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Arbeitsgemeinschaft "TOR" zeigt
Den Film nach einem Roman von Emil Zegadłowicz
Szenarium
Kamera
Regie
Schaut nur auf die wunderbare Welt der Natur.
Was glaubt ihr, gibt es darin nicht etwa ein ähnliches System
des Gehorsams gegenüber
der unendlichen Weisheit Gottes,
der ein Herr des Weltalls ist?
Selbst die gewöhnliche Fliege dient derselben Idee,
der ewigen Glückseligkeit und Harmonie.
Ja, meine liebe Schafe,
preiset unseren Herrn für Sonnenschein und Regen.
Alles hängt von ihm ab.
Alles geschieht durch seinen Willen und mit seinem Wissen.
Was blökst du, blödes Schaf?
GESPENSTER
Tośka ist jetzt dran.
Ich mach' Licht, mach' es aus...
Komm, Geist...
Da habe ich ihn!
Hast geträumt?
Das waren nur Nachtgespenster.
Warum wohnt Mama nicht mit uns zusammen?
Sie mochte immer Einsamkeit lieber.
Wir beide sind ihr "zugestoßen".
Sie ist nicht Schuld daran.
Wir sind so einsam.
Iß doch.
Äpfel sind schönes Obst.
Selbst nach ihrem
Tod duften sie noch.
Spürst du ihren Duft?
Bimm-Bamm, ein Träumer, ein Traum...
Hast schon verzaubert?
Mama!
Ach, bist du besudelt!
Ich würde so gerne, irgendwo in der Ferne
ohne Wehmut gedeihen, mich von dem Schmerz befreien.
Ich kann's nicht tun.
Soll ich etwa sagen: Lieber Kollege,
nehmen Sie meinen Sohn auf?
Was wäre denn falsch dabei?
Ich glaubte, du verstehst das.
Und wird er nicht aufgenommen?
Gut, ich gehe selbst hin.
Wo sind wir?
In der Schule.
Gut.
Aber merk dir: das ist keine gewöhnliche Schule,
sondern ein Kaiserlich- Königliches Gymnasium.
Und wo befindet es sich?
In Wołkowice.
Was ist das für eine Stadt?
- Eine polnische... - Eine galizische Stadt.
Wiederhol das!
Galizisch.
- Wem gehört Galizien? - Österreich.
Der Österreichisch-Ungarischen Monarchie! O Gott!
- Wer herrscht in der Monarchie? - Franz Joseph I.
Von Gottes Willen Kaiser Franz Joseph I.
Was ist dein Vater?
- Er ist pensioniert. - Was ist er also gewesen?
- Ein Professor. - Ein kaiserlich-königlicher Professor!
Wie heißt du?
Mikołaj Srebrny.
Bist' ein Sohn von Michał Srebrny, der mit mir in Krakau unterrichtet hat?
Jetzt wohnt er hier in Poręba.
- Er mußte in Pension gehen. - Naja, ist auch nicht verwunderlich.
Manche seiner Äußerungen in der Schule...
Verzeihung!
Sag Vati, er soll mal vorbeikommen.
Wir wollen über die alten Zeiten plaudern.
Na, geh schon. Du bist aufgenommen.
Freust du dich?
Nein.
Ficksalmento!
Ich hab' Mikołaj hergebracht.
Warum sagst' es nicht gleich, alte Tunte, du!
Miki ist zum Onkel gekommen!
Von wegen Kultur!
Was schaust du so?
- Du wirst hier wohnen. - Und Mama?
Bei der Oma.
Sei still! Wozu soll das der Junge hören?
Ficksalmento!
Her mit dem Wodka!
Alles ist eine Folge der Erbsünde.
Marecki, schlaf nicht!
Wenn unsere Ureltern nicht den Apfel vom Baum der Erkenntnis
gegessen hätten, würden wir im Paradies leben.
Es ist, leider, anderes gekommen.
Seit dieser Zeit
bedrängt uns der Teufel,
flüstert uns das Schlimmste vor,
um uns möglichst schnell in die Hölle zu kriegen.
Jeder von uns hat seinen Teufel.
Srebrny!
