All language subtitles for Spuren des Boesen (2019) Sehnsucht - Heino Ferch, Sabrina Reiter HDTV UT

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Original subtitles

Aus einem Gefängnis kommt man nicht raus, aber DIE kommen rein.

Wer?

Polizisten. Korrupt bis in die Knochen. Zu allem bereit.

Das waren alles Ihre Männer!

Wer hilft Ihnen jetzt beim Vertuschen? Alle tot.

Interessante Theorie. Aber wer soll sie jetzt noch bestätigen?

Warum haben Sie mich reingeholt?

Ich hab Sie lieber in der Nähe - dann sehe ich, was Sie anstellen.

Ich hoff wirklich, Sie überleben das.

* Schuss *

* Er atmet heftig. *

* Er inhaliert den Rauch tief. *

* Aus der Wohnung ist Musik im Hof zu hören. *

* Aus einem Fernseher ist der Wetterbericht zu hören. *

Da stinkt's wie in einem Affenhaus!

Das is nix für Sie. Geben S' her!

Schon gar ned bei der Hitz'.

Da werden eh alle narrisch.

* Türglocke *

Wer ist das?

Woher soll ich das wissen? Bin ja keine Hellseherin.

Aber ich geh dann gleich. Wiederschaun!

Besuch für Sie!

Gehen S' nach hinten durch.

* Eine Tür fällt ins Schloss. *

Herr Doktor Brock?

Mein Name ist Brigitte Klein.

Ich bin Psychiaterin.

Ihre Tochter hat mich alarmiert. - Mhm. Droht Gefahr?

Sie klang besorgt.

Deswegen hat sie mich gebeten, nach Ihnen zu schauen.

Darf ich?

Wie lange schon?

Der Rollstuhl.

Ich sehe, Sie lesen viel.

Was machen Sie sonst den ganzen Tag?

Schweigen. Verstehe.

Der Rest vom Schützenfest.

Sie können offenbar gehen.

Keine zwei Meter.

Und was lähmt Sie?

Fangfrage.

Petra hat mir erzählt, dass Sie angeschossen worden sind.

Hüftfraktur, innere Blutungen, Bauchfellentzündung, Infektion.

Wie ist das passiert? Weiß ich nicht.

Komisch. Ich schon. Manfred Reiser war in allen Nachrichten.

Ich möchte nicht darüber reden.

Ich versteh Sie ja.

Irgendwann haben wir alle die Nase voll.

Aber wir müssen weitermachen.

Warum?

Ganz ehrlich?

Keine Ahnung.

Ich nehme an, ich darf hier rauchen?

Unter Patienten mit psychischen Erkrankungen

gibt's mehr Raucher als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Allerdings weiß keiner, ob man durchs Rauchen zum Spinner wird

oder ob Spinner einfach gerne rauchen.

Ich krieg 90 Euro pro Hausbesuch.

Da sitz ich ganz gern nur rum und tu nix.

Whiskey?

Unbedingt.

Ich les auch nie die Beipacktexte.

Sie wissen, dass Alkohol und manche Medikamente unverträglich sind.

Gott sei Dank!

So ein Schuss geht durch Mark und Bein, hm?

Auf den Knall!

Auf die kognitiven Verknüpfungen.

Die würde ich gerne aufknüpfen. Ich auch.

Das kann aber dauern.

Whiskey hab ich genug da.

Ich schau zwei Mal die Woche vorbei.

Bei akuten Krisen öfter. Wann genau entscheide ich.

Sie haben eh nix vor? Einverstanden?

Ah ja, frisch gewaschen, rasiert, sauber gekleidet. Das wäre schön.

Wiederschaun.

Ich hab Ihnen da was mit'bracht.

Die is für uns.

Jetzt wär mir fast die Glasur g'schmolzen bei der Hitz'.

Von der Mama?

M-m. Von mir. Selbst g'macht.

Spezialrezept.

Ein echter Spitzen-Spacecake.

Ich hab meine ganzen Marihuana-Restln verwertet.

Ihre hat übrigens schon gebügelt.

Wer weiß, vielleicht bügelt sie noch einmal.

Bei der Hitz' muss man viel Wäsch' waschen.

Wie ich zwölf war, da hatten wir 'ne Nachbarin ...

Die Frau Sulz.

So um die 30 damals. Ma, die war fesch!

Ich bin bei der fast jeden Tag auf der Lauer g'legen.

Ein Jahr lang. Dann is s' weg'zogen.

