All language subtitles for James Benning - (1986) Landscape Suicide_ger

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Original subtitles

Am 23. Juni 1984...

wurde Kirsten Costas auf der Veranda ihrer Nachbarn erstochen.

Um 23:02 Uhr wurde sie im Kaiser Medical Center für tot erklärt.

Kirsten war 15 Jahre alt.

Verdächtigt wurde eine stämmige aber nicht dicke Jugendliche...

mit schulterlangen hellbraunen Haaren,

die einen alten, goldenen oder gelben, mangelhaften Pinto fuhr.

Woher stamme ich?

Im Buch Genesis 1,26 - 27 sprach Gott:

"Lasst uns Menschen nach unserem Bild machen,

"die über Fische und Vögel herrschen,

"über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land."

Egal was Carl Sagan sagt,

Gott schuf also den Menschen als sein Abbild;

als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Wir kommen von Gott, er schuf Körper, Seele und Geist.

Es gab keine Evolution. Wir wurden mit dem Abbild Gottes versehen,

um mit der Welt, miteinander und mit Ihm eins zu sein.

Daher stammen wir.

Wir haben keine Probleme mit den Evolutionisten.

Beten wir gemeinsam und ich bitte euch innezuhalten.

Dies ist ein heiliger Moment.

Lieber Gott, ich habe gesündigt.

Ich habe die Hölle verdient.

Ich habe Deine Gesetze gebrochen.

Aber ich glaube daran, dass Jesus für mich gestorben ist,

beerdigt wurde und auferstanden ist.

Komm Jesus Christus...

und erlöse meine Seele.

Wasch mich rein von meinen Sünden.

Und gib mir meinen Platz im Himmel.

Wir wollen euch helfen.

Vater im Himmel, hilf uns jetzt zu tun,

wofür wir dankbar sein werden,

wenn wir vor Dir stehen.

Rette die Seelen am Abgrund der Hölle in Gottes Namen, Amen.

Während wir singen, stehen unsere Pfarrer bereit.

Wer Erlösung sucht, neuen Glauben...

oder einen neuen Anfang mit Gott, was es auch ist!

Wer der Thomas-Road-Kirche beitreten will, die Hände zum Gebet hebt...

oder alleine mit einem von uns beten möchte.

Dessen Familien Hilfe benötigen, wer heute Sorgen hat:

Ihr seid hier und Gott hat zu euch gesprochen.

Lasst uns euch nun helfen!

Kommt, singen wir zusammen,

kommt von den Galerien herunter, von überall her.

Amen.

Jetzt noch ein Wort von Dr. Falwell.

Schmerz

Letzten Sommer nahmen meine 12-jährige Tochter und ich...

den Zug von Milwaukee nach New York.

In Chicago stiegen wir um und sie kaufte sich eine Ausgabe des Rolling Stone.

Irgendwo in Indiana riss sie sechs oder sieben Seiten raus,

reichte sie mir und sagte, sie wolle solche Artikel nicht lesen.

Sie machen ihr nur Angst.

Bericht: Psychologisches Profil

Bearbeiter: Hilley, Ronald

Verbrechen: Mord

Opfer: COSTAS, Kirsten Marina

Fang nur an.

Du kannst jederzeit was sagen, wenn du möchtest.

Was wird man denn der Presse sagen?

Du bist noch minderjährig.

Die Presse erfährt deinen Namen nicht.

Müssen Sie denen nicht irgendetwas sagen?

Ja, wir sagen ihnen, dass jemand...

Und was werden Sie der Familie sagen? Den Eltern?

Dass jemand identifiziert wurde.

Das ist alles?

Ja.

Ich meine, komm ich vors Jugendgericht...

oder wieder in die Schule?

Du kommst erst in die Jugendstrafanstalt und dann zur Bewährung.

Entscheiden die, ob ich dort bleibe oder in eine neue Schule komme?

Die entscheiden, ob du in U-Haft bleibst oder freikommst.

Wissen Sie, wofür sie sich entscheiden werden?

Und was in meine Akte kommt?

Das Gericht entscheidet das. Das Jugendstrafgericht ist dafür zuständig.

Wir müssen ein paar Einzelheiten durchgehen.

Das ist jetzt nicht leicht, aber wenn wir es jetzt machen,

ersparst du dir einiges später.

Ja.

Hast du Mrs. Costas angerufen?

Ja.

Wann war das?

Donnerstagabend.

Weißt du, was du ihr sagtest?

Nein, ich sagte nur,

ich sei eines der Mädchen der Verbindung...

und dass es um einen Einweihungsritus geht und so was.

Ich weiß nicht mehr genau.

Ich sagte ihr nur, was sie ihr sagen sollte.

Ich sagte, dass Kirsten...

Dass das Einweihungsessen Samstagabend ist...

und das war's.

Das war kein langes Gespräch.

Sie hat mich gefragt, was Kirsten tragen sollte und ich sagte, das wäre egal.

Sollte sie einen Rock tragen? - Weiß ich nicht mehr.

Ok, was hast du dann gemacht?

Ich weiß nicht mehr, was ich freitags getan habe.

Am Samstag hatte ich Einführung zur Freiwilligenarbeit im John-Muir-Krankenhaus,

aber an mehr kann mich nicht erinnern.

Ok, was geschah am Abend?

Ich habe gehupt.

Ich wusste nicht, in welchem Haus sie wohnte.

Ich glaub, ich stand vor dem falschen Haus...

und sie kam raus und sagte: "Ach, du bist's."

Dann gingen wir zur Kirche, weil sie was rauchen wollte,

aber ich wollte das nicht.

Was habt ihr dann getan?

Wir haben nur geredet, gar nicht gestritten.

Sie fand nichts dabei, aber ich wollte einfach nicht.

Ich kam mir blöd vor deswegen.

Sie hat mich früher schon mal so runter gemacht.

Alles, was mir zuvor passierte, alles Negative kam in mir auf.

Sie fand, ich sei komisch...

und wollte nach Hause.

Ich sagte, ich bring dich nach Hause und sie sagte: "Nein."

Und dann bin ich ihr gefolgt...

und als wir dort waren...

Warte noch, darüber reden wir noch nicht, ok?

Noch mal zurück dazu,

als du sie abgeholt hast.

