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Hör mit diesem verdammten Lärm auf!
Es ist erst halb drei!
Was?!
Du hast echt Nerven, hier aufzukreuzen. Immer, wenn ich anrufe, passiert nichts.
Aber wenn diese Herumtreiber von oben sich beschweren, stehst du sofort auf der Matte?
Was? Ich …
Ich hatte zugestimmt, dass Musikinstrumente-
-wochentags zwischen drei und vier und am Wochenende nach elf gespielt werden dürfen.
-Das ist ein Missverständnis. -Nein! Es ist 14.35 Uhr.
Dieses Schlitzauge ist wie eine Jukebox, spielt immer wieder das gleiche Stück.
Als wäre sie zurückgeblieben. Kennt nur das eine Stück!
Ich soll dir das hier geben.
Ach? Haben diese Arschlöcher mich etwa verklagt?
Nein, das hat nichts …
Ich heiße Björn und komme vom Umweltministerium …
Das ist ein kleines Missverständnis.
Von wo kommst du?
Vom Umweltministerium. Es geht um den Baum im Garten.
Mein Goldregen?
Ja.
Gott Allmächtiger …
Das tut mir schrecklich leid, Björn.
Also, das war mir gerade einfach alles zu viel hier …
Willkommen.
Nein, ich wollte nicht bleiben.
Bitte verzeih mir. Normalerweise bin ich nicht so.
Komm ruhig rein.
Vom Umweltministerium, wie schön!
Als wir hier einzogen, wollte ich etwas für die Zukunft pflanzen.
Etwas Schönes, um diese trostlose Nachbarschaft erträglicher zu machen.
Wenn du einer Pflanze gut zuredest und ihr Liebe schenkst, wird sie blühen.
Bei negativen Menschen gedeiht nichts.
Nein … Nein.
Ja, dieser Garten hat mir viele schöne Stunden beschert.
Ich will nicht angeben,-
-aber ich war kein bisschen überrascht, als ich damals ausgezeichnet wurde.
Ach, mein Lieber, es tut mir leid, dass ich dich so vollquatsche.
Darf ich dir eine Erfrischung anbieten, um diese schreckliche Hitze zu lindern?
Oh, nein, danke.
Ich bestehe darauf.
Ich kann dir aber kein Bier anbieten, weil hier kein Alkohol konsumiert wird.
Vielleicht ein Glas Wasser.
Du solltest im Herbst wiederkommen.
Weißt du, wenn der Baum seine Blüten verliert,-
-regnet es im ganzen Garten Gold.
Bitte schön.
Danke schön.
Ich zünd mir mal eine an.
Eines meiner wenigen Laster. Es ist ja ein besonderer Anlass.
Also, sag mal, wie lautet die Nachricht?
Also, ich …
Gott, ich bin so aufgeregt.
Solche Besuche fallen normalerweise nicht in meinen Aufgabenbereich.
Aber mein Vorgesetzter, Þorvaldur Geir,-
-ist gerade bei einem Golfturnier für Beamten in Irland, daher …
-Moment! Ich setze mich hier hin, unter die alte Auszeichnung.
Ich bin hier, um dich über eine neue Verordnung zu informieren,-
-nach der sämtliche Arten exotischer Flora-
-die in Island vor dem Jahr 1900 noch nicht als heimisch betrachtet wurden,-
-entfernt werden müssen.
Du hast drei Monate Zeit, um dich mit den Details vertraut zu machen.
Der Goldregen in deinem Garten fällt unter diese Vorschriften.
Laut unseren Quellen wurde diese Art erst ab 1905 nach Island importiert.
Ich glaube, ich habe das richtige Ende …
Davon werden die sich in die Hose machen.
Lies mal vor.
"Daher sehe ich mich gezwungen, gegen euer Vorhaben zu protestieren.
Es ist absurd, einem erst eine Auszeichnung zu geben,-
-um dann den gleichen Baum zu ermorden.
Ich hoffe sehr, lieber Minister, dass du diese Sache noch einmal überdenkst.
Mit freundlichen und respektvollen Grüßen, Indiana Georgia Jónsdóttir."
Und dann kommt meine Sozialversicherungsnummer.
Ich finde, das ist ausgezeichnet.
Wäre die Welt nicht ein öder und langweiliger Ort,-
-wenn es nichts gäbe, worüber man sich beschweren kann?
Meine Liebe, du siehst jetzt total verspannt aus.
Sei ein Schatz und hol mir eine.
Magst du sie mir anzünden? Ich bin so kaputt.
Es war so nett von dir vorbeizukommen, Johanna, Schatz.
Ohne dich hätte ich das nicht durchgestanden.
Du bist einfach klasse.
"Denn wer sich hingibt, der empfängt."
Ich erwarte Hjalti Petur am Wochenende zurück.
Er fuhr Dienstag zum Forellenfischen, daher wird es nicht später werden.
Er sollte jetzt längst hier sein. Ich weiß nicht, was ihn aufhält.
Sein ADHS scheint schlimmer zu werden.
"Witz bedarf man auf weiter Reise."
Das riecht so gut, Johanna, Schatz.
Ich habe eine Prise Curry drüber gestreut.
Curry?
Man sollte sich an die Rezepte halten, die funktionieren.
Unnar hält nicht viel von Gewürzen. Er ist sogar Gewürz-intolerant.
Ich habe nicht viel rein getan.
Nur eine winziger Hauch der großen weiten Welt.
Einfach und isländisch hätte gereicht.
Ich habe da diese Website mit ganz vielen preisgekrönten Rezepten gefunden.
Da war auch eins aus Vietnam.
Ich zeigte es Huong aus dem Zweiten und fragte sie, ob sie es kennt.
Da stellt sich heraus dass sie das schon als kleines Kind gegessen hat!
Solche Gerichte hinterlassen immer einen fürchterlichen Gestank im Treppenhaus.
Es ist ein bisschen, als würde man die Welt bereisen.
Ich war schon oft im Ausland und habe nie so einen Mief gerochen.
Es macht aber Spaß, neue Dinge zu probieren.
In China essen sie Ratten, und ich bin mir sicher, dass die da oben das auch tun.
Sie kommen aber aus Vietnam.
Na und? Das ist alles das Gleiche.
Ich sage nur, was meine Oma immer sagte, "das bunte Kleid" und all das.
"Wir sind alle Blumen, jede mit ihrer eigenen Farbe.
Blumen in Gottes Garten."
Hier … Ein kleiner und sehr sonderbar guckender Mensch.
Das muss mein Unnar sein, der Kleine.
Nein, nein, er ist auch hier. Der hier ist noch kleiner als er.
Das ist bestimmt einer meiner Gartenzwerge.
Da ist etwas …
Ich wünschte, diese Wolke wäre nicht so dunkel,-
-wie sie sich dort leicht in die Zukunft ausdehnt.
Hallo, hallo. Entschuldige die Verspätung.
Hattet ihr eine Übung?
Nein, wir mussten was reparieren. Ein Wagen hatte eine kaputte Dichtung.
Wir wurden gestern angefordert.
Oh, wow.
Entschuldige dich bei Johanna.
Sie hat sich so viel Mühe gegeben, uns ein Abendessen zu kochen.
-Menschenleben retten ist auch wichtig. -Unnar.
Entschuldigung.
Zuerst der Gast.
Bedien dich, meine Liebe.
Dieses Hobby nimmt viel zu viel deiner Zeit in Anspruch.
Das ist keine Hobby, Mama. Das ist ein Lebensstil.
Und nimm das Telefon vom Tisch; es stört.
Ich muss es aber mitbekommen, wenn ich angefordert werde.
Sie werden dich doch wohl nicht zur Abendbrotzeit belästigen?
Ich schaue mal nach Gräten.
Mama, die ganze Gruppe wartet dort auf mich.
An diesem Tisch respektieren wir die Sitten und essen in Ruhe.
Es schmeckt köstlich, Johanna.
Ich war gestern 14 Stunden auf einem Berg.
14 Stunden?
Wir haben nach dieser Frau gesucht.
Hast du sie etwa gefunden?
-Nein, aber fast. -Das ist mal wieder typisch.
Ich hätte sie gefunden, wenn ich Qualifizierter Ersthelfer gewesen wäre.
Es ist wichtig, dass man sich erreichbare Ziele setzt.
Qualifizierter Ersthelfer?
Das sind als Erste vor Ort und dürfen Tempolimits ignorieren; wie die Polizei.
Ich möchte, dass du dich an die Tempolimits hältst.
Ich möchte nicht, dass du auf diese Weise in der Öffentlichkeit auffällst.
Du weißt, dass wir beobachtet werden.
Vielen Dank. Ich muss los.
Man weiß nie, was passieren wird.
Unfälle kündigen sich nicht vorher an.
Genau so ist es.
Ich bin gerade ein bisschen knapp bei Kasse.
Es ist erst Dienstag.