Ich hab die nur zwei Mal nackert g'sehn. So g'schamig war die.

Ich hab immer den alten Operngucker von der Oma g'nommen.

Hm!

Der war schon ziemlich hin, alles war unscharf.

Aber grad das war das Geile.

A scharfe Frau musst unscharf ausspechteln.

Das ist Erotik!

Ha, Ihre is wie Sie. Dauernd z' Haus.

Weit haben wir's 'bracht, wir zwei.

Was?

Was steht am Grabstein von einem Spanner?

"Er is weg vom Fenster."

* Er lacht unentwegt weiter. *

Bleib stehen!

Bleib bitte stehen!

Wir hatten eine Vereinbarung, oder?

Ich wollte das nicht. Es tut mir leid.

Es ist UNSER Kind. - Nein, das ist meins!

Mein Kind! - Gib sie her!

He!!!

Hau ab!

* Das Baby weint. *

* Eine Haustür fällt ins Schloss. *

* Polizei-Sirene aus der Ferne *

Guten Morgen!

* Er ächzt vor Anstrengung, als er sich aufrichtet. *

Affenhände.

Stefan Merz hat sich beim Suizid so tief in beide Unterarme geschnitten,

dass der Mediannerv durchtrennt worden ist.

Wenn das passiert, dann machen die Finger so.

Ich weiß.

Weiß ich. Warum verkaufst du mich dann für blöd?!

Wenn ich rechts beginne und mir ins linke Handgelenk schneid,

dann kann ich das mit links nicht mehr am rechten Handgelenk machen.

Weil ich links nichts mehr halten kann.

Es gibt eine Besucherliste vom Gefängnis.

Da steht dein Name drauf.

Was hast du mit Merz geredet?

Das weiß ich nicht mehr.

Manfred Reiser hat ein Sturmgewehr gehabt mit NATO-Munition.

Damit ist der Jauk, der Schober und der Stadler erschossen worden.

Die Kugel aus deinem Körper stammt aus einer Polizei-Dienstpistole.

Wie geht das? Ich will nicht darüber reden.

Wovor hast du Angst, Papa?

Vor deinen ständigen Fragen.

Lustig. Ich hab Angst vor deinen ständigen Antworten.

Dann frag nicht.

Wie du willst!

Ciao.

Lass es sein! Bitte!

Man muss nicht alles hinterfragen.

Das tust du doch auch.

Eben!

Willst du so enden wie ich?

Wie endest du denn?

In psychiatrischer Pflege.

Wegen Brigitte Klein?

Die macht manchmal die Krisenintervention.

Für uns, für die Rettung. Ich find die cool.

Und sie ist eine Piefke so wie du, die labert nicht so rum wie die Ösis.

Die Rechnungen kannst du bei der Krankenkasse einreichen.

Mach's gut!

* Die Wohnungstür schlägt knallend zu. *

Frühstück!

Ist die aus dem Kühlschrank?

Jo!

Danke. Von der hab ich genug.

Ich geh duschen.

Ned wirklich? Doch, Frau Anni.

Um neun haben S' Physiotherapie. Da werden S' wieder schwitzen.

Dann dusch ich halt nochmal.

Ned schlecht.

* Musik *

* Er stöhnt leise vor Schmerz. *

* Musik *

* Musik *

Ich werd Sie heut anders massieren.

Ihre Haut is g'schmeidiger. Und zart.

Nimmer so hart wie ein Kokon.

Die Schutzschicht wird dünner.

Das spüren Sie alles?

Mhm. Mit den Händen?

Sicher.

Wie denn sonst?

Reden?

Und zuhören?

Ich glaub ned, dass ich viel zum sagen hab.

Bei mir geht alles über den Körper.

Tja, der Leib ...

Vor dem haben viele Angst.

Aha.

Warum?

Mit ihm kann man weniger verbergen.

Deshalb hat man die Seele erfunden.

Die Psyche.

Man hofft, dass sie eines Tages frei sein kann. Körperlos.

Lustlos?

Das wäre zu schade.

* Türklingel *

* Türklingel *

Es hat geläutet.

Anni!

Gehn S' einfach nach hinten.

Besuch für Sie!

Husch, husch!

Tag.

Guten Tag.

Ich konnte letzte Nacht nicht schlafen - wegen der Hitze.

Ich bin wachgelegen und hab über Sie nachgedacht.

Das gefällt Ihnen.

Ich weiß.

Das gefällt jedem Narzissten.

