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(The Chordettes: Mr. Sandman)
Eins, zwei, drei, vier!
Wie die Zeit vergeht. Eine unter der Haube. Bald bist du dran, Evchen.
Ich werd nie 'ne Braut sein. Aber sicher.
Ich bin auch Viertletzte von meiner Clique.
Du bist zu gar nichts zu gebrauchen. Mutti, ich kann doch tanzen.
Hast du Melonen auf den Augen?
Ich bitte Sie, der Tischherr meiner Tochter Monika zu sein.
Der Trampel auf der Leiter?
Siehst du den da drüben? Sieht aus wie Vati.
Sicher? Und bitte lächeln.
Soll ich ihm einen Kaffee kochen? Das ist eine gute Idee, Monika.
Er hat mich festgehalten ... und ich wollte das nicht.
Du hast dir das hier anders vorgestellt.
Du machst nichts falsch, Helga.
Ich bin nicht normal.
Sie vergiften ihr eigenes Volk!
Sie fahren am besten mal rüber und sehen, ob es Verwandte gibt.
Vati.
Es war Vati. Ich bin mir sicher.
Gehst du mit mir tanzen, Monekind?
Sagt dir "Mutter Brause" was?
Das ist mit echter Lebensgefahr.
Guten Tag, ich wollte mit Ihnen ausgehen heute Abend.
Du hast nichts vor.
(spannungsgeladene Musik)
(düstere Musik)
Monika Schöllack
Caterina Schöllack
Eva Schöllack
Helga Schöllack
Sie sind ja lebensgefährlich, Fräulein Monika.
Ist es schlimm?
Ja.
Das war mein Lieblingspulli.
Soll ich einen Arzt rufen?
Danke.
Das war das erste Mal, dass mich jemand erstechen wollte.
Ich danke Ihnen für diese neue Erfahrung.
Fräulein Monika.
(Iljia Livschakoff: Wie sonniger Mai lacht mir dein Mund)
Oh nein.
Ich hab doch genau "zwei Eier, weich" eingestellt.
Ich versteh nicht, warum ... Helga. Jetzt wird alles gut.
Na, wenn du das sagst.
♪ Wie sonniger Mai, ♪ ♪ lacht mir dein Mund ♪
♪ Wie, sonniger Mai, ♪ ♪ strahlt mir dein Licht ♪
♪ Deine Augen, die ... ♪
(Musik spielt im Hintergrund weiter.)
Evi sagt, dass sie Vati gesehen hat.
Papperlapapp.
Aber du selbst sagst doch immer, dass er noch lebt.
Ja. Er wird eines Tages aus dem Lager entlassen
und kommt zu uns nach Hause.
Adenauer hat doch die letzten Kriegsgefangenen zurück...
Wie war deine Verabredung mit Herrn Franck? Hast du dich benommen?
Nein.
Was heißt "Nein"?
Ich hab Papperlapapp gemacht.
Papperlapapp!
Raus mit dir.
Können wir nicht ...
Auch von dir keinen Ton mehr dazu, verstanden?
Ich hab mich sicher geirrt, Muttchen.
Kümmer du dich lieber um deinen Professor,
solange er noch lauwarm ist.
(spannende Musik)
"Der sieht aus wie Vati."
Vati?
Bist du das?
Oh.
Entschuldigung, ich dachte kurz ...
Arbeiten Sie in der Tanzschule?
Sie gehört meiner Mutter, ja.
Ist nicht ganz richtig.
Wie bitte? Es ist die Tanzschule meiner Familie.
Jedenfalls war sie das bis '36.
Da irren Sie sich. Die Schule wurde 1906 gegründet.
Von Heinrich Schöllack, dem Vater meines Vaters.
Ich heiße Simon Crohn. Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen,
kommen Sie in die Pension Karsunke, Zimmer 5.
(verträumte Tanzmusik)
Was ist denn mit diesen ganzen Entgleisungen?
Wills du die nicht korrigieren?
(Die Musik stoppt.)
So, Monika.
Hier sehen wir all die Peinlichkeiten des Parketts,
die wir unbedingt vermeiden sollten.
Wir sehen, meine Herren,
wie Sie Ihre Damen niemals halten sollten.
Als Erstes haben wir den Nackenkraller.
Man weiß nie genau: Möchte er die Dame erwürgen
oder hat er es auf ihre Kette abgesehen?
Und hier der Rückentaucher.
Die Hand verschwindet im Kleid der Dame.
Und hier mein Liebling.
Der Schlimmste von allen.
Der Tieftaster.
(Schmunzeln in der Gruppe)
So, meine Herren. Ab jetzt anständig weiter.
(Musik setzt wieder ein.)
Mutti?
Sagt dir der Name Crohn etwas?
Nein.
Nie gehört.
(Telefonklingeln)
"Tanzschule Galant mit Tradition", Schöllack.
Joachim Franck hier mit noch längerer Tradition.
Oh, Herr Franck. Sie wollen bestimmt Monika sprechen,
aber die unterrichtet gerade. Nein, ich wollte mit Ihnen sprechen.
Ach so? Es geht um diese Geschichte bei der Hochzeit.
Ich höre.
Also.
Es liegt tatsächlich im Bereich des Möglichen, dass ...
dass es da tatsächlich ein Missverständnis gab.
(heitere Musik)
(Surren)
(Fassbender) Haben Sie mit Frau Hauers Mann gesprochen?
Nein, er ist Torwart und auf irgendeinem Turnier.
Ich habe aber eine Nachricht hinterlassen.
Ich möchte Sie etwas fragen, Professor.
Hat es noch Sinn, dass ich darauf hoffe,
dass Sie mich irgendwann vielleicht doch einladen?
Zu einer Tasse Kaffee oder einem Eisbecher?
Malaga zum Beispiel?
Ich hab darüber nachgedacht, was Sie gesagt haben.
Vielleicht such ich ja doch meinen Vater in Ihnen.
Ich war zwar erst sechs, als ich ihn das letzte Mal gesehen habe,
aber Vati war immer ...
so stark.
Und ... klug.
(Eva schluchzt.)
Er fehlt mir so.
Mir fehlt ein starker Mann.
Und ich weiß, dass Sie einer sind.
(Sie schluchzt erneut.)
Ich wollte am Sonntag in die Schaubühne gehen.
Es gibt "Pygmalion".
"Pygmalion"?