Du hast also gehupt? - Ja, sie sagte: "Ach, du bist's,"

weil sie nicht wusste, wer sie abholen würde.

Sie sagte: "Ich dachte, es wär eine Einweihung."

Ich erzählte ihr von Matts Party...

und dass viele Leute ihren Eltern nicht alles erzählen.

Die Einweihung war nur eine Ausrede für die Party.

Sie wusste, dass es keine Einweihung gab,

das hatte sie schon vorher von anderen gehört.

Sie schlug vor, bei der Kirche Gras zu rauchen?

Ja.

Dann ging sie zum Haus. Bist du ihr nachgelaufen?

Ich weiß nicht, ob... Ja, ich denke, sie ist gelaufen.

Ich bin da gestanden und wusste nicht, was los war...

und bin ihr nachgelaufen.

Sie sagte: "Ich geh jetzt nach Hause."

Ich dachte, ich bring sie nach Hause...

und sie lief runter und hat diese Leute gebeten, sie nach Hause zu bringen.

Ich sagte, dass ich sie fahren könne und sie wollte nicht.

Also ging ich zum Auto am Kirchenparkplatz...

und da fuhren sie gerade weg...

und dann starb der Motor ab. Ich weiß nicht.

Gab es Probleme beim Starten?

Das ist bei dem Auto immer so.

Ich erinnere mich nur, dass ich schnell gefahren bin.

Ich glaube, die Reifen quietschten sogar.

Ich dachte noch, der Mann glaubt sicher, ich bin verrückt.

Ich weiß nicht, was ich tat.

Als ich den Wagen startete, wusste ich gar nicht, wo alles hingehörte.

Du bist ihnen also gefolgt. Warst du richtig wütend...

oder wolltest du ihr nur etwas Angst einjagen?

Ich denke, ich war wütend. Ich weiß auch nicht.

Sie stieg aus dem Auto...

und bedankte sich wohl bei dem Mann.

Der fuhr dann weg.

Zu mir sagte sie, ich solle abhauen...

und da wurde ich wütend und hab's getan.

Ich bin stehen geblieben,

sie hat was zu mir gesagt...

und dann hab ich's getan. Es ging alles so schnell.

Ich hab geschrien und sie ist weggelaufen...

und ich bin weggelaufen.

Ich hab sie nicht verfolgt. Ich wollte nach Hause...

und sie lief weg.

Ich weiß nicht mehr, was mit mir los war.

Ich bin einfach zum Auto gerannt...

und hab das Messer hinten reingeworfen,

bin eingestiegen und...

Was für ein Messer war das? - Ein Küchenmesser.

Ich weiß auch nicht.

Ich würde es nicht wiedererkennen, wenn ich's sehen würde,

weil ich gar nicht dran denken will.

Welche Farbe hatte denn der Griff? Oder welche Form?

Er war aus Holz und nicht sehr breit.

Breiter als ein normales Messer.

Es war nichts Besonderes.

Ich hab's einfach gepackt ohne zu denken.

Du hast es also nicht ins Auto gelegt, bevor du sie abgeholt hast?

Nein, ich habe es beim Einsteigen bemerkt.

Ich kann nicht sagen, ob da sonst auch ein Messer ist.

Meine Schwester Gina lässt immer Sachen rumliegen,

aber ich weiß nicht, ob sie das war.

Ich glaube nicht, dass sie mit Messern rumfährt,

aber das könnte erklären, warum es da war.

Ich hab's mir nicht vorher aus der Küche geholt.

Was hast du gemacht, als du zu Hause warst?

Als ich nach Hause kam? Ich weiß nicht.

Lauter schreckliche Dinge fielen mir ein.

Ich dachte, die Polizei würde kommen.

Ich wartete und hab aus dem Fenster gesehen.

Dann gingen ich, Mutter und der Hund raus.

Wo hast du das Messer hingetan?

Ich wusste doch was passiert ist.

Ich hab's in meinem Zimmer gelassen.

Ich wusste nicht mehr, was ich damit getan hatte.

Am nächsten Tag hab ich es in die Küche gelegt, als niemand da war.

Hast du jemals was dazu aufgeschrieben?

Ja.

Wann?

Am Freitag, nachdem wir geredet hatten.

Ich hab über vieles nachgedacht und es dann in einfachen Worten aufgeschrieben.

Ich habe meinen Eltern morgens einen Brief geschrieben,

weil ich es ihnen nicht direkt sagen konnte.

Ich konnte sie nicht ansehen.

Ich hab versucht, es ihnen zu sagen, aber ich konnte es nicht.

Am Freitag dachtest du dir also, dass wir dich verdächtigen?

Nein, das wusste ich.

Ich dachte, Sie können es vielleicht nicht beweisen, weil es so lange dauerte.

Ich dachte, selbst wenn Sie es nicht schaffen, muss ich etwas tun.

Ich wollte,

es wäre nie geschehen und alles wäre wie früher.

In der Schule war ich ja gut. Ich hab es einfach ausgeblendet.

In der Schule lief alles ganz gut,

außer, dass es eben immer da war.

Ich konnte es nicht abschalten.

Jedes Mal, wenn dieses Lied im Radio lief,

musste ich abdrehen, weil es mich an sie erinnerte.

Oder die Leute haben darüber geredet,

aber ich konnte das gut ausblenden. Auch heute noch,

nur so konnte ich wieder zur Schule gehen.

So kann ich den Alltag ertragen, weil ich das alles vergesse.

Es kommt mir nicht echt vor. Immer noch nicht.

Ich frage mich, was bei der Kirche war.

Warum wurdest du so wütend auf sie?

Dazu muss ich Ihnen die Hintergründe erzählen.

Ich habe viele Minderwertigkeitskomplexe.

Ich bin keine Cheerleaderin geworden,

ich wurde nicht in den Klub aufgenommen, ich kam nicht ins Jahrbuch.

Und da gab es Leute, die einfach alles hatten...

und sie hat das alles repräsentiert.

Das kam alles hoch, als ich mit ihr redete.

Mich hat sie nie gemocht, aber ich fand sie ok.

Ich dachte, alles würde ok werden, wenn wir befreundet wären.

Wir wären ja in der selben Verbindung gewesen.

Da waren Dinge, die ich nicht ändern konnte,

die ich nicht leiden kann, wie etwas nicht zu erreichen,

oder Geld, Aussehen oder Beliebtheit.

