All language subtitles for Der Tatortreiniger - S07E04 - Einunddrei+ƒig.deu

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Original subtitles

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2018

* Beschwingte Klaviermusik *

* Hallo? * Jo! Chef.

Ich bin hier gleich bei diesen ...

Ja, ich hör Sie gut, ja.

Ich ähm – ich bin – hallo?

* Hallo? * Hallo.

Hallo, hallo!

Hallo – ja!

Äh, Chef, jetzt ... * Wer ist da? *

Ja, Heiko. Ich bin jetzt hier gleich ... Hallo?

Ah ...!

* Musik *

Moin.

Schotte mein Name. Sagt mir leider gar nix.

Firma Lausen, Tatort... Sagt mir nix. ...reinigung.

Ich soll hier putzen.

Wie war der Name? Heiko Schotte.

Sie sind verabredet? Ja, sicher.

Der Name.

Hab ich gesagt. Heiko Schotte. Mit wem Sie verabredet sind.

Ja, äh ... Weiß ich nicht. Ich ...

Ich kann Ihnen nicht viel Hoffnung machen.

Probieren Sie es später noch mal. Wie später?

In einer Woche. Oder in einem Monat.

Ein Monat? Oder in einem Jahr.

Hä?

Mal langsam.

Mein Name ist Schotte, von der Firma Lausen.

Ich habe einen Auftrag für heute für eine Tatortreinigung.

Aha! Für eine ...? Tatortreinigung.

Ach so. Und Sie sind? Der Tatortreiniger.

Sagt mir irgendwas. Na, also.

Und jetzt wollen Sie wo hin?

Na ja, ... zum Tatort.

Es muss 'nen Unfall oder Mord gegeben haben. Tatsächlich?

Das müssen Sie doch wissen.

Womöglich in der 31., aber sicher bin ich nicht.

Hier unten bekommt man vieles nicht mit.

Wie wär's, wenn Sie wen anrufen, der mehr mitkriegt als Sie.

Ich bitte um Entschuldigung für die Störung, aber ...

Hier ist ein gewisser Schotter.

Schotte. Ohne R. Wie der Schotte.

S, C, H, Otto, Thomas, Thomas, Emil. Schotte.

Emil Schotte. Nee, Heiko. Warum sagen Sie das?

Damit es kein Missverständnis gibt. Emil statt Heiko?

"Emil" ist das Schotte-E.

Und was ist mit Heiko? Kann ich mal? Moment, Moment.

Schotte.

Ist der Vorname Heiko?

Ja.

Ja, genau.

Warum haben Sie das nicht gesagt?

Richtig, Tatortreiniger. Ja, verstehe.

Und jetzt soll er in die 31?

Ach so.

Das heißt also ...

Ja, ich werd's ihm ausrichten.

Hat wohl seine Richtigkeit, aber es dauert noch.

Man ist sich über die Todesart nicht einig.

Die Spusi ist noch da? Es sind alle da.

27 Spezialisten, Experten, Analytiker

und die Riege von ganz oben.

Also ... von ganz ganz oben.

Und es gibt eine große Diskussion über das weitere Verfahren.

Wie man das kommuniziert.

Ich vermute mal, es geht um jemand Besonderes?

Also 'n Promi oder so?

Setzen Sie sich doch.

Jemand holt Sie ab und wird Sie informieren.

Das ist ja alles höchst geheimnisvoll.

Äh, eine Frage noch.

Wo sind die Toiletten? Oder ist das auch 'n Geheimnis?

Da lang.

Das ist das letzte Mal! Kriegen Sie sich wieder ein.

Ich hab meine eigenen Fälle!

"Kommt doch, ihr seid in der Nähe!"

Hab ich nix anderes zu tun?

Bezahlt wird's auch nicht.

Nicht? Läuft unter "Gefälligkeiten".

Was mich so aufregt ... Wissen Sie was, was mich aufregt?

Dass ich Sie immer beruhigen darf.

Ja, und? Ich möcht mich auch mal aufregen.

Einfach mal Emotionen raushauen.

