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Francis?
- Francis. - Ja, Geliebte?
Ich kann dich nicht sehen.
Wo bist du?
Ich bin hier, Geliebte.
Halt mich. Halt mich, Francis!
Ida! Ida!
Ich kann nicht mehr.
|da!
Seele.
Seele.
Geist.
Geist.
Herz.
Herz.
Haut.
Haut.
Dies ist die Geschichte von Francis B.
Meinem Francis.
Er ist an den Strand eines neuen Lebens gespült.
Er hat überlebt und trieft von den Sünden einer vergangenen Zeit.
Kaum noch menschlich, halb lebendig, halb tot.
Er dachte, dass er sterben müsse.
Und so tut Francis einen Schwur.
"Vater, allmächtiger Gott,
ich schwöre dir, von nun an will ich gut sein."
"Ich will ein neuer, ein anständiger Mensch werden."
Ihr werdet sehen, wie Francis nach Berlin kommt,
wie er dreimal strauchelt und fällt.
Wie er immer wieder aufsteht
und schließlich endgültig an dieser Stadt zerbricht.
Denn mein Francis verlangt mehr vom Leben
als nur ein Bett und ein Butterbrot.
Er hat überlebt.
Doch das ist nur eine Gnadenfrist.
Ottu.
Francis, nicht.
Du bist neu hier.
- Woher kommst du? - Lass ihn in Ruhe.
Diesen kriegst du nicht.
Angola?
Mosambik?
Bissau.
Bissau.
Deine Mutter tätowiert Schwänze hinterm Bahnhof.
Hinterm Bahnhof?
In Bissau gibt es keine Züge.
Noch nicht.
Zannoovi, ist das mein Name?
Ich kann mich nicht erinnern.
Ich hatte schon so viele Namen.
Habe so viele Leben gelebt.
Ich habe gelogen und betrogen.
Ich war der König und Herr des Dschungels.
Ich durfte am Tisch der Götter speisen.
Und ich habe das Erbe meiner Väter verschwendet und verbrannt.
Ich sagte doch, der Typ gefällt mir.
Und nun habe ich nichts mehr.
Nicht mal mehr einen Namen.
Was ist ein Mensch ohne Name?
"Himmel".
Himmel.
"Haus".
Haus.
Haus.
"Sonne".
Sonne.
Sonne.
"Gras”".
Gras.
Gras.
"Tag "-
Tag.
"Nacht".
Nacht.
"Schwarz".
Schwarz.
"Haut" ”.
Haut.
Arbeitest du mit den Männern zusammen?
- Harte Arbeit? - Ja.
Harte Arbeit.
Was machst du?
Wie heißt du?
Amera. Das bedeutet Prinzessin.
- Und du? - Francis.
Also bist du eine Prinzessin?
Willst du mich ficken?
Ich will.
-Und du?
Hast du Geld?
Ich schlafe nur mit Männern, die mir gefallen.
Du gefällst mir.
Nein.
Ich kann nicht.
Bist du schwul?
Keine Sorge, ich kann dich heilen.
- Ich muss los. - Hey, was ist mit meinen Geld?
Gib mir mein Geld! Hey, gib mir mein Geld!
Hier, nimm.
Du verdammte Schwuchtel.
- Du bist doch kein richtiger Mann. - Sei still!
- Halt den Mund! - Verpiss dich, du Wichser!
Du bist kein Mann, ich sag's dir. Verpiss dich!
Ja, lauf! Lauf!
Hey, Francis.
Mach langsam.
Francis!
Sie funktioniert nicht.
Sie funktioniert nicht?
Hey! Bist du bescheuert, du Affe?
Was soll das?
- Was? - Francis, ganz ruhig.
Wie war das? Komm her, ich zeig's dir.
Seid ihr zum Scheißen zu doof?
Lass ihn einfach, wenn dir dein Job lieb ist.
Wen interessiert's? Das Arschloch wird bald für mich arbeiten.
Du und deine Geschichten.
Achtung! Achtung!
- Wir müssen einen Krankenwagen rufen. - Schafft Ihn raus. Kein Krankenwagen.
- Krankenwagen! - Nein, kein Krankenwagen.
- Krankenwagen, schnell! - Nein.
Rufen Sie einen Krankenwagen.
Kein Arzt. Kein Arzt.
- Die werden mich abschieben. - Du hast keine Wahl.
- Die schieben mich ab. Bitte nicht. - Du hast keine Wahl.
Geh nicht!
Ach, hallo. Hallo.
Hello. Hello.
Hey. Das ist echt okay.
Hallo, zusammen.
Ich bin Reinhold.
Ich habe eine komische Stimme.
Ihr könnt gerne darüber lachen.
Nur zu. Lacht nur.
Aber ich habe euch nicht hergebeten, um euch zum Lachen zu bringen.
- Ich will euch hier raushelfen. - Raushelfen?
Wie meinst du das?
Niemand verdient es, so zu leben.
Wenn ich euch anschaue,
sehe ich junge, starke, stolze Männer,
die es leid sind, hier rumzusitzen und nichts zu tun.
Ihr wollt ein anständiges Leben.
- Ein anständiges Leben. - Ja, genau.
Ja, denn ihr verdient mehr vom Leben als nur ein Bett und ein Butterbrot.
Ja, stimmt.
Ha?
Ihr wollt eure... eigene Wohnung?
- Einen Flachbildfernseher? - Yeah.
- Ein Auto? - Ja, genau.
- Und eine Freundin? - Yeah.
Und ihr wollt eure Freundin im Auto flachlegen?
Und was müssen wir dafür tun?
Ihr vertickt Drogen für mich.
Seht ihr?
Und wenn wir erwischt werden?
Gehen wir in Gefängnis, oder was?
- Richtig. - Richtig?
Und das nennst du anständig?
Die Arbeit ist nicht ungefährlich, aber sie lohnt sich, ne?
Du kommst hierher in den Dreck und sagst: "Ich will helfen."
Aber eigentlich willst du uns nur tiefer in die Scheiße ziehen.
Sei still. Lass uns hören, was er zu sagen hat.
Tut mir leid, Ottu, aber Deutschland ist ein freies Land.
Ich mache euch nur ein Angebot.
Es liegt bei euch, ob ihr es annehmt oder nicht.
Aber falls ihr interessiert seid,
habe ich hier einen kleinen Willkommensgeschenk für euch.
Willst du? Gute Entscheidung. Meine Nummer steht auf der Rückseite.
Everyone, good workers.
- Woher kommst du? - Ghana.
Ghana... Schönes Land.
Wirklich schön.
- Hast du da Familie? - Ja. Und du?
Sind nicht mehr am Leben.
- Wie heißt du? - Bitte?
Dein Name.
Francis.
- Francis. - Francis.
Francis from Bissau.
Kein Interesse an einem Job?
Nein. Ich hab schon einen.
Bei ihm? Auf der Baustelle?
Hey! Was hast du gerade gesagt?
- Komm schon, Ottu. - Kannst du das noch einmal sagen?
Kartoffel.
Du bist keiner, der sich für ein paar Kröten abarbeitet.
You are a bad boy.
- Du bist 'n böser Junge. - Böser Junge?
Böser Junge, Ottu!
Ja, sehr böse. Naughty, naughty.
Er ist nichts im Vergleich zu dir.
Der da sollte eigentlich für dich arbeiten.
Tschüss.
Hey! Halt die Scheißkiste an!
Der Zoll stand hier auf der Matte. Ich habe ne Anzeige am Hals.
Nur weil irgendein Idiot von euch hier 'nen Krankenwagen gerufen hat.
Wer war das?
Wer das war?
Ist mir auch scheißegal. Ihr seid alle gefeuert.
Ja, verpisst euch! Verpisst euch! No Job!
Karl?
Tja, klar, wer denn sonst?
Der Mann war schwer verletzt.
Hat dir jemand geholfen? Did somebody help you?
Nein, der Unfall ist passiert,
nachdem... Francis die Pumpe kaputt gemacht hat.
Es war seine Idee, Masud fortzuschaffen.
Nimm deine Sachen und verschwinde.
Du tanzt morgen mit deinen Jungs auf der Baustelle in Treptow an.
Hier lässt sich niemand mehr blicken. Verstanden?
Alles gut.
- Hast du gesagt, dass ich schuld bin? - Beruhig dich.
Das stimmt nicht. Du Lügner.
- Du nennst mich einen Lügner? - Ja!
Francis... Ich habe allen den Job gerettet.
Ich besorg dir einen neuen Job.
Ich will keinen neuen. Ich habe nichts getan.
Ich habe Masud gerettet, oder etwa nicht?
Jetzt bleib mal ruhig, Ja?
Du Verräter. Du mieses Stück Scheiße.
Ich brauche dich nicht. Ich werde schon was Besseres finden.
Ach Ja? Und wie willst du das anstellen?
Hast du irgendwelche Papiere?
Arbeitserlaubnis? Aufenthaltserlaubnis?
