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Der Ärger begann mit einer Frau.
In einem abgelegenen Dorf namens Veeze, außerhalb von Amsterdam, Holland.
Gleich lernen Sie einen jungen Mann kennen, ein Schriftsteller,
der die offensichtliche Tatsache bestreiten würde.
Denn er ist naiv.
Er respektiert und liebt Frauen.
Doch er wird seine Meinung ändern.
Verzeihung, können Sie mir sagen, wo ich Professor Wahl finden kann?
Wer?
Professor Wahl, der berühmte Bildhauer.
Ich weiß, dass er hier in der Nähe in einer Mühle lebt.
Oh, jetzt fällt es mir ein. Folgen Sie mir.
- Ist es weit weg? - Auf der anderen Seite des Kanals.
In der Mühle der versteinerten Frauen.
- Wie bitte? - So nennen wir sie hier.
Die Windmühle der versteinerten Frauen.
— Ist sie das? - Nein, noch etwas wetter.
Hinter dem Friedhof von Veeze.
Wer ist da?
Van Arnim. Hans van Arnim.
Was wollen Sie hier?
Ich habe einen Termin mit Professor Wahl.
Gut.
Kommen Sie herein.
Bitte warten Sie hier.
Hier entlang,
der Professor hat gesagt, Sie sollen in seinem Atelier auf ihn warten.
— Ja, aber ich... - Es geht hier entlang.
Durch diese Tür.
Anhalten, Rudolf!
Und zwar sofort! verstanden?
— Hans van Arnim? - Richtig.
Professor Gregorius Wahl.
So früh habe ich Sie nicht erwartet.
- Ich bin noch nicht vorbereitet. - Professor Caran hat mich hergeschickt.
Ich bin nur sein Assistent. Er sagte mir, Sie wären über meine Ankunft informiert.
Aber wieso muss es so eilig sein?
Der Abgabetermin rückt näher, den Professor Caran mit dem Verleger vereinbart hat.
Die Monographie über Ihr Karussell sollte pünktlich zum Jubiläum erscheinen.
Das hatte ich vergessen.
Es sind jetzt 100 Jahre vergangen,
s_eit mein Urgroßvater das Karussell der Offentlichkeit zugänglich gemacht hat.
Also, wann möchten Sie anfangen?
Morgen, wenn es geht. Professor Caran hat mir nur 10 Tage gegeben.
Ah, nein, nun sind Sie hier, also beginnen wir sofort.
Ich habe nicht sehr viel Zeit dafür, also müssen Sie schnell arbeiten.
Nun gut, folgen Sie mir bitte.
Rudolf, stellen Sie die Bremsen ein. Es ist derzeit zu gefährlich.
Ja, Professor, ich kümmere mich sofort darum.
Passen Sie auf, wo Sie hintreten, hier oben gibt es viele Stolperfallen.
Hier sehen Sie die Zahnräder.
Früher trieben sie das Mahlwerk an, doch später baute man sie für die Statuen um.
Sind das noch die originalen Statuen?
Die meisten davon, ja. Einige musste ich aber selbst herstellen.
- In meinem Atelier sahen Sie ein Muster. - Das war wirklich sehr beeindruckend.
— Machen Sie auch die Feinbearbeitung? - Ich muss alles selbst machen.
Hier entlang bitte.
Da wären wir.
Sie können hier drin arbeiten. Ein sehr ruhiger, kleiner Raum.
Ich habe Ihnen bereits die interessantesten und spannendsten Dokumente rausgesucht,
die sich mit der Geschichte des Karussells befassen.
Sie helfen Ihnen bei der Recherche.
- Könnte ich sie mit nach Hause nehmen? - Nein!
Das kann ich nicht erlauben.
Während Ihrer Arbeit kann ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen,
damit jedes geschriebene Wort akkurat und detailgenau ist.
Ich werde mich ein paar Tage lang von meinen Pflichten in der Akademie befreien.
Oh, es ist schon spät. Ich muss wieder in den Unterricht.
Sie haben drei Stunden für Ihre Arbeit. Die letzte Fähre geht um sieben.
— Verpassen Sie sie bitte nicht. - Machen Sie sich keine Sorgen.
Noch etwas, denken Sie daran, Ihre Arbeit innerhalb 5 Tage zu beenden.
In Ordnung? Angenehmen Aufenthalt, Hans.
Selma.
Selma.
Wie geht es ihr?
Schon viel besser. Sie schläft ganz friedlich.
Gut.
Hey. Annelore.
Annelore.
"Annelore, mit dir auch in die Hölle!"
Musst du jetzt auch noch sie stören?
Den ganzen Tag lang konnte ich schon keine klare Linie zeichnen.
Du bist nervös, liebste Liselotte. Sobald Hans kommt, hast du schlechte Laune.
Du bist ein richtiger Komiker, Ralf.
Ah, leblos. Ganz offensichtlich träumen Sie etwas.
— Was ist los mit Ihnen? - Oh, gar nichts.
Ich schätze, ich bin nur etwas durcheinander.
Verzeihung, Professor.
Ist ein Herr Van Arnim heute bei Ihnen aufgekreuzt?
Ja, warum? Kennen Sie ihn?
— Wir sind seit unserer Kindheit befreundet. - Oh, das freut mich zu hören.
Der Junge machte einen seriösen Eindruck. Ich glaube, Sie machen einen guten Fang.
Meme Heben, das wafts für heute.
Am Dienstag werde ich nicht in der Akademie sein,
also sehen wir uns nächsten Freitag im Bildhauerkurs.
Guten Tag.
Vier ganze Tage frei. Das ist wunderbar.
— Hast du schon was vor? - Ich fahre mit Hans nach Danzen.
— Das ist unsere Heimatstadt. - Carpe Diem, Lotte.
Nutze die Gelegenheit, denn wenn du Hans jetzt nicht schnappst,
— hat er irgendwann graue Haare. - Das wäre zu schön um wahr zu sein,
aber es käme einem Wunder gleich.
Lass das, Ralf.
