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* spannende Titelmelodie *
Florence Chassagne Antoine Verlay
* bedrohliche Musik, Ächzen *
(Alex) Marie!
* spannende Musik *
Alex! * Sie ächzt. *
* Windböe * Alex!
(Marie, panisch) Alex!
* Musik klingt aus. *
Ist schon gut. Ist schon gut.
Halt mich fest.
Danke. - Geht's?
Ja.
Wie konnten die mich nur finden?
Wer sind "die"? Von wem sprichst du?
Lutschenko ist tot. - Denkst du,
ich hatte nur mit Lutschenko Ärger?
Es sind noch viel mehr hinter mir her.
Ich werde versuchen, rauszufinden, wer das war.
Bis dahin brauchst du ein Versteck. - Ein Versteck?
Ich kann nicht mehr, Alex. Ich habe dieses Leben satt.
Dann ändere es.
Zieh zu mir.
* melancholische Musik *
(Alex) Ich will dich nicht noch mal verlieren.
"Hier ist die Mailbox von Alexandre Pardo."
"Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht."
Ja, Alex, ich bin's. Wo steckst du?
Ich hab was. Roussel hat vielleicht seine Frau vergiftet
und Malagnac umgebracht, weil er alles entdeckt hat. Ruf mich zurück.
Wo steckt Pardo denn nur? Ich hab ihn heute noch nicht gesehen.
Also, was hast du? Ich hab mir die SMS
von Laurence Roussel angesehen.
Stellt sich raus, dass sie letztes Jahr Januar eine Freundin bat,
sie für ein Schäferstündchen mit einem Christoph zu decken.
Zwei Monate später wollte sie mit der Freundin ein Wochenende weg.
Aber Madame Roussel verbringt ihr Wochenende lieber mit einem Fabrice.
Sie hat ihren Mann also immer wieder betrogen.
Und da haben wir unser Motiv.
Gut, also wenn Pardo wieder an sein Telefon geht,
sag ihm, er soll die Exhumierung
von Madame Roussel beantragen. Okay.
Kennen wir den Namen dieser Freundin?
Ja. Sandra Chevais.
Wieso fragen Sie mich das?
Beantworten Sie einfach die Frage, Madame Chevais. Ja?
Wusste Frédéric Roussel
von den Abenteuern seiner Frau - ja oder nein?
Ja.
Gut. Und wie reagierte er darauf?
Sie verdächtigen ihn doch nicht. Also wirklich,
antworten Sie bitte einfach. Ja?
Madame Roussel hat es Ihnen doch bestimmt erzählt, oder?
Sie hatte Angst, dass Frédéric ihr nie verzeihen würde.
Und am Tag ihres Todes bat sie mich,
ihm zu sagen, dass sie ihn geliebt hat.
Moment - an ihrem Todestag war er nicht bei ihr?
Nein, er war mit Kunden in Deutschland.
Er konnte es doch nicht ahnen.
* spannungsvolle Musik *
Ähm ...
Am Tag vor Madame Roussels Tod
wurde eine Lieferung Gemälde verschickt.
Ja, das weiß ich noch.
Und ist Ihnen etwas daran aufgefallen?
Nein.
(Sandra) Das waren nur Frédérics Gemälde.
Alles wird gut. Ich hab mit der Staatsanwältin gesprochen.
Wir dürfen Laurence exhumieren. Ah.
Das ist gut, ja. Morgen wissen wir mehr.
Wo ist Antoine? Ach, Capitaine Verlay?
Der hat Unterricht bei meinem Vater.
Er badet sozusagen in Kultur. (lachend) Ah, sehr gut.
Was ist? Könnte ich Sie etwas fragen?
Aber sicher.
Was ...
Keine Sorge, das ... * nervöses Lachen *
Nun, ich, äh ...
Marie Seghers hat ein kleines Problem.
Sie kann nicht mehr bei sich zu Hause schlafen.
Aha.
Und ich dachte, vielleicht hätten Sie ja eventuell
ein Plätzchen für sie in Ihrem Büro.
Im Louvre? Ja.
Es geht nur um ein, zwei Nächte, bis wir klarer sehen.
Sie, der Leiter des OCBC,
wollen, dass eine berüchtigte Gemäldediebin im Louvre schläft?
Ist das Ihr Ernst? Sie hat nie Museen bestohlen.
Ihre Ethik steht dagegen. Ach so,
wenn ihre Ethik dagegen steht ... Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Nein. Jemand will sie töten.
Und im Louvre wird man sie ganz sicher nicht suchen. Bitte.
Geben Sie ihr eine Chance.