Francis, sei brav und mach, was ich dir sage.
Du undankbares Arschloch.
Was?
-Was hast du gesagt? Francis!
Lass das! Francis, hör auf!
Dies war der erste Schlag.
Hier seht ihr meinen Francis zum ersten Mal stolpern und fallen.
Er wollte gut sein.
Doch wie hat man's ihm vergolten?
Er wollte anständig sein. Das hat er sich geschworen.
Aber man hat ihn nicht gelassen.
Er musste müssen.
Doch sorgt euch nicht.
Er wird sich wieder aufrappeln. Er wird einen neuen Anlauf nehmen.
Es ist ja gerade erst Sommer geworden.
Ida.
Hier wohnst du also, ja?
Ja, das ist mein bescheidenes Heim.
- Ist nicht nur zu Abschleppen, ne? - Wie jetzt?
- Hast wohl 'ne Freundin? - Oh... ich bin ehrlich.
Es gibt da welche, ja.
- Mehrere gleich, ja? - Ja.
Ja!
Ja, die Frauen sind meine schwache Seite.
Sie sind die Stelle, wo ich sterblich bin.
Küss ich... die erste,
denk ich an die zweite
und... schau verstohlen schon zur dritten hin.
Bist ja 'n kleiner Poet, bist du.
- Du machst mich dazu. - Ach was.
Aber ich will was Echtes.
Was mit Herz.
Das will ich auch.
Was Echtes. Was Schönes.
Aber du bist was Schönes.
Na, dann aber mal rein in Reinholds kleine Stube.
Sag mal, was ist jetzt los?
Du hast mir das Ohr vollgesäuselt,
und jetzt machst du hier auf harten Macker, oder was?
- War doch total schön. - Ich hab gesagt, raus hier!
- Was ist los? - Raus!
Hör auf damit! Hör auf!
Bist du endlich wach?
Ich wollte nicht lauschen, tut mir leid.
Alles okay?
Ich ertrage das nicht mehr.
Was?
Die Mädels.
Es ist immer dasselbe.
Erst muss ich sie haben. Verstehst du?
Ich muss sie haben.
Aber wenn ich sie dann habe, dann... halt ich's nicht aus.
Ich krieg dann richtig Ekel.
Ich muss kotzen und muss die schnell wieder loswerden.
Aber dann kommt die nächste.
- Beruhig dich. - Es ist eine Sucht, eine Krankheit.
Beruhig dich. Ganz ruhig.
Ha”?
Komm.
- Was? - Komm mit.
Ja, komm mit.
Hör auf zu heulen und guck her.
- Elli, Francis. Sag hallo. - Hey.
Was soll das? Warum bist du so scheiße zu mir?
- Kümmere dich um sie. - Ich?
Ja, wenn die weiter so rumflennt, dreh ich ihr...
- Was soll ich denn tun? - Mach dein Ding. Alles gut.
Hey...
Hey.
Wo ist denn der hin jetzt?
I don't know.
Was soll ich denn alleine mit dir?
Hör mal, es tut mir leid.
Du sagst "sorry".
Du hast doch gar nichts gemacht.
Wer bist denn du überhaupt?
Your name?
Francis.
And yours?
Elli.
Treue Augen hast du, Francis.
I said...
you have nice eyes.
Ja.
You too.
No, I said you have nice eyes.
Not me.
You have nice eyes.
You.
- Was ist los? - Hör auf.
Hör auf.
- Ich kann nicht. - Passiert ja gar nichts.
I can't.
- Was machst du da? - Fotos.
- Lass das. - Macht weiter. Klappt doch gut.
Raus hier jetzt.
Stay! Du musst mal wieder richtig ficken.
- Lass den, der will doch gar nicht. - You want.
Also, let's go. Have some fun.
Streng dich an. Du bist einfach nicht geil genug.
- Hey! Stop it! - Fresse halten und ficken.
Genau, kann doch nicht so schwer sein.
Ficken. Ficken.
Ficken, ficken.
Ficken, ficken, ficken, ficken...
Ich habe Frühstück besorgt.
Willst du was?
Ich kann keine Eier essen.
Keine Eier.
Schinken?
Kein Fleisch.
Käse?
Laktoseintoleranz.
Fruktoseintoleranz. Nussallergie.
Eigentlich ess ich frühs gar nichts.
Kaffee. Und vielleicht Zitronensaft.
Your're crazy. Coffee with lemon juice?
Zitronensaft.
Say it.
Zitronensaft?
It's Zi-tronen-saft.
Zitronensaft.
Elli ist ganz geil, was?
Oh, mein brother.
No need to be embarrassed. Das machen wir ab jetzt immer so.
Du nimmst mir die Frauen ab,
und für uns beide wird das Leben leichter.
I'm not into It. Danke für alles.
Und wo willst du denn hin ohne Pass?
No passport?
Ja, no money, keine Arbeit. No Job, no gar nichts.
Ich weiß, du willst nicht dealen, musst du auch nicht.
Aber du kannst mir mit den Mädels helfen?
Und kochen kannst du auch.
You do that for me and you can stay.
Ich will einen Pass.
Give me a German passport.
Not easy.
But possible.
Also, das System ist ziemlich simpel.
Es gibt die Cash-Boys,
die Stash-Boys,
die Kuriere und die Scouts.
Die Cash-Boys...
...holen den Kunden ran,
nehmen die Bestellung auf, das Geld entgegen,
und schicken den Kunden zu den Stash-Boys.
Die Stash Boys bunkern das Gras
und liefern es dem Kunden aus.
Nie das Geld und die Ware am selben Ort aufbewahren.
Und die Kuriere gehen von einem Bunker zum nächsten...
...und sorgen dafür, dass immer Gras da ist.
Die Scouts drehen auf ihren Bikes Runden
und knallen die Hupe, wenn die Bullen kommen.
- Hey! I'm walking here! - Keep cool, Reinhold.
Komm.
Meine Jungs haben Takt und Stil.
Kunden werden nie angesprochen. Blickkontakt muss reichen.
Schwangere werden nicht bedient, Kinder werden nicht bedient.
Hipsters zahlen doppelt,
und für die Rentner machen wir 'nen schönen Rabatt.
This Is the competition. Die Konkurrenz, Francis.
Arabs, all retards.
Alle Araber sind Vollidioten?
Und alle meine Brüder, die hier dealen, sind dumm?
Ja! All Arabs here are Vollidioten!
They have no manners, keine Manieren.
Sind immer voll drauf auf ihrem Zeug. Koks, Speed, während der Arbeit.
Völlig unprofessionell.
Und über allem, der heilige Sankt Pums.
Who is Pums?
Na, Pums. Der Chef?
Ich bin hier ja nur der Vizekönig.
Aber Pums gehört der Park.
Na, den lernst du schon noch kennen.
Listen up, people!
Das hier ist Francis.
Er ist jetzt Teil dieser Operation.
- Hi, Francis. - Holt euch was.
Kommt her, Jungs.
Das ist Mankara.
In Bissau steht da jeder drauf.
Thank you.
Hey. Das Essen ist kalt.
Was?
The food is cold.
Wie, cold?
Es ist kalt.
Mach's noch mal warm.
Was?
Geh nach Hause, wärm das Essen auf und kommt zurück.
Wärm es auf, Mann.
Geh nach Hause und mach es noch mal warm.
Keiner hier will kaltes Essen.
Danke.
Das schöne Leben der braven Bürger.
Für die bin ich Müll. White trash.
Verwahrloste Jugend, aggressiv veranlagt.
Aufenthalt in verschiedenen staatlichen Vollzugsanstalten.
Ich habe jahrelang nur Scheiße gefressen.
And you, mein brother?
Ich war mein Leben lang auf der Flucht.
Ich habe getan, was ich tun musste. Jetzt habe ich eine zweite Chance.
Ich will gut sein.
Ja, Ja-.
Das sagt man immer.
But what is gut?
And what is böse?
Ist es böse, Gras zu verkaufen an Touristen?
Das Land verkauft Waffen an Diktatoren.
This land sells weapons to dictators.
Ist das gut?
Alles, was du hier siehst, ist auf Kosten anderer aufgebaut.
Wo wärst du, wenn wir hier drei Euro für 'nen Liter Benzin zahlen würden?
Du wärst in deiner Heimat.
In deinem eigenen Haus, das du von deinem Geld bezahlt hättest.
Mit vollem Bauch und einer Familie in Frieden.
Wir begleichen die Rechnung, aber du zahlst den Preis.
Aber sind sie deswegen böse Menschen?
So einfach ist das Leben nicht.
Francis, you...
Du willst etwas sein, das du nicht sein kannst.
Das ist die Fehlschaltung in dir.
Du willst gut sein in einer Welt, die böse ist.
Was ist das Schlimmste, was du je getan hast?
The worst.
Ich habe viele schlimme Sachen gemacht.
Ich habe geklaut.
Ich war Zuhälter, Schmuggler.
Alles Mögliche.
Und hast du jemanden umgebracht?
Was?