Wir sind die Letzten hier. Hans wartet draußen und geht vielleicht.
Na komm. Schäm dich.
Verzeihung, junger Mann.
Hätten Sie vielleicht ein Streichholz für meine Zigarre?
Ich glaube, ich habe eins.
Ich bat im Feuer für meine Zigarre.
Oh Verzeihung, tut mir Ieid.
Sehr nett von Ihnen, Herr...?
Van Arnim. Hans van Arnim.
Bohlem. Doktor Bohlem.
Guten Abend, Herr Van Arnim.
Guten Abend. Entschuldigen Sie mich bitte.
Meine Beine sind die schönsten und dazu spirituell
Es gibt keine in der Stadt mit dem Gestell
Sie sind gemacht zum Tanzen Ole' Ola
Sagt mir, was ist schlimm daran, wenn ich sie zeigen will?
Ein exotischer Rhythmus reißt jeden mit
Dazu könnt ihr lautstark feiern, das /st fantastisch
Wir schreien und wir schunkeln, es ist wie in Trance
Vergessen wir den Alltag und genießen diesen Tanz
Dieses kleine Liedchen fördert Mut zu Albernheit
Und dazu noch Kraft für den Spaß zu zweit
Ich widme es den Männern und wünsche den Damen Glück
Greift euch jetzt den Liebsten und zieht euch ins Kämmerchen zurück.
Wundervoll! Wundervoll!
— Vorsicht, Ralf. - Hat alles geklappt?
Ja, ich habe einen Vertrag im Globe von Paris unterschrieben.
- Tolle Bezahlung. - Das heißt, wir sehen uns nicht mehr.
Nein, aber ich schreibe dir eine Postkarte. Auf Wiedersehen, Ralf.
Viel Glück, Annelore!
- Was machst du denn hier? - Ich? Oh, nichts.
Ich stand hier nur rum und habe mir den Auftritt gratis angesehen.
Du bist mir vielleicht eine.
Ich war bei dir zu Hause, aber du warst nicht da, da habe ich mir Sorgen gemacht.
Sieht dir gar nicht ähnlich, dir Sorgen um mich zu machen.
Verstehe, ich weiß, dass ich zu spät bin, aber der Dank gebührt deinem Professor,
der mich sofort mit Arbeit überhäuft hat. Seinetwegen bin ich zu spät gekommen.
Bist du mit der Antwort zufrieden? Nein?
Dann gibt es nur noch eine Lösung, du musst mit mir essen.
Nun lach doch wieder, na los.
Oh, endlich said ihr zwei so gütig, meine Einsamkeit mit mir zu teilen.
- Wie geht's dir? - Ach,
anstatt Student zu sein, hätte ich gut daran getan, ein Tänzer zu werden.
Und dich haben wir schon vermisst. Wo hast du die ganze Zeit gesteckt?
Ich habe mir die Zeit mit Professor Wahl vertrieben.
Ihre Bestellung bitte.
- Wie lief es heute mit Wahl? - Ich hatte den Eindruck,
dass er mir ein Ultimatum aufzwingen wollte. Innerhalb einer Woche muss ich fertig sein.
Ich muss von morgens bis abends in der Mühle bleiben.
Du kennst ihn doch sehr gut. Weißt du, ob er eine Tochter hat?
Eine Tochter? Ich glaube schon.
Ihre Mutter starb während der Geburt.
Augenblick, sie hat einen ungewöhnlichen Namen.
- Elfi, soweit ich mich erinnere. - Elfi, richtig.
— Was für eine Frau ist sie? - Tja, keine Ahnung.
Niemand hat sie bisher in der Stadt gesehen.
Vielleicht lässt sie ihr Vater niemals aus den Augen.
Oder vielleicht ist sie so ein Monster, dass er sich für ihren Anblick schämt.
Das ist wirklich seltsam. Sehr seltsam.
- Und wieso? - Weil sie hübsch ist.
Absolut hinreißend. Kapierst du nicht, was er wirklich meint?
— Woher weißt du das? Kennst du sie? - Nein.
Aber ich kenne dich.
Das hast du absichtlich gesagt, nur damit sie sauer wird.
Nein, ich habe nur die Wahrheit gesagt.
Aber ich hätte nicht gedacht, dass sie sich so aufregen würde.
Sei doch mal ein guter Freund, Ralf. Leg ein gutes Wort für mich ein.
Alles klar, ich verstehe.
Ich bin Elfi.
Hans.
Hans van Arnim.
Wollen Sie sich nicht eine Weile setzen?
Nein. Ich darf nicht, Hans.
Ich darf jetzt nicht bleiben.
Es gibt immer Leute, die spionieren. Augen, die einen beobachten.
Hans, ich kann es Ihnen nicht erklären.
Aber ich muss Sie wirklich sprechen. Unbedingt. Heute Abend.
Heute Abend? Aber wo denn?
Hier. In der Windmühle.
Aber das wäre sehr leichtsinnig. Jemand könnte uns zusammen sehen.
- Ist es wirklich so dringend? - Ja, Hans. Ich flehe Sie an.
Um elf Uhr. Da werden alle schlafen.
Niemand wird etwas herausfinden.
Nehmen Sie diesen Schlüssel.
Er öffnet die Tür zur Windmühle.
Ich flehe Sie an, Sie müssen kommen.
Ich werde warten.
Ich bin müde.
— Ich möchte mich ausruhen. - Ich begleite dich, wenn du erlaubst.
Gute Nacht, Papa.
Gute Nacht, mein Kind.
Mein Kompliment, Elfi. Du hast ausgezeichnet gespielt.
Mit so viel Leidenschaft habe ich dich vorher niemals spielen gehört.
Ich habe nicht für dich gespielt, Bohlem.
Dessen bin ich mir bewusst.
Vergiss nicht, ich bin weltweit der Einzige, der alles über dich weiß.
Und der einzige Mensch, den du lieben darfst, Elfi.
Erbärmlich, Bohlem.
Verzeih mir.
Elfi.
Elfi.
Hans.
Sie haben mir einen Schrecken eingejagt.
