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Monika Schöllack
Caterina Schöllack
Helga Schöllack
Eva Schöllack
(Lautsprecher) "Wir bitten alle Teilnehmer
der ersten Berliner Rock-'n'-Roll- Meisterschaft auf die Tanzfläche!"
(mitreißende Rock'n'Roll-Musik)
Da bin ich!
"Verehrte Gäste, hoch verehrte Gäste!"
"Begrüßen Sie mit uns unsere fachkundige Jury!"
Freddy, wir machen gleich am Anfang den Salto. Ja?
Ich bin heute etwas zittrig. Du fängst mich.
"So, rock the house and rip it out!"
(fetzige Rock'n'Roll-Musik)
(Jubel des Publikums ist nur gedämpft hörbar.)
(Musik tritt in den Hintergrund.)
(Freddy) "Er steht mitten auf der Bühne.
Die schwarzen Stirnlocken hängen ihm ins Gesicht.
Sein Körper schwingt rhythmisch
in den Bewegungen einer Entkleidungstänzerin."
Junger Mann, wir sind an Ihrer Lesung nicht interessiert.
Ja, ich verstehe. "Er röhrt in das Mikrofon.
Eine Gitarre peitscht die Rhythmen in das System der Lautsprecheranlage.
Unten im Saal hält es 5000 junge Menschen nicht mehr auf den Plätzen.
Burschen springen auf, reißen sich die Hemden runter.
Junge Frauen haben glänzende Augen."
Ja, genau so wie Sie. Haha!
(leise, melancholische Klänge)
"Nach zwei Stunden erreicht der Tumult seinen Höhepunkt."
Kennst du den, Elvis? - Na klar.
(Rauschen des Zuges, aufwühlende Klänge)
(Die Klänge verstummen.)
(romantische Klänge)
See you later, alligator.
(Bahnhofsdurchsagen)
(Er singt vor sich hin.)
(Durchsage)
(Durchsage) "Einsteigen, bitte."
"Zurückbleiben."
(The Moonglows: Most of all)
Neues Kleid, Fräulein Andrea?
Sehr ansprechend.
Was ist auf Ihrem Kopf passiert? Ist da eine Wasserstoffbombe explodiert?
(Kichern)
Ist das etwa Nagellack?
Das möchte ich nie wieder sehen. Nagellack ist etwas für Volljährige.
Foxtrott.
Die Herren fordern die Damen auf.
Und, bitte.
Eins, zwei, drei, vier.
(Die Musik verklingt langsam.)
(gemächliche Tanzmusik)
(gedämpfte Musik)
(Telefonklingeln)
Reinschwingen, richtig schweben. Probieren wir's noch mal?
Monika.
Ich dachte erst, ein trauriger Tanzbär hat sich verirrt.
Wolltest du nicht erst Freitag kommen?
Nika!
Meine Kleine. Wie geht's dir?
Du hast ganz kalte Hände.
Warum hast du den großen Koffer dabei für die paar Tage?
Ich ... Komm, ich mach dir 'ne Tasse Tee.
Sonst bist du am Samstag krank.
Ich will an meinem schönsten Tag keine schniefenden Menschen haben,
außer vor Freude.
Was hast du denn da drin?
Sie sieht unglücklich aus.
Ich hoffe, das Institut macht eine gute Hausfrau aus ihr,
damit ich sie unter die Haube kriege.
Monika hat ihren eigenen Charme.
Wie ihre Mutter.
Jetzt sag doch mal: Was ist los mit dir?
(staunend) Helga!
Du bist ein Genie!
Ja.
Am Schößchen hab ich geschummelt.
Du musst ja so glücklich sein. Ja. Natürlich.
Ich werd nie 'ne Braut sein. Aber sicher.
Ich bin von meinen Freundinnen auch die Viertletzte.
Das Institut. Frau Direktor Thayen. Sie hat mich rausgeworfen.
Und warum?
Ich kann das eben nicht mit den Klößen und der Kochwäsche.
Ich vergess immer alles rauszunehmen oder abzuschrecken. Ich ...
Ich bin nur froh, dass die Kleinmachnower abgesagt haben.
So sind wir unter uns
und müssen uns nicht mit diesen grausligen Bolschewisten rumquälen.
Mutti. Monika muss dir was sagen.
Guten Abend!
Nicki! Du bist schon da?
Guten Abend, Evi. Hallo, Schwesterchen.
Wie geht's dir?
Kannst endlich Klöße kochen? Warum kommst du so spät?
Tut mir leid, Muttchen. Heut hat es wieder eine versucht.
Sie muss ein Messer reingeschmuggelt haben.
Das war 'ne Schweinerei. Ich musste putzen helfen.
Die arme Frau.
Die wird sich schon was zuschulden kommen lassen.
Nein, sie ist psychisch krank.
Das ist auch so eine neumodische Erfindung.
Eva? Ja, Verzeihung.
Und? Hat dein Professor schon zugesagt zur Hochzeit?
Hat sich noch nicht zur Einladung geäußert.
Dein Chef? Ja.
Er ist zwar Irrenarzt, aber sieht fast so aus wie Paul Hubschmid.
Iss noch eine Scheibe.
Aber hast du nicht immer gesagt, er ist zu alt?
Er ist eine einwandfreie Partie.
Du hast schon wieder abgenommen, Helgachen.
Hier muss man den Männern etwas bieten.
Nicht zu viel, sonst sieht man aus wie eine dieser aufgepumpten ...
Sexbomben.
Ja. Ganz gefährlich, denn Bomben explodieren.
(Sie imitiert Explosionsgeräusche.)
Da könnt ihr mal sehen.
Oh, wie die Zeit vergeht.
Eine unter der Haube und bald bist du dran, Evchen, ja.
Könnt ihr nicht einfach meine kleinen jungen Mädchen bleiben?
Ach, Muttchen.
Was hast du da?
Monika?
Versagen in allen Fächern.
Nur in Leibesertüchtigung sehr gut.
Pfui, Monika.
Pfui.
Mutti, reg dich doch nicht so auf.
Was war denn der Sittenverstoß, der den Ausschlag gegeben hat?
Ich habe unerlaubt das Haus verlassen während der Nähstunde.
Jetzt musst du doch begreifen, dass Hauswirtschaft
einfach nichts ist für ... Nichts ist was für sie.