Das ist alles blöd.

Ich hab das Gefühl, dass ich nie Freunde einlade,

weil mir immer alles so peinlich ist.

Hat sie dich verspottet oder dir was angetan?

Sie hat mich einfach gedemütigt.

Sie hat nicht gesagt, dass ich hässlich bin oder so was.

Sie hat mich verletzt.

Einmal waren wir gemeinsam auf Skiurlaub.

Wir haben nicht so viel Geld und haben nicht die tollsten Sachen.

Ich hatte alte Ski und Schuhe,

aber ich hatte trotzdem Spaß.

Sie hat sich darüber lustig gemacht.

Mir schien, dass alle so dachten,

aber sie war die Einzige, die es auch sagte.

Ich hatte Angst, dass sie allen in der Schule sagen würde, dass ich komisch bin.

Ich wollte nicht, dass sie über mich redet.

Was ich getan hatte, war komisch und es war mir peinlich.

Sie sollte es niemandem erzählen.

Es war nicht ihre Schuld, falls Sie glauben, sie hätte mich provoziert.

Ich wollte sie nicht bedrohen, ich hab's einfach getan.

Hast du einen Freund? Magst du Jungs? Verstehst du, was ich meine?

Ich mag Jungs.

Falls Sie meinen, ich steh auf Mädchen, nein.

Ich schwärme immer wieder für einen und geh oft mit Jungs aus.

Diesbezüglich bin ich ein typischer Teenager.

Ich bin nicht so beliebt, dass sich die Jungs ständig um mich scharen,

aber ich geh zu Tanzereien.

Wenn ich zurück zu Miramonte gehe, würde mich sicher jemand auf den Ball einladen.

Ich mag Jungs...

und ich denke, sie mögen mich auch.

Erinnerst du dich noch, was du aufgeschrieben hast?

Dass Kirstens Eltern es verdienen zu wissen, was passiert ist.

Mir wäre es lieber mich zu stellen, als dass alle erfahren, was ich getan habe.

Ich glaube auch, dass ich mich umbringen könnte.

Das hätte ich nie können,

aber sehen Sie, was ich Kirsten angetan habe.

Ich dachte nie, dass ich das könnte.

Also könnte ich mich wahrscheinlich auch umbringen.

Das ist eine Möglichkeit.

Aber wenn ich mich umbringe...

Ich habe schon so viel Unheil angerichtet.

Meine Eltern würden es dann erfahren und das wäre schmerzhaft für sie,

weil sie dann glauben, sie wären schlechte Eltern gewesen.

Wäre das immer noch eine Möglichkeit?

Ich würde lieber sterben als...

Im Büro sagte Cindy mal,

wenn der Täter gefasst würde,

sollten das alle an der Schule wissen...

und die Person sollte eine Woche lang zur Schule müssen.

Sie können sich ja vorstellen, wie das wäre.

So wär das bei mir, wenn das alle wüssten.

Dann gäbe es 500 Leute, die mich erschießen wollen.

Kann ich dir was bringen?

Brauchst du was?

Nein, aber ich muss aufs Klo.

Mir ist etwas schlecht.

Geht's dir besser?

Ja.

Deine Eltern sind sehr hilfreich.

Ich denke, sie werden eine große Hilfe sein. - Ja.

Ich wollte dich noch was fragen.

Was hat Kirsten an jenem Abend angehabt?

Sie hatte pinke Schuhe mit Tupfen an.

Sie hat sie mir noch gezeigt und mich gefragt, wie mir ihre neuen Schuhe gefallen.

Sie trug so eine Art Leggings. Wie Strumpfhosen,

aber das waren keine.

Ich weiß nicht, was das war. Sie trug einen Rock und eine weiße Bluse.

Als du Mrs. Costas angerufen hattest,

fragte sie dich, was sie anziehen sollte.

Hast du ihr gesagt, sie soll einen Rock tragen?

Ich sagte, sie soll was Hübsches anziehen. Ich glaube nicht, dass ich Rock gesagt habe.

Wie lange wart ihr bei der Kirche?

Ich weiß nicht, nicht sehr lange.

Vielleicht eine halbe Stunde.

Wir haben eine Zeit lang geredet,

aber wir saßen da nicht stundenlang.

Es war eher eine kurze Auseinandersetzung.

Warum bist du ihr gefolgt? - Ich wollte ihr das erklären.

Sie hat immer nur gesagt, dass ich komisch bin...

und ich wollte ihr erklären, dass ich es nicht bin.

Ich wollte nett sein...

und zusehen, dass sie sicher nach Hause kommt.

Sie wollte ja nicht mit mir fahren, aber dennoch.

Ich weiß nicht, ich dachte mir nur...

Ich weiß nicht wirklich, warum. Oder doch.

Was hattest du an jenem Abend an?

Ich weiß nicht mehr, ob ich braune Schuhe trug oder...

Ich hatte weiße Shorts an und ein lilafarbenes Sweatshirt.

Hast du diese Kleider noch?

Das Sweatshirt auf jeden Fall.

Die Hosen?

Hab ich weggeschmissen.

Weil Blut drauf war? Hattest du Blut an dir?

Nein, ich weiß auch nicht warum.

Ich hab nichts abbekommen oder man konnte es nicht sehen.

Mir wird etwas kalt.

Möchtest du meine Jacke anziehen?

So kalt ist mir nicht, aber...

Hast du jemals irgendetwas zu irgendwem darüber gesagt?

Ja. Zum Pfarrer.

Einem Pfarrer? - Ja.

Was hast du ihm gesagt? - Nichts Genaues.

Ich hab nur gesagt, dass ich mich wegen einer Sache sehr schlecht fühle.

Ich hab die Fakten verändert.

Wie war denn sein Name? - Den kenn ich nicht.

Er ist Pfarrer in der Union Kirche.

Aber der wird Ihnen nichts sagen, weil sie das ja nicht dürfen.

Doch, wenn du es ihm erlaubst.

Ich weiß nicht.

Hättest du damit ein Problem?

Das will ich nicht so recht.

Es war ja keine Beichte.

Du hast gesagt, dass du wütend wurdest.

Wolltest du sie umbringen?

Ich hab sie nicht bedroht.

