All language subtitles for Art of Crime - S02E04 - Ein verletzter Mann (2).deu

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Original subtitles

* düstere Titelmusik *

Antoine Verlay

Florence Chassagne

* schwelende, bedrohliche Musik *

Madame Verlay?

Ja?

Ich habe etwas für Sie.

Woher kennen Sie mich?

* bedrohliche Musik *

Was ist das?

Ich weiß nicht.

Wer ist das? Das sind Papa und meine Maman.

Und warum ist dein Papa blau?

Weil er Polizist ist. - Ah ja.

Thomas, schlägst du mal die Bedeutung der Farbe Blau nach?

(Thomas) Ja.

Blau symbolisiert Realität, Treue und Gerechtigkeit.

Und macht das einen Polizisten für dich aus?

Ja.

Deine Maman ist ganz rot. - (zustimmend) Hm.

Wieso? - Weil sie auf Papa wütend ist.

(Laurie) Er hat bereits zwei Menschen getötet.

Hör zu, wir werden euch beschützen, okay?

Das ist deinetwegen, wegen deiner Arbeit. Wir sind dir egal.

Nein, Laurie, das ist nicht wahr. Die Arbeit war dir immer wichtiger.

Und jetzt will uns ein Irrer umbringen.

Was will der Typ?

Offenbar will er

mich herausfordern.

Was?

Aber wieso?

Ich weiß es nicht. Wirklich, keine Ahnung.

Antoine, ich will nicht, dass er den Kindern was antut.

Nein, das wird nicht passieren.

Komm her, keine Sorge.

Keine Angst.

* anschwellende Musik *

Das ist ein Selbstporträt von Courbet, "Der verletzte Mann".

Ursprünglich war da eine Frau, die sich an ihn schmiegte.

Hier. Ah ja.

Und er hat sie übermalt? Courbet hat das oft gemacht.

Er übermalte seine Gemälde. Sehen Sie sie? Virginie Binet.

Sie war Courbets große Liebe.

Sie hat ihn nach zehn Jahren verlassen.

Er entfernte sie aus dem Gemälde ...

... und ersetzte sie durch was? Ein Schwert.

Und einen Blutfleck auf seinem Herzen.

Also kommuniziert der Mörder mit uns über diese Karten.

Den Hunden vorgeworfen.

Jede Hoffnung verloren. * Handy vibriert. *

"Von meiner Frau verlassen." "Und ich blute immer noch."

Hallo?

* pochende Musik *

(Mann) "Wie geht's, Verlay?"

Hör mal gut zu, du Idiot.

Anstelle meiner Familie leg dich lieber mit mir an. Ich warte.

Wir beide haben viel gemeinsam.

Nein, nein, wir haben gar nichts gemeinsam. Gar nichts. Hörst du?

"Du bist doch wegen deiner Scheidung

bei deinem Chef bei der Kripo ausgerastet. Stimmt's?"

Warte, woher weißt du das? "Ich habe meine Quellen."

Und anstatt dich zu bestrafen,

macht man dich zum Gruppenleiter beim OCBC.

Bei der Polizei messen sie wohl mit zweierlei Maß.

"Ich versteh kein Wort. Was soll das heißen?"

Auf bald, Capitaine.

"Mit zweierlei Maß" ...

Er hatte eine Quelle bei der Polizei.

Warum erzählt er uns das? Was soll das alles?

Keine Ahnung, keine Ahnung.

Vielleicht war er mal Polizist.

Hm? Und er kennt sich in Kunstgeschichte aus.

Vielleicht war beim OCBC oder wollte hier anfangen.

Er wurde nach der Scheidung entlassen.

Okay, wir durchsuchen alle Akten von ehemaligen Mitarbeitern.

Wir nehmen die Geschiedenen und gleichen sie mit dem Phantombild ab.

Warte, Alex, was wird aus meinen Kindern?

Und Laurie? Genau, ja, sag ich dir gleich.

Komm mit.

Also stellst du mich auch unter Polizeischutz? Hm?

Du ziehst mich da komplett raus? Wir dürfen kein Risiko eingehen.

Und du kannst deine Kinder selbst schützen,

und Laurie und deinen Vater.

Meinen Vater? Ja, deinen Vater.

Er gehört zur Familie. Und er ist ein mögliches Ziel.

Toussaint gehört nicht zu meiner Familie.

Er ist mir egal! Denkst du, der hätte mich beschützt?

Das ist ein Befehl.

Weißt du, was ich gewollt hätte?

Ich hätte ihm gern gezeigt, dass ich auch eine Familie habe.

Und nicht mal das habe ich geschafft.