Ja, ich weiß. Kannst du nicht was von nächster Woche abziehen?
Dein Taschengeld muss die ganze Woche reichen.
Das ist nicht so einfach.
Dein Zimmer steht immer bereit, falls du wieder hier einziehen möchtest.
Die Wohnung in Engihjalli ist nur einen Katzensprung von der Wache entfernt.
-Na gut; hol die Kassette. -Ja.
Ich möchte, dass du noch zu Jónas in der Grettisgata fährst.
-Ich hab's eilig. -Der Junge soll nicht warten müssen.
-Dann komme ich zu spät, Mama! -Hol die Tasche.
Der untere Schrank.
Mal sehen.
Ist er wirklich so arm, dass er das alles braucht?
Jónas ist ein wunderbarer Bursche, aber das System hat ihn im Stich gelassen.
Was für ein Glück, dass er einen Schutzengel wie dich hat.
Ist die Wäsche fertig?
Ich habe das für deine Mutter erledigt,-
-weil die Arme gestern fürchterliche Migräne hatte.
-Unnar, Schatz. -Ja.
Das Leben ist nicht leicht.
Aber denk immer daran: Zusammen schaffen wir das.
Ruf mich an, wenn du heute Abend Feierabend machst.
-Es wird aber spät werden. -Ruf mich trotzdem an.
Und falls Jónas uns etwas als Zeichen der Dankbarkeit geben sollte,-
-verwahre es bitte sicher.
-Mach ich. -Versprich es!
Versprochen.
Wie heißt du?
Stopp, stopp! Wie heißt du?
Ja?
Ist Jónas da?
Die sammeln schon wieder Spenden.
-Hey, Alter. Hi.
Lässt du uns mal kurz allein?
Es passt gerade nicht; ich habe Besuch.
Verstehe.
-Wie letztes Mal? -Ja.
Grüß deine Mutter von mir, ja?
Du bist zu sehr gebräunt.
Du siehst aus, als kämst du gerade von der Costa del Sol.
Es war sonnig auf dem Gletscher.
Du kannst unser Leben mit diesem Unsinn echt über den Haufen werfen.
Für ein Treffen mit dem Minister musst du einen Antrag stellen.
Das ist Terror! Psychoterror!
Ich habe den Baum unter schwierigen Bedingungen gepflanzt,-
-und trotz der Probleme mit meinem kleinen Unnar.
Er war ein sehr schwieriges Kind und immer sehr krank.
Die Pflege des Baumes spendete mir Trost.
Er ist mein ganzes Leben!
Verstehst du das denn nicht? Wenn ihr mir diesen Baum nehmt,-
-löscht ihr den winzigen Funken Leben, der mir noch bleibt.
Dieser Baum und ich sind eins.
Er ist das Einzige, was mich am Leben hält.
Tagchen, Oma.
þórður meint, dass mein ADHS vielleicht falsch diagnostiziert wurde.
Er ist mein Vorgesetzter beim Rettungsdienst.
Also, er sagte, ich hätte kein ADHS mehr.
Er sagte, dass sei etwas, wo man rauswächst.
Er muss es wissen. Er ist ausgebildeter Sanitäter und hat eine Medaille bekommen.
Das Ritalin wirkt nicht mehr bei mir.
Jonas hat mehr davon.
Lass mich in Ruhe, Weib. Daniela!
(mit polnischem Akzent) Rúnar, mein Lieber, was ist los?
Ich verstehe kein Wort von dem, was diese Frau sagt.
Das ist Ling. Erinnerst du dich? Sie will dir nur helfen.
Ich will nach Hause! Sofort!
Er glaubt, er sei im Ausland.
Wir starten voll bepackt mit den anderen in Fljótsdalur.
Lasst uns die Nachtsichtgeräte mitnehmen, falls es eine Mitternachts-Übung gibt.
-Fahren wir direkt dorthin? -Ja.
Dann gehen wir zur Unterkunft und machen uns sofort an die Arbeit.
Wir ebnen die Landefläche und bauen die Zelte auf.
Die Kletterer können ihre Übungen am Sonntagabend durchführen.
Das Eis soll ziemlich dünn sein, müsste aber ausreichen.
Ja?
Wenn wir so spät erst die Stadt verlassen,-
-könnte es sich doch lohnen, einfach in Akureyri zu übernachten-
-und dann früh am nächsten Morgen nach Dreki zu fahren? -Klar.
Es ist wohl egal, ob wir spät am Freitag oder früh am Sonnabend dort eintreffen.
Dann wären wir ausgeruhter. Die Berge laufen uns ja nicht davon.
Danke, Kumpel.
Wenn er ihm noch tiefer in den Arsch gekrochen wäre, würde es ihm wehtun.
Er ist 40 Jahre alt!
-Unnar? -Ja?
Die beiden haben die Einführung verpasst.
Kannst du sie ein bisschen herumführen und mögliche Fragen beantworten?
-Klar. -Prima.
Ich übergebe euch in Unnars sehr kompetente Hände.
-Unnar. -Hallo. Stefan.
Ich kenne dich doch vom Altenheim, als du deine Oma besucht hast.
Ja, stimmt.
Komisch. Ich nicht denke du bist der Typ für Rettungsdienst.
Ich bin ein vollständig qualifiziertes Mitglied.
Außerdem haben wir eine Vielzahl an spezialisierten Teams.
Kann ich sofort anfangen?
Du kannst unser Jugendprogramm durchlaufen.
Sobald du 18 bist, kannst du als Rekrut anfangen.
Und was macht ein Rekrut?
Spenden sammeln beim Feuerwerkverkauf, Teilnahme an landesweiten Treffen …
Wie oft muss man anwesend sein? Unter der Woche spiele ich Tischtennis.
Das ist nur was für die, die Rettungsdienst zu ihrem Lebensstil machen wollen.
Wenn wir hier weitergehen, kommen wir zur Leitwarte.
Glaubst du, jeder Mensch kann beim Rettungsdienst mitmachen?
Nein, nicht jeder Mensch. Es kommt darauf an, ob du die Zeit dafür hast.
Das kann schwierig werden, wenn du Familie hast.
Was muss ich tun?
Brauche ich viele Sachen?
Nein, nichts Besonderes. Hauptsache, es funktioniert.
Du machst zuerst einen Einführungskurs.
Danach kannst du dich spezialisieren.
Ich habe mir Felsenklettern ausgesucht, um Qualifizierter Ersthelfer werden zu können.
Wie ist es bei dir, was kannst du gut?
Ich habe Abschluss als Pflegekraft aus Polen.
Spezialisiert auf Rehabilitation und Erholung nach Unfällen.
Der Bandapparat, und Menschen helfen, die wieder laufen lernen müssen.
Okay …
Nach 18 Monaten kannst du die Rekrutenprüfung ablegen.
Wenn du die bestehst, bist du berechtigt, an Einsätzen teilzunehmen.
-Aufregend. -Ja.
Bist du denn fit?
Ich gehe viel zu Fuß.
Das ist ein dickes Plus.
-Ja, hallo? -Hallöchen.
Hallo, hallo.
Pünktlich wie immer.
Nun, ja …
Ich habe das Gefühl, es ist Ewigkeiten her.
Es war nur eine Woche.
Es ist so schön, deine Stimme zu hören.
Wie geht es dir, was treibst du so?
Euch Lehrer kann man für die langen Sommerferien ja nur beneiden.
Ich habe nur etwas im Haus herumgewerkelt.
Ich bin mir sicher, du bist sehr geschickt mit deinen Händen.
Och, ich komme zurecht.
Mein Jeffrey - Gott hab ihn selig - war handwerklich sehr begabt.
Ich nannte ihn immer den "praktischen Humanisten".
Es besteht kein Mangel an Aufgaben, wenn man einen preisgekrönten Garten hat.
Wo bist du gerade?
Ich lasse mir gerade ein heißes Bad ein.
Zur Entspannung. Ich bin leicht erschöpft nach diesem Tag.
Ich liebe es, schwimmen zu gehen.
Wir haben hier draußen ein sehr schönes Schwimmbecken.
Es tut immer gut, sich an der frischen Luft zu bewegen.
Ich bin so dankbar für meine Gesundheit.
Ich weiß nicht einmal, wann ich das letzte Mal krank war.
Was ist? Ist alles in Ordnung?
Hier war gerade ein Silberfisch auf …
… dem Boden des Badezimmers.
-Entschuldige, der hat mich erschreckt. -Ich habe mir kurz Sorgen gemacht.
-Bleibst du mal kurz dran, Anton? -Sicher. Kein Problem.
Entschuldige, ich bin gerade aus der Wanne gestiegen.
Ja, kein Problem.
Ich werde meinen Körper jetzt in der Abendbrise trocknen.
Bist du … nackt?
Ja.
Hier sieht mich niemand.
Hier ist weit und breit kein Mensch.