Sind das nicht diese kleinen Wilden?
Das sind Pygmäen.
Stimmt.
Wollen Sie mit?
Ja.
(melancholische Musik)
Sehr gerne.
Na gut.
Hier war heute ein Mann, sah aus wie ein Heimkehrer.
Wusste er was von Vati?
Ich glaube nicht. Aber hat so komisches Zeug geredet.
Ja, wie die meisten, die aus dem Lager zurückkommen.
Da kannst du nichts drauf geben.
Wir müssen einen Suchantrag beim Roten Kreuz stellen,
auch wenn Muttchen das nicht will.
Was will ich nicht? Es gibt Neuigkeiten.
Er hat mich eingeladen in eine griechische Tragödie.
Evi-Kind, das stehst du durch.
Bin jetzt schon stolz auf dich.
Und auch für dich, Monika,
gibt es Licht am Ende deines endlosen Tunnels.
Franck Junior hat angerufen. Oh.
Er war sehr entgegenkommend. Er hat zugegeben,
dass es ein kleines Missverständnis zwischen euch gab.
Also, schick ist er ja, rein äußerlich.
Und "Frau Direktor Monika Franck" klingt doch tipptopp mit Sahne.
Er hat "Missverständnis" gesagt?
Ja.
Damit ist der kleine Hickhack zwischen euch ja wohl geklärt.
(traurige Musik)
Nicki, jetzt iss was.
Einige Patienten haben in ihrer Kindheit
einen schweren Schlag auf den Kopf erlitten.
Manchmal reicht auch eine Infektion und starkes Fieber,
um die Nervenbahnen so zu schädigen, dass die Reize fehlgeleitet werden.
Ich bin als Kind mit dem Rad meines Vaters schwer gestürzt.
Ich hatte eine Gehirnerschütterung.
Leben Sie Ihre Krankheit aus?
Sie machen sich ja strafbar.
Wie gehen wir jetzt konkret vor?
Wir werden die Reizleitungen in Ihrem Gehirn
wieder in normale Bahnen bringen.
Mit einem Gummiband?
Das ist eine erste kleine Hilfe für den Alltag.
Sobald Sie merken, dass Ihre Gedanken einen abnormen Weg gehen ...
Geben Sie mir Ihre Hand.
fügen Sie sich einen Schmerz zu.
So.
(Musik: "Was kann schöner sein")
♪ Als ich ein Kind noch war ♪ ♪ und hatte tausend Fragen ♪
♪ Mutti, sag an ♪
♪ Ist ein Prinzesschen schöner als ich? ♪
♪ Da sang Mama für mich ♪
♪ Was kann schöner sein? ♪ ♪ Viel schöner als Ruhm und Geld ... ♪
Schön auf, die linke Hand.
Eins, zwei, drei. Eins, zwei, drei.
Sie machen Fortschritte.
Wie geht's Wolfgang?
Gut.
Ihr beide habt euch sicher schon miteinander eingespielt.
Bei dir gibt's nur ein Thema, oder?
Ja. Eure Zukunft.
(melancholische Musik)
Was ist das eigentlich mit Eva und Vati?
Gar nichts. Evi hat eine Halluzination.
Wenn Vati das wirklich gewesen wäre,
würde er doch nach Hause kommen, oder nicht?
Eine Blumenlieferung für Fräulein Schöllack.
(Musik wird wieder lauter.)
♪ Was kann schöner sein? ♪
♪ Was kann schöner sein? ♪
"Reichspresseball 1937".
(unbehagliche Klänge)
Monika! Hier wurde etwas für dich abgegeben!
Monika!
Ja, Mutti?
Und ein Kärtchen ist auch dabei.
Er will mit dir einen Ausflug machen, am Sonntag.
Das heißt, er will sich mit dir zeigen, bei Tageslicht.
Das ist quasi ein Antrag.
Aber Mutti, ich fühle mich so schmutzig.
Dann geh baden, obwohl erst Mittwoch ist.
(gequält) Lass mich! Ich bekomme ein Kind!
Nein!
Frau Langer, Sie sind in Sicherheit.
Das wissen Sie doch. Das wissen Sie doch. Los, kommen Sie mal mit.
Schauen Sie aus dem Fenster.
Sehen Sie? Es ist Sommer, die Sonne scheint, der Himmel ist blau.
Sonne scheint ... Ja.
(energisches Klopfen)
(Mann, von draußen) Hallo?
(wiederholtes Klopfen)
Ja, Moment.
Ist sie hier? Guten Tag.
Ja. Entschuldigung. Guten Tag.
Meine Frau, Christa Hauer, ist sie hier?
Ja. Sie ist hier. Das ist richtig.
Was ist denn mit ihr? Kann ich mal zu ihr?
Tut mir leid. Besuchszeit ist von 15 bis 17 Uhr.
Ich möchte aber gerne meine Frau sehen.
Nein. Das geht nicht ... Ich will zu meiner ...
Sie glaubt, dass unsere Regierung uns vergiftet, übers Trinkwasser.
Deshalb gibt es auch Tage, wo sie nicht einen Tropfen trinkt.
Seit wann hat sie diese Warnvorstellungen?
Schon länger, seit ungefähr drei Jahren.
Und ist sie in Behandlung? - Nein.
Können Sie ihr denn helfen?
Wir machen mit Elektrokrampftherapie gute Erfahrungen.
Elektroschocks? Sie machen hier Elektroschocks?
Es ist das wirksamste Mittel zur Heilung von Geisteskrankheiten.
(Surren)
(Fred Astaire: Cheek to Cheek)
♪ Heaven, I'm in Heaven ♪
♪ And my heart beats so ♪ ♪ that I can hardly speak ♪
♪ And I seem to find the happiness ♪ ♪ I seek ... ♪
Oh, nein! Mist.
Vielen Dank.
Danke. Es geht schon.
Wo müssen Sie denn hin? Nur um die Ecke, nach Hause.
Kann ich Ihnen helfen? Nein, das kann ich nicht annehmen.
Das können Sie annehmen.
Kurt Reinhard.
Regisseur?
Ja, für Reklamefilme bei der Teutonia.
Er hat gesagt, ich sei perfekt geeignet für einen Werbefilm.
Aber du bist doch keine Schauspielerin.
Nein. Aber ich soll auch gar nicht spielen.
Ich soll nur ich selbst sein, eine Hausfrau.