Machen Sie doch. Jetzt?

Holen Sie Luft und lassen's raus.

Lassen Sie einfach alles raus, Frau König.

Ja.

Spontan kann ich das nicht.

Ich mein so insgesamt, so.

Aha.

Wenn die noch mal anrufen ... Nee, die machen dicht.

Echt? Das war der letzte Fall.

Näää.

Äh-äh.

Nee, ist nicht gut.

Nää. Guck mal da. Guck mal da.

Wir machen grindlich, guck mal in Ecke.

Ganz ganz Scheiße.

Ganze Scheiße in der Ecke muss weg!

Ja, aber ... Ja, was, ja, aber?

"Ja, aber", ganze Tag "ja, aber".

Komm, wir machen grindlich.

Mein lieber Gesangverein.

Komm, mach Brille hoch.

Nimmst du Bürste, machst du rein, ganz tief musst du.

Musst du ganze tief in die Kacke rein.

Und schneller, du bist zu langsam.

Wenn zu langsam, ganz schnell Job weg.

Ich sag immer: Wenn Kacke weg, dann Kacke weg.

Alter, tiefer, tiefer, immer tiefer rein!

Nicht kotzen, musst du auch wegmachen Kotze.

* Mit der Zuschüttung der Binnenalster wird bald begonnen.

Grund: die explodierenden Kosten der Wasserfontäne.

Das entstehende Bauland

soll für Wohnimmobilien und Geschäftsräume verwendet werden.

Gina Hötzinger hat einen neuen Freund.

Die Sängerin wurde wild knutschend auf dem Dom gesehen. *

# Krass, krass, Caracas ...

Ein leerer Raum, ein leeres Bett #

* Telefonklingeln *

Ja?

Doch, doch, sicherlich.

Ich erlaube mir nur anzumerken, dass das mit Aufwand verbunden wäre,

der finanziell und zeitlich ...

Selbstverständlich.

Gut. Ja, mach ich sofort.

* Musik im TV: "Caracas" *

# Caracas .. #

Frau von Hinkelitz und jemand von der Technik in den Konferenzraum.

Es geht um den Kristalllüster.

Danke schön.

Und?

Es dauert nicht mehr lange.

Man ist sich einig:

Tod durch einen abstürzenden Kronleuchter.

Und da brauchen die 27 Spezialisten für?

Es geht nicht nur um die Todesursache,

auch um die metaphorische Dimension.

Wäh?

In diesem Fall zum Beispiel vom Glamour erschlagen

oder die tödlich unberechenbare Glitzerwelt.

* Aufregung im Tierpark Hagenbeck.

Walrossbaby Fronnicke ist weg.

Ein Tierpfleger berichtete,

Fronnecke war zur Fütterzeit nicht am Futterplatz.

Eine Suchaktion blieb erfolglos.

Da Fronnicke als verfressen gilt, ist es unwahrscheinlich,

dass sie sich freiwillig vom Futterplatz entfernt hat.

Noch immer fahndet die Polizei nach Yannis Gilmann,

der aus der Justizvollzugsanstalt geflohen war.

Er war wegen Totschlags zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.

Die Flucht gelang ihm, nachdem er mit Seife und Schuhcreme

eine Revolverattrappe gebaut hatte.

Er bedrohte damit den JVA-Bediensteten.

In Hamburg-Lokstedt kam es heute zu einem tragischen Ereignis.

Aus ungeklärten Gründen kam ein Mann zu Tode,

der sich in dem Gebäude als Putzer aufhielt.

Offenbar ist ein bei der Leiche gefundener Blumentopf

die Todesursache.

Ob der Blumentopf zufällig auf den Mann fiel

oder geworfen wurde, ist noch unklar.

Der Mann war alleinstehend, hatte aber auf Facebook

Fans, Freunde und Follower.

Diese versammelten sich spontan zu einer Trauerfeier vorm Gebäude. *

Entschuldigung?

Was ist das hier für eine Firma?

Was wird hier gemacht?

Keine Ahnung.