Also, ich habe nachgedacht …
… ob wir uns vielleicht mal persönlich treffen können?
-Ich … -Ich bin nur zwei Stunden entfernt.
Ich würde mich sehr über Gesellschaft freuen, aber …
Fühlst du dich nie einsam?
Doch, es gibt solche Momente.
Ich bin einfach noch nicht bereit, jemanden in mein Leben zu lassen.
Weißt du, ich trauere immer noch.
Verstehe.
Aber ich spüre dich bei mir, wenn wir miteinander reden.
Deine Stimme wickelt mich irgendwie ein.
Da ist etwas an deinem Charakter,-
-das mich an meinen geliebten Jeffrey erinnert.
-Hallo. -Hallo.
Hallo, ist deine Mutter da?
Hallo. Ja.
Mama, Johanna ist hier.
Wie läuft's? Hast du schon etwas aus den USA gehört?
Nein, noch nicht. Vielleicht diese Woche.
Oh, ist das aufregend!
Ich bin mir sicher, du wirst mit Bravour bestehen.
Das hoffe ich.
Tapferkeit ist wie ein Muskel; sie wird stärker durch Training.
Denk immer daran: Uns Mädels gehört der halbe Himmel.
Hallo, Johanna.
-Sie werden so schnell groß … -Ja.
Ich komme leider wegen der monatlichen Gebühren.
-Ich überweise sie morgen. -Großartig.
Sie sind ziemlich bequem. Nicht für draußen,-
-aber perfekt für meine Besorgungen im Haus. Die sind so leicht!
Schön, dass sie dir gefallen.
Auf dem Tresen steht ein Stück Kuchen, falls du möchtest.
Unnar bekam letzten Mittwoch einige Essensreste von der Familienhilfe.
Und schon wieder ist dieses Schlitzauge zugange!
Sie hat Ende der Woche eine Prüfung.
-Die Nerven dieser kleinen … -Chi? Oh, sie ist so entzückend.
Ein echtes Wunderkind. Hat ihre Prüfungen mit Bravour bestanden.
-Aber nicht in Isländisch? -Doch, sie ist hier aufgewachsen.
-Zuhause sprechen sie aber Chinesisch. -Nein, Vietnamesisch.
Stell dir das mal vor: Mit 17 Jahren bewirbt sie sich schon-
-an einer renommierten Musikhochschule in den USA.
Die schicken ihr Kind weg? Ich verstehe solche Leute nicht.
Nun, ihr Bruder lebt bereits dort.
Woher nehmen die denn bitte das Geld?
Die wissen sich zu helfen, diese Asiaten.
Sie schafften es, ihre Wohnung abzuzahlen und ihrem Bao das Studium zu finanzieren.
Sie blicken über den Tellerrand. Das ist bemerkenswert.
Alles in Ordnung, Schatz?
Soll ich dir ein Glas Wasser oder deine Medikamente bringen?
"Deine Bemerkungen wurden berücksichtigt."
"Angesichts deiner Umstände …"
Ein isländischer Baum als Ersatz? Na, das klingt interessant.
Eine verdammte Birke? Diese verdammten Politiker!
Ich kann nicht …
So lange ich lebe, werde ich das nicht zulassen!
Nicht isländisch …? Wie können die das nur sagen?!
Ich bin mit Goldregen aufgewachsen, in meiner Kindheit wimmelte es davon.
Ich würde sie noch einmal anrufen und nach dem Minister verlangen.
-Haben die etwa die Polizei eingeschaltet? -Nein …?
Drohen die mir wegen eines verdammten Baums mit dem langen Arm des Gesetzes?
Mein Sohn ist ein Vollidiot.
-Man sollte ihm nicht erlauben … -Ein Verkehrsverstoß?
Das war's mit den Raten für das Auto.
Das ist von einer versteckten Kamera. Ist das im Tunnel?
102 Stundenkilometer? Ich habe ihm tausend Mal gesagt …
-Ist das wirklich Unnar? -Ja, aber er lacht.
Bei dieser Geschwindigkeit? Was könnte denn da so lustig sein?
Vielleicht die Person neben ihm?
Ist das eine Frau?
Wer könnte das sein? Du bist es doch nicht?
Nein.
Oh mein Gott …
Das ist der Zwerg, den ich in der Tasse sah.
Da muss ich rangehen; es ist Soffia.
Hallo, Soffia.
Ja, das kann ich machen.
Bis morgen. Tschüs.
Hey … Na, na … Es ist alles gut.
Na gut … Komm her … Komm.
Eins … Zwei … Und … Ja, ja, ja … Hoch geht's.
Was machst du da?!
Tut mir leid. Es weinte so sehr …
So was macht man nicht! Bist du nicht ganz dicht?
Hallo, Schatz. Schön, dich zu sehen.
Ist das deine Freundin?
Hallo, freut mich. Willkommen in meinem Haus.
Hallo. Daniela.
Oh, eine Orchidee!
Du hast mir gar nicht gesagt, was für ein Schatz sie ist.
Und ihr seid etwa gleich groß.
Ich stelle sie ins Fenster nach Süden, damit sie blühen und gedeihen kann.
Orchideen brauchen so viel Pflege.
Ganz schön stickig heute. Setz dich doch, Schatz.
Oh, ist das …?
Tut mir leid!
Ach, sei nicht albern. Das macht doch nichts. Ach du meine Güte.
-Das ist ein medizinischer Sessel. -Oh, ja, natürlich …
Ja, also …
Ihr habt das gleiche Hobby. Zumindest hat er mir das erzählt.
Das war eine schönes Foto, das ich von euch bekommen habe.
-Ein Foto? -Ja …
Im Auto.
Ach, das!
(mit starkem Akzent) Ja, das nicht wieder passieren.
Sehr ärgerlich. Du fährst schnell und nicht siehst die Kamera.
Kein Blitz, nichts!
Unnar sagte mir, dass du Pflanzen und Blumen magst.
Du hast einen grünen Daumen; alles um dich herum blüht.
Ja.
-Mama weiß alles über Blumen. -Ja, danke.
Sehr wenig Blumen bei mir in Hafnarfjörd.
"Hafnardfirði."
Ja …
Ich habe noch kleine Probleme mit Isländisch.
Ist schwere Sprache.
Wirklich, findest du? Ich nicht.
Die Grammatik ist schwer.
Sie hat den Erste-Hilfe-Kurs mit Bravour bestanden.
Mit der besten Note.
Ja, ich habe medizinische Ausbildung. Ist nicht schwer.
Sie arbeitet hauptsächlich auf dem Stützpunkt, in der Logistik.
Kuckuck … Kuckuck, Kuckuck,
-Habe ich etwas verpasst? -Das ist Johanna von oben.
Johanna Einarsdóttir.
Hallo, Johanna. Daniela.
Oh, wie romantisch! Bist du der Zwerg? Hallo.
Das ist so schön für ihn. Er hat das wirklich verdient.
Ihr beiden gebt wirklich ein tolles Paar ab.
Alles in Ordnung, Schatz? Soll ich dir etwas bringen? Einen Kaffee kochen?
Es ist schon alles vorbereitet. Nur anschalten.
Du bist also auch beim Rettungsdienst?
-Wieso lange seid ihr schon …? -Nun, also …
Sie kam zu einem Anfängerkurs.
Unnar begrüßte mich bei meinem ersten Mal und stellte mich Þórður vor.
-Der Kerl mit der Medaille? -Ja, genau!
Jetzt ist Unnar bald Qualifizierter Ersthelfer.
Sehr aufregend.
Was heißt "Qualifizierter Ersthelfer" noch mal auf Polnisch?
Ein sehr schönes Wort. Es bedeutet auch, "Mann, der in die Zukunft blicken kann".
Der Mann, der in die Zukunft blicken kann.
Bist du keine Isländerin?
Ich hatte anfangs auch nicht gemerkt, dass sie aus dem Ausland kommt.
Das hat eine Weile gedauert.
Wusstest du das, Indiana? Hat Unnar dir schon gesagt …?
Sie lebt seit fast sieben Jahren hier-
-und war seitdem nicht mehr in Polen.
Bist du aus Polen?
Ich komme aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Krakau namens Miechów.
Bringst du die Welt in unser Haus?
Du sprichst hervorragend Isländisch.
Ich versuche viel zu lesen, und kann immer reden mit alten Leuten.
Unnar, da hast du wirklich ein tolles Mädchen gefunden.
Wir haben auch Polen im Haus, oben in 3V.
Bazyli und Bibiana.
-Sie ist Übersetzerin. -Bibiana Piotrowski?
Kennst du sie?
Wir tauschen manchmal Rezepte aus. Sie macht eine köstliche Fleischsuppe.
Ich kenne sie nicht so gut. Ich bin ihr einmal begegnen.
"Begegnet."
Du bist ihr "begegnet".
Die Welt ist so klein! Soll ich sie vielleicht holen?
Alles in Ordnung? Der Kaffee … kommt sofort!