Du hast schon verstanden.
Did you kill someone?
Mein Sohn, mein Sohn, was hast du getan?
Beeil dich, ich habe Hunger.
Hey!
Stop it, Francis! This is Pums. This is Pums!
Danke, Pums. Danke.
Dein Gorilla?
- Fuck you! - Francis. Francis, ist gut.
Du musst deinen Gorilla besser erziehen.
Der kann hier nicht jeden angreifen.
Ich bin kein Gorilla. Speak to this man.
Das ist ein Problem. Du hast deine Leute nicht unter Kontrolle.
Verstehst du?
Was ist dein Job hier, Gorilla?
Mein Name ist Francis. Ich koche das Essen.
Heißt das, du bist immer hier?
- Jeden Tag? - Ja.
- Schaust den Jungs bei der Arbeit zu? - Ja.
Was siehst du?
Was siehst du hier, was man besser machen kann?
Schau nicht zu dem da.
Sag, was du fühlst, nicht, was du sagen sollst.
Komm, komm.
Keine Angst. No fear.
Diese Männer haben keine Angst.
Sie arbeiten nicht, sondern hängen den ganzen Tag nur rum.
Keine Angst.
Das heißt, keinen Respekt.
Sie nehmen dich nicht ernst.
Zweigen sich Geld ab, ohne dass du das merkst.
Siehst du, Reinhold, dein Gorilla hier hat erkannt,
was du nicht siehst, und was machst du mit dem?
Catering!
Francis.
Sch, sch, sch.
Francis.
Mein Aufpasser, mein Gorilla. Mein treuer Ochse.
Schläfst so tief.
Dachte schon, ich müsste dich anritzen, damit du aufwachst.
Sch...
Anständig willst du sein. Gehorchen willst du ja nicht.
Willst du in den Himmel fahren, Francis?
Aufstehen.
Aufstehen. Komm, raus.
Na komm.
Das ist die Katie.
- Hi! - Das ist die Moni.
- Hey. - Und das ist mein brother Francis.
Hey, Francis!
- Have fun, guys. - Wo willst du hin?
Ich will schlafen.
- Hier wird nicht geschlafen. - Francis, sei kein Spielverderber.
Kümmer dich ein bisschen um deine Gäste.
Ja! Francis, was ist das für 'n Name? Das klingt wie 'ne Frau.
Francis, so heißt doch kein Mensch.
Denkst du, ich bin kein Mensch?
Oh nein! Das hab ich doch nicht ernst gemeint.
Es tut mir leid.
Es wird Zeit, dass du "eingemenscht" wirst.
Ja! Was Stabiles, Deutsches. Wie Christian. Oder Markus.
Süße! 'n bisschen was Exotisches so wie John, Jack, Ricky, Rocky...
- Ja, 'n richtiger Rocky bist du! - Rocky was white.
Ja, der war doch weiß. Das ist 'n Tyson!
Nee, du bist Franz.
Franz? So 'ne olle Kamelle?
Nee, nee, nee, Franz find ich gut.
Silentium.
Der Mensch ist ein hässliches Tier. Der Feind aller Feinde.
Das übelste Geschöpf, das es auf der Erde gibt.
Ich taufe dich Franz. Menschenkind Franz!
Amen! Amen!
Amen!
Cooler Club.
Danke.
Danke.
Francis. Wie heißt du?
Eva.
Bist du aus Nigeria?
Woher weißt du das? Bist du auch aus Nigeria?
Nein. Aber ich war länger in Lagos. Dann in einem Lager nahe der Grenze.
Ein Flüchtling.
Mein Vater ist aus Abeokuta.
Abeokuta? Wie Fela Kuti.
Kennst du Fela Kuti?
Aber du bist nicht dort aufgewachsen.
Woher weißt du das?
Ich habe dich gesehen. Du tanzt wie eine Deutsche.
Das ist Berta. Sie ist mein Schutzengel.
Das wusste ich nicht.
Jetzt weißt du es.
Mein Franz, mein Franz, wo treibst du dich nur rum?
Heißt du Franz?
Francis.
Francis war sein Sklavenname. Jetzt heißt er Franz.
Und er kann sogar Deutsch.
- Wie laufen die Geschäfte? - Gut. Wie läuft die Therapie?
- Willst du tanzen? - Ja.
Ja, aber mit mir.
- Was soll das? - Ich zeig dir wen.
Guck doch mal, wer da ist.
So, du entschuldigst dich jetzt beim Franz.
Say "I'm sorry". Bockig, oder was?
Say "sorry".
"I'm so sorry, Franz."
"Sorry." Komm.
Heilig sind die, die Frieden stiften,
denn man wird sie die Söhne Gottes nennen.
Nein, nein, ist was Schönes.
Vertrau mir.
Bon voyage.
Francis.
Ist alles okay? Francis.
Ich glaub, der ist hinüber.
Francis?
Ida.
Guten Morgen.
Fühlst du dich besser?
- Was ist das? - Eine Aspirin.
Gut gegen Kopfschmerzen.
Wie bin ich hierhergekommen?
Wir haben dich von der Straße aufgelesen.
- Von der Straße? - Schlechten Trip gehabt?
Ging ja schnell mit euch.
Honey...
Ich dachte, wir können dich in die Klapse fahren.
Aber jetzt scheinst du wieder alle beisammen zuhaben.
Du verdingst dich also bei Pums, oder was?
Also, der Pums, der Chef von deinem Freund Reinhold,
das ist 'n Gangster.
Alte Schule, verstehst du? Old school.
Ein Ausbeuter. Aber mit Ehrgefühl.
Doch Reinhold...
Das ist 'n Psychopath, den es nicht...
Ich koche Essen für die Leute im Park.
Das ist alles.
Das ist alles, natürlich.
Ihr seid auch keine Engel.
- Hast 'n Problem damit? - Ja.
Berta?
Er... Sie...
Sie. Sie kümmert sich wirklich um dich.
Oh ja. Und ich kümmere mich um sie.
Aber wir gehören uns nicht.
Wirklich?
"Himmel".
"Sonne".
"Haut".
Haut.
Ich liebe deine Haut.
Hier in Deutschland ist so wenig Sonne.
Ich werde immer blasser.
Bald werde ich weiß sein.
Die Leute sehen mich an und denken: 'Schwarz.'
Aber dann hören sie meine Stimme. Und die ist weiß.
Und meine Worte, die sind weiß.
Ich sehe die Welt durch ihre Augen, als wäre ich weiß.
Aber selbst, wenn alle Menschen blind wären,
wüsste ich immer noch, dass ich schwarz bin.
Und dass es einen Unterschied macht. Denn es macht einen Unterschied.
Für mich...
Für mich klingt das, als wärst du die Rassistin.
Deine Welt ist einfach.
Einfarbig.
Ich bin zerrissen.
- Das ist doch nur Spaß. - Nein, ich mein das ganz ernst.
Hey.
- Wir brauchen noch 'nen Türsteher. - Ich habe einen Job.
Als Reinholds Haussklave.
Er gibt mir Arbeit. Aber wir sind auch Freunde.
Ach, hör zu, Reinhold hat keine Freunde.
Der hat nur Menschen, die er ausnutzt.
In ihm ist was Düsteres. Was Monströses.
Dann ist das auch in mir.
- Ich will dir nur helfen, Francis. - Franz.
Ich heiße Franz.
Und wer bist du?
Kelly, und du?
Franz. Wo ist Reinhold?
In seinem Zimmer. Der tickt nicht mehr ganz richtig.
Mmh, hast du das gekocht?
- Schmeckt richtig gut. - Danke.
Bitte.
Hey.
Reinhold.
Franz.
Wo warst du denn?
Ich habe mir Sorgen gemacht.
Ich war bei Eva.
Eva?
So lange?
Franz, du musst mir die jetzt abnehmen.
Kelly?
Ich ertrag die nicht mehr.
Was hast du gesagt?
- Ha?”? - Nimm sie mir ab.
- Wie bitte? - Jetzt.
Nein, Reinhold. Eine Frau nach der anderen wegschmeißen...
Bleib bei Kelly.
Du wirst sehen, das wird besser.
Dr. Franz, was?
Onkel Dr. Franz will mich zum Ehekrüppel kurieren.
Dr. Franz macht dich gesund.
Wie isst du denn?
- Wie meinst du das? - Du frisst wie 'n Schwein.
Ach, come on.
- Ja, genau. - Es schmeckt mir halt.
Du schaufelst den Dreck in dich rein, da vergeht einem alles.
Krieg dich mal wieder ein, ja?
Ich soll mich wieder einkriegen?
Ja.
Das hast du gehört, oder?
Die Sau sagt, ich soll mich wieder einkriegen?
Hey!
- Kommst du klar? - Das ist meine Wohnung.
- Fick dich, du Missgeburt! - Du, guck mal in den Spiegel.
Das ist meine Wohnung.
Hier sagt mir niemand, ob ich mich einkriegen soll oder nicht.
-Franz...