Und wofür soll die Werbung sein? Für "Prontofix".
Was ist das? Ich weiß nicht.
Er hat gesagt, das Honorar sei gut,
und alle Welt würde mich im Fernsehen sehen.
Wie du Werbung für irgendein Abführmittel machst?
Das kommt nicht in Frage.
(Sie räuspert sich.)
(leise spannungssteigernde Klänge)
Das Fleisch ist gelungen. Danke.
(aufwühlende Musik)
Also, folgendes Programm: Wannsee, Segeln, dann Sonnenuntergang,
Schweigen.
(Die Musik bleibt bedrückend.)
(Die Musik überlagert seine Worte.)
Wissen Sie, was ich als Kind oft gemacht habe?
Ich habe versucht, das Geräusch aufzuschreiben.
Das Geräusch der ins Wasser fallenden Steine.
Klong-ging! Oder?
(auf Sächsisch) Ba-plütsch!
Das war ein Sachse.
Monika, Sie als Fräulein, wovon träumen Sie?
(verträumte Musik)
Die Schöllack ist wohl auf der Zielgeraden.
(Die Musik hält an.)
(dumpfer Schlag)
(schwermütige Musik)
(Die Tanzmusik des Lokals wird hörbar.)
Joachim, guten Abend.
Wusste nicht, dass du dir was aus derartigen Lokalen machst.
Sonst verkriechst du dich lieber in feuchten Jazzkellern.
Wie eine kleine Wanze.
Guten Abend, Sonja. Du hast nichts an Charme eingebüßt.
Was macht denn dein Jahrhundertroman?
Der Buchhändler sagt immer, ich muss mich noch gedulden.
Ich finde Sie großartig, Frau Lundi.
Und Sie sind? Ich ...
Ich bin nur ... ... nur Monika.
Was es nicht alles gibt.
Euch noch einen lauschigen Abend.
Dass Sie die Lundi kennen. Schön, Ihre Stimme zu hören.
Was ist das denn für ein Jahrhundertroman?
Ich habe mir mal eingebildet, ich könnte schreiben.
Wollen wir tanzen?
Ist das ein Foxtrott? Ein Slowfox.
Ich wusste, es ist irgendwas mit Füchsen.
Dabei können Füchse doch gar nicht tanzen.
(Unbehagliche Klänge überlagern die Tanzmusik.)
Nehmen Sie Ihre dreckigen Hände weg!
(Tanzmusik ist wieder zu hören.)
(Gummischnalzen)
Willst du nicht langsam ins Bett kommen, Liebling?
Ich muss bis Montag Präzedenzfälle raussuchen.
Für den Oberstaatsanwalt. Urteile zu Mordfällen oder Todschlag.
Hier das sind alles Ehefrauen, die ihren Mann umgebracht haben.
Und warum bringen Frauen ihren Mann um?
Gier. Geldgier in erster Linie.
Na, dann bist du ja relativ sicher. Hm?
Was soll das heißen?
Nichts. Ich meine nur ...
Na ja, solange du noch kein Beamter bist und ...
Du wusstest, dass ich erst mal wenig verdiene.
Ja, ich meinte doch ...
Du wusstest, meine Familie ist nicht vermögend oder nicht mehr.
Und jetzt wirfst du mir das auf diese hinterfotzige Art vor?
Wolfgang, was ist denn los mit dir?
Das hat mir heute noch gefehlt: Vorhaltungen von dir.
(schwermütige Musik)
(Bremsen quietschen, der Wagen nähert sich wieder.)
(Autoradiomusik)
Soll ich Sie in die Stadt mitnehmen?
(fröhliche Radiomusik)
Wie kommen Sie zu Joachim?
Ach, ich kenne ihn kaum.
Und woher kennen Sie ihn?
Ich war mit seinem Bruder verlobt. Harald.
Er ist gefallen.
Das tut mir leid.
Ohne den Krieg wäre ich jetzt eine Fabrikantengattin.
Wollen Sie auch eine werden? Nein.
Jo ist auch ein ganz anderer Typ als Harald.
Vor drei Jahren hat er angefangen zu schreiben, für den Tagesspiegel.
Aber dann hat der Alte seine Verbindungen spielen lassen
und Jo hat keine Aufträge mehr bekommen.
Ist Ihnen kalt?
Suchen Sie sich lieber einen Anderen.
Sehen Sie sich doch mal bei den Amis um. Die sind in Ordnung.
(Rock-'n'-Roll-Musik)
Yes!
Nur die Musik ist schrecklich.
Braucht eine Frau überhaupt einen Mann?
Beim Reifenwechsel oder wenn Sie eine Waschmaschine tragen wollen,
dann sind sie ganz praktisch.
(verträumte Klänge)
(melancholische Musik)
(melancholische Musik)
(Sie erschrickt.) Du bist noch wach?
Mhm. Ich hab einen tierischen Hunger.
Wir waren noch essen, im Kempinski. Und?
Die Ober haben mir den Stuhl hingeschoben, weggerissen ...
Alles wegen Herrn Professor.
Aber ich wollte da nicht so reinhauen.
Muttchen sagt doch immer, kauende Frauen sind unattraktiv.
Eva?
(tiefes Durchatmen)
Ich hab da ein Foto gefunden. Mhm.
Ganz unten in Muttis Kleiderschrank.
Pfui! Du hast geschnüffelt. Das tut man nicht.
Was hast du da überhaupt für ein todschickes Tuch, hm?
Evi ... Das ist ja schick.
Von wem hast du das?
Das hat mir die Lundi geschenkt.
Jetzt lügst du aber.
Nee.
Ich schwöre auf den heiligen Sonntagsbraten.
Ich hab sie heute Abend getroffen,
und sie hat mich nach Hause gefahren.
Nein!
Kein Flachs? Nein. Schau!
Das ist von der Lundi? Ja.
(ruhige Klavierklänge)
Es tut mir leid.
(getragene Musik)
(verstörende Klänge)
(rhythmisches Stöhnen)
(Er keucht laut.)
♪ In Hamburg sind die Nächte lang ♪
♪ So viele schöne Stunden lang ♪
♪ Die will ich mit dir glücklich sein. ♪
Monika!
Sag mal, wie ich hörte, macht der Franck-Sohn dir den Hof, ja?
(Die Musik läuft im Hintergrund weiter.)