Haben Sie mich nicht anklopfen gehört?
Ich habe geschlafen, Hans.
Verzeihen Sie, wenn ich Sie geweckt habe, aber
Sie sagten heute, dass Sie ganz dringend mit mir sprechen müssen.
Dann sah ich Sie hier liegen.
So sonderbar. So still.
Ich habe geträumt, Hans.
Ich träumte davon, dass Sie von sehr weit weg zu mir kommen würden.
Und ich habe noch auf Sie gewartet.
Ich habe erwartet, dass Sie... Ich weiß auch nicht
...jemand sind, der nett zu mir ist.
Und endlich waren Sie da, kamen immer näher.
Und alles, was ich tun wollte, war wetter zu träumen.
Ich wollte dass der Traum weitergeht.
Er sollte jetzt nicht enden, Hans.
Sie hatten einen gefährlichen Traum.
Man weiß nie, wie er enden könnte.
Weshalb wollen Sie das?
Gefalle ich Ihnen nicht?
Sie gefallen mir, Elfi.
Doch hinterher...
Hinterher spielt keine Rolle. Ich bin hier und will dich.
Ich bin deinetwegen hier, verstehst du? Nimm mich in deine Arme.
Unten am Karussell warten ein paar Freunde auf Sie.
- Wer? - Keine Ahnung. Ein junger Mann
- und eine junge Dame. - Ich komme.
Ihr habt etcher nichts dagegen, wenn ich mein Interesse den Statuen widme.
Wie viele Jahre kennen wir uns jetzt, Lotte?
Ich weiß nicht. Eine halbe Ewigkeit.
Und hast du mich schon immer geliebt?
Ja.
Und du?
Nun!
Ich wusste nicht, dass ich dich liebe.
Mir wurde es erst kürzlich bewusst.
Denn erst neulich
habe ich begriffen, was Liebe bedeutet.
Deine Liebe.
Aber ich glaube, ich bin ihr nicht würdig.
Wieso nicht?
Ich schäme mich, dir den Grund zu verraten.
Verrate ihn nicht.
Könntest du mir verzeihen?
Für alles?
Natürlich, Hans.
Ich liebe dich.
"Wir müssen uns heute Nacht unbedingt treffen."
"Niemand wird hier sein."
"Du musst alles erklären, sonst..."
— Die machen mir Angst. - Da ist die Giftmischerin von Poitiers.
Anhalten! Anhalten!
Seht doch nur, sie hat Angst.
— Was ist hier los? - Eine junge Dame ist ohnmächtig geworden.
Oh, mein liebes Fräulein Liselotte, was haben Sie denn?
— Was ist mit ihr passiert? - Keine Ahnung, ich verstehe es nicht.
Ich habe hier etwas für sie.
Lassen Sie sie daran riechen.
Es ist nichts Ernstes.
Wahrscheinlich nur ein Schwächeanfall.
Das passiert hier häufiger.
Wie fühlst du dich, Lotte?
Oh, schon viel besser. Bitte, Hans, ich will nicht länger hierbleiben.
Ich halte es für besser, Sie gehen jetzt.
Oh, einen Augenblick noch.
Moment, was haben Sie denn da gemacht?
Sie müssen an der Spitze einer ihrer Hutnadeln hängen geblieben sein.
So, alles halb so wild. Das ist nur ein kleiner Kratzer.
Na also, kommen Sie, meine Liebe, ich helfe Ihnen.
Verzeihung. Es ist mir sehr peinlich, diese Umstände verursacht zu haben.
Aber nicht doch, ganz und gar nicht. Denken Sie sich nichts dabei.
Passen Sie auf sich auf. Ich möchte Sie nächsten Freitag im Unterricht sehen.
Vielen Dank.
Moment noch, Hans.
Bevor Sie wieder in Ihr Atelier gehen, würden Sie kurz zu mir kommen?
Natürlich, Professor.
Entschuldigt, wenn ich euch nicht begleite, aber ich muss wieder zurück an die Arbeit.
Ich möchte sie zügig beenden.
Wir müssen ja noch nach Danzen fahren, nicht wahr?
Ja.
- Bis später, Ralf, und danke für alles. - Mach's gut.
Mein allergrößtes Kompliment. Er ist wieder in deinen Krallen, was?
Natürlich ist der das.
Darf ich hereinkommen?
Bitte treten Sie ein.
Sie werden es wahrscheinlich als seltsam empfinden,
dass ich ein Thema besprechen möchte, das schon lange Teil meiner Familie ist.
Aber Sie werden es schon bald verstehen.
Ich habe
eine junge und einzige Tochter.
Elfi.
Beinahe eine Pflegefall,
mit der tödlichen Krankheit ihrer Mutter.
Die Wissenschaft kann sie nicht heilen.
Wir versuchen einfach nur, sie am Leben zu halten.
Und darum wohnt Dr. Bohlem hier.
Er steht immer bereit, und in einem extremen Notfall
kann er die Symptome erkennen und eine Krise verhindern.
Ist sie sich bewusst, wie krank sie ist?
Bedauerlicherweise akzeptiert sie es nicht.
Sie versteht nicht, wieso sie kein normales Leben wie andere Mädchen führen kann.
Die kleinste emotionale Aufregung und Unruhe müssen vermieden werden.
Ihr Leben hängt davon ab.
Sie machen einen vertrauenswürdigen Eindruck.
Und ich hoffe, Sie verstehen nun, weshalb ich so of fen reden möchte.
Es ist eine Bitte und gleichwohl
eine letzte Warnung. Eine Krise könnte sie umbringen.
Sie können sich auf mich verlassen.
Das dachte ich mir, Hans.
Bitte.
Ich will Sie nicht aufhalten.
Ich habe dich erwartet, Hans.
Ich hatte es im Gefühl, etwas würde dich zu mir zurückführen.
Bist du dir etcher, dass es nicht deine Nachricht war, Elfi?
Verzeih mir. Ich war verzweifelt.
Keine Ahnung, doch ich fühlte etwas wie eine Vorahnung,
dass du mich niemals wiedersehen möchtest.
