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Mahmut, ich bin's, Mutter.
Ich habe heute schon einmal angerufen, du warst aber nicht da.
Bis dann...
Suchst du jemanden?
Wohnt Mahmut Özdemir hier? Ja, er wohnt hier.
Ich bin ein Verwandter von ihm.
Hast du schon geklingelt? Zwei Mal. Niemand meldet sich.
Manchmal setzt der Kontakt aus.
Ob er schon raus gegangen ist? Ich habe ihn nicht gesehen.
Guten Morgen, Kamil. Guten Morgen, Herr Thierry.
Ich erwarte heute ein Paket. Können Sie es für mich entgegennehmen?
Manchmal akzeptieren sie aber meine Unterschrift nicht.
Ich weiß, versuchen Sie es trotzdem. Okay, mache ich.
Kamil. Ja bitte?
Besorg mir die Sachen auf der Einkaufsliste.
Muss es gleich sein? Ja, ich will kochen.
Okay. Beeil dich.
Yusuf.
Entschuldige, ich habe völlig vergessen, dass du heute kommst.
Kein Problem.
Was gibt es Neues aus dem Dorf? Was soll schon sein. Alles wie gehabt.
Arbeitest du immer noch in der Fabrik?
Die Fabrik hat wegen der wirtschaftlichen Krise zugemacht.
Sie haben meinen Vater entlassen und mich auch. Es gibt keine Arbeit mehr.
Wie viele haben sie denn entlassen? So um die Tausend Leute.
Was, das ist ja fast eine Kleinstadt.
Du sagst es.
Was willst du auf dem Schiff machen?
Ich könnte als Matrose arbeiten. Oder als Steward.
Ich nehme jeden Job, egal welchen.
Erstens verdient man sehr gut auf dem Schiff. Sie bezahlen die Leute mit US Dollar.
Und dann siehst du die ganze Welt.
Wirtschaftliche Krise spielt da keine Rolle.
Denn bei einer Krise steigt auch der Dollar.
So einfach ist der Job aber nicht.
Man ist ewig unterwegs.
Kannst du die Einsamkeit aushalten?
Hast du das schon bedacht?
Natürlich. Du weißt aber, dass ich gerne reise.
Das Wichtigste ist natürlich, dass ich Geld verdiene.
Deswegen bin ich hier.
Ich will aber auch reisen.
Es muss ja nicht sein, dass immer nur ihr die Welt bereist.
Es ist überall gleich. Kein Ort unterscheidet sich vom anderen.
Wie lange dauert es denn, bis du einen Job bekommst?
Ich weiß es noch nicht so genau. Am Telefon hast du gesagt eine Woche.
Eine Woche wird es wohl dauern.
Ja, ich glaub' schon eine Woche oder so.
Wenn du nachts aufstehen musst, pass auf die Mausefalle
mit dem Klebeband an der Küchentür auf.
Wenn du drauf trittst, bleibst du da bis zum Morgen kleben. Okay?
Und benutze nicht das Klo im Bad, sondern das andere. In Ordnung?
Das im Eingang, nicht?
Und geraucht wird in der Küche. Okay?
Also dann, Gute Nacht. Gute Nacht.
Hallo, kann ich dir helfen? Guten Tag.
Legen hier die internationalen Frachtschiffe an?
Ja, aber die Firmenzentralen sind in Karaköy.
Könnte ich nicht hier direkt auf den Schiffen einen Job finden?
Nein. Du musst am Montag in Karaköy die Firmen aufsuchen.
Klar, komme ich. Bereite du alles vor...
Ich habe aber Besuch mit. Ich komme mit ihm.
Ein Verwandter aus dem Dorf.
Kommen auch Frauen?
Sehr gut.
Okay.
Wir sind morgen da.
Alles klar, mach's gut.
Hallo.
Hallo.
Es ist sehr kalt draußen. Wo hast du denn gesteckt?
Ich habe mir Sorgen gemacht. Der Schnee ist ja unglaublich.
Wie hast du dich bei dem Wetter rausgetraut?
Meine Socken sind pitschnass.
Kann ich sie auf die Heizung legen?
Ja, kannst du.
Und wie sieht es mit dem Job aus? Ich war am Hafen.
Meine Schuhe stelle ich auch unter die Heizung.
Am Hafen findet man keinen Job.