Na ja, da hast du endlich mal was,
womit du deine Mutter beeindrucken kannst.
Du machst mir aber keinen sehr glücklichen Eindruck.
Herr Assmann?
Wissen Sie davon, dass die Schule einer Familie Crohn gehört hat?
Woher weißt du das?
Monika, wenn du in der Vergangenheit wühlen willst,
förderst du nur Dreck ans Tageslicht.
Schau dich doch mal um!
Die drei dahinten.
Naziwitwen.
Der Herr mit der Brille da in der Mitte: Nazi.
Und so weiter.
Und Sie waren bei der SS.
Ja, weißt du warum?
Aus Überzeugung.
Wiedersehen, Herr Assmann! - Auf Wiederschauen!
Das bedeutet doch, dass unsere Mutti uns angelogen hat! Und Vati auch!
Von wegen "Großvater Schöllack hat hier das Fundament gelegt".
Monika!
Ich kenne dich seit deiner Geburt.
Jetzt hörst du mal auf mich!
Lass die Vergangenheit ruhen und schau in die Zukunft.
Wie wir alle.
Ja?
So, jetzt hab ich da eine kleine Überraschung für Sie.
(Freddy) ♪ ... ist dann dein Herz ♪ ♪ noch nicht am Ziel ♪
♪ Mein Monekind, sei nicht bang ♪
♪ In Berlin, da sind die Nächte lang. ♪
(Kind quengelt.)
(Mann) Moment!
(Die Tür knarzt.)
Fräulein Schöllack? Guten Tag!
(traurige Musik)
(Rudi) Sie will mich nicht hier haben.
Diese Schocks, die Sie da machen, sind nicht gut für sie.
Die schaden ihr!
Herr Hauer, wir machen das hier täglich.
Wenn es gefährlich wäre, würden wir das nicht tun.
(Er schnieft.)
Jetzt reißen Sie sich zusammen, Herr Hauer.
Ein Mann weint nicht.
Sie haben doch keine Ahnung von Männern.
(Unterhaltungen im Hintergrund)
Helga hat uns Sonntag zum Mittagessen eingeladen.
Ich habe gesagt, du bringst Herrn Franck mit.
Ich rede mit dir, Fräulein!
(Klavierklänge)
(Wenn der weiße Flieder wieder blüht)
Ist alles gut bei euch?
Braucht noch jemand irgendwas?
Das Fleisch war zu trocken.
Ihr traut euch nur nicht was zu sagen, doch.
Helgachen, es hat toll geschmeckt.
Eins a, tipptopp, mit Sternchen.
Wolfgang, du hast einfach die beste Frau der Welt.
Sicher.
Auf Helgachen! Auch dich!
(Fassbender) Auf Ihr Wohl!
Und ich finde,
deswegen könntest du ihr doch mal einen kleinen Wunsch erfüllen.
Du hast mit deiner Mutter geredet?
Wegen diesem Promofit?
Prontofix.
Ich möchte nicht, dass meine Frau sich in diesem Kasten da zeigt.
Da kannst du gleich nackt irgendwo tanzen!
Du kannst dich doch geschmeichelt fühlen,
dass deine Frau zum Idealbild der deutschen Hausfrau ausgesucht wurde.
Monika zum Beispiel,
die würde ja noch nicht mal gefragt werden.
Mutti, bitte!
Ich meine, Monika versaut ja sogar die Chance ihres Lebens,
obwohl man sie ihr auf dem Tablett präsentiert hat.
Aber mich fragt ja keiner.
Nein Mutti, du redest ja auch so.
Auf einem Goldtablett. Silbertablett,
wie auch immer ich das nennen soll, völlig egal.
Nur damit du es weißt:
Ich hab mich mit Simon Crohn unterhalten.
Wer ist das?
Der Familie Crohn hat die Tanzschule gehört.
Bitte?
(beklemmende Musik)
Die Schule war immer im Besitz der Familie Schöllack.
Großvater hat 1906 ...
1936, nachdem ihr Europameister geworden seid,
hat der Reichskommissar des Sports den Crohns die Schule weggenommen
und euch geschenkt. Was erzählst du für Märchen?
Frau Crohn hat sich aus Kummer erhängt.
Die restliche Familie wurde '39 das Lager Dachau gebracht.
Ein Konzentrationslager. Wisst ihr, was das bedeutet?
Jetzt reicht's aber! Was sagst du da?
Das muss ich mir nicht anhören. Nur Simon Crohn hat überlebt.
Herr Professor, unternehmen Sie was!
Unsere Tanzschule wurde auf den Leichen dieser Familie gebaut.
Das reicht! Das ist doch alles eine Räuberpistole!
Vielleicht ist Vati deswegen nicht wiedergekommen!
Dieser Heimkehrer kann dir sonst was erzählt haben.
Was will er denn überhaupt, Monika? Wieso ist er nach Berlin gekommen?
Er hat gesagt, dass er versucht sich eine neue Existenz aufzubauen.
Und dafür braucht er jetzt ... Geld, Mädchen, Geld.
Warum klagt er dann nicht auf Entschädigung?
Weil er ein Betrüger ist. Mit einer jämmerlichen Geschichte.
Deine Schwester ist im Schlafzimmer und weint.
Das alles nur deinetwegen.
Warum hast du das gemacht?
Weil ich glaube, dass es die Wahrheit ist.
So viele Leute erzählen Geschichten.
Alle waren Opfer und wollen Geld.
Und ich hab mir hier solche Mühe gegeben.
Ich wollte, dass alles perfekt ist, und du hast es kaputtgemacht.
Helga, ich sag jetzt nichts mehr.
Ich verspreche es dir, ich sag kein Wort mehr.
Bitte!
(RADIO: Ivo Robic: Mit 17 fängt das Leben erst an)
Also meinetwegen.
Meinetwegen darfst du mitmachen, bei diesem Fixopret.
Fixopront.
Prontofix.
Ich dachte Prontifax?
Um Himmels willen, was ist denn das überhaupt?
Ein Presstochkopf.
(Lachen)
Ein Pre...
(Gelächter)
Ein Presskochtopf.
(Lachen)
Mutti!
Also, Sie wollten mal mit mir ... Das hab ich nie gesagt.
(Schlagzeugmusik)
Tanzen, in diesem Lokal.
"Mutter Brause"?