Franz, ich...
Franz, ich brauch heute Abend deine Hilfe.
- Für was? - Hat nichts mit Drogen zu tun.
Musst mir nur helfen, was zu verladen.
Was?
Traust du mir nicht mehr?
Klar, doch, doch, doch, doch.
Na, wo ist dann das Problem?
- Kein Problem. - Kein Problem?
Kein Problem.
Oh my darling, oh my darling
Oh my darling...
Hey.
Wer ist das?
Franz, nicht jetzt nerven.
Hast du Schiss?
Dann kannst du jetzt gehen. Jetzt sofort.
- Ich habe keine Angst. - Gut. Dann halt die Klappe.
- What's this? - Komm. Rein da.
Hier.
What the fuck?
- Was ist das? - Ein Verkleidungsstück.
- Ich mach da nicht mit. - Setz auf.
Nein.
Zieh die scheiß Maske an!
Bitte.
- Showtime. - Was?
Los, los, komm!
Los, raus!
Schaff das ins Auto da.
Nein. Nein, mach ich nicht.
Du tust was ich dir sage, los!
Nein.
Da steht mein Franz und fragt sich: "Was tun?"
"Soll ich weg? Soll ich bleiben?”"
Als wenn ihn einer in Teig geschmissen hätte,
und nun kriegt er das Zeug nicht los.
Komm schon. Komm her.
Er möchte fort, aber es geht nicht.
Franz, man hat dich reingelegt.
Na komm.
Los, weg hier!
Guter Junge. Guter Junge.
Oh! Oh! Oh! Oh!
Mann, ich bin so geil, ich könnte euch alle einmal übern Alex ficken!
Und schieb euch den Fernsehturm in euer kotiges Kotti-Loch.
Warum, warum guckst du denn so?
Warum hast du mich hier mit reingezogen?
Warum? Um dir zu zeigen, wer du bist.
Du bist wie ich. Franz und Reinhold.
Genauso wie Ich.
Warum lachst du so dumm, du Affe?
Warum du lachst?
Ich bin kein Affe, und ich bin nicht wie du.
Ich bin nicht wie du.
"Es ist ein Schnitter, der heißt Tod."
Hat Gewalt vom großen Gott.
"Nun wetzt er das Messer."
Na gut.
Fuck!
Seit wann trinkst du eigentlich?
Seit etwa drei Minuten.
Seit zehn.
War das nötig?
Wer bist du eigentlich?
Ich habe dich was gefragt.
Er hat nicht gehorcht, wie ich wollte.
Man wirft ein Werkzeug nicht weg, wenn man es noch gebrauchen kann.
Und warum behältst du mich dann?
Du kannst nicht jeden deiner Neger ausm Auto werfen,
wenn sie nicht gehorchen.
Ja, aber jetzt weiß jeder meiner Neger, dass es Konsequenzen hat,
wenn man nicht tut, was ich sage.
- I say jump, you say? - How high?
Also kack dir nicht ins Hemd.
Ganz schön frech, der Kleine.
Komm mal her.
Komm.
Na komm.
Meinst du nicht auch, dass er ganz anders ist auf einmal?
Trinkt, ist vorlaut.
Das kennen wir gar nicht von dem.
Als hätte er neuen Lebenssaft.
Nichts kommt umsonst.
Wie heißt es so schön?
Einer muss die Zeche zahlen.
Hopp.
Es hat ein Ende mit der Gnadenfrist.
Dies war der zweite Schlag.
Franz wurde in ein Verbrechen hineingerissen.
Er wollte nicht, er wehrte sich, aber er musste müssen.
Hat man dich denn nicht gewarnt?
Hast du's nicht besser gewusst, Franz?
Ein Schmerz zog durch seinen linken Arm bis in sein Herz.
Er wird sich wiederaufrichten.
Sein zweiter Anlauf.
Doch nun muss er erst einmal mich kennenlernen.
...stabil. Das geht erst mal so.
Es ist wichtig, dass die Wunde dreimal täglich gereinigt wird,
damit sie sich nicht infiziert.
Aber er müsste in ein Krankenhaus. Das ist kein aufgeschürftes Knie.
Wie geht es dir? Du bist hier in Sicherheit.
Es ist besser, dass keiner weiß, wo du steckst.
Du denkst, dass dein Leben jetzt vorbei ist, wa?
Weil der Arm ab ist.
Du fühlst dich jetzt nur wie ein halber Mann.
Das ist auch so. Willkommen in der Freakshow.
Wir geben eine gute Nummer ab.
Ich habe mich umgehört. Niemand weiß was von 'nem Unfall.
Es gab 'nen Bruch in Spandau. Ein Juwelier.
Mit dem Wagen frontal ins Schaufenster rein.
Das sollen Pums Leute gewesen sein. Klingelt da was?
Die Transe, die schwarze Amazone
und der einarmige Bandit.
- Reinhold soll dabei gewesen sein. - Lass ihn.
Es ist nicht, was du hast. Es ist, wie du es trägst.
Franz. Wir möchten dir jemanden vorstellen.
Eine gute Freundin von uns. Ihr gehört die Wohnung.
Sie wird sich um dich kümmern, bis es dir besser geht.
- Mieze? - Tach.
Das sollte erst mal reichen.
Komm. Lassen wir die beiden mal allein.
Pass gut auf ihn auf.
So, hör mir mal zu.
Nur damit du's weißt, ich bin keine Krankenschwester.
Ich habe Besseres zu tun, als mich um dich zu kümmern.
Werd einfach schnell wieder gesund.
Er hebt gegen die dunkel Macht die Faust.
Franz fühlt etwas gegen sich stehen,
aber er kann es nicht sehen.
Es ist geschehen, dass der Hammer gegen ihn saust.
Zum Paradies mögen Engel dich geleiten.
Der Chor der Engel möge dich empfangen
und dich führen in die heilige Stadt.
Und mit Lazarus, dem einst Armen, mögest du ewige Ruhe haben.
Au!
Tach.
Bist du jetzt beleidigt?
Weil ich dich nicht habe verrecken lassen?
Du bist mir vielleicht 'n Kunde.
Hallo? Ja, hier ist Kitty.
Ja, bleibt dabei.
400 für die zwei Stunden, 1000 für die Nacht.
Okay. Bis gleich.
Schmeckt scheiße?
Willst du probieren?
Pass mal auf, ja? Wir machen drei Regeln.
Finger weg von meinen Sachen.
Auch wenn dir dein Leben egal ist, bau keine Scheiße mehr.
Und drittens... Hallo?
Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.
Ich geh jetzt arbeiten. Überlebst du das?
Fuck you.
Hey.
Zwei Vögel, gefangen in einem Käfig.
Wie zwei Seelen, die an einander gebunden sind.
Kannst du woanders hingucken?
Wer bezahlt 1000 Euro für eine Nacht?
Wer bezahlt 1000 Euro für irgendwas?
Für 'ne Kette, 'nen Schuh, 'ne Tasche.
Wer zahlt 1000 Euro für einen Orgasmus?
Also, heute ist es ein Geschäftsmann, der kriegt ein Double-Date.
Wie? Double-Date?
Na ja, zwei Mädels und ein Kerl.
Wie sehe ich aus?
Wie 1000 Euro.
Kitty ist eine verspielte junge Frau
mit einer wunderbar weiblichen Figur
und einem stets gut gelaunten Charakter.
Mit ihrem sonnigen Gemüt und ihrer herrlich verrückten Art
verzaubert sie jeden Gentleman.
Ihre mädchenhafte Schönheit verkörpert die perfekte Geliebte
und entführt Sie mit ihrer Leichtigkeit
in ein prickelndes Liebesabenteuer.
Kitty ist experimentierfreudig,
variantenreich,
sinnlich
und weiß die Sinne ihres Gentlemans
raffiniert mit Lust und Leidenschaft zu berauschen.
Danke.
Wenn sie Sie mit ihren großen, unschuldigen Augen ansieht,
schmelzen Sie dahin.
Kitty ist sehr aufgeschlossen
und offen für neue und spannende Erfahrungen.
Tada!
Cool.
K.o.-Tropfen.
Was?
Was ist los?
Ich glaube, es waren K.o.-Tropfen.
Weil... ich bin ja noch aufgestanden und wollte noch rausgehen.
Und dann hat...
Hat sich schon alles so gedreht.
Und dann...
Dann hat er mich gehauen.
Und dann...
Und dann...
Und dann bin ich...
Dann...
Dann bin ich aufgewacht.
Und dann konnte ich mich nicht mehr bewegen.
Dann konnte ich mich nicht mehr bewegen.
Ich kann mich nicht mehr bewegen.
Nicht weinen.
Hey, wir machen das wieder gut.
Ja?
Merket auf ihr Himmel, ich will reden,
und die Erde höre die Rede meines Mundes.
Ich kann töten und lebendig machen. Ich kann schlagen und heilen.
Doch sie haben mich gereizt mit dem, was nicht Gott ist.