Was habe ich von den Teufeln gesagt?
- Es gibt gar keine Teufel. - Setz dich. Wie?
Was hast du gesagt?
Es gibt keine Teufel, sagst du?
Und die Hölle?
Gibt es sie etwa auch nicht?
Wer hat dir das gesagt?
Vater.
Sehr schön! Vati...
Alter Pantheist!
Du fürchtest also keinen Teufel?
Nein.
Aber mich wirst du fürchten!
Dein Vati wird die Moral hier nicht zerstören!
Betet: Gegrüßet seist du, Maria...
Ruhe soll da herrschen!
Mistvieh Janas!
Schlecht!
Mistvieh Kosek! Ganz falsch geschrieben.
Mistvieh Rzepecki!
Sehr schlecht!
Mistvieh Srebrny - 'n Vollidiot!
'n absoluter Wasserkopf!
Er tut besser dran, die Schule aufzugeben
und zum Schuster in die Lehre zu gehen!
An'n Schusterleisten ran!
Du wirst so'n Quatsch nie wieder schreiben, ja?
Du tust' nie wieder, ja?
Hau ihm einen auf den Necken?
Auf die Pfoten!
Lachen!
Lachen sollt ihr,
Lumpenpack!
Schüler Srebrny wird zum Herrn Direktor gebeten.
Der Junge ist nicht schlecht, aber stets in Gedanken versunken.
Dabei selbständig!
Und das ist das Schlimmste!
Da muß man aufpassen.
Stets und ständig aufpassen.
Ja, das ist wahr!
Die Erziehung beim alten Vater!
Und die Mutter, wir wollen uns doch nichts vormachen...
Alle wissen das ja.
Er horcht gleichsam nach innen.
Und in der Schule muß man nach außen hinhorchen.
Ja, Frau Adjunkt.
Gehorchen muß man, natürlich, überall und immer.
Darauf gründet sich der Staat.
Die Patschen reiß' ich euch ab!
Schau mal, was sie gemacht haben!
Sie werden entschuldigen.
Na, ihr Mistviecher!
Wer hat's gemacht?
Ich frage euch, blöde Mistviecher!
Redet, Mistviecher!
Wer?
- Wie heißt du? - Jan Stukło.
Bist du es gewesen?
Nein.
Also du?
Daß du dich aber nicht bedudelst!
Du sagst dem Professor, dich plage Sodbrennen.
Ein bißchen sind Sie selber daran schuld.
Das bin ich.
Ach nein, danke.
Ein Sodbrennen plagt mich.
Aber ein Gläschen doch!
Sie sollten den Jungen rügen.
Ich habe das auch vor.
Mik, komm her...
Ich möchte
mit ihm allein abrechnen.
Das ist so meine Methode.
Es ist schlecht um uns bestellt.
- Ich fahre nicht mehr hin. - Das ist eben nötig.
"Dich erwartet das Allerschönste;"
du kommst aus dem Wirrwarr heraus.
Eine Rettung für dich und für andere.
Nicht viele, aber das sind die besten,
Es gibt überall so viel Angst, Heuchelei...
Ich wollte dich davor schützen. War es richtig?
Ich glaube, ja.
Die gemeinsamen Jahre
und einige meiner Gedanken
mögen dir Hilfe und Zuflucht gewähren.
Irgendwann mal baust du sie selber aus.
Ich möchte, daß du unter vielen Enttäuschungen
nie von meiner Liebe enttäuscht wirst.
Von der so kurzen Liebe...
Prost, Mik
- Und fängt der Katechet wieder an? - Nimm's dir nicht zu Herzen.
Das ist eine Methode.
Weißt du?
Komm schon.
- Sollte der Professor... - Halt die Klappe!
Er lebt noch!
Aber sollte was passieren, muß das Gut uns gehören.
Das Huhn stochert herum, um ein Körnchen zu finden...
Mutti!
Nun werdet ihr mal christlich zusammen sein.
Du mußt den alten Knacker nicht mehr ernähren.
Und du? Fährst du mit Wacław aufs Land?
Ich möchte mit der gnädigen Frau und Mikołaj bleiben.
Wenn Sie es erlauben.