Dass du niemals wieder zurückkommen wolltest.
Ich hätte deinen Brief direkt deinem Vater übergeben sollen.
Aber es schien mir dir gegenüber sehr unhöflich zu sein.
Und besonders all denjenigen gegenüber, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.
Selbst wenn ich es missbraucht habe.
Du weist mich zurück? Und meine Liebe zu dir?
- Wegen solch absurder Skrupel? - Nicht nur deswegen.
Wir beide haben einen großen Fehler gemacht, Elfi.
Es war völlig verrückt und darf kein zweites Mal geschehen.
Aber ich liebe dich, Hans.
Ich liebe nur dich.
Auch wenn es vorher andere gegeben hat,
die meine Einsamkeit zu ihrem Vorteil nutzten
und ebenso meine Unerfahrenheit.
Vielleicht kannst du mir deswegen nicht verzeihen.
Ist das der Grund für deine Ablehnung?
Du bist so ungerecht.
Wenn du wüsstest, welches furchtbare Leben ich führen muss.
Einsam.
Ständig hinter diesen Mauern eingesperrt zu sein.
Ich verstehe dich, Elfi, und ich habe kein Recht, dir einen Vorwurf zu machen.
Aber ich kann dich nicht anlügen, dazu bin ich nicht imstande.
Ich liebe dich nicht, Elfi.
Und welche Rolle spielt das?
Solange du mich dich lieben lässt.
Solange ich immer an deiner Seite sein kann.
Bitte hole mich von hier weg.
Weit fort von hier.
Ich geh dahin, wo immer du willst.
Bitte rede nicht so.
Du weißt, dass es unmöglich ist.
Du musst hierbleiben.
Wir müssen uns auf der Stelle trennen und alles vergessen, was war.
Hans!
Du kannst mir nichts vormachen.
Du liebst dieses Mädchen, nicht wahr? Ich weiß es, ich habe euch gesehen.
Aber keine Menschenseele wird dich mir jemals wegnehmen.
Dafür würde ich dich sogar töten!
Schluss damit, Elfi! Hör mit diesem Spielchen auf!
— Du bist doch völlig wahnsinnig! - Ja.
Ja.
Denn ich will, dass du mein Leben wirst.
Mein Leben...
Elfi! Elfi!
Elfi!
Elfi...
Sie ist tot.
Guten Morgen, Herr Hans.
Verzeihen Sie, wenn ich Sie habe warten lassen.
Ich war mit dem morgendlichen Hausputz beschäftigt.
Wie kann ich Ihnen helfen?
Wie kann ich Ihnen helfen?
Ich möchte sofort mit Professor Wahl sprechen, es ist sehr dringend.
Nun, um ehrlich zu sein, hat er noch nicht nach mir gerufen.
Ich weiß, es ist ein unpassender Moment,
aber ich muss ihn wirklich dringend sprechen.
Tut mir sehr Ieid, aber es ist unmöglich, es ist noch nicht mal sieben Uhr.
Er sollte schon sehr bald nach mir läuten.
Wenn Sie eine Weile warten möchten...
Was ist? Was wollen Sie?
Mir war nicht bewusst, dass Sie bereits da sind.
Ich wollte nur Staub putzen und das Zimmer aufräumen.
Einen Moment, Selma.
— Sie wünschen? - Kommen Sie herein.
Können Sie mir sagen, ob seit gestern Abend jemand in diesem Zimmer war?
Hier kommt nie jemand rein.
Und diese Rose, haben Sie sie aufgestellt?
Ich habe keine Zeit zum Blumen pflücken, das können Sie mir glauben.
Darf ich hereinkommen?
Selma, gehen Sie.
Ja, Doktor.
Professor Wahl würde gern mit Ihnen sprechen.
Ja, ich komme.
Aber was haben Sie denn? Fühlen Sie sich nicht wohl?
- Nein, es ist nichts. - Sie sehen nicht besonders gut aus.
Sie haben etcher Fieber.
— Sie haben sich ja verletzt. - Es ist alles in Ordnung, Doktor.
In der Verfassung sollten Sie nicht mit ihm sprechen, egal was der Grund sein mag.
Es muss ziemlich ernst sein, gemessen an Ihrem Aussehen.
Bitte entschuldigen Sie mich, ich bin völlig durcheinander.
Ich verstehe.
Lassen Sie mich sehen...
Was könnte ich Ihnen geben?
Aber natürlich, ich gebe Ihnen ein Beruhigungsmittel.
Das wird Sie wieder aufpeppeln. Hier bitte.
Zwei dieser Tabletten werden Ihre Nerven schon bald beruhigen.
Nur zu, trinken Sie.
Ich bin überzeugt, es wird Ihnen bald besser gehen.
Sie sind ein Mörder! Sie sind nichts als ein Feigling und ein Mörder!
Nein.
Sie müssen mir glauben.
Das ist der Grund, wieso ich hier bin.
Ich musste einfach mit Ihnen reden.
Um Ihnen die ganze Wahrheit zu gestehen.
Nichts als Worte. Erbärmliche Ausreden.
Auf äußerst klägliche Weise
haben Sie meine Gastfreundschaft unredlich ausgenutzt.
Ich habe Ihnen als Vater mein Herz geöffnet.
Ich habe Ihnen begreiflich gemacht, wie schrecklich die Krankheit ist,
die das Leben meiner Elfi bedroht hat und jetzt ist sie Ihretwegen tot.
Sie haben sie getötet.
- Sie Mörder! - Nein!
Es stimmt nicht! So war es nicht, glauben Sie mir!
Ich will nichts davon hören.
Weder bewusst, noch zufällig,
niemand kann mir meine Tochter wiederbringen.
Elfi ist tot.
Elfi ruht friedlich
auf dem Friedhof.
Sie schläft.
Niemals darf sie gestört werden.
Niemand darf je davon erfahren.
Absolut niemand!
Elfi liegt in ihrem Grab
auf dem Friedhof von Veeze.
Sie soll in ihrem Grab ruhen.