Sie wissen, dass Ihre Tochter sich große Sorgen um Sie macht.

Eltern sollten sich um ihre Kinder sorgen - nicht umgekehrt.

Aber Sie mögen das, weil Sie eine Drama-Queen sind.

Wenn einer ständig Schlagzeilen macht,

weil er irgendwo abgestochen oder angeschossen rumliegt,

da frag ich mich natürlich: Warum macht er das eigentlich?

Das ganze Theater?

Und die Antwort liegt oft ganz nah.

Sie machen es wegen Petra.

Ja.

Glauben Sie?

Ja.

Unbewusst?

Weil Sie Angst haben, sie auch zu verlieren.

Wie Ihre Frau. Karin.

Ein sehr wichtiger Mensch in Ihrem Leben.

Ist viel zu früh gegangen.

Sorgen sind wie Klebstoff. Ein Bindemittel.

Wenn Petra sich um Sie sorgen muss, dann bleibt sie an Ihnen kleben.

Also lassen Sie endlich los!

Aufstehen, rumlaufen, lachen.

Und Typen mit Schusswaffen aus'm Weg gehen.

Weiträumig. Dann wird das schon.

Ja, und ...

eine Geliebte würde Ihnen auch nicht schaden.

Sie sehen noch ganz passabel aus. Aber besser wird's nicht.

Wollen Sie weiter mit mir arbeiten oder ... bin ich zu direkt?

Frage: Warum gehen Sie nie raus? An die frische Luft?

Der Lift ist kaputt.

Lassen Sie sich von wem runtertragen!

Nächste Frage: Warum schließen Sie Ihre Tür dreifach zu?

Das ist eine lange Geschichte.

Superkurze Antwort.

Na ja ...

Wenn Sie drüber reden wollen, wir sehen uns. Bis bald!

Das war's?

Ja. Bei Kollegen geht's ruckzuck.

* Die Tür fällt hinter ihr zu. *

* Er seufzt tief. *

* dumpfes Geräusch *

* dumpfe Geräusche *

* Die Frau schreit laut auf. *

* Das Handy läutet. *

* Handy *

Mein Vater.

Als ob er's riechen würde.

Sorry! - Macht nix.

"Das ist die Mobilbox von ..."

Scheiße!

Grüß Gott, Herr Doktor.

In der Wohnung gegenüber, da is jemand! Ein Mann. Kommen Sie!

Rufen S' die Polizei!

Nein, das sind alles Mörder!

Ich hab grad a Fuhr', bin dann gleich bei Ihnen.

Gut, bis gleich!

Entschuldigung.

* Das Baby weint. *

* Das Baby hört nicht auf zu weinen. *

Herr Doktor?!

Herr Doktor?

Herr Doktor?

Ma, Sie machen Sachen!

Was is 'n passiert?

* Er stöhnt laut auf. *

Wo waren Sie so lang?

Im 23.

Ich ruf die Rettung.

Nein, nein. Nein.

Geben Sie mir mein Telefon!

Da, bitte.

Sie müssen rübergehn und nachschauen.

Aber vorsichtig!

Da is noch jemand, glaub ich.

Wie? Ein Mann.

Ich hab ihn schon gesehn.

Herr Doktor, ich bin für so was ned geeignet.

Los jetzt!

Okay.

Hallo?

Is wer da?

Brauchen Sie Hilfe?

Ja? Herr Doktor, die Tür hat wer auf'brochen.

Sagen S', was genau haben S' da g'sehn?

Einen Mord oder ...

zumindest einen Totschlag.

Was?!

Und der is vielleicht noch da drin?

Ja, möglicherweise.

Super!

Ich mach jetzt was, was Sie ned wollen, aber das muss sein.

Polizeinotruf, hallo.

Grüß Gott, Tauber. Ich möcht a Verbrechen melden.

Damit ich das richtig versteh:

Sie rufen die Kollegen, und ich werd um 4 Uhr früh aus'm Bett g'holt.

Wegen nichts!

Na ja, die Tür war auf'brochen, und es war wer in der Wohnung.

Das haben Sie g'sehn? Sie haben gar nix g'sehn! Das war er, oder?

Und wo ist die Frau?

Weg.

Welche Mutter lasst ihr Kind allein?

Viele. Leider.

Verständigen S' das Jugendamt!

* Türklingel *

Die Frau Nymann is also tot?

Wer?

Ihre Nachbarin. Leila Nymann aus Berlin.

Das war die Wohnung ihrer Schwiegermutter.