* Musik *

* Schräge Musik *

* Pling *

Ich wollt drauf hinweisen, dass Wartezeit Arbeitszeit ist.

Und ich das in Rechnung stellen muss.

Außerdem hab ich noch was anderes zu tun.

Schön für Sie, dass es danach weitergeht.

Ja, ist 'ne Party.

'n Kumpel von mir legt da auf.

Ich hoffe, ich bin auch gut aufgelegt.

Ich bin Nalani Wdombele, hab einen Termin mit Tia Güren.

Moment, bitte.

Sind Sie zufällig aus Angola?

Warum möchten Sie das wissen? Na ja, weil ...

Wir hätten fast geheiratet.

Ah, Sie wissen schon.

Wir kennen uns nicht, aber ...

Sie wissen schon.

Ich hatt Sie mir anders vorgestellt.

Also, wegen Nalani jetzt, Himmelszelt und ähm ...

Suchen Sie noch jemand?

Also als ... äh ... Ehemann?

Hätt ja sein können, ne?

Weiß man ja nicht, so was, es gibt so merkwürdige ... Zufälle.

Merle ...

Merle?

Der junge Mann eben ...

Wo ist der hin? Das kann ich nicht sagen.

Also irgendwas ist heut komisch. Im Sinne von lustig oder anatomisch?

Im ... im Sinn von ...

Ja, Chef, ich bin's.

Ich hab vorhin schon mal ...

Wie "mit wem"? Mit Schotty!

SCHOTTY!

Chef, hier ist Heiko!

Ich – ja.

Ich bin grad in diesem ...

Falsch verwählt – sehr lustig.

Nee, ich bin jetzt grad hier – Chef.

Ah, Mensch.

* Tuten und Ansage "Kein Anschluss unter dieser Nummer" *

Kein Anschluss unter dieser Nummer?

Hab doch grade mit ihm gesprochen.

Tja, das ist diese schnelllebige Zeit.

* Kichern *

Wer ist das? Bitte? Der hat mich mal angebaggert.

Der da? Ja.

Der traut sich was. Ich glaub, ich geh mal...

Lass, lass, lass!

Alles klar.

Ein Elefant.

Äh ... also ein Kronleuchter ist runtergekommen und ...

Nein, der Leuchter wurde durch einen Elefanten ersetzt.

Was ... Hä?

Also, da hat einer statt einem Kronleuchter ...

... einen Elefanten ...

Ah, ich äh ... Nee.

Kapier's grad nicht.

Das müssen Sie auch gar nicht, mein Gott.

Ja, nee ... äh ...

Mir ist grad 'n bisschen komisch. Moment.

Ja?

Ich verstehe.

Ich denke, der Affe, der steht noch zur Verfügung.

Ein Affe also.

Der Elefant wurde durch einen Affen ersetzt.

Der Elefant ... ... wurde durch den Affen ersetzt.

Wir brauchen den Affen.

Das wird teuer.

Aber vermutlich günstiger als ein Elefant.

Äh, ich geh jetzt.

Ich weiß nicht, was das soll und was hier gespielt wird,

aber ... ich geh jetzt. Verständlich, ratsam aber nicht.

Warum? Sie haben eine Verpflichtung.

Aber ich muss mich ja nicht verarschen lassen.

Ihr subjektives Empfinden ist,

was Ihre vertragliche Verpflichtung angeht, nicht von Belang.

* Scheppern *

Hör doch mal auf damit!

Ich will sofort wissen, was hier los ist!

Wo muss ich hin, 31, richtig? Absolut.

* Keuchen *

* Wiederholtes schweres Ausatmen *

* Genervtes Stöhnen *

Wo ist die Treppe? Gestrichen.

Wie gestrichen? Vermutlich war sie zu teuer.

Ja, aber ich bin klaustrophobisch. Zu teuer.

Diesmal müssen Sie auf die Klaustrophobie verzichten.

Das kann man nicht einfach ablegen!

Ich denke doch. Wie soll das denn gehen?

Sagt Ihnen "Weisungsempfänger" etwas?

Klaustrophobie einfach ablegen.