Es wird schon, hm?

Bonjour. - Bonjour.

Au! Hey, meine Füße! - Bonjour.

Das geht nicht, wieso bei mir?

Ich hab hier eine Anwaltskanzlei, ich bin kein Pensionär.

Wir können kein Hotel bezahlen

und deine Straße ist einfacher zu sichern.

Und wer ersetzt mir die verlorene Arbeitszeit?

Hey! Ho, ho, ho, du da! Hier wird nicht gerannt.

Und wir springen nicht auf der Couch.

Sie heißen Thomas und Maxime. - Nein, das halte ich nicht aus.

Das ertrag ich nicht. Jetzt hör mir mal gut zu.

Du schreist sie nicht an, verstanden?

Und für sie bist du auch nicht mein Vater, du bist nur ein Anwalt.

Bist du unser Großvater? - (Thomas) Warum ist alles aus Gold?

Lügst du auch immer? - Natürlich nicht. Wieso fragst du?

Weil Papa sagt, dass alle Anwälte immer lügen.

Danke, Maxime, jetzt geht da drüben spielen, ja?

(Maxime) Okay, los geht's!

Da habt ihr's, meine Ananas!

(Maxime) Ups. - Maman, guck mal.

Noch sind sie schüchtern, aber sie tauen noch auf. Keine Sorge.

(Hugo) Hättest du es aufgemacht, wäre es zerstört.

Zum Glück habe ich einen Scanner für alte Bücher,

die man nicht öffnen kann.

Und was zeigt er? Ja, leider nicht allzu viel.

Hier und da ein paar Worte, sieh es dir selbst an.

"Mein Schmerz, mein Hass."

Aber ... das ist ein Tagebuch, nicht?

Warte, entschuldige. Geh noch mal auf die Seite davor. "Durch ..."

"Paris ..." Ich sehe nichts.

"Ruiniert ... Kräfte."

Sagt dir das etwas? Vielleicht, ja.

Ich muss recherchieren.

Florence, steig da aus. Der Typ ist gefährlich.

Er ist dir schon gefolgt.

Wenn es deine Familie wäre, würdest du aufhören?

Der hier ist zwölf Jahre alt, weißt du?

Ich nehm mir nur drei Gläser. - Was machen Sie da?

Die sind für meine Mandanten. - Alle anderen sind dreckig.

Und ich bin nicht hier, um Ihren Abwasch zu machen.

Warum suchst du dir nicht jemanden? Willst du allein enden, wie ich?

Denkst du, ich will über so was mit dir reden?

Unglaublich, echt.

Wusstest du, dass Courbet nie verheiratet war?

Für ihn war das bourgeoise Knechtschaft.

Dann bist du jetzt ein Courbet-Kenner?

Nein, nein, nein. Das hat mir unser gemeinsamer Freund erzählt.

Wie jetzt, "unser gemeinsamer Freund"?

Meinst du jetzt etwa den Mörder? Na ja ...

Die Leute sprechen sich gern bei mir aus,

und danach fühlen sie sich mir verpflichtet.

Und was hat er dir erzählt? Was er erzählt hat?

Dass er keine Kinder zeugen kann

und deshalb seine Beziehung nicht hielt.

Aber dass seine Frau sich ein neues Leben aufgebaut hat.

Bla, bla, bla ... Das sagst du mir erst jetzt?

Entschuldige mal,

die Unterhaltung mit dir ist nicht grade angenehm.

(Greg) "'allo?" Ja. Greg.

Wir müssen uns auf die konzentrieren,

die keine Kinder haben. Er scheint zeugungsunfähig zu sein.

Wir haben schon alle überprüft,

die seit 1990 aus dem OCBC entlassen wurden.

Keiner entspricht dem Phantombild. Erweitere das auf alle Beamten.

Füge das Kriterium "kinderlos" hinzu.

"Alles klar, ich melde mich wieder." Okay. Danke.

"Ruiniert",

"Kräfte".

"Wurde in Paris ruiniert",

"Kräfte".

Er identifiziert sich mit dem Hass, der Ihnen entgegenschlug,

als man Sie beschuldigte, die Vendôme-Säule zerstört zu haben.

Was ich da alles zu hören bekam.

"Aus welch einer Paarung von Nacktschnecke und Pfau

konnte dieses Etwas namens Monsieur Courbet hervorgehen?"

"Welcher Mixtur aus Wein, Bier und Flatulenzen

entwuchs dieser behaarte Kürbis nur?"

Alexandre Dumas der Jüngere. Wow.

Und warum so ein Hass? Konformismus.

Und Neid.