Die Dame ist kürzlich verstorben.

Frau Nymann wohnt seit zwei Monaten hier.

Mit ihrer Tochter. Es gibt keine Leiche. Keine Blutspuren.

Er hat die Leiche weggeschafft.

Die Spuren beseitigt. Ich lag bestimmt 20 Minuten im Stiegenhaus.

Er?

Ein Mann. Anfang/Mitte 40. Glatze.

* Ein Handy läutet. *

Ja?

Chef, da ist eine Frau. Sie sagt, sie ist Leila Nymann.

Wer ist das?

Leila Nymann.

Ihre angeblich ermordete Nachbarin.

Frau Nymann, wo waren Sie?

Spazieren.

Allein?

Ohne Ihr Kind?

Sie ...

Sahra hat geschlafen. Wenn ich sie mitnehme, wacht sie auf.

Ich würd gern Ihren Ausweis sehen.

Wer hat Ihre Tür aufgebrochen?

Ich.

Der Schlüssel - ich hab ihn gestern innen stecken lassen.

Ja?

Verstehe.

Der Einsatz ist beendet. Wir fahren zurück.

Das ist nicht meine Nachbarin.

Fragen Sie Herrn Tauber - der kennt sie auch.

Okay.

Ja, Chef?

Herr Tauber soll die Frau identifizieren.

Mach ich!

Kommen S' bitte mit!

Kennen Sie die Dame?

Können Sie bestätigen, dass sie die Nachbarin von Dr. Brock ist?

Danke.

Der Tauber sagt, sie ist es.

Nee.

Die Frau, die da drüben gewohnt hat, ist tot.

Oder zumindest schwer verletzt.

Sie müssen eben genau nachsehen. Gründlich.

Wir sind wegen Gefahr in Verzug rein.

Für alles Weitere brauche ich einen Beschluss.

Was soll ich dem Richter erzählen?

Dass ein heruntergekommenes Drogen- wrack Gespenster sieht?

Sie weiß nichts.

Wie bitte?

Petra.

Ich hab ihr nichts davon erzählt, dass Sie ...

Nur Sie und ich.

Niemand sonst weiß, was passiert ist.

Es gibt auch keine Beweise.

Und ein Zeuge wie Sie,

besonders im Licht des gerade gesehenen Unsinns,

ist nicht sehr glaubwürdig, oder?

Danke dafür.

Man sieht sich.

* Die Wohnungstür fällt zu. *

Wohin wollen Sie? - Zu meinem Vater.

Sicher nicht! Wir haben genug Zeit verplempert, Frau Kollegin!

Sie schreiben jetzt ein ausführliches Protokoll.

Wir prüfen, ob der Falschalarm kostenpflichtig ist!

* Eine Tür fällt ins Schloss. *

Hallo, Herr Doktor.

Warum haben Sie der Polizei gesagt, dass sie's ist?

Wieso? Is sie's ned?

Das ist eine völlig andere Frau!

Ich war mir eh ned sicher.

Ich merk mir G'sichter so schlecht.

Sieht man doch!

Haben Sie Tomaten auf den Augen?

Ich erkenn Menschen eher an ihrer Figur oder an ihren Bewegungen.

Am Hintern, zum Beispiel.

Außerdem ... i hab mir Ihre nie so genau ang'schaut.

Ich spechtel ned die Frau von einem Freund aus.

Sind Sie wirklich sicher, dass sie's ned is?

Also ... rein vom Arsch her könnt sie's schon sein.

Was ist das für ein Blödsinn?

Was?

"Rein vom Arsch her könnt sie's sein."

Haben Sie sich das Hirn weggekifft oder was?

Das sagt genau der Richtige.

Herr Tauber, Sie haben ein Kaffeehaus gehabt.

Haben Sie da allen Gästen auf den Arsch geschaut?!

Kein Wunder, dass Sie zumachen mussten.

Es is mei' Arbeitszeit.

Ich sollt eigentlich Taxi fahren.

Ich bin trotzdem her'kommen.

Aber ich komm ned mehr, wenn Sie sich wie a Arschloch aufführen.

Wiederschaun.

* Die Tür fällt knallend ins Schloss. *

Was ist das?

Die Überwachungskamera von einer Bank.

Ecke Löwengasse, Radetzkystraße.

Mhm. Werden Sie auch schon paranoid?

Wenn ich ein Protokoll schreiben muss, dann mach ich das gründlich.

In zwei Stunden auf meinem Schreibtisch!