Nichts.
Du bist einfach zu gar nichts zu gebrauchen.
Sie kann doch tanzen.
Du könntest sie unterrichten lassen.
Du sparst einen Tanzlehrer und ... Ja, und ich kann tanzen.
(Helga schrickt laut auf.)
Du wirst eines Tages noch der Grund sein,
weshalb ich mit 'nem Strick auf den Dachboden geh.
Den Hocker aber nicht vergessen, Muttchen.
(traurige Musik)
So, ich schick dich nach Dubendorf.
Onkel Heiner wird dir die Flausen schon austreiben.
Nein, Mutti. Ich mach es wieder gut. Ja?
Wie denn?
So nimmt dich doch keiner.
(spannende Musik)
(Im Hintergrund findet ein Gespräch statt.)
Wir sehen uns heute Abend im Kempinski.
Würdest du bitte unsere Partner verabschieden?
Minglaba.
Warum hast du nicht gesagt, dass ich das Werk in Rangun leiten werde?
Noch haben sie nicht unterschrieben. Gib mir einen Grund.
Deine Abteilung ist seit Monaten unter Werksschnitt.
Das sind die neuen Fräsen.
Die Arbeiter brauchen Einarbeitungszeit.
Aha. Junkers arbeitet auch damit.
Seine Abteilung hat um vier Prozent zugelegt. Einverstanden?
Ein Päckchen aus den USA für Joachim Franck.
Der mit dem Glas in der Hand.
Wer schickt dir denn was aus den Vereinigten Staaten?
Ich hab etwas bestellt.
Hoffentlich ein bisschen Schneid.
Du musst sie auch verstehen.
Weißt du, alle gucken doch, ob Madame Schöllack
ihre Töchter ordentlich verheiratet bekommt.
Aber wenn Mutti mich nach Dubendorf schickt, seh ich euch nie wieder.
Das stimmt doch nicht, Nicki.
Vom Dorf ist noch keine zurückgekommen.
Ihr werdet mich vergessen
und dann stinke ich mein Leben lang nach Kuhstall und Schweinen.
Und Onkel Heiner ist das allergrößte Schwein.
Der treibt's mit seinen Kühen. Erzähl doch nicht so einen Unsinn!
Los, geh lieber schlafen.
Monika, Mutti wird sich das schon noch mal überlegen.
(sanfte Musik)
"Lieben, aber wie?"
"Ein Aufklärungswerk, das nicht enttäuscht." Huiuiui!
Muttchen hat hier Seiten rausgetrennt.
Ich bin doch kein Backfisch mehr. Habt ihr etwa schon, hm?
Nein. Wolfgang küsst mich ja nicht mal auf den Mund.
Ich schon.
"Soll man seine Ehe in getrennten Schlafzimmern führen?"
"Nein, denn damit bringt man sich um einen Grad
von Intimität, von grenzenloser Vertrautheit
zwischen den Ehepartnern."
"Ob zarte Annäherung, herzliches Einverständnis, wilder Angriff ..."
"Der Abend wird zum Feiertag,
wenn die Frau ihr zartdurchbrochenes Nachthemdchen ..."
"... schwer atmend auf den kleinen Schmetterling ..."
(Die Schwestern albern und kichern.)
Psst!
(sanfte Musik)
Monika, komm her.
(traurige Musik)
(Die Uhr tickt und draußen bellt ein Hund.)
(Frankie Avalon: Venus)
Sag mal, hast du Melonen auf den Augen?
Verzeihung.
Hier gibt's wohl morgen 'n großes Fest, hm?
Mann und Frau im Bund der Ehe vereint,
bis dass der Tod sie scheidet? Ja, meine Schwester heiratet.
Herr Franck?
Keine Krawatte, kein Hut und natürlich zu spät.
Ich weiß wirklich nicht, ob ich bei ihnen noch was richten kann.
Ich bitte untertänigst um Verzeihung.
(Die Musik tritt in den Vordergrund.)
Wolfgang?
Danke.
Warten Sie, ich helf Ihnen.
Sehr gern. - Drei Hände müsste man haben, was?
Genau.
Helga? Würden Sie mal kommen, bitte?
Helga?
Ich versteh nicht, wo ihr euren Vorrat aufbewahren wollt.
Ihr braucht doch eine Kammer, eine kühle Kammer.
Hier. Kühler geht's nicht.
Das ist alles so eng hier.
Ja. Sie können diese Wohnung nicht
mit einem westpreußischen Gut vergleichen, aber ...
Helga, Sie müssen wissen, ich bin mit der Wahl meines Sohnes einverstanden.
Danke.
Aber ich möchte doch gern ein paar Grundsätzlichkeiten klären.
Mein Sohn neigt zu Strenge.
Er ist so erzogen worden.
Er wird keine Unordnung dulden
und keine Schlampereien bei Pünktlichkeit
oder Zubereitung der Speisen.
Helga, die Wäschekartons stehen im Weg.
Ich komme gleich, Wolfgang.
Es ist möglich, dass sich nicht alles
so romantisch gestaltet, wie Sie sich das vorstellen.
Ich bin kein Backfisch mehr.
Bei eventuellen Eheproblemen
kommen Sie nicht zu mir.
Verstanden?
Wolfi?
Wolfi? Ihr braucht doch einen Vorrat.
Madame.
Vielen Dank für die angenehme Zerstreuung.
Moment, Herr Franck.
Meine Tochter Helga heiratet am Samstag.
Die Ankündigung war ja in der Wochenschau,
wenn ich mich nicht irre.
Ich möchte sie bitten,
der Tischherr meiner Tochter Monika zu sein.
Der Trampel auf der Leiter?
Das wird ihr Praxistest.
Ich bin Theoretiker durch und durch.
Theoretisch könnte ich Ihrem Vater dann berichten,
dass Sie Ihren Gesellschaftskurs mit Erfolg abgeschlossen haben.
Theoretisch.
(sanfte Musik)
Ich warte noch auf Ihre Antwort, Herr Professor.
Ich war etwas verwundert über Ihre Einladung.
Ich habe doch gar keinen Bezug zu Ihrer Familie.
Ich glaube, es würde Ihnen guttun, hier mal rauszukommen.
Unter normale Menschen.