Sie sagten, ich soll am Montag nach Karaköy gehen.
Ich war dann in Eminönü spazieren.
Ich ziehe mal frische Socken an.
Du weißt, dass das Geld allein nicht mehr glücklich macht.
Hier an diesem Tisch suchst du nach deiner Vergangenheit.
Du redest so geheimnisvoll. Mag sein, aber wie schnell konntest du die Zeit vergessen,
als wir auf den Resko Berg geklettert sind nur um...
das Tal des Weißen Wassers aus einem besseren Winkel zu fotografieren?
Uns sagtest du damals, du willst Filme wie Tarkowsky machen.
Warum versteckst du dich dann jetzt?
Vergiss es. Die Fotografie ist vorbei. Nichts ist vorbei.
Die Berge sind auch vorbei.
Nichts ist vorbei. Nur du bist am Ende.
Die Menschen leben und sterben für sich.
Du hast dich zu früh für tot erklärt. Du hast nicht das Recht
deine Ideale zu begraben oder sie zu kommerzialisieren.
Arif! Wo sind die Weiber?
Sie haben es sich anders überlegt. Wie meinst du das?
Ich habe meinen Sonntag für die Weiber reserviert. Wo sind sie?
Sie sind eben nicht da. Sie sind ins Kino und so. Scheiß drauf.
Du lenkst wieder vom Thema ab.
Fotografie oder Weiber? Was ist deine Priorität?
Hier an diesem Tisch bin ich für die Fotografie.
Lass es gut sein, Mann. Die Fotografie ist tot.
Man steckt es hier an.
Es ist aber etwas locker.
Sag deiner Mutter, sie soll es mit einer Plastiktüte festbinden.
Hallo. Herr Mahmut, ein Paket wurde für Sie abgegeben. Soll ich es holen?
Ja.
Ich kann hier warten, wenn du willst.
Okay.
Meine Güte, wenn ich immer gleich
finden könnte, was ich brauche.
Hier, bitte schön.
Danke. Schönen Abend noch.
Ihnen auch einen schönen Abend.
Es gibt ein Problem mit dem Deckel des Staubbeutels.
Am besten gehen wir zu euch. Ich zeig's dir dort.
Ich denke, ich gehe ins Bett. Okay.
Gute Nacht. Wir sehen uns morgen. Gute Nacht.
Machst du bitte die Tür zu?
Mutter, wie geht's euch?
Was machen deine Zahnschmerzen?
Warum lässt du ihn nicht von Zahnzange Nuri ziehen?
Mahmut schläft, deswegen...
Er würde bestimmt einen Kredit geben.
Ich schicke dir das Geld, wenn ich etwas verdient habe. Sag ihm das.
Warum schämst du dich denn?
Ja, ich habe mich umgeschaut.
Ich werde am Montag nach Karaköy gehen.
Was macht Vater?
Sie stellen ihn bestimmt nicht wieder ein. Es ist vorbei.
Er soll sich keine Hoffnungen machen.
Das sagen sie immer, wenn sie die Leute entlassen.
Okay, ich lege jetzt auf. Tu was gegen deinen Zahn, okay?
Ich melde mich dann wieder. Gute Nacht.
Mahmut, hier lag eine Zeitschrift. Kann ich sie nehmen?
Ich schalte kurz das Licht an.
Es ist ziemlich spät geworden. Schalten wir das Ding ab.
Gute Nacht. Gute Nacht.
Entschuldigung, wo ist das Kaffeehaus von den Seeleuten?
An den Docks direkt hinter dem Hügel.
Kann ich mich hier hinsetzen?
Damals dachte ich genauso wie du. Aber glaub mir, ich habe nichts.
Seit drei Monaten arbeite ich auf den Schiffen.
Ich kann kein Geld nach Hause schicken.
Ich bin blank wie Tarzan.
Ich sag' dir eins: Es gibt weder Geld noch einen Job.
Schlag dir diese Idee einfach aus dem Kopf.
Es ist nur ein schöner Traum.
Hallo. Hallo, Yusuf.
Es ist verdammt kalt draußen.
Wo hast du denn gesteckt?
Ich war auf Jobsuche.
Und hast du was?
Manche sagen, sie rufen mich an.
Andere sagen, ich soll
nächste Woche vorbeischauen.
Und was hast du gemacht? Nichts, bisschen rumgesurft.