In Frieden.
In Frieden.
In Frieden...
Was...?
Sie sind sehr krank.
Extrem krank.
Ich dachte, da war ein Blutfleck. Hier.
Ein Blutfleck?
Von was?
Von was?
Weshalb sollten Sie geblutet haben?
Elfi.
Elfi.
Elfi!
Nein!
Elfi ist jetzt tot.
Elfi ist tot.
Auf dem Friedhof von Veeze.
Sie ruht in Frieden.
In ihrem Grab.
Das ist einfach unmöglich.
Es war hier.
Aufmachen!
Macht die Tür auf!
Herr Van Arnim.
Was machen Sie so spät hier?
- Was haben Sie vor? - Ich will wissen, was hier vor sich geht.
Wo ist Professor Wahl? Ich muss sofort mit ihm sprechen!
Beruhigen Sie sich, junger Mann. Was ist denn los mit Ihnen?
— Wer ist das Mädchen da drin? - Ein Mädchen?
Lügen Sie nicht, ich habe sie gesehen. Sie war an einen Stuhl gefesselt.
Da drin? Junger Mann, Sie irren sich gewaltig. Wie dem auch sei...
Einen Moment.
Bitte sehr.
Überzeugen Sie sich selbst, wenn es Ihre Phantasie beruhigt.
Wo ist Professor Wahl? Ich will mit ihm reden. Wo ist er?
Sie müssen völlig wahnsinnig sein. Versuchen Sie, sich zu beruhigen.
Gehen Sie mir aus dem Weg!
Professor Wahl!
Professor Wahl!
Professor Wahl!
Professor Wahl!
Machen Sie die Tür auf! Aufmachen!
Wer ist da?
- Professor Wahl! Professor Wahl! - Halt! Reißen Sie sich zusammen!
Rudolf.
Lassen Sie ihn.
- Was ist los mit Ihnen? - Professor, ich muss mit Ihnen reden.
Etwas mehr Licht.
Um diese Uhrzeit? Es ist ein Uhr nachts.
Ich wollte ihn bereits überzeugen, aber scheinbar ist er nicht mehr Herr seiner Stone.
Ja, richtig, doch bei derartigen Vorkommnissen schulden Sie mir eine Erklärung.
Herr Van Arnim, Sie verstehen hoffentlich, dass Sie hier eine Erklärung schuldig sind.
Professor, ich habe Ihnen heute ein Versprechen gegeben.
Ich habe geschworen, dass ich nie wieder über Elfi spreche oder was ihr passiert ist.
Elfi?
Von was reden Sie da eigentlich? Wer hat mit Ihnen über Elfi gesprochen?
Und was soll bitte mit ihr geschehen sein?
Aber ist es denn wirklich möglich, dass Sie sich nicht erinnern?
Oder wollen Sie sich nicht erinnern?
Ich fange an zu verstehen.
Sie möchten, dass ich Reue empfinde, als hätte ich ein Verbrechen begangen.
Nein. Nein!
Ich bin kein Verbrecher! Und ich fühle auch keinerlei Schuld!
Aber Sie haben ja völlig den Verstand verloren.
Verbrechen und Reue. Das ist wirres Gerede eines Verrückten.
Halluzination. Ein typischer Fall von mentaler Labilität.
Nein.
Sie wollen mich glauben machen, dass Elfi noch am Leben ist.
Das Armband. Genau, ihr Armband.
Es lag auf Ihrem Arbeitstisch.
Und dann...
Dann war es an Elf is Handgelenk, in ihrem Grab.
Elfi? Elfi in einem Grab?
— Welches Grab meinen Sie? - Auf dem Friedhof von Veeze.
Sie haben mir selbst gesagt, dass sie da beerdigt wurde.
Und sie ist dort.
In ihrem Grab. Tot.
Tot! Nicht lebendig!
Was ist hier los, Papa?
Hans.
Nein.
- Nein! - Hans.
Was macht ihr alle hier?
- Und warum schreit ihr so? - Oh, es ist nichts Ernstes.
Keine Sorge, EIfi, wir haben uns nur unterhalten.
Geh wieder in dein Zimmer.
Bohlem, begleiten Sie sie.
Rudolf!
Junger Mann,
ich bin kein Arzt, aber dennoch erkenne ich durchaus,
dass Ihr momentaner Zustand mentaler Entgleisung
eine Gefahr für meinen Hausfrieden, wie auch für Elfi darstellt.
- Sie wünschen, Professor? - Machen Sie die Kutsche bereit,
damit Herr Van Arnim umgehend wieder in die Stadt zurückkehren kann.
Jawohl.
Wenn Sie erlauben, nach Ihnen.
Sie haben eine ganze Menge zu erklären.
Die Geschichte ist ja völlig absurd.
Du hast mich angelogen, Bohlem. Hans ist nicht verrückt.
Er ist meinetwegen gekommen und du hast ihn davon abgehalten.
Verfall nicht deinen Einbildungen, Elfi. Du musst ihn vergessen.
Niemals.
Niemals.
Hans bedeutet für mich Leben.
Nein, Hans ist dein sicherer Tod.
Ich allein
kann dir Leben geben.
Und Sicherheit.
Dein Leben ist für immer an meins gebunden.
An eine Kreatur wie dich?
Sei kein Narr.
Ich f rage mich, was dein Hans sagen würde, sollte er je erfahren, was du wirklich bist.
Du wirst es ihm niemals sagen, Bohlem.
Du bist viel zu feige, um dein Leben derart zu riskieren.
Lass mich jetzt allein.
- Verzeihung, die Kutsche steht bereit. - Sehr gut.
Nach allem, was Sie mir gesagt haben, verstehen Sie etcher, dass Ihre Anwesenheit
eine völlige Unmöglichkeit geworden ist.
Sie fahren und müssen vergessen, dass Sie jemals hier gewesen sind.
Vergessen Sie es sofort, wenn Sie nicht für verrückt erklärt werden wollen.
Wenn ich bitten darf.
Leben Sie wohl, Herr Van Arnim.