Nicht dass meine Familie ganz normal wäre,
aber es wird gut gegessen und getanzt.
Ah, wissen Sie, wann ich zuletzt getanzt habe?
Wann? '38.
Frau Meugel, kommen Sie.
Fürchten Sie sich nicht, es ist nur eine kleine Unannehmlichkeit
mit einer großen heilenden Wirkung.
Dieses Gerät wird Ihre Dämonen vertreiben.
Setzen Sie sich bitte.
Wir legen Sie auf diese Bank.
Es ist zu Ihrer Sicherheit.
Gut. Das ist jetzt etwas kalt an der Stirn.
Entspannen Sie sich. Keine Angst.
Jetzt.
(lauter Schlag)
(feierliche Musik)
So.
Bauch einziehen.
Mehr.
Mehr! Mehr!
Noch mehr!
Jetzt langsam ausatmen.
Nein!
Warte kurz, ich hole eine Sicherheitsnadel!
(treibende Musik)
Das machen wir hier rüber, das kommt dahin.
Die Schuhe sind zu eng! Nein, sind sie nicht!
Wie willst du denn darin tanzen? Ich hole dir meine Seidenpumps.
Mutti, das passt doch gar nicht!
Du hast recht, das passt nicht.
Es wird alles gutgehen!
(Er räuspert sich und spuckt aus.)
Heiner Schöllack!
Die Dubendorfer Verwandtschaft, Cousin von Gerd.
Vom toten Gerd. - Angenehm!
Mach es gut, mein Junge!
Alles passt wunderbar zusammen!
Wenn ...
Wenn ... Vati dich so sehen könnte.
Mutti, hör auf, sonst heule ich auch.
Sonst müssen wir mit dem Schminken noch mal von vorne anfangen.
Helga, du siehst aus wie eine echte Braut.
So eine Spitze will ich dann auch haben.
Was ist das für eine Jacke? Glaub mir, es muss sein!
Es ist gleich Viertel vor! Wir müssen los!
Beeilung, los, los!
Nimmst du ...? Ja, ja.
(Hochzeitsmarsch)
(Kirchenglocken läuten.)
(Gäste) Hoch, hoch!
Oh, Entschuldigung, pass auf!
Hübsche Jacke.
Herr Franck! Sie haben das Schönste verpasst.
Gnädige Frau, Verzeihung! Es gab ein Problem mit dem Wagen.
Kommen Sie!
Darf ich dir deinen Tischherrn vorstellen?
Joachim Franck! Lächeln wäre angebracht.
Wir werden es schon zusammen durchstehen.
(Fotograf) Bitte nehmen Sie Aufstellung für ein Hochzeitsfoto!
(Fotograf) Etwas mehr nach links!
(Mann) Kommen Sie näher. Hier ist noch Platz!
Machen Sie sich klein, meine Dame, und Sie sich groß!
Wer gehört denn nun zu wem? Sie da, ohne Krawatte!
Und mit Zigarette! Das muss nicht sein auf dem Hochzeitsfoto.
Die Wilden in Australien glauben, wenn sie fotografiert werden,
dann wird ihnen ihre Seele weggenommen und bleibt auf dem Film.
(düstere Klänge)
Und bitte lächeln!
(Fotograf) Nehmen Sie sich ein Beispiel an Madame Schöllack!
Nicki, siehst du den da drüben?
Wen? Da, hinterm Zaun.
Der sieht aus wie Vati.
(Fotograf) Jetzt nicht an den verlorenen Krieg denken!
Bitte lächeln!
Und ein letztes Bild! Bitte alle noch mal lächeln!
Chewing Gum! - (alle) Chewing Gum!
(Cornel Trio: Du, du, du)
♪ Du, du, du, ♪ ♪ lass mein kleines Herz in Ruh ♪
♪ denn es fühlt genau wie du, ♪ ♪ ich gehör nur dir. ♪
Entschuldigung!
Also, Sie sollen mit Salonmusik beginnen, aber nicht singen.
Und dann ab 20 Uhr spielen Sie Tanzmusik.
Da dürfen Sie auf keinen Fall ... Auf keinen Fall was?
Sie spielen keine Negermusik! Auf keinen Fall, Frau Schöllack!
Könntest du dich bitte um deinen Tischherren kümmern?
(ruhige Musik)
Auf geht's, Männer!
(Freddy) Dann wollen wir den Laden mal in Schwung bringen!
(Red Roses For A Blue Lady)
(Heiner) Auf das Brautpaar! Es lebe hoch!
(alle) Hoch, hoch!
♪ I want some red roses ♪ ♪ for a blue lady ♪
♪ Mister florist take my order please ♪
♪ We had a silly quarrel the other day ♪
♪ Hope these pretty flowers ♪ ♪ chase her blues away ♪
(gedämpftes Kreischen)
(ruhige Swingmusik)
(Er räuspert sich.)
Mögen Sie das Kino, Fräulein Monika?
Ja, ich sehe am liebsten Filme, die weit weg spielen.
Also, in fernen Ländern. Und mit Sonja Lundi.
Aber noch lieber gehe ich spazieren in der Natur. Ich ...
Mögen Sie die Musik?
Ja, was ich eben so höre, im Radio.
Ich kenne mich da gar nicht aus. Sind Sie gern in der Natur?
Ich habe ja eben gesagt, dass ich gerne ...
Den Fragenkatalog habe ich von Ihrer Mutter gelernt.
Jetzt bin ich damit dran, etwas Persönliches zu erzählen.
Haben Sie "Rebel without a cause" gesehen?
Natalie Wood ist das Ideal der Frau für mich.
Dunkel, hintergründig, zerbrechlich. Eine Antilope.
Ein Typ, der in Deutschland quasi nicht zu finden ist.
Ja ...
Genauso wenig wie ein James Dean.
Warum sind Sie überhaupt gekommen?
Nur um unhöflich zu mir zu sein?
Damit Ihre Mutter ein gutes Wort für mich bei meinem Alten einlegt.
Er hält mich nämlich für einen Taugenichts ohne jegliche Manieren.
(Freddy) Jetzt die Damenwahl!
Und Sie?
Bitte?
Wofür halten Sie sich?
Ich meine, ich finde es schwer, sich für irgendwas anderes zu halten
als wofür die Leute, die Allgemeinheit, einen halten.