Gibt es Probleme bei der Jobsuche?
Nein, es gibt keine Probleme.
Es heißt nur, für einen Job verlangen sie eine Bürgschaft.
Kein Problem, das erledigen wir schon.
Meinst du? Natürlich.
Ich kenne aber niemanden in Istanbul.
Ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll.
Es gab hier noch etwas. Ich krieg das nicht hin...
Fünfzig gottverdammte Kanäle und
sie bringen alle nur Mist!
Schau dir diesen Scheiß an.
Ich wollte Zuhause anrufen.
Darf ich das Telefon benutzen?
Ja, mach das.
Den Apparat im Hinterzimmer?
Ja.
Was heißt, er gibt keinen Kredit?
So ein Idiot!
Wenn ich zurück bin, schlage ich ihn grün und blau.
Ich werde ihm die Zähne einschlagen!
Ich schicke euch das Geld,
sobald ich einen Job habe.
Mahmut fährt aufs Land um Fotos zu machen.
Er sagt, er will mich mitnehmen.
Wenn er mir bisschen Geld gibt, schicke ich euch sofort etwas.
Du kannst es ihm dann ins Maul stopfen.
Okay, wir sprechen uns dann.
Diese verfickte Maus!
"Unsere Agentur hat keinen Bedarf an Schiffspersonal"
Hallo. Ich suche einen Job als Seemann...
Wir haben keine Arbeit.
Alles klar. Danke.
Nach Kanada also!
Das Angebot an Orhan war sehr attraktiv.
Wir wollten es nicht verpassen.
Wisst ihr schon, wann ihr fliegt?
Wir fliegen in zwei bis drei Wochen.
Im neuen Jahr fangen wir in einem neuen
Land ein neues Leben an.
Es ist schwierig.
Nicht, wenn man nicht
viel zurücklassen muss.
Wir haben viel Geld für die Ärzte ausgegeben.
Deswegen will ich das Haus verkaufen.
Das erledigen wir schon.
Aber ich denke mehr über das Kind nach.
Woher wissen die Ärzte, dass
es wegen der Abtreibung ist?
Sie sind sich nicht ganz sicher, aber mit großer Wahrscheinlichkeit.
Ich war im dritten Monat, wenn du dich erinnerst.
Ja, du weißt aber,
wir standen kurz vor unserer Scheidung.
Auch deswegen wollte ich es nicht.
Ich mache dir keine Vorwürfe.
Geh trotzdem zu einem Arzt, wenn du in Kanada bist.
Es ist schwer zu glauben, dass man wegen einer Abtreibung keine Kinder mehr haben kann.
Anfangs konnten wir es auch nicht glauben.
Wir haben andere Ärzte aufgesucht.
So ist es aber nun mal.
Ich habe mich damit abgefunden,
aber für Orhan war es schlimm.
Er mag Kinder sehr.
Ich sagte ihm, er kann sich von mir trennen, wenn er will.
Doch er wollte nicht.
Hast du keine mehr?
Nimm doch eine Matrosenzigarette.
Hör auf! Wer raucht diesen Mist schon?
Die Sonne fällt immer noch drauf. Noch ein bisschen höher.
Tu ich doch. Siehst du den Punkt denn nicht?
Nicht sehen Sie das?
Jetzt passt es.
Stell das Licht ein bisschen höher.
Lass es.
Ich habe es so oft gemacht. Hast du denn nie aufgepasst?
Warum haben wir angehalten? Mach mal das Fenster auf.
Es ist der perfekte Platz zum Fotografieren.
Von diesem Hügel aus
vorne die Schafe, hinten der See.
Soll ich den Fotoapparat aufbauen?
Soll ich?
Mahmut?
Scheiß drauf. Wozu die Mühe...
Ich kann doch schnell aufbauen. Vergiss es.
Kamil, stell es auf den Teppich.
Mahmut, hier ist deine Schwester.
Mutter ist plötzlich krank geworden.
Wir bringen sie in die Notaufnahme. Ruf mich sofort zurück.
Mahmut, wo zum Teufel bist du? Mutter liegt seit Tagen im Krankenhaus.
Sie wird morgen operiert. Meine Kinder sind allein, ich kann nicht in die Arbeit.
Du könntest kommen und mir helfen.
Was für eine Verantwortungslosigkeit!