Ein Feuer ist angegangen durch meinen Zorn
und wird verzehren das Land mit seinen Gewächsen
und wird anzünden die Grundfesten der Berge.
Ich will Unglück über sie häufen,
denn ihre Gaben sind von den Weinstöcken Sodoms
und von den Äckern Gomorrhas.
Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen.
Mein Schwert soll Fleisch fressen.
Mein ist die Rache.
Mein ist die Vergeltung.
Aug um Aug und Zahn um Zahn.
So spricht der Herr.
Ich bin gut in dem, was ich mache.
Ich pass immer auf, weißt du? Immer.
Saude.
"Sau-di"?
Saudi.
Ich mein, wenn du mich fragst...
Wenn du mich fragst, wer zahlt 1000 Euro für eine Nacht?
Ich glaube, es geht um die Erfüllung einer "Sehnsucht", Ja?
Also, dass... Der Mann an sich sehnt sich nach Sicherheit.
Sicherheit?
Wie bei so 'ner Mutter.
Also ja, Ich glaube wirklich, die Männer, die zu mir kommen,
denen gebe ich das Gefühl, dass sie richtig sind,
dass sie sicher sind.
Wie bei Mama im Schoß.
Nur halt mit ficken, so.
Das ist ja nicht echt.
Ich habe mich nie sicher gefühlt bei meiner Mama.
Ich hab's richtig gehasst, klein zu sein.
Das ist komisch, wenn man sagt,
dass man am glücklichsten ist, wenn man klein ist.
Aber ich habe mir, als ich klein war, die Milchzähne ausgeschlagen.
Ich bin gelaufen mit meinem weißen Kleid,
und das hat so im Wind geweht,
und ich sah aus wie so ein kleiner wilder Vogel auf 'ner Vogelhochzeit.
Das war mein Lieblingskleid.
Ich war so stolz auf dieses Kleid, und dann bin ich gelaufen,
und mein Kleid ist geschwungen im Wind,
und auf einmal bin ich nach vorne gefallen
und alle meine Milchzähne sind rausgefallen.
Weißt du, was das Eklige daran ist?
Dass ich...
Dass ich bis heute nicht weiß, ob meine Mutter mich geschubst hat.
Also, wahrscheinlich bin ich einfach nur gestolpert.
Ja, es war meine Schuld.
Deine Schuld?
- Meine Schuld. - Warum?
Ja, man schubst doch nicht, was man liebt, oder?
Eigentlich seid ihr Männer doch so einfach gestrickt.
Ich zeig's dir.
"Es ist ein Schnitter, der heißt Tod...
...wetzt er das Messer."
Lass mich mal los.
Was ist mit dir los? Du Psychotante!
Tickst du noch richtig?
Hast du gesehen?
Ich bin nicht aus Zucker, ich bin aus Marmor.
Warte.
- Was? - Warte.
Warum?
Was ist denn?
Komm.
Sch.
Komm.
Seele.
Seele.
Herz.
Herz.
Liebe.
Liebe.
Ist alles okay?
Franz, was hast du?
Mieze, ich...
Ich bin nicht gut.
Was heißt das?
Was ich liebe...
das töte ich.
Ich habe keine Angst vor dir.
Dann musst du auch keine Angst vor dir haben.
Welchen?
Da..
Okay... Ja, gut.
Gut siehst du aus.
Mir geht's auch gut, sehr gut.
Setz dich, Evken.
Franz, ich habe jetzt eine Wohnung für dich.
Sie ist klein, aber gemütlich und bei mir in der Nähe.
Du wirst sie mögen.
Franz bleibt bei mir.
Das freut mich.
Danke.
Na dann, cheers!
Es ist gut, dass du von Reinhold weg bist.
Wer ist denn Reinhold?
Franz?
- Franz? - Ja?
Was ist passiert zwischen euch?
Nix.
Wer ist denn dieser Reinhold?
Kenne ich den?
Der hat doch mit deinem Unfall zu tun.
Kenne ich diesen Reinhold?
Nein.
Und nein.
Franz, wir können dir helfen, Reinhold ausm Verkehr zu ziehen.
- Aber du musst mit uns reden. - Worüber denn reden?
Hallo?
Mieze!
Es war ein Unfall.
Ich hatte einfach Pech.
Pech? Und du hast es auch noch verdient?
Evken...
Das glaubst du ja wohl selbst nicht.
Anständig wollte Franz sein.
Lange hat er's geschafft.
Doch dem Leben hat das nicht gefallen.
Er hat sich gewehrt, doch es hat nichts genützt.
Er musste müssen.
Franz ist nun Zuhälter.
Geld kehrt ein, und er könnte zufrieden sein.
Doch er ist es nicht,
denn ein Stachel sitzt noch tief in seinem Fleisch
und schmerzt und pocht.
Und pocht,
und pocht,
und pocht,
und pocht...
Komm schon, Mann. Das schmeckt echt scheiße.
- Schmeckt nicht? - Nein.
- Dann hol dir doch 'nen Döner. - Okay.
Aber wenn du deinen Platz verlässt, bist du raus.
Also, friss.
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod.
Hat Gewalt vom großen Gott.
Nun wetzt er das Messer.
Jetzt schneidet's schon viel besser.
Was willst du hier?
Was willst du hier?
Antworte gefälligst!
Ich wollte mit dir reden.
Reden?
Was willst du denn reden, Franz?
Dass du noch lebst...
Ich... Ich möchte mal deinen Arm sehen.
Deine Wunde.
Sieht eklig aus.
War mal schlimmer.
Trägst du den Ärmel immer in der Tasche?
Steckst du den rein oder ist der angenäht?
Steck nichts in die linke Tasche, das kann man leicht klauen.
Bei mir nicht.
Besser, ich geh.
Kannst du dir nicht 'nen künstlichen Arm kaufen?
Es gibt doch auch falsche Beine.
Nein. Ich will das nicht.
Das sieht aber besser aus.
Oder den Ärmel ausstopfen.
Komm, das machen wir mal. Kriegst sowieso noch was von mir.
Wirst sehen.
Dein Anteil.
Komm. Das musst du natürlich vom Profi machen lassen.
- Stop It. - Ich hasse Krüppel.
Wenn ich 'nen Krüppel sehe, denke ich, diese Krüppel...
Stop it, stop it, stop It!
Stop It!
Warum?
Warum hast du das getan?
Weil ich dich umbringen wollte.
Ich habe dich von der Straße gekratzt,
habe dich bei mir aufgenommen, hab dich gefüttert.
Ich habe dir eine Heimat gegeben, Job, Frauen zum Ficken, und du?
Du hast mich verraten.
Du warst halb bei Eva eingezogen. Hast mich allein gelassen.
Natürlich wollte ich dich umbringen.
Redest vom Gut-Sein, vom Anständig-Sein, aber treu sein...
Ja, ich wollte gut sein. Ich dachte nicht, dass du...
Du denkst nicht. Genau das ist es.
Du begreifst nicht, wer dein wahrer Freund ist.
Für die anderen bist du 'n Nigger, aber ich sehe dich, Mensch!
Vielleicht habe ich es verdient.
Ja, vielleicht.
Vielleicht ist das die Strafe.
Ja.
Ja, Franz.
Du wirst bestraft.
Weil du dein Schicksal nicht erkennst.
Weil du nicht richtig hinguckst.
Aber schau dich an.
Du bist nicht totzukriegen.
Du lagst unterm Auto, hast dich halb totgesoffen.
Bist ertrunken. Aber du lebst.
Weil du unsterblich bist.
Oh my darling
Oh my darling
Oh my darling Clementine
Der Ochse hat sich dem Schlachter dargereicht.
Franz hat Reinholds Liedern gelauscht
und sich von ihm verführen lassen.
Du bist aus Dreck und Blut und Dreck gemacht,
wie jeder andere Mensch,
und wie jeder andere Mensch
musst du nur nach deinem Besten schauen.
Franz, ab jetzt an teilen wir uns anders auf.
Du übernimmst die Geschäfte in der Hasenheide, ja?
Erhebt euer Glas
auf den neuen Franz.
Und darauf, dass die Hasenheide jetzt uns gehört!
Reinhold, ich hatte eine neue Verabredung mit den Libyern.
Und das weißt du.
Die wollen jetzt Kompensation.
Weißt du, was ich denen sagen musste?
Weißt du, was ich denen sagen musste?
"Geht zurück in eure Wüste und fickt eure Kamele."
Gut gemacht!
Der Mann der Stunde.
Heute geht alles auf mich. Reinhold, hol noch 'ne Runde.
Setz dich.
Setzen.
Totgesagte leben länger?
Reinhold hat erzählt, dass er dich umgebracht hat.
War sehr stolz drauf.
Wir haben Frieden gemacht.
Frieden und Versöhnung, verstehst du?
Ich kenne nur Freund oder Feind.
Sei nicht dumm, du hast Potenzial. Wenn du...
Noch ein Wort, und ich brech dir den Hals.
Na, ihr Turteltäubchen?