Ich konnte nicht mehr arbeiten.

Sie haben mich ruiniert.

Ruiniert ...

Courbet, Courbet ...

Ein Portrait, ich hab es doch schon gesehen.

"In Bezug auf eine Rückerstattung ..."

"Monsieur Tournage, ein Fotograf. Ich habe Geldschwierigkeiten."

Okay.

Er riet ihm, zu gehen ...

Wurde in Paris ...

"Sie legten den Preis fest, ich habe nichts getan."

"Ruiniert ... Kräfte".

Das ist es.

Wurde

in Paris ...

* bedrohliche Musik *

"Kräfte". Aber natürlich.

* Handy vibriert. *

Hallo? "Capitaine?"

Das Notizheftchen, wissen Sie, was ich gefunden habe?

Pscht. "Madame Chassagne?"

Sind Sie noch da? H... Hallo?

* Musik klingt düster aus. *

(Hugo) Ich hab mein Büro gegen 21 Uhr verlassen,

da hat sie noch gearbeitet.

Und war sie allein?

Ja.

Ich hätte hierbleiben sollen.

Capitaine? Er ist es.

Das Video zeigt, wie er mit ihr rausgeht.

Er hat eine Waffe.

Dann verschwinden sie in der Rue de Rivoli.

Gut, hol die Spurensicherung

und ruf Pardo an, damit wir alle Videos kriegen. Okay?

Okay. Gut.

Vorwärts. Vorwärts.

Handschellen anlegen.

Sie können ruhig schreien, in diesem Gebäude ist niemand.

Warum machen Sie das? Was haben Sie mit mir vor?

Ich hab ja versucht, Ihnen die Augen zu öffnen,

aber Sie helfen diesem Bullen, der jedwede Kunst verachtet.

Aber ich hab nicht ... Pscht.

Jetzt werden Sie die Konsequenzen dafür tragen müssen.

Sie hatte etwas gefunden, hat sie Ihnen davon erzählt?

Ich hatte ihr nur gegeben, was ich retten konnte.

Ein paar einzelne Worte.

Und sind das etwa die hier? Unter anderem, ja.

Dann hatte sie entdeckt, was das heißt, oder?

Und dann hier auf die Tafel geschrieben.

Und als er sie entführt hat, hat er es abgewischt. Hm?

Können wir rausfinden, was da stand?

Nein, leider nicht.

Aber ... Aber was?

Was wäre, wenn wir uns in sie hineinversetzen?

Und wie das?

Tja, dafür kommt eigentlich nur einer infrage.

Also, ich versteh das nicht.

Ihre ganze Familie steht unter Polizeischutz

und Florence hatte nur einen Polizisten vor der Tür?

Das hatte nichts damit zu tun.

Woher sollten wir wissen, dass er sie aus dem Louvre entführt?

Wären Sie nicht kunstbehindert, bräuchten Sie sie nicht.

Und Florence wäre immer noch hier!

* Er seufzt. *

Ich ... Es tut mir leid, das wollte ich nicht sagen.

Hören Sie, Monsieur Chassagne. Wir brauchen Sie, in Ordnung?

Wir haben nur diese eine Spur. Diese fünf Wörter. Okay?

Ja, gut, in Ordnung.

Aber hat sie an etwas über die Pariser Commune gearbeitet?

Schon möglich, sie hat sie mehrfach erwähnt.

"Ergründe die Denkweise", das hab ich ihr immer gesagt.

Sie macht es wie ich: schiebt die Bücher, die sie braucht,

erst zurück, wenn sie mit der Arbeit fertig ist.

"Courbets Korrespondenz". Hilfreiche Seiten markiert sie:

Gelb für den Kontext

und Rot für die Zitate.

* nachdenkliche Musik *

Ah, ich verstehe. Was denn?

Hier, hören Sie:

"Ich wurde beraubt, ruiniert,

durch die Straßen von Paris geschleift,

diffamiert, mit Beschimpfungen überhäuft."

"Mit Beschimpfungen überhäuft.

Ich vegetierte in der Gefängniszelle dahin,

die mir den Verstand

und die Kräfte raubte."

Wissen Sie, dass Courbet mir im Gefängnis das Leben gerettet hat?

Ich hatte das Gefühl, seine Worte wären meine eigenen.

Ich las über ihn, was ich finden konnte.

Ohne ihn wäre ich verrückt geworden.

* beklemmende Musik *

* Tür fällt ins Schloss. *

(Courbet) Ich schlief auf dem Boden,

dicht an dicht mit dem Pöbel, wie Ungeziefer,

von Gefängnis zu Gefängnis geschleppt.