Ich drücke mich bestimmt komisch aus.
Kennen Sie den "Mann ohne Eigenschaften"?
Es gibt schon einige Herren,
die nicht so hervorstechende Charaktermerkmale haben.
Die unsicher und unentschlossen wirken.
Und sich verstecken hinter Zynismus.
Der "Mann ohne Eigenschaften" ist ein Roman von Robert Musil.
Und Ihre Schwester ist wirklich eine Bombe.
(gediegene Swingmusik)
Wollen Sie tanzen?
Mindestens bis in den Himmel hinein.
(Musik endet, Applaus)
Es hat zwölf geschlagen.
Wir spielen keine Negermusik.
♪ One, two, three, four! ♪
♪ One, two, three o'clock, ♪ ♪ four o'clock rock ♪
♪ Five, six, seven o'clock, ♪ ♪ eight o'clock rock ♪
♪ Nine, ten, eleven o'clock, ♪ ♪ twelve o'clock rock ♪
♪ We're gonna rock ♪ ♪ around the clock tonight ♪
♪ When the clock strikes two, ♪ ♪ three and four ♪
♪ If the band slows down ♪ ♪ we'll yell for more ♪
♪ We're gonna rock ♪ ♪ around the clock tonight ♪
♪ We're gonna rock, rock, rock, ♪ ♪ 'till broad daylight ♪
♪ We're gonna rock, gonna rock ♪ ♪ around the clock tonight ♪
Nein, nein, nein. Keine Wunderkerzen.
Das erinnert doch zu sehr an Flakfeuer.
(Die beschwingte Musik ist leise zu hören.)
Was ist das?
(Die Musik wird deutlicher.)
♪ ... rock around the clock tonight ♪
♪ We're gonna rock, rock, rock, ♪ ♪ 'till broad daylight ♪
♪ We're gonna rock, gonna rock ♪ ♪ around the clock tonight ♪
♪ Everybody! ♪
(Die Band hört auf zu spielen.)
(Freddy) Bill Haley ist ein Weißer, Madame.
Preußens Gloria, meine Herren.
Sehr wohl, Madame.
(Preußens Gloria erklingt.)
Ach, die Torte!
(Applaus)
Los, du musst sie anschneiden!
(Schwermütige Musik übertönt die Szene.)
(Die Musik dauert an.)
(Gäste) Tschüss! Alles Gute!
Jetzt müssen wir alle hinterher und Wolfgang muss das Bettlaken zeigen.
Wieso das denn? Das macht man so im Süden.
In Bayern?
Auf dem Bettlaken muss Blut sein, sonst wird die Braut gesteinigt.
Ich will nie nach Bayern!
Beschützen Sie mich vor dem Wüstling, Herr Professor.
Glauben Sie denn, dass Sie bei mir in Sicherheit sind?
Aber, Herr Professor ...
Wollen Sie mich nicht heiraten, Eva? Nur für ein halbes Stündchen?
Nein. (Joachim) Schade.
Herr Franck!
Sie ruinieren gerade acht Wochen Gesellschaftskurs
innerhalb von wenigen Sekunden.
Mutti, soll ich Herrn Franck vielleicht einen Kaffee kochen?
Ja, das ist eine gute Idee. Bring ihn hoch.
Und zeig dich mal ein bisschen fraulich.
Herr Franck, kommen Sie.
Hier, kommen Sie.
Ah! Au ... Oh, entschuldige.
Entschuldige. Verzeih.
Kannst du mir das verzeihen? Ja. Schon gut.
Ich geh jetzt ins Schlafzimmer und du kommst in fünf Minuten nach. Ja?
(Räuspern)
(Klopfen)
(leise, romantische Klänge)
Du siehst aus wie ein Sträfling.
Also, wegen der Streifen.
(Helga lacht.)
(Joachim schnarcht.)
(Eine Uhr schlägt.)
Kaffee? Hört sich vernünftig an.
Womit habe ich das verdient?
Das habe ich im Institut gelernt, im Institut für Hauswirtschaft.
Die Frau schmücke dem Mann seinen schweren Alltag.
Ja, das ist wirklich wahr. Wir Männer leiden sehr.
Das ist ja sehr geschmackvoll.
Das hat Heinrich Strelitz gemalt.
Ach so. Ich dachte, der hätte nur Görings und Goebbels gemalt.
"Unicum iter ad supremum"?
Das ist unser Familienmotto. Mhm.
Es gibt nur einen Weg: nach oben.
Das Motto hat die Raketeninnung auch.
(leise, bedrohliche Klänge)
In diesem Licht sehen Sie sogar ganz akzeptabel aus, Fräulein Erika.
Monika. Ja. Wie auch immer.
Sie tun mir leid.
Ich? Ihnen? Ja.
Mhm. Weil Ihnen alles gleichgültig ist.
Sie sind ein erwachsener Mann und wissen nicht ...
(bedrohliche Klänge)
Ich möchte das nicht.
Keine Frau will das. Und? Alle tun es.
Wissen Sie was? Ihr Vater hat recht. Sie haben keine Manieren.
Sie taugen zu nichts. Sie können nur verspotten und ...
Das ist nicht wahr! Ich tauge zu etwas.
Ich bin ... etwas wert.
(angstvolles Schluchzen)
(ängstlich) Nein, nein.
(düstere Klänge)
(Beschwingte Musik)
♪ Wenn man auseinander geht! ♪
♪ Wenn an der nächsten Ecke ♪ ♪ schon 'ne andere steht ♪
♪ Man sagt, auf Wiedersehen, ♪ ♪ und denkt sich heimlich bloß: ♪
♪ Na, endlich bin ich wieder ♪ ♪ ein Verhältnis los ♪
Also, von mir aus. Wir könnten Sie schon gebrauchen.
Ja. Aber nicht mehr heute.
(unbehagliche Klänge)
(verzerrte Klänge)
(Reifenquietschen)
(Die Klänge verstummen.)
Wo ist denn Herr Franck?
Hast du ihn verärgert?
Da ist ein Fleck an der Decke.
Sieht ganz komisch aus.
Wie der Nil ... in Ägypten.
Das ist die ganz normale Hemmung.
Wir müssen uns nur erst mal daran gewöhnen, dass wir das jetzt dürfen.