Ruf mich auf meinem Handy an.
Ich bin ganz schön müde. Yusuf, nimm das hier.
Ist das nicht zuviel?
Wenn du meinst, kannst du mir etwas zurückgeben.
Wenn du noch andere Aufnahmen machen musst, komme ich gerne mit!
Mutter, was ist denn los? Kannst du nicht schlafen?
Ich habe Schmerzen an der Seite.
Schlimm?
Ja. Es sind wohl Blähungen.
Ob es gut tut, wenn wir ein bisschen laufen.
Lass es uns mal versuchen. Nimm die Serumflasche mit.
Komm jetzt.
Halte die Serumflasche hoch.
Höher, höher.
Wenn du sie unten hältst, kommt Blut. Okay, langsam.
Wenn ich liege, habe ich mehr Schmerzen.
Siehst du, die Krankheiten kommen so plötzlich.
Du rauchst zu viel!
Ich verstehe nicht, warum du so viel rauchst.
Ich kann nicht aufhören, Mutter.
Rauch einfach weniger, später kannst du ganz aufhören.
Komm, noch ein bisschen mehr, meine Süße.
Nichts findet man in diesem Haus.
Ich mache die Tür zu, damit kein Lärm reinkommt.
Yusuf. Bist du da?
Hier ist Mahmut.
Geh ans Telefon, wenn du Zuhause bist.
Hallo, Mahmut.
Wo steckst du Mann, ich rufe dich schon den ganzen Tag an.
Ich war unterwegs zu Dings...
Wie geht es meiner Tante?
Wir haben sie wieder nach Hause gebracht. Hör zu...
Ich muss Zuhause etwas erledigen.
Könntest du dich heute Abend bis zehn Uhr draußen aufhalten?
Klar. Ich gehe nach Beyoglu.
Ich habe eine Besprechung. Okay, geht klar.
Dieser Idiot!
Dieser Mistkerl!
Schau dir diese Sauerei an!
Ist sie weg? Wer?
Du weißt schon...
Hast du im Wohnzimmer geraucht? Nein, habe ich nicht.
Hör auf mich anzulügen. Es hat nach Rauch gestunken.
Überall lag Asche auf dem Boden.
Weißt du, als wir neulich zusammen eine rauchten, dachte ich,
ich darf das und habe vielleicht eine geraucht.
Hör mir mal zu!
Ich komme dir entgegen und du nützt es gleich aus.
Habe ich dir nicht gesagt, dass du das Klo spülen sollst, wenn du raus gehst?
Hast du nicht. Muss ich das denn überhaupt sagen?
Du bist erwachsen genug, kannst du dir das nicht merken?
Man nimmt Rücksicht auf eine Wohnung, in der man Gast ist.
Kaum bin ich einen Tag nicht da, alles schwimmt hier im Dreck.
Ich habe tausend andere Sorgen und muss auch noch deinen Scheiß saubermachen.
Hör zu,
ich habe aufgehört zu rauchen. Ab sofort wird auch in der Küche nicht mehr geraucht.
Wie findest du es?
Ich habe es für meinen Neffen gekauft.
Es ist unglaublich, nicht?
Was macht die Jobsuche?
Ich warte immer noch auf einen Bescheid. Es ist noch nicht sicher.
Wann wird es denn sicher sein? Keine Ahnung.
Aber ich bleibe dran.
Einige Firmen geben in ein paar Tagen Bescheid.
Gehst du ins Dorf zurück, falls es mit dem Job nicht klappt?
Ich gehe doch nicht ins Dorf zurück. Und was zum Teufel willst du dann anstellen?
Wenn ich ins Dorf zurückgehe, komme ich mein ganzes Leben lang nicht mehr raus.
In der Fabrik gibt es keine Arbeit.
Sag mir einfach, was du dann tun willst.
Mann, schalt das Ding endlich ab!
Ich frage dich etwas?
Kannst du mir keinen Job besorgen in dieser Keramikfirma?
Genau, die warten auf dich.
Auch hier entlassen sie die Leute einem nach dem anderen. Glaubst du, hier gibt es keine Krise.
Vielleicht kann ich dort als Wächter arbeiten.
Zwei Tage habe ich dir die Wohnung überlassen und du hast sie versaut.
Und du sollst als Wächter arbeiten? Welche Qualifikation hast du denn?