Mit dem Gewehr oder dem Revolver an der Kehle.

Das Gefängnis,

es zerstört den Menschen.

(Pierre) Das ist ein Selbstporträt.

Er saß im Gefängnis? Natürlich, wegen der Vendôme-Säule.

Okay, also er spricht zu uns durch Courbet.

Er denkt, er hätte das Gleiche durchgemacht.

Wie das?

Wenn der Mörder dieses Zitat übernommen hat,

saß er auch im Gefängnis.

Er hat Ihre Tochter nur entführt, damit sie mir das nicht sagt.

Er hatte Angst, dass uns das zu ihm führt.

Polizisten, die im Gefängnis waren, gibt es sicher nicht viele.

Und Polizisten, die Courbet kennen wie er, wohl noch weniger.

Ein Typ wie er hat sicher auch im Gefängnis Bücher gelesen.

Bücher über Courbet, aus der Bibliothek.

Der Gefängnisbibliothek.

Ja, Hallo. Bin ich da in der Zentrale von Poissy?

Guten Tag, ich arbeite beim OCBC. Ich würde gerne jemanden sprechen,

der für die Bibliothek zuständig ist.

Nein, du fährst zurück zu Toussaint. Dort bist du unter Polizeischutz.

Sie ist in Gefahr, nicht ich. Ich brauche keinen Schutz.

Und deine Familie? Ich hab zwei Beamte hingeschickt.

Ich sitze auf keinen Fall mit verschränkten Armen rum.

Mir gefällt das überhaupt nicht. Der weiß, dass du so reagierst.

Genau das will er doch.

Hey, wenn ihr was passiert, werd ich mir das nie verzeihen.

* Chassagne klopft. * Ja?

Ich denke, wir haben da was.

Was ist? - Und das ist der einzige Häftling,

der Courbets Biografie ausgeliehen hat?

Okay, sein Name bitte. Jérôme Kalanski.

(buchstabiert) Kalanski, ja?

Vielen Dank.

Jérôme Kalanski ...

Er war bis 2006 beim OCBC.

Scheiße, das ist er. Ich bin erst seit 2009 da.

Ich kenne ihn nicht. Wieso wurde er entlassen?

Fahrlässige Tötung eines Tankstellenbetreibers,

während eines Raubüberfalls.

Er bekam 15 Jahre, wurde aber vor drei Monaten entlassen.

Er war hier Gruppenleiter.

Er hat den aus dem Pompidou gestohlenen Picasso wiedergefunden.

Tadellose Akte.

Das versteh ich nicht. Wie wird ein Polizist wie er

in einen Raubüberfall verwickelt? Es erinnert sich hier doch jemand.

Die Belegschaft wurde inzwischen ausgetauscht.

Gerard Duguet hat ihn ersetzt. Er ist jetzt im Ruhestand.

Und du bist für ihn gekommen.

Was?

Heißt das etwa, ich bekleide Kalanskis alten Posten?

(Greg) Leute. Ich hab eine Adresse.

Nichts wie los.

Capitaine Verlay ist ein Betrüger.

Und Sie spielen auch noch mit bei dieser Maskerade.

Warum hassen Sie ihn so sehr?

* beklemmende Klänge *

Ich hab nur einen Fehler gemacht.

Und alle wandten mir dem Rücken zu.

* spannende Streicherklänge *

Er dagegen hat seine ...

seine Familie.

Seine Arbeit mit einer Kunsthistorikerin,

die seine beschämende Unwissenheit deckt.

Okay, gesichert.

* Dose scheppert. *

* Musik schwillt an. *

Polizei!

* Katze miaut. *

Ach, blöde Scheiße!

"Könnte ich mich doch nur an die Sonne erinnern."

Commandant?

Er benutzt sie einmal, um nicht geortet zu werden.

Pack die alle ein, ja? Alex? Sieh dir das an.

Denkst du, das ist seine Ex? War ein Glücksgriff.

Florence hatte recht, er war nicht nur wegen Courbet in Chaumont.

Hat er etwa seiner Ex-Frau nachspioniert?

Er kann sie wohl nicht vergessen.

Sie führt das Leben, das er nie haben wird.

* Handy vibriert. * Ja, Frau Staatsanwältin?

Jetzt sofort?

Okay, natürlich. Ja, bis gleich. Was ist?

Sie hat was über Kalanski und will uns sehen. Na los.

Okay. Und Greg, finde raus, wenn diese Frau ist.

Mein Vorgänger wollte nichts von Kalanski erzählen.

Heikel, ich musste es ihm aus der Nase ziehen.

Und? Er hatte wohl finanzielle Probleme.