Selbstverständlich.

Hallo! Alles okay?

Mhm. Und bei dir?

Ich hab dir aufs Band g'sprochen. Warum rufst du mich nicht zurück?

Ich will kein Theater machen.

Der Mann, den ich gesehen hab, ist hier bei ihr.

Ich komm vorbei. Bis gleich!

Du kommst mit!

Was? Echt?

Irgendwann muss er dich sowieso kennenlernen.

Im Moment is er neben der Spur.

Das ist günstig. Da frisst er dich nicht gleich.

Super!

Na, meine Kleine?!

Marc, was ist los?

Was ist los?

Ich hab was Schlimmes getan.

Hallo!

Hallo.

Warum nimmst du nicht deinen Schlüssel?

Damit wir dich nicht in der Unterhose erwischen.

Komm!

Also ...

Das ist mein Freund, Christian.

Das ist mein Vater, Richard.

Grüß Gott.

Dürfen wir reinkommen?

Ja, bitte.

Ja, Christian, wie lang kennen Sie meine Tochter schon?

Seit einem Jahr und vier Tag'.

Whiskey?

Naa, danke, reinstes Zellengift.

Und wie haben Sie die Petra kennengelernt?

Äh, im Job.

Ich arbeit in der 624.

Eines Tages is die Petra bei uns auf'taucht.

Und - peng! - da hat's mich umg'haut.

So war das.

Ich hol mir a Glasl Wasser.

Okay.

Warum hast du ein Jahr gebraucht, um mir den vorzustellen?

Ich wollt mir sicher sein, dass er der Richtige is.

Bei dir is sowieso jeder der Falsche.

Ich wollte nicht irgendwann drauf- kommen, dass du wieder recht hast.

Mhm. Und bist du glücklich?

Nein. Todunglücklich?!

Deswegen stelle ich ihn dir vor.

Is er das?

Mhm.

Das ist Marc Nymann. Er ist ihr Ehemann.

Ich hab ihren Namen eingegeben, da ist er gleich mitaufgetaucht.

Er war da, gestern Nacht. Und er ist vorbestraft.

Weswegen?

Wegen irgendwas in Berlin. Details stehen in der Akte.

Fordere sie an!

Hab ich. Dass der Ehemann da drüben ein- und ausgeht, ist zu wenig.

Außerdem hab ich grad andere Sorgen, Papa.

Hm?

* Sie räuspert sich. *

Ich bin schwanger. Drittes Monat.

Von ihm?

Nein, vom Postboten. Natürlich von ihm!

Du wirst Opa.

Ja, das ist wunderschön.

Ja, das find ich auch.

Komm mal her!

Ich hab dich sehr lieb.

Ich dich auch, du Spinner.

* Aus einer Wohnung ist sanfte Musik zu hören. *

Sehen Sie das?

Sie verlässt die Wohnung.

Die echte Leila würde tagsüber das Haus nie verlassen.

Schon gar nicht mit dem Mann, den sie fürchtet.

Sie auch? Mhm.

Sie füttert das Baby jetzt mit dem Fläschchen.

Sie hat abgestillt.

Oder nein - sie hatte nie Muttermilch.

Weil das ist ja nicht die Mutter des Babys.

Sie beobachten heimlich Frauen?

Darum geht es nicht.

Wenn man beruflich Leute knackt, ihre Macken analysiert,

dann ist man einer, der ständig in fremde Leben reinschaut.

Ein Voyeur.

Eine Störung der Sexualpräferenz macht Sie beruflich sehr erfolgreich

Und privat ziemlich seltsam. Haben Sie Eis?

Guten Whiskey trinkt man ohne. On the Rocks ist für Banausen.

In Ihrer Nachbarwohnung hat eine Frau gewohnt,

die von einem Mann umgebracht und durch ne andere Frau ersetzt wurde?

Seine eigene. Ist das richtig? Ja.

Er hat in 20 Minuten die Leiche entsorgt?

Möglicherweise.

Schwer zu glauben. Aber Sie wirken nicht extrem durchgeknallt.

Eher neurotisch und leicht depressiv.

Was halten Sie von einem Beweis?

Hm, haben Sie einen?

Klar. Die beiden da drüben sind vielleicht wirklich ein Ehepaar.

Aber es ist nicht ihr Kind. Wir können das beweisen.

Wir? Sie und ich.

Wir brauchen DNA, von der falschen Mutter und dem Kind.

Die Tür ist aufgebrochen worden.

