber gewöhnlich nicht bei der Geburt,

sondern ein bis drei Tage danach auf.

Deswegen möchte ich es kontrollieren.

* Ruhige Musik *

Deiner Mama sage ich morgen, dass du nach Hause darfst.

Die Akten für die nächste Schicht.

Die Medikation für den Asthmatiker ist geändert.

Mhm. Ist sonst noch irgendwas?

Die Gynäkologie hat einen Säugling mit Gelbsucht angekündigt.

Und die sind noch nicht hier? Haben Sie angerufen?

Geht keiner ran. Probieren Sie's noch mal.

* Sirenengeheul *

* Spannende Musik *

(Arianna) Was dauert da so lange? Hattet ihr einen Platten?

(Mann) Das war die kürzeste Strecke.

Die Schleimhäute sind schon ganz gelb.

Holen Sie die Befunde der Mutter. Auch auf Hepatitis?

Ja. Vielleicht weiß sie gar nicht, dass sie infiziert ist.

* Baby schreit. *

* Baby weint. *

Ich habe die Stationsschwester erreicht.

Prof. Kraatz ist auf Visite.

Was soll das heißen? Niemand kann die Akte lesen?

Der Bilirubinwert ist bei 25.

Das ist viel zu hoch. Das Kind muss sofort unter Blaulicht.

Ich riskiere keinen Kernikterus mit Behinderungen,

weil ich keine Infos über die Mutter habe.

Sie passen bitte auf die Augen auf.

Das Licht ist Gift für seine Netzhaut.

Okay. Ich bin gleich zurück. (Arianna) Aber wo wollen Sie hin?

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt... Ständig die Werte nehmen.

Pst.

(Frau) Guten Tag, die Herren.

* Spannungsvolle Musik *

* Sirenengeheul *

Falk und Vossler baten ebenfalls um Auflösung ihres Vertrags.

Mein Auftrag von der Partei ist, das zu unterbinden.

Was habe ich damit zu tun?

Sprechen Sie mit dem Personal auf Ihrer Station.

Ich soll politische Reden halten?

Sie sollten Ihre Belegschaft überzeugen,

dass die Charite nach wie vor die beste Adresse ist.

* Dramatische Musik *

Mein lieber Herr Lehmann,

ich überzeuge durch meine fachliche Kompetenz.

Ich denke, dass meine Mitarbeiter das schätzen. Und wenn nicht...

Dann kann und würde ich auch nichts ändern.

Ich habe mich schon mal von der Politik instrumentalisieren lassen.

Und ich werde diesen Fehler nicht noch einmal machen.

* Türklopfen *

Herr Professor Kraatz, ich muss Sie sprechen.

Na, wenn Sie mich schon so freundlich fragen.

Genosse Lehmann.

Das Kind, das Sie uns überstellt haben.

Ja, wie geht's ihm? Schlecht.

Hoffentlich schlägt die Fototherapie an.

Ich muss die Mutter sprechen.

Liegt auf Station. Verdacht auf Hepatitis?

Nein. Ist sie sicher erstgebärend?

Also in aller Bescheidenheit,

ich kann den Körper einer Mehrfachmutter

von einer Erstgebärenden unterscheiden.

Kommen Sie?

Frau Rösler, wir müssen wissen, ob Ihr Kind unter

einer Blutgruppenunverträglichkeit leidet.

Das weiß ich nicht. Sie sind doch die Ärzte.

Das ist richtig, aber Sie können helfen, das herauszufinden.

Sehen Sie, erst wenn wir die Ursachen der Gelbsucht eingrenzen,

können wir die passende Behandlung einleiten.

Diese Unverträglichkeit ist nur möglich,

wenn es nicht Ihr erstes Kind ist.

Aber Sie gaben an... Natürlich ist das mein erstes Kind.

Was soll das? Ich versteh nicht.

Sie waren schon mal schwanger, richtig?

War's ein Abort?

Bei einer Abtreibung können innere Verletzungen entstehen.

Dadurch vermischt sich Ihr Blut mit dem des Fötus.

Dadurch werden Antikörper gebildet.

Und diese führen bei Ihrem Kind dazu,

dass rote Blutkörperchen abgebaut werden.