Ja, das dachten wir uns schon.

Giraud hat ihm eine geringere Rate verweigert.

Dann wurde er entlassen.

Vor dem Raubüberfall versuchte er, sich beim OCBC zu bedienen.

Er hat etwas gestohlen? - Nein.

Ein Kunsthändler sollte eine Statuette stehlen und sie verkaufen.

Henri Courcelles? Mhm.

Nur, Courcelles wurde kurz darauf wegen einer anderen Sache verhaftet.

Und um sich zu retten, hat er Kalanski hingehängt?

Er hatte ihn auf Band.

Sein Vorgesetzter zwang ihn zu kündigen,

offiziell aus privaten Gründen. Der Staatsanwalt drückte ein Auge zu.

Deshalb steht es nicht in seiner Akte.

Und die Statuette? - Dafür blieb keine Zeit.

Vielleicht wollte er sie nicht stehlen.

Er war einer ihrer Besten und sie gaben ihm keine Chance?

Sein Chef wollte wohl das Risiko nicht eingehen.

Und die Kollegen wandten sich alle ab.

Als mir die Sicherung durchbrannte, schmissen Sie mich nicht raus.

Das ist was anderes. Ja, okay.

Aber für ihn sieht das aus wie mit zweierlei Maß messen.

* bedrückte Musik *

Bonjour. - Ja?

Bonjour. - Bonjour.

Lieutenant Blanqui, Kriminalpolizei. Kennen Sie Jérôme Kalanski?

Ja, das ist mein Ex-Freund.

Okay, haben Sie eine Minute?

Nein, das ist unmöglich, das kann nicht er sein.

Sind Sie sicher? - Ja, ganz sicher.

Aber Jérôme ist ehrlich und anständig.

Als klar war, dass wir beide keine Kinder haben konnten,

hat er mich gebeten, zu gehen.

So etwas würden nicht viele Männer tun.

Wie's aussieht, hatte er Schulden. - Schulden?

Als Sie zusammen waren,

haben Sie über Ihre Verhältnisse gelebt, oder?

Ich, ich weiß nicht. Er hat mir viel geschenkt, aber ...

Wir haben versucht, uns abzulenken, den Mut nicht zu verlieren.

Er sagte, es wird alles gut.

Dann hat er versucht, ein Kunstwerk aus dem OCBC zu stehlen.

Er wurde entlassen und hat eine Tankstelle überfallen.

Denken Sie bitte gut nach, Madame Viala.

Gibt es einen abgelegenen Ort, den er gut kennt,

wo man jemanden einsperren könnte?

Äh ...

* düstere Musik *

Commandant, bitte.

Und?

Ich denke, es bringt nichts, wenn Sie hierbleiben.

Gehen Sie besser nach Hause, wir rufen Sie an.

Was soll ich denn zu Hause machen? * Handy vibriert. *

Ja, Greg?

Also hat sie keine Ahnung, wo er sein könnte?

Ja, dann nimm nur ihre Aussage auf.

Danke.

Sie haben nicht mal eine Spur?

Er wird sie töten.

Wir tun, was wir können. Okay? Antoine?

Wir haben Kalanskis Handys gecheckt und haben vielleicht etwas.

Warten Sie hier, ja?

* bedrückte Musik *

Mit den zwei hat er dich angerufen. Er benutzte immer einen Störsender.

Deshalb konnte Greg ihn nicht orten.

Bei den anderen Telefonen hat er keinen benutzt.

Da hat es funktioniert? Ja, sieh her.

Seine zehn letzten Standorte. Alles leer stehende Gebäude.

Er hat ein Versteck gesucht. Und, sollen wir Leute hinschicken?

Ich rufe Verstärkung. Alles klar.

* spannende Musik *

* Sirene *

Gehen wir.

Und was mach ich? Sie gehen nach Hause. Wir rufen an.

* Handy vibriert. * Hallo?

(Kalanski) "Hallo Capitaine."

"Wie fühlt es sich an, so ganz allein zu sein?"

Ich will mit ihr reden. Du hängst an ihr, hm?

Wir zwei spielen jetzt weiter. "Kommt nicht infrage."

"Du lässt mich mit ihr reden, verstanden?"

Du hast 30 Minuten, um dich in den Louvre zu begeben.

"In die Cour Marly. Allein."

Ich rufe wieder an.

Was wollen Sie denn im Louvre?

Mir gefällt das auch nicht. Sie begleiten mich.

Wie bitte? Ich werde da einen Führer brauchen.

Und der sind Sie. Also los.

* spannende Musik *

Du hältst die Stellung. - Selbstverständlich.