Als ob das so 'n alter Hut wäre.

Gehört doch zur Persönlichkeit.

Oh ...

Das hat was mit Angst zu tun. Und mit Panik.

Das hat was damit zu tun, dass meine Schwester mich immer ...

* Fahrstuhlmusik *

Och ...

Hab ich mir schwerer vorgestellt.

Ha!

* Pfeifen *

Ja?

Ja, ich verstehe.

Gut, kein Affe.

Ja. Mhm.

Ja, das... das ist dann sicher auch günstiger. Mhm.

Erdgeschoss. So 'n Unsinn.

Erdgeschoss. Wo wollen Sie denn hin?

Was soll das denn sein, ein Erdgeschoss?

Ein Geschoss aus Erde?

Wer schießt denn heute mit Erde? Und warum?

* Telefonklingeln *

Hallo?

* Guten Tag. *

Ich hätte einen Job für Sie.

Aber ich frier mir nicht wieder den Arsch ab.

Oder heißt das womöglich: Man wird in die Erde geschossen?

Macht sich niemand Gedanken, was Wörter bedeuten?

Moin. Moin.

Bin ich froh, euch zu sehen! Ich dachte, ich werd verrückt!

Wo müssen wir denn hin? 31. 30.

Ich sag dir, die 31.

Und wisst ihr was?

Mord auf jeden Fall. Ist schon mal klar.

Einer aus der Putzkolonne.

Der Tote, nicht der Mörder. Ich dachte, 'n Promi. Wa?

Hörte sich so an. Nicht der Gärtner?

Spacken, wieso Gärtner? Na, sagt man doch.

Du bringst mich noch ins Grab. Wie stellst 'n dir das vor? Alleine.

Und äh, wisst ihr wie? 'n Kronleuchter.

Nein, Blumentopf. Kein Blumentopf!

Mit anschließender Entnahme des Herzens.

Hab ich gehört.

Du hast auch gehört, dass Rauchen gesund ist. Das war 'n Irrtum.

Jedenfalls sind da Leute involviert.

Ich sag mal: von oben. Ganz, ganz oben.

Ja, ähm – fahrt ihr doch schon mal vor.

Ich komm dann gleich nach.

* Fahrstuhlmusik *

Moin. Moin. Moin. Moin. Moin.

Moin. Moin. Moin. Moin. Moin.

Moin. Moin. Moin. Moin. Moin.

* Ungeduldiges Plingen *

* Ungeduldiges Plingen *

Äh ...

Moment mal!

Hallo?!

Das sind meine Sachen!

Stopp!

Hallo!

* Genervtes Stöhnen *

Hallo ...

Der hat meine Sachen mitgenommen. Keine Sorge. Ist alles quittiert.

Die können doch nicht meine Sachen mitnehmen!

Spinnt ihr jetzt hier alle?

Ich hau jetzt ab!

Dann könnt ihr euren Dreck selber wegmachen.

Wo ist er hin? Je nachdem, was man brauchen kann.

Was man noch brauchen kann?!

WO DER HIN IST?! Erst mal ins Untergeschoss!

Gibt's doch gar nicht.

Hoch? Nee, nach unten, und zwar sofort.

Oh, das tut mir Leid.

Das gibt's doch gar nicht!

Wir waren mal zusammen in der Kiste. Halloo!

Komm ma her!

Gehst du noch ins Peaches? Hm. Manchmal.

Ich wollt wirklich kommen.

Aber irgendwie kam immer was dazwischen und ...

Irgendwann ist das zu spät.

Nee, wieso denn?

Ich ... ich könnt zum Beispiel heute Abend.

Wir können auch gleich gehen.

Mir langt das hier.

Was ist das für 'ne Firma? 'n Irrenhaus.

Das glaub ich auch.

Ich hol meine Sachen und hau ab.

Möchtest du, dass ich dich begleite?

Wäh ... Nee. Ich hol nur die Sachen.

(leise) Tschüss.

Ja ... Tschüss.

Geht's noch?

Ich glaub, es hackt, du.

Ich wusste es.