Muss mal überlegen, ob mein Angebot nach all den Jahren noch steht.
(Trommelwirbel)
(Rock-'n'-Roll-Musik)
(Freddy) Vorsicht!
Da wären wir.
Ist heute zu?
Ist voll, siehst du doch.
(lautes Stimmengewirr)
(Mann) Hey, Donatzke soll mal hinnemachen!
(Frau) Hey, Finger weg!
(Mann) Pfui, hier hat jemand falsch geatmet!
(Frau) Macht mal Licht an!
Ich will hier raus! Keine Angst.
Da ist nur die Sicherung rausgeflogen.
Kann sich nur noch um Sekunden handeln.
(rhythmischer Applaus)
(Jubel)
(Rock-'n'-Roll-Musik)
Na, wie wär's mit uns beiden?
Wer nicht will, der hat schon.
Ich versuch's mal.
Du weißt, dass wir morgen früh einen Termin haben?
(Er lallt in einer fremdem Sprache.)
Aber dem solltest du vielleicht doch besser fern bleiben.
Ich begrüße General Le Chin morgen auf Burmesisch.
Was soll der Unsinn?
(Joachim lallt weiter auf Burmesisch.)
Dafür gibt es Dolmetscher.
Das heißt:
"Vater, wenn ich groß bin, dann will ich so sein wie du."
(Joachim würgt.)
Schwester Eva. Guten Abend, Herr Hauer.
Das mit den Besuchszeiten,
das haben Sie noch nicht ganz verstanden.
Wie geht's ihr?
Sie schläft viel.
Tut mir leid, dass ich mich so unhöflich verhalten habe.
Sie hatten recht. Natürlich dürfen Männer weinen.
Wenn es nicht zu lange dauert.
Was bei uns in der Umkleide manchmal geheult wird ... "Mann" darf das.
"Mann" darf sich nur nicht unterkriegen lassen.
Natürlich nicht.
Können Sie ihr das von mir geben?
Ich geb es ihr morgen, in Ordnung? Danke.
Gehen Sie auch zur S-Bahn? Ja.
Darf ich Sie begleiten?
Danke schön.
(Sie räuspert sich.)
Christa und ich, wir ...,
wir hatten ein Kind erwartet. Im Juni '53.
Genau in der Zeit der Aufstände.
Ich hab ihr verboten, auf die Straße zu gehen.
Sie hat sich natürlich Sorgen gemacht und ist mir gefolgt.
(Traurige Musik setzt ein.)
Sie sah, wie unsere eigenen Soldaten auf uns schossen.
Das hat sie so aufgeregt, dass ...
dass sie das Kind verloren hat.
Das tut mir leid.
Danach hat das alles angefangen.
(friedliche Musik)
Natürlich ist es nicht Simon Crohn.
Ich weiß doch, dass alle von der Familie Pech gehabt haben.
Da kommt keiner wieder, Fritz, oder? Nein.
Die Sache ist erledigt.
Das war damals eine sehr gründliche Zeit.
Ich frage mich nur, woher dieser Mensch von der Sache weiß.
Das muss ihm doch jemand erzählt haben.
Madame Schöllack.
Es war mal wieder ein Vergnügen.
Immer wieder gern, Herr Assmann.
(friedliche Musik)
(Schritte)
Das setzt dem Ganzen die Krone auf.
Die eigene Tochter bestiehlt mich.
Ich geb nur jemandem das, was ihm zusteht.
Mindestens zusteht.
Was faselst du da?
Simon Crohn.
Hast du immer noch nicht begriffen, dass dieser Mann ein Betrüger ist?
(Klopfen)
Sie kriegen das Geld morgen, Frau Wilms, versprochen!
Hier ist Monika.
Monika Schöllack.
Fräulein Schöllack.
Ich dachte schon, Sie lassen mich hängen.
Herr Crohn, es tut mir so leid.
Wie heißen Sie?
Simon Crohn. - Zeigen Sie mal Ihre Papiere.
Hab ich nicht, die wurden mir gestohlen.
(Simon schreit.)
(Polizist) Vorläufiger Ausweis.
Ausgestellt auf Gottfried Bebel.
Ja, das dachte ich mir.
Sie haben mich belogen?
Du hast doch überhaupt keine Ahnung, Mädchen.
Ich kann deinen Alten verstehen.
(Polizist) So, Herr Bebel, Sie begleiten uns jetzt.
Mutti, was hat er da gerade zu dir gesagt?
(düstere Musik)
(Reinhard) Weiter oben bleiben.
(Kamerasurren)
Und rühren, rühren!
Kräftig rühren, bisschen mehr anstrengen.
Keine Trümmerfrau! Keine ...
Das ganze Drama.
Kein Salz. Kein Salz.
So, und jetzt kommen die Kinder.
Mutti, Mutti. Warum siehst du immer so müde aus?
(Mädchen) Und warum lachst du gar nicht mehr?
Weil ich immer so viel Arbeit mit dem Kochen habe.
Danke! Sehr gut. Kinder, fertig. Gut?
Wunderbar. So, den Topf.
Topfventil nach vorne. Alle bereit? Kamera?
Kamera läuft. - Bitte, die erste.
Und, bitte.
Aber seit ich ... Den Topf nicht ganz so hoch!
So ist gut.
Aber seit ich den Prontofix ... Bisschen freundlicher.
Ja, natürlich.
Aber seit ich den ... Ich will die ganze Begeisterung.
Die ganze Prontofix-Begeisterung! Spargel quer!
Aber seit ich den Prontofix benutze, ist mein Leben einfacher geworden.
Danke!
(düstere Musik)
(Stromschlag)
(erneuter Stromschlag)
Herr Bebel, woher kennen Sie meinen Mann?
Ich muss Berlin verlassen, das hab ich Ihnen zu verdanken.
Warten Sie.
Wir waren zusammen in Kemerowo.
In den Steinbrüchen.
Hast du die Lundi gesehen?
Die sieht in Wirklichkeit viel schöner aus.
Oder die Pulver oder den Hubschmid?
Nein, wir waren nur in diesem einen Atelier und da war niemand.
Na los.
Mutti, wir haben schon wieder zwei Kündigungen bekommen.
Mutti?
Mutti, das liegt an unserem Angebot.
Wir müssen Rumba-, Cha-Cha-Cha- und Rock-'n'-Roll-Kurse anbieten.
Muttchen.