Daher die Gelbsucht.

Und jetzt?

Ich muss meinen Mann sprechen.

Das ist doch sicher möglich, oder? Natürlich.

Der ist auf Geschäftsreise in Hamburg.

Ich kümmere mich jetzt mal um Ihr Kind.

Die Informationen über den Abort hätte ich früher gebraucht.

Wenn die Patientin falsche Angaben macht, sind mir die Hände gebunden.

Besetzen Sie wenigstens Ihre Telefonstelle.

Dann spare ich mir den Weg hier auf Ihr Inselparadies.

Meine Klinik ist so gut besetzt, wie es in diesen Tagen möglich ist.

Und es steht Ihnen nicht zu, sich so im Ton zu vergreifen.

Oder schließen Sie Ihre Patienten bei Einlieferung

an einen Lügendetektor an?

Halten Sie mich über den Zustand des Kindes auf dem Laufenden.

Ich denke, Sie finden den Weg wieder zurück.

Meine Empfehlung.

* Gefühlvolle Klaviermusik *

Hier sind Sie.

Haben wir Frau Jasinski zu viele Versprechungen gemacht?

Warum die Hoffnung nehmen, wenn wir sie nicht aufgegeben haben?

Weil's leere Versprechungen sind.

Lohnen sich die Nachtschichten im Labor wenigstens?

Prokop hatte recht. Leider.

Die Nummer mit den Blutgruppenmerkmalen,

die war völliger Unsinn.

Können wir über was anderes reden?

Schade um Senkbeil.

Der hat mich an die Charite geholt.

Er hatte eigentlich eine ganz gute Stellung hier, oder?

Als Arzt, ja. Politisch...

Na ja.

Aber hier geht's nicht um Politik.

* Lacht. * Nee.

Oh Gott. Ähm. Mist.

Na, ich habe schon.

Ach, da sind sie ja wieder, die magischen Hände.

Nach 24 Stunden Dienst, ja.

Es geht immer nur um Politik.

Haben Sie heute Früh die Nachrichten gehört?

Wenn man den Spinner Chruschtschow vom Krieg salbadern hört.

Blutsauger sind das.

Blutsauger.

Natürlich. An die muss ich ran. Blutsauger.

Nicht Blutgruppen.

(Mann im TV) "Der Flüchtlingsstrom aus der DDR

in den Westen unseres Landes findet kein Ende.

Das Notaufnahmelager an der Marienfelder Allee

verzeichnet erneut Tausende von neuen Flüchtlingen."

Ja, schön bei uns die Ausbildung genießen und dann sich dünne machen.

(Gerda) Mein Nachbar macht's klüger.

Kommt aus dem Westen, verdient drüben das Dreifache

und zahlt bei uns für seine Wohnung 'n Appel und 'n Ei.

"Dabei bilden sich vor den Stationen lange Schlangen."

Oberschwester Gerda?

Ich bräuchte Ihre Hilfe. Würden Sie kurz mitkommen?

Dauert auch nicht lange. Keine Sorge.

Ich habe schon Dienstschluss.

Bitte.

"Sonderangebote locken viele in die Kaufhäuser der Stadt.

Auch die nächsten Tage soll es sommerlich mild bleiben,

bevor es zum Wochenende deutlich abkühlt.

So weit die Nachrichten."

Je dicker dein Bauch, desto besser werden die Übersetzungen.

Scheint ein kluges Kerlchen zu werden.

Wird sicher ein Mädchen.

Das Essen oben ist übrigens langsam verkocht.

Ich bin gleich fertig. * Türklopfen *

Hertweck, Sie rauchen zu viel. Guten Abend.

Gnädige Frau. Herr Professor.

Die lichte Weite zwischen den zweiten Prämolaren 15 und 25

des Oberkiefers liegt bei 28 Millimeter.

Daraus können wir auf einen adulten Vertreter

der Gattung Homo sapiens sapiens schließen.

Kein Tierfraß. Allerdings...

Die mittleren Schneidezähne, eins eins und zwei eins, fehlen.

Sehr eigenartig.

Ein einzigartiges Gebiss.

Der Täter hat dort gebissen, wo das Gewebe besonders weich ist.