Ist Ihnen klar ... * Klopfen, Tür *
Seht euch das bitte mal an.
(Chassagne) Unfassbar.
So was hab ich in meiner Laufbahn noch nicht gesehen.
Er soll dem jeweiligen Gemälde das Jahrhundert,
den Künstler, die zugehörige Strömung zuordnen.
(Chassagne) Jetzt steckt er Manet den Expressionisten ins 16.
und da - Velasquez Rokoko ins 20. Jahrhundert.
Er bemüht sich auf beeindruckende Weise,
um dann bei jedem Bild sicher danebenzuliegen.
Das versteh ich nicht.
Er hat gesagt, er hat gestern alles wiederholt.
(Chassagne) Ja, es ist faszinierend.
Es ist, als würde sein Gedächtnis sich weigern,
irgendwas zu behalten, was Kunst angeht.
(Alex) Wie eine Blockade. - (Chassagne) Ja, ganz genau.
Kognitiver Art.
Wie die Dyslexie, die Dyskalkulie ist Capitaine Verlay meines Wissens
der erste bekannte Fall von Dysartistik.
Hmm.
* langsame Streichmusik *
Darf ich Sie etwas fragen? Nur zu.
Warum stehlen Sie Kunstwerke? Also, ich meine,
wieso keine Goldbarren oder teuren Schmuck? Wieso Kunstwerke?
(Marie) Zweifellos der Schönheit wegen.
Ich behalte sie stets ein paar Tage, bevor ich sie übergebe.
Es macht mich wohl glücklich.
Nun, Sie könnten Sie auch im Museum bewundern. Das wäre besser.
Aber auch weniger aufregend. Weniger Adrenalin.
Und Commandant Pardo, was hält er von Adrenalin?
(seufzend) Ich weiß nicht.
Vielleicht würde er es vorziehen,
wenn ich eine Ersatzsucht finden würde.
Ja. Und ein etwas geregelteres Leben.
Was halten Sie davon? Nein.
Mich dürfen Sie das wirklich nicht fragen.
Und ich bin definitiv unfähig in der Liebe.
Dann bis morgen.
Übrigens - falls Sie auf die Idee kommen,
ein Gemälde aus dem Museum zu stehlen,
Adrenalin hin oder her - dann finde ich Sie.
Und reiß Ihnen den Arsch auf.
Klar? Ist klar.
Gute Nacht. * Tür wird geschlossen. *
* Vogelzwitschern *
Monsieur Roussel? Was wollen Sie?
Wir nehmen Sie mit zum Verhör nach richterlichem Beschluss,
beantragt von Staatsanwältin Berger am Gerichtshof Nanterre.
Können Sie mich nicht in Ruhe lassen?
Hier.
* spannungsvolle Musik *
* Durchsagen über Funk *
Ihre Frau wurde mit Kupferarsenit langsam und methodisch vergiftet.
(Roussel) Das ist unmöglich.
Fällt Ihnen niemand ein, der das getan haben könnte?
Nur ein bisschen davon, jeden Tag?
Ein Bewunderer von Claude Monet vielleicht?
Der wollte, dass seine Frau an Krebs stirbt. Wie Camille.
Wir haben einen Monet gestohlen, um Laurence zu retten.
Da vergifte ich sie nicht! - Vielleicht wollte Malagnac
nur seine Schwester retten.
Im Mittelpunkt von alledem stehen Sie. Ihre Frau wird vergiftet,
einen Monat später wird Ihr Schwager ermordet
und drei Ihrer Kopien werden gestohlen.
Da kommt einiges zusammen. Wieso sollte ich
meine eigenen Kopien stehlen? Hm?
Wieso?
Ich hab etwas gefunden.
Der Autopsiebericht von Laurence Roussel.
Sie hatte Farbe unter den Nägeln.
Sie starb, wie soll sie da Farbe unter die Nägel gekriegt haben?
Das Atelier ihres Mannes war direkt nebenan.
Ja, na und?
Ist sie zur Entspannung malen gegangen oder was?
* spannungsvolle Musik *
Was? Was denken Sie?
Sie wollte nicht malen,
sondern etwas aufschreiben. Und was?
Wie, Sie meinen etwas wie eine Nachricht
oder so in der Art? Ja.
Okay, also, wir wissen, dass Malagnacs Mörder versucht,
die Bilder der letzten Lieferung zu kriegen.
Ja. Ja.
Also hat ihre Nachricht nur Bestand,
wenn in der Nachricht der Name des Mörders steht.
Weshalb er die Bilder zurück will. Ja.
Wir müssen noch mal zu Roussel.
Wenn ich die Wäsche aufhänge, kann ich ihn sehen, ab und an.