Ja, ja …
Das kriege ich gerade noch selbst hin.
Alles in Ordnung, meine Liebe?
Ich glaube, ich hatte gerade einen Nervenzusammenbruch.
-Du siehst aber gut aus. -Danke, meine Liebe.
-Du hast Unfall? -Ich habe Spinalstenose.
Sie wollten mich schon zweimal an der Wirbelsäule operieren,-
-gaben aber wegen meiner Fibromyalgie auf.
Ich hatte mit 19 einen Autounfall.
Ich wurde aus dem Auto geschleudert und knallte gegen einen Laternenpfahl.
-Großes Pech. -Ich würde sagen, ich hatte großes Glück.
So versuchen meine Oma und ich das zu sehen.
Sie ist deswegen zu 100 % behindert.
Es wird aber viel Stammzellenforschung betrieben. Es gibt also noch Hoffnung.
Sie ist wundervoll, meine Johanna. Ist im Stadtzentrum aufgewachsen.
Ich habe viel Fisch im Gefrierschrank, falls ihr welchen wollt.
Hjalti Pétur bringt immer welchen an Land.
-Hjalti Pétur? -Das ist mein Freund.
Es ist so schön, dass du da bist, Gabriella.
Unnars Freunde sind hier immer willkommen.
Sie heißt Daniela, Mama. Mit "D".
Entschuldige, ich bin so schlecht darin, mir Namen zu merken.
Ein Fünkchen des alten ADHS.
Wenn auch nicht so viel wie bei meinem Unnar.
-Möchtest du noch Kaffee? -Nein, danke.
Unnar und ich wollen Campingausflug auf Gletscher machen.
Auf einen Gletscher? Und was ist mit deinem Asthma?
Ich nehme halt den Inhalator mit.
Hast du Asthma, Unnar?
Nee, nicht wirklich. Ich hab den Inhalator schon lange nicht mehr gebraucht.
Vielleicht war es nur ein Kindheits-Asthma.
Das kann leicht wieder aufflammen. Ich hatte auch mal gute Phasen.
Kindheits-Asthma?
Ist deine Familie auch hier?
Meine Eltern sind beide tot.
-Oh, das tut mir leid. -Danke.
Aber wir sind sechs Schwestern. Große Familie.
Alle haben viele Kinder, und es ist immer viel …
Ich bin Jüngste und habe keinen Mann, keine Kinder und lebe in Island.
Meine Schwestern sagen: "Was hast du dir nur gedacht?!"
Sie arbeitet daran, die Staatsbürgerschaft zu bekommen.
Wenn alles gut läuft, nach neun Monaten.
Das wird ein stolzer Tag in meinem Leben, wenn ich einen Pass habe, auf dem steht:
"Daniela Majok, Isländische Bürgerin".
Ojemine!
Ich mache das!
Steh ganz vorsichtig auf, Schatz. Johanna, hol das Erste-Hilfe-Set.
Eins ist im Bad, ein weiteres auf meinem Nachttisch.
Es geht mir gut, Mama.
Jesus!
-Alles in Ordnung? -Nicht!
Verdammt. Ich Schussel …
Das ist schrecklich, so schrecklich, mein lieber Junge …
-Tu was Nützliches. Leg seine Füße hoch! -Mama …
Der Fußhocker, Fräulein!
Hast du noch nie einen La-Z-Boy gesehen?
Mama, es geht mir gut. Es ist nur Nasenbluten.
Lehn dich zurück, Schatz.
Hast du deine Tabletten nicht genommen?
Du nimmst Tabletten?
Unnar war nie so ganz auf der Höhe.
Hat er dir nichts davon erzählt?
Auf der … Höhe?
Es ist eine Sammlung von Fotos von unseren Urlauben.
-Ich habe sie auf eine CD überspielt. -Da bin ich ja mal gespannt.
Bewahre die guten Erinnerungen, vergiss dich schlechten …
Johanna, Schatz.
Sieh mal was für ein Schatz der kleine Süße war!
Wie alt warst du da?
Fünf, fast sechs. Das sind wir auf dem Weg nach Spanien.
Du bist so süß.
Das sind wir am Flughafen von Costa Del.
Und das ist der Pool im Timor Sol.
Das ist das Hotel, in dem wir die ersten sieben Jahre waren.
-War es dort sehr kalt? -Nicht, dass ich wüsste.
Er ist aber so warm angezogen.
Ja, genau, er hatte sich vor der Abreise eine Grippe eingefangen.
Süßes Kätzchen.
Das war ein Streuner, der um das Hotel herumschlich.
Unnar wollte ihn mit nach Hause nehmen. Oh, wie hat er geweint.
-Ich überlege, mir eine Katze zu holen. -Das wäre schön.
Katzen können in einem Hochhaus nicht leben. Das weißt du doch!
Unnar war schon immer sehr begeistert von Tieren.
Er identifiziert sich wohl mit ihnen. Mein armer kleiner Welpe.
-Mama … -Was denn?
Nenn mich nicht so.
Was denn?
Du willst doch keine Geheimnisse vor deiner neuen Freundin haben?
-Mama … -Er war so süß …
Als ich kurz nach unserem Einzug den Garten fertig hatte,-
-gab es viele Kinder in der Nachbarschaft,-
-die ständig unterwegs waren.
Aber mein kleiner Kamerad hier hatte Probleme sich einzugewöhnen,-
-weil er kaum sprechen konnte.
Daher schickte ich ihn manchmal, wenn das Wetter gut war, hinaus.
Frische Luft war gut für sein Asthma.
Ich sagte ihm, er solle auf den Garten aufpassen.
Damit niemand über den Zaun klettert-
-und über meine kostbaren Setzlinge latscht.
Eines Tages kletterte ein Junge wegen eines Balls rüber,-
-und mein kleiner Kamerad bekam kein Wort heraus.
Daher bellte er einfach.
Er bellte das Kind an!
Die ganze Nachbarschaft hat sich schlapp gelacht.
Die Kinder nannten ihn danach "den kleinen Welpen".
Nicht alle.
Die meisten schon.
Ich nannte ihn auch manchmal so.
Es dauerte sehr lange, bis er richtig sprechen konnte.
Fremde hatten große Schwierigkeiten ihn zu verstehen.
Unnar war nämlich ein Frühgeborener.
-Sehr früh? -Ja, sehr früh.
Die Nabelschnur hatte sich bei der Geburt dreimal um seinen Hals gewickelt,-
-und er litt unter Sauerstoffmangel. -Du musst ja um sein Leben gebangt haben.
Ich nahm die Dinge, wie sie kamen.
Er war sehr klein bei der Geburt, seine Überlebenschancen gering.
Später zeigte sich, dass er schweres ADHS hatte,-
-was wohl ziemlich typisch bei frühgeborenen Kindern ist.
Aber du bekamst eine Invalidenrente. Das war ein Segen.
Ich musste ja auch zuhause bleiben.
Es war nicht leicht. Ich konnte ihn keine Sekunde allein lassen.
So, das ist das nächste Jahr.
Bekamt ihr damals Urlaubs-Beihilfe?
Ja, als wir dachten, er habe Schuppenflechte.
Später stellte sich heraus, dass es eine Kälteallergie war.
Du warst auf Gletscher. Da war kein Problem mit Kälte.
Mein Schlafsack hält bei bis zu minus 70 Grad warm.
So, das ist zwei oder drei Jahre später.
Da waren wir ins Roc Flamingo umgezogen.
Das ist es? Wow!
Ja, dort waren wir in den letzten 18 Jahren jedes Jahr.
Eine wundervolle Lage! Es ist alles in der Nähe.
Und hier ist das Schwimmbecken.
Da paddelt Unnar am Rand entlang.
Er schwamm nie viel, wegen seines Immunsystems.
Du hast mich nicht gelassen.
Du sagtest, ich könnte mich an den Leuten mit Schuppenflechte im Pool anstecken.
Unnar. Wir wussten es damals nicht besser.
Die Becken waren ungechlort und das Wasser kalt. Nebensaison halt.
-Waren dort nie Kinder dabei? -Nicht bei den Schuppenflechte-Reisen.
Die meisten Kinder sind zu dieser Zeit in der Schule.
Aber hier …
Da sieht man ein paar.
Das war eine Reise für chronisch kranke Kinder.
Sie mussten sogar das Flugzeug für spezielle Krankenbetten umbauen.
-Wegen Unnar? -Nein, nicht wegen ihm.
Da waren Kinder mit Herz- und Verdauungskrankheiten.
Ein Mädchen mit einem Stomabeutel …
Und die mit dem roten Handtuch hatte Leukämie.
Immerhin durfte sie den Pool benutzen.
Ihre Eltern waren völlig durchgeknallt. Die tranken doch wie die Kesselflicker.
Kinder können sich an die extremsten Umstände anzupassen.