Sein Handy wurde vor sechs Tagen hier geortet.

Wir gehen zuerst rein und durchsuchen jede Etage.

Wir folgen Ihnen. - Drei da lang, die anderen mit mir.

Los. Beeilung!

* dramatische Musik * (Pardo) Da, los.

(mehrere) Polizei!

Hier ist nichts.

Los jetzt. Schnell. Ja, ja, ja.

(mehrere) Polizei!

(mehrere) Gesichert.

Scheiße. Okay, weiter geht's!

* Musik klingt langsam aus. *

Die 30 Minuten sind gleich um. Wo steckt er?

Monsieur Verlay? Das ist für Sie. Das bin ich.

Okay. Danke. Warten Sie, halt.

Hat er Sie bezahlt, dass Sie mir das geben?

Woher wissen Sie das? Schon gut, vergessen Sie's.

* Handy *

Hallo?

(Kalanski) "Bist du allein?"

Äh, ja. Ja, ja.

Ich gebe dir jetzt ein Rätsel auf.

Du musst herausfinden, um welches Werk es sich handelt.

"Mal sehen, wie du allein zurechtkommst."

Und wenn ich darauf keine Lust habe?

Dann töte ich sie.

"Erst das Rätsel."

"Ich bin das Werk eines Königs von Babylon,

symbolisiere Autorität und Gerechtigkeit."

Dort ist ein anderes Telefon. Wenn du nicht rangehst, ist sie tot.

Wart...

Gut, ein König von Babylon.

Ja, ich weiß nicht. Assyriologie ist nicht mein Gebiet.

Okay, er sagte doch: "Gerechtigkeit und Autorität".

Was heißt das? Er meint doch die Justiz, oder?

Gerechtigkeit ... warten Sie.

Der Codex Hammurabi. Saal 3.

Saal 3. Der ist wo? Da lang.

Es ist eine schwarze Stele. Okay!

* treibende Musik *

Kommen Sie! Ja, ist ja gut.

Ohne Ihre Kunstschwäche wären wir beide gar nicht hier.

Hat hier jemand ein Telefon für mich?

* Handy *

Danke. Danke.

Der Codex Hammurabi.

(Kalanski) "Oh, sehr gut, sehr gut. Du kommst mit dem Internet klar."

"Schau dir die Stele an."

"Siehst du den Gott, der dem König Ring und Stab gibt?"

Ja, ich seh ihn.

"Das sind die Symbole der Autorität und Gerechtigkeit."

"Der Codex hat das Recht der Vergeltung eingeführt."

Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ja.

Ist das deine Vorstellung von Gerechtigkeit? Hm?

"Zweites Rätsel."

"Welches Werk symbolisiert zugleich Resignation und Schwermut

wie auch Auflehnung und Hoffnung?"

"Du hast eine Minute."

Ich weiß nicht. Hier stehen 35.000 Exponate!

Okay, er sagte: "Resignation, Schwermut, Auflehnung, Hoffnung".

Das sind vier Emotionen. Also sind es vielleicht

vier Gemälde? Oder vielleicht vier Skulpturen?

"Die vier Gefangenen" von Desjardins, Cour Puget.

Okay, und wo ist der? Da lang.

* treibende Musik *

Gesichert. - Nichts.

* Freizeichen *

Ich sagte doch, man kann ihm nicht vertrauen.

* Musik schwillt weiter an. *

* Widerhallendes Handyklingeln *

* Handy klingelt weiter. *

(heiser) "Die vier Gefangenen".

"Hallo?" Ja.

Also, was willst du jetzt? Hm?

"Sieh dir an, wie sie in ihren Ketten leiden."

Warte, was soll das?

Dass du zwölf Jahre im Gefängnis warst, weiß ich schon.

Was hat das damit zu tun?

"Nach der Rebellion schlägt die Stunde der Gerechtigkeit."

Verdammt, ich verstehe kein Wort. "Gib mir den jungen Mann neben dir."

Gib ihn mir oder sie ist tot! Ja, ja, ja! Okay, okay.

Hallo? - Ist er allein?

Und?

Nein, sie sind zu zweit. Gib her.

Hör zu, Arschloch. Jetzt ist Schluss, okay?

Du hast betrogen, Verlay.

Du hast betrogen und dafür trägst du die Konsequenzen!

Warte! * Er legt auf. *

Scheiße!

Sie irren sich in Courbet. Sie verstehen gar nichts.

Er hat alles verloren, aber er lebte weiter.

Er hat weiterhin gemalt.

Nur, um den Schaden an der Vendôme-Säule zu bezahlen.