Ich bin ihr nachgerannt und hab gesagt:

"Kirsten, ich fahr dich nach Hause."

Und sie wollte das nicht...

und sagt nur: "Hau ab, hau ab!"

Sie trommelte gegen die Tür.

Sie ist so gemein.

Nichts ergab Sinn, was ich dachte oder tat.

Ich hab nicht gezögert.

Ich hab nicht darüber nachgedacht, was ich tue oder warum.

Ich weiß auch nicht.

Dann hab ich versucht mich rauszureden,

indem ich gesagt habe, dass ich es nicht war.

Aber so fühlte es sich auch an.

Das ist das komischste Gefühl, das ich je hatte.

Es war so, als würde ich allem nur zusehen.

Ich hab ihr wehgetan,

und dann hab ich mich gefragt, wie es ihr wohl geht.

Das war, als ich dann zu Hause war.

Ich wusste nicht, ob sie noch lebte.

Dann hab ich gehört, dass sie tot war, aber erst am nächsten Tag.

Ich war grad unter der Dusche und das Telefon klingelte...

und meine Mom sagte: "Gigi ist am Apparat und weint, sprich mit ihr."

Und ich dachte Gigi ruft an um zu sagen:

"Bernadette, sie sagen, dass du das Kirsten angetan hast.

"Das stimmt doch nicht!"

Ich dachte, dass sie das sagen wird.

Aber stattdessen sagte sie: "Bernadette, jemand hat Kirsten umgebracht."

Wusstest du, dass sie schwer verletzt war?

Nein, ich war mir sicher, dass sie noch am Leben wäre...

und dass sie allen sagen würde, dass ich es war.

Ich habe nur darauf gewartet.

Also, irgendwie habe ich darauf gewartet.

Wolltest du ihr zuvor schon mal wehtun?

Bist du deswegen dorthin gefahren? - Nicht wirklich.

Ich wollte etwas tun, das alles verändern würde.

Ich wollte sagen, dass ich nicht komisch bin.

Ich bedaure das, verstehen Sie?

Ich hab von ihr und all den Gemeinheiten geträumt.

Aber es war nicht ihre Schuld.

Es gibt nichts, das Mord rechtfertigt.

Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen.

Ich denke, das war's.

Deine Eltern sind hier. Wir können rausgehen.

Hier ist Ihre Jacke. Danke.

Nach Kirstens Tod sagten viele Leute,

dass sie den Täter erdrosseln wollten.

Jetzt, wo wir wissen, dass es Bernadette war, ist das alles anders.

Liebe Mom, lieber Dad...

Ich versuche schon den ganzen Tag euch etwas zu sagen,

aber ich liebe euch so sehr und daher nehme ich den leichteren Weg.

Ich kann nicht in eurer Nähe sein, wenn ihr das lesen werdet,

weil ich euch schon genug Schmerzen zugefügt habe.

Am Freitag dauerte es so lange, weil Mr. Hilby vom FBI glaubt, dass ich es war.

Und er hat Recht. Ich kann sie nicht zurückbringen...

und das tut mir so leid.

Ich würde mich ja umbringen, aber das würde...

euch vielleicht noch mehr Schmerz zufügen.

Er meinte, dass ihr mich noch immer lieben würdet, aber nicht meine Tat,

und dass das Leben trotzdem lebenswert ist. Das hoffe ich.

Ich habe schon eine Zeit lang so gelebt, aber ich kann es nicht ignorieren.

Das ist zu viel für mich und ich kann nicht weiter lügen.

Ich habe mit einem Pfarrer gesprochen, aber ich halte es trotzdem nicht mehr aus.

Ich muss mich heute stellen, mit euch, wenn ihr mitkommen würdet.

Bitte vergebt mir. Ich brauche euch.

Es tut mir so leid,

dass ich euch in allem so enttäusche.

Worte können nicht beschreiben, was für ein schlechter Mensch ich bin...

und ich hasse mich.

Nach allem, was ich getan habe, habe ich immer noch Bedürfnisse.

Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll.

Ich brauche eure Liebe, bitte liebt mich noch weiterhin.

Ich habe unser aller Leben ruiniert und ich weiß nicht, was ich tun soll.

Ich schäme mich so und habe solche Angst.

Ich liebe euch. Bernadette

Mondlicht

Schau hinauf in das Mondlicht

Geh ins Land der Erinnerung

Auf der mondhellen Bahn

Und wenn du dort erfahren hast

Was Glück wirklich ist

Fängt ein neues Leben an

Träume

Die Erinnerung im Mondlicht

Lächelnd denk ich an damals

Als ich jung war und schön

Ich glaub, damals hab ich gewusst

Was Glück wirklich ist

Warum musste es vergehen

Hoffnung

In mir lebt noch die Hoffnung

Dass ich nicht einfach sterbe

Wie die Kerze im Wind

Wenn es hell wird

Wird diese Nacht Erinnerung sein

Und ein neuer Tag fängt an

Ausgebrannte Wirklichkeit

Von kaltem Rauch umgeben

Doch schon ist wieder eine Nacht vorüber

Der Schleier wird sich heben

Hoffnung

In mir lebt noch die Hoffnung

Dass ich nicht einfach sterbe

Wie die Kerze im Wind

Wenn es hell wird

Wird diese Nacht Erinnerung sein

Und ein neuer Tag beginnt

Sonne die durch grünes Laub fällt

Gleichnis für die Wahrheit

Die Erinn'rung, der die Nacht gehörte

Verblasst im Licht der Klarheit

Spür mich

Komm zu mir und berühr mich

Nimm von mir die Erinn'rung

Lös' mich aus ihrem Bann

Komm, berühr mich und du verstehst

Was Glück wirklich ist

Schau, ein neuer Tag fängt an

Es ist komisch, die Wahrheit zu erzählen.

Als ich diese Geschichte begann, spürte ich Bernadettes Schmerz so sehr,

dass ich das Opfer übersah.

Als ich Orinda besuchte wurde alles realer.

Am ersten Abend glaubte ich eine dunkle Figur in meinem Motel-Zimmer zu sehen.

Mit Western Airlines nach Utah. So fliegt man am besten.

1984 wurden in der Bay Are 23 Morde von Minderjährigen begangen.

Landesweit waren es über 1300.