Sogar Bombenangriffe sind für Kinder etwas Normales,-
-wenn sie unter solchen Zuständen aufgewachsen sind.
Unnar war so verliebt in sie.
Ich sagte ihm, das hätte keine Zukunft. Wie gesagt; sie hatte Leukämie.
Aber er wird reifer.
Du bist das Beste, was er hier reingeschleift hat.
Danke.
Unnar hat sich immer gut um seine Mutter gekümmert, das muss man ihm lassen.
Meine Gesundheit schwankt so stark, dass ich ohne ihn verloren wäre.
Ich verstehe noch nicht ganz …
Du hast drei Monate lang nichts darüber gesagt?
Bist du behindert?
Tut mir leid, dass ich lache.
Gibt es sonst noch etwas, was du mir sagen willst?
Muss ich dein Bein abschrauben, wenn wir nach Hause kommen?
-Hallo? -Nein.
Ich wurde einfach nur sehr früh geboren.
Und dann hatte ich diese Fibromyalgie.
Du hast keine Fibromyalgie!
Mit einer Fibromyalgie kannst du keine Gletscher hochklettern.
Es geht mir jetzt viel besser.
Ich glaube, deine Kälteallergie ist auch nicht mehr allzu stark.
Du hast keinen Hautausschlag, wenn du mit kaputter Heizung auf den Gletscher fährst.
Nimmst du immer Medizin, wenn ich es nicht sehe?
Ich habe schon lange keine Medikamente mehr genommen.
Nicht, seit ich im Team bin.
Du verstehst das nicht …
Wenn ich nicht behindert bin, bekommen wir weniger Geld.
Alles ist so teuer geworden!
Unnar, es tut weh, das zu sehen.
Eine Mutter darf nicht so mit ihrem Kind reden.
Eine Mutter sollte ihrem Kind helfen, ein Qualifizierter Ersthelfer zu werden.
Deshalb wollte ich nicht, dass du mitkommst.
Du hast mir nicht die Wahrheit gesagt.
-Das ist dumm. -Ja.
Es tut mir leid.
Jetzt kenne ich den Grund.
… sagte sie, dieses Gebäck käme nicht aus Island.
Erst die Fleischsuppe, dann der Goldregen und jetzt unsere Kuchen.
-Ach ja; ich habe Tortillas mitgebracht. -Ja …
Die magst du doch so gern.
Du kannst gern den anderen etwas abgeben. Ich habe viele gemacht.
Außerdem habe ich dir einen reinen Obstsalat mitgebracht.
Man weiß ja nie; es gibt heutzutage so viele Allergien.
Ihre Schwestern leben überall in Europa verstreut.
Die Älteste in Dänemark und eine in Estland.
Eine ist mit einem Tschechen verheiratet und die anderen sind noch in Polen.
Daher nehme ich an, dass sie alle eine Schwäche für ausländische Männer haben.
-Höre ich da Hochzeitsglocken, Hjalti? -Halt die Klappe.
Du kannst der Regierung nicht die Schuld für alles geben.
-Hallo. Johanna Einarsdóttir. -Pálmi.
So, Schatz …
-Ruf mich einfach an. -Japp.
Mach's gut, Schatz.
Man konnte ganz deutlich hören, was da in deiner Kabine abging.
Klang so, als würde der Generator explodieren!
Halt deine verdammte Klappe.
Hjalti Pétur wollte mit seinen Kumpels einen heben geben.
Daher fuhr ich ihn zur Kneipe.
Die chillen einfach nur.
Es ist so schön, dass sie auch außerhalb der Arbeit Zeit miteinander verbringen.
-Bist du heute etwas angeschlagen? -Nein, nein, kein bisschen.
Ich bin vielleicht etwas gestresst, weil Hjalti Pétur so plötzlich zurück kam.
Ich musste einkaufen … und solche Sachen.
Ist er sehr fordernd? Beim … Du weißt schon?
Wie geht das denn? Mit deiner Krankheit …?
Also, wir haben so unsere Tricks. Wir befriedigen uns quasi gegenseitig.
Ich liege nicht gern lange auf dem Rücken.
Es tut mir so leid, eine Freundin leiden zu sehen.
Es hat seine Vor- und Nachteile.
Man wird eine gewisse Spannung los. Du weißt, was ich meine.
Ich gehe dann mal besser. Meine Lieblingssendung beginnt gleich.
-Hallo. -Hi.
Ich bin dann mal weg.
Hallo, mein Schatz.
Danke, dass du gekommen bist.
Du weißt ja, wie hoffnungslos ich in solchen Dingen bin.
-Kannst du das Problem erkennen? -Es ist das Gleiche wie letztes Mal.
Im Kühlschrank ist eine kalte Cola, falls du Durst hast.
Das Rohr ist total locker … Ist das schon lange so?
Seit drei Tagen. Ich wollte dich nicht belästigen.
Das ist eine riesige Sauerei!
Wir waren diese Woche mit dem Treppenhaus dran. Ich musste Johanna um Hilfe bitten.
Ich fühlte mich nicht in der Lage dazu. Ich komme gar nicht mehr zu Kräften.
All meine Energie geht fürs Briefeschreiben drauf,-
-um den Goldregen zu retten.
-Ich kann jederzeit vorbeikommen. -Oh, danke. Du bist ein Schatz.
Was gibt's Neues?
Wie geht's deiner Freundin … Gabriella? Seid ihr noch …?
Sie heißt Daniela, Mama.
-Ist es denn was Ernstes? -Nein … Wie meinst du das?
Ich bin froh, dass es nichts Ernstes ist.
Ich habe sofort gesehen, dass sie nicht die Richtige für dich ist.
Hör mal …
Ich kann dieses Jahr vielleicht nicht mit an die Costa Del Sol fahren.
Unser Team ist zu dieser Zeit auf einer wichtigen Reise.
-Das ist IHR Werk. -Nein.
Doch, ist es.
Sie versucht sich zwischen uns zu zwängen.
Wer soll denn am Flughafen meinen Rollstuhl schieben?
-Du weißt, was so ein Flug mit mir macht. -Jeder Mensch kann einen Rollstuhl schieben.
Ich muss von Terminal C zu Terminal A, um zum Bus zu kommen.
Vielleicht kann Pedro von der Bar sich frei nehmen und dir helfen?
Pedro …?!
Und was soll ich dann machen, wenn du nicht bei mir bist?
Ganz allein, umgeben von …
… Menschen mit Schuppenflechte?
So, ich muss los.
Sie kommt aus einer anderen Kultur. Ihr werdet einander nie verstehen.
Ich verstehe sie ausgezeichnet.
Du kannst dir bei ihrem Hintergrund nie sicher sein.
Vielleicht hat sie ja eine dunkle Vergangenheit.
Sie hat einen Hochschulabschluss!
Wirklich? Und wieso wischt sie dann alten Leuten den Hintern ab?
Die haben da drüben ein ganz anderes System.
Ist das nicht Beweis genug, dass sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen hier ist?
-Ihr Diplom wird hier nicht anerkannt. -Unsinn!
Es würde mich nicht wundern, wenn sie über einen Versandkatalog hergekommen ist.
Sie arbeitet in einem Altenheim!
Ja, das machen sie tagsüber, und nachts tanzen sie an einer Stange!
Du hast doch gesehen, wie sie sich bewegt! Wie ein Reh!
Vielleicht gründen wir eine Familie … Das wäre schön.
Ein Mensch mit ADHS und weiteren Behinderungen sollte keine Kinder zeugen.
Das liegt in den Genen und wird weitervererbt.
Guck dir doch mal meine Mutter an … Vegetiert im Rollstuhl vor sich hin.
Wie klettert denn jemand mit ADHS auf den höchsten Berg?
Also …
Du wurdest immer von anderen begleitet …
Nein!
Die Welt ist nicht so, wie du sagst!
Die Menschen sind gut und haben nichts gegen mich!
Notfall!
-Guten Abend. -Es ist ein Notfall!
Ich bin Qualifizierter Ersthelfer.
-Gute Fahrt. -Danke.
Ja, wir sind die Ersten!
Hat nur sechs Minuten gedauert.
-Wen rufst du an? -Mama, damit sie Bescheid weiß.
Die Tore!
Guten Abend. Es ist ein Wunder, dass sie noch am Leben sind:
Ein niederländisches Paar überlebte heute Morgen-
-einen Sturz von 30 Metern in eine Gletscherspalte.
"Ich war mir sicher, mein letztes Stündlein habe geschlagen",-
-sagte ihr Retter, der eine heldenhafte Tat vollbracht hatte,-
-und dankte seinen Kollegen für ihre Unterstützung.
Unsere Reporterin traf das stolze Mitglied des Ersthelfer-Teams-
-heute Nachmittag am Gletscher …
Es war der dritte Tag der Flitterwochen von Hanneke und Robin van Buskirk,-
-als sie heute Morgen in starkem Nebel von ihrer Gruppe getrennt wurden.