Ah ja, von hier sehen Sie Monsieur Roussels Atelier gut.
Für gewöhnlich ist er pünktlich um acht Uhr da drin.
Ähm, haben Sie Madame Roussel vor ihrem Tod besucht?
Nein, ich hab sie anfangs im Krankenhaus besucht,
aber hier wollte sie das nicht.
Mhm. Verstehe.
Und am Wochenende vor ihrem Tod, haben Sie sie da im Atelier gesehen?
Ja. Ja, ja, das weiß ich genau,
weil ich mir noch dachte, es geht ihr wahrscheinlich besser.
Manchmal hat sie ihrem Mann geholfen.
Ich dachte nicht, dass sie so schnell sterben würde.
Sie hatte eine Freundin bei sich, Sandra Chevais.
War sie auch im Atelier?
Nein. Die hab ich nur mal im Garten gesehen.
Sie hat gesagt, ich soll Laurence nicht mehr besuchen,
weil sie sich ausruhen muss.
Okay, danke, Madame Martin.
Gern, ich bin dann nebenan. Danke, Madame Martin.
Wenn Sandra Chevais hier war, wieso hat Laurence ihr nicht erzählt,
dass ihr Mann sie vergiftet?
* unterschwellige Musik *
Vielleicht, weil Sandra sie vergiftet hat.
Wir haben Ihre Telefonate überprüft.
In den drei Tagen, in denen Sie bei ihr waren,
hat Madame Roussel keine Anrufe angenommen.
Das ist doch normal. Sie war sehr müde.
Hmm.
Sodass sie nicht mal mit ihrem Mann gesprochen hat?
Er hat es fünfmal auf ihrem Handy versucht.
Dann auf dem Festnetz. Da haben Sie abgenommen
und alles in 30 Sekunden erledigt.
Am Tag darauf in 35 Sekunden und dann war Funkstille.
Ja. Er sagte, er habe viel zu tun.
Wissen Sie, was ich denke?
Sie haben Madame Roussel daran gehindert,
mit ihrem Mann zu sprechen.
Genauso, wie Sie die Nachbarin fernhielten.
Was ist in diesen drei Tagen passiert?
* mysteriöse Musik *
(Sandra) Ich hab es noch mal versucht.
Er war nicht erreichbar.
Er hat wohl keinen Empfang.
* Sie ächzt. * Ich möchte es versuchen.
Die Schwester sagt, du sollst dich ausruhen.
* Laurence ächzt. *
* Herzmonitor piept. * Bis morgen.
Sie haben sie eingesperrt? Nein.
Sie spürten, dass sie nicht mehr lange zu leben hatte.
Und Sie das Haus dann endlich für sich hätten.
Das ist nicht wahr.
Sie haben sie jedes Wochenende besucht.
Sie sind Restauratorin und kannten zweifelsohne
auch die Wirkung von Scheeles Grün.
Sandra?
Hm?
* Laurence seufzt. *
* schwermütige Musik *
(Laurence) Ich hab gesehen, wie du Scheeles Grün
in meinen Tee gegossen hast.
* Laurence seufzt. *
Was redest du denn?
Und ich hab es aufgeschrieben.
* düstere Klänge *
Ach ja? Und verschickt, trotz deines Zustandes, ja?
Die Lieferanten erledigen das.
(Sandra) Du lügst.
Ich habe die Bilder überprüft, da war nichts.
Frédéric wird es nicht übersehen.
Mit seinem Mikroskop.
Du weißt doch, er kontrolliert seine Bilder noch mal bei seinen Kunden.
Warum hätte ich sie vergiften sollen, hm?
Warum? - (Alex) Sie leidet an Erotomanie.
Sie glaubt, dass sie sie lieben.
Ist überzeugt davon.
Es ist eine Art paranoider Wahn.
Und alles, was dem im Weg steht -
ihre Frau zum Beispiel -, wird eliminiert.
Sie sind allein. Kein Partner, keine Kinder.
Null Privatleben. Während sie ... na ja.
Sie hatte einen netten Mann,
ein schönes Haus - was ihr anscheinend nicht genug war.
Sie waren eifersüchtig.
(Roussel) Sie irren sich. Das ist unmöglich.
Sie wollte sie unbedingt retten.
War es ihr Vorschlag, den Monet zu stehlen?
(Alex) Zweifellos, um sich unentbehrlich zu machen.
Was sagst du da? Einen Monet stehlen? Das ist unmöglich!
Es ist der einzige Weg!
Stéphane ist einverstanden.
Er vertauscht die Gemälde in New York. Laurence braucht uns!
Und zwar jetzt.