Ja.
Vielleicht auch noch Tripper und Syphilis.
Rumba ist nichts anderes
als ein Balztanz, Monika.
Und dieser Cha-Cha-Cha
hat nur ein Ziel: Aufforderung zum Beischlaf.
Allein dieser Schritt! Da geht der Mann der Dame zwischen die Beine,
die Hüften reiben sich aneinander.
Das gefällt dir, Monika, nicht wahr?
Aber die Krönung von allem ...
die Krönung von allem ist dieser Rock-'n'-Roll!
Da springt die Dame dem Herrn breitbeinig auf den Schoß.
Mutti. Nein, nein!
Nein, nicht in meiner Tanzschule.
"Galant" ist immer sauber geblieben,
ich bin immer anständig geblieben, schicklich, treu.
Und ... ich bin immer ... Mutti, wovon redest du denn?
Muttchen. Was ist denn los?
(Sie schluchzt.)
Euer Vater lebt.
Er ist vor drei Jahren aus der Gefangenschaft entlassen worden.
(beklemmende Musik)
Wir haben schon einen Suchantrag gestellt.
Mutti.
Warum ist Vati nicht zurückgekommen?
Gerd lebt wahrscheinlich in Ostberlin, schon seit zwei Jahren
Ach.
Kannst du mir das erklären, Fritz?
Du, als Mann.
'ne andere Frau.
Ja, vielleicht aus Rache, wegen uns beiden damals.
Wenn das so wäre, könntest du dich ja auch endlich mal zu mir bekennen.
Caterina.
Ich wünsche mir so sehr, dass wir heiraten.
Dass wir zusammen leben und wir auch nach außen hin eine Familie sind.
Wir haben ein rein geschäftliches Verhältnis miteinander.
Und so bleibt es auch.
Herr Assmann.
(Dean Martin: Memories Are Made of This)
♪ Sweet, sweet memories you gave-a me ♪
♪ You can't beat ♪ ♪ the memories you gave-a me ♪
♪ Take one fresh and tender kiss ♪
♪ Add one stolen night of bliss ♪
♪ One girl, one boy ♪
♪ Some grief, some joy ... ♪
(Die Musik wird leiser.)
Wie hast du dich hier nur so verletzt?
Ausgerechnet an dieser Stelle.
Monekind, ich brauch dich.
Sonntag, da nehm ich dich mit zu "Mutter Brause".
Eine Mutter reicht mir.
Ich bin einsam seit gestern, da ist mir die Inge weggebrochen.
Schreiend aus meiner Kammer raus.
So einen Effekt hab ich
mit dem Fallenlassen meiner Hose noch nie erzielt.
♪ ... Then add the wedding bells ♪
♪ One house where lovers dwell ♪
♪ Three little kids for the flavor ♪
♪ Stir carefully through the days ♪
♪ See how the flavor stays ... ♪
Fräulein Eva.
Ich reise übernächstes Wochenende zum psychiatrischen Kongress nach Zürich.
Sie können mich begleiten.
♪ ... With his blessings from above ♪
♪ Serve it generously with love ♪
♪ One man ♪
♪ One wife ♪
♪ One love through life ... ♪
Schönes Spiel.
Was machen Sie denn hier?
Ist was mit meiner Frau? Nein, ich war zufällig in der Nähe.
Ich hab Verwandte besucht. Ach so.
Gut, geben Sie mir 20 Minuten?
Ja, natürlich. Ich mach mich fertig, 20 Minuten.
Wen haben Sie denn besucht?
Niemand.
Sie haben gar keine Verwandten hier? Nein.
Also, doch ... ach.
Ganz egal.
Das ist Ihnen doch nicht egal, das seh ich doch.
Mein Vater, der lebt hier.
(traurige Musik)
Er ist einfach nie zu uns zurückgekommen.
Kommen Sie.
Eigentlich ist es doch ganz einfach.
Wenn Sie Ihren Vater gefunden haben, dann gehen Sie hin, fragen ihn,
und er wird Ihnen antworten.
Ja.
Ganz einfach.
Na ja, vielleicht ist es nicht ganz so einfach.
Wussten Sie, dass das Fußballspielen in China erfunden wurde?
Im dritten Jahrhundert vor Christus.
Nein.
Ich hab einiges gelesen, ich hab mir extra so ein Lexikon gekauft.
"Kurzwissen aus aller Welt, A-O".
P-Z hatte ich schon, aber da kommt ...
da kommt Fußball nicht drin vor.
Wegen F.
(Er lacht leise.)
(sanfte Musik)
Oh Gott, Sie ...
Sie halten mich für sehr dumm. Nein ... nein.
Meine Mutter hat uns nur Mittelschule erlaubt.
Bildung ist für Frauen wie ein Fernglas für einen Maulwurf,
sagt sie immer.
Ist Torwart eigentlich ein richtiger Beruf?
Ja, für mich schon.
Aber gelernt hab ich Schreiner.
(Sanfte Musik schwillt an.)
Schreiner.
(romantische Musik)
(Romantische Musik verklingt.)
(Sie seufzt.)
(melancholische Musik)
(melancholische Musik)
Na. Hehe.
Mach dir nichts draus, mein Kind.
Fast überall wird nur noch Konserve gespielt.
Und was machst du jetzt?
Ich such mir 'ne reiche Witwe.
Freddy? Ich hab da was gefunden.
Der Sieger bekommt 50 Mark.
"Erste Berliner Meisterschaft im Rock-'n'-Roll".
Mit dir oder was?
Wir können es doch mal versuchen. Ich zieh mich zum Überlegen zurück.
Aber überleg nicht zu lange. Niemals.
Eva.
(Er imitiert Hundegebell.)
Tschüss.
Und jetzt die Münzen? Ja.
Und ... dann der grüne Knopf.
("Be-Bop-A-Lula" von Gene Vincent)
"Be-Bop-A-Lula", so spricht doch kein zivilisierter Mensch.
Wo geht das aus? Da.
(Musik spielt weiter.)
Erheben wir unsere Gläser
und trinken auf das Wohl des Mitarbeiters Junkers,
der demnächst die Leitung unserer Filiale
in Rangun übernehmen wird. Prost!
Zum Wohl. - Zum Wohl.
Prost.
(Pfiffe)
Pscht.
(energisches Türklopfen)
Leise!
Hehe.
Hey, hey.