Nach einer ausgiebigen Suche war ein Rettungshubschrauber angefordert worden.
Unnar Jónsson war an Bord und seilte sich ohne zu zögern-
-in die Spalte ab, um nach dem jungen Paar zu suchen.
Die Frau war schwer verletzt.
Sie hatte beide Beine gebrochen und war kaum bei Bewusstsein.
Ich holte sie zuerst und kam dann zurück, um den Mann zu holen.
Wie kam es dazu?
Die Rettungsmannschaft aus der Gegend war als Erste vor Ort,-
-weil wir am nächsten dran sind. Als wir aber dort eintrafen …
Indiana!
-Hast du den Fernseher an? -Nicht jetzt, Johanna!
Unnar ist im Fernsehen!
Unnar blieb angesichts seiner Heldentat bescheiden.
Ach, du gibst einfach dein Bestes …
Was hast du getan?!
Ich möchte unserem Teamleiter für seine hervorragende Planung danken …
Geh ran, Junge!
Die Arbeit im Rettungsdienst ist ein erfüllender Lebensstil …
Anrufbeantworter …
Unnar Jónsson, wo bist du?!
Es ist natürlich ungewöhnlich, dass sich der Zustand von jemandem-
-mit einem Behinderungsgrad von 90 % so stark verbessert.
Wenn man sich nach 28 Jahren mit Beihilfe plötzlich bester Gesundheit erfreut.
Willst du damit etwa andeuten, dass ich in meinem elenden Zustand-
-wegen Geld über die Behinderung meines Sohnes gelogen habe?
Sehe ich etwa so aus, als wäre ich zu so etwas in der Lage?
Laut Artikel 55 hat die Behörde das Recht, Beihilfen zurückzufordern,-
-die u.a. in arglistiger Absicht durch falsche Angaben bezogen wurden.
Die Empfängerin ist zur Rückzahlung mit Zinsen verpflichtet.
Johanna, Schatz …
Lässt du mich bitte mal kurz allein mit der Anwältin?
Natürlich …
Hat mich gefreut.
Der Junge litt bei der Geburt unter Sauerstoffmangel.
Er war sehr klein, sogar für einen Frühgeborenen.
Er war irgendwie …
Während der gesamten Schwangerschaft spürte ich, dass etwas nicht stimmt.
Und ich hatte recht.
Alles war …
Im Alter von fünf Jahren-
-zeigte er ein Verhalten, das mich erschreckte …
Seine Stimmungsschwankungen waren so …
Mit all meinen eigenen Behinderungen hatte ich Probleme, ihn in den Griff zu bekommen.
Unnar ist immer schon seinen eigenen Weg gegangen.
Man weiß nie, was passiert, wenn er den Raum betrifft.
Man kann auch nie wissen, ob er die Wahrheit sagt oder nicht.
Ich konnte nie …
Ich hatte es nicht leicht.
Das klingt ganz danach, als wäre er psychopathisch.
Denkst du?
Jetzt, wo du es sagst …
Ich bin keine Expertin …
Aber es ist ganz sicher nichts, was ich dem Kind antrainiert habe.
Keine Mutter würde doch jemals wollen, dass ihr Kind behindert ist, oder?
Hallo. Ich liege gerade etwas hinter dem Zeitplan. Hast du es eilig?
Ja … Ich … Ich habe noch etwas vor.
Althea kann dich übernehmen, wenn du nichts dagegen hast … Althea.
Sie ist fantastisch. Kennst du sie schon?
Nein.
Wir können sonst auch einen neuen Termin machen.
Nein … Das passt schon.
-Ich habe einen Anschlusstermin. -Gut. Setz dich doch.
-Sie möchte Pink mit Steinchen. -Okay.
-Hallo. -Hallo.
-Wie geht's? -Ganz gut.
-Guten Abend. Was darf's sein? -Eine Diet.
Ohne Eis.
-Danke. -Prost.
Prost.
Entschuldige bitte, bist du allein hier?
Ja.
Bist du vielleicht … Agnes?
Agnes?
Sind wir verabredet? Ich bin Anton.
Nein … Ich bin … Ich heiße Indiana.
Oh, Entschuldigung … Ich erwarte jemanden.
Sie heißt Agnes. Du hast eine ähnliche Stimme.
Ein Blind Date?
So kann man das wohl nennen.
Aber wir kennen einander gut, haben schon oft telefoniert.
Wie romantisch.
Ich habe schon seit über zwei Jahren nichts getrunken.
Und jetzt sitze ich hier mit meinem dritten Bier.
Das ist wohl die Anspannung.
Aha?
Es passiert nicht oft, dass man eine Verbindung zu jemandem empfindet.
Eine echte Verbindung.
Aber wem sage ich das?
Was soll das heißen?
Ach … Du siehst aus wie jemand, der keine Probleme hat.
Ich …
Wahrscheinlich wurde sie aufgehalten. Sie ist eine sehr geschäftige Frau.
Sie engagiert sich für wohltätige Zwecke. Eine sehr selbstlose Frau.
-Klingt interessant. -Ja, das ist sie.
Ich habe mich oft gefragt, was sie wohl in einem Mann wie mir sieht.
Ich bin mir sicher, dass du auch deine Qualitäten hast.
Das sieht nicht jeder so.
Es ist schön, Menschen übers Telefon kennenzulernen.
Das Aussehen spielt keine Rolle und man kann ehrlicher sein.
Ich war auch nicht ganz ehrlich zu ihr.
-Nein, niemand ist immer ehrlich. -Nein.
Vielleicht war sie schon hier und ging wieder, als sie mich sah.
Ich muss jetzt leider los. Viel Glück.
Danke.
Tschüs.
Ich bin fertig. Kommst du?
Ja …
Das wird bestimmt lustig, oder?
Mach die Tür auf, Mama.
Ich habe ein …
Ich kriege keine Luft …
Du weißt ja nicht, was du deiner Mutter antust.
Geht es dir gut?
Wenn du nicht antwortest, muss ich die Tür aufbrechen.
-Geh zur Seite; ich komme jetzt. -Nein, nein, nein!
Bist du denn völlig durchgedreht? Hast du …
Du weißt doch, dass ich wegen meiner Phobien Probleme mit Veränderungen habe.
Ja, ich weiß.
Sollen wir vielleicht einen Nachtisch mitbringen?
Ja, was hältst du von einem Nachtisch?
Was?
Es gibt Risalamande, wie jeden Heiligabend.
Wir halten uns an isländische Traditionen.
Na, wir müssen ja nicht alles ändern.
-Und Malzbier und Orangenlimonade. -Ja.
Ich hoffe, ich werde euch nicht im Weg sein.
-Mama, lass das bitte. -Ja …
-Ich bin doch nur eine Last für euch. -Nein. Nein, nein …
-Doch, das bin ich immer. -Mama …
Es läuft gut auf der Arbeit.
Þórðurs Bruder hat mir einen Vertrag angeboten.
Das hilft mir sehr, die Beihilfen zurückzuzahlen.
Unnar wurde nach seinem Rettungseinsatz viel gelobt.
-Er wurde eine nationale Berühmtheit. -Ich bin keine Berühmtheit.
Ich habe auch ein Menschenleben gerettet … Aber das kam nicht in den Nachrichten.
Glaubst du, du würdest jetzt hier sitzen,-
-wenn ich all nicht all meine Träume geopfert hätte, um dich großzuziehen?
Du solltest dich freuen, dass es so gut läuft für Unnar.
Natürlich freue ich mich.
Jede Mutter ist froh, wenn aus ihren Kindern etwas wird.
Das ist nur alles so neu für mich.
Es wäre schön gewesen, wenn schon früher etwas aus mir geworden wäre.
Wie geht es … Esther Ýr?
Deine Freundin auf Facebook.
Worauf willst du hinaus?
Willst du das etwa leugnen? Kennst du keine Esther Ýr?
Nein …
Woher weißt du davon?
Wer ist diese … Esther Ýr?
Hat sie nicht mit dir gechattet?
Ja, sie sagte, sie hätte mich in den Nachrichten gesehen.
-Sie hielt dich für einen echten Adonis. -Das hat sie nicht gesagt.
Nein? Vielleicht hat sie es anders ausgedrückt.
Und du sagtest, sie würde auf ihrem Profilfoto sehr gut aussehen.
In diesem tief ausgeschnittenen Top.
Woher weißt du …?
Ich weil alles darüber. Deine Mutter weiß mehr als du selbst.
-Hab ich etwa mit DIR geschrieben?! -Ja!
Ich wusste, er würde die Gelegenheit nutzen und dich betrügen,-
-wenn sich ihm ein schönes isländisches Mädchen anbietet.
-Du bist so was von peinlich! -Ich beschütze dich nur!
-Verstehst du das nicht? -Du bist eine pathologische Lügnerin.
Wieso wirfst du mir immer Steine in den Weg?