Das Durchschnittseinkommen in Orinda beträgt $97.842.

Das Lied "Memory" wurde bei Kirsten Costas' Begräbnis gespielt.

Bernadette wohnte ihm bei.

Kirsten starb an den Folgen von fünf Stichwunden im Oberkörper.

Vor Bernadettes Geständnis forderte ihr Vater zum gemeinsamen Gebet auf.

Am 13. März 1985...

wurde Bernadette Protti zu Mord mit bedingtem Vorsatz verurteilt.

Am 16. Dezember 1957...

wurde Bernice Worden von ihrem Sohn als vermisst gemeldet.

Am Boden war eine Blutlache...

und eine Blutspur führte zum Hinterausgang.

Der Lieferwagen des Eisenwarenhandels war fort.

Am selben Abend wurde ein männlicher Verdächtiger verhaftet.

Mrs. Wordens Leiche wurde auf seiner Farm gefunden.

Eddie, bist du zu Hause?

Das Geschäft der Wordens heißt jetzt Clark's True Value.

Seit dem Mord sind 28 Jahre vergangen.

Das Geschäft sieht mit der modernen Fassade ganz anders aus.

Der Mord selbst war nicht spürbar,

dafür aber ein Gefühl der kollektiven Schuld.

Ort

Wer will das Elend und die Schrecken des Krieges?

All die Zerstörungen durch die Erdbeben,

die Vulkanausbrüche, die Tornados...

und die Wirbelstürme sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein...

verglichen zum Preis, den manche Menschen für diejenigen bezahlen mussten,

die sich gegenseitig zu Brei schlagen, sich töten oder verletzen,

um so ihre Probleme zu lösen.

Letzten Endes ist der Krieg in den Köpfen und in den Seelen der Menschen,

die ganz normalen, menschlichen, alltäglichen Dingen nachgehen.

Die Leute greifen einander an, wenn auch nur in Worten,

und drücken aus, was tief in ihren Herzen steckt.

So ist die Saat des Krieges gesät.

Der Krieg und die Gewalt zwischen den Nationen...

wurden mit dem Verlust der Moral noch zerstörender und gefährlicher,

da ihnen die Rechenschaft vor Gott und das Bedürfnis...

nach einer gesunden Beziehung zu Ihm abhanden gekommen ist.

Was wir mehr als alles andere brauchen...

sind gesunde Menschen mit geläuterter Seele.

Sich für den Frieden zwischen den Nationen...

und innerhalb der menschlichen Familie einzusetzen,

wenn die Seele wie so oft mit Bitterkeit erfüllt ist,

verlängert und erzeugt nur mehr von dem,

was es versucht zu verhindern oder zu überwinden.

Egoismus, Betrug und Falschheit...

entstehen im Herzen der Menschen...

und drücken sich in Worten, Schriften...

und oft in gewalttätigen, vorhersehbaren Akten ab.

Gewalt schafft Gewalt.

Und das traurige Spiel beginnt von Neuem.

Die Lösungen sind oft schlimmer als die ursprünglichen Probleme.

Ohne Gott und seiner erlösenden Kraft...

sind auch die besten unter uns oft die schlimmsten.

Menschen auf der ganzen Welt...

haben sich gegen die Anerkennung der Sünde entschieden.

Die Sünde und was sie anrichtet muss anerkannt werden.

Es nimmt den Menschen den Frieden, der über allem Verstehen steht...

und so suchen sie ihn anderswo, um jeden Preis,

selbst um den des menschlichen Lebens.

Staatliche Anstalt für Geisteskranke

Wir kannten ihn gut oder dachten es zumindest.

Er ist ein verträglicher Bursche.

Er hatte ein großes Lächeln.

Erst vergangenen Sommer hat er meinen Onkel ins Krankenhaus gefahren.

Wilimovsky - Würden Sie jemals Damenunterwäsche tragen?

Gein - Kann schon sein.

Wilimovsky - Haben Sie jemals daran gedacht...

Ihren Penis zu entfernen oder abzuschneiden...

und sich gewünscht er sei in der Form des weiblichen Geschlechtsorgans?

Gein - Teilweise, ja, im Sinne davon, einen Teil von mir zu entfernen.

Wilimovsky - Eddie, können Sie sich daran erinnern weibliche Geschlechtsteile,

vor allem eine Vagina, vor Ihren Penis gehalten zu haben?

Gein - Das stimmt schon.

Wilimovsky - Was ist mit dem Gesicht?

Haben Sie jemals ein Gesicht vor das Ihre gehalten?

Gein - Ja. Den Teil mit den Augen.

Es sollte einen Teil mit nur dem Kopf geben.

Wilimovsky - Haben Sie eine Vagina mit Aluminiumfarbe bemalt?

Gein - Sie wurde grünlich. Ich wollte wissen, ob die Farbe sie konserviert.

Als ich tanzte mit dem Liebsten

Nach dem Tennessee Waltz

Kam ein Mädchen, lang nicht gesehen

Und sie nannte ihn beim Namen

Und er küsste ihre Hand

Ja, da war es um die beiden geschehen

Oh, und sie tanzten verliebt

nach dem Tennessee Waltz

Aber ich sah alleine ihnen zu

Heute Abend bin ich einsam

Aber mein Liebster geht gemeinsam

Mit ihr seit dem Tennessee Waltz

Als ich tanzte mit dem Liebsten

Nach dem Tennessee Waltz

Kam ein Mädchen, lang nicht gesehen

Und sie nannte ihn beim Namen

Und er küsste ihre Hand

Ja, da war es um die beiden geschehen

Oh, und sie tanzten verliebt

Nach dem Tennessee Waltz

Aber ich sah alleine ihnen zu

Heute Abend bin ich einsam

Aber mein Liebster geht gemeinsam

Mit ihr seit dem Tennessee Waltz

Fersen aufgehängt.

Das Fettgewebe der Brüste...

wurde durch die Kälte erhärtet.

Waushara Amtsgericht

Mr. Gein, als Ihr Anwalt möchte ich Ihnen vorab mitteilen,

dass Sie nicht vor Gericht aussagen müssen.

Verstehen Sie das? - Ja.

Wenn Sie nicht aussagen,

kann der Richter kein Urteil über Ihre Schuld oder Unschuld fällen.

Verstehen Sie das?