* unterschwellige Musik *
Es geht nicht anders.
Danke, Sandra.
Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun würde.
(Alex) Er ist überzeugt, dass sie Laurence retten wollte.
Bezweifelt, dass sie sie nicht hat telefonieren lassen,
er vertraut ihr blind.
Scheiße.
Wir können nichts beweisen,
wir haben nur Hypothesen und Vermutungen.
Wir müssen das Gemälde mit der Nachricht finden.
Ja, sonst bricht unsere Anklage zusammen,
die Staatsanwältin wird sie nicht mal einreichen.
Ja, uns bleibt nur noch
die Beschlagnahmung der übrigen Gemälde.
Pff. Super, das dauert mindestens eine Woche.
Und Chevais wird in 20 Stunden und 23 Minuten freigelassen.
So lange wird das nicht dauern. Wie bitte?
Ich habe Hugo um eine Analyse
der Farben unter Madame Roussels Nägeln gebeten.
Morgen sollten wir sie kennen. Heißt das, dann wissen wir,
in welchem Gemälde die Nachricht ist?
So ist es.
Also dann - bis morgen.
Es stört Sie doch nicht, wenn ich hier schlafe?
Fühlen Sie sich wie zu Hause. Ganz hervorragend.
Vielen herzlichen Dank.
Schnarchen Sie? Hm?
Nein, ich schnarche nicht, Gott sei Dank.
* Florence seufzt. *
Also, gute Nacht.
Gute Nacht.
* mysteriöse Musik *
(Psychologin) Und in Ihrem Traum blieb Capitaine Verlay
immer vor dieser Tür?
Capitaine?
(Psychologin) Als wollte er Sie vor dem, was dahinter ist, beschützen.
* Riegel schnappt auf. *
* spannungsvolle Musik *
Ich bin bei meinem Vater.
Ich sitze vor einem Gemälde von Monet.
Ein Blick in eine Wohnung.
(Psychologin) Was assoziieren Sie mit diesem Gemälde?
Ich weiß nicht.
Was? In Ihrem Traum -
wovor versucht Capitaine Verlay, Sie zu schützen?
Vor der Erinnerung an dieses Gemälde?
Da ist etwas, an das Sie sich nicht erinnern wollen.
Etwas, das immer noch an Ihre Tür klopft.
Also? (Hugo) Gut, sehen Sie mal.
Unter den zwölf ausgelieferten Gemälden
haben wir eines gefunden, das sämtliche Farbpigmente enthält,
die an Madame Roussels Fingern festgestellt wurden.
"Camille auf der Bank". Gibt es eine Nachricht,
ist sie auf dieser Kopie.
Wir brauchen einen Dursuchungs- beschluss, um es zu untersuchen.
Wir haben noch etwas Zeit, bevor sie Chevais laufen lassen.
An wen wurde es verkauft? Sekunde, Sekunde.
Ist ja verrückt.
Was ist verrückt? Es passt so zur Geschichte
von Laurence Roussel, denn in diesem Gemälde
ist der Tod tatsächlich allgegenwärtig.
Sehen Sie? Da, dieser weiße Strich -
man denkt, dass sie ein Beileidsschreiben in der Hand hält.
Der Mann in Schwarz hinter ihr ist der Tod.
Und sehen Sie dort im Hintergrund? Die Frau, die wartet?
Ja, ja, ich sehe sie, ja. Verfluchte Scheiße.
Was ist denn? Der Käufer ist Ken Makarov,
der Botschafter von Kasachstan.
Mist, ein Botschafter?
Bis wir da einen Durchsuchungs- beschluss haben, das dauert.
* Tür *
(Alex) Sie lassen die Mörderin gehen? - Vielen Dank.
Tut mir leid, das Ministerium hat eine Durchsuchung untersagt.
Die Situation ist angespannt. - Chevais wurde entlassen,
tun wir nichts, taucht sie unter.
* spannungsvolle Musik *
Sie sind wohl zu allem bereit, um Marie Seghers zu entlasten.
Wie bitte?
Das hatte ich heute Morgen in der Post.
Hören Sie, Madame ... - Wissen Sie, was Sie da riskieren?
Ich wollte lediglich etwas überprüfen,
bevor ich sie in die Akte zurücklege.
Ihr Hirngespinst, nachdem Sandra Chevais schuld ist?
Was das Gemälde beweisen könnte.
Das sind 10.000 für die Diebstähle,
5000 für die Fotos und weitere 10.000 Risikoaufschlag.
Der erhöht sich jetzt auf 300.000.
Was? - Sie haben einen Monet gestohlen.
Einen echten.