Ich hoffe aufrichtig, dass Sie sich bald erholen werden.
Es ist vollbracht.
Bohlem, wir waren erfolgreich.
Ich wusste, ich würde mich nicht irren.
Ich muss zugeben, dass sich Ihre Strategie und Vorbereitung als perfekt erwiesen haben.
Und die von Ihnen verabreichte Droge hat jede Trennlinie gelöscht,
die zwischen Realität und Halluzination existierte.
Er wird niemals erzählen können, was hier wirklich passiert ist,
wenn er es nicht riskieren will, für hoffnungslos verrückt erklärt zu werden.
Das mag sein, doch ich glaube noch immer, dass die andere Lösung besser gewesen wäre.
Es wäre viel zu gefährlich gewesen, ihn zu töten,
wenn jeder davon wusste, dass er hier gearbeitet hat.
Hans wird eine Gefahr für Sie sein, solange er lebt.
Ihre Tochter liebt ihn. Sie wird nichts davon abhalten, ihn wiederzusehen.
Irgendwann wird sie ihn völlig vergessen, denn Hans wird nie wieder hier sein.
Er hat hier eine Erfahrung gemacht, die auch den Ruhigsten verstören würde.
Bedauerlicherweise gibt es einen Punkt, der nicht so einfach auszulöschen ist.
- Selbst in seinem verwirrten Kopf. - Und das wäre?
— Er hat Elfi sterben sehen. - Und?
Er hat ihren schwachen und Ieblosen Körper in seinen Armen gehalten.
Für Hans war das ebenfalls eine Halluzination.
Er hat nicht den kleinsten Beleg,
nicht einen konrekten Beweis, der ihn zurück in die Realtität Iotsen würde.
Ich kann nur hoffen, dass Sie recht haben.
Doch der kleinste Gedanke daran, dass er Ihre Tochter wiedersehen könnte,
lässt mich schon erschaudern. Er könnte sie ausfragen,
Nachforschungen anstellen.
Herausfinden, dass Elfi gestorben ist und seit Jahren wiederbelebt wird.
Er könnte dahinterkommen, dass wir sie schon ewig am Leben halten.
Und dann gibt es kein Entkommen mehr, weder für uns,
noch für sie.
In diesem Fall
werde ich gezwungen sein, ihn zu töten.
Elfi!
- Ein weiterer Anfall. - Schnell, Bohlem!
Ich werde dich retten, Elfi.
Ich werde dich erneut retten. Hab keine Angst.
Bereiten Sie hier alles vor. Ich kümmere mich um den Rest.
Professor Wahl, Sie sind es.
Sie sind hier. Helfen Sie mir.
Helfen Sie mir, von hier zu entkommen.
Ja, Annelore, ganz ruhig.
Nur noch ein Weilchen. Bleiben Sie ruhig und entspannt.
Sie werden nicht länger leiden.
Entspannen Sie sich und warten Sie.
— Es ist alles vorbereitet, Professor. - Gut.
Geben Sie mir die Kanüle, schnell.
Siehst du, Elfie?
Dein krankes Blut verschwindet.
Es fließt davon.
Nur noch ein paar Sekunden.
Bereit?
Schnell! Bohlem!
Ja, Professor.
- Wie fühlt er sich jetzt, Doktor? - Medizinisch ausgedrückt: Er ist geheilt.
Die Ruhe hat ihm gutgetan. Ein paar Tage noch, dann ist es vorbei.
'Xch hatte schon Angst, er würde semen Verstand vemeren.
Nun, es war ein ernster Fall von geistiger Erschöpfung, das stimmt.
Ein Nervenzusammenbruch? Das ist seltsam.
An einem Tag geht's ihm blendend und dann ganz plötzlich...
Ja, dadurch hat sich sein Zustand völlig unerwartet verschlechtert.
- Aber was ist denn mit ihm passiert? - Ach das. Ich weiß es wirklich nicht.
Sie als seine Freunde sollten das besser wissen als ich.
— Können wir noch etwas für ihn tun? - Oh, nichts Besonderes.
Unterhalten Sie ihn, sorgen Sie für gute Laune.
Das sollte Ihnen nicht sonderlich schwerfallen, würde ich sagen.
- Vielen Dank, Doktor. - Keine Ursache.
- Wenn Sie erlauben, begleite ich Sie. - Danke. Guten Tag.
Also, wie lautet das Urteil?
Bin ich verloren, oder gibt es noch ein Fünkchen Hoffnung für mich?
Schlechte Nachrichten, Hans. Du bist geheilt.
Und nun kannst du aufstehen, nach draußen gehen
und vor mir fliehen.
Du denkst nur an dich, nicht wahr?
Dir muss es viel Freude bereitet haben, für mich die Krankenschwester zu spielen.
Mich hier ständig vorzufinden, artig und komplett wehrlos.
Ja, das hat Spaß gemacht, ich gebe es zu.
Weißt du, mir hat es gefallen, als du mich jede Minute gerufen hast.
Du hast dauernd gesagt: Liselotte, ich fühle mich verloren ohne dich.
Lotte, lass mich nicht allein. Lotte, halt meine Hand.
Da muss es mir ja wirklich richtig schlecht gegangen sein.
Mach dich nur lustig über mich,
— ich glaube dir kein einziges Wort. - Ach nein?
- Und warum nicht? - Weil du in deinem Fieberwahn
aus dem Nähkästchen geplaudert hast.
Und jetzt weiß ich, dass du mich liebst.
Das weißt du alles?
Und weißt du auch, wann ich aus diesem Bett aufstehen darf?
Oh, in zwei, drei Tagen.
- Das dauert mir viel zu lange. - Hans, was tust du da?
Nein, nein, das dauert zu lange.
Ich muss mich morgen um eine sehr wichtige Angelegenheit kümmern.
Ich möchte einen kleinen Ausflug nach Danzen machen
und die Eltern einer bestimmten jungen Dame ergebenst darum bitten,
dass sie einwilligen, dass du so einen armen Schlucker wie mich heiratest.
Hans, du meinst es ernst!