Was ist denn so lustig?
Dein Franz. Ich hoffe, du weißt, was du an ihm hast.
- Auf die Freundschaft. - Auf die Freundschaft.
So, Franz, jetzt bedien dich.
Danke. Ich habe eine Frau zu Hause.
Wie? Davon weiß ich ja noch gar nichts.
Schön.
Liebe ist gut. Freu dich dran.
Solange sie da ist, ist sie schön.
Die geht nicht weg.
Auf die Liebe!
Auf die Liebe. Und auf das liebe Geld.
Die beiden wichtigsten Dinge im Leben.
Musst du mir mal vorstellen, deinen Engel.
Wie heißt sie denn?
Mieze heißt sie.
Mieze.
Schönchen.
Franz?
Guten Morgen.
Mieze?
Liebe Mieze, wo warst du?
Wo ich war?
Wo warst du?
Mit Freunden unterwegs.
Was für Freunde denn?
Wieder dieser komische Reinhold?
Ich will nicht, dass du damit weitermachst.
Ich habe einen neuen Job, der bringt Geld für uns beide.
Und was machst du da?
Geschäfte.
Was für Geschäfte?
Ich will mein eigenes Geld verdienen.
- Du musst nicht. - Ich will aber.
Aber ich will das nicht.
Wir sind hier nicht in Afrika, ich mach mein Ding.
Wie?
Du bist 'ne Nutte.
Fuck you.
I'm sorry.
I'm sorry.
Franz, weißt du, was mein Geheimnis ist?
Wie Ich diese Arbeit aushalte, ohne dass ich verrückt werde?
Ich schau den Typen nicht in die Augen.
Ich schau hier hin, da.
Dann denkt der Kunde, dass er mich hat.
Durch die Augen in die Seele.
Aber dich seh ich an,
weil ich dich sehen will.
Alles an dir.
Alles?
Keine Wochenenden mehr?
Wenn du mir sagst, was du für Geschäfte machst und mit wem?
Franz, halt mich nicht für blöde. Ich weiß, was du machst.
- Aber ich will's von dir hören. - Das ist ein dummes Spiel.
Dummes, dummes, dummes, dummes.
Du musst Zähne putzen, du stinkst!
- Okay. Ja? - Ja.
Du bist eklig!
Komm! Mitnehmen!
- Bantu? Wie viel hast du? - 2200.
-2200?
- Wie oft hast du das Geld gezählt? - Einmal.
Bro, ich sagte doch, dreimal. Um sicher zu sein.
- Tut mir leid. - Gib her.
Sizzler? Sei nett zu ihm.
Sorry, Francis.
Jungs, Polizei!
Police! Police!
Los, Leute, Polizei!
Anständig wollte Franz sein.
Doch dem Leben hat das nicht gefallen.
Jetzt saust der Hammer.
Der Hammer gegen Franz.
Franz!
Du fährst bei mir mit.
Du nimmst den anderen Wagen.
Warum machen wir das? Wegen dem Geld?
Die paar Kröten?
Nein. Das erhält die Reflexe.
Man muss wach sein, auf Zack sein.
Aber die Zeiten ändern sich.
Die Jungen steigen, wenn die Alten fallen.
Männer wie ich sind aus der Mode gekommen.
Deshalb habe ich Reinhold zu mir genommen.
Von der Straße aufgekratzt, die kleine Ratte.
Ich dachte, ich könnt ihn mir erziehen,
aber habe mich von ihm einfangen lassen.
Nicht ich habe ihn, er hat mich.
Es ist nicht leicht, sich dem Teufel zu entziehen,
wenn man ihn einmal zu sich eingeladen hat.
Reinhold!
- Reinhold! - Ha!
Los, raus hier, weg!
- Alles gut? - Alle weg!
Alles okay?
Hey!
Hey! Komm!
Shit!
Reinhold!
Fahr! Fahr!
Fuck!
Fuck! Was ist denn passiert?
Alles schiefgelaufen.
We messed up, man. We messed up.
Stopp, stopp. Halt den Wagen an!
- Halt den Wagen an! - Ja.
Geht's?
Pums.
- Alles gut. - Ich kümmer mich.
Geh du zu den anderen.
Are you okay?
Ruhig.
Ruhig, ruhig.
Alles okay. Sch...
Reinhold!
Dann hier verlierst du für ein besseres Dort.
Reinhold! Was ist mit Pums?
Was ist mit Pums?
War nichts zu machen.
Reinhold...
Franz?
Hey.
Franz, wo bist du?
- Mieze... - Ich kann dich nicht sehen.
Ich bin hier.
Hey.
Ich hatte gerade so 'nen komischen Traum.
Was für einen Traum?
Keine Ahnung.
Franz?
Was ist passiert?
Ich bin schwanger.
Was?
Du bist schwanger?
Ja. Ich hör auf mit dem Anschaffen.
- Mieze... Nein. - Ich such mir einen Job im Büro.
Dann haben wir nicht mehr so viel Geld, aber...
Was ist denn?
Was ist los?
Franz?
Ich bin froh. Ich bin froh. Wirklich.
Wirklich. Wirklich, wirklich, wirklich.
Hast du geschlafen?
Wie ein Baby.
Und was jetzt?
Der Park gehört uns.
Uns allein.
Ich weiß, was du heute Nacht getan hast.
Ab jetzt fifty-fifty.
Und ich will meinen Pass.
Warum, willst du Urlaub machen?
Ich werde den Mund halten, aber ich will meinen Pass.
Das ist mein Preis, Reinhold.
Gut.
Gut.
My name is Franz.
- And I'm Klaus! - I'm Uwe.
- I'm Günther! - I'm Michael.
Ich weiß, ich habe einen komischen Namen,
ihr könnt gern darüber lachen.
Aber ich bin nicht hier, damit ihr lacht.
Ihr wollt ein anständiges Leben, oder?
Ein anständiges Leben, oder?
Speak English, please.
Ihr...
Ihr verdient mehr vom Leben als nur ein Bett und ein Butterbrot.
Give me some pizza!
Oder Sauerkraut!
Ihr alle hier wisst, warum wir hier sind, oder?
Sag's uns.
Ich hasse es, wenn sie mich Flüchtling nennen.
Nenn mich Neuankömmling, Einwanderer, aber nicht Flüchtling.
Mein Leben lang war ich auf der Flucht, und hier werde ich bleiben.
Um mir etwas aufzubauen.
Ich bin kein Flüchtling.
Und ich gehe nirgends mehr hin.
Wenn ich euch ansehe, dann sehe ich mich selbst.
Junge, starke,
stolze Männer, die hierbleiben wollen.
Um ihr Leben hier zu leben.
Hab ich recht?
Und ihr wollt, dass man euch zuhört, oder?
Dafür braucht ihr so was hier.
Schöne Jacke, schöne Schuhe.
Und das.
Ja? Als ich in Deutschland ankam, hatte ich nichts.
Ich war allein, ohne Wohnung, ohne Arbeit.
Ich hatte keine Hoffnung.
Das hat sich alles geändert.
Ich kann sagen...
ich bin der deutsche Traum.
Ich verdiene mein eigenes Geld.
Ich fahre ein deutsches Auto.
Ich habe eine deutsche Frau.
Ich habe sogar einen deutschen Namen.
Franz, der deutsche Traum!
Das ist alles wahr. Das ist alles wahr.
Für sie seid ihr vielleicht unsichtbar, aber nicht für mich.
Weil ich mal war wie ihr.
Aber ich habe es hier zu was gebracht.
Ich bin hier. Schwarz.
Stark und ohne Furcht.
Ich bin Deutschland! Ich bin Deutschland!
Kommt, holt euch das Geld.
Give me some money.
Ja, Ja-.
"Ich bin Deutschland".
Ja, ich bin Deutschland.
Sehr gut. Sehr, sehr, sehr gut.
Hör mal,
dieses Wochenende gibt's eine Party.
Eine Art Kostümball.
- Kostümball? - Ja, in Evas Club.
Saufen und Mädels gehen auf mich. Dein Miezchen ist auch eingeladen.
-Mieze.
Wird Zeit, dass ich die kennenlerne. Oder willst du sie ewig verstecken?
Okay, okay. Ich frag sie.
Schönchen. Kostüme bring ich mit.
Hallo?
Ja, hier ist Kitty.
Hallo, Andre.
Nee, ich bin grad nicht verfügbar.
Nee, tut mir leid.
So viel für ein Privatdinner?
Aber nee, es geht gerade nicht.
Ist 'n schlechtes Timing. Okay, ciao.
Hallo.
Vogelhochzeit.
Das war doch sauteuer, oder?
Ich hab das Geld.
- Gefällt es dir? - Ja, es ist so schön.
Mieze, ich muss noch mal los.
- Kleine Party. - Ja!
Wir gehen erst was essen, und dann gehen wir auf die Party.
Aber du bist schwanger.
Ja...
Franz... Ich mach hier einen auf Family, und du machst nicht mit.