Keine Musik?
Zweite Frage: Was kannst du? Kannst du was?
(schnelle Geigenmusik)
(Sie atmet kräftig aus.)
Monika!
Ich darf doch sehr bitten, Fräulein.
One, two ... One, two, three, four.
(getragene Musik)
(Sie juchzt.)
Na komm, lass dich fallen. Ja!
(Monika lacht.)
Jetzt fliegst du! Ich fliege?
Ja!
Nicht schlecht, Madame.
Da könnte was draus werden. Ja.
(rhythmisches Schlagzeugspiel)
Tanz, Baby.
(Little Richards: Tutti Frutti)
Guten Abend, Monika. Guten Abend, Herr Franck.
Darf ich mal? - Gerne.
Du bist ja die Letzte, die ich hier erwartet hätte.
Geht mir genauso.
Wie geht es Ihnen?
Gut. Und Ihnen?
Wunderbar. Ich spreche jetzt fließend Burmesisch.
Wann gehen Sie denn nach Burma?
Ich werde mir eine Burma-Katze anschaffen,
damit ich mich unterhalten kann.
Ich versteh Sie nicht.
(Elvis Presley: Blue Suede Shoes)
'tschuldigung.
Was ist 'n das für 'ne Abgewöhne hier?
Tanzt du wenigstens mit mir?
Lass uns gehen.
(Freddy stöhnt auf.)
Freddy!
Du musst doch auf mich aufpassen. Es tut mir leid.
Nix passiert.
Soll ich dich nicht lieber ins Krankenhaus fahren?
Fahr mich einfach nach Hause.
(Berlinerisch) Det is' also die berühmte "Mutter Brause", ja?
Inge hat gesagt, das is' das beste Tanzlokal in der ganzen Stadt.
Weiß ja nich'.
Wie die Frauen da rumlaufen. Hast du die Brüste gesehen?
Sehen ja aus wie Pyramiden. Geschmacklos.
(Getragene Musik übertönt die Worte der jungen Frau.)
Was machen wir jetzt? Noch was trinken?
Joachim! (Bremsenquietschen, Aufprall)
Oh.
Du musst das Knie kühlen.
Da in 'nem Eimer ist Wasser.
Au!
Wie 'ne Schwester bist du zu mir.
Ist das nicht ... das eiserne Kreuz.
Rate mal, vom wem ich das bekommen habe.
Na, von ihm persönlich.
An seinem Geburtstag.
Ich war 14.
Er hat mir die Wange getätschelt. Ungefähr so.
Du lügst doch.
Nein, ich hab den Führer geliebt.
Ich geh jetzt. Das willst du doch gar nicht.
Findest du mich unattraktiv?
Du bist keine Bombe, aber ich mag deinen Mund.
Und warum versuchst du dann nicht, ihn zu küssen?
Soll ich denn?
Warum versuchst du's nicht selbst?
Ich? Ab... Aber ich bin doch ... anständig, ja.
Und ich bin nicht in dich verliebt.
Also küssen geht auch so. Und alles andere auch.
Ich weiß.
Also, wenn du mich küssen willst, dann tu's einfach.
Aber du musst dich beeilen.
Das Angebot gilt nur 20 Sekunden, mein Knie tut nämlich höllisch weh.
Also entscheide dich.
Damit sie nicht beschlägt.
(traurige Klaviermusik)
Hast du irgendwas mit deinen Haaren gemacht?
Muttchen, es kann sein, dass ich doch nicht in die Schweiz fahre.
Was? Warum nicht?
Ich bin eingeladen, zu einem Fußballspiel.
Fußballspiel, von wem?
Oh Gott, Joachim Franck hatte einen Unfall.
Ja, und?
In der Nacht zum Sonntag verunglückte Joachim Franck, 26,
der Sohn des millionenschweren ... Selbst schuld.
Wie kannst du nur so herzlos sein?
Sie sind auf dem Weg wohin? Mhm.
Wir werden Sie informieren, Herr Franck. Wir melden uns.
Wiederhören.
Fräulein, Sie können da nicht einfach rein.
Sehr aufmerksam von Ihnen, Fräulein Schöllack, dass Sie ...
Ich will Ihnen nur eins sagen, Herr Franck.
Ich verstehe Sie gut.
Ich verstehe, warum Ihnen alles so gleichgültig ist.
Warum sich Ihr Leben wie nicht vorhanden anfühlt.
Ich kenne das.
Aber nur, weil das so ist ...
müssen Sie da nicht andere Menschen mit reinziehen.
Dieses Mädchen da, das hätte tot sein können.
Und ich ...
Ich war Ihnen auch völlig egal.
Sie haben mich mal gefragt ...
"Sie, als Fräulein, wovon träumen Sie?"
Ja.
Zum Beispiel davon, dass ich mich auflöse.
In tausend Flüsse, die versiegen.
Dass sich schwarze, nasse Tücher auf mich legen.
Und immer noch eins und noch eins und noch eins.
Bis ich ersticke und niemand merkt es.
Machen Sie,
Sie als "Herrlein",
Ihre beschissenen Angelegenheiten mit sich alleine aus.
Das war's. Das wollt ich Ihnen sagen.
(Little Richard: Rip It Up)
(unheilvolles Rauschen)
Ah.
Freddy, du musst dich konzentrieren.
Wir haben nur noch 'ne Woche. Mach dich leichter, du Klops.
Klöpschen. Klöschen.
Jetzt komm. Bereit?
(unheilvolles Rauschen)
(Musik verklingt.)
(melancholische Musik)
Ja, Martin, Deine Mutter hat recht.
Die Leute fahren größere Autos, sind besser gekleidet,
essen Südfrüchte.
Aber dieser Wohlstand von wenigen
schadet vielen durch Ausbeutung der Schwächeren.
Und deshalb hat der Kapitalismus keine Zukunft.
Und ...
Und deshalb, Martin,
gestalten wir hier eine gerechtere Welt.
Erklär das deiner Mutter.
Rina.
Bitte.
Was machst du hier, Gerd?
Ich bin nicht mehr der Mann, den du geheiratet hast.
Warum bist du nicht nach Hause gekommen?
Ich ...
Als ich aus dem Lager kam, da stand ich vor der Tanzschule,
die uns nicht gehört.
Und ...
I... ich konnte so nicht weitermachen da.
Weitertanzen auf dem Grab von dieser Familie.