Nein, das war ich nicht. Ich hab den Monet nicht.
Ist mir egal. Besorgen Sie das Geld.
Und ich soll mich auf Ihre Objektivität verlassen.
Wie bitte?
Hängen Sie so sehr an ihr?
Das ist ein abgekartetes Spiel.
Ich hab einen umgebracht und mein Leben oben auf dem Dach riskiert.
Ich will 300.000, in zwei Tagen. - Nein!
So war das nicht besprochen. Das geht nicht, ich hab keine 300...
Du schaffst das schon. Das wirst du.
Soll ich fester zudrücken?
Ich hör dich nicht! Soll ich? - Nein!
* bedrohliche Musik *
* Schluchzen *
* Schlag, Ächzen *
* Sie ächzt. *
* aufgewühlte Musik *
Pardo, wir kennen uns schon lange. Ich geb Ihnen eine Chance.
Ich werde die Fotos erst in einer Woche erhalten.
Beweisen Sie bis dann Seghers Unschuld,
sehe ich darüber weg, aber ich brauche Beweise.
Und wie soll ich das bitte ohne das Scheißgemälde anstellen?
Davon will ich nichts wissen, das ist Ihr Problem.
Mehr kann ich nicht für Sie tun.
Nehmen Sie doch eine Woche frei und denken darüber nach.
Jetzt mal im Ernst, wie hast du dir das ...
Du willst mit Seghers in die Botschaft einbrechen?
Im Ernst? Bist du verrückt? Wenn das jemand schafft, dann sie.
Dir ist klar, dass nichts gegen sie vorliegt, hm?
Sie kann abhauen, wann sie will. Wer sagt, dass sie's nicht tut?
Ich weiß es einfach. Ich traue ihr. Natürlich, das willst du.
Ihr vertrauen, aber das reicht nicht,
um ihre Taten wiedergutzumachen.
Ich sag dir, das gefällt mir nicht.
Ich hab kein gutes Gefühl. Was ist dir lieber?
Chevais verschwindet und ich geh wegen Unterschlagung in den Knast?
Willst du das, Antoine?
* spannende Musik *
Ken Makarov - ein Kunstliebhaber und Sonderling,
der in den letzten 15 Jahren eine einzigartige Sammlung aufgebaut hat:
Kopien der schönsten Gemälde abendländischer Malerei.
Das Beste aus dem Louvre, dem Musée d'Orsay und der National Gallery.
* Er spricht kasachisch. *
(Alex) All seine Kopien haben Originalgröße.
Gesetze interessieren ihn nicht.
Er beschäftigt die besten Kopisten der Welt.
(Marie) Perfekte Kopien locken natürlich Gauner aller Art an.
(Alex) Vor zwei Jahren wurde versucht, bei ihm einzubrechen.
Er ließ einen Tresor für seine schönsten Bilder bauen.
* Piepsen *
* Signaltöne *
(Marie) Ich habe das Sicherheitssystem studiert.
Gepanzerte Tür, biometrisches Schloss mit digitaler Erkennung,
Überwachungskameras, Laser - das volle Programm.
(Alex) Er lässt niemanden in die Nähe seiner Gemälde.
* spannende Musik *
Der einzige Weg da rein ist, Makarov ein Gemälde zu verkaufen,
das er unbedingt haben will, um es bei ihm aufzuhängen.
Großartige Idee.
Also wir rufen an und sagen: "Wir haben da ein prächtiges Gemälde",
dann klappt das? Wir brauchen ein trojanisches Pferd.
Ein trojanisches Pferd? Jemanden, der uns Zugang verschafft.
Jemanden, der in der Kunstwelt bekannt ist.
* Tür * Ist da jemand?
* Tür fällt zu. *
Was machen Sie denn hier? Scheiße, du kannst doch nicht ...
In Botschaften einzubrechen
gehört nicht gerade in meinen Kompetenzbereich.
Da bin ich ihrer Meinung, ausnahmsweise.
Sie stehlen das Gemälde ja nicht. Sie gewinnen nur Makarovs Vertrauen.
Sein Vertrauen?
Sie sollen einen Vortrag organisieren.
Einen Vortrag worüber?
Darüber.
Die "Monna Vanna"?
Die ist keine Kopie. * Er schmunzelt. *
Sie ist besser als eine Kopie.
Willkommen im Louvre. Nehmen Sie doch bitte Platz.
(Alex) Ihre Aufgabe, falls Sie zusagen,
ist, das Makarov zu erklären.
Meine Damen und Herren, guten Abend. Ich bin äußerst erfreut
und fühle mich höchst geehrt,
Ihnen heute Abend dieses ...