(mit fester Stimme) Ich brauche eine Tasse Kaffee.
Na gut, einen Augenblick.
(Klaviermusik)
Ein Kochbuch.
Gesunde Hausmannskost.
Oh, was ist das?
Das ist ein Eierkocher.
Damit kann man Eier in der gewünschten Härte kochen.
Das ist ja großartig, was für eine Errungenschaft!
Bist du traurig, dass ihr nicht in die Flitterwochen gefahren seid?
Ich meine, ihr hättet natürlich mehr Zeit füreinander
und für bestimmte Dinge gehabt.
Na ja, wir holen das ja im Herbst nach.
Und vielleicht ist es auch besser, zu warten,
bis Wolfgang dann endlich zum Staatsanwalt berufen wurde.
Zweifelst du daran? Ich meine, deswegen hast du ihn ja geheiratet.
Ich hab mich verliebt, Mutti.
Ja. In einen zukünftigen Staatsanwalt.
Wo ist eigentlich Nicki? Krank.
Was hat sie denn?
Sie weigert sich, das Bett zu verlasen.
Wenn du mich fragst, simuliert sie.
(ruhige Klänge, ein hoher anhaltender Ton)
Nika?
Hm? Was hast du denn?
Was ist denn los?
Es tut so weh.
Was, was tut weh?
Kein Wunder.
Die Nadel ist aufgegangen.
Sie steckt in der Haut, los, komm mal hoch, setzt dich mal hin.
Komm, das haben wir gleich.
Einen Moment.
Achtung.
Das war's schon, siehst du.
Das ist nur eine ganz kleine Stelle, das wird wieder.
(Monika schluchzt.)
Nika.
Er hat mich festgehalten.
Und ich wollte das nicht, ich wollte nicht, dass ...
Wer? Wer, Nika, wer war das?
Joachim Franck.
Sie wollte ihm einen Kaffee machen in der Wohnung.
Oh Gott.
(Sie weint leise.)
Wir müssen das von einem Arzt feststellen lassen.
Was, nein! Du musst zu Dr. Brandstetter.
Nein, Mutti, bitte ... Monika, bitte reiß dich zusammen.
Das, was dir passiert ist, ist zigtausenden Frauen passiert,
man überlebt das.
Dieses Fabrikantensöhnchen.
Joachim Franck.
Den werd ich so was von zur Rechenschaft ziehen.
Das sag ich euch aber.
Monika ...
Herr Franck.
Frau Schöllack.
Ich muss mit Ihnen sprechen.
(dramatische Musik)
Frau Schöllack.
Joachim, kurze Frage, kurze Antwort.
Hast du Fräulein Schöllack zum Beischlaf gezwungen?
Also von Zwang kann keine Rede sein.
Wie meinen Sie das?
Frau Schöllack.
Ihre Tochter hat sich mir regelrecht angeboten.
Sie war zügellos.
(Franck) Sie haben es gehört.
Und jetzt schämt sie sich wahrscheinlich
und verdreht die Tatsachen.
Spielt Ihnen ein Theater vor.
Ja, tut mir leid, gnädige Frau,
damit steht Aussage gegen Aussage und Ihre Anzeige ist wohl hinfällig.
Einverstanden?
Ich begleite Sie hinaus.
"Institut für Hauswirtschaftslehre, guten Tag."
Ja, guten Tag, Caterina Schöllack hier.
Ich würde gern Frau Direktor Thayen sprechen.
(Ein Gewitter zieht auf.)
(erhabene, hoffnungsvolle Musik)
(Donnergeräusch)
(düstere Musik)
Dann hat sie sich den Kittel vom Leib gerissen und hat obszön getanzt.
Ich danke Ihnen.
(Junge) Ich hab's gesehen, sie hat sich ausgezogen.
Ich schäme mich für dich.
Du hast getanzt.
Nackt vor jungen Männern.
Aber Mutti, ich hab die doch nicht gesehen.
Frau Direktor Thayen hat gesagt,
sie konnte eine Anzeige wegen Sittenwidrigkeit
gerade noch verhindern.
Aber ...
Und dann hast du noch Joachim Franck verführt.
Wie so eine Dirne.
Das glaubst du?
Ja.
Warum bist du denn nicht zu Dr. Brandstetter gegangen?
Weil du verdorben bist und zügellos!
Es gibt keinen Menschen auf der Welt,
der so schlecht von mir denkt wie du.
Weil ich dich von allen am besten kenne.
(Streichermusik)
Die Kirsche vor oder nach dem Backen,
wo steht das, Herr Willenbrock?
(Klopfen) Helga! Helga, bist du zuhause?
Helga, bist du da?
Sekunde, ich bin da.
Evi? Wieso gehst du nicht ans Telefon?
Es ist noch nicht angeschlossen ... Nicki ist weggelaufen!
Was meinst du mit "weggelaufen"? Weggelaufen! Mit Koffer.
Ich hab Angst, sie geht in die Spree.
Das würd sie Mutti nicht antun.
Wir haben jeden Monat ein Mädchen bei uns,
dass sie im letzten Moment aus dem Wasser gezogen haben.
Na komm!
(Musik nähert sich.)
((Radio) See You Later, Alligator)
(ruhiges Klavierspiel aus dem Hintergrund)
Reicht dir meine Gesellschaft nicht?
Du weißt doch, wir können keine drei Sätze wechseln,
ohne uns zu streiten.
Warum suchst du dir keine Frau?
Wieso eine, wenn ich alle haben kann?
Die Schöllack wollte dich anscheinend nicht haben.
Warum schickst du mich nicht nach Burma?
Du könntest mir doch den Posten
des stellvertretenden Direktors anbieten.
Direktor oder Stellvertreter:
Die sehen dich an und denken an mich.
Was willst du denn noch?
Ich hab doch all deine Bedingungen erfüllt,
ich reiße mich mehr zusammen als der Papst im Puff.
Ich bin kein schlechter Ingenieur!
Ich bin nicht so genial wie mein Bruder ...
Lass Harald aus dem Spiel!
(Franck) Du hast doch überhaupt kein Interesse am Werk.
Ich will weg von dir.
Einverstanden?
Was war das überhaupt für eine Auslandsüberweisung?
An eine Garage in Menlow Park.
Wo ist das? - Kalifornien.