Das will ich selbst entscheiden.
Wieviel zahlte dir Wacław?
- Sechs Zloty. - Monatlich?
Pro Woche.
Bei mir bekommst du zwei.
Zeig mal deine Hände.
Krumm die Finger.
Aus dir wird kein Musiker werden.
Aber das macht nichts.
Du hast Vati geliebt, ja?
Ja.
Ich weiß.
Ich bin krank.
Du wirst allein bleiben.
Mögest du ein besseres Leben haben!
Ich glaubte, du bleibst hier.
Aber halte dich fern von diesem Haus,
von dieser Straße, von Wołkowice...
Hier lauert überall der Tod.
Ich kann dich nicht lieben.
Vergib mir das.
Höre nicht darauf, was du mal von mir hörst.
Vielleicht vergibst du's mir.
Vielleicht vergibt mir Gott.
Na, siehst du, lauter Schulden.
Wir müssen sparsam Leben.
Du mußt mir das ganze verdiente Geld abgeben.
Aber ich wollte sparen...
Für Mikołaj.
Glaubst du, ich will nicht für Mikołaj sparen?
Würde ich hier Stunden geben,
könnte ich mehr verdienen.
Fremde Leute besudeln gleich alles...
Daß das Licht nicht zu lange brennt!
Wer soll das dann bezahlen.
Sie ist betrunken.
Ich weiß.
Bist du mal im Theater gewesen?
Nein.
Und im Zirkus?
Im Zirkus ja.
Spiel mir was vom Zirkus vor.
Oma wird uns anschreien.
Ein andermal. Schlaf schon.
Mama!
Das ist eben Mikołaj.
Sag schön "Guten Tag".
Ein hübscher Junge.
Ein bißchen abgezehrt.
Sind deine Hände sauber?
Sauber.
Na, geh schon.
Weiß du, was eine "Kurwa" ist?
Na, klar.
Curvus, curva, curvum...
Bist aber doof! Nicht darum geht's.
Worum denn sonst?
Um eine Frau, die sich ganz nackt auszieht.
Dann wird sie beritten?
Wieso? Wie wird sie beritten?
Sie wird eben beritten!
Baśka wird mich etwas reiten lassen.
- Das ist doch deine Schwester! - Na und?
Ich kann mit ihr alles machen!
Was willst du?
Ach nein.
Ich wollte dich nur fragen, ob wir mit dir...
Hör auf!
Wie du willst!
Ihre Kinder sind artig wie Engelchen.
Zu Gast sollen sie sich bescheiden benehmen.
Darf ich ihnen etwas Kirschen geben?
Wilhelmine, das reicht doch schon.
Liebe Kinder,
eßt alles auf, dann seid ihr kerngesund.
Von den Kirchen wächst man wie Pilze nach dem Regen.
Mik, hol mal noch etwas Tee.
Bring Basia Tee.
Ich soll Tee holen.
Schläfst du noch nicht?
Na, träum was Schönes.
- Hast du kein Fieber? - Nein.
Schweine! Schweine!
Hast was Böses geträumt?
Nichts.
Das waren nur Nachtgespenster.
- Willst du etwas? - Einen Apfel.
Jetzt gibt es keine Äpfel.
SÜNDE DER UNKEUSCHHEIT
Hütet euch vor ihr.
Sonst werdet ihr im Höllenfeuer verbrennen.
Die Satane werden euch zerreißen, und die Gliedmaßen
zusammenwachen lassen, damit eure Qual kein Ende nehme.
Es gibt nur einen Ausweg:
Sündentilgung,
also das...
Sakrament der Buße.
Nichts darf verheimlicht werden, der Satan lauert darauf.
Die Lüge ist eine schreckliche Sünde.
Alle Sünden
ergeben sich aus der Lüge.
Was willst du, blödes Schaf!
Marecki lügt immer, Hochwürden.
Weißt du, warum du's sagst, liebes Kind?
Weißt du's nicht?
Weil sich dein Seelchen gegen das Böse sträubt.
Marecki wird ewig in der Hölle bammeln.
Die ganze Ewigkeit lang!
GEWISSENSFORSCHUNG
Man darf seinen Leib nicht entblößen.