... außergewöhnliche Gemälde zu präsentieren.
Er soll verstehen, dass sich ihm eine einmalige Chance bietet.
(Marie) Eine Gelegenheit, die er unbedingt ergreifen muss.
Dies ist viel mehr als eine Kopie.
Ein außergewöhnliches Werk der Interpretation
des verschwundenen Gemäldes des Meisters.
Es ist für mich eine Version,
die dem mythischen Werk von Leonardo da Vinci sehr nahe kommt.
Und? Sind Sie dabei?
Leonardo da Vinci dürfte der Maler sein,
der am schwersten zu kopieren ist.
Nein, nein, nein, ich bitte Sie, nein.
das verdient Ihren Applaus, nicht ich.
Du bist dran. - Ich bin startklar.
* spannungsvolle Musik *
Bonsoir, Madame. Ken Makarov. Enchanté.
Sehr erfreut. Und vielen Dank
für diesen höchst interessanten Vortrag.
Es war mir ein Vergnügen. Sehr lehrreich,
ich wusste nicht, dass das Gemälde existiert.
Es ist außergewöhnlich.
(über Lautsprecher) "Oh ja, ein besonderes Werk."
"Ganz und gar einzigartig."
Und, ähm, wer ist der glückliche Eigentümer dieses Meisterwerks?
Madame de la Tour.
Dort, sehen Sie die Dame in Rot da hinten?
Das ist sie. * Er lacht. *
Was für ein Glück. Vielen herzlichen Dank nochmal.
Meine Hochachtung. Nicht doch. Gern geschehen.
Einen schönen Abend.
"Es hat geklappt." Es ist noch nicht vorbei.
Madame de la Tour? Ken Makarov, Botschafter von Kasachstan.
Es ist mir eine Ehre.
Madame de la Tour, äh, entschuldigen Sie meine Direktheit,
doch ich interessiere mich sehr für Ihre "Monna Vanna".
Herr Botschafter, Sie erwischen mich in der Tat
ein bisschen unvorbereitet.
Ich biete Ihnen dafür 100.000 Euro.
Bingo.
Sie scherzen, hoffe ich?
Oh nein, was macht sie denn?
(Makarov) Ich bitte um Verzeihung? - Warte.
Das Gemälde bedeutet mir sehr viel,
weil es meiner Mutter gehörte.
Ich kann mich unmöglich für 100.000 davon trennen.
Das wäre völlig unter seinem Wert.
Es tut mir leid. Seien Sie nicht böse.
Ich hab gesagt, ihr ist nicht zu trauen.
(Makarov) "Natürlich nicht." - Monsieur.
Gnädige Frau. - Danke.
Von wegen Bingo.
Wandern wir jetzt in den Knast, wissen wir warum.
Weil Madame noch mehr herausholen wollte.
Bei wie viel hätten Sie aufgehört zu zocken? Zehn-, 20-, 100.000?
Wie viel kostet Ihre Dummheit? Hey, hey, hey, Antoine!
Lass es sie doch erst mal erklären.
Ich hab mir ja keine Illusionen gemacht. Aber jetzt ist es klar.
Sie wären miserable Gauner und bei einem Coup völlig fehl am Platz.
Pff. Soll das 'ne Beleidigung sein? Was glauben Sie denn?
Ein Mann, der seine Sammlung so schützt wie er, ist besessen.
Und misstrauisch, sehr misstrauisch, bin hin zu Paranoia.
Hätte ich sofort akzeptiert, hätte er was gewittert.
Je schwieriger es ist,
desto mehr wird er glauben, es sei der Coup des Jahrhunderts.
Und nur so kommt das Geschäft zustande.
Tja, anscheinend verhandelt er
lieber gar nicht mit einer Irren. (Alex) Antoine ...
* Vibrationsalarm *
Es ist Makarov.
"Hier ist Ken Makarov." - Herr Botschafter.
(Marie) Schön, von Ihnen zu hören.
Ich habe keine Zeit für Höflichkeiten, Madame de la Tour.
200.000. Mein letztes Angebot.
Ich bestehe darauf, dass mein Bild zur Geltung kommt.
Keine Sorge, ich reserviere dafür den besten Platz
inmitten meiner schönsten Kopien.
Das Aufhängen eines Gemäldes kann sehr heikel sein.
Man muss das Licht beachten, die Harmonie
mit den anderen Gemälden. - Was wollen Sie?
Was würden Sie sagen, wenn Florence Chassagne das übernimmt?
Sie wäre perfekt dafür.
(Makarov) "Einverstanden."
Besprechen Sie die Einzelheiten mit meinem Berater.