Steht vermutlich immer noch offen.

Und ... sie sind spazieren.

Sie wollen, dass ich rübergehe?!

Eine Haarbürste und eine Babyflasche würden reichen.

Ein kleiner Einbruch.

Verstehe.

Ist das Ihr Ernst?

Mhm.

Wie kommen Sie auf die Idee, dass ich so was mache?

Weil Sie unterfordert sind.

Gelegentlicher Kriseninterventionsdienst.

90 Euro brutto. Massenhaft Zeit, hier bei mir rumzuhängen.

Sie haben kaum Aufträge. Und Sie sind alleinstehend.

Vermutlich nach einer schmerzhaften Trennung.

Da kommt so ein Typ im Rollstuhl grad recht.

Dem kann man alles reinsagen, der kann sich nicht wehren.

Soll ich weiterreden, oder bin ich zu direkt?

Die Alimente reichen dicke.

Das seh ich an Ihrer teuren Kleidung.

Sie müssten nicht arbeiten, aber Sie tun's trotzdem.

Wegen der Unterforderung.

Sie wollen Abenteuer erleben,

weil Sie die letzten Jahre nur Windeln gewechselt haben.

Ich bin also für Sie eine reiche, gelangweilte Zicke.

Nein, Sie sind sehr klug.

Interessant. Hungrig.

Die meisten sind satt.

Sie nicht.

Sie wollen mich manipulieren!

Mit Komplimenten. Süß! Ich meine das ernst.

Ich auch.

Mein Ex ist 'ne Frau. Wienerin.

Und die Alimente zahl ICH.

Weil man ihr das Sorgerecht zugesprochen hat.

Wegen meiner Drogenvergangenheit.

Wir haben zwei Kinder.

Deswegen bin ich noch da und kann nicht mehr zurück nach Deutschland.

Wer will das schon? Ich. Manchmal.

Kauf mir trotzdem schöne Sachen im Ausverkauf oder Secondhand.

Na ja ...

Scheiß drauf!

* Die Tür fällt ins Schloss. *

* Die Autoverriegelung schnappt zu. *

* Fliegen summen. *

* Brock atmet keuchend. *

Er hat mich gesehen.

Wenn er jetzt nicht die Polizei ruft, dann hat er Dreck am Stecken!

* Sie atmet laut aus. *

Das Fläschchen war ausgekocht.

Aber da drin steckt viel mehr Baby-DNA!

Ich ... muss jetzt leider weg.

Hier ist meine private Nummer.

Halten Sie mich auf dem Laufenden!

Ja, das mach ich.

Okay, also ...

Danke.

Der Opa!

Ja. Lustig.

Eine Frage:

Dein Christian ist Kriminaltechniker, Biologe, richtig?

Ja. Warum?

Aha. Und woher hast du das?

Gefunden? Na klar!

Das macht er sicher nicht.

* Polizei-Sirene *

Für dich.

Hallo, Herr Dr. Brock.

Möglich is das schon, aber das dauert a paar Stund'.

Das sind keine Beweismittel; er hat das Zeug von irgendwo!

Was? Heut Nacht noch?

Geht klar, verstehe.

Okay, gut, dann bis später. Ja.

Okay. Ciao.

Ich mach's. Er hat g'sagt, es geht um an Mordfall.

A ang'schissene Windel und irgendwelche Haar'?!

Solche Details lässt er gerne aus!

* Die Wohnungstür wird geöffnet und wieder geschlossen. *

* Schritte nähern sich. *

Guten Abend!

Was machen Sie denn hier? Um die Zeit?

Nix. Da warten.

Ich hab heut n Rendezvous und bin früh dran.

Sehr fesch! Danke.

Ich hab Sie gesehen - mit dem Herrn von gegenüber.

Dem Richard.

Er heißt auch Richard.

Das is super, das kann ich mir sehr gut merken.

Er ist der Apotheker, wo ich immer Ihre Medikamente hol.

Heute Abend gemma tanzen - drum komm i morgen später.

Oder gar ned. Petra ist schwanger.

Hat Sie's Ihnen endlich g'sagt?! Is noch was von der Sachertorte da?

Ich bin nämlich sehr nervös. Zucker hilft.

Wäh!

Was is 'n das?!

Das ist DNA. Nicht anfassen!

Das muss man kühl lagern bei der Hitze.

Den Kühlschrank hab ich heute 'putzt!

Da is Ihr Essen drin - und meins!

Also, ich weiß ned ...