Ein Kenner der Anatomie.

Oder jemand mit Erfahrung.

Passau, Konstanz, Leipzig.

Das sind nur Fälle, die ich fix ausfindig machen konnte.

Junge Frauen, allesamt blond und schlank,

vergewaltigt, erschlagen und im Wald abgelegt.

Ich lese nichts von Bissspuren. Schauen Sie sich die Bilder an.

Schlecht. Zu wenig Licht, schlechte Einfallswinkel.

Die könnten vom Wittenberg sein.

Sind die Leichen schon krematiert?

Ja. Leider.

Ich hab's im Gefühl: Wir haben es hier mit einem Serienmörder zu tun.

Ihr Gefühl in allen Ehren.

Für mich zählen Fakten, Fakten, Fakten.

Quod esset demonstrandum.

Würden Sie, bitte?

Ich würd's mal mit schlafen probieren.

Dann sind die Blutwerte auch besser.

Ach so. Meine Blutwerte sind in Ordnung.

Warum brauchen Sie sie dann?

Weil ich Vergleichsproben brauche.

Gesundes Blut, krankes Blut.

Aha.

Ist alles nicht so einfach.

Na ja, eigentlich schon, aber...

Dann können Sie's ja der ollen Gerda einfach erklären.

Gut.

Also, dann stellen Sie sich mal vor...

Diese Arbeitsplatte hier ist eine Blutbahn, ja?

So. Und dann wäre dieser Handschuh ein rotes Blutkörperchen.

Krebszellen.

Wir wissen, dass sie da sein können.

Ich bin sicher, dass wir sie finden können,

aber wir können sie nicht messen.

Ihre Anzahl und damit die Gefahr, die davon ausgeht.

Aber das wollen wir. Und zwar frühzeitig.

Und jetzt Obacht.

Bei der vermehrten Zerstörung von roten Blutkörperchen

wird der darin enthaltene Blutfarbstoff freigesetzt:

Hämoglobin. Und der lässt sich messen?

Noch nicht ganz.

Aber das hier lässt sich messen: Haptoglobin.

Das ist ein sogenanntes Transportprotein für Hämoglobin.

Ich habe den Haptoglobinspiegel

im Blutserum der Patientin Jasinski bestimmt.

Und jetzt halten Sie sich fest:

Er übertrifft den Normwert um mehr als das Doppelte.

Heißt, sie ist nicht geheilt?

Nein, das kann man so nicht sagen.

Das ist ja auch vorerst nur eine Theorie.

Aber ich glaube...

Unter einer Bedingung:

Wenn Sie Ihr Blut untersucht haben, machen Sie Feierabend.

Übermüdet kann ich Sie auf Station nicht gebrauchen.

Natürlich.

Ja, aufwachen, genau. Schön feste trinken.

Nicht schlafen. Trink mal.

Na komm. Na komm.

Was hat Prof. Kraatz gemeint? Das wollen Sie nicht wissen.

Die Bilirubinwerte sind gefallen. Sie sind bei 20.

Die müssen weiter runter. Wir müssen den Darm anregen.

So, jetzt trink mal, meine Kleine, komm.

Kommen Sie, ich übernehme.

Nee, ich bleibe die Nacht hier.

Haben Sie nicht Geburtstag heute?

Alles Gute. Danke.

Erholen Sie sich.

* Melodie von "La Cucaracha" *

(Arianna) Eins, zwei, drei. Eins, zwei, drei.

Du musst den Schritt halten.

Jetzt drehen.

Falsche Richtung. - Oh nein.

Eins, zwei, drei. Eins, zwei...

Un, dos, tres. Eins, zwei, drei.

Eins, zwei, drei. Dabei immer weiter tanzen.

Eins, zwei...

* Gelächter und Musik *

(Arianna) Du musst den Schritt halten.

Oh, hallo, Ella. Magst du vielleicht ein Stück Kuchen?

Ähm. Nee. Danke.

Was wird denn das hier grad? Ich...

Du hast die Einladung nicht gesehen?

Auf Arianna.

Oh. Ach so. Herzlichen Glückwunsch.

Ich wollte schlafen, aber ist egal. Viel Spaß.