Der Satan lauert nur darauf.
Es ist, als öffnetest du die Tür und sagtest: Bitte schön!
Schaut, wie die Tränen der Reue seine Sünden umspülen.
Der Satan und das Böse verlassen ihn.
Aus seinem Mund kriechen Schlangen,
Frösche, Laufkäfer her.
Jetzt schleicht eine widerliche
Schuppenbestie heraus.
Wie ein Krokodil, wie ein Drachen.
Mit aufgerissenem, klaffendem Rachen,
mit nagelscharfen Zähnen.
Ein schrecklicher Gestank schlägt von dem Drachenodem!
Ich erkenne ihn!
Das ist die Sünde der Unkeuschheit!
Warum denn so spät?
Es gibt keinen Grund zur Eile.
Du mußt sie auch bezahlen.
Ist doch klar.
Her mit den Moneten.
Viecher! Müßt ihr ausgerechnet hier machen?
Hier oder in 'nem Puff, ist doch gleich.
Macht schnell, sonst erfriere ich hier.
Gott wird dich trösten, mein Sohn.
Ich möchte Gott dienen.
Das ist gut.
Nur, der Satan wird dich oft in Versuchung führen.
Morgen kannst beim Gottesdienst mitmachen.
- Willst du das? - Sehr.
Gib das Heft zurück!
Das ist der größte Träumer! Dekadenter Dichter.
Eine Jungfer voller weiblicher Tugenden.
Noch eine Jungfer.
Mein Freund Mikołaj Srebrny.
Mikołaj Srebrny. Notizen aus dem Leben.
In die Welt hinaus! O Poesie, sei mir hold.
Ich liebe dich, mein Leben.
Von den Menschen verbannt, gottverdammt, sterbe ich...
Das Leben tut weh, Vater.
Die Idee bricht zusammen, die Welt stürzt zusammen.
Ich beneide dich um deine Freiheit. Ich bin ein Niemand...
Ich kann nichts... Ganz richtig.
Der Tod, der Tod, überall der Tod!
Unnützes Leben, belangloser Tod, übrigens...
Überall dasselbe... Ade, mein Vater.
Ade, Mutter.
Balbina war meine reine Liebe.
Christus, bis gestern bist du mein Alles gewesen.
Ich glaubte, wider jede Hoffnung, wider Verstand.
Heut' sehe ich ein, daß dein Tod am Kreuz vergeblich war.
Vielleicht hast du dich selbst belogen?
Vielleicht kommst du wieder?
Vielleicht heilt dein Wort das bewegte Herzt?
Großes und Ewiges würden dann vergehen,
durch dich, Gott, der du ein Mensch bist!
Ich stelle euch Professor Chwostek vor.
Er wird Physik und Biologie unterrichten.
Kollege, ich wünsche Ihnen viel Geduld.
Die Physik ist eine große Lehre.
Die Kenntnis der Natur, der Soziologie...
Denn die ganze kapitalistische Gesellschaftsordnung...
Nieder damit!
Der Sozialismus...
Aber Pssst!
Er wurde hier strafversetzt.
Konspirierte mit den Schülern.
Die Sätze der Physik erfordern keinen dogmatischen Glauben.
Hier zählt das Experiment.
Hier zählt die Praxis.
Da muß man also riechen, probieren,
hören...
Ich beweise das mit einem
einfachen Experiment.
Diese Kugel kommt den Ring ganz leicht durch.
Das ist eines von vielen physikalischen Gesetzen.
Ich habe das wohl erwärmt. Verzeihung, ich kühl's gleich ab.
Die in einer Flüssigkeit befindlichen Körper...
Das ist nicht von der Garnitur.
Auf dieses Experiment kommen wir nächstes Mal zurück.
Den 2. Teil der Stunde bestimme ich
für Fragen und Antworten.
Ist das Pflicht?
Bei mir ist nichts obligatorisch.
Ach, noch eine Bitte. Die Fragen...
müssen sich nicht unbedingt auf die Physik beziehen.
Im Gegenteil: berührt Probleme des Lebens...
Fragt danach, was euch wirklich interessiert.