Ja.

Wissend, dass Sie nicht aussagen müssen, was möchten Sie tun?

Wollen Sie in diesem Fall aussagen?

Ja.

Geben Sie Ihren Namen zu Protokoll, bitte. - Edward Gein.

Wo wohnen Sie? - Momentan in Wautoma.

Wie alt sind Sie? - 56.

Wie lange gingen Sie zur Schule? - Untertertia.

Mr. Gein, wo lebten Sie am 16. November 1957?

Auf einer Farm in Plainfield.

Hatten Sie auf dieser Farm irgendwelche Waffen,

Gewehre oder Pistolen?

Ja. Eine Schrotflinte Kaliber 12,

ein Marlin Repetiergewehr .22,

eine Einzelschuss-Stevens...

und ein altes Modell, ich weiß nicht, was für eine Type das ist.

Drehblockverschluss nennt man es, glaube ich.

Und einen alten kurzläufigen Revolver .22, der nicht mehr funktioniert,

und eine Mauser Automatik.32.

Haben Sie früher jemals gejagt?

Ja.

Hatten Sie manchmal Patronen in Ihrer Tasche?

Ja.

Erzählen Sie dem Gericht, was Sie am 16. November 1957 getan haben?

Ich bin um 6 Uhr aufgestanden. Es hat geschneit.

Es schneite noch eine halbe Stunde lang.

Ich beschloss in die Stadt zu fahren.

Als Sie die Farm verließen, nahmen Sie da irgendeine Waffe mit?

Nein.

Wissen Sie noch, ob Sie Patronen in Ihren Taschen hatten?

Nein.

Wohin gingen Sie?

Ich wollte Kerosin kaufen für meinen Herd.

Ich stellte den Kerosinkanister in mein Auto.

Und ich wollte auch Frostschutzmittel kaufen,

also nahm ich noch einen Glasbehälter mit.

Dann bin ich nach Plainfield gefahren,

hab bei einer Tankstelle Halt gemacht wegen dem Kerosin.

Danach bin ich zu Mrs. Worden gefahren und habe vorne geparkt.

Haben Sie jemanden in der Nähe des Ladens gesehen,

als Sie ausstiegen?

Gegenüber war eine Tankstelle.

Der Eigentümer Spees stand wahrscheinlich draußen...

und hat sich mit irgendwem unterhalten.

Dort gab es eine Wildwaage...

und am 16. begann die Jagdsaison.

Warum haben Sie das Frostschutzmittel nicht dort gekauft,

wo Sie das Kerosin gekauft haben?

Worden's hatte in der Woche zuvor...

ein Angebot für Frostschutz in der Zeitung inseriert.

In derselben Woche hatte ich bereits 7,5 Liter (2 Gallonen) gekauft.

Sagen Sie bitte dem Gericht, was geschah, als Sie ausstiegen.

Ich nahm meinen Kanister und auch den Glasbehälter mit hinein.

Nein, den Kanister nahm ich nicht mit. Das Kerosin hatte ich ja schon.

Nur den Glasbehälter für das Frostschutzmittel.

Sie hat ihn gefüllt, mir gegeben,

ich habe gezahlt und hab ihn zum Auto getragen.

Und dann ging ich wieder rein,

weil ich mir überlegte meine Marlin...

gegen ein Gewehr in Mrs. Wordens Laden zu tauschen.

Ich fragte Mrs. Worden also ob ich mir die Waffe ansehen könnte.

Sie sagte: "Ja, das ist mein Lieblingsgewehr."

Also hab ich es hinter der Versperrung hervorgeholt.

Ich fragte, ob es mit allen Munitionstypen des Typs .22 funktionieren würde...

und sie sagte: "Ja."

Tags zuvor hatte ich Eichhörnchen gejagt.

Ich griff in meine Hosentasche und da waren noch ein, zwei Hülsen.

Haben Sie die am selben Morgen reingegeben,

oder waren die noch in Ihrer Tasche?

Die waren noch in meiner Tasche.

Gut. Ich werde Ihnen jetzt Beweisstück 17 reichen...

und Sie bitten, uns so gut Sie sich erinnern zu zeigen,

was Sie an jenem Morgen damit taten. - Wenn ich noch weiß, wie das geht.

Versuchen Sie es.

Ich hab die Kurzpatrone eingelegt.

Das hier ist die Trommel und hier gehört die rein.

Ich habe sie - das war's - eingelegt,

aber die Trommel war nicht gesichert.

Dann geht die Laderaste nicht.

Wenn man ein Klicken hört, dann ist die Patrone geladen,

und es gab kein Klicken.

Damit das geht,

muss man erst den Abzug lösen, um den Hahn zu entspannen.

Als ich die Laderaste bediente ging die Patrone in die Trommel.

Was haben Sie dann getan?

Ich konnte ja nicht abdrücken.

Ich suchte nach einem freien Schussfeld.

Vielleicht habe ich den Abzug berührt, oder aber der Schuss ging von alleine los.

Es gab einen gedämpften Knall wie von einem Luftgewehr.

Mrs. Worden stand da als hätte sie nichts gehört.

Ich sah wieder auf das Gewehr.

Dann hörte ich so was wie einen metallenen Schlag.

Als ich aufblickte war sie weg.

Sie lag am Boden. Und dann sah ich das Blut.

Ich dachte, sie ist entweder von einem Schuss getroffen worden...

oder so gestürzt. Ich wusste es nicht.

Haben Sie danach etwas getan und wenn ja, was?

Ich habe die Waffe hingelegt und sah nach was los war.

Haben Sie die Waffe jemals auf Mrs. Worden gerichtet?

Nein.

Als Sie das Blut gesehen haben, was haben Sie dann gemacht?

Dazu muss ich was sagen.

Schon als Kind wurde ich beim Anblick von Blut fast immer ohnmächtig.

Darum kann ich das nicht beantworten.

Was haben Sie dann mit der Waffe getan?

Ich denke, ich habe sie zurückgestellt.

Wissen Sie noch, was Sie mit Bernice Worden getan haben?

Was haben Sie getan, als Sie sie am Boden liegen sahen?

Daran kann ich mich nicht mehr erinnern.

Hatten Sie mal eine Auseinandersetzung mit ihr?

Nein.

Haben Sie sich jemals mit Bernice Worden gestritten?