Ich durfte nichts machen, was andere Kinder durften: Sport, Pfadfinder …
Du durftest doch an diesem Erste-Hilfe-Kurs teilnehmen!
Das habe ich für dich getan!
Bjarni von gegenüber hat studiert, obwohl er eine Autoimmunkrankheit hat.
Jetzt arbeitet er als Programmierer und hat eine Teenager-Tochter!
Willst du damit andeuten, ich hätte deinem Glück im Wege gestanden?
-Du warst ein sehr krankes Kind! -Mama …
Wieso bin ich immer nur bei dir krank, aber nie, wenn ich mit ihr zusammen bin?
Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan, um dich zu beschützen!
Ich verstehe nicht, wie du so böse sein kannst.
Hättest du genauso viel Energie beim Großziehen dieses Kindes eingesetzt-
-wie bei der Aufzucht dieses Baums,-
-dann wärst du jetzt eine reiche Frau.
Sag mal, für wen hältst du dich eigentlich?
Er ist 39 Jahre alt! Wirst du denn nie die Nabelschnur durchtrennen,-
-die dreimal um seinen Hals gewickelt ist?
Du kommst in mein Haus gestapft und hast die Frechheit, über mich zu urteilen?
Was verstehst du schon von der Funktions- weise der isländischen Gesellschaft?
Nicht das Geringste! Du eingebildete polnische Schlampe!
Wie kannst du nur so etwas sagen, so voller Vorurteile?
Ist es ein Vorurteil, seinen eigenen Sohn verteidigen zu wollen?
Um zu verhindern, dass ihn ein Parasit ausnutzt?
Du bist hier gar nichts; nicht einmal zu Sozialhilfe berechtigt.
Ich brauche keine Sozialhilfe. Ich arbeite für mein Gehalt!
Ja, du hast echt Glück, dass du fit genug bist, alte Männerärsche abzuwischen.
Ich hoffe, jemand kümmert sich um dich, wenn du eine alte Frau bist.
-Ich habe Unnar! -Bald wirst du keinen Unnar mehr haben.
Verstehst du das nicht? Wir kommen nicht mehr, wenn du so weitermachst.
Ich bin krank, und du platzt mit Drohungen in mein Haus?
Wirklich?
Bist du wirklich krank?
Verschwinde. Das ist mein Zuhause.
Ich weiß, dass du das System die ganze Zeit betrogen hast.
Das kenne ich.
Du hast Unnar Lügen eingeflüstert, als er noch ein kleiner Junge war.
Er sollte weinen und sagen, er wisse nichts, wenn ihn jemand fragt.
Du weißt gar nichts!
Sieh dich an … Du siehst lächerlich aus.
Wovor hast du so große Angst?
Diese Pflanze wird keinen Tropfen Wasser mehr bekommen. Nur, dass du das weißt.
Kein einziger Sonnenstrahl wird jemals auf diese empfindlichen Blätter scheinen.
Diese Pflanze wird ihre restlichen Tage im Dunkeln bei den Silberfischen verbringen!
So gehe ich mit Geschenken von Leuten wie dir um!
Ich kann Telefon nehmen und erzählen, was ich sah, als wir im Subaru saßen-
-und zu einem Mann namens Jónas in der Grettisgata fuhren.
Und Jónas nimmt große Tasche mit Tabletten und zahlt mit Geld.
Ich hoffe, wir können in Zukunft zivilisiert miteinander umgehen.
Du wirst immer zu einem Besuch in Engihjalli willkommen sein.
Keine Pflanze wird jemals in Engihjalli blühen.
Keine einzige Pflanze.
Was macht ihr hier? Ihr habt hier nichts verloren!
Ich rufe die Polizei! Das ist Hausfriedensbruch!
Noch zehn Minuten, dann bekommt der Schinken eine letzte Kelle.
Direkt vor dem Essen schlage ich dann die Sahne für den Waldorf-Salat.
Nimm dir gern noch ein Glas Sherry, meine Liebe.
Du bist heute gut in Form. Du hüpfst herum wie ein junges Mädchen.
Ja, es geht mir gerade ungewöhnlich gut. Weihnachten bin ich immer so aufgeregt.
Habe ich den Rotkohl vergessen?
Ich habe eine philippinische Papaya-Sauce nach einem Rezept von Dalsay gemacht.
Die soll ziemlich gut zu Fleisch passen.
Zu glasiertem Schinken?
Ja, etwas Süßes passt gut zu etwas Salzigem.
Das Risiko wollen wir doch an Weihnachten nicht eingehen?
Wollen wir sie nicht lieber im Kühlschrank lassen?
Lass uns heute Abend traditionell bleiben.
Sie wird eh noch besser, wenn man sie 24 Stunden ruhen lässt.
Wir können sie zu den Resten probieren.
Normalerweise hilft er mir beim Tischdecken-
-und darf vor dem Essen ein Geschenk auspacken.
Unnar ist so ein Weihnachtskind.
Seit Hjalti Pétur nicht mehr kommt, denke ich, dass es Zeit ist, zu reisen.
Du bist ohne diesen ekligen kleinen Mann besser dran.
Ja, ich bin schon irgendwie froh darüber.
Ich mache mir aber Sorgen um die Hausgemeinschaft.
Ich will nicht, dass alles drunter und drüber geht, während ich weg bin.
Ich glaube, das wäre alles. Die Weihnachts-Löffel …
Oh Gott, ich habe vergessen, das Mandel-Geschenk einzupacken.
Sag mir nicht, was es ist. Ich will es nicht sehen.
Unnar bekommt immer das Mandel-Geschenk.
Diesmal werden wir es einfach nicht einpacken.
Es ist schon spät, und er müsste jeden Augenblick hier sein.
Danke, Indiana, dass du mich in dein Leben gelassen hast,-
-dass du mich an diesem geheiligten Moment teilhaben lässt.
Prost, meine liebe Freundin. Es ist schön, dass du da bist.
"Möge der Geist von Christus dein Herz mit diesen spärlichen Tränen segnen."
Was würde ich ohne dich tun?
Bei meiner Oma gab's immer Graved Lachs …
Johanna, Schatz. Lass uns der Stille lauschen.
Entschuldige.
Frohe Weihnachten!
Hallo.
Bist du endlich da? Mein geliebter Junge.
Frohe Weihnachten.
Bist du allein?
-Ja … -Wirklich?
Nein!
-Wir haben einen Überraschungsgast! -Sieh mal, wer hier ist.
Wir haben Oma mitgebracht!
-Frohe Weihnachten! -Frohe Weihnachten, Daniela!
Frohe Weihnachten, Indiana.
-Ist das deine Oma, Unnar? -Ja.
Das ist ja schön. Freut mich, dich kennenzulernen.
Johanna Einarsdóttir, Indianas Freundin und Vorsitzende der Hausgemeinschaft.
-Sie ist … -… taub?
-Nein. -Nein, sie hört gut.
Meine Mutter wird nicht … Das ist nicht das Weihnachtsbesteck!
Deine Bluse ist sehr schön.
Danke.
Wo ist dein Mann?
Ich glaube, er ist bei Arndis in Smyrlahraun.
Sie war letzten Sommer mit ihm auf Karibujagd.
Hab ich auf Facebook gesehen. Sie nennt ihn ihren "Hengst".
Der Toast!
Soll ich ihn holen, Schatz?
Du musst es ihr zerdrücken.
Sie kann nicht richtig kauen.
Es fehlt ein Stuhl!
Falls ein hungriger Mensch vorbeikommt.
Das ist eine schöne Tradition.
Wie bei Josef und Maria, die Zuflucht suchten.
-Allerliebst! -Wir haben keinen Extra-Stuhl.
Lass uns ein Jesuskind suchen, Indiana.
Wie wäre es mit Bibbi? Er ist so süß.
Johanna! Der soll die Pflanze abstützen!
Bibbi wird heute Abend unser Jesuskind sein.
Alle Kinder sind bei uns willkommen. Jesus Bibbi.
Das ist so eine schöne Tradition.
Das war mein Stuhl, als ich klein war.
Es schmeckt sehr gut.
Der Graved Lachs ist echt lecker, Mama.
Ein bisschen schleimig … Merkwürdig.
Ich rede viel zu viel.
Sch… Das hören wir uns immer an.
… gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe;-
-denn sie hatten sonst keinen Raum… -Johanna, Schatz. Der Pfarrer spricht.
Wir haben uns das nie im Radio angehört.
Oma las das immer auf ihre ganz eigenartige Weise vor.
Hör zu und genieß das Essen!
Kanntest du Brynjar Örn Sveinsson, den Chef der Post in Eskifjörður?
Du musst nicht so laut sprechen.
Laufey Guðmundsdóttir war seine Frau, etwas älter als du.
Er bekam auch Demenz und brabbelte nur noch wirres Zeug.
Johanna!
Wir waren alle so erleichtert, als er endlich krepierte.