Auf das Experiment kommen wir noch zurück.
In der Natur geht nichts verloren!
Der Katechet sagt was anderes.
Das ist Metaphysik. Die Religion stimmt wohl!
Meinst du?
Die Wissenschaft ist eine Macht!
Das wirst du nie begreifen, Blödhammel!
Blödian!
Onanist!
- Du bist 'n Onanist! - Frömmler!
Sag mal,
willst du es wirklich?
Dafür fliegt man aus der Schule!
Sie bringt den Donner der Rache,
den Volkszorn, die Staat der Zukunft.
Sie ist vom Arbeiterblut rot,
vom Arbeiterblut durchtränkt...
Es muß Geld geben. Wie soll man sonst leben?
Im Geschäft nimmst du Mehl, Butter, Käse...
Eine Flasche Schnaps...
Anstatt zu zahlen, sagst: Gott, vergelt es, Genosse.
Na und?
Ich gehe nicht mehr in die Kirche.
Das stimmt nicht, du betest nicht mehr.
Suchst beim Gott keine Zuflucht mehr.
Laß mich.
Ich brauche den Glauben an Gott.
Aber der muß nicht römisch-katholisch sein. - Vielleicht.
Hei, Zukunft des Volkes, kommt!
Schau, Mikołaj, was für Gäste ich gebracht habe.
- Und die Tante? - Sie ist weg.
Ich kenne den "Hamlet". Das Leben ist 'n Dreck wert!
Komm, wir woll'n 'ne dufte Nummer stoßen.
Na, begrüß die Damen.
Der Champagner ist da.
Kommen Sie.
Nein, danke.
Haben Sie Angst von mir?
Nein, aber wo!
Dann setzen Sie sich doch.
Wissen Sie,
seinerzeit hatten wir einen Kanarienvogel, aber
- jemand ließ das Türchen offen... - Ist er weggeflogen, ja?
Die Katze hat ihn erwischt.
Heute will ich nicht. Vielleicht ein andermal...
Dann trinken wir einen Schluck.
Auf Ihr Wohl.
Siehst du, welches Unglück uns widerfährt?
Aber so ist eben der Wille Gottes.
Wenn jemand anormal ist, ist es besser...
Flicksalmento.
Morgen bringe ich sie nach Krakau zum Arzt.
Weißt du überhaupt, was das kosten würde?
Psst! Ich sage schon kein Wort mehr.
Ich habe nichts geschrieben.
Doch, du hast etwas geschrieben.
Das sind nur Notizen.
Lies das vor.
Das eignet sich nicht...
Schade um die Zeit. Lies mal!
Ein Wachtraum ist ein Alptraum,
die Wirklichkeit eine Pein. Der Traum ist 'ne Erlösung.
Ein guter Wachtraum verlängert den Traum,
ein böser ist eine schlaflose Furcht, ein Leben darin wäre unnütz.
Den letzten Satz noch einmal.
Ein böser Wachtraum ist eine schlaflose Furcht,
ein Leben darin wäre unnütz.
Nein! Es gibt gar keine Seele.
Es gibt nur ein Gehirn.
Im Tode hört es auf zu funktionieren.
Und wenn der Mensch stirbt...?
Stirbt dann alles, war er gefühlt und gedacht hat?
Was geschieht z.B. mit den Träumen?
Was?
Oder ist das Leben nur eine Art Traum, aus dem wir nach dem Tode erwachen?
Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele läßt uns leben.
Wir brauchen 'ne Revolution, Beseitigung der Ausbeutung.
Manipulation mit dem Glauben lehne ich ab.
Empfinden Sie denn nichts, was außerhalb
der physikalischen Definitionen liegt?
Sie wissen doch, daß Sie Unsinn reden.
Wissen Sie, wer's erfunden hat?
Die Pfaffen!
Um uns von wichtigen Fragen abzulenken.
Die Menschen sterben des Hungers. Das ist 'n wichtiges Problem.
Das wissen Sie doch.
Verzeihung.
Denken Sie daran: Es gibt keine Seele.
Es gibt nur Gott!
Es gibt nur ein Gehirn.
Eigentlich bin ich nur
zum Teil Physiker.