Das geht nicht.
Oder ist es, weil ich jetzt fett bin. Schämst du dich für mich?
Nein. Aber diese Leute...
Die sind nicht das Richtige für dich.
Ja?
Das sind...
Was? Kriminelle?
Franz, wir sind auch keine Engel.
Aber ich versuch's zumindest.
Gut sein.
Du kannst nicht mitkommen, Mieze. Ich will das nicht. Verstehst du?
Hallo, Andre. Hier ist Kitty.
Ich wollte sagen, ich komm jetzt doch.
Meine Damen und Herren. Herzlich willkommen in der Freakshow!
Dies ist die neue Welt. Gebaut aus Dreck und Puderzucker.
Wir sind die neuen Deutschen.
Wir haben uns für uns entschieden.
Die Transe, die schwarze Amazone,
der einarmige Bandit.
Es ist nicht, was du hast, es ist, wie du es trägst.
Willkommen in der Freakshow.
Hey, Leute. Amüsiert ihr euch?
- Ottu. - Hey.
- Wo ist Reinhold? - Er kommt etwas später.
Was ist das?
Dein Kostüm natürlich.
Franz!
Wie siehst du denn aus?
Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Hast du dir das ausgedacht?
Reinhold.
Passt.
Ich finde es witzig.
Ich finde es demütigend.
Hättest du je gedacht, dass ich es mal so weit bringe?
Ich habe da nie dran gezweifelt.
Du warst schon immer was Besonderes.
Ich mein das.
Du hast vom ersten Moment an Eindruck gemacht.
Warum sagst du das jetzt?
Damit du das weißt.
Damit dir nie jemand etwas anderes erzählen kann.
Nicht ich, nicht die.
Franz!
Franz, lass uns tanzen gehen.
Auf geht's, Bantu-Bantu.
Danke.
Cheers.
Mmh, schmeckt fantastisch. Was ist das?
Ich habe keine Ahnung.
Ich hab gesagt: "Bringen Sie mir das Teuerste, was auf der Karte steht."
Bist wirklich 'ne schöne Frau.
Danke. Du bist auch nicht übel.
Kann ich 'n Foto von dir machen?
Okay.
Achtung. Cheese.
Nie...
ohne...
zu fragen.
Warum wolltest du unbedingt mich treffen?
Du hast was Geheimnisvolles.
Und ich mag Geheimnisse.
Ich habe auch welche.
Was könnte das sein?
Was könnte das sein?
Machen wir 'n kleines Spiel draus.
Erstes Geheimnis: Ich heiß nicht Andre.
Du aber auch nicht Kitty, oder?
- Das ist ja mal 'ne Überraschung. - Oder?
Ich verrate dir mehr, wenn du mir deinen Namen verrätst.
Ich heiße Kitty.
Komm, ich sag dir auch meinen Namen, dann sind wir beide Nackedei.
Okay. Du zuerst.
Wie heißt du?
Gleichzeitig?
Ja.
- Eins. - Zwei.
- Sonja. - Reinhold.
Sonja ist viel schöner als Kitty.
Hast du Angst?
Musst du nicht haben.
- Was wird denn das hier? - Was denn?
Ich weiß, wer du bist.
Ja?
Hat Franz von mir erzählt?
Nee, der nicht.
Aber andere.
Lern mich doch erst mal kennen.
Ich bin Franz' Freund. Ich würde sogar sagen, sein bester.
Sein bester?
Weiß er denn, dass sein bester Freund hier ist?
Nee.
Ich wollt dich einfach mal sehen. Franz' große Liebe.
Was genau habt ihr beide miteinander zu schaffen?
Hat der Franz wirklich nichts erzählt?
Verschwiegen wie 'n Grab ist der.
Also der Franz und ich, das ist 'ne ganz große Kiste.
Ich habe den von der Straße aufgekratzt,
aufgepäppelt, dann haben wir zusammen gewohnt.
Und jetzt hält er mir die Treue. Wie so 'n Hund.
Und was Ist mit seinem Arm?
Na, der ist ab.
Hast du damit was zu tun?
Das Geheimnis ist 'n bisschen groß fürs erste Treffen, nicht?
Schön. Ein zweites wird's aber nicht geben.
- Schönen Abend noch. - Moment.
Von dir will ich auch noch was wissen.
Was noch? Meinen Namen kennst du schon.
Ja, aber du hast mich angelogen, Mieze.
Emilie Pasulke. Halt mich doch nicht für blöde.
Dann weißt du jetzt alles.
Wir haben 'ne Stunde ausgemacht. Ist noch reichlich Zeit.
Jetzt guck doch nicht so.
Ich will dir doch nichts Böses.
Bin doch der Reinhold.
Kein Unhold.
Hast gesagt, mit Hand oder Französisch.
Mir gefällt beides.
Alles okay, Eva?
Nichts ist okay.
Hallo, Eva.
Du, tanz doch mal so richtig schön ab.
Du hast es wirklich angezogen.
Franz, ich muss dir was erzählen.
Hach...
Franz, ich hatte einen herrlichen Abend.
Ich habe mich verliebt.
Wirklich.
Sie heißt Sonja.
Und ich beneide jeden, an dem sie Hand anlegt.
- Ist das alles? - Nein.
Happy birthday to you.
Aber heute ist nicht mein Geburtstag.
Doch, dein erster. Erinnerst du dich nicht?
Genau vor einem Jahr haben wir dich getauft.
Zwei Tickets, erste Klasse nach Teneriffa,
Fünf-Sterne-Hotel, für dich und deine Süße.
Nee! What?
- Francis Cabeça de Castor. - Das ist nicht mein Name.
Das ist dein Name.
- Vielen Dank. Vielen Dank! - Gerne.
- Lass mal feiern. - Ja, aber nicht hier. Bei mir.
Es wird Zeit, dass du meine Mieze kennenlernst.
Sicher?
Ja.
Ja. Ja, ja, ja. Ja.
Mieze?
Mieze!
Mieze.
Ich versteh nicht, wo sie ist.
Na ja, dann lern ich sie ein andermal kennen.
Ja, vielleicht.
- Also... - Aber was trinken wäre schön.
Whiskey.
Ach, das ist sie.
- Warte hier. - Ja.
Mieze, wo warst du?
Franz...
Hey, was ist denn los?
Alles okay?
Mieze, was ist denn los?
Franz, wir müssen weg hier.
- Was? - Ja, Franz. Ja, weg.
Weg von hier. Weg aus Berlin. Weg von dem Ganzen.
"Ganzen" was? Warum?
Weil's uns kaputt macht.
- Weil Reinhold uns kaputt macht. - Reinhold?
- Du kennst ihn nicht! - Ich weiß genug über den.
Das ist ein hinterfotziges Arschloch! Ein abgefuckter Hund ist das.
Bitte, Franz. Bitte, bitte, bitte!
Lass uns einfach gehen.
- Bitte, Franz. - Jetzt?
- Bitte, Franz! Ja. - Pass auf.
Reinhold und ich, wir machen unsere...
Ich weiß! Ich weiß, dein bester Freund.
- 'n ganz Besonderer. - Bitte!
Mensch, Franz! Mach doch mal die Augen auf.
- Reinhold ist krank. - Nein.
Der ist gestört! Der ist geisteskrank!
Seitdem du mit dem rumziehst, bist du anders.
Ja, ich bin anders!
Ich bin kein Idiot mehr, der den ganzen Tag hier rumsitzt.
Ich muss was tun. Ich bin ein Mann! Bitte.
Ein Mann?
Ein Mann wie Reinhold?
- Was bist du für ein Mann, Franz? - Psch!
Ein Mann passt auf seine Familie auf.
Psch.
Und macht sich nicht zum Bimbo von 'nem Psychopaten.
- Stop this! Stop! - Nein!
- Stop It! - Nein!
Hey, Franz.
- Was denn? - Stopp. Stopp!
- Hör auf. Komm raus. - I'm sorry!
Es tut mir leid! Es tut mir leid.
Nein!
Lass mich.
Lass mich, lass mich, lass mich bitte!
Why?
Franz. Ich mach mir Sorgen um dich.
Guck mal.
Das ist die Kelly.
Die kennst du ja.
Auf Empfehlung von Dr. Reinhold.
Na.
Bist du traurig?
Da können wir was gegen machen.
Bitte. Bitte.
Kelly!
Ich bin's.
Franz.
Franz.
Erkennst du mich nicht?
-Franz?
Kennst du mich nicht mehr?
- Willst du nicht Spaß haben? - Bitte, stopp, stopp!
- Kelly. - Nur ein bisschen Spaß.
Was ist passiert?
Was ist passiert?
Reinhold sagt, ich soll lieb zu dir sein.
Reinhold?
Reinhold ist nicht gut für dich.
Geh.
Eva, bitte mach auf.
Mieze!
Eva?
- Eva. Ich muss mit Mieze sprechen. - Sie will nicht mit dir sprechen.
- Bitte, nur kurz. - Du machst alles nur schlimmer.