Ich hab irgendwie das Gefühl, Sie san verrückt. Ich geh wieder!

Wiederschaun.

Hallo!

Hab ich Sie geweckt? Nee ...

Ja, gut.

Nein, nein, es gibt nix Neues.

Ich ...

ich hab nur so eine Idee.

Die würde ich Ihnen gerne erzählen.

Und ... vor allem ...

möchte ich Sie wiedersehen.

So schnell wie möglich.

Ja?

Das ... freut mich sehr. Ja.

Bis gleich.

Da drüben in der Wohnung ist heute ein Mann gestorben.

Sein Partner trauert.

Aber niemand kommt, um ihn zu trösten.

Er ist alt.

Seine Freunde sind wahrscheinlich alle längst weg.

Er hat keine Kinder.

Da drüben leben nur einsame Menschen.

Das ist traurig. Ja.

Ich glaube, meine Nachbarin musste sterben,

weil die da drüben das Kind für sich haben wollten.

Ein Kind ... ist für die meisten das Wichtigste auf der Welt.

Das gute Leben ist zerbrechlich.

Ein Kind gibt uns das Gefühl, dass etwas bleibt.

Im Idealfall lieben wir es, und es liebt uns - bis über den Tod hinaus.

Und deine Kinder?

Wie ist das bei denen?

Sind adoptiert.

Beide.

Früher war ich mit Männern zusammen.

Aber Kinder hab ich mit 'ner Frau.

Weil eine Frau weich ist und ... nicht so ichbezogen.

Dachte ich.

Jetzt hassen wir uns.

Möchtest du darüber reden?

Nein.

Ich möchte endlich wieder wissen, wie sich ein Mann anfühlt.

Einer, gegen den ich mich wehren kann.

Wenn's mir zu viel wird, dann boxe ich dich in die Rippen.

Oder ich setz dich wo aus.

* Sie stöhnt zufrieden. *

Guten Morgen.

Morgen.

Kaffee?

* Das Handy läutet. *

Telefon.

Danke.

Das Bad? Da ... den Gang runter.

Guten Morgen.

Guten Morgen.

Christian hat mir das Ergebnis vom Gen-Test geschickt.

Leila Nymann und Sahra Nymann sind Mutter und Tochter.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent.

Aha.

Deine Nachbarin ist die Mutter des Babys.

Aber etwas ist trotzdem komisch.

Ich hab mir die Polizeiakte angeschaut.

Marc Nymann hat vor zwei Jahren in Berlin

in seiner Firma Geld unterschlagen. 40.000 Euro!

Er hat vor Gericht ausgesagt, dass sie in Schulden ersticken,

weil seine Frau, Leila Nymann, neun Fehlgeburten hatte.

Alle nach künstlicher Befruchtung.

Das war ein Milderungsgrund für ihn - aber er ist verurteilt worden.

Du, ich muss aufhören. Ciao! Danke!

Sie arbeiten schon für uns auch noch, Frau Kollegin?!

Ja.

Ich hab Sie der Gruppe Bauer zugeteilt - Raub mit Todesfolge.

Gut.

Zimmer 412.

Danke schön.

Ich fühl mich wie neugeboren.

Das ist schön.

Das Neugeborene ...

und das Oxytocin.

Das ist ein Hormon, das im Hypothalamus gebildet wird.

Es wird beim Geschlechtsakt ausgeschüttet.

Und sorgt dafür, dass eine engere Bindung der Partner entsteht.

Ich weiß. Sehr romantisch.

Nein, so hab ich das nicht gemeint.

Ich konnte dich schon früher gut riechen.

Aber das Oxytocin verstärkt es extrem.

Bei Geburten sorgt es dafür,

dass die Eltern ihre Kinder lieben.

Wie wahnsinnig.

Sie können gar nicht anders.

Ich erklär's dir.

Komm mit!

Leila Nymann ist zu 99,9 Prozent die Mutter des Babys.

Und ... sie hatte neun Fehlgeburten.

Nach künstlichen Befruchtungen.

das muss entsetzlich für sie gewesen sein! Ja.

Die beiden sind verrückt danach, endlich Eltern zu sein.

Er ist deswegen sogar vorbestraft.

Sie haben sich eine Leihmutter gesucht.

Eine, die Leila ähnlich sieht. Meine tote Nachbarin.

Die Namenlose.

Alles ist auf Leilas Namen gelaufen. Die Wohnung.

Die Untersuchungen.