Und was kaufst du da für 350 Dollar? - Einen Rückspiegel.
Es ist der aus James Deans Porsche.
Aus seinem Unfallwagen.
Und du erwartest von mir, dass ich dir einen Posten in Burma anvertraue?
Einem Kindskopf!
Die Burmesen sind zwar eine primitive Rasse,
aber so blöd sind sie nicht.
Du sammelst Schrumpfköpfe.
Das sind Forschungsobjekte,
die sind von Relevanz für die Menschheit.
Der Tod von James Dean auch.
Nika!
Nicki? Siehst du was?
Komm mal herüber! Monika!
Da vorne!
Monika!
Monika!
Nicki?
Monika!
Monika!
Monika, ich komme zu dir!
Ich komme zu dir, warte! Da ist sie!
Komm!
Nika!
Oh Gott!
(Tür wird geöffnet.)
Du tust mir weh!
Monika wird ab morgen in der Tanzschule arbeiten.
Als was? Als Animierdame?
Sie übernimmt deinen Anfängerkurs.
Ich mache doch nicht den Bock zum Gärtner.
Sonst werde ich ihr mal was über ihre so makellose Mutter erzählen.
(nachdenkliche Musik)
Es tut mir so leid, Wolfgang!
Das da kann man nicht essen.
Ich weiß, es tut mir leid. Monika ist von zu Hause fortgelaufen
Sie war sehr unglücklich und ...
Das ist doch nicht mehr deine Angelegenheit.
Deine Familie bin jetzt ich.
Ja.
Ich mache dir sofort ein Brot. Möchtest du ein Bier?
Bitte sehr!
Sollen wir es uns nachher nebenan gemütlich machen?
Hm ...
Ich muss heute Abend noch mal weg. Jurastammtisch.
Da muss ich mich blicken lassen. Es wird wahrscheinlich spät.
Ach so. Na gut.
(klassische Musik von einer Schallplatte)
(Schallplatte springt.)
Guten Tag! Das ist ja Ihre erste Tanzschule, da wollte ich ...
(Gelächter)
Ihr erster Tanzkurs. Wir tanzen heute den langsamen Walzer.
Dann tanze ich Ihnen jetzt mal die Schritte vor.
Links, Seit, Schluss.
Eins, zwei, drei, eins, zwei drei ...
Eins, zwei, drei, Schritt, Seit, ran.
Ja ...
Die Herren machen das dann einfach andersherum.
Haben Sie es verstanden? Nein, Fräulein.
Tanzen Sie bitte noch mal. Aber bitte für Herren und Damen gleichzeitig.
Jetzt ist mal Ruhe hier!
Was soll das?
Nehmen Sie Haltung an!
Wer jetzt noch einen Mucks macht, der tanzt alleine vor!
Aber Schwanensee! Im Tutu!
Ruhe!
Kommst du mal bitte mit?
Erste Grundregel:
Nie alleine vortanzen!
Du nimmst dir als Partner das größte Großmaul von den Jungs.
Und das hübscheste Mädchen, das schickst du erst mal raus,
weil sie schmutzige Hände hat oder so.
Du musst demütigen! Verstanden?
Ich weiß nicht, ob ich das kann. Sonst fressen die dich.
Die sind noch alle von ihren Säften gesteuert.
Denen kannst du nur mit Biologie beikommen, Monika.
Also: Die Stärksten im Rudel sofort ausschalten!
Dann läuft der Rest von alleine.
Hm?
Aber ich will niemanden demütigen.
Komm, los!
So! Jetzt fangen wir an zu tanzen.
Die Herren fordern die Damen auf.
Fräulein, geht das nicht besser mit Musik?
Was?! Ja, natürlich!
Eins, zwei, drei, eins, zwei, drei.
Fräulein, das ist kein Foxtrott!
(trauriges Violinenspiel)
"Des kleinen Samenfadens wundersame Reise."
(Klaviermusik)
Kennst du den Mann ohne Eigenschaften?
Bist du auch so ein Perverser?
(spannende Musik)
(Sie stöhnt lustvoll.)
(Hupen)
(Stöhnen)
(außer Atem) Was ist los?
Ich bin ganz ausgeräumt.
Steril wie 'n frischer Bombenkrater.
Hör auf.
Hör auf!
Ich muss an jemanden denken.
(Spannende Musik steigert sich.)
(unheimliche Geräusche)
Steig aus.
Was?
Steig aus!
Was soll das? (Er startet den Wagen.)
Du kannst mich doch nicht so in der Pampa stehen lassen!
Ey! I wanna be loved by you!
(Marilyn Monroe: I Wanna Be Loved By You)
(Sie schreit.)
Du machst nichts falsch, Helga.
Wenn es mit jemandem geht, dann mit dir.
Kannst du mir nicht einfach sagen, was ich tun soll?
Du bist sehr geduldig.
Du hast dir das sicher ganz anders vorgestellt.
Soll ich dich vielleicht streicheln?
Ich könnte dich streicheln, so dass du zufrieden bist.
(langsame Musik)
Nein. Nein, das geht nicht.
Das geht überhaupt nicht.
Warum machst du das?
Das Tierische hat keine Klasse.
Aber das ist doch ganz natürlich.
(Toilettenspülung)
Ich komme nicht weiter mit Fassbender.
Aus meiner Mittelschulklasse
ist jetzt sogar schon Hedwig Schiffke verlobt.
Er ist zu alt für dich.
Es gibt nur einen Weg: nach oben.
Das ist meine Chance, hier rauszukommen.
Seien wir mal ehrlich. Mutti tut immer so vornehm,
aber sie hat noch nie in ihrem ganzen Leben ein Buch gelesen.
Du auch nicht. Doch.
"Kurzwissen aus aller Welt - Band 2: P bis Z".
Und ich bin immer an Bildung interessiert.
Ich bin dann Frau Professor.
Die kleine, dumme Evi, die nichts kann und nichts ist,
die ist dann Frau Professor.
In einer Zwölf-Zimmer-Villa in Dahlem.
(Monika spuckt.)
(ruhige Musik aus dem Radio)
Geht doch mal ins Kino.
Es gibt einen neuen Film mit Sonja Lundi.
"In deinen Armen möchte ich träumen."
Professor Fassbender hält nichts vom Kino.