Angenommen du kriegst den Job. Was willst du dann machen?
Vielleicht Bohnen anbauen? Oder als Matrose arbeiten?
Übertreib es nicht, Mahmut.
Ich habe dich lediglich um etwas gebeten.
Wäre ich an deiner Stelle, würde ich dir helfen.
Ihr seid alle so drauf. Die Stadt hat euch verändert.
Es gibt so etwas wie Stolz, weißt du das?
Den kann man nicht einfach so wegwerfen.
Was verlierst du, wenn du sie einmal fragst. Ich hätte längst gefragt.
Einen Dreck weißt du.
Meinst du, das ist so einfach?
Ich habe für diese Firma in zehn Jahren tausende von Fotos gemacht.
Meinst du, sie haben mir Rabatt gewährt für meine Balkonfliesen.
Ihr kommt einfach vom Land und wollt alles auf einmal haben.
Etwas Gescheites zu lernen fällt euch wohl nie ein.
Verwandten, bekannte Abgeordnete, Minister sollen es für euch richten.
Ihr wollt immer, dass man euch alles auf dem Tablett serviert.
Als ich mit meinem Job angefangen habe, hat mir niemand geholfen.
Als ich nach Istanbul kam, hatte ich kein Geld für ein Hotelzimmer.
Ihr kommt nach Istanbul ohne etwas zu können. Dann steht ihr da wie blöd.
Und diese verfickte Maus will einfach nicht in die Falle!
Schalt das Ding ab!
Hast du keine Musik von Sezen Aksu? Nein.
Wer ist dieser Bach? Von dem hast du ja Haufen CD's.
Was suchst du denn?
Es gab im Hinterzimmer eine Uhr, hast du sie gesehen?
Was für eine Uhr?
Eine Taschenuhr mit einer silbernen Kette. Rund.
Nein, ich habe sie nicht gesehen. Bist du dir sicher?
Ich schwöre es.
Ich hätte es dir gesagt. Warum sollte ich das nicht?
Wo sollte denn die Uhr sein?
In der mittleren Tischschublade.
Wann hast du sie zum letzten Mal gesehen?
Vor einem Monat.
Ich hatte sie zuletzt als Accessoire bei einer Aufnahme benutzt.
Ich habe sie wirklich nicht gesehen.
Vielleicht hast du sie woandershin gepackt?
Oder einem Freund gegeben oder so.
Vergiss es. So wichtig ist es auch wieder nicht.
Wieso vergessen? Vergiss es, ja. Scheiß drauf.
Hallo? Hallo Mahmut, ich bin es, Nazan.
Hallo Nazan. Nazan. Wie geht es dir?
Wir fliegen morgen. Ich wollte dir Auf Wiedersehen sagen.
Morgen? Warum so plötzlich?
Morgen mit dem Flieger um neun.
Vielleicht sehen wir uns nicht mehr.
Außerdem wollte ich dir danken, dass du die Unterschrift geleistet hast.
Nicht der Rede wert.
Kannst du bitte kurz dranbleiben?
Okay, jetzt können wir weiter reden.
Ich hatte ein schlechtes Gefühl
nach unserem letzten Treffen.
Ich wollte nicht mit diesem Gefühl nach Kanada fliegen.
Ich glaube, ich habe mich dir gegenüber distanziert verhalten.
Das war nicht nötig nach all den Jahren.
Es ist nicht wichtig.
Nazan, hör mal zu...
Ich glaube, Orhan kommt. Ich muss auflegen.
Okay. Was wolltest du sagen?
Unwichtig. Ich sage es dir später.
Lebwohl.
Okay, lebwohl. Lebwohl.
Ich schwör's, ich hab's nicht gesehen.
Es reicht jetzt! Ich wusste nicht einmal von einer Schublade.
Hör endlich auf! Ich will nichts mehr davon hören.
Meine Güte, was für ein Typ!
Lass es. Ich rufe morgen den Hausmeister, er soll es erledigen.
Sie schreit aber die ganze Nacht.
Was sollen wir dann tun? Kannst du es erledigen?
Ja schon, aber wie mache ich das Klebeband ab?
Steck es einfach mit dem Karton
in eine Tüte und schmeiß sie weg.
Soll ich sie lebendig wegwerfen?
Haben wir eine andere Wahl?
Für Ebru.
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