Na bitte. Und schon sind wir drin.
* spannende Musik *
Vorsicht.
Es ist eine Ehre, dass eine brillante Kunsthistorikerin wie Sie
sich Zeit für meine bescheidene Sammlung nimmt.
Mich ehrt das Vertrauen, das Sie mir entgegenbringen. Wirklich.
Hier entlang. Kommen Sie. * Piepsen, Signaltöne *
Folgen Sie mir bitte.
Hier entlang, meine Herren.
Das ist unglaublich.
Wirklich bemerkenswert. Nicht wahr?
15 Jahre hab ich den besten Kopisten gesucht
für jeden Künstler, jedes Motiv.
Verzeihung? Meine Herren, entschuldigen Sie,
aber das ist nicht die richtige Kiste
mit der "Monna Vanna". Bitte?
Was ist denn? Sie haben die Kisten verwechselt.
Ach, Mist.
Ah. Tut mir leid, es wäre die linke Kiste gewesen. Das ist die rechte.
Nein, das kann nicht sein, ich hab ...
Ich hab doch gesagt, es ist die linke! Dreimal!
Hey, hey, hey, ist ja gut! Beruhigen Sie sich.
Da? Schon gut.
Das Ganze lässt sich doch einfach regeln.
Holen Sie die richtige Kiste.
Also bringen Sie diese zurück und holen die andere. Das ist die 96.
Neun und sechs, klar? Ja, ja, wir kriegen das hin.
Entschuldigen Sie nochmals. Ja, tut uns leid.
Verzeihung. Wenn ich nicht alles kontrolliere ... die zwei sind
etwas inkompetent. Aber nett. Entschuldigung.
Dürfte ich solange hierbleiben und Ihre Kunstwerke bewundern?
Madame, es tut mir sehr leid, aber niemand darf hier allein sein.
Boris nimmt es sehr genau mit der Sicherheit - und zurecht.
Allerdings führe ich Sie nur zu gern in mein Büro.
Dort sind auch Kopien. Weniger schön, aber auch sehr interessant.
Es wäre mir eine Freude. Kommen Sie.
* Sie sprechen Kasachisch. *
Nach Ihnen.
* spannende Musik *
* Signalton *
Gut. Weiter geht's. Ja, Madame.
* Signaltöne *
* Tür * Jetzt. Du hast 7 Minuten.
Bitte.
* Ticken *
* Piepsen *
Da ist sie doch. Hast du keine Augen im Kopf?
Willst du mich verarschen? Du nervst mich echt!
Na und du erst. Komm, lass gut sein.
Das ließ ich letztes Jahr anfertigen.
Äh, setzen Sie sich doch bitte.
* Pusten *
Was denken Sie? Es könnte auch im Louvre hängen, nicht?
Es ist bemerkenswert und ausgesprochen präzise.
* ominöse Musik *
Stimmt etwas nicht?
Sie erwähnten nicht, dass Sie für das OCBC arbeiten.
Was? Folgen Sie mir, bitte.
Meine Herren, bitte beeilen Sie sich. - Ja, ja, wir kommen.
(leise) Marie, dir bleibt wenig Zeit. - Machen Sie etwas schneller.
(leise) Noch mal. Sofort.
Hörst du mich? * Maries Stimme ist verzerrt. *
(leise) Wir kommen zurück. Hörst du? Marie? Marie!
* spannungsvolle Musik *
Meine Zusammenarbeit mit dem OCBC ist sehr sporadisch.
Stört Sie das?
Ich hatte nie mit dem OCBC zu tun und lege keinen Wert darauf.
Ihre Polizei mag mein Land nicht und ich erwidere das Gefühl.
* Piepsen, Signaltöne *
(Makarov) Gut.
Kommen Sie, Messieurs.
* Musik klingt aus. *
(Makarov) Gut, meine Herren, machen Sie fertig.
Und bitte schnell. Mhm.
* Schloss *
Madame Chassagne? (erschrocken) Ja?
Hier zwischen dem Jean-Baptiste Corot
und dem Giorgione. Einverstanden? Ja, das ist perfekt.
(Makarov) Gut.
* Autotür, Motor *
Nochmals Entschuldigung. Hätte ich gewusst,
dass meine Zusammenarbeit ... Ich muss mich entschuldigen.
Boris nimmt seine Arbeit manchmal zu ernst.
Alles klar dahinten? So, komm raus.
Alles in Ordnung.
Darf ich Sie etwas fragen? Natürlich.
Ihre Kopie des "Mohnblumenfeldes" von Monet ist absolut fantastisch.
Sie sieht täuschend echt aus. Woher haben Sie sie?