Danke.
Sechs Kreuzer?
Wofür brauchst du sie?
Eine Schauspielerin aus Krakau wird Gedichte vortragen.
Gedichte?
Du bist ganz wie dein Vater.
Immer nur Bücher und kein Geld!
Aber in der Schule wurde uns gesagt...
Ich werde dich in die Lehre schicken.
Das Handwerk macht sich jetzt bezahlt.
Eine Künstlerin! Wysocka!
Seit Zofias Tod müssen wir sparsam leben.
Wir müssen sparen.
War es denn früher anders?
Sonst hätte sie sich behandeln lassen können.
Was glaubst du, bin ich daran schuld,
daß meine Tochter gestorben ist?
Weißt du denn nicht, wofür das Geld ging?
Für deinen Unterhalt, für deine Bildung. Ach du!
Willkommen, Herr Professor.
Eine Karte bitte.
Gehen wir nicht in Wysocka?
Guten Tag, Herr Professor.
Warum? Es lohnt sich ja.
Ich habe noch etwas zu erledigen.
- Eine mit Schülerermäßigung, bitte. - Der Name des Schülers?
Was ist das für 'n Brauch?
So ist die Verordnung.
Mikołaj Srebrny.
Ich hörte der Adler mächtige Schwingen gegen die Lüfte,
gegen die Wolken ringe, wie zwei griechische Schiffe,
die gen Pereser ziehen.
Eine Tollsucht überkam mich, ein rostiges Schwert jagte ich
ins Herz der Geliebten und lief in den Urwald.
Gott hat mich verdammt, wie ich ihn verdammte.
Seitdem
kennt mein Herz keine Furcht und keine Sprache mehr
denn das düstere Gedröhn der Wellen...
- Alle? - Ein Beil in der Hand,
steuerte ich kühn der Sonne entgegen.
Zwei Adler und ich, ein Mensch...
... allein.
Und wär' ich
kein versteinerter Druide gewesen,
kein Gott ohne Ewigkeit,
kein König ohne Krone,
wäre ich kein rasender Meervogel, gezeichnet von schwarzer Pein,
wäre ich nicht wie ein Trauerlied,
das über den Grüßten schwebt, würde ich euch den Weg weisen,
würde euch zu Thermopylen führen.
Das ist ein Skandal!
Im Schnee schimmern goldene Sumpfdotterblumen,
lilafarbener Safran, blasser Ampfer grüßen die Sonne.
Wir sind des Todes.
Du kannst uns in der Lichtgarbenrose erlösen.
Die Sonne höhnt am Himmelsblau:
die Rosen werden welk, die Fliederblüten werden dämmern.
Ich will euch rächen, in den dunklen Wolken
entreiße ich euren Tränen einen Blitz.
Brülle, mein Gewitter, verwirr die Schnüre,
mit denen mich der elende Zwerg - die Erde fesselt,
und wo in den Lüften der Geist verstummt,
zerbröckelt mein Herz im inneren Feuer,
zu einem kabbalistischen Poem der Natur...
Und was konnte ich erringen,
ich - eine Feldblume, so schön und so gescheit?
Ein stilles, unbegreifliches,
unermeßliches Leid.
Professor Chwostek wurde entlassen.
Ohne Motivierung.
Warum wurde er entlassen?
Er war eben eine Individualität.
Und das ist immer unbequem
und gefährlich.
Ich führe jetzt Unterricht.
Es gibt wichtigere Sachen.
Andrzej Durski, Adolf Świostek.
Michał Zylski.
Herr Wachtmeister will mit euch reden.
Ihr müsst begreifen,
liebe Jungen,
daß es Probleme gibt,
die mich zutiefst beunruhigen und betrüben.
Eure Kollegen werden verdächtigt,
einem illegalen Verein anzugehören,
der sich zum Ziel setzt, den von Gottes Gnaden
herrschenden Kaiser zu stürzen...
... und eine Anarchie herbeizuführen.
Ich hatte nie gedacht, daß unsere pädagogische Mühe
so vergeblich sein würde.
Setzt euch.
Erinnert ihr euch an zwei Literaturgestalten,
die von unserem unsterblichen Dichter Mickiewicz gezeichnet wurden?