(Schwester) Die geht zum Lachen in den Keller.

Wie hältst du's mit der aus?

Bueno, Chicas, salud.

(alle) Salud.

* Düstere Musik *

(Soldat) Alles ruhig.

Guten Abend, Frau Doktor. Guten Abend.

Hast du auch noch eine für mich?

Entschuldigung, das Du ist mir jetzt so rausgerutscht.

Danke.

Ella, stimmt's?

Curt.

Darf ich fragen, warum du mich hast sitzen lassen vorhin?

Ach so, ah.

Ich hatte einen Geistesblitz und dem musste ich nachgehen.

Dem Geistesblitz der Blutsauger? Mhm.

Das sind grad meine einzigen Freunde hier.

Der Haptoglobinwert von unserer Patientin Jasinski

ist viel höher als bei mir.

Ach was.

Da musst du dranbleiben. Ja.

Aber dafür brauche ich Blut, viel Blut.

Prokops Blutdepot.

Genau.

Aber da ist das Problem.

Ich kann mich nicht einfach nachts da reinschleichen,

wie so ein Vampir, um meinen Forschungsradius zu erweitern.

Na ja, du als Gräfin Dracula,

das wäre eine interessante Vorstellung.

Hm. Mhm.

Nee, danke. Ich muss nicht nach Transsilvanien.

Kein Fernweh?

Ich fühl mich eigentlich grad ganz wohl hier.

Als kleiner Junge wollte ich immer mal zum Mond zu reisen.

In den Staaten arbeitet ein Nazi am Bau einer Rakete.

Wusstest du das? Nein.

Na ja.

Der Zug ist wohl endgültig abgefahren.

Es ist vielleicht auch ein bisschen weit bis zum Mond.

Ich habe dieses Land noch nie verlassen. Du?

Wenn das Fernweh richtig schlimm wird,

ziehe ich mich auf das Dach von Haus B zurück.

Und dann bin ich wenigstens ein bisschen näher dran.

Und ein bisschen weiter weg von all dem hier.

Weißt du was? Geh zu Prokop, Ella.

Ein Versuch ist es wert, oder?

Ich habe nie jemanden so sehr für seine Sache kämpfen sehen wie dich.

Gute Nacht.

Der hat mich abgekanzelt wie ein kleines Kind.

Du hättest ihn mal sehen sollen. So ein eitler Gockel.

Nein, sonst gibt's nichts Neues. Nein.

(Soldat) Absitzen. Los, los, los.

Hast du was von den Kindern gehört? Haben die geschrieben?

Ach, gut. Das ist doch schön.

Hast du gesehen? - Danke.

Das ist gut, wenn Lisa ein bisschen aus sich rausgeht.

Gut, freue ich mich.

Ja? Frau Doktor?

Ich melde mich zurück, ja? Bis später.

Die Werte sind in die Höhe geschossen. Wie aus dem Nichts.

Wir brauchen eine Transfusion. Ich hole Konserven.

Nein. Wir brauchen Frischblut. Die Mutter?

Ist nicht die passende Blutgruppe. Wir brauchen Null negativ.

Da unten sind Polizisten. Fragen Sie mal bitte bei denen nach.

* Spannungsvolle Musik *

Hauptmann Hertweck. Was machen Sie denn hier?

Herr Professor. Er hat wieder zugeschlagen, der Beißer.

Der Beißer? Haben Sie ihn so genannt?

Sie sind kreativ. Sie sollten bei der Presse anheuern.

Wiener Waldviertel. Wiener Waldviertel.

Die Kollegen aus Österreich haben uns diese Bilder geschickt.

Furchtbar.

(Hertweck) Bisswunde auf der Arminnenseite.

Ich hatte recht. Der Beißer ist ein Serienmörder.

Ich möchte die Leiche selber sehen.

Sagen Sie Prof. Breitenecker

von der Wiener Gerichtsmedizin, ich komme.

Ich darf Sie an das Abendessen mit Ihrer Frau erinnern? Heut.

Ich brauche einen Blutspender. Null negativ.

Und zwar sofort.

Da liegt ein Kind im Sterben. Keine zwei Tage alt.