Merle.

* Romantische Musik *

Ich wusste, dass ich dich hier treffe.

Also doch.

Was ... was machst du denn hier? Was ist denn das hier überhaupt?

Es tut mir so leid.

Was denn?

Alles.

Natürlich hauptsächlich mit uns.

Was ... was heißt das?

Ich hab immer gehofft, wir kommen wieder zusammen.

Ich doch auch.

Aber der Herzchirurg ...

Ich wusste immer, dass er der Falsche war. Ja. Ich auch.

Warum warst du so lang bei ihm?

Man denkt halt immer:

Wird schon seine Richtigkeit haben.

Bis man merkt: Moment mal.

Ich bin ja völlig fremdbestimmt.

Und dann traut man sich nicht, den Mund aufzumachen.

Irgendwann ist es zu spät. Da ist nichts zu spät.

Du trennst dich einfach, jetzt gleich.

Ich kann mitgehen.

Ich kann ihm das sagen. Wenn das so einfach wär.

Ich hab schon gekämpft, dass wir uns hier sehen.

Bedroht er dich? Was? Nein.

Du weißt es noch gar nicht? Was denn?

Es ist Schluss.

Ja, aber das ist doch super! Davon red ich doch.

Nein.

Das mein ich nicht.

Ich meine alles. Es hört alles auf.

Quatsch, jetzt fängt's richtig an!

Es gibt keine 32.

Wäh? Ja, nee.

Komisch ist, dass man auch nicht in die 31 kommt!

Ich liebe dich.

Ich dich doch auch!

Ich – du bist die Liebe meines Lebens.

Ich hätt so gern mehr Zeit mit dir gehabt.

Ja, aber das liegt ja an dir. Nein! Das liegt eben nicht an mir!

Ich hab mir echt Hoffnungen gemacht.

So 'ne Scheiße.

Was ist denn los? Du bist so – so komisch.

Ja. Und dafür hab ich auch hart gearbeitet.

Aber das interessiert ja niemanden.

Sehen ja alle immer nur die Emotionstante.

Natürlich kann ich auch komisch sein.

Sogar Steppen hab ich mir beigebracht.

Weil es am Anfang hieß ...

Weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Du sagst, dass es eben ist, wie es ist.

Und dass man dankbar sein muss für die Zeit, die man hatte.

Hä, nee! Ganz bestimmt nicht!

Das stimmt doch gar nicht.

Ich will, dass es weitergeht mit uns, mit dir!

Wir hatten doch keine Zeit zusammen, du bist ja abgehauen.

Das war nicht meine Entscheidung!

Kannst du mir gleich alles in Ruhe erklären.

Wir gehen jetzt erst mal zu mir ...

Es tut mir Leid.

Was? Wieso Blumentöpfe?

Das ist die interessantere Metapher.

Komm, wir hauen ab.

Wir müssen hier weg. Schotty, es hat keinen Sinn.

Nee, jetzt komm. Lass mich. Ich will keinen Ärger.

Ich hab auch schon die ganze Rede gelernt.

Was denn für 'ne Rede? Über dich.

Du hältst 'ne Rede? Über mich?

Keine Sorge, ich sag nur gute Sachen.

Und die Rede ist mein einziger großer Auftritt.

Den möchte ich mir nicht nehmen lassen.

Willst mal hören?

Äh ... Ja.

Gut, ähm ...

(Sie räuspert sich)

(Sie räuspert sich)

Lieber Heiko.

Als ich vorgestern ... die Nachricht bekam,

dachte ich als Erstes, das wäre ein makaberer Scherz.

Eine Verwechslung.

Jedenfalls ein Irrtum.

Und ... es ist auch ein Irrtum.

Ein schrecklicher. Sinnloser.

Und doch ... ist er Realität.

Und so ...

... ist heute der traurigste Tag in meinem Leben.

Ich möchte ...

Ich hab mir fest vorgenommen, nicht zu weinen,

weil ich weiß, du würdest es nicht wollen.