Ich finde, Sie könnten mir wenigstens dieses eine Mal zur Hand gehen.
Ich habe es seit drei Jahren abgelehnt und lehne es auch jetzt ab.
Was auch immer Sie von mir halten, ich bin noch immer Arzt
und kein sadistischer Mumifizierer von Frauen.
Wirklich seltsame Skrupel eines Arztes, der durch abartige Praktiken arbeitslos wurde.
Für den armseligen Ex-Häftling, der Sie ja zweifellos sind.
Haben Sie vergessen, dass meine Statuen auch ihre Rettung sind?
Ich vergesse es bestimmt nicht, Wahl, doch ich wollte Ihnen niemals dabei helfen,
tote Körper zur Schau zu stellen.
Meine einzige Aufgabe ist es, das Leben Ihrer Tochter zu retten.
Ich könnte sagen, dass mein Verlangen danach von meiner Liebe zur Wissenschaft herrührt,
aber das wäre gelogen.
Ihre Gründe interessieren mich nicht im Geringsten, Bohlem,
solange Sie sich um Elfi kümmern. Vergessen Sie das nicht.
Nur darum geht es.
Ich weiß, Wahl.
- Professor Wahl. - Was wollen Sie?
Während Sie hier mit dem Tod gespielt haben, habe ich ihn besiegt.
Ihnen ist ja bekannt, dass ich bereits ein bestimmtes Serum isoliert habe,
welches das Leben von roten Blutkörperchen unendlich verlängert.
Aber das war nicht alles. Wir mussten unbedingt die gleiche Blutgruppe finden,
die der Ihrer Tochter entsprechen würde.
Eine ziemlich seltene Blutgruppe.
Und jetzt, jetzt habe ich sie gefunden.
Ihre Tochter wird ab jetzt wie ein ganz normales Mädchen leben können.
Wessen Blut ist es?
Liselotte Kornheim.
52 Stufen nach oben. Wir hätten auch unten auf sie warten können.
Einfach nach ihr pfeifen.
— Liselotte. - Ich wette, sie schläft noch.
Liselotte?
Wer ist da? Zu wem wollen Sie?
Oh, Sie sind es, Hans. Ich nehme an, Sie wollen zu Fräulein Liselotte?
Ja.
Fräulein Liselotte ist noch nicht wieder zurückgekehrt.
Wie kann das sein? Wir waren hier verabredet.
- Das waren Sie vielleicht. - Wieso? Was meinen Sie damit?
Nun, ich weiß nicht, ob ich es sagen sollte.
Doch. Bitte sagen Sie es uns.
Fräulein Liselotte war seit gestern Abend nicht mehr hier.
Hat sie nichts gesagt oder eine Nachricht für mich hinterlassen?
Wirklich, hätte Sie das getan, würde ich Ihnen ganz etcher sagen...
Vielleicht liegt eine Nachricht in ihrem Zimmer.
Nun, wenn Sie selbst nachsehen wollen, schließe ich die Tür auf.
- Wieso hat sie ihre Tasche dagelassen? - Und wenn schon.
Sie könnte eine andere mitgenommen haben.
Nein.
Ohne ihre Papiere und ihr Geld würde sie nicht aus dem Haus gehen.
Wirklich seltsam.
Ach, dafür kann es tausend Erklärungen geben.
Na?
Was ist los?
Das Mädchen hier.
Ja?
— Sie ist rothaarig. - Ja.
Sie hat rote Haare, na und?
Sie ist es.
— Sie habe ich gesehen, zweifellos. - Von was redest du?
Natürlich musst du sie gesehen haben. Im Biergarten, zusammen mit uns.
Nein, vor diesem Abend habe ich sie noch nie gesehen.
Wie ist das möglich?
Wie kann es möglich sein, dass alles nur eine Halluzination ist?
Warum verfolgt mich dieser Alptraum noch immer?
Hans, hör mir gut zu.
Als du krank warst, habe ich dir ein paar Fragen gestellt.
Du wolltest keine davon beantworten und ich habe nicht darauf bestanden.
Aber jetzt ist die Situation anders.
Das Mädchen, das du wiedererkannt hast, heißt Annelore. Sie ist ein Mannequin.
Du sagst, du hast sie in einer bestimmten Nacht gesehen. Wo war sie?
Ich sah sie in einem Keller.
- Gefesselt an einen Stuhl. - Wo war das?
In einem unterirdischen Raum in der Mühle.
Augenblick, gehen wir das Ganze noch mal durch.
Annelore hat mir gesagt, sie würde nach Paris gehen.
Sie sollte noch einmal posieren, doch sie kam nicht mehr.
Also, wenn du Annelore zuvor noch nie gesehen hast,
könntest du anhand dem Foto niemals wissen, wer sie ist,
und schon gar nicht genau wissen, dass sie rote Haare hat.
Deshalb kann es nicht einfach bloß eine Halluzination gewesen sein.
Du musst sie in dem unterirdischen Raum wirklich gesehen haben.
Aber dann
— war alles real. - Was alles?
Du musst es mir sagen, Hans. Du musst mir alles erzählen.
Was ist dir passiert? Erzähl schon.
Ihr Blut hat sich nicht im Geringsten verändert.
Die roten Blutkörperchen bleiben konstant.
Wir können Elfi noch heute Nacht operieren.
Sind Sie sich etcher?
Sind Sie überzeugt, dass für Elfi keinerlei Risiko besteht?
Überhaupt kein Risiko.
Dann bin ich einverstanden, dass wir ohne Verzögerungen fortfahren.
Wir müssen das alles aus dem Weg räumen. Bitte helfen Sie mir.
Sagen Sie Rudolf, dass diese Statue heute Nacht noch ins Karussell muss.
- Er soll sich sofort darum kümmern. - In Ordnung.
Für mich ist das ein fürchterliches Puzzle.
Hans, in deiner Geschichte gibt es Dinge, die völlig absurd sind.
Und andere, die etcher stimmen, so wie das mit Annelore.
Und wie erklärst du dir, wieso sie da unten war?