Zwei Tage. Bitte.

Freiwillige vor. Null negativ.

Ich habe Null negativ. - Kommen Sie mit.

* Baby gluckst. *

So.

Ich entnehme immer nur kleine Mengen aus der Nabelvene des Babys.

Und lass die gleiche Menge Blut von Ihnen zurückfließen.

So.

* Baby weint. *

(Arianna) Hey.

Wenn Ihnen schwindlig wird, sagen Sie Bescheid, ja?

Er muss in zwei Stunden zurück sein.

Na, das sollten wir schaffen.

Du hast es bald geschafft.

Meine Vorlesungen werden abgesagt.

Halten Sie das Institut in Schuss. (Wittenberg) Ja.

Machen Sie anständige Fotos von den Leichen.

Ich habe Ihnen hundertmal gezeigt, wie das geht.

Unbedingt. Aber die Vorlesungen sind schon lange ausgebucht.

Hilft ja nix. Das kommt alles mit.

Ja? Guten Tag.

Wendt. Ella Wendt.

Ich erinnere mich dunkel.

Ich habe Ihre Artikel gelesen. Ja, gratuliere.

Und ich habe meine Hausaufgaben gemacht.

Und ich habe weitergesucht. Haptoglobin.

Genau. Aber nicht als Akute-Phase-Protein, sondern als...

Als Transportprotein für Hämoglobin. Lesen kann ich selber.

Es mag sein, dass meine verstorbene Mutter

der falsche Antrieb für meine Forschungen ist.

Aber ich denke nun mal jeden einzelnen verdammten Tag an sie.

Und da ist ein Mädchen auch kurz davor, seine Mutter zu verlieren.

Weil wir Blut nicht entschlüsseln. Wir?

Ja, bis hierhin bin ich alleine gekommen, aber...

Jetzt brauche ich Ihre Hilfe.

Ich brauche Vergleichsproben aus Ihrem Blutdepot,

um meine Hypothese zu untermauern, um sie aufzubauen und...

Es heißt doch, dass man immer nur so gut ist

wie die Menschen um einen herum.

(stammelnd) Und ich werde dieses verdammte Blut entschlüsseln.

Helfen Sie mir dabei?

Bitte. Ich brauche Zugang zu Ihrem Blutdepot.

Ihre These ist interessant. Nicht mehr, nicht weniger.

Wittenberg, geben Sie der Dame zwanzig Blutproben aus dem Depot.

Das wird fürs Erste reichen. Danke.

Sie müssen mir Bericht erstatten. Vielen Dank.

Dann sehen wir ja, wie wir zusammenarbeiten können.

Und ob. Wiederschauen.

(TV) "Anlässlich der Ankunft des 17.000. Flüchtlings in diesem Monat

hielt Willy Brandt heute

beim Deutschlandtreffen der SPD eine Rede,

in der er die steigende Angst der Menschen

in der Deutschen Demokratischen Republik thematisierte.

Die Menschen der Zone hätten Angst,

dass die Maschen des Eisernen Vorhanges zuzementiert werden."

Die Mittellager aus der Kardanwelle musste ich austauschen.

Geht aufs Haus. Fritz, Sie sind ein Künstler.

Ein wahrer Künstler.

Heute Abend gibt's Schnitzel in Wien, versprochen.

Dein Pass läuft übrigens ab.

Wird alles erneuert bei der Gelegenheit.

So ein richtiges, echtes Wiener Schnitzel,

das hätte ich auch mal gerne.

Gute Fahrt, Herr Professor.

(TV) "Aus Furcht, in einem gigantischen Gefängnis

eingeschlossen zu werden,

verließen viele das Land, so Brandt in seiner Rede weiter."

So. Jetzt ist es doch geschafft.

Fest drücken. - Mhm.

So.

(Arianna) Was soll eigentlich der Auflauf?

Darf ich leider nicht drüber reden.

Ach, komm schon. Wollt ihr drüben einmarschieren, oder was?

Wir schützen die Bevölkerung. - Mhm.

Na, dann schützen Sie mal. Wiedersehen.

Vielen Dank. Tschüss.

* Baby weint. * Ja, ist ja gut.