Und wenn du wüsstest, dass du der Anlass bist,

warum heute so viele Menschen traurig sind:

Dann wärest du der Erste, der versuchen würde,

die Stimmung ... aufzulockern.

Jetzt kommt ein Zitat von dir, so was wie:

"Wenn der Tod kommt, dann ist Sense" oder so was.

Das ist von mir?

Zumindest könnte das von dir sein.

(Sie räuspert sich)

Du wolltest nie etwas Besonderes sein.

Und warst es doch.

Nur wenige wussten, dass es hinter Schotty, dem Witzemacher

auch noch ... einen anderen Schotty gab.

Einen, der sehr ernst war,

der sich Gedanken machte und der letztendlich einsam war.

Wäh?

Da weiß ich ja gar nichts von. Ist aber so.

Über deinen Beruf als Tatortreiniger hast du gesagt:

"Wo andere sich vor Entsetzen übergeben, fängt meine Arbeit an."

Eine Arbeit, die dir oft nicht leicht gefallen ist.

Die dich tagtäglich konfrontiert hat mit der Flüchtigkeit des Lebens,

mit der Brutalität des Todes.

Und der Frage:

Was bleibt, ...

... wenn einer stirbt?

Deine typisch flapsige Antwort war: "Arbeit bleibt übrig.

Wenn ich meine Arbeit gut gemacht hab, dann bleibt nix mehr übrig."

Lieber Heiko.

Ich habe dir in diesem Punkt schon immer widersprochen ...

... und tue es auch jetzt.

Die Spuren, die ein Mensch hinterlässt, sind nicht wegzuputzen.

Sie sind für immer da.

Alles, ... was wir getan, gelebt, geliebt haben, ...

... ist für immer aufgehoben.

Irgendwo.

Das Universum verliert nichts.

Es bleibt die Erinnerung, in der du lebendig bleiben wirst.

Es bleibt die Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit.

Und ganz viel Liebe bleibt.

Und ... es bleibt eine Lücke, ...

... die du hinterlässt.

Eine schmerzhafte Lücke,

die durch nichts und niemanden ersetzt werden kann.

Heiko Schotte:

Du warst ein feiner Kerl,

anständig, hilfsbereit, mit Sinn für Gerechtigkeit.

Du hast die Welt ein bisschen ehrlicher gemacht.

Du hast sie heiterer gemacht

und du hast sie auch ... ein bisschen sauberer gemacht.

Professionell und präzise ...

... in der Arbeit.

Unverstellt, großherzig und direkt deinen Mitmenschen gegenüber.

Einer dieser Mitmenschen ... bin ich gewesen.

Und ich wäre so gerne noch mehr gewesen.

Dein Lebensmensch.

Deine Freundin. Deine Frau.

Gott, Scheiße, ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist.

Sag mal ...

Hast du mir grad

'nen echt schrägen Heiratsantrag gemacht?

Herrgott, mach's nicht noch schwerer, als es ist!

Jetzt kapier doch mal:

Es ist Schluss, aus, Sense.

Wie – Sense?

Jetzt sollte eigentlich dieser Kronleuchter kommen.

Aber das ... haben die wohl hier noch mal geändert.

Und irgendwann ist es dann eben zu spät.

Achtung, Achtung, das ist eine Falle!

* Spannende Musik *

* Getragene Musik *

Danke!

* Musik *

Ich denk nicht dran.

Kann noch gar nicht sein.

Muss 'n Irrtum sein.

* Musik *

Was hab ich denn getan?

Ich hab doch niemandem was getan.

Und ich hab immer meine Arbeit gut gemacht.

Na, klar.

Da war mal das eine oder andere.

Aber es läuft doch gut.

Also insgesamt läuft das doch ... läuft das doch alles gut.

Was ...

Es gibt doch sicher ... 'ne Lösung.

Das löst sich irgendwie noch.

Das ... kriegt man alles hin.

Am Ende ...

... ist immer alles gut.

Und wenn es noch nicht gut ist, dann ... ja ...

dann ... dann ist es auch noch nicht das ...

* Musik *

Copyright Untertitel: NDR 2018

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