Geh einfach.
Mieze.
Sprich nicht mit ihm.
Es tut mir leid.
Ich weiß.
Ich weiß doch, Franz.
Aber in dir sind zwei.
Den einen, den ich so sehr liebe.
Und einer, der alles kaputt macht.
Der liebt mich nicht.
Der liebt den Tod.
Mit beiden kann ich nicht leben.
Ich werde besser. Ich mach es wieder gut.
Ich schwör, Mieze. Ich schwöre.
Franz.
Schwör's nicht für mich.
Du musst es selber wollen.
Ich will doch.
Dann weißt du, was du jetzt tun musst.
Setz dich.
Ich hab gerade 'ne Süße am Haken. Die ist der Hammer.
- Willst du mal sehen? - Nein.
Ich liebe Mieze.
Ich liebe Mieze, ich liebe Mieze...
Jetzt guck doch wenigstens mal drauf, Mann.
Ich steige aus.
'n Fotzenknecht.
Na...
Ich habe mir das gedacht.
Ich werde loyal sein.
Ich werd dich nicht verraten.
Ich weiß.
Okay.
Du musst warten, bis ich Ersatz hab.
Einfach aussteigen funktioniert nicht.
Meins!
Ottu weiß schon fast alles. Ich werd mit ihm die Runde machen.
Einen Monat?
Einen Monat.
Gut.
- Ist noch was? - Nein.
Wer ist das?
Schön, dass wir uns wiedersehen.
Nachdem das letzte Mal ein so unschönes Ende nahm.
Wie geht's dir denn?
Ich will, dass du Franz und mich in Ruhe lässt. Ein für alle Mal.
Und was hab ich davon?
Franz war 'ne große Investition.
Also wär's auch 'n großer Verlust. Da will ich Kompensation.
Wie viel?
Ich will euer Kind.
Ich mein das ernst!
Ich auch.
- Gib mir 20000, dann ist gut. - Zehn.
- 20. - 15.
- Nein, 20! - Okay!
Abgemacht.
Lass mich wieder aussteigen.
Wolltest du nicht wissen, was mit Franz' Arm passiert ist?
Was ist denn mit seinem Arm passiert?
Gut! Ich mach 'nen Vorschlag.
Wir machen 'nen Ausflug, ich erzähl dir alles,
und dann, ich schwöre, halt ich mich fern von euch.
Ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier.
Das hatte sieben Häupter und zehn Hörner.
Und das Weib war bekleidet mit Gold und edlen Steinen.
Und hatte einen Becher in der Hand voll Gräuel und Unsauberkeit.
Und an ihrer Stirn geschrieben ein Geheimnis.
Die große Hure Babylon.
Trunken von dem Blut der Heiligen.
Und ich verwunderte mich sehr, da ich sie sah.
Hier kommt der Franz her.
Und die einzige Alternative zu dem Dreck war ich.
Und jetzt bist du's.
Aber der Franz hat keine Ruhe.
Der kommt wieder zu mir. Da kannst du gar nichts gegen machen.
Ich schwöre dir, ich lass ihn in Ruhe.
Aber das wird nichts helfen.
Geht's?
Ich beneide euch.
Wirklich.
Wie Ihr euch liebt.
Ich kenne das nicht. Ich hab das nie kennengelernt.
Mein Leben war von Geburt an ein einziger Scheißdreck.
Zu lieben...
Ich weiß nicht, wie das geht.
Wie Ist das?
Schön ist das.
Du?
Ja?
Du musst mir was sagen.
Ja.
Was?
Was ist passiert mit dem Arm vom Franz?
Ich sag's dir.
Aber vorher gibst du mir 'nen Kuss.
Ja?
So wie du Franz immer küsst.
Mit Liebe.
Sprich.
Wir haben einen Bruch gemacht.
Der Franz und ich, Pums und die anderen.
Wir waren auf der Flucht. Auf der Landstraße.
Und plötzlich...
hat der Franz die Nerven verloren.
Nicht weil er Angst hatte oder ich ihn da mit reingezogen hab,
sondern weil's ihm richtig gut gefallen hat.
Und dann?
Und dann hab ich gedacht, wenn er nicht zu sich stehen kann,
dann muss er über die Klinge springen.
Dann mach ich Schluss.
Und dann hab ich ihn aus dem Auto geschmissen.
Das war 'n Liebesdienst.
Hey. Alles okay?
Ja.
Was soll sein?
Kannst jetzt gehen, ich brauch dich nicht mehr.
Sicher?
Ja.
Okay.
Wir sehen uns, Mann.
Alter, deine Hand ist eiskalt.
Danke. Danke für alles.
Mein Bruder.
Mieze, Franz.
Mieze?
- Polizei! - Polizei! Auf den Boden!
Wer kann bestätigen, dass Sie in der Hasenheide waren?
- Alle. - Namen?
Fufu, Mankara,
Mr. Big Mac und Döner Kebab.
Nein, nein.
Das stimmt nicht.
Du lügst! Fick dich!
- Fick dich! - Hey, hey, hey.
Jetzt ist Franz' irdischer Weg zu Ende.
Es ist nun Zeit, dass er endgültig zerbricht.
Danke.
Der Tod hat sein langes, langsames Lied begonnen.
Wie kann ein Mensch nur so viel überleben?
Ersaufen tut er nicht.
Dann wirft man ihn aus dem Auto,
und er will und will nicht aufhören zu leben.
Man muss ihm erst das Herz brechen, damit das hier zu Ende geht.
Franz, du hast die Augen nicht aufgemacht.
Du schaust dir die Menschen nicht an. Hast du keine Augen?
Wie blind bist du gewesen?
Als Ottu dich verraten hat,
bist du zusammengeklappt wie ein Taschenmesser.
Du hast nur auf einen Grund gewartet. Aber als dich der Reinhold packte...
Reinhold, du Hurensohn.
Ich hasse dich.
Ich hasse dich.
Was gibt's da zu lachen? Was gibt's da zu lachen?
Was gibt's da zu lachen?
Ich hasse dich.
Hast dir geschworen, keiner soll mich mehr zwingen.
Hören wolltest du mich nicht. Wolltest niemanden hören.
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod.
Anstatt mal zu überlegen. Anstatt mal den Grips zusammenzunehmen.
Als der dich unters Auto schmiss,
da bist du nicht zusammengeklappt, da wolltest du stark sein.
- Sag "Schande". - Sag "Schande".
- Schrei "Schande". - Schrei "Schande".
Sag "Schande". Schrei "Schande".
Ich kann nicht.
Hör auf zu lachen.
Hör auf zu lachen.
Sonst schlag ich dir den Schädel ein.
Vor dir der Gipfel des Glücks, und du willst stark sein.
Groß sein.
Nimmersatt.
Du prahlst mit deinem Glück vor Reinhold, dem Schurken.
Dem Fresser von zerbrochenem Fleisch.
Sie ist zu dir gekommen.
Sie war lieblich, sie hat Freude an dir gehabt, und du?
Nein!
Mieze. Mieze. Ich wollte dich nicht umbringen.
Aber jetzt gehörst du mir.
Vater! Warum?
Lieben ist leiden.
Warum hast du mich hierhergebracht?
Leben...
Du hast mich im Stich gelassen.
„..Ist lernen.
Warum?
Wie kann ein Mensch nur so viel überleben?
Du hast mich aufgegeben.
Ersaufen tut er nicht.
Ich wollte doch nur gut sein.
Da wirft man ihn aus dem Auto.
Besser!
Du hast mich verraten.
Er will nicht aufhören zu leben.
Muss ihm erst das Herz brechen, damit das hier zu Ende geht.
Mieze!
Ich wollte gut sein.
Reinhold...
Ich verfluche dich.
Gestorben ist er in dieser Abendstunde.
Franz, vormals Francis.
Menschenschlepper, Schwarzarbeiter, Drogenhändler,
Zuhälter und Einbrecher.
Sag "Schande".
Schrei "Schande" ”.
Tschüss.
Jetzt steht er da vor dem Tor des Tegeler Gefängnisses
und ist frei.
Seine Schuld ist abgegolten.
Francis.
Und ein kleines Wunder schenkt ihm das Schicksal nach all der Mühsal.
Unser Kind.
Es hat überlebt.
Ein neues Leben in einer neuen Welt.
Wir sind am Ende dieser Geschichte.
Wir sind auf einer dunklen Allee gegangen.
Aber Francis ging nicht wie wir die Straße entlang.
Er rannte drauf los, stieß sich an Bäume,
und je mehr er ins Laufen kam, umso mehr stieß er an Bäume.
Und wie er an die Bäume stieß, presste er entsetzt die Augen zu.
Und je mehr er sich stieß, umso entsetzter klemmte er die Augen zu.
Mit zerlöchertem Kopf, kaum noch bei Sinnen,
fiel er schließlich hin.
Wie er hinfiel, machte er die Augen auf.
Da brannte die Laterne hell über ihm, und ein Schild war zu lesen.
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