Gerwazy und Protazy.
Der Dichter hat das Schicksal unseres Staates geahnt.
Das ist doch eine Verkörperung von Österreich und Polen.
Sagt Österreich: "Ja, Herr Protazy",
antwortet Polen:
"Ja, ja, Herr Gerwazy".
Nicht alle haben aber, leider,
aus dem großen Epos "Pan Tadeusz" Lehre gezogen."
Sie verstehen nicht, daß sie sich gegen Protazy richten,
wenn sie Gerwazy schlagen.
Eure kollegen haben sich als schlechte Polen erwiesen.
Es lebe Sozialistische Partei Polens.
Leckt mich am Arsch mit eurer Polizei und eurem
operettenhaften Kaiser.
Du wirst angeklagt, 3 Kollegen ausgeliefert zu haben.
Du bist auch am Tod Professor Chwosteks mitschuldig.
Das ist nicht wahr.
Warum hast du das getan? - Ist nicht wahr, ich will's beweisen.
Das ist alles doch fingiert, das wißt ihr doch!
Glaubt ihr mir nicht?
- Eine Zigarette. - Ein andermal wird er
einen von euch anklagen.
Ich würde doch nie jemanden verraten.
- Marecki, du bist... - Alle rauchen.
Laßt mich los!
Hat sich naß gemacht, die Sau!
Die Revolution ist mit Gewalt zu machen.
Eine Gruppe wie unsereiner
muß die Massen aufklären.
Glauben und Gesetze aufzwingen...
Woher nimmst du das Recht darauf?
Bleib noch, geh noch nicht weg!
Laß mich in Ruhe!
Wirst schön im Bettelein liegen.
- Damit man mich ertappt! - Du kriegst 20 Dukaten!
- Du hast doch nichts. - Doch, für mein Begräbnis.
Dann bekomme ich es sowieso.
Und einen schönen Sarg kriegst' von mir geschenkt.
Das wirst du mir nicht antun!
Ich komm' mit dir auf'n Bund.
Hab dich nicht so!
Ich weiß, wozu du das Waisengel brauchtest!
Für Dirnen!
Was war das? Lungenentzündung?
Vielleicht, aber es ist schon wieder gut.
Sorgen Sie für eine Einreibung eine Woche lang.
Er hat bald Abiturprüfung.
In diesem Gesundheitszustand geht es nicht.
Jesus Maria! Was soll ich tun?
Ade.
Ade.
Wie eigenartig klingt die Glocke.
Ade. Das Laub fällt vom Baum herab.
Ade. Die Liebe ist wie das Leben einer Schneeflocke,
kommt und geht im Trab. Allein. Ade. Das muß sein.
Gerwazy und Protazy.
Die Revolution hat ihre eigenen Gesetze.
- Ich kenne andere. - Na, freilich!
Poesie. Liebe. Kunst...
Aber das ist nichts. Eine Null!
Kann sein,
aber ich will trotzdem versuchen.
Du bist doch ein Pole, ein Patriot, ein Sozialist.
Er verachtet uns doch.
Vielleicht ist es besser, daß er nicht mit uns ist.
Verräter!
Silentium, meine Herren Absolventen!
Liebe ehemalige...
... meinem Herzen nahe Zöglinge.
Ihr verlaßt uns,
alte Professoren...
bleiben allein.
Naja,
da ist halt nichts zu machen.
So ist das Leben.
Wir liebten euch.
Ihr seid unser Stolz.
Ihr seid die Seele des Volkes,
ihr seid seine Zukunft.
Vegeßt uns nicht,
wenn das Leben...
Ihr seid uns ein Vorbild, ihr Pädagogen und Meister!
Von wegen Meister!
Es lebe Professor Ptaszycki, unser Erzieher und Freund!
Aber das Latein haben wir beherrscht.
Meine lieben Kinder.
Die Wehmut des Abschiedes soll unsere Herzen nicht vergiften.
Laßt uns fröhlich sein, laß uns lachen.
Rollenbesetzung
Musik
Deutsche Untertitel: Janusz Sikorski
Can't find what you're looking for?
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