Nein.

Hatten Sie sie beleidigt?

Nein.

Haben Sie sie jemals außerhalb des Ladens gesehen?

Vielleicht mal auf der Straße.

Waren Sie jemals bei ihr zu Hause?

Nein.

Sagen Sie also aus, dass Sie sonst nie etwas mit ihr zu tun hatten?

Ja. - Das ist alles. Keine weiteren Fragen.

Mr. Gein, stimmt es, dass Sie vor dem 16. November 1957...

mit Gewehren sehr vertraut waren?

Mit Kammerverschluss- und Einzelschussgewehren.

Wann haben Sie schießen gelernt?

Als ich etwa acht Jahre alt war.

Haben Sie auch die Sicherheitsvorkehrungen gelernt?

Ja.

Ziehen Sie immer am Abzug, wenn Sie die Munition prüfen?

Nicht immer.

Haben Sie das zuvor schon einmal getan?

Ich habe dem Nachbarjungen mal das Leben gerettet.

Er dachte, es sei etwas in seinem Gewehrlauf...

und blickte in die Mündung, aber der Abzug war nicht gesichert.

Ich hab ihn weggestoßen.

Das war nicht meine Frage.

Hatten Sie mal den Finger am Abzug,

wenn sie prüften, ob die Munition passt?

Nein.

Das würden Sie nie wieder tun, oder?

Nein. - Warum haben Sie es an jenem Tag getan?

Wahrscheinlich, weil durch den Abzug der Mechanismus entspannt wurde.

Erinnern Sie sich, was Sie am Montag oder Dienstag derselben Woche taten?

Ich habe Holz gesägt.

Ich habe den Nachbarn beim Holzsägen geholfen, Klafterholz.

Fuhren Sie am Freitag nach Plainfield? - Nein.

Wann haben Sie das Frostschutzmittel gekauft?

In der Woche davor.

Wo haben Sie es gekauft? - Bei Mrs. Worden.

Warum haben Sie nicht gleich mehr gekauft? Warum kamen Sie eine Woche darauf wieder?

Weil der Behälter nur 7,5 Liter fasste.

Leugnen Sie es mit Frank Worden...

über die Jagdsaison geredet zu haben?

Daran kann ich mich nicht erinnern.

Sie erinnern sich nicht daran?

Heißt das, Sie könnten darüber gesprochen haben?

Ich meine nein.

Leugnen Sie es Mrs. Worden zum Rollschuhlaufen eingeladen zu haben?

Ich habe einen Scherz gemacht und gemeint, wir sollten den neuen Boden ausprobieren.

Ich bin als Kind einmal Rollschuh gelaufen...

und gestürzt und das hat mir gereicht.

Erinnerte Mrs. Worden Sie an Ihre Mutter?

Ich mochte sie, sie war sehr nett.

Sie war meiner Mutter etwas ähnlich,

dieselbe Größe und ähnliche Wangenknochen.

Haben Sie je etwas über die Umstände der Ehe der Wordens gesagt?

Mrs. Worden war bereits verheiratet, bevor wir dort lebten.

Dazu kann ich nichts sagen. - Das beantwortet nicht meine Frage.

Haben Sie jemals gesagt,

dass Mrs. Worden ihren Mann einer anderen gestohlen hätte?

Das hat man mir gesagt.

Das haben Sie ihr übelgenommen, nicht? - Nein.

Wussten Sie, dass diese Frau Selbstmord verübt haben soll?

Das hat man gesagt.

An den Tag können Sie sich erinnern, nicht?

Ja.

Das wussten Sie bereits 1957?

Daran habe ich nicht gedacht.

Hielten Sie Mrs. Worden nicht für den Tod dieser Frau verantwortlich?

Das glaube ich nicht. - Das glauben Sie nicht?

Heißt das, es könnte aber sein? - Nein.

Nach dem Bezahlen des Frostschutzmittels sind Sie hinausgegangen?

Um den Behälter ins Auto zu stellen.

Sie gingen also zurück, um Ihr Gewehr gegen ein anderes zu tauschen.

Genau.

Warum haben Sie es nicht mit zum Laden genommen?

Ich wollte das andere erst ausprobieren.

Was ausprobieren?

Ich wollte wissen, ob es mit allen drei Munitionstypen funktioniert,

weil ich so ein Gewehr gesucht habe.

Als Sie zurück in den Laden gingen,

haben Sie Mrs. Worden von Ihrer Tauschabsicht erzählt?

Ja.

Und was hat sie zu Ihnen gesagt?

Wie meinen Sie das?

Was hat sie gesagt, als Sie ihr sagten, Sie wollen das Gewehr eintauschen?

Sagte sie, dass das ihr Lieblingsgewehr ist?

Das sagten Sie vorhin aus. - Ja.

Haben Sie das eben vergessen?

Sie haben mich durcheinander gebracht.

Hat sie das nun gesagt oder nicht?

Das hat sie gesagt,

als ich sie fragte, ob alle drei Munitionstypen passen würden.

Was hat sie gesagt? - Dass alle drei passen.

"Das ist meine Lieblingsgewehr."

Und Sie haben ihr nicht geglaubt?

Niemand glaubt einfach alles.

Vor allem, nachdem das Gewehr, das ich davor kaufte...

alle 3 Kaliber nehmen sollte, es aber nicht tat.

Erinnern Sie sich an die Jacke, die Sie an jenem Tag trugen, Mr. Gein?

Meine Winterjacke. - Wo waren die Hülsen?

In der Hosentasche meines Overalls.

Die hatten Sie also tags zuvor reingegeben? - Ja.

Und Sie haben tags zuvor Eichhörnchen gejagt? - Rote Eichhörnchen, ja.

Haben Sie welche erlegt? - Ich denke, ja. Eines.

Sagten Sie Mrs. Worden, dass Sie die Waffe laden wollten?

Nein.

Das Gewehr, das Sie eintauschen wollten,

konnte welches Kaliber nicht feuern?

Die .22 lfB (lang für Büchsen) klemmte.

Sie wollten eine Waffe, die dieses Kaliber feuert?

Die Hülse aber war eine .22 kurz, nicht wahr?

Richtig.

Wie sollte das dann beweisen, dass das lange Kaliber auch passt?

Gewehre sind ganz unterschiedlich.