Diese Welt der Filme verzerrt nur die Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Diese Traumwelten machen Frauen hysterisch.
Und die Männer? Denen schadet das nicht?
Eigentlich steht nur seine Frau zwischen uns.
Dass er nach all den Jahren noch so an der hängt?
Das ist doch krankhaft.
Aber du, bei dir ist es doch genauso mit Vati.
Nein, das ist nicht das Gleiche.
Vati hat mich nicht verlassen, er ist vermisst.
Also ich finde schon, du könntest wieder heiraten.
Evchen, eine anständige Frau hat nur einen Mann im Leben.
Aber du bist doch kein Zebrafink.
Assmann würde dich sofort nehmen.
(abschätzig) Assmann.
Assmann ist ein Filou.
Ist denn der natürliche Beweis eingetreten?
Mein Gott, hast du deine Regel bekommen?
Bis heute Abend. (Tür fällt zu.)
Danke.
Ist dir denn schlecht?
Ich sage dir, wenn da was nistet,
mache ich den Francks so ein Theater.
Dann drohe ich mit der Öffentlichkeit.
Dann muss er dich heiraten.
(Frau) Nein!
Nein, ich muss eine Aussage machen! (Sie schreit hysterisch.)
(Pfleger) Beruhigen Sie sich.
(Frau) Sie vergiften uns und niemand greift ein.
Die Frau hat man am Olivaer Platz aufgegriffen.
Sie hat sich ausgezogen vor einem Café.
Sogar die Unterwäsche.
(Sie ruft Unverständliches.)
Es ist im Wasser und in den Tapeten.
(panisch) Sie vergiften ihr eigenes Volk.
Alle müssen das wissen. Mich haben sie schon vergiftet.
Und alle Kinder haben sie vergiftet.
Sie sind in Sicherheit.
(weinend) Alle Kinder.
Versprechen Sie mir ...
(Fassbender) Beruhigen Sie sich.
Ihr Name ist Christa Hauer aus Berlin Pankow.
Sie ist aus Ostberlin. Beruhigen Sie sich! Frau Hauer?
So ist gut.
Am besten, Sie fahren rüber und sehen, ob es Verwandte gibt.
In Ordnung.
(heitere Tanzmusik)
Na, Mädchen.
Du machst dich ja in letzter Zeit unentbehrlich.
Was treibt dich denn? Einmal Freibier für die Musik.
Ja, gib her. Komm!
Ich habe jetzt Verantwortung für Dich.
Wie bei den Eskimos.
Wenn die jemanden aus dem Eisloch gezogen haben,
die sind dann ein Leben lang für ihn verantwortlich.
Deshalb lassen sie auch manche ersaufen. Sonst wird das zu viel.
Ich bin aber kein Eskimo.
Ich habe nur zu früh die Türen aufgemacht.
Ich bin auch ins Eisloch gefallen.
Dann bin ich drunter gerutscht, unters Eis.
Jetzt finde ich das Loch nicht mehr,
aus dem mich einer rausziehen könnte.
(gespielt) Hilfe!
Waren Sie mal im Gefängnis?
Denkst du, deine kleine Schwester geht mal mit mir aus?
Da müssen Sie sie schon selber fragen.
(Mann) Zwei Sekt bitte.
Und du? Willst du mit mir tanzen gehen, Monekind?
Sagt dir Mutter Brause was?
Ist nicht so 'ne Mumienschubse wie hier.
Das ist mit echter Lebensgefahr!
Nein, danke.
Na gut. Aber glaub mir:
Den inneren Furor kann man nicht ewig leugnen.
Freddy ... Freddy!
Was war das für ein Lied, dass Sie da auf der Hochzeit gespielt haben?
Dieses schnelle?
Kennste AFN?
Radio!
(Sie schaltet ein Radio ein.)
(RADIO: Elvis Presley: That's All Right)
Ich muss heute Abend nach der Arbeit nach Pankow wegen einer Patientin.
Nimm dich bloß in Acht vor diesen Bolschewisten, Evikind.
So hübsche Fräuleins wie du sind für die Freiwild.
Hier! Der natürliche Beweis.
Und das ist das G3-Gewehr.
Mit 7,62mm- und 9mm-Munition.
Hier sieht man sehr schön die Explosivwaffen ...
Claymor-Minen ...
Mörsergranaten bis zu 81mm.
Bisschen schade, dass es ohne Ton ist.
Fräulein, Sie gehen dann bitte noch mal Ihre Hände waschen.
Aber die sind einwandfrei geschruppt und tiptop!
Ja, stimmt. Sie haben wirklich hübsche Hände.
Danke.
Gut! Wir tanzen heute noch mal den Foxtrott.
Und ich zeige Ihnen noch mal den Grundschritt.
Sie lässt sich einfach nichts sagen.
Schön, dass Sie das wenigstens komisch finden können.
Ich dagegen habe einen Namen zu verlieren.
Oh! Im Fortgeschrittenenkurs machen aber nicht viele weiter.
Was gehen Sie meine Kurse an, Assmann?
Ich habe immer gesagt, man muss etwas Moderneres einführen. Rumba oder so!
Eins, zwei, drei, vier. Eins, zwei, drei, vier.
Ja, oder Mambo! Ja!
Ihnen kann es ja gar nicht obszön genug sein.
Was macht der denn hier?
Der Kurs ist beendet.
Herr Assmann, heute nehmen Sie mich aber mal zum Vortanzen!
(bedrohlich wirkende Klänge)
Herr Franck?
Ich möchte mit Monika sprechen.
Einen Moment.
Monika?
Guten Tag!
Ich wollte Sie einladen, mit Ihnen ausgehen, heute Abend.
Haben Sie Zeit?
Soviel ich weiß hast du nichts vor.
Gut, dann hole ich Sie um halb acht ab.
(Telefonklingeln)
Helga von Boost hier? Helga, ich brauch deine Hilfe.
Wer ist dort? Monika!
Joachim ist in der Tanzstunde aufgetaucht.
Nicht so schnell! Was ist los? Er möchte mit mir ausgehen.
Mutti möchte auch, dass ich das tue, aber ich kann das nicht!
Mutti sagt, ich soll mit ihm ausgehen,
aber ich weiß nicht, was ich machen soll.
Ja, ich ... ich kann hier jetzt nicht weg.