Der Mutter-Kind-Pass. Alles!

Weit weg von Berlin.

Wo sie vorher gelebt haben.

Damit sie eine Erklärung haben für den plötzlichen Kindersegen.

Ab dem fünften Monat lässt sich eine Schwangerschaft kaum verbergen.

Die Leihmutter hat sich geweigert, das Baby herzugeben.

Wegen des Oxytocins.

Und weil sie's konnte.

Leihmutterschaft ist in Europa verboten.

Rein rechtlich gehört das Kind der austragenden Frau.

Und nicht der genetischen Mutter.

Deswegen hat er sie ...

Mein Gott!

Ich bin so ein Idiot!

20 Minuten hab ich im Stiegenhaus gelegen.

Eher weniger.

Du meinst, sie ist immer noch da?

Ja, deshalb sind sie nicht abgehauen und beobachten mich.

Sie müssen die Leiche entsorgen.

Aber das geht nicht, weil ich sie beobachte.

Ruf die Polizei!

Nein.

Für einen Durchsuchungsbeschluss muss der Verdacht ausreichend sein.

Ich ...

würde auf den Keller tippen.

Nee!

Nee! Zwei Mal mach ich das nicht!

Die Gebäude hier sind unterirdisch miteinander verbunden.

Wenn man hier in den Keller geht, kommt man drüben wieder raus.

Die Wohnungsnummern stehen an den Kellertüren.

Es wäre die Nummer 16.

Glaub mir, ich würde es gern selber machen.

Wir gehen einfach!

Als Familie.

Wunderschöne Tage, bis sie uns kriegen.

Mehr will ich gar nicht.

* Das Baby brabbelt vor sich hin. *

Ich will sie großwerden sehen.

Ich schaff das!

Sei vorsichtig!

* Schritte nähern sich. *

* Pieps-Ton, Nachricht *

* Brigitte schreit auf. *

* Handy-Melodie *

"Hallo, das ist die Mailbox ..."

"Das ist die Mobilbox von Petra ..." Scheiße!

* Das Handy läutet. *

* Schreie aus dem Handy *

Ich muss los!

* Handy-Melodie *

* Er beendet den Anruf. *

* Handy-Melodie *

Das wird meine Tochter sein.

Die versucht, ihren Vater zu erreichen.

Sie ist schwanger.

* Die Handy-Melodie erklingt währenddessen unentwegt. *

Herr Nymann, Sie sind kein Mörder.

Legen Sie das Messer weg!

Nichts, nichts von alledem, was Sie getan haben,

war geplant. Es ist einfach alles schiefgelaufen, Herr Nymann.

Neun Fehlgeburten.

Das ...

das muss entsetzlich gewesen sein.

Für Ihre Frau und ...

und auch für Sie.

Unser letztes Kind war auch ein Mädchen.

Ja, ich hab sie noch gehalten.

Eine Handvoll Mensch.

190 Gramm.

Ihre Haut war ganz ...

durchsichtig.

Und ...

ihr Brustkorb hat sich noch bewegt.

Sie hat noch gelebt.

Und gekämpft.

Und meine Frau ...

wollte sie nicht gehen lassen.

Sie ist fast verrückt geworden.

Und ich hab einfach nur zugesehen und gewusst,

normal ein Kind kriegen, das können wir nicht.

Deswegen die Leihmutter.

Ja, es war alles ausgemacht.

Sie hat eingewilligt.

Dann wollt sie uns Sahra wegnehmen.

Ich wollte das nicht.

Ihre Tochter, Herr Nymann, Sahra, sie wird irgendwann wissen,

wie sehr sie gewünscht war.

Wie sehr Sie beide sie wollten.

Und irgendwann, wenn sie erwachsen ist,

dann wird sie es auch verkraften zu erfahren, was Sie dafür getan haben.

Und bis dahin?

Bis dahin wird sie bei jemandem in Pflege sein.

Unser Kind?

Ja, Herr Nymann, Ihr Kind.

Ihre Frau lebt.

Unten.

* dumpfer Aufprall *

Neiiiiiiiiiiiin!!!

# Tausendfach tönt es.

Herz, gib Acht!

Der Ball kommt flach.

Der Ball kommt flach.

Der Ball kommt.

Die Wahrheit ist, davon krieg ich den Mund nicht voll.

Plan B fehlt.

Auch wüsst ich nicht, was ich noch daran ändern soll.

Plan B fehlt. #

Untertitel im Auftrag des ORF, 2019

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