Manche schießen zwar mit Kurzkaliber, aber nicht mit den langen,

und manche umgekehrt.

Sie wollten eines, das auch mit dem langen Kaliber funktioniert.

Mit allen drei Kalibern.

Die Patrone ist also in der Waffe und der Abzug klemmte, richtig?

Richtig.

Zeigen Sie mir, wie Sie die Waffe gehalten haben.

Drehen Sie sich nicht um. Zeigen Sie es mir, nicht dem Richter.

Das wollte ich Ihnen gerade zeigen.

Nach sieben Jahren ist es nicht leicht zu wissen,

wie man vor sieben Jahren gestanden ist. Das muss jeder zugeben.

Sie erinnern sich, dass Sie sich gedreht haben?

Ja. Vielleicht bin ich nach dem Laden so dagestanden.

Ich war Ihnen zugewandt, weil wir reden...

und hab mich umgedreht, weil ich auf niemanden zielen will.

Na gut. Als Sie die Waffe senkten hat sich ein Schuss gelöst, richtig?

Ja.

Und Sie sahen Mrs. Worden danach noch stehend?

Ja.

Und dann haben Sie runtergeblickt und dann konnten Sie sie nicht mehr sehen?

Richtig.

Was haben Sie dann getan? - Ich habe nach ihr gesehen.

Lag sie mit dem Gesicht nach oben oder unten?

Eher nach oben.

Sie haben gesagt, Sie hätten Blut gesehen. - Ja.

Haben Sie viel Blut gesehen?

Blut eben. Ich weiß nicht, wie viel.

Als Sie sie gesehen haben, wussten Sie da, dass sie tot war?

Nein.

Dachten Sie daran, einen Arzt zu rufen? - Da muss ich nein sagen.

Stellten Sie eine Verbindung zwischen dem Schuss, der losgegangen war,

und Mrs. Worden am Boden her? - Ja.

Haben Sie Mrs. Wordens Leiche weggeschafft?

Daran kann ich mich nicht mehr so gut erinnern.

Haben Sie sie nach draußen zum Lieferwagen geschafft?

Das weiß ich nicht mehr.

Als Sie am Abend des 16. Novembers 1957 verhaftet wurden,

haben Sie Deputy Dan Chase erzählt, was im Laden geschah?

Im Gefängnis in Wautoma.

Sie haben ihm nichts hiervon erzählt, oder?

Ich habe es, glaube ich, versucht, aber sie haben nicht zugehört.

Sie haben ihnen von dem Kaliber und all den Sachen erzählt?

Ja.

Sie sagten, dass Sie schon als Kind ohnmächtig wurden, wenn Sie Blut sahen?

Ja.

Gilt das auch für Tierblut?

Das kommt aufs Gleiche raus.

Wenn Sie Eichhörnchen oder Wild gejagt haben,

wurden Sie dann beim Anblick von Blut ohnmächtig?

Ich habe nie Wild gejagt.

Das Eichhörnchen, das sie tags zuvor erschossen, blutete es?

Ich habe es liegen gelassen.

Hat es geblutet?

Ich hab nicht nachgesehen.

Weil Sie Angst hatten ohnmächtig zu werden?

Das kann ich nicht sagen.

Haben Sie jemals ein totes Tier ausgenommen?

Meine Mutter hat das getan.

Waren Sie dabei jemals anwesend?

Selten.

Manchmal aber doch? - Ja.

Wurden Sie jemals ohnmächtig, wenn Ihre Mutter das tat?

Beim Schlachten ging ich immer weg, in die Felder oder sonst wohin.

Ihre Mutter verstarb 1945, stimmt das? - Ich glaube, ja.

Haben Sie zwischen 1945 und 1957 jemals kleine oder größere Tiere geschlachtet?

Nein.

Leugnen Sie, dass Sie Mrs. Wordens Leiche verstümmelt haben?

Das weiß ich nicht mehr.

Sehen Sie sich diese Bilder an, Mr. Gein.

Erinnern Sie sich daran?

An manches, ja.

Sie erinnern sich an manches.

Wissen Sie, was diese Bilder darstellen?

Ja, aber ich erinnere mich nicht, so etwas gesehen zu haben.

Sie haben das nicht bei Ihnen auf der Farm gesehen?

Haben Mrs. Worden in den Lieferwagen gelegt?

Nein.

Sie erinnern sich also nicht.

Hatten Sie zuvor schon einmal Gedächtnisschwund?

Im Krankenhaus habe ich mal einen Patienten zum OP-Saal geführt.

Er hatte eine rektale Untersuchung...

und blutete wegen dem Dehner, der ihm eingesetzt wurde.

Da wurde ich beinah ohnmächtig.

Woran können Sie sich wieder erinnern nachdem die Waffe losging?

Als Darlene Hill und ihr Bruder Bob und der kleine Bruder vorbeikamen.

Daran kann ich mich gut erinnern.

Wann war das? - Gleich nach 12 Uhr, denke ich.

Sie erinnern sich also an nichts,

das zwischen 8:30 und 12:30 Uhr vorgefallen ist?

Richtig.

Sie erinnern sich nicht, Dinge, die diese Bilder zeigen, getan zu haben?

Nein.

Keine weiteren Fragen.

Als Bernice Worden ermordet wurde, war ich 14 Jahre alt.

Ich sah die Schlagzeile im Milwaukee Sentinel am Heimweg...

von der Steuben Junior Highschool: "Kannibalismus in Wisconsin."

Mrs. Wordens Herz wurde in der Pfanne am Herd gefunden,

aber Kannibalismus wurde nie nachgewiesen.

Ed Gein gestand nie den vorsätzlichen Mord an Bernice Worden.

Allerdings gestand er den Mord an Mary Hogan,

die 1954 auf mysteriöse Weise aus ihrem Lokal verschwand.

Sie starb durch einen ähnlichen Kopfschuss.

Aus ihrem Gesicht wurde eine Maske gemacht, die man bei Gein fand.

Gein wurde wegen Unzurechnungsfähigkeit im Mord an Worden...

nicht schuldig gesprochen. Der Prozess dauerte elf Monate.

Er verbrachte den Rest seiner Tage in Heilanstalten...

und starb am 26. Juli 1984 im Alter von 77 Jahren an Krebs.

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