- In einem scheußlichen Keller. - Ich weiß es nicht.
Keine Ahnung, es gibt zu viele Dinge, die ich noch nicht erklären kann.
Wenn wir nur einen Hinweis finden könnten, ein Indiz. Einen handfesten Beweis.
Nur um zu demonstrieren, dass deine Geschichte wirklich stimmt.
Aber natürlich!
Der Friedhof. Der Friedhof von Veeze.
Genau wie du gesagt hast.
Leer.
Er ist leer.
Aber dann...
Wachs. Eine Wachsfigur.
Ich habe solche Angst vor Donner.
Als kleines Mädchen habe ich mich immer unter dem Bett versteckt.
Und du, hattest du nicht auch Angst?
Nein?
Weil du nie so alleine warst wie ich.
In diesem Haus, so trostlos und düster.
Vielleicht kanntest du Hans damals schon.
Du hast dich eng an ihn geschmiegt, wenn es gedonnert hat, nicht wahr?
Es muss sehr aufregend gewesen sein. Wunderbar aufregend,
zu zittern, als er dich umarmte.
Aber das wird sich jetzt alles ändern, Liselotte.
Hans wird jetzt mich lieben,
denn du wirst nicht mehr da sein. Dein Leben wird mir gehören.
Hier drin, in diesem Serum, steckt das Leben Ihrer Tochter.
Drei Jahre langer und andauernder Experimente, Wahl.
Eine Minute nachdem Elf is Blut abgeflossen ist, wird das Serum in diese Kammer geleitet,
wo es mit dem neuen Blut in regulierten Mengen vermischt wird.
Ohne dieses Serum
hätten die roten Blutkörperchen keine Kraft zu überleben,
und da der Körper keine neuen bilden könnte, würden sie absterben.
Langsam, aber etcher. Sie würden zerstört werden, wie durch ein Krebsgeschwür.
Es ist lediglich nötig, Ihre Tochter unter leichte Narkose zu setzen.
Die Flüssigkeit könnte eine schmerzhafte Reaktion hervorrufen.
Der Rest der Operation wird genau wie alle anderen erfolgen.
Es besteht überhaupt kein Risiko.
Ich gratuliere, Bohlem.
Sie haben an alles gedacht.
An fast alles.
Hans, lass uns nichts Dummes machen.
Das spielt keine Rolle, wenn Liselotte in Gefahr ist.
— Was machen wir jetzt? - Wir gehen in den Keller.
Dann brauchen wir Licht.
Da drüben, neben der Eingangstür.
Stell es ab! Schnell!
Eine Leiche.
Mumifiziert.
Das sieht aus wie...
Annelore.
Liselotte!
- Die Treppe ist da drunter. - Wie kommen wir da ran?
Wir müssen das wegschieben. Schnell!
— Fester! - In Ordnung.
- Alles ist vorbereitet, Professor. - Gut.
Fangen wir an.
Einen Augenblick, Professor Wahl.
Was wollen Sie?
Das wird die letzte Operation sein,
denn Elfi wird meine Dienste als Arzt nicht länger benötigen.
Stimmt. Und?
Sie wissen sehr gut, wie lange ich gekämpft habe, sie am Leben zu halten.
Ich habe grausame Verbrechen für sie begangen.
Und jetzt gebe ich ihr ein völlig neues Leben.
Worauf wollen Sie hinaus?
Ich habe das Recht, eine gerechte Entschädigung zu fordern.
- Bei Geld war ich immer großzügig. - Ich will kein Geld.
Was wollen Sie dann?
Ich will Ihre Tochter, Wahl.
Wissen Sie, was Sie da verlangen, Doktor?
Ja.
Ich liebe EIfi. Ich liebe sie seit Jahren.
Und es ist nur meiner Arbeit zu verdanken, dass sie noch lebt.
Elfi muss meine Frau werden.
Ihre Frau?
Doktor, wie können Sie nur annehmen,
dass ich Elfi jemals jemandem wie Ihnen anvertrauen würde?
Sie sind ein abscheulicher Verbrecher und vollkommen ausgegrenzt.
Ohne mich würden Sie noch immer im Gefängnis verrotten, vergessen Sie das nicht!
Ich vergesse gar nichts. Doch jetzt sitze ich am längeren Hebel.
Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich etwas haben will.
Und jetzt werde ich es bekommen.
Täuschen Sie sich nicht.
Nicht nur, dass Sie meine Tochter niemals bekommen werden,
ich werde auch nicht zulassen, dass Elfi ihr Leben
einer widerlichen Kreatur wie Ihnen zu verdanken hat, Bohlem.
Ich habe Sie benutzt, wie jedes andere Werkzeug auch.
Damit ist jetzt Schluss!
Ich brauche Sie nicht länger.
Bohlem, Ihr Schicksal ist besiegelt.
Der Einzige, den meine Tochter sehen wird, wenn sie aufwacht,
werde ich sein.
Nur ich.
Ich!
Mich zu töten...
Sie haben Ihre eigene Tochter umgebracht.
Elfi...
Das ist sinnlos.
Es gibt noch einen Weg rein. Durch Wahls Atelier.
Du wirst gesund sein.
Für immer gesund.
Ich werde dich wiederherstellen.
Ich und sonst keiner.
Da ist es, Ralf.
Wo ist es?
Wo ist es?
Bohlem, du hinterhältige Ratte! Wo ist es?
Wo ist es? Wo ist es?
Es ist weg.
- Es ist alles weg. - Liselotte!
Wo bist du?
Liselotte!
Beeilung, Ralf, schnell!
Liselotte. Sie lebt noch.
Binde sie los. Schnell!
Elfi... Elfi.
Elfi!
Elfi ist tot...
Tot!
Ihr habt sie umgebracht, ihr Mörder!
Dafür müsst ihr sterben! Ihr alle!
Ihr alle!
Beeil dich! Bring sie raus!
Es brennt zu schnell. Alles steht in Flammen!
Hier lang. Durch das Haus.
Ruhe!
Ihr, said still!
Verschwindet!
Seid still...
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