Gut reagiert. Vor allem rechtzeitig.

Vielen Dank, Frau Doktor.

Aber riechen Sie noch mal im Dienst nach Alkohol...

Dann hat das ein Nachspiel. Das verspreche ich Ihnen.

Was denn? Pst.

Viel Spaß damit.

Danke.

* Träumerische Musik *

* Bedrohliche Musik *

Sie hat's geschafft.

Das tut mir so leid.

* Träumerische Musik *

* Musik läuft weiter. *

Haben Sie denn Ihren Mann erreicht?

Sie können ihn anrufen, jederzeit.

Danke, ich habe mit ihm sprechen können.

Schön. Dann wird er ja bald da sein.

Bei seiner kleinen Familie.

Es ist gerade alles nicht so einfach.

Kommen Sie bitte zum Ende.

Es ist kurz vor Mitternacht. Kommen Sie morgen wieder.

Den Platz nimmt Ihnen vorerst keiner weg.

Wie sieht's denn aus?

Gut. Gut sieht's aus.

Danke.

Wiedersehen. Gute Nacht.

* Düstere Musik *

Die Blutkonserven müssen von nun an jederzeit zur Verfügung stehen.

Schön hast du's hier.

Ah. Warte, warte.

Komm.

Ist der Krebs Geschichte?

War ein verdammt guter Tag heute.

Darauf stoßen wir an.

* Düstere Musik *

Also von hier aus kann man zum Mond fliegen, ja?

Von hier aus kannst du überall hinfliegen.

Mhm.

Wo soll's denn hingehen?

Ähm... Wo wolltest du schon immer mal hin?

Hawaii. Hawaii?

Bahamas. Hm.

Kuba. Kuba?

Komm mal her.

Komm mal mit. Da lang.

Ein Stück noch, ein Stück noch, ein Stück noch. Und stopp.

Und jetzt machst du die Augen zu.

Mach die Augen zu. Vertrau mir. Es funktioniert.

Gut. Augen zu.

Okay.

Jetzt wirst du leicht wie eine Feder.

Was gibt's da zu lachen? Du kannst fliegen. Wusstest du das?

Ist nicht so deins, hm?

So, mal loslassen, mal die Kontrolle abgeben?

Curt, hör doch auf, so einen Blödsinn zu quatschen.

Ich will nicht fliegen. Nee, nee, nee. Vertrau mir.

Guck da hin. Mach die Augen zu.

Du wirst es nicht bereuen. Versprochen.

Augen zu.

Und jetzt...

Jetzt hebst du ab vom Dach.

Hoch in die Luft, und die Charite da unten.

Die Charite wird immer kleiner und kleiner unter dir.

Und von hier aus fliegst du einfach weiter Richtung Westen.

Das ist ganz einfach.

Denn hier oben gibt es keine Grenzen.

Da unten. Schaust du?

Siehst du das, die Lichter?

Das ist schon Brüssel.

Spürst du den Wind?

Schmeckst du das Salzwasser auf der Zunge?

Der Atlantik.

Unter dir rauscht das Meer.

Neben dir schwirren ein paar verirrte Möwen.

Und da.

Bermuda.

Die Bahamas.

Kuba.

* Motor startet. *

(Soldat) Die Absperrung muss weiter rüber.

Was ist das?

(Soldat) Den Draht um die Panzersperren.

Was machen die da? Da gibt's doch gar nicht.

(Soldat) Verbindet sie mit dem Stacheldraht. Hier rüber.

(Bruncken) Das gibt's doch nicht.

Die machen zu.

Hm? Was?

Die schließen die Sektorengrenze. Das gibt's doch gar nicht.

(Soldat) Beeilt euch. Darüber.

Hey! Curt.

Hört auf! Curt.

Hört auf damit! Curt, hör auf.

Die eigenen Leute einsperren! Pst. Hör auf jetzt.

Hände weg von unserer Stadt! Runter vom Dach. Komm.

Ihr dummen Schweine! Runter vom Dach!

Curt, komm!

* Dramatische Musik *

Fremdpersonen auf dem Dach. Gebäude durchsuchen.

Schneller!

Curt!

* Traurige Musik *

Copyright UFA Fiction 2020

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