Da bin ich wieder gegangen. Ich ...
Ich konnte nicht zurück.
(Er seufzt.)
Ich hätte mit euch reden sollen, ich weiß.
Aber ich habe gedacht,
es ist leichter, wenn ich tot bin.
Leichter? Für wen?
Du hast dir einfach ein neues Leben genommen.
Ohne zu fragen.
Ich konnte das nicht.
Ich habe mich um unsere Familie gekümmert.
Um unsere Töchter.
Dafür gesorgt, dass sie satt werden,
saubere Kleidung haben und anständig bleiben.
Ich habe die Tanzschule wieder aufgebaut.
Alleine, Gerd. Alleine!
Weißt du, was das heißt?
Ich habe gesehen, dass Assmann bei dir arbeitet ...
Assmann? Ja.
Ist es das?
Hast du mich seinetwegen allein gelassen?
Weil ich mich einmal vergessen habe vor über 20 Jahren?
Das habe ich dir doch damals schon verziehen.
Aber dann komm jetzt nach Hause, Gerd. Bitte!
Komm nach Hause.
Hier geht es um größere Dinge, Rina.
Um gesellschaftliche Verantwortung.
Mein Platz ist jetzt hier.
Im aktiven Antifaschismus.
Ich muss unsere Schuld wiedergutmachen, Rina.
Deswegen lässt du deine Familie alleine?
Ja.
Ich habe Menschen umgebracht, Rina.
Kinder.
Kinder wie unsere Kinder.
(tragische Musik)
Versuch wenigstens, mich zu verstehen.
Ich werde dich morgen auf dem Amt für tot erklären lassen.
Und wage es nicht,
dich deinen Töchtern zu nähern.
(emotionale Musik)
(ruft) Monika!
Mutti?
Ich kann nicht mit.
Entschuldige mich bei Helga. Ich habe ganz dolle Bauchschmerzen.
Aber deine große Schwester ist im Fernseher.
Ja, aber Reklame wird doch auch manchmal wiederholt.
(Türklinke)
(eindringliches Rütteln) Was sind das denn für neue Moden?
(stöhnend) Mir geht's ganz schlecht. Ich kann nicht mal aufstehen.
(Sie seufzt.)
Aber Eva kommt auch schon nicht mit. Wieso?
Sie fliegt doch mit Fassbender nach Zürich.
Zum Glück.
Schön.
Mhm.
(Sie stöhnt.)
Ja.
(Jubel)
Da bin ich.
Monekind! Ist es dir nicht aufregend genug?
Es geht in zwei Minuten los.
Wir bitten alle Teilnehmer
der 1. Berliner Rock-'n'-Roll-Meisterschaft
auf die Tanzfläche!
(Rock-'n'-Roll-Musik, Applaus)
(Ansager) Wohlverehrte Gäste,
begrüßen Sie mit uns: unsere fachkundige Jury.
Die erste Runde entscheidet: Wer sind die besten vier Paare?
So: Rock the house and rip it up!
(Trommelwirbel)
(Ooby Dooby)
Ist das nicht die Schöllack?
(gemächliche Gitarrenmusik)
"Ich schraube den Prontofix zu."
"Muss nur noch den Herd einschalten"
"und habe dann genug Zeit, mich für meinen Gatten schön zu machen."
Mutti, Mutti. Warum siehst du immer so hübsch aus?
"Dank Prontofix haben wir wieder mehr Zeit"
"für ein glückliches Familienleb..."
Ich hätte das gerne zu Ende gesehen, Wolfgang.
Schrecklich.
Ich sehe aus wie eine Matrone.
Nein, Helgachen, du hast den Topf hervorragend präsentiert.
Ich kauf mir den. Den kauf ich mir.
Diese Kinder waren grässlich.
Ich hätte gerne noch ein Bier.
(Ansager) In die Endauswahl kommen die Startnummern:
acht, zwölf, vierzehn ...
... und vier!
(wütend) Was soll das denn jetzt! - Hey, hey, hey.
Freddy. Hm?
Wir müssen uns jetzt steigern. Wir machen den Salto.
Hörst du mir zu?
Wir machen den Salto. Alles patente, Ente.
Gut.
(Ansager) Beruhigt euch!
Uuund jetzt, verehrte Gäste,
kommen wir zum Finale!
(Rip It Up)
(sphärische Musik)
(Herzschlag)
(Herzschlag)
(Herzschlag)
Hättest du nicht zur Blondine geschielt,
hätten wir gewonnen.
Ich wusste gar nicht, dass du so ehrgeizig bist.
Schätzchen. Sugar-Schätzchen. Freddy!
Freddy? Hm?
Herzlichen Glückwunsch.
Hey! Hey, wartet. Wartet!
Nehmt ihr mich ein Stück mit? Hier ist dicke Luft.
Ja klar, steigen Sie rein. - Ah!
Es war mir eine Ehre, dich in die Luft zu werfen,
aber jetzt ruft das Verderben. Rette mich, Monika!
(Trillerpfeifen)
(Rock-'n'-Roll-Musik)
Oah!
Auf dich, Monekind.
(Fernseher läuft.)
Ich muss dir was sagen.
Leitmann hat mir mitgeteilt,
dass jetzt Korte für seine Nachfolge vorgesehen ist.
Was?
Aber du bist schon viel länger sein Assistent.
Das ist eine politische Entscheidung.
Ich bin denen nicht rechts genug.
Korte, das ist ein richtiger Nazi.
Ist es denn schon entschieden?
(Glas knallt auf den Tisch.) Wolfgang.
Soll ich dir mal was sagen?
Das ist überhaupt kein Wunder.
Du lässt dich gehen.
Du sitzt jeden Abend vor dem Fernseher und trinkst zu viel.
Du hast 'ne Fahne, wenn du in die Kanzlei geh...
(Sie atmet flach.)
(emotionale Musik)
(mystischer Frauengesang)
(Sie summt vor sich hin.)
Ich, äh ...
Ich bin nicht mitgeflogen.
(flüstert) Ich bin nicht mitgeflogen.
Ich bin rumgelaufen, ich ...
Ich konnte nicht nach Hause. Meine Mutter ... Ich ...
Sch ... Alles gut. Alles gut.
(getragene Musik)
(Würgen)
(Musik gewinnt an Dramatik und bricht dann abrupt ab.)
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2016
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