Das war, als wäre man einen Elefanten losgeworden.
Aber du bist nicht schwierig, oder? Du sagst ja kein Wort.
Hör jetzt dem Pfarrer zu!
Der Mann hat total die monotone Stimme.
Sie kann dich nicht ab. Sie kommt nicht damit zurecht, dass du Ausländerin bist.
Einen Schluck Sherry?
Nein, danke.
Bist du Abstinenzlerin? Aus Polen?
Ich trinke derzeit einfach nicht.
-Verdammter scheiß Mist … -Alles in Ordnung, Mama?
-Der Ofen … ist von selbst ausgegangen. -Was?
Da ist wohl eine Sicherung rausgesprungen.
-Was machen wir jetzt? -So ein Desaster.
Das macht doch nichts. Der Lachs war köstlich.
Wir können doch einfach den Schinken essen. Der ist doch gekocht?
Das ist nicht so, wie es sein sollte!
Es sollte so sein, wie es immer ist!
Wir … Wir machen diesmal eine Ausnahme und gehen direkt zur Risalamande über.
Johanna, Schatz, hilf mir mal.
Setzt euch, ihr beide.
Jetzt essen wir Risalamande, Oma.
Sind ihre Hände kalt?
Nein, sie sind warm.
-Sooo … -Da kommt der Risalamande.
Guten Appetit.
Jetzt wird es spannend. Wer hat die Mandel?
Mein Onkel Ari hatte sie bei Oma immer. Ich hätte ihm ins Gesicht schlagen können.
Er war Omas Liebling. Bekam immer die größten Geschenke.
War da keine …?
Nein, ich habe sie nicht versteckt.
-Hast du sie runtergeschluckt? -Nein, ich habe sehr gründlich gekaut.
Du hast die Mandel, Johanna!
Wer hätte das gedacht! Was gibt's als Geschenk?
Ein Puzzle.
Wie schön!
Unnar und ich puzzeln immer am ersten Weihnachtstag nach dem Aufstehen.
Ich mache doch jetzt nichts kaputt, oder?
Entschuldigung.
Wir puzzeln im Pyjama und trinken Malzbier und Orangenlimonade.
-Du solltest es haben. -Nein.
Doch, du bist der Jüngste. So sollte es sein.
Ich hole mir mein eigenes raus, wenn ich wieder nach oben gehe.
-Wow! 2000 Teile! -Schönes Bild.
Sie ist etwas sonderbar, deine Tochter. Aber nett.
Sie ist meine beste Freundin. Was würde ich nur ohne sie tun?
Wollen wir ins Wohnzimmer gehen, Oma?
Hör mal, ich habe nachgedacht …
Ich würde gern über Nacht bleiben. Also, wir …
In meinem Zimmer. Am nächsten Morgen ist es hier immer so lustig.
Die Weihnachtstage solltest du in deinem eigenen Zuhause verbringen, Unnar.
Ja, ich weiß …
Ich habe ein großes Geschenk für dich in Engihjalli.
Etwas, das ich dir sagen möchte.
Wir müssen das nicht jetzt entscheiden. Wir schauen einfach mal.
Hey, wollen wir mal die Platte spielen?
Wir haben eine alte Schallplatte bei Oma gefunden.
Es tut alten Leuten so gut, Musik aus ihrer Zeit zu hören.
Das bringt Erinnerungen zurück.
Wir spielen jetzt deine Platte, Oma!
Ach, du hast zu tun?
Seht mal!
Mama, komm mal her! Sie kann es hören!
Hast du Spaß, Oma?
♫ Sie ist das beste Mädchen, das ich je gefunden hab … ♫
Was zur Hölle soll das hier werden?
Hör auf.
Hör auf!
Bist du hergekommen, um uns Weihnachten zu zerstören?
Du bist nicht auf dem verdammten Anwesen in Meistaravellir!
Dies ist mein Zuhause!
Feierst du eine Party? Willst du eine Party feiern?
-Du verdammte Schlampe … -Lass das!
-Sollen wir die Jungs einladen, na? Ja, lass uns …
Den widerlichen Gúndi!
Und den schwarzhaarigen Siggi …
Wir setzen ihn in meinen Stuhl, den er einpinkelt, und der Geruch geht nie weg!
Und diesen brutale Vollpfosten Maggi!
Lass uns eine tolle Party feiern, eine richtig zünftige!
Hier … Trink doch was, los!
Trink!
Du darfst ihr nicht weh tun!
Hast du noch nicht genug?!
Du kannst nie genug kriegen! Du Fass ohne Boden …
Ich bin besser als du!
Du hast nichts gebacken gekriegt, du verdammte Säuferin.
Alles, was du anfasstest, ging ein oder wurde dir weggenommen.
Unnar hat es nie an etwas gemangelt.
Er ging nie hungrig oder ängstlich zu Bett!
Er lebte in absoluter Sicherheit, und nichts Böses konnte an ihn herankommen.
Ich aber … Ich musste dir die Scheiße und Pisse abwischen,-
-als du in deiner eigenen Kotze schliefst und ich dich nicht wach bekam.
Du hast mir nie ein Weihnachtsfest beschert, du verfickter Pflegefall!
Du gabst nie deine Sozialhilfe für mich aus.
Wo waren meine Barbies …? Mein Mandel-Geschenk …?
Wo war der glasierte Schinken? Der Rotkohl, die Bohnen?
Du Scheißkerl! Du schuldest mir Geld! Das hier ist MEIN Leben!
"Gib Mama einen Abschiedskuss."
"Mama ist nur kurz weg, um ihrer Kleinen ein Geschenk zu kaufen."
"Wenn ich wiederkomme, kochen wir und machen es uns gemütlich …"
Aber du kamst nicht …
Niemand durfte wissen … Weil sie mich sonst geholt hätten.
So, wie sie meinen Bruder Joe und meine Schwester Dísa geholt hatten.
Aber hier bestimme ICH. Niemand darf in meine Privatsphäre eindringen!
Puh, das tat gut.
Also … Wollen wir jetzt ein paar Geschenke auspacken?
Ja, das klingt wundervoll.
Manchen läuft vor Aufregung schon der Speichel aus dem Mund.
Unnar und ich wechseln uns sonst immer beim Vorlesen der Karten ab.
Aber diesmal mache ich das.
Für …
Das ist für Oma, von mir und Unnar.
Bitte schön, meine Liebe.
Ich wusste nicht … Ihr habt mir ein Geschenk mitgebracht?
Wir sind es einfach nicht gewöhnt, Mama.
-Hätte ich das gewusst … -Du machst immer Geschenke, Indiana.
Du schenkst ein Stück von dir.
Hallöchen, "Hengst"!
Ja, ich weiß, es ist Weihnachten. In der ganzen Stadt feiern sie das.
Ich bin nicht blöd!
Ich … Ich fühle mich nicht wohl.
Ich lege mich etwas hin, bis der Schinken fertig ist.
-Wir konnten das nicht wissen. -Du hast unser Weihnachten ruiniert.
Ich sagte dir doch, dass immer nur wir beide zusammen feiern!
Ich fand es eine schöne Idee, eine große Familie zu haben.
Es stimmt, was Mama sagte … Man kann niemandem trauen!
Ich bringe dich hierher mit, und du versuchst sie zu verletzen?
Ich weiß nicht, ob ich alles glaube, was wir heute Abend hören.
Genauso wenig wie die Lüge von deiner Behinderung.
Sie will mich doch nur beschützen. Verstehst du das nicht?
Du bist nicht aus Island. Du verstehst das nicht!
Ich versuche nur, dir zu helfen!
Sie hatte die ganze Zeit recht, was dich betrifft.
Ich gehe.
Ich muss hierbleiben.
Du MUSST nicht hierbleiben, du WILLST hierbleiben.
Danke für den Schlafsack.
Geh nicht …
Wenn du nach Hause kommst, ich nicht mehr in Engihjalli bin.
Es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe.
Lass uns morgen darüber reden.
Ich wünsche dir alles Gute, Unnar.
Geh nicht …
Unnar?
Hast du dich schon krank gemeldet?
Ja.
Du musst was essen.
Lauf mal schnell zur Apotheke. Ich brauche Almogran, 12,5 mg.
Ich hab nur noch eine Tablette.
Mein Kopf … explodiert!
Die macht mich verrückt …
Ich ertrage das nicht mehr!
Unnar?
Geh rauf und sag ihr, sie soll aufhören.
Unnar!
Steck dir Ohrstöpsel rein!
Ich kann nicht … Meine Ohren sind geschwollen.
Unternimm etwas, Junge …
Mach ausnahmsweise mal was Nützliches!
Unnar!
Gott sei Dank!
Du musst dich waschen, wenn du Nasenbluten hast.
Ich werde nicht ewig da sein.
Und dann komm raus und hilf mir beim Pflanzen.
Übersetzung: filmtiger
GOLDREGEN
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