Vielleicht will er sich entschuldigen.
Ich kann mich nicht mit ihm treffen.
Reiß dich mal etwas zusammen!
Es wird schon nicht so schlimm werden. Ich muss auflegen.
Helga?
Hübsch! Aber nicht verführerisch genug.
Du hast überhaupt kein Kleid mit Taille!
Das hier! Das ist hübsch.
Dazu habe ich passende Schuhe.
Aber Mutti, ich muss doch jetzt nicht mehr.
Es ist doch nichts passiert. Bitte! Monika!
Joachim Franck hat offensichtlich Gefallen an dir gefunden.
Trotz allem!
Das ist deine Chance. Wahrscheinlich die letzte.
Es gibt auch Frauen, die nicht heiraten.
Ja. Es gibt auch Ziegen mit zwei Köpfen.
Aber gut, dann Dubendorf!
Danke, dass Sie mich nach Hause gebracht haben.
Es war ein bezaubernder Abend.
(The Chordettes: Mr. Sandman)
Musik?
(Er schaltet das Radio ein.)
Mögen Sie das?
Entschuldigung? Ich suche Herrn Hauer.
Jetzt lass doch mal den armen Jungen in Ruhe.
Und er ist verheiratet. Jetzt kommt ihr schon aus dem Westen.
Ich komme wegen seiner Frau! Christa?
Ja! Ist in Jena. Wichtiger Parteiauftrag.
Nein, sie ist ... Wann kommt ihr Mann nach Hause?
Der ist in Dresden bei 'nem Turnier.
Der ist Torwart beim ZSK Vorwärts.
Hören Sie: Seine Frau Christa ist bei uns im Krankenhaus in Dahlem.
Ich bin dort Schwester. Hatte die 'nen Unfall?
Haben Sie was zum Schreiben? Sehe ich aus wie Goethe?
Dann könnte ich ihrem Mann eine Nachricht hinterlassen.
Versuchen Sie es in der Kneipe.
Vielen herzlichen Dank.
Da wird der Rudi ja 'nen Schreck kriegen!
Wo der seine Frau doch so liebt ...
Das Bild des genialen Feldherrn, der den Hitler-Faschismus zerschlug,
das gehört ins Reich der Legenden.
Verzeihung? Hätten Sie vielleicht einen Stift für mich?
Die Sowjetunion hingegen hatte nicht genügend auf den Krieg vorbereitet.
Danke sehr. Und ein Blatt Papier?
(Gerd Schöllack) Warum hat Ulbricht all die Jahre untätig geschwiegen?
Stalinismus gefördert? Stalin-Kult verlangt?
Und jetzt? Kein Wort der Selbstkritik.
(Parteimitglied) Genossen, wir haben alle Fehler gemacht.
Auch der Sozialismus ist nicht frei von Fehlern,
was ihn vom Kapitalismus unterscheidet.
Der Sozialismus ist lernfähig.
Machen wir es uns da nicht ein bisschen einfach, Genossen? Oder?
Genossen, ich danke euch für euer zahlreiches Erscheinen.
Ich beschließe hiermit unsere heutige Versammlung.
Ich freue mich, euch nächsten Donnerstag wieder zu begrüßen.
Herr Schöllack?
Der Staat hat Auge und Ohren. Das ist ein gut gemeinter Hinweis!
Ja, ja.
Vati ...
Erkennst du mich nicht?
Ich bin Eva, ich bin deine Tochter.
Ich kenne keine Eva. Aber du bist doch Gerd Schöllack!
Bist du Gerd Schöllack? Das muss ein Irrtum sein.
Also, Essen oder Kino? Das kann doch nicht so schwer sein.
Was wollen Sie von mir, Herr Franck?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß ohnehin gar nichts.
Es kommt mir vor als gehörte ich nicht in diese Zeit.
Eigentlich bin ich nur eines:
Wütend.
Sie sind wütend?
Ich möchte nach Hause.
Es gibt einen neuen Film mit Sonja Lundi.
Na los, ich würde mich opfern.
Herr Professor Fassbender? - Herr von Boost.
Helga, meine Frau, sie darf das hier niemals erfahren.
Kommen Sie rein.
Also, was stimmt nicht mit Ihrer Frau?
Nichts.
Ich meine, es, es geht um mich.
Ich ...
Ich bin nicht normal.
Und Sie können mir helfen, gesund zu werden.
Es tut mir leid, ich bin auf die Behandlung von Frauen spezialisiert.
Aber das war nicht immer so.
Ich war Referendar in der Staatsanwaltschaft
beim Prozess gegen Professor Carl Tauber.
Er hat im KZ Buchenwald
abartig veranlagten Häftlingen künstliche Hormondrüsen eingepflanzt,
um sie zu heilen.
Viele der Männer sind daran gestorben.
Sie waren einer seiner Assistenten.
Ja, die künstliche Hormondrüse war ein Fehlgriff.
Aber es gibt andere Methoden, die helfen.
Die Forschung ist inzwischen weiter.
Ja.
Aber wie ich schon sagte, ich habe mein Fachgebiet verlagert.
Die Assistenten wurden damals nicht angeklagt.
Aber wer weiß, ob nicht doch nochmal
ein Staatsanwalt auf die Idee kommt, das nochmal auszugraben.
(Ein Walzer ertönt.)
Mutti, das ist unglaublich.
Mit diesem Walzer haben wir gesiegt.
97 Punkte.
Europameister. Muttchen.
Ich hab Vati gesehen.
In 'ner Kneipe.
Damit haben wir die Engländer nach 35 Jahren
endlich auf die letzten Plätze verwiesen.
Hast du nicht gehört, ich hab mit ihm gesprochen.
Er hat gesagt, er wär's nicht,
aber er ist blass geworden, es war Vati, ich bin mir sicher.
(entsetzter Aufschrei)
Du bist hysterisch, Evchen.
Ich bin nicht hysterisch.
(Im Kino) "Möchten Sie noch Sahne?"
"Ja, gerne."
"So, bitteschön."
"Darf's noch etwas sein, der Herr?" - "Nein, danke."
"Verzeihung."
Also der Anfang gefällt mir schon mal.
Monika.
(Die Musik wird dramatisch)
Darf ich mal bitte.
(Musik endet mir Fanfaren.)
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2016
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