Aber innerlich war er leer, wie ein lebender Toter.

Und was ist mit "Sonnenuntergang am Genfer See"?

Was ist damit? Schafft das jemand, der innerlich leer ist?

Ist das das Werk eines lebenden Toten?

* Musik schwillt langsam an. *

"So lange ich mich an die Sonne erinnere".

Das sagte Courbet, als man ihn ins Gefängnis warf.

Er hat uns reingelegt. Er wusste, dass wir hier anrücken würden.

(verzweifelt) Alex, er wird sie umbringen. Er bringt sie um.

"Beruhige dich, wir werden ihn finden."

Okay, okay, okay.

Wir müssen doch irgendetwas tun können.

Verlay! Ja, ja, ja, ja, ja. Ähm ...

Elise. Elise.

Was?

Ja, Greg. Ja, bist du noch bei Elise Viala?

Nein, wir sind grade fertig geworden. Wieso?

"Hol sie zurück und gib sie mir. Beeil dich."

Madame Viala!

* Er atmet heftig. *

Hier.

Mein Chef will Sie sprechen.

Ja?

Es war eine Freude, mit Ihnen über Kunstgeschichte zu plaudern.

Aber jetzt hören wir auf damit.

* Er entsichert, Handy vibriert. *

Elise? - "Jérôme."

"Ein Polizist ist bei mir."

Elise, das hier hat nichts mit dir zu tun.

(sanft) Lass diese Frau gehen, Jérôme. Sie hat dir nichts getan.

Ich muss immer noch an dich denken, weißt du?

"Du hast gesagt, ich wäre dein Licht."

"Deine Luft zum Atmen."

"Dass du immer nur mich lieben würdest."

Jérôme.

Liebst du mich noch?

"Wenn du mich noch liebst, dann lass sie gehen."

Das kann ich nicht. - "Bitte."

Ich kann nicht.

"Ich weiß, dass du ein guter Mensch bist."

Tu's für mich.

"Jérôme, hörst du mich? Sag mir, wo du bist."

Rue las Cases, 55.

* Tür fällt zu. *

* leise Stimmen, Polizeifunk *

* sanfte Musik *

(leise) Geht es?

Flo-Flo. Mach das nie wieder.

Ich hatte solche Angst.

* ruhige Streicher *

Sind Sie sicher, dass Sie gleich aussagen wollen?

Ja. Ich bringe das lieber hinter mich.

Wie geht's Ihnen? Es geht schon.

Ich bin erschöpft.

Vielen Dank.

Ohne Sie wär ich jetzt nicht mehr hier.

Nein, Ihr Vater hat recht, wissen Sie.

Wenn ich nicht dieses Kunst-Handicap hätte,

wäre das nie passiert.

Äh ...

Hatten wir die Therapie beendet?

Denn ich lasse Sie sicher nicht hängen.

Und? Der Fahndungsbrief?

Ist raus an Flughäfen und Bahnhöfe.

Morgen hängt sein Gesicht in ganz Frankreich.

Marco? (Greg) Der wird unten sein.

Meinst du, ja?

(Pardo) Wir müssen die Zeit seit der Entlassung rekonstruieren.

Er hat sicher Kontakte, bei denen er unterkommt.

(Greg) Ja, klar. - Gut, dann los.

Was tut sie ...

Hey.

Was ist denn? Was ist?

Verdammt, Marco ...

(Kalanski) Bonjour, Capitaine.

Weg mit der Waffe, sofort.

* schwere Klänge *

Keine Bewegung, rühr dich nicht vom Fleck.

Los, die Hände über den Kopf.

* Buzzer *

(haucht) Oh, Scheiße.

Nein, nicht! * Alarm *

Ich rufe zurück.

Antoine? Fass nichts an, Alex!

Kalanski hat die Tür verkabelt.

Wenn du sie anfasst, fliegen wir in die Luft.

Ruf das Bombenräumkommando!

Hier, nimm die und leg sie an. Beweg dich und du bist tot, klar?

Als ich den Picasso wiedergefunden hab,

hat das Kultusministerium dem OCBC eine hübsche Prämie ausgezahlt.

Damit konnten sie das alles renovieren lassen.

Das ist schön.

Oder?

Los jetzt! Setz dich da hin.

Was willst du jetzt hören?

Dass das OCBC dich schlecht behandelt hat?

Sollen wir deine Ehre wiederherstellen, hm?

Für meine Ehre ist es zu spät, Capitaine.

Dieser Zirkus im Louvre,

die Gefangenen und dieser blöde Codex,

das sollte uns nur weglocken, oder?

Damit du hier deine Bombe basteln konntest.