Was war los? Ich hörte dich nicht mehr.
Weiß nicht, ich hab geantwortet. Vielleicht Interferenzen.
Ich wär bald durchgedreht. Hast du's?
Die Monets sind vom selben Kopisten, Frédéric Roussel.
Ich hab's noch drauf.
Also vielen Dank. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.
Ich danke Ihnen. Auf Wiedersehen.
* spannungsvolle Musik *
* Freizeichen *
Wir haben es!
* Aufatmen * Du warst großartig.
Ehrlich? Richtig gut.
Ich war am Durchdrehen.
Und? Einen Augenblick noch.
Im Moment sehe ich noch nichts.
Wo ist die Toilette? - Die nächste Tür links.
Das könnte noch etwas dauern.
Sicher, dass Roussel etwas davon bemerkt hätte?
Wieso gehen Sie denn nicht an Ihr Telefon?
Was ist denn?
Hä? Wo ist Marie?
Auf der Toilette, wieso?
Die "Mohnblumen" bei Makarov - das sind die echten.
Die in New York gestohlenen.
Ist das Bild noch in der Botschaft? Ich bin nicht sicher.
Nein.
* aufgewühlte Musik *
* Musik verklingt. *
* melancholische Musik *
Sieben Minuten. Sie bat mich um sieben Minuten.
Sie wollte von Anfang an auch die Mohnblumen stehlen.
* Antoine atmet schwer. *
Sie muss es durch die Fälschung ersetzt haben.
Es war alles geplant.
Nur ohne mich.
* Handy vibriert. *
Ja, was?
Okay. Wir kommen.
Hugo hat die Nachricht im Bild entdeckt.
Wir hatten recht.
Du bist aus dem Schneider.
Sieht so aus.
(Laurence) Sandra Chevais hat mich vergiftet.
Erkennen Sie die Handschrift Ihrer Frau?
* tiefes Atmen *
Glauben Sie mir jetzt?
(Mann) Nein, das weiß ich nicht, nach der ... Moment, ich frage ihn.
Warten Sie da drüben.
* melancholische Musik *
Darf ich kurz zu ihr?
Hören Sie, Sie müssen sich das jetzt nicht antun.
Wenn Sie ... Doch, doch.
Okay.
Weißt du ...
Monet war auch glücklich mit einer anderen Frau nach Camilles Tod.
Wir sollen zusammen sein, Frédéric.
Das weißt du.
Laurence konnte das nicht verhindern. - Was redest du da?
Was wärst du nur ohne mich? Das hast du selbst gesagt.
Gib doch zu, dass du mich liebst. - Du bist krank.
Aber du liebst mich. Doch. - Nein. Du widerst mich an.
So. Kommen Sie.
So, ähm, der Richter kommt gleich zu Ihnen.
Youssouf, wartest du bitte mit ihm?
Setzt euch da rüber. Ja.
* Antoine seufzt. *
Wie geht's? Geht schon.
* Schritte *
Hast du mit Berger geredet? Ja.
Sie hat Wort gehalten.
Okay, super. Dann ist ja gut.
* Alex lacht leise. *
Gut, Alex, jetzt hör zu,
weißt du, hör auf, an sie zu denken.
Lass uns was trinken ... Lass gut sein.
Ich geh nach Hause, wir sehen uns morgen.
* mysteriöse Musik *
* melancholische Musik *
(Marie) Das ist mein Abschiedsgeschenk.
Ich war immer aufrichtig. Immer.
Aber ich muss es einsehen: Ich werde immer eine Diebin sein.
Werde glücklich.
* tiefer Seufzer *
* ruhige Musik *
Was will er nur mit all dem Zeug?
* spannungsvolle Musik *
(Mann) Ich bedauere sehr, Ihnen das sagen zu müssen.
(Chassagne) Aber bitte - was ist denn passiert?
(Mann) Sie war sofort tot.
* Rumpeln *
Der Notarzt konnte leider nichts mehr für sie tun.
(Polizist) Es tut uns wirklich sehr leid, Monsieur Chassagne.
* düstere Klänge *
(junge Florence) Wie heißt du denn?
Ich heiße Florence. Und du?
Er heißt Jean.
Warum antwortet er mir nicht? Er ist mein Sohn.
Er ist traurig. Er hat seine Maman auch verloren.
Ist sie das da?
Ja. Ich kann nicht mehr mit ihnen reden.
Aber wenn du willst, rede ich mit dir.
Das tut gut, wenn man traurig ist.
Es bleibt unter uns.
Alle Maler können mit dir reden.
Mit uns bist du nie wieder allein.
* spannende Musik *
* Titelmusik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020
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