Du bist nicht so dumm, wie du aussiehst.

Wo hast du den Auslöser versteckt?

Ich fürchte, für den Sprengmeister ist es zu spät.

Läuft der Countdown schon, hm?

Wie viel Zeit ist noch?

Wie viel Zeit ist noch? Wie viel? Wir sterben zusammen, Capitaine.

Wir sterben zusammen.

Suchen Sie, suchen Sie diesen Auslöser, überall!

* wütender Schrei *

Alex, hör zu. Lass das Gebäude evakuieren.

Der Sprengmeister ist gleich da.

Nein, dafür ist keine Zeit mehr! Schaff alle hier raus.

Es bleibt keine Zeit. Geh von der Tür weg!

* Diskussionen * Lasst uns zurück.

Hast du gehört?

Wir evakuieren. Los, geht.

(Beamter) Na los, komm mit. Du hast ihn gehört.

Suchen Sie, los.

Ihr seid ein gutes Team. Ich werde euch vermissen.

Halt dein Maul, verdammt!

Schnell. Los!

Niemand mehr drin. - Sichert das Viertel.

Vorwärts!

* treibende Musik *

Du erinnerst mich an deinen Vater.

Letztlich ähnelt ihr euch doch.

Lügner.

Profiteure. Halt verdammt noch mal dein Maul!

Still. Still, still, still!

* leises Ticken * Was, was, was?

Eine Bilderuhr.

Was soll das sein, eine Bilderuhr? Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Ein Gemälde, das Mechanik und Kunst verbindet.

Sehen Sie die Uhr im Glockenturm?

Ja, ja, ja, ja, ich sehe es. Vorsichtig.

Ja, ist schon klar.

Ach, verdammt.

Er hat ihn an den Mechanismus angeschlossen.

Und, wie viel Zeit bleibt noch?

Sag uns, wie wir das anhalten können.

Das findest du doch allein raus. Du hast keine Ahnung von Kunst,

aber mit Sprengstoff wirst du doch vertraut sein.

Auch nicht?

Wir müssen einen der zwei Drähte rausziehen,

sonst geht sie hoch.

Ihr Farbenbuch. Er hatte das Gleiche.

Sie sind nicht zufällig. Also, rot oder schwarz?

Ich kenn mich mit Sprengstoff nicht aus.

Aber mit Farben! Ich flehe Sie an, haben Sie Vertrauen zu sich.

Der rote oder der schwarze?

Schwarz ist die Farbe der Verbrennung, von Kohle, Rauch.

Also den schwarzen? Nein, nein, nein, warten Sie!

Rot ist die Farbe der Wut, der Liebe, der Gewalt, des Blutes

und des Hochmuts.

Was? Den roten.

Das ist seine Farbe, das ist der Hochmut. Los.

Okay.

* Ticken stoppt. *

* Antoine atmet tief durch. *

(leise) Es ist vorbei.

Das war's. Puh.

* Er lacht hämisch. *

* ruhige Klänge *

Wissen Sie, Schwarz ist nicht nur die Farbe der Anwaltsrobe.

Sehen Sie, Courbet zum Beispiel. Er hat sehr viel Schwarz verwendet.

Jetzt hören Sie gut zu: Zuerst kam ein dunkler Untergrund.

Und danach trug er in kleinen Pinselstrichen

die anderen Farben auf - etwas Grün, etwas Braun

bis hin zum helllichten Weiß. Verrückt, nicht?

Nur, dass sein Vater kein Anwalt war.

Capitaine ...

Es wird mehr brauchen als eine Stunde Therapie.

Gut. Hören Sie, das alles ...

Es ist nichts für mich. Wie? Es gibt nichts Besseres.

Kein Psychologen-Blabla, es ist konkret.

Und das brauchen Sie: etwas Konkretes.

Hören Sie, Madame Chassagne: Sie haben etwas für mich gesucht.

Dafür danke ich Ihnen. Sehr gern.

Kunsttherapie, Hypnose, Sophro-Dingsbums und so ...

Es läuft alles aufs Gleiche hinaus, auf meinen Vater. Ja?

Und meinen Vater will ich einfach vergessen,

nicht mehr an ihn denken. Okay.

Sagen Sie mir, wie soll es dann weitergehen?

Sie können nicht für das OCBC arbeiten,

mit Ihrer Kunstblockade. Aber Sie sind doch da, hm?

Ja. Also.

Und Sie lassen mich nicht hängen? Nein.

Gut, also dann. Oder haben Sie Ihre Meinung geändert?

Aber nein.

Na bitte. Therapie beendet.

Na, dann her mit der Faust.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020

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